Beiträge von JoeDoe

    Hallo Mandy,

    Dank Dir für die Gratulation :D. Morgen haben wir wieder einen Vorsorgetermin und ich bin schon ganz gespannt, ob weiter alles in Ordnung ist. Schon eine schöne Sache, so eine Schwangerschaft - selbst als Mann :wink:.

    Zitat

    Vieleicht sollte man da mal nen Zaun, mit leichten Saft drauf, aufstellen


    Ja, das könnte eventuell helfen :wink:. Nein, mal im Ernst: Das Trinken in der Öffentlichkeit und die daraus entstehenden Verhaltensanomalien -vom Pinkeln bis zum Pöbeln- fällt mir immer häufiger und vor Allem auch immer negativ auf. Ich begrüße daher tatsächlich die Tendenz, das Trinken in der Öffentlichkeit zu untersagen. Für mich, für die Kinder und das allgemeine Wohlbefinden. Nicht zuletzt auch, um dem Alkoholerkrankten die gemütlichen Trinkplätze zu nehmen, und so die Generierung des persönlichen Tiefpunktes zu beschleunigen.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Spedi,

    Zitat von Spedi

    siehst du, da haben wir "einen" der Unterschiede in unseren Denkweisen: ich bin hier, weil ich etwas für mich mache.

    Ich schreibe zwar an Euch, aber für mich. Ich bin nicht hier, um Anderen zu helfen, sondern um für meine Trockenheit weiter Vorsorge zu betreiben.

    Ganz hart gesagt: wenn daraus als "Abfallprodukt" etwas brauchbares für jemand anders "übrig bleibt", dann ist das ein schöner Nebeneffekt - aber nicht mein primäres Ziel.

    (M)ein Helfersyndrom oder gar eine Co-Abhängigkeit möchte ich gar nicht erst entstehen lassen, ich sehe ja jeden Tag, wohin das führen kann. Das gilt hier für das Forum genau so wie im r/l in der SHG bzw der Suchthilfe.
    Ist das verständlich ausgedrückt?

    so ganz unkommentiert mag ich Deinen letzten Beitrag an mich nicht stehen lassen. Ich danke Dir daher zunächst einmal für die Zerstreuung „meiner Sorgen“ ob eines möglichen Helfersyndroms Deinerseits. Wobei ich an dieser Stelle gerne auch erwähnen möchte, dass diese Sorgen sicher eher Deiner Interpretation entsprungen sein müssen, als dass sie einen wahren Hintergrund in meinem Denken finden: So Du denn einmal ein solches Helfersyndrom entwickelt haben solltest, so hast Du dieses offenbar erfolgreich und rückstandsfrei bekämpft. Dies ist zumindest mein Eindruck :wink:. Aber selbst wenn, wäre es mir ziemlich egal, da wir in einem Punkt in völliger Harmonie einer Meinung sind: Ich beschäftige mich im Rahmen der Selbsthilfe mit mir und meiner zufriedenen Trockenheit - für mich - alles andere hat für mich keine Relevanz!

    Nun mögen wir unterschiedliche Auffassungen haben, was Selbsthilfe denn eigentlich genau bedeutet. Vielleicht bin ich nur ein dummes Brötchen, dass gar nicht so genau verstanden hat, um was es dabei eigentlich geht? Immerhin beschäftigst Du Dich bereits viel länger mit der Thematik und hast mir damit selbstverständlich einen immensen Erfahrungsschatz voraus. Nun mag ich gerne meine Vorstellung von Selbsthilfe kurz umreißen, vielleicht fällt Dir ja etwas auf, was von prinzipieller Fehlerhaftigkeit zu sein scheint:

    Unter Selbsthilfe verstehe ich den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu einem klar definierten Thema (hier Alkoholismus bzw. Co-Abhängigkeit), der in erster Linie dazu dient, dass die an diesem Prozess beteiligten Personen voneinander lernen und sich in ihrem Denken und Handeln überprüfen. Im Gegensatz zu einer klassischen Lernsituation finden wir in der Selbsthilfe also nicht Lehrer und Schüler, sondern vielmehr eine Gemeinschaft von Menschen, die einen gemeinsamen „Informationspool“ bilden, aus dem ein jeder der Beteiligten sich das herausnehmen kann, was er mag, oder eben auch nicht.

    Ob man die Weitergabe eigener Erfahrungen als Abfallprodukt bezeichnen sollte, weiß ich dabei nicht. Ich für meinen Teil habe viele wertvolle Anregungen für meine Trockenheit hier und auch in der RL-Selbsthilfe erhalten. Das schließt selbstverständlich auch (und gerade) Beiträge von Dir mit ein. Nicht zuletzt wird ja auch immer wieder der „Tipp“ gegeben, sich als Frischling an die Erfahrungen und Wege der Langzeitrockenen zu halten. Wenn diese hier jedoch nur Abfallprodukte hinterlassen, dann (und da wären wir jetzt wieder an der Ausgangsfrage des Ausdrucks angelangt) könnte man ja auch wie folgt formulieren:

    Willst Du trocken leben, dann musst Du an der Sche### der Weisen schnüffeln!

