Beiträge von Plejaden

    So, ich möchte meinen Beitrag vom 20.03.2008 teilweise revidieren - ich habe Gefühle in meinen Träumen. Das habe ich heute nacht gemerkt und konnte mich zum ersten Mal auch daran erinnern. Da war etwas von Verzweiflung und Ungeduld, die Gefühle waren der Situation angemessen.

    Das Erinnern ist allerdings sehr schwierig, ich kann mich jetzt an gar nichts mehr erinnern und habe nur noch meine knappen Aufzeichnungen. Aber das "Problem" ist ja bekannt ;) .

    Hallo und danke für die Glückwünsche. Ich bin ganz gerührt :oops: .

    @speedy: Nein, eingeschneit wurden wir zum Glück nicht ;) . Ist nichts liegen geblieben und die Zweige stehen jetzt in einer Vase und schlagen schon aus (aua!).

    Lütze : Das mit dem Mut ist mir auch erst beim Schreiben klar geworden. Bis zu diesem Moment habe ich in der Überzeugung gelebt, dass ich die Angst bekämpfen und besiegen kann - ergo, dass sie dann weg ist. Aber das stimmt nicht. Angst werde ich immer irgendwie haben, aber ich kann ihr die Macht über mein Leben nehmen. Und damit Veränderungen zulassen.

    summerdream : Es freut mich sehr zu hören, dass dir meine Gedanken helfen. Die sind auch nicht nur in meiner Beschäftigung mit meiner Sucht entstanden, sondern waren schon lange vorher angelegt. Es erschreckt mich immer wieder, wenn ich sehe, wie verflochten und vernetzt das ganze Suchtgeschehen mit irgendwelchen anderen psychischen Knäcksen in mir ist. Das ist wie mit nem Bambus, hat du an einer Stelle das Ding mitsamt der Wurzel rausgerupft, wächst ganz friedlich am anderen Ende des Gartens ein neuer Spross hervor. Aber keine Bange, ich werde nicht aufhören zu buddeln ;) .

    Heute war im Allgemeinen ein ruhiger Tag. Meiner Erkältung geht es immer besser und besser, was mich in der Entscheidung bestärkt, mir die Tage Ruhe zu gönnen. Vielleicht werde ich am Montag mit leichtem Krafttraining anfangen, mal sehen wie es mir geht. Wenn ich merke, dass es nicht funktioniert, bin ich wenigstens hier zu Hause und stehe nicht irgendwo Kilometer weit entfernt im Wald :shock: .
    Heute sind auch meine Ostereier fertig geworden, jetzt habe ich einen richtig schönen Strauß mit rotfigurigen Eiern :lol: . Nächstes Jahr mache ich was anderes, das ist ein neues Hobby, was ich entdeckt habe. Vielleicht nehme ich dann auch mal Gänseeier.
    Danach habe ich ein paar Fotos von meinem tapferen kleinen Kaktus gemacht, der schon seit zwei Wochen blüht. Werde gleich mal schauen wie die Bilder geworden sind.

    Ich wünsche euch schöne Ostern, hab ganz verpeilt, dass das erst morgen ist :lol: .

    LG
    Plejaden

    Darüber haben wir uns auch schonmal in der Gruppe unterhalten.

    Wenn ich sage, "ich darf keinen Alkohol trinken" dann impliziert das Fremdbestimmung. Dahinter steckt ja immer "ich darf keinen Alkohol trinken, weil..."

    ... mein Arzt es mir verbietet.
    ... mich mein Mann sonst verlässt.
    ... ich sonst meinen Arbeitsplatz verliere.

    Ich tue es also nicht für mich, sondern für andere. Ich bin das Opfer fieser Umstände, die mich davon abhalten wollen etwas zu trinken. Und irgendwann zeige ich's diesen fiesen Umständen und trinke mir mal so richtig einen über den Durst, dann können die mal sehen, was sie davon haben.

    Die Wahrheit ist aber nunmal: Ich darf saufen. Niemand kann es mir verbieten. Wenn ich es tue, liegt das in meiner Verantwortung. Aber es liegt genauso in meiner Verantwortung, es nicht zu tun. Ich gebe mir also selbst die Verantwortung für mein Leben (zurück), mit allen Konsequenzen.

