Beiträge von Plejaden

    Hallo zusammen,

    da bin ich wieder. Heute war ein ereignisreicher Tag. Hab vor der Uni noch was am Computer erledigt und musste beim Föhnen, kurz bevor ich aufgebrochen bin feststellen, dass ich das Shampoo nicht richtig aus den Haaren gewaschen habe und sie deshalb so klatschig-fettig aussahen. Wäääh... Naja, da musste ich dann durch.
    An der Uni hab ich zwei Stunden gearbeitet und danach etwas für meine Abschlussarbeit gelesen. Bin wieder weiter gekommen, so sollte es sein 8) . Allzu viel Zeit hab ich auch nicht mehr.

    Jaaa, und danach hatten wir den Termin wegen der Wohnungen. Wir haben den Rahmen festgelegt, welche Summe wir monatlich aufbringen können, wie groß die Wohnung sein soll etc. ... uns wurden zwei Objekte genannt, die wir uns bis zum nächsten Termin anschauen können (ist nächste Woche), bis dahhin will sie die Beraterin auf unser Anliegen rechnerisch vorbereiten. Eine Wohnung war ganz in der Nähe, da sind wir mal direkt hingefahren. Gefiel mir ganz gut, die nächste Bushaltestelle mit Anbindung zum Hauptbahnhof ist quasi direkt vor der Haustür und wir würden in der Nähe meiner Schwiegerfamilie wohnen (mit der ich mich ganz gut verstehe). Bezahlbar wäre diese Wohnung auch. Ich bin also guter Dinge, mal sehen was mein Freund so meint, nachdem er eine Nacht drüber geschlafen hat. Ich glaube, die Aussicht, ganz in der Nähe seiner Eltern zu wohnen, wirkt irgendwie beruhigend auf ihn :lol: .
    Durch diesen Termin ist auf jeden Fall wieder Aufbruchstimmung bei mir aufgekommen, das gefällt mir richtig gut!

    Tja, morgen wird es dafür etwas unentspannter. Ihr wisst schon, der öffentliche Personennahverkehr. Ich hab schon einen Taxidienst organisiert ;) , aber es nervt mich nicht unabhängig zu sein und mich danach richten zu müssen, ob jemand Zeit hat mich durch die Weltgeschichte zu kutschieren. Dafür kann ich morgen wieder das Notebook mitnehmen, ohne mir den Rücken zu brechen.

    So, ich mache es mir jetzt mal auf der Couch gemütlich. Guten Abend zusammen!

    LG
    Plejaden

    So, jetzt komme ich auch endlich dazu etwas zu schreiben ;) .

    Zunächst einmal denke ich auch, dass negative Gefühle durchaus ihre Berechtigung haben. Es gibt Ereignisse oder einfach nur Tage, die einen einfach runterziehen, und dann geht es mir eben schlecht. Anders sind da jedoch die destruktiven oder irrationalen Gefühlszustände einzuordnen, die mir in ihrer Intensität schaden. Wenn man, wie clare, Sachen zerdeppert, oder wie ich vor kurzem, aus Angst vor Ablehnung etwas völlig Dummes tut. Dann heißt es gegensteuern.

    Ich denke, es gehört zum Prozess des Sich-selber-kennenlernens dazu, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

    Ich persönlich konnte bei mir sogar einen gewissen Lerneffekt feststellen: Dadurch, dass ich vor ein paar Wochen das schlechte Gefühl nach dem Ärger mit dem Chef nicht betäubt habe, habe ich denke ich viel mehr gelernt. Ich habe mich intensiv mit meinem Verhalten beschäftigt, was schief gelaufen bin, und habe das schlechte Gefühl ertragen. Mit Alk ist das nie so passiert, ich hab das schlechte Gefühl einfach "ausgeknipst" und bin wieder zur Tagesordnung übergegangen.

