Beiträge von JoeDoe

    Hallo Lori,

    ich glaube, beim Thema Abstinenz sollte es keine Ausnahmen geben! Vor Allem dann nicht, wenn Dir der Alkohol von einem Arzt verschrieben wird, der dies in Unwissenheit Deiner Erkrankung tut.

    Wie Karsten schon schrieb: Als wir noch getrunken haben, war es uns doch auch egal, ob andere hinter unserem Rücken getuschelt haben. (und sei Dir da gewiss: Sie haben!).

    Noch einmal kurz zusammengefasst: Du sollst/musst nicht jedem, mit dem Du drei Worte gewechselt hast, Deine Erkrankung auf die Nase binden, aber bei einem Arzt -einer Person, die für Deine Gesundheit arbeitet und dazu auch noch einer Schweigepflicht unterliegt- ist Offenheit/Ehrlichkeit nun wirklich oberstes Gebot.

    Übrigens: Wenn Dich jemand schief anschauen will, dann wird er das tun, auch ohne zu wissen, dass Du mit Alkohol nicht umgehen kannst.

    Ich drück Dir mal die Daumen, dass Du diese Selbstverständlichkeit bald erkennst. Wenn Du richtig mutig bist, dann rufst Du Deinen Zahnarzt noch einmal an und fragst ihn nach einem alkoholfreien Medikament. Das kostet vielleicht das erste Mal Überwindung, aber was glaubst Du, wie gut Du Dich fühlen wirst, wenn Dich dabei niemand schief anguckt! Die Chancen dafür stehen jedenfalls sehr gut :wink:.

    Soweit.

    LG

    J.

    Hallo Lori,

    ich weiß nicht????

    Mal in aller Deutlichkeit ein paar Fragen:

    Wenn Du Dich schon nicht vor Deinem Arzt outen kannst, nicht vor Deiner neuen Bekanntschaft, und nicht vor anderen Vertrauten, dann stelle ich mir die Frage, wem gegenüber Du denn überhaupt mit der Sprache herausrückst? Oder möchtest Du dieses Wissen ganz allein für Dich behalten? ‚Die Geheimalkoholikerin’? Doch noch keine endgültige Akzeptanz Deiner Erkrankung?

    Dies:

    Zitat

    …doch wie schon geschrieben ist meine Angst größer mich zu outen als vielleicht einen Rückfall zu bekommen…


    in Kombination mit dem hier:

    Zitat

    Jetzt muß ich für 4 Wochen eine Mundspülung nehmen,die enthält 7% Alkohol.


    finde ich ziemlich gewagt. Du spielst leichtsinnig mit Deiner Nüchternheit.

    Was wäre denn, wenn Dir ein Arzt (dem Du natürlich nichts vom Alkoholismus erzählen konntest) den Rat gibt, Dich doch einfach mal bei einem Glas Rotwein zu entspannen? Läufst Du dann fröhlich in den Supermarkt und holst Dir eine Buddel? Hättest dann ja grünes Licht bekommen! Geradezu eine medizinische Indikation :shock: !

    Denk mal darüber nach – Du bist für Dich und Deine Nüchternheit verantwortlich! Wenn Du möchtest, dass Dich Dein Umfeld (und eben auch Deine Ärzte) auf Deinem Weg unterstützen, dann musst Du eben auch ehrlich zu ihnen sein.

    Sag doch mal, WOVOR hast Du Angst? Dass Dein Arzt nach Deinem Outing zur lokalen Presse läuft und keine 30 Minuten später in den Nachrichten eine Sondersendung 'LORI jetzt alkoholkrank' läuft? Das wird nicht passieren, garantiert!

    LG
    J.

    Hallo Andi,

    Du hast Recht: Dummheit ist kein wirklich guter Begriff in diesem Zusammenhang. Nicht zuletzt deswegen habe ich ja auch erwähnt, dass dieser Mann wirtschaftlich sehr erfolgreich war und dafür natürlich ein gewisses geistiges Geschick unumgänglich ist. Da ist Deine Kritik völlig korrekt.