    Mh, ich wollte solche Theoretisierungen doch lassen.

    LG
    Plejaden

    Guten Morgen,

    gleich geht die Osterbastelei los, ich muss nur noch warten bis ich in den Garten kann um mir Zweige zu holen ohne eingeschneit zu werden :? .

    Ach, und gestern hatte ich mein 7-monatiges. Habe ich ganz vergessen :roll: . Wie die Zeit vergeht, unglaublich.

    Naja, bis heute abend!

    Hallo Babsi,

    ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit meinen Träumen und kann dazu sagen, dass ich tatsächlich den Eindruck habe, in meinen Träumen gefühlsmäßig unbeteiligt zu sein. Da ich allerdings immer noch nicht in der Lage bin, mich an meine Träume wirklich zu erinnern, möchte ich das noch nicht als endgültige These stehen lassen.

    Viel schwerwiegender scheint mir jedoch die Tatsache, dass ich im wachen Zustand meine Gefühle nicht äußern kann. Alkohol habe ich in einer späteren Phase meiner Abhängigkeit gezielt genutzt, um mich lockerer zu machen und in Gesellschaft eben diese Gefühle äußern zu können. Das ist dann natürlich oft genug in einem peinlichen Kontrollverlust ausgeartet.
    Heute versuche ich, meine Gefühle zu äußern und zu verarbeiten.

    Ich persönlich habe darüber hinaus mit Theorien zu erblicher Determiniertheit Bauchschmerzen. Selbst wenn sie stimmen sollten (was mehr als umstritten ist!), würde ich sie niemals als Ruhekissen ansehen, nach dem Motto "das ist so, ich kann da nichts zu, bin das Opfer meiner Gene und damit basta". Ich habe in meinem Leben zwar schon oft geglaubt, das Opfer widriger Umstände zu sein ("ich bin auf die Welt gekommen, damit andere mich fertig machen können und es ihnen dadurch besser geht"), aber das hat mich nie davon abgehalten ein besseres Leben anzusteuern. Ich will gut leben, nur dafür muss ich etwas tun. Und im Augenblick zahlt sich jeder Moment, jede Bemühung der vergangenen Jahre, endlich aus.

    LG
    Plejaden

    Guten Abend,

    ich hab grad bei meiner Ärztin angerufen, wegen der Blutuntersuchung. Leider war die nicht da, statt dessen hat ihr Gatte, auch Arzt, mir meine Ergebnisse mitgeteilt: Ich bin sowas von gesund, er wünschte alle seine Patienten hätten solche Werte. Den Pfeiffer hatte ich tatsächlich als Kind schonmal, die Antikörper schwabseln in meinem Blut herum :lol: . Demnach bin ich nur erkältet, er denkt, durch den Stress wegen der Arbeit konnte das nicht richtig abheilen (hab es ihm kurz geschildert). Jetzt hat er mir über Ostern Ruhe verordnet, vielleicht spazierengehen, aber nur wenn das Wetter schön ist. Da bin ich echt erleichtert.
    Mir ging es heute auch signifikant besser als die letzten Wochen. Ob das an meiner Zink-Vitamin-C-Salbeitee-Gurgel-Therapie liegt oder ich langsam aber sicher mit der Erklältung fertig werde, keine Ahnung, hauptsache es wird.

    Ansonsten habe ich es heute ruhig angehen lassen - bin um 9 Uhr zur Uni (der Rhythmus tut mir grad gut, eine Stunde länger schlafen). Vorher wieder in den anderen Gebäudekomplex, dort eineinhalb Stunden lesen, dann zur Uni und dort noch einen Stempel abgeholt. Jetzt fehlt nur noch einer.
    Danach war ich eine Stunde arbeiten, und dann ging es zurück. Bevor ich nach Hause gegangen bin, war ich noch ein Rezept einlösen. Meine Ärztin hat mir am Montag Hustenstiller verschrieben. Da der wieder diesen Wirkstoff enthält, das mich vor ein paar Jahren schonmal total umgehauen hat, war ich etwas skeptisch. Die Ärztin und die Apothekerin haben mir aber beide geraten, mit der Kinderdosis anzufangen und mich dann zu steigern, deshalb hab ich auch extra die Tropfen bekommen. Und sie sind alkoholfrei, im Gegensatz zu allen anderen Hustenmitteln die mir im Laufe der letzten Wochen angedreht wurden. Mh, mal sehen.
    Anschließend ging es jedenfalls heim, auf die Couch.