    Noch etwas: In meiner Familie wurden ja selten Gefühle außer Fröhlichkeit und aufgesetzter Fröhlichkeit gezeigt. So ähnlich wie bei Japanern ;) . Negative Gefühlsäußerungen wie Weinen oder Wut wurden mit einem "Reiß dich gefälligst zusammen!" weggewischt.
    In letzter Zeit versuche ich verstärkt, meine Gefühle zumindest zu verbalisieren. Z.B. "ich bin enttäuscht" oder sowas. Und ich erhalte nur positive Reaktionen darauf, kein "ach was!" oder "Reiß dich zusammen". Das bestärkt mich wiederum darin, Gefühle innerlich mehr zuzulassen, weil sie eben legitim sind. Vom Kopf her weiß ich das natürlich, aber nun kommt es langsam auch im Bauch an.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute war ein guter Tag, auch wenn der Husten anhält. Bin heute erst um 9 Uhr zur Uni aufgebrochen, weil ich schlecht geschlafen habe. Ist aber normal nach einem Wochenende, liegt in einer tief verwurzelten Angst vor Montagen, die erst langsam besser wird :roll: . Hab es mir auf jeden Fall gegönnt, langsam in den Tag zu starten.
    Bin dann mit dem Notebook zur Uni und hab angefangen an meiner Abschlussarbeit zu schreiben. Ich hab jetzt 1/5 der Seitenzahl zusammengetippt, das ist schonmal sehr fein :D . Mein Plan ist, jetzt erstmal alles grob fertig zu kriegen und dann immer mehr zu verfeinern. So kann ich, egal wie weit ich komme, immer etwas abgeben und die Note wird eben von Tag zu Tag besser.
    Bin bis 16 Uhr geblieben, wie ich es mir vorgenommen hatte, und bin dann wieder heim. Zu Hause dann ein kleines Ärgernis, Internet ist wieder ausgefallen, die Eltern haben sich mit den Nachbarn im Garten die Kante gegeben, also musste ich das wieder hinbiegen. Das ist immer dezent nervtötend, in den Keller laufen, Modem reseten, sehen, dass es nicht funzt, wieder in den Keller, diesmal Router reseten, wieder sehen, dass es immer noch nicht funzt, probieren, ob der Router seine Einstellungen "vergessen" hat, hat er, also die Daten neu eingeben... Aber alles besser, als meinen angetrunkenen Vater anzusprechen.
    Jedenfalls bin ich dann noch kurz auf der Couch eingeschlafen, war etwas müde und es war so schön warm und entspannt, hat mir gut getan. Und jetzt schreib ich hier.

    Ich habe gestern etwas festgestellt: Seit einigen Monaten habe ich es mir zur Agenda gemacht, meinem Freund immer klipp und klar zu sagen was ich möchte. Ohne etwas durch die Blume, ohne nur die Hälfte zu erzählen und zu hoffen, dass er die andere Hälfte per Telekinese medial in seinen Geist aufsaugt, weil er mich ja schließlich liebt :roll: . Da muss man(n) das schließlich können!
    Und gerade letzteres war auch wieder nur ein Schutzmechanismus: Ich merke jetzt, dass es tatsächlich einiges an Selbstvertrauen bedarf um zu sagen "ich möchte dies und das". Und es bedarf noch mehr, die Entscheidung des anderen zu akzeptieren und zu respektieren, ohne verletzt zu reagieren. Inzwischen klappt das richtig gut, und seitdem gibt es auch deutlich weniger Streit, einfach, weil ich bekomme was ich möchte und er weiß, was Sache ist. Netter Nebenaspekt: er respektiert mich inzwischen viel mehr, weil ich nicht mehr die drucksende Maus bin die sich nicht zu sagen traut, was sie will.
    Jetzt geht das Projekt in Phase zwei: ich führe diese Gesprächstaktik bei meinen Eltern weiter 8) . Die Erfolge sind genauso durchschlagend, ich komme langsam aus dem "Kind"-Status raus (auch wenn man da, glaub ich, nie ganz raus kommt :roll: ). Phase drei gehe ich bestimmt auch bald an: Die wilde Welt da draußen.

    Fühle mich richtig gut.

    LG
    Plejaden

    Na, da hat er sich ja doch noch gemeldet. Es ist gut, dass du dir erst mal eine Bedenkzeit eingeräumt hast. Aber denk dran, die Therapeutin kann dir die Entscheidung nicht abnehmen, sie kann dich lediglich beraten ;) .

    Zitat

    Bin stolz auf mich, das ich auch in dieser für mich schweren Situation standhaft geblieben bin und nicht zum Bier gegriffen habe. Habe meine Gefühle ausgehalten und gelebt(geweint)


    Ich denke, das ist eine ganz ganz wichtige Erfahrung. Am Besten schreibst du dir das irgendwo in riesigen roten Buchstaben auf ;) .