    Inhaltlich das Gleiche, einfach ein anderer Ausdruck!

    Genau so war mein Kommentar bezüglich Deiner intensiven Selbsthilfeaktivität gemeint, denn mit 5 Jahren etablierter Abstinenz bist Du ganz klar der Weise, wenn Du Dich, Deine Gruppe und die gemeinsame Arbeit auf einer Entgiftungsstation vorstellt und Menschen dazu einlädst, sich der Reise in die zufriedene Trockenheit anzuschließen. Ob, oder in welchem Rahmen Du da „Qualitätsansprüche“ an Dich stellst, bleibt natürlich Dir überlassen. Immerhin bist Du kein Profi, der für seine Tätigkeit bezahlt wird und dementsprechend auch auf Erfolg geprüft wird.

    So, ich mag zu einem Ende kommen :wink::

    Ich kritisiere weder Deinen Stil, noch Deinen Ausdruck - Im Gegenteil, viele Deiner Beiträge habe ich sehr Sinn bringend für mich annehmen können. Was ich nur nicht verstehe ist, dass Du Dir Deiner direkten und (wie Du selbst sagst) provokanten Ausdrucksform durchaus bewusst bist, Dich aber dennoch immer wieder darüber beschwerst, wenn andere Menschen einen etwas anderen Kommunikationsstil pflegen und an Deinen Aussagen anecken. Denn nach eigener Aussage ist es Dir doch eigentlich völlig egal, ob andere herumeiern, oder eben nicht. Ich persönlich lerne auch (und gerade wegen meiner eigenen Rückfallfreiheit) aus diesen Fäden, die mir zeigen, wie leichtsinnig mancher seine Trockenheit immer wieder aufs Spiel setzt. Nicht schön für den Betroffenen, aber lehrreich für alle anderen. Gesunder Egoismus!

    Soweit mal,

    Ich hoffe, Du hast den Sonntag gut überstanden und Fassungslosigkeit bzw. Freudentaumel (je nach dem :wink:) haben Dich am gestrigen Abend in Deiner Trockenheit nicht erschüttert... Na, eigentlich bin ich mir da sicher!

    LG
    J.

    Hallo Spedi,

    Zitat von Spedi

    Richtig ist: wie es jemand schafft, trocken zu werden und zu bleiben, das ist auch für mich unerheblich. Hauptsache, er/sie schafft es, dauerhaft zufrieden trocken zu sein.


    Hier stimmen wir wohl alle überein.


    Zitat von Spedi

    Sich nun über den "Ton" bei der Hilfestellung auszulassen, halte ich für nicht zielführend.


    Sehe ich anders und ich denke auch, dass gerade Du als sehr aktiver Hilfesteller (hier und im „echten“ Leben) den einen oder anderen Gedanken daran verschwenden könntest. Einfach auf die Fragestellung bezogen, wie man einen Alkoholkranken im Rahmen der Selbsthilfe am effektivsten zum „mitschwimmen“ bringen kann. Nicht als Überredung, sondern als Überzeugung.


    Zitat von Spedi

    Karsten's Kommentar bringt es für mich fast auf den Punkt.

    Zitat von Karsten

    Dieses Handeln sah dann so aus, dass ich den ganzen Tag für Kost und Logie für die Gemeinschaft arbeiten durfte, meine damalige Sozialhilfe in die Gemeinschaftskasse ging und am Abend mir noch sagen lassen mußte, was für eine faule Sau ich sein und nur hier bin, weil ich die Gemeinschaft ausnutzen will.

    Harte Worte, für die ich heute dankbar bin.


    Ich habe hier keine Kritik vorzubringen, nur den Gedanken, das Karsten in seiner „Alkoholikerkarriere“ doch schon so weit fortgeschritten war, wie es wohl nicht viele hier „geschafft“ haben. Diese (ich nenn’ es jetzt mal einfach so) hartherzige Ansprache und Behandlung haben ihm schlussendlich das Leben gerettet. Aber solche Maßnahmen halte ich bei einem Menschen, dessen Leben noch in einigermaßen geordneten Bahnen verläuft, eventuell für etwas überzogen. Nicht zuletzt bin ich auch davon überzeugt, dass dieses Forum weit weniger Nutzer (und damit sicher auch den ein oder anderen nassen Trinker mehr da draußen!) hätte, wenn hier nur in einer solchen Tonlage geschrieben werden würde. Von daher glaube ich, dass gerade in der Vielfalt der Ansprache das besondere Potential dieses Forums liegt.

    Ach so: Ich empfinde Deine Worte manchmal überzogen, häufiger sogar provokant, aber grundsätzlich selten verkehrt. Und bei Bussi-Bussi-Beiträgen haben wir ganz sicher eine absolute Meinungsgleichheit. Nur, dass sich da keine Missverständnisse bilden :wink:.