    Werde jetzt ein gemütliches langes WoEn einläuten. Morgen gibt es Eiermalstunde und Osterstrauß-Richten, eventuell ein bisschen spazieren gehen. Die Geschichte werde ich auch noch weiterschreiben. Ist übrigens im Hobbyforum zu lesen :lol: .

    Sonst habe ich mir heute nochmal Gedanken um Veränderungen gemacht. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie ich und andere Menschen auch sich vor Veränderungen fürchten. Nur deshalb in alten, schädlichen Mustern verharren, weil sie Angst haben, etwas bewegen zu müssen, sich bewegen zu müssen. Aber andererseits ist genau dieses das Unkontrollierbare der Gefühle. Rational hatte ich lange Zeit verstanden, dass ich mich in schädlichen Strukturen verstrickt habe. Aber meine Angstgefühle waren stärker als mein Verstand. Aber reicht das als Begründung, um mitunter jahrzehntelang in einem Zustand der Selbstzerstörung zu verharren?
    Ich denke nein. Dem Menschen, mir, ist eine Eigenschaft gegeben worden, die der Angst entgegen wirkt: Der Mut. Jeder von uns ist mutig, irgendwo, tief drin. Mut lässt die Angst nicht verschwinden, mitnichten. Er bekämpft sie auch nicht und besiegen tut er sie auch nicht. Mut bedeutet, durch die Angst hindurchzugehen wie durch eine dunkle Wand, auf die eigene Selbstwirksamkeit vertrauen und dann festzustellen, dass hinter der Angst ein anderes Leben wartet. Als ich damals den Alkohol stehengelassen habe, durch die Angst hindurch gegangen bin, war ich meine eigene Heldin. Und das ist ein verdammt gutes Gefühl.

    LG
    Plejaden

    Ich weiß nicht, ob du das noch liest bevor du zur Gruppe fährst; ich denke auf jeden Fall an dich, dass du es schaffst dich zu offenbaren.

    In meiner Gruppe sind die Mitglieder froh über jeden, der nach einem Rückfall wieder zurück kommt und seinen Weg weiter geht. Es wird als viel schlimmer empfunden, wenn die Leute plötzlich nicht mehr auftauchen und sie dann Wochen später zufällig auf der Straße gesehen werden, schwankenden Ganges und mit Fahne.

    Also, du packst das.

    Ich würde mich da auf keinen Fall einmischen. Sag dem Chef, du weißt nicht wo er ist und damit gut. Sobald du anfängst dich zu kümmern, und ihm hinterher zu telefonieren, bist du wieder mitten drin. Am Ende hat dein Ex das bewusst so eingefädelt, um dich zu "bestrafen", weil er weiß, dass dein Chef bei dir anrufen wird. Und du wirst am Ende noch von irgendwem bezichtigt mitschuldig an dieser Situation zu sein (was nicht stimmt!!).

    Es ist nicht deine Angelegenheit was dein Ex treibt. Wenn er meint, sich abschießen zu müssen, dann ist das sein Problem.

    LG
    Plejaden

    Hallo stellina,

    das ist natürlich eine schlimme Situation. Ich kenne dasselbe Phänomen von meinem Vater (Mitte 60): Der hatte vor zwei Jahren drei schwere OPs unter Vollnarkose über sich ergehen lassen müssen. Seither habe ich auch den Eindruck, dass er geistig um Jahre gealtert ist. Das ist auch für mich schwer zu ertragen, wobei ich mich natürlich von ihm auch auf ganz andere Weise abgrenzen kann.
    Du musst selbst entscheiden, inwiefern es deine Trockenheit gefährdet ständig mit den Flaschen zu hantieren. Ich finde den Rat des Arztes etwas seltsam, damit bürdet er dir auf, für deinen Mann auf die Menge zu achten, da dein Mann es selbst nicht mehr kann. Und was macht dein Mann, wenn du mal nicht dabei bist?