    Mach dir einen schönen Abend und schlaf gut.

    LG
    Plejaden

    Mit der Verkündung des Wortes magst du bestimmt Recht haben ;) . Und der Anspruch auf Urheberrecht ist bei den Propheten und Evangelisten sicher auch abgelaufen (sie weilen schließlich schon länger als 70 Jahre nicht mehr unter uns, und Erben sind auch keine bekannt).

    Nur: Was du hier zitierst sind Übersetzungen der Originalwerke, und die unterliegen laut Absatz 2 §3 des UrhG dem Urheberrecht. Das Recht liegt hier beim Übersetzer bzw. dem Verlag, die Übersetzungen werden wie eigene geistige Schöpfungen behandelt. Ungestraft zitieren dürftest du den aramäischen bzw. griechischen Originaltext - aber das kann natürlich kein Schwein lesen.

    Wenn du jetzt sagst, dass sich die Verlage damit bei ihrem eigentlichem Anliegen, das Wort Gottes zu verbreiten, damit selbst im Wege stehen - da muss ich dir Recht geben ;)

    LG
    Plejaden

    Zitat

    Aber manchmal erleben wir auch destruktive Emotionen, die sich auf die Bewältigung unserer Lebensaufgaben störend auswirken. Diese entstehen dadurch, dass bestimmte Ereignisse auf irrationale oder unrealistische Weise interpretiert werden. Und genau an dieser Interpretation kannst du arbeiten und die Gefühlsextreme in Schach halten!!!


    Äh ja, genau das meinte ich. So hab ich das mit meinem Freund auch in den Griff gekriegt.

    Zitat

    warum lässt er mich einfach hängen, warum geht er nicht ans Handy, wo wird er jetzt sein. Bin ich ihm so egal?ßObwohl ich ihm schreibe das es mir nicht gut geht, geht er lieber weg. Ist das LIEBE????


    Was passiert, wenn du so denkst? Richtig, du gibst ihm Macht. Du glaubst, dass du dich erst wieder gut fühlen kannst, wenn ER etwas bestimmtes macht (z.B. dich anrufen und sich entschuldigen oder bei dir vorbeikommen oder was auch immer). Und da liegt der Hund begraben.

    Damit es besser wird musst du eines sehen: Es geht nicht darum, was er macht oder nicht macht, was er sich dabei denkt oder was auch immer. Es geht um DICH. Du hast gerade selbst einen Ansatz geliefert - es hat an alten Gefühlen gerührt. Die kannst du aber mit Hilfe deines Therapeuten lernen zu verarbeiten, damit dieser "Knopf" nicht mehr funktioniert. Letztendlich kommt es nicht drauf an was er macht, sondern wie du damit umgehst.

    Zitat

    Vieles ist mir einfach zu blöd oder zu peinlich, da viele das Theater ja schon länger kennen. Von der SHG hab ich keine Nummer außer die vom Leiter. Außerdem ist mir das zu peinlich, wergen meiner kleinen Problemchen. Andere haben ganz andere.


    Du solltest in diesen Telefonaten in Zukunft vielleicht weniger darüber reden, was ER wieder angestellt hat, sondern wie DU dich fühlst. Es geht darum, dich bei der Stange zu halten bis der Suchtdruck vorbei ist. Und kleines Problemchen, du hättest fast einen Rückfall gebaut, das ist kein kleines Problemchen.

    LG
    Plejaden

    Zitat

    Ich könnte objektiv gucken, was hat er eigentlich genau getan, dass ich so wütend wurde?


    War vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt: Was hat er genau getan? Meistens, wenn man die Situation objektiv betrachtet, hat der andere eigentlich gar nichts schlimmes getan. Alles andere, alle schlechten Gefühle, ist dann in meinem Kopf entstanden, weil ICH irgendwie verquer denke. Aber ich kann auch lernen wieder gerade zu denken. Siehe oben ;) .

    So *Fingerknacks*:

    Zitat

    Ich versteh das grad nicht so genau, wie/was soll ich daraus für mich mitnehmen? Bin grad total überfordert!!!