    LG
    J.

    Hallo miteinander,

    wieder ein kleiner Lagebericht aus dem Westen:

    Die Sonne frohlockt am Himmel und mindert die ansonsten unweigerlich aufkommende Depression ob der immer kürzer werdenden Tage. Ich bin kein Wintermensch! Ganz subtil bringe ich das auch durch den errechneten Geburtstermin meines Nachwuchses zum Ausdruck: Frühlingsanfang! Aber das sind ja noch ein paar Tage :wink:.

    Ansonsten aber alles im grünen Bereich, also trocken und auch kein Gedanke, dies zu ändern. Manchmal finde ich es schon noch erstaunlich, wie einfach und erfüllt man doch ohne Alkohol und auch ohne Verzichtsgedanken leben kann. Unvergessen bleibt dennoch die Zeit, die es gebraucht hat, um so weit zu kommen. Es soll mir als Mahnung dienen, sollte ich jemals auf einen dummen Gedanken kommen.

    Was Anderes:
    Neulich durfte ich bei Nacht ein betrunkenes Pärchen beobachten, welches unübersehbar torkelnd eine kneipenartige Lokalität verließ. Kaum aus der Tür gekommen, schweiften seine Blicke nach einer günstig gelegenen Ecke, die er auch sofort zielstrebig aufsuchte, um sich überschüssiger Flüssigkeitsansammlungen zu entledigen (Gab wohl kein Klo in der Kneipe? Oder nicht mehr gefunden?). Darauf hin protestierte sie und schimpfte über die Ungerechtigkeit der geschlechtsbedingt doch sehr unterschiedlich ausgeprägten Möglichkeit, sich spontan eines solchen Druckes zu entledigen. Auch brachte sie zum Ausdruck, dass sie sich durch ihn nie wirklich beachtet fühlt, wenn sie ein solches Verlangen überkommt. In ihrem Ärger entschied sie sich dann auch, genau jetzt ein solches Bedürfnis zu verspüren. Nun denn. Nachdem alles wieder ordentlich verstaut war, entschied sich ihr Begleiter, seine galante Seite zu zeigen, und gemeinsam gingen sie einige Schritte weiter. Sie verschwand hinter einem Busch und er hielt, wie es sich für einen Gentleman gehört, leicht schwankend Wache. Zur Erinnerung: Die Kneipentür war keine 30 Meter entfernt – Ergo: Kein Klo in diesem Laden!

    Hmmm, kann man jetzt drüber denken, was man will, ich fand es einfach nur peinlich! Solche Momente sind es auch, die mir immer wieder zeigen, dass mein/unser Weg doch der rechte ist. Jedenfalls habe ich nicht das Bedürfnis entwickelt, mitpinkeln zu wollen – und das ist auch gut so!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    @Spedi:
    Mit diesen Beiträgen „unter der Gürtellinie“ sind sicher keine ordinären oder ausfallenden Sätze gemeint, sondern eben einfach ein Ausdruck, der dem Lesenden (Hilfesuchenden) das Gefühl vermittelt, dass er/sie einfach Sche### ist. Nun könnten wir an dieser Stelle sicher stundenlang darüber diskutieren, wie das Phänomen „Kommunikation“ im einzelnen funktioniert, aber vielleicht können wir uns auch einfach darauf einigen, dass es bei der Informationsübermittlung nicht darauf ankommt, was der Sender sagt, sondern vielmehr darauf, was der Empfänger versteht. Hier kann also der gleiche Satz bei unterschiedlichen Adressaten auch unterschiedliche Emotionen hervorrufen. Vor diesem Hintergrund kann und wird es nie möglich sein, eine einheitliche Sprachgestaltung zu definieren, die auch eine einheitliche Wirkung zeigt.

    Dazu evtl. noch der Gedanke, dass jeder hier sein eigenes Schicksal mit sich herumträgt und auch eine indi###### (*) Tiefe im Suchtdasein erreicht hat. Auch hier glaube ich, dass differenzierte Herangehensweisen durchaus sinnvoll sein können.

    (*) das böse Wort habe ich mal unkenntlich gemacht :wink:.

    Zum Schluss vielleicht noch Folgendes: Prinzipiell ist es doch gar nicht schlecht, wenn auf unterschiedlichen Wegen versucht wird, Hilfesuchenden Rat zu bieten. Hauptsache, es macht doch irgendwann „Klick“. Ob das jetzt ein Hardliner oder Weichspüler schafft … irrelevant!

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Blizzard,

    Ich danke Dir für Deinen Glückwunsch!

    Hui - ‚großartiger Papa’ - das sind ja ganz schöne Vorschußlorbeeren. Na, ich werde mich auf jeden Fall nach bestem Wissen und Gewissen bemühen. Wobei ich mich erst mal daran gewöhnen muß, in Zukunft überhaupt ein ‚Papa’ zu sein :wink: (das mein ich jetzt absolut positiv – ist nur eben neu für mich).

