Beiträge von Plejaden

    Guten Abend,

    heute ging es mir wieder ein kleines bisschen besser. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Ich muss dazu sagen, bis vor zwei Jahren hatte ich eigentlich jedes Jahr im Winter jeden Tag solche Halsschmerzen. Sobald die Temperaturen unter 10° gefallen sind - zack. Hab als Kind alle Mandeln rausbekommen und nun fehlt die Defensive im Hals. Aber seit ich bei Wind und Wetter draußen Sport treibe ist das weeesentlich besser geworden. Nur manchmal erwischt es mich dann doch :roll: .

    Wie dem auch sei, heute war wieder der gewohnte Trott angesagt - um 9 Uhr zur Uni, vorher noch Einkaufen. Danach ne Stunde gelesen, zwei Stunden arbeiten und danach hab ich noch bis 15 Uhr ausgehalten. Ich bin voll stolz auf mich 8) .
    Daheim hab ich erstmal den Müll weggebracht, hat zwar etwas Überwindung gekostet, eigentlich hat mein Schweinehund geschrien "Couch!" aber ich hab mich durchgesetzt. Danach ging es dann erstmal auf die Couch, Tennis gucken, und dann kam die Kartoffelsache dran... Und was soll ich sagen, es hat geklappt, und es hat besser geschmeckt als der Instantbrei (nuuuu.... wer hätte das gedacht). Kochen macht mir wirklich Spaß, ich glaube darauf freue ich mich mit am meisten - wenn ich hier nicht mehr wohne, kann ich selber kochen, auch wenn ich es noch nicht so wirklich kann 8) . Also, nochmal danke an currlinger und JoeDoe!
    Anschließend hab ich mir die Halswickel gemacht, hat sehr gut getan und unter der Decke Tennis geguckt, danach dann noch Blumen umgetopft und anschließend gerade eben nochmal inhaliert.

    @currlinger: Auf die Idee mit dem Vitamin C bin ich auch schon gekommen, ich muss aber erst noch ein Präparat finden, das ohne einen Batzen an Säurungsmitteln auskommt (ja jaa, ich weiß... Ascorbinsäure muss im Vitamin C sein ;) ). Sonst verträgt es mein Magen nicht. Ich werde mal schauen.

    JoeDoe : Auf dieses "Mir geht es schlecht, also kann ich auch wieder trinken"-Hintertürchen bin ich auch schon gestoßen. Ich hab es für mich geschlossen indem ich mir sage, dass ich eben ohne eigenes Dazutun krank geworden bin. Bin ja jetzt nicht gerade mit T-Shirt draußen rumspaziert. Dann ist noch der Ponyhof-Gedanke hilfreich: Nur weil ich nicht mehr trinke, wird die Welt nicht automatisch besser. Und - was hätte ich mit der Erkältung angestellt, wenn ich noch getrunken hätte? Ich will es gar nicht wissen...

    Ich hatte letztens noch einen Beitrag bei den Kindern gelesen, wo es im Groben darum ging, ein Elternteil zu pflegen, das sich zum Pflegefall gesoffen hat. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Mit dem Alkohol habe ich mich selbst krank gemacht. Ich hab das Zeug gesoffen und billigend eine Vergiftung mit diversen Aldehyd-Varianten in Kauf genommen (aka einen "Kater"). Als Resultat habe ich mich krank gefühlt und habe dieses Kranksein selbst verschuldet.

    So, trinke jetzt meinen Tee und packe mich warm ein. Morgen gibt es Mensa-Essen, weil es ein langer Tag wird.

    LG
    Koch-Plejaden

    Hallo zusammen,

    der Tag heute hat grauenvoll begonnen. Ich bin vor dem Wecker aufgewacht und war schweißgebadet, Halsschmerzen ohne Ende und ich wusste sofort: Das wird ein übler Tag. Denn ich musste ja noch zur Uni, die Hausarbeit fertig machen. Ihr erinnert euch? Freitag geruhte sich der feine Herr Nahverkehr nicht zu verkehren.
    Habe jedenfalls hier zu Hause die letzten Handschläge getan, Ohrenschmerzen, Halsschmerzen und das Gefühl, dass mein Kopf wie in Watte gepackt ist mit dabei. Um 9 Uhr hab ich dann das Notebook und anderen Kram eingepackt und bin zur Uni. Schon auf dem Weg zum Bus hab ich gemerkt, dass mir der Rucksack zu schwer ist. Habe noch nichts gegessen und getrunken, weil ich schlichtweg nix runtergekriegt hab, mir schlecht war und ich Angst hatte, mich im Bus übergeben zu müssen.
    An der Uni angekommen hab ich dann erstmal ne Stunde gewirkt, dann war ich mit der Arbeit soweit fertig und bin ins Druckzentrum, um den Sermon auszudrucken. Das funktionierte erfreulich reibungslos. Hab dem Dozenten noch ein paar Takte dazu gesagt und wollte dann heim. Hab leider nur den Bus um 10 Min. verpasst, der nächste würde in einer Stunde fahren. Mein Rücken schmerzte inzwischern erbärmlich wegen des Notebooks.