    Ich schreib jetzt mal wie das anpacken würde. Zuerst würde ich für mich feststellen "in solchen Situationen neige ich dazu, mich reinzusteigern bis ich das Verlangen nach Alkohol kriege". Ich merke mir das Gefühl, wie das ist sich reinzusteigern, damit ich es das nächste mal schneller erkenne.
    Als nächstes überlege ich mir "wie kann ich dagegen steuern?". Ich könnte zum Beispiel hier im Forum schreiben. Mit einer Freundin telefonieren, oder mit jemandem aus der SHG, oder notfalls mit der Telefonseelsorge. Ich könnte mir ein Blatt Papier hernehmen und meine Gefühle aufschreiben, ungeschminkt - und zwar meine Gefühle und nicht "er ist so ein Blödmann, wieso tut er mir das an" sondern "ich fühle mich verletzt und zurückgesetzt und habe das Gefühl, das alles nicht länger ertragen zu können". Das meinte ich mit "fokussiere dich auf dich selbst".

    Danach, wenn die akute Krise vorbei ist, würde ich schauen, wie konnte es dazu kommen? Da gibt es verschiedene Herangehensweisen. Ich könnte objektiv gucken, was hat er eigentlich genau getan, dass ich so wütend wurde? Habe ich angemessen reagiert?
    Oder ich könnte schauen: Was genau hat mich an seinem Verhalten so verletzt? Liegt darin vielleicht eine grundsätzliche Unsicherheit in der Beziehung, bin ich mir seiner Liebe nicht sicher und brauche Beweise? Oder habe ich so eine Situation früher schon einmal erlebt und die Erinnerungen haben unbewusst einige Hebel umgelegt und alles kam wieder hoch? Nehme ich vielleicht an, er täte das nur um mich zu ärgern oder um mich leiden zu sehen?
    Wichtig ist auch hier wieder: Fokus auf dich, wie fühlst du dich? Und nicht: Was hat er falsch gemacht. Das alles kannst du auch mit deinem Therapeut besprechen.

    Das alles kannst du auch zur allgemeinen Arbeit an dir hernehmen. Eins ist sicher: Du musst langsam etwas unternehmen, sonst wirst du dich durch ihn noch öfters in solche Gefühlslagen bringen lassen. Und einmal schaffst du es dann mal nicht ins Forum.
    Also wichtig ist: Schau nicht so sehr darauf, was dein Freund tut oder lässt, sondern es ist viel viel wichtiger zu ergründen, welche Gefühle das in dir auslöst und wieso. Gerade in deinem Beitrag auch wieder: Ist doch sch... egal was er macht, ob er jetzt grad im Bett liegt und ratzt oder was er über dich denkt. Wichtig bist DU, wie du wieder mit dir ins Reine kommst, wie du das gestern verarbeitest, dass DU gut von dir denkst und dich nicht hasst.

    So viel (sorry :oops: ) von mir.

    LG
    Plejaden

    Guten Morgen zusammen,

    von gestern gibt es nicht viel zu berichten, leider. Ich habe kurz nach meinem Foreneintrag heftiges Nasenbluten gekriegt, weil meine Nase gejuckt hat und ich sie zu heftig geschubbelt habe. Das hat gar nicht mehr aufgehört :shock: und ging dreimal innerhalb zwei Stunden wieder von vorne los. Ich hab mich damit dann nicht mehr rausgetraut und mit aufräumen war auch nichts, weil ich Angst hatte mich zu bücken. Habe aber noch heroisch gespült und dabei die neuen Haushaltshandschuhe eingeweiht, die ich mir gestern gekauft hab ;) . Hab dann gelesen, fern gesehen, an meiner Geschichte weiter geschrieben und Viva Pinata gespielt.
    Die Geschichte werde ich zum Geburtstag meines Freundes wohl nicht fertig kriegen, ich stecke in einem Kreatief und weiß an einer Stelle nicht wie ich weiter kommen soll. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich zeichnerisch zu sehr in eine Manga-Stilisierung abgleite und muss erst wieder üben, Menschen anatomisch genauer zu zeichnen. Habe dabei gemerkt, dass dieser Manga-Stil auch irgendwie eine Art Flucht war.
    Abends haben wir dann auf jeden Fall zusammen einen Film geguckt, war richtig schön - wir haben uns gegenseitig als heimliche Fans von Katastrophen-B-Movies geoutet :oops: und hatten irre Spaß. Danach haben wir noch einen Anime geguckt, den mein Freund sich ausgeliehen hat, waren damit aber überhaupt nicht zufrieden und sind froh, uns das Ding nicht gekauft zu haben.

