Guten Morgen,
nein hast du nicht
. Tatsächlich habe ich mich schon vor einigen Wochen intensiv mit dem Problem Online-Sucht und Sucht nach Spielen wie WoW auseinander gesetzt - nur um relativ erschrocken festzustellen, dass es darüber fast gar nichts zu lesen gibt. Das Problem ist in der Wissenschaftswelt scheinbar noch nicht angekommen.
Letztendlich sind es drei Faktoren, die den Suchtfaktor ausmachen:
1. Das Spiel hat kein Ende. Der Spieler muss selbst entscheiden, wann genug ist. Etwas Neues, Besseres kriegen kann man jedoch immer, was viele Leute kein Ende finden lässt.
2. Das Spiel geht weiter, auch wenn der Computer aus ist. Das spricht die menschliche Angst an "etwas zu verpassen".
3. Der soziale Druck durch andere Spieler. Wer nicht regelmäßig online ist, der bringt es zu nichts. Das ist auch mein Kritikpunkt an den Spielemachern: Nur wer tatsächlich süchtig spielt, d.h. sein RL zugunsten z.B. von Verabredungen zu großen Schlachtzügen regelmäßig hintenan stellt (regelmäßig = täglich, jeden Abend!) bringt es zur bestmöglichen Ausrüstung und erntet dafür in der Community die höchste Anerkennung. Wer diese Ausrüstung nicht hat erntet dagegen nicht selten Spott.
Ich habe für mich alle diese Dinge ausgehebelt. Bin kürzlich aus einer Gilde ausgetreten, weil ich ungefragt zum Gildenmeister ernannt worden bin und plötzlich Stunden damit zubringen sollte neue Mitglieder zu werben
. Mache nur Quests, weil man die machen kann wann man will und so schnell wie man will. An Gruppen nehme ich nur teil, wenn ich Zeit dafür habe - auch wenn ich dann tatsächlich oft den oben genannten sozialen Druck ausgehalten muss ("Ach komm, wir machen das schnell, dann schaffst du's noch zur Uni..."), woran ich aber letztendlich auch wachse. Nein heißt Nein.
Letztendlich ist es, wie ich es gesagt habe - es ist alles hohl und nicht echt, wenn der Computer aus ist, ist alles Gold, Ruhm und Reichtum im Datennirvana verschwunden. Aber bei vielen Büchern oder Filmen ist es ja auch nicht anders
. Wenn ich ein Buch zu Ende gelesen habe, wenn ich die letzte Seite umschlage und die Deckel schließe, schließe ich auch die Welt, die ich für einige kurzweilige Stunden betreten habe. Sie löst sich dann auf, denn sie hat nur in meinem Kopf existiert.
So, ist länger geworden als ich dachte, aber ich wollte das alles für mich selbst noch einmal präzisieren. Ich bin tatsächlich anfällig dafür in "Welten" zu versinken, das betrifft jedoch Kinofilme und Bücher genauso. Ich war z.B. mal wochenlang verrückt danach alles über die Hintergründe des Films "Donnie Darko" herauszufinden
, oder alles zu dem Buch "Eragon" zu erfahren.
So Uni jetzt hier, wird ein längerer Tag.
LG
Plejaden