    Da ich immer noch nix gegessen oder getrunken hatte, habe ich mich eines Tipps hier aus dem Forum erinnert: Wenn ich Probleme mit dem Essen habe, solle ich mir etwas holen was viele Kalorien hat und mir gut schmeckt. Hab dann zum Instant-Kartoffelbrei gegriffen, extra drauf geachtet, dass möglichst wenig Chemie drin ist.
    Bin dann in die Stadt gefahren, weil ich immer noch ne halbe Stunde Zeit hatte; dort hatte der Bus Gott sei dank Einlass und ich konnte mich reinsetzen. Mein Rücken fühlte sich an, als wolle er zerbrechen. Im Bus saß ein alter Spaßvogel mit Fahne, der überlaut einen Kalauer nach dem anderen rausgehauen hat. Zu einem Mann, der mit Laptop auf dem Schoß dasaß gröhlte er "Na, im 'Internet'? Ohne Börsenkurse wirsse nervös, wah?" Ha ha, Schenkelklopfer. So kriegte fast jeder sein Fett weg. Zum Glück stieg der Typ alsbald aus.
    Irgendwann war ich dann endlich daheim und hab erstmal was getrunken, vorsichtig. Danach Tee gemacht und den ersten Instantbrei angerührt. Hat sogar gut geschmeckt.

    Inzwischen geht es mir wieder gut, ich hoffe morgen geht es besser. Hab heute überhaupt gar nichts für meine Abschlussarbeit machen können, und heute ist Halbzeit (ungefähr) :? . Und ich hatte wieder die Gedanken: Es ist Montag, ich fühle mich wie ausgek.... und ich habe nichts getrunken. Das ist unfair! Aber das legte sich schnell wieder: Ich kann mir mit ruhigen Gewissen Ruhe gönnen, weil ich unverschuldet krank geworden bin. Und wann krieg ich schonmal Kartoffelbrei? Ich glaube, morgen mache ich mir mal richtigen, aus echten Kartoffeln ( wenn ich das hinkriege :oops: ). Kochen macht mir Spaß, und solange meine Eltern nicht da sind sollte ich das nutzen ;) . Könnte ein neues Hobby werden...

    LG
    Plejaden

    So, ich habe inhaliert und auch mit Salzwasser gegurgelt. Der aufkommende Husten hat sich dadurch in die Flucht schlagen lassen, allein das Halsweh nicht. Werde das Prozedere heute Abend nochmal wiederholen.

    Ich habe mir noch Gedanken zum Thema "innere Leere" gemacht, musste aber feststellen, dass sich mir dieses Problem nie gestellt hat. Seit ich zurückdenken kann schreibe ich Geschichten und die erfüllen mich. Kann man sich vielleicht schwer vorstellen, ist aber so ;) . Mein Freund hat mir immer vorgeworfen, ich würde durch die fremden Welten aus der Realität zu fliehen versuchen, aber das stimmt nicht - ich kann nur an ihnen basteln, wenn es mir gut geht. Ich denke, ein Teil meiner Verzweiflung und Depression während meiner Trinkzeit resultierte auch daher, dass ich damals diese Welten verloren hatte (abgesehen davon, dass ich kurz davor war die Uni im letzen Semester nicht mehr auf die Reihe zu kriegen, soziale Kontakte zugunsten des Trinkens vernachlässigte etc.) Im Gegenteil, es war der Alkohol, den ich zur Flucht aus der Realität nutzte als sie mir unerträglich zu werden begann.

    Später mehr.

    Danke für die Besserungswünsche engel! Ich hoffe, dass es deiner Kleinen bald auch wieder besser geht.

    Heute geht es mir etwas besser, die ganz fiesen Gliederschmerzen und Kopfschmerzen sind weg. Werde gleich ein wenig inhalieren, das hat mir bisher immer gut geholfen.

    Ich schreib heute ein bisschen kleckerweise, weil ich nich so lange am Stück vor dem Monitor hocken möchte. Ich hatte heute Nacht einen ziemlich fiesen Rückfall-Alptraum; der passte jedoch ins Schema meiner Rückfall-Träume. Sonst träume ich immer von Phantasieorten und Menschen, die ich noch nie in meinem Leben getroffen habe. Aber bei diesen Rückfall-Alpträumen befinde ich mich immer an mir bekannten Orten (meist zu Hause oder der Uni) und bin von mir bekannten Leuten umgeben. Und was auch immer ist, dass ich schlicht vergesse, dass ich keinen Alkohol mehr trinke und deswegen etwas zu mir nehme. Einige Zeit später stelle ich dann fest, dass ich doch eigentlich abstinent lebe und kriege eine Mordspanik, die mich dann wach werden lässt.