    Ich hatte gestern und heute morgen noch etwas über eine Sache nachgedacht, die mir unlängst Probleme bereitet hat - wenn ich trinke, dann löst das keine Probleme, aber für den Moment verschafft es mir Erleichterung. Klar, das mag sein, ist aber zugleich ein fürchterlicher Trugschluss. Ich vergleiche das mal mit dem nicht ganz ernst gemeinten Spruch "Kinder - zehn Minuten Spaß, zwanzig Jahre Ärger". Klar, für den Moment habe ich mir Erleichterung verschafft. Aber was ist "danach"? Ist dieses ganze "danach" (Trockenheits-Zeitzählung zurücksetzen, Kater, Selbstbewusstsein wieder im Keller, evtl. nicht mehr aufhören können und dran sterben) diesen einen Moment wirklich wert? Und - zum Leben gehören nicht nur gute Gefühle, sondern auch die negativen. Ich muss im Rahmen meiner Trockenheitsarbeit lernen, diese negativen Gefühle auszuhalten und mit der Zeit Strategien entwickeln, um dagegen zu steuern. Die negativen Gefühle gehören genauso zu mir wie die positiven. Mit welchem Recht will ich sie also "ausknipsen", weil sie unerwünscht sind?
    Ich habe in den letzten Wochen gelernt, dass ich solche Gefühlslagen aushalten kann und gestärkt daraus hervorgehe.

    kommal : Danke für den Tipp ;) . Ich hab jetzt Verwendung für den Kamillentee gefunden, den ich ja nicht trinken kann (mir wird einfach nur schlecht davon...). Und Emma war redlich bemüht, konnte aber dann doch nix ausrichten ;) .

    LG
    Plejaden

    *in den Thread reinschleich*

    Ihr habt doch sicher in der Schule aufgepasst und wisst deshalb, wie man Bibelstellen zeilengenau zitiert, oder ;) Z.B. Gen 3,12 - drittes Buch Genesis, Vers 12. Wenn sich jemand dafür interessiert, kann er es dann ja nachschlagen.

    *aus dem Thread rausschleich*

    Hallo engel,

    erstmal, ich finde es gut, dass du hier geschrieben hast und die Situation heil überstanden hast ;) . Allerdings muss ich kommal Recht geben: Ich habe das Gefühl, dass du eine überstandene Krise sehr sehr schnell abhakst so nach dem Motto "jetzt ist ja alles wieder gut" ohne etwas für dich daraus mitzunehmen. So wirst du dich immer nur im Kreis drehen.

    Ich hatte dir vor ein paar Wochen schon mal geschrieben, dass ich in deiner Beziehung einen sehr potenten Auslöser für Suchtdruck sehe und gestern konnte ich richtiggehend mitverfolgen, wie du dich da reingesteigert hast. Also, der Suchtdruck kam weder plötzlich noch unerwartet. Er hat sich lange angekündigt.

    Zitat

    Hab grad ne ganze Runde geheult, hab ganz rote augen, welche Macht hat denn dieser Mann über mich???


    Er hat die Macht, die du ihm zugestehst. Ich kann dich gut verstehen, da ich vor ein paar Jahren in einer ähnlichen Lage war wie du. Mein Freund konnte mit seinem Verhalten auch dafür sorgen, dass es mir tagelang schlecht ging, ich nicht mehr richtig essen und schlafen konnte. Meine wenigen verbliebenen Freundinnen waren schon total genervt, weil ich nur ein Thema kannte: Ihn, und wie blöd er mich behandelt!

    Nur - daran war nicht mein Freund und sein Verhalten Schuld, sondern ich allein, weil ich ihm diese Macht über mich gegeben habe. Ich habe irgendwann angefangen, mich auf mich selbst zu fokussieren, zu schauen, was tut mir gut, wie kann ich mich von ihm abgrenzen.

    Es wäre schön, wenn du den gestrigen Tag zum Anlass nimmst um dich nun wirklich mit dir zu befassen. Gerne auch mit professioneller Hilfe. Ich sage auch ehrlich, ich halte nicht viel von Antidepressiva, die allein zu schlucken reicht imho nicht. Sie sind eine Krücke, aber laufen muss frau alleine.
    Ein guter Bekannter von mir hat z.B. diese organische Form von Depressionen. Obwohl er ADs einnehmen muss, arbeitet er zusätzlich an sich, untersucht seine Gefühle und zieht sich am eigenen Schopfe aus seinen Löchern raus. Es war ihm dadurch sogar möglich, die Dosis seiner ADs zu halbieren. Das ist und war aber nur möglich, weil er jeden Tag hart an sich arbeitet, genau darauf achtet "wie geht es mir heute?" und Situationen, aus denen ein neues Loch resultieren könnte genau kennt.