    Dennoch hat er die Chance auf ein nüchternes Leben am Ende verpasst – ganz unabhängig davon, ob er nicht konnte, oder wollte. Die Möglichkeiten, sich vom Alkohol zu trennen, enden eben doch mit dem Ableben. Und dieses steht uns allen ja eines Tages bevor.

    Aber noch einmal kurz zurück auf den wirtschaftlichen Erfolg: Irgendwo hier im Forum hat Spedi kurz etwas dazu geschrieben: Wirtschaftlich erfolgreich ist man dann, wenn man die eigenen Kompetenzen und Ressourcen optimal zum Einsatz bringt und im dem Fall, das dies nicht ausreicht, auch Unterstützung von Außen einholt. Dieser Transfer vom Geschäftlichen in das Private ist dem Bekannten leider nicht gelungen. Denn auch wenn ich ihn persönlich eigentlich kaum kannte, so weiß ich wohl, dass er seit vielen Jahren immer wieder auf Anraten der Ärzte abstinente Phasen eingelegt hat. An Aufklärung hat es also nicht gemangelt und auch nicht an ‚ersten Schritten’. Den Weg in die zufriedene Trockenheit hat er allerdings nie gefunden.

    Ein Mensch war er aber natürlich trotzdem!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Ach und noch etwas: Wer meine Beiträge der letzten Monate aufmerksam verfolgt wird feststellen, dass ich vor WoW fast täglich Viva Pinata, davor Oblivion und davor Morrowind gespielt habe :wink: .


    Habe ich nicht vergessen, daher auch meine Anmerkung :wink: . Ganz im Ernst: Solange Deine Beiträge nicht so aussehen: ‚… bin eine halbe Stunde zu spät nach Hause gekommen und hätte den Busfahrer fast ermordet, weil ich jetzt mein Quest verpasst habe …’, ist sicher nichts zu beanstanden, aber Du weißt ja wie das mit dem Kontrollverlust beginnt: Schleichend und unbemerkt.

    So, ich hoffe, ich habe Dir jetzt nicht die Laune aufs Zocken vermiest :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    heute ist der langjährige Bekannte meiner Schwiegereltern (ich berichtete irgendwann hier im Thread) verstorben, nachdem sich seine inneren Organe nach gut 40 Jahren Suff in einen nicht mehr funktionalen Zellbrei verwandelt haben. Ich kannte ihn nur von einigen Veranstaltungen, eine persönliche Bindung habe ich daher nicht gehabt, aber durch meine Schwiegereltern habe ich natürlich doch einige ‚Dinge’ mitbekommen. Er war ein äußerst erfolgreicher Mensch und hat im Leben wohl vieles erreicht, von dem so mancher von uns nur träumen kann (Noch vor drei Monaten hat er sich aus einer Laune heraus einen A8 gekauft und weil seiner Frau dieses Auto zu groß war, hat er ihr eben noch einen A4 dazugeholt – Kein Grund für einen Kredit). Tja, aber auch Erfolg schützt vor Dummheit nicht: Seit Jahren ist ihm seine gesundheitliche Situation bekannt gewesen, und dennoch war er nicht bereit, die Finger vom Alkohol zu lassen. Noch vor wenigen Wochen rief er bei Bekannten an, volltrunken, und wusste eigentlich gar nicht, was er eigentlich wollte. Leider hat er die Chance verpasst, seinen Lebensabend zu genießen.

    Es soll mir (uns) eine Mahnung sein.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Stimmt, das ist einfacher. Aber du weißt doch, ich kann mich nicht kurz und knapp ausdrücken :wink: .


    Tja, diese Tendenz erkenne ich bei mir auch leider viel zu häufig :roll: :wink: . Tja, die Liebe zum Detail.

    Nur so am Rande: Ich lese es zwar nicht so problematisch aus Deinen Beiträgen, aber aufgrund eines aktuellen Anlasses sei mir gestattet, einen kleinen Kommentar loszuwerden:

    Dieses Satzfragment:

    Zitat

    … Noch ein wenig WoW gespielt …


    findet sich doch sehr häufig (täglich?) in Deinen Beiträgen. Heute habe ich mit der Mutter eines 19-Jährigen gesprochen, die in einer gewissen Verzweifelung ob der Zukunftspläne ihres Sohnes gefangen war: Nach eigenen Angaben spielt der Junge 5-6 Stunden am Tag. Tatsächlich dürfte es sich aber um den vollständigen Zeitraum zwischen Erwachen und Schlafengehen handeln. Das Abitur ist er im Begriff abzubrechen usw. usf.. There’s something bigger than reality: WoW!

