Hallo Eric,
nach fast einem Jahr der Abstinenz gehöre ich zwar wahrlich nicht zu denjenigen, die sich als Langzeittrocken bezeichnen können, aber ich mag Dir trotzdem kurz meine Sicht zu Deiner Frage schildern:
Als ich mich dazu entschlossen habe, meinem Trinken ein Ende zu setzen, habe ich noch relativ viele Dinge gut auf die Reihe bekommen. Auch meine Gesundheit hatte noch keine signifikanten Schäden bekommen und auch aus meinem Umfeld, welches nur in Maßen Alkohol konsumiert, hatte sich noch niemand abgewandt. Dennoch war ich mir meiner Alkoholsucht bewusst und mir auch darüber im Klaren, das mein Weg sich seinerzeit immer weiter in eine Sackgasse fortsetzte.
An diesem Punkt galt es für mich zu begreifen, dass mein Trinken eben doch weit mehr anrichtet, als ich es zuvor geglaubt habe. Ein Beispiel dafür sei der den ganzen Tag vorhandene Gedanke an das erste Bier zum Feierabend. Wie sehr mir dieser die Konzentration raubte und wie wenig normal er eigentlich ist, konnte ich am Anfang meiner Abstinenz gar nicht glauben. Erst über die Zeit und vor Allem mit der notwendigen Reflexion habe ich darüber Klarheit gewonnen und bin heute froh, diesen Unterschied wahrnehmen zu können. Aber: Das hat mich eben nicht angeflogen, das habe ich mir erarbeitet. Dies ist freilich nur ein Beispiel von vielen, aber es verdeutlicht ganz gut, dass Empfindungen und Einschätzungen über die Erleichterung eines trockenen Lebens am Anfang gar nicht so nachvollzogen werden können. Mir ging es jedenfalls so
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Insofern finde ich es völlig in Ordnung, wenn man Frischlingen auch mit auf den Weg gibt, dass neben der Aufgabe des Trinkens auch noch ein bisschen mehr Arbeit an sich selbst auf dem Programm steht. Nur nicht trinken reicht ja bekanntlich nicht, aber ob man von einem harten und steinigen Weg sprechen muss, weiß ich auch nicht. Eine ehrliche Ansage sollte man jedoch schon erwarten dürfen.
Ich empfinde meinen Weg übrigens ähnlich wie Du den Deinen: Eine Herausforderung (keine sportliche), mein Leben auf einer neuen, alkoholfreien Bahn in Zufriedenheit weiterzuführen.
Soweit mal.
Liebe Grüße
J.