    Ach übrigens:"Aber nun würd ich gar nicht mehr auf die Idee kommen-schon komisch-das Suchtmonster!!!" Das ist immer so, das ist das Wesen des Suchtdrucks: Irgendwann, manchmal nach Minuten, manchmal nach Stunden, geht er wieder weg. Weil er eben nach etwas verlangt, was nicht lebensnotwendig ist.

    LG
    Plejaden

    Guten morgen, hätte grad fast wieder Vollkontakt mit Alkohol gehabt... Meine Eltern haben mir einen Hustensirup angedreht, den ich in meinen Tee tun soll. Irgendwie dämmerte mir was, ich guckte auf die Zutatenliste - bingo, 35 % Ethanol. Jetzt haben wir wieder eine kleine Meinungsverschiedenheit, sie finden es übertrieben weil ich doch nur einen Teelöffel davon in mein Heißgetränk kippen soll, aber ich denke, ne ne, muss nicht sein.

    Werde jetzt inhalieren. Das ist alkoholfrei. Hatte von euch schonmal jemand Bauchmuskel-Kater vom Husten? Ist ätzend. Aber um meiner Logik von vor ein paar Wochen zu folgen: Da kann ich ja gleich Krafttraining machen, wenn ich so oder so Muskelkater kriege :lol: . Diesmal keine dumme Idee.

    Oh, hallo JoeDoe, unsere Beiträge haben sich überschnitten. Klar, diese Ambivalenz meinte ich: Verständnisloses Kopfschütteln, wenn jemand im Suff Arbeit, Frau und Kinder, Führerschein und Wohnung verliert. Aber, vorher aufhören geht ja gar nicht. Als erwachsener Mensch hat man doch gefälligst Alkohol zu trinken.

    Zitat

    Weitermachen und dem Verständnis anderer gar nicht so viel Bedeutung zumessen ... Hast Du ja auch früher schon einmal geschrieben: Du musst mit Dir ein Leben lang zusammenleben und deshalb musst Du Dein Handeln auch nicht anderen erklären, oder Verständnis erwarten.


    Jawoll, Sir! 8)

    So, da bin ich wieder. Hab ordentlich was gelesen gekriegt, da es jetzt endlich wieder englische und deutsche Literatur gibt komme ich gut voran. Bin richtig zufrieden mit mir. Nicht zufrieden bin ich mit meinem Husten, aber den hab ich mir wohl von meinem Freund eingehandelt, er hatte ja vor ein paar Wochen dasselbe gehabt. Arghs.

    A propos mein Freund: Der hat heute die Bombe platzen lassen. Er kam nach Hause und meinte, ich solle mich setzen, er habe eine Überraschung für mich. Er hat sich darum gekümmert, sich eine Eigentumswohnung zu kaufen! Deshalb ist er in den letzten Monaten nicht aus den Puschen gekommen. Für Dienstag haben wir einen Termin. Ich saß da :shock: . Wir haben noch lange geredet. Er kann es sich leisten, das auf jeden Fall. Seine zwei dicken Bausparverträge laufen dieses und nächstes Jahr aus, die Bürgschaft für das Darlehen übernehmen seine Eltern, er hat ein relativ sicheres, gutes Einkommen. Ich hab gleich klargestellt, dass ich keine Lust habe mich um irgendwas zu kümmern, was mit dem Eigentum zu tun hat (Eigentümerversammlungen etc.), deshalb wollte ich ja eine Mietwohnung. Kein Problem, das will er regeln. Na, da bin mal gespannt.
    Jetzt mache ich mir natürlich Gedanken. Ich möchte nicht auf dem Kaufvertrag stehen, weil ich mir das Eigentum nicht leisten könnte, sollte ihm was passieren :oops: . Darf ich dann überhaupt in diese Wohnung ziehen oder ist das illegal? Mh...