    Ist jetzt keine Kritik an Dir, aber gib trotzdem auf Dich acht :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Elke,

    Diese Sache mit dem 'Ich mache es für ...' ist ja prinzipiell auch gar nicht verkehrt, nur es ermöglicht Dir eben auch noch einen 'Notausgang' zurück in den Suff. Das bedeutet nicht, dass Du diesen auch zwangsläufig nutzen wirst, aber eben, dass er da ist.

    Das bedeutet z.B., dass Du, wenn Du Deine Abstinenz nur für das Krümelchen und nur wegen des Krümelchens in Angriff nimmst, dass Du Dir natürlich darüber bewusst sein solltest, dass spätestens in der Pubertät aus dem zuckersüßen Krümelchen ein ganz schöner Brocken gewachsen sein kann. Also ich zumindest war in diesem Alter sicher kein Grund, das Trinken sein zu lassen :roll: .

    Aber das ist sicher auch eine Frage der Ausdrucks:

    1) Ich lebe abstinent für Krümelchen.

    2) Ich möchte abends mit dem guten Gefühl einschlafen, mich nüchtern den Herausforderungen des Tages und speziell denen meiner Mutterrolle gestellt zu haben.

    Irgendwie das gleiche, aber trotzdem auch ganz anders, oder?

    Alles Gute und liebe Grüße

    J.

    Hallo Catrin,

    Zitat

    Ich will nicht, dass ich doof bin!

    Wer will das schon? :D:D:D Im Ernst: Ich glaube nicht, dass man so schnell doof wird. Sieben Jahre sind zwar eine lange Zeit, aber ich habe Menschen kennen gelernt, die über 20 Jahre wüstesten Alkoholkonsum hinter sich gebracht haben, ohne davon doof geworden zu sein (was nicht bedeutet, dass man es aber doch irgendwann ganz sicher wird!).

    Wir sind keine Kinder/Jugendliche mehr, die neue Informationen wie ein Schwamm aufsaugen und sie auch behalten. Manche Dinge verlieren sich auch durch mangelnde Übung: Wenn ich mir überlege, wie ich vor 15 Jahren Kurvendiskussionen ohne Taschenrechner gelöst habe und heute selbst bei einfachsten Kopfrechnungen manchmal arg ins Straucheln komme, dann wird mir bewusst, dass da auch immer wieder etwas verloren geht. Aber eben wegen fehlender Übung und nicht, weil mir jetzt die Gehirnzellen fehlen :wink:.

    Von daher ist Gedächtnistraining auch nicht verkehrt, aber bitte jetzt nicht panisch werden.

    Noch mal kurz zum Thema Amt: Ich bin nun auch seit einiger Zeit Kunde bei der Arge (Das Sozialamt ist ja seit Hartz IV nur noch für die Fälle zuständig, die nicht mehr arbeitsfähig sind, und das trifft ja bei Dir nicht grundsätzlich zu) und habe dort bisher keine Probleme bekommen und wurde auch noch nicht zu irgendwelchen Maßnahmen gezwungen. Wenn man dort nett, freundlich und ohne Vorurteile aufschlägt, dann wird Dich auch niemand zwingen, mit einem spitzen Stock durch den Park zu rennen um Papierschnippsel vom Boden zu picken.

    Also: Kopf hoch und heute Abend eine lange Runde gedreht!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Catti,

    erst einmal ein Herzliches Willkommen von mir!

    Also: Meiner einer wäre froh, wenn er es zu einer festen Einstellung in einer Agentur bringen würde – Gewinnmaximierungen finde ich nicht schlimm :wink:. Leider habe ich meine Ausbildung zu einer nicht ganz so günstigen Zeit abgeschlossen und mittlerweile bin ich ja auch schon 33 … Altes Eisen und auch nicht mehr bereit, ein 12-monatiges, unbezahltes ‚Praktikum’ zu absolvieren. Aber das ist nun auch ein eigenes Thema :wink:

    Zitat

    mir ging es jetzt die letzten 14 Tage total gut, ich hatte wirklich sehr euphorische Gefühle, wenn ich an meinen "Neustart" dachte... eigentlich bis heute Mittag, ich weiss auch nicht, was passiert ist.