    Liebe Grüße

    j. (dessen Eltern sich übrigens auch freudig überrascht zeigten :D)

    Hach ja,

    ich fasse mich mal ganz kurz:

    Ehrlichkeit, auch die schonungslose Formulierung derselben, halte ich grundsätzlich für eine ganz wesentliche Vorraussetzung, um Frischlingen, aber auch alten Hasen auf Abwegen, eine wirkliche Hilfe bei der Erlangung und Erhaltung der Trockenheit zu bieten. An dieser Stelle besteht hoffentlich Einigkeit. Eine andere Frage jedoch mag sein, wie ‚hart’ man diese Wahrheiten ausformuliert und natürlich, wie viel ‚Härte’ im Wort der Angesprochene allgemein verträgt (egal, ob nass oder trocken).

    Ein Beispiel:

    Ich kann einem Herumeiernden, der scheinbar noch keinen wirklichen Wunsch entwickelt hat, eine trockene Lebensweise anzustreben, gerne darauf hinweisen, dass er mit seinem Verhalten doch genau so gut mal wieder einen trinken könnte, um sich die Frage zu beantworten, ob ein nasses Leben vielleicht doch besser für ihn wäre. Das ist ehrlich, direkt und auch sicher völlig in Ordnung. Ich kann das aber auch wie folgt formulieren: Jetzt schwing Deinen Ars## endlich in die Kneipe und gib Dir mal wieder eine ordentliche Kante! Vom Inhalt her die gleiche Aussage, vom Ausdruck aber nicht.

    Grundsätzlich: Wir Menschen sind Individuen (ja,ja, steinigt mich :wink:) und jeder von uns hat sein ganz eigenes Maß an Härte im Ausdruck. Da kann es schon mal sein, dass der Waidmann aus der bayerischen Provinz eine etwas andere Sprache spricht, als ein esoterisches Bachblütenmädchen aus der Großstadt. Nur mal so als Gedanke. Über Formulierungen, und wie diese ankommen, kann man sich immer noch unterhalten, wenn der Inhalt dabei nicht tangiert wird. Prinzipiell will hier doch niemand einem anderen etwas Böses!

    Abschließend: Ich sehe keinen Handlungsbedarf (jedenfalls im Offenen), oder die Notwendigkeit neuer Verhaltensrichtlinien. Manchmal ist das Leben hart, warum sollte es gerade beim Alkoholismus anders sein? Ganz ehrlich gesagt entwickele auch ich so ein gewisses Problem, wenn ich Bussi-Bussi-Knuddel-HDL-Threads lese und es dann auf einmal heißt: Ich habe wieder getrunken :cry: ... Von daher ...?

    Liebe Grüße

    J. (der sich jetzt doch nicht so kurz gefasst hat)

    Hallo lobanshee,

    erstmal ein Dank für Deine guten Wünsche :D.

    Aber ganz kurz noch mal zu dem Thread von TH: Ich sehe es ähnlich wie Du auch: Aus den Beschreibungen und Erfahrungen können wir nur lernen und eben versuchen, es besser zu machen! Ich persönlich gewinne tatsächlich auch sehr viel aus den Co und EKA–Themen, weil es mir die Sicht von der ‚anderen Seite’ ermöglicht. Nicht zuletzt zeigt der ganze Verlauf dieses Threads ja auch, wie dünn das Eis der Kommunikation und wie tief die emotionalen Verletzungen auf beiden Seiten manchmal sind. Hier kann ich nur froh sein, dass mein persönlicher Suchtverlauf glücklicherweise noch keine allzu großen Schaden angerichtet hat. Trotzdem sollen mir diese Geschichten weiterhin eine Mahnung für meine Zukunftsgestaltung sein!

    Nun denn. Ich/Wir werden gleich aufbrechen und über das Wochenende zu meinen Eltern fahren. Die beiden möchten schließlich auch erfahren, dass sie bald Oma und Opa werden. Das ist immerhin auch das erste Mal für die Zwei :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    ein kurzes Update vor dem nahendem Wochenende :wink:.

    Die Lage hier zeigt sich durchweg entspannt. Meiner Partnerin geht es gut und dem werdendem Wesen in ihrem Bauch ebenso … na ja, soweit man das bisher jedenfalls feststellen kann. Die letzte Untersuchung hat eine eher männliche Tendenz für unseren Nachwuchs ergeben, eine hundertprozentige Aussage wollte der Doc jedoch noch nicht machen. Mir/uns ist das allerdings auch erst mal egal, Hauptsache gesund :D.