    Naja, wir machen uns jetzt einen schönen Abend. Ich muss das erstmal sacken lassen... Ach ja, sollte das alles beziehungstechnisch schiefgehen, kann ich zu meinen Eltern zurück. Die Sicherheit habe ich auf jeden Fall.

    engel : Ja, so meinte ich das. Natürlich hätte ich auch weitertrinken können bis ich so weit gewesen wäre wie ein "richtiger Alkoholiker" (in der Vorstellung meiner Eltern). Aber das wollte ich nicht, auf keinen Fall.

    LG
    Plejaden

    Guten morgen,

    da bin ich doch noch. War gestern Abend tot müde und bin lieber ins Bett gegangen. War auch keine schlechte Entscheidung, denn heute Nacht bin ich durch meinen Husten um 3.30 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen :? . Habe dann die Tipps von so vielen zu Herzen genommen, bin aufgestanden und hab mich etwa so ne Stunde beschäftigt (hier im Forum gelesen, gelesen) bis ich wieder müde geworden bin. Konnte dann auch gut einschlafen.

    Gestern war auf jeden Fall ein guter Tag. Bin um 6 Uhr aufgestanden, langsam in den Tag gekommen und hab dann ein bisschen hier gewirkt, weil meine Eltern ja wiedergekommen sind. Also hieß es aufräumen! Hat aber alles geklappt. Danach ging es dann zur Uni, zwei Stunden lesen. Leider habe ich da schon voll den Husten gekriegt und bin schließlich aus der Bibliothek geflüchtet, weil ich alle dort genervt habe. Bin etwas essen gegangen, danach eine Stunde arbeiten. Danach habe ich dann im Büro weiter gelesen, da war es auch egal ob ich gehustet hab oder nicht. Um 17 Uhr ging es dann nach Hause.

    Gestern habe ich mir auch den Alkohol-Stern gekauft und den gleich gelesen. Meinen Glückwunsch, endlich wird mal ein funktionierender Alkoholiker portraitiert!
    Ich für meinen Teil fühle mich bestärkt, so früh aufgehört zu haben. Jahrelang haben alle in meiner Verwandtschaft zu verschiedenen Themen rumgenörgelt "immer muss erst was passieren bevor gehandelt wird!" (z.B. wurde eine Baugrube in der Nähe erst ordentlich abgesperrt und gesichert, nachdem ein Kind hineingefallen ist). Gerade bei meiner Alkoholkrankheit habe ich mir auch gedacht: Jetzt habe ich mal die Möglichkeit etwas zu tun, bevor etwas schlimmes passiert. Und siehe da: In meiner Verwandtschaft versteht es kaum einer. Was gehört also dazu, zu handeln bevor etwas passiert? Mehr als rumnörgeln, auf jeden Fall.

    Heute Abend vielleicht mehr. Ich weiß nicht, wie lange ich heute in der Uni verweile. Wenn ich zu müde werde, wegen zu wenig Schlaf, mache ich halt Feierabend.

    LG
    Plejaden

    So, hab der Therapeutin auf den AB gesprochen und bei dem ZA einen Termin klargemacht. Nur die übliche Vorsorge, aber trotzdem *grusel* :? . Ansonsten bin ich um 11 Uhr zur Uni, hab dort zwei Stunden gearbeitet und dann noch drei Stunden gelesen. Danach war mir so kalt (in der Bib wurde die Heizung abgedreht - Sparmaßnahmen), dass ich nach Hause gefahren bin. Zur SHG bin ich demnach auch nicht, mir geht es immer noch nicht wieder so gut und ich hatte das Gefühl, dass mir gar nicht mehr warm wird. Tatsächlich kehrte die Wärme erst nach ner halben Stunde Behandlung mit Decke und Wärmflasche zurück. Ich versuche mich gerade zum Duschen zu motivieren, ich denke das wird mir auch noch gelingen ;) .