    Was die Entwicklung von Alkoholismus im Alter angeht, das ist schwierig zu sagen und es ist noch schwieriger Informationen darüber zu bekommen. Ich habe es mal versucht, wegen meines Vaters. Der entwickelt zumindest in letzter Zeit bedenkliche Tendenzen, sieht z.B. im Alkohol "eine der wenigen Freuden, die mir noch im Leben bleiben". Aber soweit ich es bisher gelesen habe, entwickeln Senioren wenn überhaupt meist nach Eintritt in die Rente einen Alkoholismus, der jedoch schon vorher latent vorhanden war und durch den Wechsel in die neue Lebensphase ausbricht.

    Sorry für meine verworrene Schreibe :oops: .

    LG
    Plejaden

    Hallo und guten Abend,

    ich melde mich nur kurz, bin grad von der SHG wiedergekommen und fühle mich müde. Der Tag war recht erfolgreich, ich hab einen Stempel für meine Studienabschluss-Unterlagen abgesahnt und hoffe, dass ich morgen den zweiten kriegen werden. Dann würde nur noch einer fehlen. Nebenbei: Die Frau, die mir den Stempel verpasst hat, war sehr nett und ich hab mich schön mit mir unterhalten. Hat mir Spaß gemacht :D .

    Danach war ich zwei Stunden arbeiten und anschließend musste ich in einen Nachbarkomplex der Uni, wo ich vorher noch nie war. Ich hab mich nicht verlaufen, Gott sei Dank, und gefunden, was ich gesucht hab: Bücher! Und sogar die richtigen. Danach ging es dann zur SHG und dann nach Hause.

    Kleiner Gedankenschubs vor dem Schlafengehen: Bei mir hat es mit dem Selbstwertgefühl immer an der Tatsache geklemmt, dass ich mich nicht gut finden wollte so seltsam das auch klingt. Mir wurde lange lange Jahre von allen Seiten eingeredet, dass ich nichts tauge, eine Versagerin bin etc. bis ich es selbst geglaubt hab. Ich erinnere mich noch an Tage, wo ich hier in meinem Zimmer gesessen habe, mit neuem Wissen in meinem Kopf und geweint habe: Nein, ich kann nicht gut sein, ich darf kein guter Mensch sein, das ist mir verboten.

    Irgendwann hat es *klick* gemacht und ich war frei. Aber soweit muss es erstmal kommen :? .

    LG
    Plejaden

    Hallo Lütze,

    das Herz-Kopf-Problem habe ich auch, aber es wird allmählich besser. Mein Problem war, dass es in meiner Familie immer verpöhnt war negative Gefühle wie Angst, Wut oder Traurigkeit zu zeigen. Es herrschte immer eine neutrale bis aufgesetzt fröhliche Stimmung.
    Ich versuche seit einigen Monaten bewusst, anderen Leuten an der Uni, zu denen ich ein gutes Verhältnis habe, von meinen Gefühlen zu erzählen. Z.B. dass ich Angst vor Referaten habe. Und siehe da, das wird größtenteils positiv aufgenommen, viele Leute sind regelrecht erleichtert, dass es ihnen nicht allein so geht.

    Bei mir haben Gefühle aber auch etwas von Kontrollverlust. Meinen Verstand, meinen Kopf kann ich kontrollieren (wie Mr. Spock ;) ) aber meine Gefühle sind unberechenbar, sie brechen manchmal hervor und ich kann sie nicht kontrollieren. Ich versuche mich grade mit dem Gedanken anzufreunden nicht alles unter Kontrolle zu haben, und dass es auch gar nicht unbedingt schlimm ist mal die Kontrolle zu verlieren.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du nächste Woche mal reingehst in den Tischtennisclub ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo engel,

    Zitat

    Auch weis ich das ich mich mehr mit anderen beschäftige statt mit mir. Ich denke immer erst daran was andere denken anstatt bei mir zu bleiben.


    Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung ;) . Nein, ernsthaft, du kannst lernen mehr an dich selbst zu denken. Mir hat es sehr geholfen mir gedanklich immer wieder auf die Finger zu hauen, wenn meine Gedanken wieder in die falsche Richtung abstreiften.

    Wenn ich z.B. anfing zu denken "oh, jetzt bin ich gestolpert und der Typ da hat das gesehen, jetzt denkt der bestimmt ich bin ein Tölpel" habe ich sofort dagegen gesetzt "es ist völlig egal, was er denkt".

    Das ist am Anfang anstrengend, aber mit der Zeit, wenn du es beharrlich durchhältst, wird es automatisch und irgendwann macht es *klick* und es kommt auch im Herzen an.

    LG
    Plejaden

    So, da bin ich wieder. Gestern hab ich noch über meine unaufhörlichen Gedanken bezüglich der Abschlussarbeit gejammert, doch inzwischen ist dieser Dauerbrenner durch das Pfeiffer-Fieber abgelöst. Ich konnte gestern Nacht super schlafen, hab nur kurz gedacht "Ach Mist, wegen dem Fieber darfste die nächsten Wochen keinen Sport mehr machen." und schwupps, weg war ich. Schön. Ist der Pfeiffer doch zu was zu gebrauchen.

    Heute wollte ich mal schauen, was ich mache. Ich fühle mich - wie eigentlich schon seit zwei Wochen - den ganzen Tag irgendwie müde und abgeschlafft, was aber an der Krankheit liegt. Es wird dringend empfohlen möglichst Ruhe einkehren zu lassen und den Körper dadurch Kraft zu geben gegen die Krankheit zu kämpfen. Deshalb bin ich heute erst um 9 Uhr zur Uni, habe vorher kurz einige Termine im Internet nachgeschlagen. Wann bestimmte Sekretariate aufhaben, wo ich noch Stempel abholen muss. War dann zwei Stunden arbeiten und bin danach sofort wieder heim und hab mir hier einen ruhigen Tag gemacht. Zwischendurch ein wenig aufgeräumt, langsam und gemütlich, zwischendrin immer wieder hingelegt.

    Ich werde am Donnerstag einen Termin bei einem Dozenten machen wegen eines Essays, das ich bis Ende März eigentlich abgeben muss, und um Verlängerung bitten. Meine Gesundheit ist mir jetzt wichtiger. Ich werde mich auch mal erkundigen, wie das so mit Krankenscheinen läuft. Wenn es geht, werde ich die letzte Woche der Semesterferien komplett frei machen und mich erholen. Mal sehen.

    Des weiteren möchte ich mich bedanken; ich habe hier wieder etwas lesen dürfen, das ein Hintertürchen geschlossen hat, an das ich vor einigen Monaten hin und wieder auch gedacht habe:
    Wenn es mir wirklich wirklich schlecht geht, dann kann ich mir ja mal einen genehmigen, damit ich es besser ertragen kann. Ist ja nur alle Jubeljahre und dann auch nur einmal. Was soll das schon schaden? Ich höre ja sofort wieder auf.

    Böse böse böse Falle.

    1. Ich muss alles tun, um gar nicht in so eine Situation zu kommen.
    2. Gibt es zum Alkohol ungefähr zehntausend Alternativen, die allesamt besser sind.
    3. Sobald ich diese Option einmal wahrgenommen habe, werde ich in der Folgezeit immer öfter entscheiden "jetzt ist es wieder soweit". Und irgendwann bin ich dann wieder da, wo ich hergekommen bin.