    Ich habe mir auch mal die Mühe gemacht, mir die jetzige Situation vorzustellen, wie ich sie noch zu Trinkerzeiten erlebt hätte. Dabei musste ich feststellen, dass ich mich wohl auch irgendwie ein wenig gefreut hätte, aber die ganze Zeit wohl doch recht unemotional an mir vorbeigegangen wäre … bis eben auf jene Momente, in denen ich meine gefühlstechnische Leere mit Alkoholemotion allabendlich ausgefüllt hätte. Hmmm, eine durch und durch betrübende Vorstellung. Heuer kann ich morgens um 8Uhr mit meiner Partnerin zum Arzt gehen, ohne mich dabei zu fragen:

    - Riech ich noch nach Bier?
    - Wie Sch#### sehe ich eigentlich gerade aus?
    - Der Doc denkt bestimmt: Wie kann man sich von so einem(!) nur ein Kind machen lassen?
    - Ist überhaupt noch genug Bier zu Haus, oder muss ich einkaufen?

    Stattdessen volle Konzentration auf Ultraschall und Co. Ich find mich gut (meine Partnerin übrigens auch :wink:)!

    Ansonsten habe ich mir noch einige Gedanken über der Thread von TotesHerz aus dem EKA-Bereich gemacht. Allerdings wieder auf einer recht theoretischen Ebene, weil ich eben doch das Glück hatte/habe/weiter haben möchte, bisher durch meinen Alkoholismus im Wesentlichen nur mir selbst geschadet zu haben. Ich fand die teils doch sehr harsche Kritik einiger ein wenig überzogen, auch wenn der Faden sich nicht wirklich konstruktiv entwickelt hat. Da ich aber selbst keine eigenen Erfahrungen -weder als ‚Täter’ noch als ‚Opfer’- sammeln musste, verbleiben meine Einschätzungen natürlich irgendwo in der Spekulation. Ich belasse es mal einfach dabei … nicht zuletzt öffnen sich da wieder viele theoretische Überlegungsmöglichkeiten und da mag ich mich auch nicht drin verlieren. Das wäre auch ein Rückfall in alte Gewohnheiten: Lieber über tausend Dinge nachdenken, die einen selbst gar nicht betreffen, als ein Ding in Angriff nehmen, das schon lange überfällig ist!

    In diesem Sinne gestalte ich jetzt mal mein Tagwerk Sinn bringend weiter :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    auch von meiner einer noch einige Worte zu dem hier Gesagten und natürlich auch zu dem angesprochenen Thread … aus der Sicht eines Alkoholikers eben :wink:

    Also zunächst einmal begrüße ich es natürlich, dass alle ‚Beteiligten’ an der Krankheit Alkohol gemeinsam die Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsgestaltung hier in unserem Forum angehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir hier eine Menge voneinander lernen können – sowohl in Bezug auf das Verstehen, als auch in Bezug auf den Gang neuer Wege. Dabei ist selbstverständlich der respektvolle Umgang untereinander eine zwingende Basis, denn ansonsten verkantet sich der Austausch in gegenseitigem Unverständnis und dem Vortragen von Vorwürfen.

    Aber nun mal konkret auf den Thread von TotesHerz und meine ganz eigenen Empfindungen beim Lesen bezogen: Als ich die ersten Punkte dort las, bekam ich tatsächlich auch ein leicht beklemmendes Gefühl. Ich habe mir dann ja auch die Freiheit genommen, dies anzumerken und in der darauf folgenden Reaktion war die Intention der Autorin für mich doch eher in einem ersten Ausdruck der eigenen Gefühle zu sehen. Im weiteren Verlauf der Punkte (dort, wo sich also immer mehr angegriffen gefühlt haben) verstärkte sich dieser Eindruck von mir sogar und für mich stand der humoristische Charakter beim Lesen sehr stark im Vordergrund. Nicht zuletzt sollte man dabei auch bedenken, dass viele der Punkte so oder so ähnlich auch völlig ohne alkoholischen Einfluss Tag für Tag in vielen Familien stattfinden. Wenn der ‚Täter’ dabei allerdings noch lallt und sich kaum auf den Beinen halten kann, dann wird es selbstverständlich nicht besser, aber vom Grundsatz her, ist ein Ehebrecher ein Ehebrecher und ein Mensch, der sich durch den verstärkten Gebrauch von aufgeschnappten Fremdworten profilieren möchte, hat vielleicht ein prinzipielles Problem mit dem Selbstbewusstsein. Diese Schuhe muß ich mir also nicht anziehen, nur weil ich Alkoholiker bin und jemand schreibt „Alki und …“.

    Vielleicht -und das unterstelle ich jetzt in Unschuldsvermutung- waren diese ‚Anklagen’ doch tatsächlich nur ein erster Ausdruck, ein erstes Beschreiben. Jeder hat mal am Anfang gestanden und da wir Menschen ganz unterschiedliche Charaktere sind, haben wir auch unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema. Der eine ist eher zögerlich und schüchtern, der andere prescht ganz forsch mit dem Kopf durch die Türe. Schwierig erscheint es mir, hier bereits nach einigen Tagen zu beurteilen, ob sich das zu einem verbalen Gemetzel entwickelt, oder eben nicht.