    Dann hab ich noch überraschend einen Anruf von meiner Oma aus der ehemaligen Tschecheslowakei bekommen, die wollte meine Mutter sprechen. Ich hab ihr gesagt, dass die erst morgen wiederkommt, darauf ist sie in Panik geraten. Hab ihr noch dreimal gesagt "Oma, sie kommt morgen wieder." darauf nur Gejammer "Aber sie hat doch gesagt Donnerstag, was ihr passiert ist?" Ich war grad hektisch dabei im Internet nach dem Wort für "morgen" in ihrer Sprache zu suchen, da fiel es ihr wie Schuppen aus den Haaren "Ach, heute ist ja Mittwoch!" Jaaaa, Oma, heute ist Mittwoch, schon den ganzen Tag. Als das geklärt war wollte sie anheben mir ihr Leid mit ihren beiden Söhnen vorzuheulen, da hab ich aber NEIN gesagt und mich höflich aber bestimmt verabschiedet. Das Theater mit meinen Onkeln geht schon seit gefühlten hundert Jahren hin und her, die Onkels terrorisieren die Oma, die Oma terrorisiert die Onkels, alle hassen sich aber können nicht ohne einander. Alles gutes Zureden, doch mal endlich getrennte Wege zu gehen, und sich so nicht mehr zu terrorisieren, sind sinnlos. Tja...

    Ich hab letztens im Forum den Thread über die Schlechte Kindheit bei den Kindern gelesen und mir meine Gedanken gemacht. Eine schöne Kindheit hatte ich auch nicht, keine Frage. Andererseits habe ich schon einen Haufen Leute kennengelernt, die es sich einfach machen: "Als Kind ist mir dies und jenes zugestoßen, also geht es mir heute schlecht und damit basta." Das wollte ich nie.
    Ich sehe das heute so: Vor mir liegen unendlich viele Wege. Aber aus meinen Kindheitserfahrungen heraus scheinen einige Wege heller zu leuchten als die anderen und breiter zu sein. Das sind die Wege der Vernachlässigung, der Angst, der Gewalt. Es sind schreckliche Wege, aber sie sind bekannt dort kenne ich mich aus, also scheinen sie mir attraktiver als die anderen. Ich benehme mich wie ein schienengebundenes Fahrzeug, obwohl ich keins bin. Siehe auch meine Onkels und meine Oma.
    Worauf kommt es an? Ich bin 29 Jahre alt. Ich bin hier. Vor mir liegen viele Wege, eine Zukunft, die ich von jedem Moment an selbst gestalten kann. Und das ist alles, was zählt.

    JoeDoe :

    Zitat

    Zum Ponyhof: Dachte schon, dieser Gedanke hätte etwas mit einer präpubertären Prägung durch die intensive Lektüre diverser Pferdezeitschriften zu tun. Das hätte dann meinen Horizont gesprengt.


    Ich gestehe: Als Teenager hatte ich mein Zimmer mit Pferdepostern tapeziert :oops: . Und eine gewisse Affinität mit den großen Vierbeinern kann ich bis heute nicht leugnen. Ich hoffe, du bist nicht allzu schockiert? ;)

    So, ich werde jetzt duschen gehen.
    LG
    Plejaden

    *Ich weiß schon, dass es die Tschecheslowakei nicht mehr gibt. Aber ich mag nicht verraten, ob meine Oma nun in der Tschechei oder Slowakei lebt ;) .

    Hallo JoeDoe,

    Zitat

    aber ich glaube, Vitamin C ohne Ascorbinsäure ist auch kein Vitamin C. Zwei Namen – eine Sache


    Applaus Herr Chemiker, genauso ist es ;) . Nein, mal im Ernst, ich meinte damit, dass ich nicht auf die Idee kommen würde ein Vitamin C-Präparat ohne Ascorbinsäure zu suchen. Aber diese ganzen anderen Säurungsmittel müssen wenn's geht nicht sein...

    Zitat

    der sich fragt, was eigentlich ein Ponyhof-Gedanke ist, und zweifelt, ob man den als Mann überhaupt ergründen kann


    Damit meinte ich den hier öfters geäußerten Satz "Das Leben ist kein Ponyhof", der sagen will, dass nicht automatisch alles besser wird nur weil ich aufgehört habe zu trinken.

    Mir fiel grad ein - ich krieg grad ein wenig Husten (inhaliere gleich nochmal). Da könnte ich auch einfach sagen "ach auch egal, dann kann ich ja anfangen zu rauchen". Hab nie geraucht, rauche nicht, werde nie rauchen. Wäre schon saublöd, deswegen damit anzufangen, was?

    So, wollte grad voll Tatendrang bei meiner Therapeutin und dem Zahnarzt anrufen zwecks Terminabsprache. Da hätte ich um diese Uhrzeit wohl wenig Erfolg gehabt :roll: .

    Bis später!