    Ich lese da jetzt heraus, dass Du erst seit ca. 14 Tagen abstinent lebst. Nun, da sind Schwankungen in der Stimmung und auch Zweifel keine Seltenheit. Letztendlich ist dieser von Dir beschriebene Saufdruck ja nur der Wunsch nach Flucht. Dir wird klar, was Du alles ändern möchtest und dabei eben auch, dass es eine Menge Arbeit wird. Hmmm, aber das ist natürlich kein Grund, sich wilde Vorstellungen vom Sozialamt und Zwangsmaßnahmen zu machen. Da bist Du noch lange nicht und vielleicht auch noch lange nicht an einem Punkt, an dem Du für Dich eine Sicherheit gewonnen hast, wie Du Dein Leben in Zukunft gestalten möchtest. Hier sind kleine Schritte immer noch die effektivsten und der momentan wichtigste ist doch, dass Du in Deiner Trockenheit stabil wirst.

    So als Tipp gegen den Saufdruck: Power Dich richtig aus (Joggen/Fahrrad/Schwimmen … whatever!). Am besten so, dass Du am Ende nur noch ins Bett kriechen magst. Geh zumindest raus und unternimm etwas an einem Ort, an dem Alkohol keine Rolle spielt: Geh z.B. in den Wald für einen langen Spaziergang. Viel trinken hilft auch (Wasser ist am Besten).

    Diese Tipps bekämpfen zwar nicht den Grund für den Saufdruck, mildern ihn jedoch in seiner Intensität. Für den Rest brauchst Du aber sicher vor Allem noch ein wenig Zeit und Geduld.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden, Hallo kommal,

    warum so kompliziert? Das mit der Unfähigkeit bzw. Schwierigkeit von verneinendem Denken kann man mit einem ganz einfachen Beispiel demonstrieren:

    Stellt Euch doch einfach folgendes vor:

    Ihr liegt an einem warmen Sommertag auf einer bunten Wiese. Ein sanfter Lufthauch weht und am Himmel fliegen ein paar Vögel. Plötzlich betritt kein rosa Elefant die Szene.

    Und? Was gemerkt? :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lori,

    Zitat von Lori

    … ich schrieb einfach auf was mir gerade wieder schlechtes passiert ist,da ich sonst keinen zum reden habe.


    Na das ist doch auch gut so … dafür ist dieses Forum ja auch da. Allerdings dies hier:

    Zitat von Lori

    Natürlich habe ich darüber nachgedacht,soll ich,soll ich nicht.


    hat man eben auch aus Deinem Beitrag herausgelesen. Daher die Kritik. Ich denke, wir beide kennen den besten Ort für das Geschenk Deines Ex: Das Klo! Damit setzt Du für Dich ein Zeichen, und Deinem ehemaligen Partner kannst Du so deutlich machen, dass solch ‚wertvolle’ Geschenke bei Dir einfach nicht ankommen :wink:.

    Beim Thema Outing schließe ich mich Eric vollkommen an und drück Dir dafür die Daumen.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Andy, Hallo Forum

    ja, schön ist das nicht mit dem Vorstellungstermin, aber die persönliche Kränkung hält sich ja doch in einem sehr überschaubaren Rahmen. (eine Sache der Übung :wink: / :cry:). Trotzdem Dank für das weitere Daumendrücken :D.

    Ansonsten wieder kaum Neues aus dem Westen – jedenfalls nichts, was sich thematisch in der Nähe des Alkohols befindet. Einzig mein Gewicht bereitet mir langsam ein wenig Kopfzerbrechen! Also nur kurz zur Erläuterung: Grundsätzlich kann ich nicht über zu viel Gewicht klagen, jedoch zeigt meine seit meiner Abstinenz entwickelte Affinität zu diversen Softdrinks mittlerweile eine nicht zu übersehende Wirkung: Der kleine Ansatz eines Bierbauches ist zu einer deutlich wahrnehmbaren Colawölbung gewachsen. Hier gilt es in näherer Zukunft mal konsequent gegenzusteuern.