    Nicht zuletzt, und damit beende ich mal kleines Statement, gewinne ich als Alkoholiker auch aus solchen ‚Anklagen’ etwas für mich: Die Bestätigung meines trockenen Weges durch die Punkte, die ich nicht wiederholen möchte, und die Punkte, die ich nie entwickeln möchte.

    Ich finde es wirklich sehr gut, dass wir alle hier gemeinsam voneinander lernen und uns auch unterstützen können – egal, in welcher Art wir vom Alkoholismus betroffen sind!

    In diesem Sinne

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Hans Jürgen,

    na dann auch von mir mal ein paar gute Wünsche für die kommenden Tage.

    Ein kleiner Tipp: Nimm Dir doch etwas zu schreiben mit und führe eine Art Tagebuch. Einfach so die Gedanken und Gefühle auf Papier bringen – Ich habe das seinerzeit leider nicht so konsequent gemacht und finde es heute doch etwas schade. Immerhin sollen es ja auch bei Dir die ersten Schritte in ein neues Leben werden.

    Alles Gute.

    J.

    Hallo Russe,

    hier mal ein kleiner unqualifizierter Kommentar von meiner Seite – unqualifiziert, weil mein Erstgeborenes noch im Bauche meiner Partnerin verweilt und ich Dir somit keine persönlichen Erfahrungen mitgeben kann :wink:.

    Ich hoffe zu verstehen, aus welchem Interesse heraus Du Deine Frage hier gestellt hast, und erlaube mir mal, diese ein wenig umzuformulieren.

    Also:
    :?: Wer hat seinen Weg in die Trockenheit begonnen, als die eigenen Kinder bereits das Haus verlassen haben?
    :?: Wie habt ihr Eure Vergangenheit in Bezug auf Eure Kinder aufgearbeitet?
    :?: Habt ihr -vielleicht sogar mit Euren Kindern gemeinsam- die Verletzungen aufgearbeitet?
    :?: Habt ihr ein ehrliches, nüchternes Gefühl für das Geschehene bekommen und dies gemeinsam mit Euren Kindern intensiv besprochen?
    :?: Konntet ihr durch die eigene Trockenheitsarbeit auch Euren Kindern helfen, einen ‚Schlussstrich’ zu ziehen und Euch langsam und mit Bedacht wieder zu einer Familie entwickeln?

    Diese Fragen sind es wohl, die Du Dir wegen Deiner (trinkenden) Schwiegermutter stellst.

    Auch wenn ich selbst davon nicht betroffen bin, so würden mich Antworten auf diese Fragen auch interessieren. Vielleicht kommt ja noch etwas aus der großen Kiste der Erfahrungen hier zum Vorschein.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    ganz ehrlich: Ich finde es einfach nur schade, wie sich dieser Thread hier entwickelt hat. Ein wenig mehr Feingefühl im Ausdruck und eventuell etwas weniger Leberwurstfühlen von ALLEN hätten diesen Faden zu einer -wie ich persönlich empfinde- durchaus interessanten Abwechselung in diesem Forum werden lassen.

    Dabei stelle ich mir gerade die Frage, wie ich mit einer solchen Situation umgehen würde: Die Mutter immer noch nass und ohne einen Ansatz von Krankheitseinsicht (Vielleicht sollte mal jemand vorbeischauen, um ihr endlich einen Tiefpunkt zu organisieren :roll:) aber mit dem permanenten Wunsch, mit mir in Kontakt zu treten. Gerade mir, der sich als trockener Alkoholiker von solch trinkendem Volk (hier differenziere ich nicht weiter – Verwandtschaft hin oder her) fernhalten soll (und auch will!), wird nicht wirklich bewusst, in welcher Art und Weise ich damit zurecht kommen sollte. Zynismus und Sarkasmus erscheinen da doch probate Mittel zur emotionalen Abgrenzung. Und die ist (Achtung an alle Sucht=Sucht=Sucht-Vertreter) doch von elementarer Bedeutung für den eigenen Genesungsprozess.

    Nicht zuletzt sollte man auch nicht vergessen, dass Alkoholismus zwar grundsätzlich eine Krankheit ist, das allein aber nicht jedes Tun entschuldet. Vielleicht mal ein wirklich drastisches Beispiel: Wenn ein Alkoholiker im Suff über Jahre hinweg das eigene Kind sexuell missbraucht, wer mag sich denn hier schützend vor den Trinker stellen, wenn das Kind eines Tages zur Anklage schreitet?

    Alkoholismus ist kein Freibrief!

    Dennoch auch von mir noch einmal der Hinweis: Was geschehen ist, ist geschehen und die Vergangenheit kann niemand mehr berichtigen. Der Blick nach vorne in die eigene Zufriedenheit sollte das Ziel unser aller Streben sein, egal ob Alki, oder Co.