    Zu 3. konnte der geneigte Geist nun behaupten, das weiß ich doch gar nicht. Zumindest nicht solange ich es ausprobiert habe. Aber inzwischen bin ich weiter gegangen. Ich habe hier gelesen, ich habe gesehen was Alkohol anrichtet wenn man ihm freien Lauf lässt. Und diese Folgen, diese tödlichen Folgen sind mir sehr wohl bewusst. Wieso sollte ich also dieses Risiko auf mich nehmen, wenn es ungefähr zehntausend Alternativen gibt, die allesamt besser sind?
    Problem: Ich muss mir die zehntausend Alternativen erst erarbeiten. Und das kostet Kraft und Nerven. Doch inzwischen will ich das, ich will mir das erarbeiten, weil ich weiß, das Ergebnis, der Gewinn und Ertrag, kommt aus mir selbst. Ich kann meine eigenen Lösungen ganz individuell auf mich anpassen, ausprobieren und bei Bedarf etwas neues entwickeln. Ich bin nicht passiv auf eine Droge angewiesen, die mich überdies tötet.

    So, ich werde mich mal auf mein Sofa zurückziehen. Schreibe grad an einer Geschichte, das ist sehr spannend 8) .

    LG
    Plejaden

    Zitat

    Genau dies war vielleicht die ganze Zeit mein Problem. Alles sagen Du bist doch nicht alk.krank.Ja ab und an übertreibst Du es, aber das machen doch ganz viele auch!!Keiner, wircklich keiner von Familie und Freunden sagen Du bist krank.


    Es ist eine der Grundlagen der Alkoholkrankheit, dass nur der Betroffene selbst (das bist in diesem Falle DU) erkennen kann, ob er krank ist oder nicht. Niemand anders kann das, auch kein Arzt.
    Du liest doch auch ab und zu in meinem Strang; da wirst du sicher auch darüber gestolpert sein, dass ich dasselbe "Problem" mit meinem Umfeld habe wie du. Das bringt mich aber nicht von meiner Meinung ab, alkoholkrank zu sein. Niemand hat mein inneres Universum je betreten, niemand weiß, wie ich mich gefühlt hab. Und dann sollen diese Menschen beurteilen können, "ach, war doch nicht so schlimm"? Bitte.
    Und selbst wenn ich das falsch eingeschätzt hätte und tatsächlich nur Missbräuchlerin sein sollte - selbst dann würde ich keinen Alkohol mehr trinken, weil ich das nicht mehr will. Es gibt keinen Grund Alkohol zu trinken, keinen einzigen.

    Zitat

    Hab ich deshalb gedacht, ach dann trinkst Du dir deine Sorgen weg und dann hörst Du einfach wieder auf???Aber es war ja nun schon wieder das 2. Wochenende.


    Naja, aber genau das hat dir Lilly12 doch schon vor ein paar Tagen prophezeit, oder?

    Du merkst jetzt auf jeden Fall, dass du so nicht mehr weiter leben möchtest. Dass du etwas Grundlegendes in deinem Leben ändern möchtest. Du solltest diese "Aufbruchstimmung" nutzen, um voran zu gehen und WIRKLICH etwas zu verändern ;) .

    Ich wünsche dir einen schönen Tag!

    LG
    Plejaden

    Guten Morgen,

    so, heute kann ich mal wieder etwas ausführlicher schreiben. Habe mir den Tag auch noch frei genommen, zum einen um ein paar Arztbesuche zu tätigen, zum anderen, um nochmal ein wenig auszuspannen.

    Tja, Arztbesuch. Ich hab mir wahrscheinlich ein Pfeiffer-Drüsenfieber eingefangen, näheres wird das große Blutbild ergeben. Ack, ack, ack! Naja, wenigstens weiß ich nun, was mit mir los sein könnte. Die Symptome passen. Gut, dass ich beim Arzt war.

    Dann habe ich die letzten Tage dazu genutzt, ein wenig Manöverkritik bezüglich meiner Abschlussarbeit zu üben ;) . Ich bin mit mir im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Ich habe gut gearbeitet, habe meine Erfahrungen in der Planung und Ausführung von Seminararbeiten voll zur Geltung kommen lassen. Ich habe neue Erfahrungen gemacht, die ich in mein Repertoire aufnehmen werde. Allerdings: Ein paar gravierende Fehler sind mir auch unterlaufen. Ich habe völlig überschätzt, wieviele Seiten ich pro Tag tippen kann. Dadurch bin ich in Zeitnot geraten. Dann habe ich auch vergessen Pufferzeiten einzuplanen.
    Dann ist es wichtig, wenn ich mir direkt beim ersten Lesen Notizen mit Seitenangaben mache. Ich kann mit diesen Notizen wesentlich schneller und effektiver arbeiten und das gilt doppelt und dreifach für fremdsprachigen Text in einer meiner Murks-Sprachen italienisch oder französisch :? .