    Also: Kampf der koffeinhaltigen Zuckerbrause!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Plejaden,

    mir ging es ganz am Anfang sehr ähnlich wie Dir: ‚Nie wieder Alkohol!’, das hatte schon eine ganz besondere Dimension. Ein paar Tausend Jahre Menschheitsgeschichte zum Beispiel waren dagegen eine viel überschaubarere Größe :roll: :wink:. Heute -fast ein Jahr später- hat dieser Satz eine fast natürliche Selbstverständlichkeit. Emotional berührt mich allerdings die Gegenvorstellung wesentlich mehr: Es doch noch einmal mit dem Alkohol zu probieren, eines Tages sogar den echten Wunsch dazu entwickeln zu können, jagt mir mit all der gemachten Erfahrung einen fiesen Schauer über den Rücken.

    Daher:

    Zitat

    Und der Weg geht weiter.


    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Lori,

    gestern Abend habe ich ganz kurz ins Forum geschaut und Deinen (mittlerweile von Karsten gekürzten) Beitrag gelesen. Ich muss Dir gestehen, die Fassungslosigkeit über die von Dir geschriebenen Zeilen hält bis jetzt an.

    Zitat

    Weiß auch nicht was mein Exmann sich dabei gedacht hat.


    Liebe Lori, so wie Du Dich gestern Abend ausgedrückt hast, weißt Du ganz genau, was sich Dein Ex dabei gedacht hat. Ich erinnere mich auch nicht daran, emotionale Momente wie Überraschung, Erstaunen, oder gar Schockiertheit in Deinem Beitrag gelesen zu haben. Ganz subtil versteckt zwischen den Zeilen habe ich viel eher diese Frage erkannt: ‚Meint Ihr, das ist in Ordnung?’.

    Ganz ehrlich: Ich kann mich Biene nur anschließen und Dir raten, Deinen Thread noch einmal von vorn zu lesen und Dir dann ganz genau zu überlegen, was Du eigentlich möchtest, was Du davon allein umsetzen kannst und wo Du Hilfe benötigst. Es kann einfach nicht sein, dass Du eine stationäre Therapie mit der Begründung ablehnst, Deiner Tochter ein Vorbild sein zu müssen, und wenig später darüber nachdenkst, Dir die Rübe vollzuquarzen.

    Ist nicht bös gemeint, aber denk mal drüber nach!

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    noch einmal ein kleiner Beitrag zum Thema Outing, und warum es gut tut (Wieder als kleine Transferleistung, aber das macht hoffentlich nichts :wink:).

    Also: Ein Bekannter hat sich vor einigen Jahren einen Hund geholt. Nun denn, es ist sein erster Hund und wie so viele andere auch, hat er sich das Tier nach der Optik und eben nicht nach dem Wesen ausgesucht. Wie das Leben so spielt, hat auch die Züchterin ihre Prioritäten eher auf die zu verdienenden Euronen, als auf die Auswahl geeigneter Besitzer gelegt. So kommt es dann, dass ein braver Familienvater ohne Vorkenntnisse mit einer echten Granate von Hund fertig werden muss. (Nur zum Verständnis: Ich rede hier nicht von einem ‚Kampfhund’, sondern eben von einer sehr arbeitsfreudigen und hochtriebigen Rasse – eben nichts für einen Anfänger).

    Tja, der weitere Werdegang sei kurz beschrieben: Der Hund hat sich natürlich nicht zu dem lieben, freundlichen und stets gut gelaunten Begleiter entwickelt: Diverse Fahrradfahrer, Jogger und selbstverständlich eine ganze Reihe anderer Hunde haben bereits Bekanntschaft mit dem Guten machen dürfen und auch wenn es nie zu ernsten Verletzungen gekommen ist, so ist es doch immer wieder ein unangenehmer Moment für den Besitzer, wenn der eigene Hund auf die Idee kommt, solche Begegnungen eigenverantwortlich managen zu müssen.