    In diesem Sinne!

    Liebe Grüße

    J. (Alki, der sich jetzt sicher nicht viele Freunde in ‚seinem’ Bereich gemacht hat)

    Hallo zusammen,

    ich dank Euch für die guten Wünsche :D!

    Allerdings wird meine Zeit wohl in den nächsten Wochen und Monaten (und Jahren :wink:) wohl etwas kostbarer bzw. meine Freiräume werden ein wenig enger. Darunter wird sicher auch mein Schreiben hier ein wenig leiden. Jedoch fühle ich mich wohl: In meiner Haut, meinem Leben und meiner Trockenheit! Das empfinde ich jedenfalls als eine recht solide Basis. Ich versuche natürlich trotzdem immer wieder mal hier hineinzuschauen. Trockenheit ist ja schließlich kein Status, sondern ein Prozess, der sich ein Leben lang fortentwickelt. In diesem Sinne!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Andreas, Hallo Forum!

    Sich mit sich selbst beschäftigen zu können ist tatsächlich so eine Sache. Da gab es schon manchmal den einen oder anderen Moment in den letzten Monaten, an dem ich nicht wirklich wusste, etwas mit mir anzufangen. Hmmm, heute war es allerdings überhaupt kein Problem, denn weder Niedergeschlagenheit noch Langeweile haben sich in meiner Näher herumgetrieben. Auch bin ich sehr zuversichtlich, dass sich dies über den Abend nicht ändern wird, denn wie ich bereits im Kinderbereich beiläufig erwähnt habe, gibt es Neuigkeiten zu verkünden und das wird mich wohl auch noch den restlichen Tag sinnvoll beschäftigen.

    Machen wir es ganz kurz: Die ‚kritischen’ ersten Wochen sind vorbei und nun kann die Info ruhig auch an Freunde und Bekannte gehen. Nach den Ereignissen im Frühjahr und vielen langen Gesprächen (und einem geheimnisvollen Zweisamkeitsritual :wink:) wird der gute Joe nun doch im nächsten Jahr Papa :D.

    Und was soll ich sagen: Ich freu mich! Und ganz besonders freue ich mich, dass ich mich nüchtern freue, also richtig und ehrlich freue.

    Ich lass das einfach mal so stehen … vielleicht freut sich ja jemand mit :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo TotesHerz,

    Zitat von TotesHerz

    Ja, die Komik ist beabsichtigt. Es brauchte aber einiges, damit ich diese Dinge auf diese Weise sehen konnte. Dazu gleich mehr. Es ist schön, dass ich nun dank diesem Forum weiss, dass es tatsächlich Leute gibt, die ernsthaft ohne den Alk klarkommen wollen und können. Ich find dich klasse!

    Danke für das kleine Kompliment :D. Aber noch besser fand ich den Satz davor: dass es tatsächlich Leute gibt, die ernsthaft ohne den Alk klarkommen wollen und können. Neben all der Wut ist das ein ganz wichtiger Punkt, den Du ja leider an Deiner Mutter nicht selbst hast erleben können.

    Ich finde Deinen Ausdruck noch vor einem ganz anderen Hintergrund klasse: Zeigt es mir bei aller Komik doch, wie viel Leid und Schmerz ein aktiver Trinker über seine ‚Lieben’ bringen kann, vor Allem über die Kinder, die eben nicht einfach sagen können: Ach mach doch Deinen Sch### allein, ich bin jetzt weg! Nicht zuletzt, weil auch hier bei mir Nachwuchs ansteht und ich hier im Kinderbereich in meinem Weg bestärkt werde, meinen Kindern kein Vater werden zu wollen, so wie es Deine Mutter eben für Dich geworden ist. (Hui, das hab ich in meinem Thread ja noch gar nicht verraten *g*).

    In diesem Sinne verabschiede ich mal für’s Erste aus Deinem Faden und wünsche Dir alles Gute :D

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo TotesHerz,

    freut mich, dass mein kleiner ‚Vergleich’ nicht falsch angekommen ist … wobei … ‚Schnäuzelchen’? … ich weiß ja nicht :wink:.

    Vielleicht noch ein, zwei Gedanken oder Eindrücke von mir zu Deiner Liste: Ich persönlich lese Deine Beispiele fast schon mit einem leicht humoristischen Unterton. Ich bin mir dabei natürlich der Tatsache bewusst, dass Dein Erleben dieser ganzen Geschichte alles andere als lustig gewesen sein muss. Dennoch empfinde ich beim Lesen Deiner Zeilen auch eine gewisse Distanz heraus – ich hoffe, hier trügt mein Eindruck nicht. Denn aus genau dieser Distanz heraus gewinnen Deine Erzählungen einfach ein gewisses Maß an Komik. Anders gesagt: Zu den Zeiten, in denen ich noch getrunken habe, hätte ich Deine Texte auch nicht gerne gelesen – hätte ich mich doch dann genötigt gefühlt, mir über mich und mein Verhalten mal ein paar ernsthafte Gedanken zu machen. Heute jedoch, mit dem nötigen Abstand, kann ich die Wahrheiten in Deinen Beschreibungen sehen und mich daran erfreuen, dass ich eben nicht mehr in solchen Verhaltensidiotien verheddert bin.