    Was die Abschlussarbeit angeht, geht es mir immer noch nicht gut. Meine Gedanken fangen sofort wenn ich schlafen will an darum zu kreisen, was ich alles falsch gemacht habe und was mir alles das Genick brechen könnte. Ich habe keine Ahnung wie ich da raus kommen soll, die Stopp-Schild-Technik funktioniert ganz gut, allerdings ist die Beharrlichkeit enervierend, mit der meine Psyche das Thema immer wieder und wieder aufgreift. Ich kann mir nur immer wieder sagen, dass ich jetzt sowieso nichts mehr ändern kann, so gerne ich das auch wöllte.

    Bis heute abend!
    LG
    Plejaden

    Hallo Pauli,

    das Problem mit deiner Frau kommt mir ziemlich bekannt vor - in meinem Familienkreis bin ich auch auf ähnliche Reaktionen gestoßen. Ich muss aber dazu sagen, dass bei meinen Eltern wohl der, von Hartmut (? ja, ich glaub der war's ;) ) angesprochene "Spiegel-Effekt" ursächlich für ihre ablehnende Haltung ist. Zumindest mein Vater trinkt zeitweise wie ein Loch, und ich halte ihm nun einen Spiegel vor.

    Ich stand der Sache am Anfang auch ziemlich unsicher gegenüber, aber habe dann einfach angefangen, das Ding mit stoischer Beharrlichkeit durchzuziehen. Ich habs nicht an die große Glocke gehängt, aber auch nicht tot geschwiegen. Jetzt, über ein halbes Jahr später, haben sich alle mit meiner Alkoholkrankheit zumindest abgefunden.

    LG
    Plejaden

    Hier bin ich nochmal kurz. Ich möchte etwas festhalten, bevor es wieder verflogen ist, mir ist gerade etwas klar geworden. Wenn ich mich gegen einen Ratschlag oder eine Hilfestellung sträube, dann könnte das ein Zeichen dafür sein (muss nicht), dass ein wahrer Kern dahinter steckt. Heute bei dem Seminar wurde mir dringend geraten, mich noch intensiver mit den Hintergründen meiner Atemprobleme und meiner Ausfallerscheinungen in Beinen und Armen zu befassen. Zuerst war ich total aufgebracht und habe mich geärgert, das Problem überhaupt zur Sprache gebracht zu haben. Doch nun sehe ich ein, dass es richtig war. Ich weiß zwar nicht, was ich diesbezüglich unternehmen soll - die Hausärztin hat mich bereits gründlich untersucht und meint, es käme von verkrampften Nackenmuskeln und sonst sei alles ok - aber mir wird schon was einfallen. Ich habe das Gefühl, die Atemprobleme und Ausfallerscheinungen treten auf, wenn ich Gefühle in mich reinfresse und runterschlucke. Mal sehen.

    LG
    Plejaden

    Hi Blizzard,

    auch ich möchte dich zu deinem ersten trockenen Jahr beglückwünschen! Ich war zwar nur stille Mitleserin in deinem Thread, habe aber viel für mich mitnehmen können. Viele deiner Gedanken waren mir vertraut und von den Hilfestellungen der Forenmitglieder konnte auch ich profitieren.

    Also, weiter so!

    LG
    Plejaden

    So, da bin ich wieder. Schreibe nur kurz, weil ich meine Gedanken noch sortieren muss und ja noch ein paar davon heute abend für den Chat übrig haben möchte :lol: . Das Seminar hat mir sehr viel gebracht und ich habe die Zeit dort bewusst genossen. Spaziergänge gemacht, mich nicht sofort auf's Zimmer zurück gezogen, viel gelesen...

    Naja, bis später. Bin ein bissi müde.