    Trotz Allem ist der Besitzer sehr bemüht, arbeitet an sich und dem Hund und erreicht dabei auch immer mehr Erfolge. Stück für Stück eben. Ein ganz wichtiger Erfolg ist für ihn, den Hund mit seinem Wesen als solchen zu akzeptieren, sich also von der Vorstellung des lieben Begleiters zu verabschieden.

    Gestern erzählte dieser Bekannte nun, dass er sich einige Tage zuvor erstmalig seit 4 Jahren offen zu dem Tier geäußert hat. Eigentlich eine völlig undramatische Angelegenheit für den Außenstehenden: Auf die Frage: ‚Darf ich den Hund streicheln?’ hat er einfach nur geantwortet: ‚Nein, der beißt.’. Und was soll man sagen: Er war stolz wie Oskar, dass er diese ehrliche und vor allem auch so wichtige Antwort gegeben hat. War sie doch ein äußerer Ausdruck der Akzeptanz und der Verantwortung. Vier Jahre hat er gebraucht, um diese Antwort so zum ersten Mal zu formulieren!

    Wie man also sieht: Nicht nur Alkoholiker haben am Anfang Schwierigkeiten, sich offen und unbeschönigend zu äußern.
    Wenn es dann aber einmal raus ist, dann fühlt man sich doch um einiges wohler :wink:!

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo kommal,

    nun mag ich mich auch mal in der Reihe Deiner Fans outen :wink:.

    Dein Rückblick ist wirklich fesselnd geschrieben, und trotz der vielen kleinen dramatischen Momente verbleibt beim Lesen die Hoffnung, ja fast schon eine Gewissheit auf ein Happy-End :D.

    Eine wirklich tolle Story, die hoffentlich vielen, die noch ganz am Anfang stehen, Kraft und Zuversicht mit auf den Weg gibt. Bin gespannt, wie es weiter geht!

    Wünsche Dir und Deiner kommaline einen wunderschönen Urlaub.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo zusammen,

    wieder gibt es schlechte Neuigkeiten, dennoch hab ich gute Laune. Ist doch auch was Schönes, oder?

    Die potentielle Arbeitsstelle für meine Wenigkeit hat sich nun leider doch in ein mehr oder weniger luftiges Seifenblasenabenteuer verwandelt :cry:. Grundsätzlich kann ich dort zwar schon ein Praktikum absolvieren (dieses allerdings frei von jeglicher Vergütung), die für mich aber wesentlich interessantere Weiterbildungsmöglichkeit im Anschluss (mit einer entsprechenden Übernahmeoption) ist leider bereits vergeben. Nun ja, Vitamin B ist auch in der Hochburg des Klüngels kein Garant für ein erfolgreiches Weiterkommen. Whatever! Der kleine Eindruck, den ich von dem Laden bei meinem Gespräch bekommen habe, hat mir aber auch nicht gerade einen Ausdruck ungehemmter Entzückung in mein Antlitz gemeißelt. So gesehen hält sich meine Enttäuschung noch in einem überschaubaren Rahmen. (Nur am Rande: Ich bin wahrlich nicht anspruchsvoll, aber ein paar kleine Grenzen habe auch ich :wink:).

    Nun ja, wie gesagt: Habe trotzdem gute Laune und werde mich jetzt mal trollen.

    Liebe Grüße

    J.

    Hallo Gigi,

    Zitat

    Ich wollte eigentlich wissen, ob ihr Menschen, die nicht zugeballert sind, verstehen könnt, wenn sie soetwas lange Zeit mitmachen.


    Wie ich schon schrieb: Nein, kann ich nicht verstehen! :wink:.

    Zur zweiten Frage: Bin ich ein genialer Manipulator gewesen? Nun ja, ich habe mich natürlich immer für einen genau solchen gehalten, ABER: Umso erstaunter war ich dann doch immer, wenn sich Menschen von mir abgewandt haben und mich in meinem Tun allein ließen.

    Was ich damit sagen möchte: Für die erfolgreiche Manipulation braucht man zwei Personen: Einen Manipulator, und eben einen, der sich manipulieren lässt.

    Liebe Grüße

    J.