    Die verlorene Zeit wird Dir niemand wiedergeben können, auch die Ängste und all die anderen negativen Gefühle können nie ungeschehen gemacht werden, aber vielleicht kannst Du ja auch eines Tages ein wenig über die Schwachsinnigkeit des Erlebten schmunzeln. Wünschen tue ich es Dir (und allen anderen Kindern) jedenfalls.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo TotesHerz,

    habe es mir nicht nehmen lassen, mal Deinen Faden hier zu lesen, auch wenn ich selbst einer derjenigen bin (oder besser gesagt war), die Du hier so wunderbar zynisch mit Worten umschreibst :wink:.

    An vielen Punkten konnte ich mich durchaus wiedererkennen, wobei ich glücklicherweise bei weitem noch nicht alle der von Dir beschriebenen Verhaltensweisen ‚kultiviert’ habe. Prinzipiell finde ich es auch gut, dass Du versuchst, Deinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, Deine Vergangenheit in Worte zu kleiden. Nicht zuletzt hilft es vielleicht sogar auf der anderen Seite, das eigene Tun einmal in Frage zu stellen. Doch stelle ich mir auch ein wenig besorgt die Frage, wo Du jetzt eigentlich bleibst? Fest verankert im Hass wirst Du wohl wenig Zufriedenheit für Dich in Deiner Zukunft finden.

    Nur so als Beispiel (ohne Dich da jetzt in irgendeiner Weise mit zu verbinden, sondern nur als abstrakte Transferleistung!): Es gab mal einen Mann, der hatte auch schlechte Erfahrung in seiner Kindheit gesammelt und seine negativen Gefühle stets weiter gehegt und gepflegt. Tief verwurzelt war sein Hass und kein rationaler Gedanke erreichte mehr seinen Geist. Sein ganzes Handeln, sein ganzes Streben sinnte nach Rache und Vergeltung. Nicht der Alkohol war sein Feind, sondern eine Religion. 6 Millionen hat er am Ende umgebracht …

    Ich hoffe, Du bekommst diesen kleinen Vergleich nicht in den falschen Hals, sondern verstehst, was ich damit sagen möchte: Im Hass allein wirst Du nicht glücklich – und auch niemand sonst. So dunkel die Schatten Deiner Vergangenheit auch auf Dir lasten, so intensiv sollte auch Deine Suche nach einer Zukunft im Licht sein. Für DICH!

    Trotzdem hoffe ich, dass Du diese wunderbare Liste hier weiter vervollständigst. Es ist wunderbar geschrieben und vieles ja auch so wahr.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo miteinander,

    heute bin ich einsam :cry:!

    Ne, Quatsch, aber meine Partnerin ist heute in aller Frühe zu einer Fortbildung aufgebrochen und wird auch erst in den späten Abendstunden (oder frühen Morgenstunden, je nachdem) wieder bei mir anlaufen. Da ich ansonsten am heutigen Tag keinerlei Termine/Verpflichtungen oder sonstige Verabredungen habe, werde ich diesen Tag allein für mich verbringen. Grundsätzlich ja auch mal keine verkehrte Idee :wink:.

    Dabei fällt mir allerdings auf, dass ich tatsächlich zum allerersten Male seit meiner Entgiftung über einen Zeitraum von mehr als 6 Stunden ‚unbeaufsichtigt’ sein werde, also ohne direkten Kontakt zu Menschen, die von meinem Alkoholismus wissen. Hmmm, das war zwar nicht bewusst geplant, sondern hat sich einfach so ergeben, ist aber prinzipiell auch gar nicht so die schlechteste Sache für einen erfolgreichen Weg aus der Sucht heraus. Wenn ich von anderen höre oder lese, die auf dumme Gedanken kommen bzw. sogar wieder zur Flasche greifen, weil sie allein vor sich hin grübeln und ihnen die Decke irgendwann auf den Kopf fällt, dann habe ich mir doch ganz intuitiv ein wichtiges Sicherheitsnetz für das erste Jahr gespannt.

    Aber mittlerweile kein Grund zur Sorge mehr: Habe gerade mal so in mich hineingehört und keinerlei alkoholischen Wünsche oder Ausprobiergedanken verspürt. Und da ich auch nicht vorhabe, meine gute Laune mit einem Kneipenbesuch oder ähnlichem Schabernack auf die Probe zu stellen, bin ich auch sehr zuversichtlich, dass sich daran bis heute Abend auch nichts ändern wird.

    So, dann werde ich mich mal in den Wald schleichen. Noch scheint die Sonne nämlich …

    Liebe Grüße

    J.