    Mh, ich vergesse es also. Das ist natürlich etwas, was mir im wachen Zustand kaum passieren würde. Ich habe das Gefühl, etwas in meinem Innern sieht das Vergessen als einzige Möglichkeit, um überhaupt wieder an Alkohol zu kommen. Übel, wie hartnäckig das Suchtgedächtnis ist.

    Vielleicht später mehr, meine Augen fangen schon wieder an zu brennen :? . Mache mir jetzt eine Wärmflasche.

    So, heute morgen habe ich die Erklärung für Kopfweh und die frühe Müdigkeit erhalten: Megamäßige Halsschmerzen. Im Laufe des Tages wurde es schnell schlimmer, inzwischen habe ich Gliederschmerzen und merke, wie sich die Erkältung die Atemwege hinunter kämpft. So ein Mist.

    War dann halt heute ein ruhiger Tag. Morgens früh Brötchen geholt, dann meinen Freund geweckt, zusammen gefrühstückt und anschließend zum Baumarkt gefahren, eine Zimmerpflanze holen. Danach ging es rapide bergab mit mir, mein Freund hat mir Tee gekocht und wir haben DMC gespielt. Bis auf die Befindlichkeitsstörung war es ein schöner Tag.

    So, länger kann ich nicht mehr auf den Monitor schauen. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, mache mir jetzt noch einen Tee.

    LG
    Plejaden

    Zitat

    so etwas im vorherein einschätzen zu können (mal ganz abgesehen von meinem job), das gelingt mir einfach noch nicht. kann man das jemals? kann man das lernen? oder trifft einen der teufel immer unvorbereitet?


    Ich kann das zumindest inzwischen relativ gut vorher sagen. Im Allgemeinen kommt das Verlangen immer nachdem ich mit Alkohol länger in Kontakt war (war v.a. am Anfang meiner Trockenheit so, inzwischen halte ich mich fern) und wenn ich Abends nicht zur Ruhe komme und Entspannung nötig habe. Seltsamerweise kommt das Verlangen nicht mehr, wenn ich seelisch aufgewühlt bin wie z.B. letztens nach dem Krach mit meinem Chef. Das hat mich überrascht.
    Gelernt habe ich das, indem ich mir meine früheren Trinkgelegenheiten angeschaut habe und mir dann immer notiert habe, in welchen Situationen ich Verlangen gekriegt habe. Was ist da passiert (auch evtl. Tage vorher)? Wie habe ich mich gefühlt? Allmählich hat sich ein Muster rausgepellt.

    Es ist ein wichtiger Baustein für meine Trockenheit, dass ich ungefähr abschätzen kann in welchen Situationen und bei welchen Gefühlslagen es brenzlich wird. Ich lerne mich selbst besser kennen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell eine neue Arbeitsstelle findest.

    LG
    Plejaden

    Nun, ich wurde an der Straße stehen gelassen. Es fuhr tatsächlich gar kein Bus, obwohl auf der Webseite des Versorgungsbetriebs angegeben war "Das Fahrpersonal ist in die Streikhandlung nicht einbezogen". Super, ganz großes Kino. Mein Freund konnte mich auch nicht fahren, weil er arbeiten musste. Also bin ich daheim geblieben.
    Hab mir erst was zu essen gemacht und danach fing ich an zu rotieren - zum ersten Mal seit Wochen ist meine Tagesplanung durcheinander gebracht worden. Ungeplante Freizeit, omg! Naja, hab ein Buch weiter gelesen, war hier im Forum unterwegs, hab an der Geschichte weiter gelesen und hab Viva Pinata gespielt, so ging der Tag auch rum. Jetzt hab ich irgendwie Kopfweh und werde mich mal ins Bett trollen, mal richtig ausschlafen. Morgen dann ganz viel geplante Freizeit 8) .

    Ach ja, weil mir zwischendurch langweilig war hab ich versucht mit so einem Sandsäckchen aus einer Frühstücksflockenpackung Fussballjonglage zu machen. Beim zweiten Versuch hätte ich beinahe den Wohnzimmertisch abgeräumt und hab es dann gelassen :lol: . Ich bleib lieber beim Jonglieren mit den Händen.

    Heute ist mir übrigens ein Satz aus ganzem Herzen hochgekommen: Ich bin froh, so unendlich froh, dass ich nicht mehr trinken muss.

    LG
    Plejaden

    Wie ich schon wo anders geschrieben hatte, lag mein Tiefpunkt ziemlich hoch. Ich hatte es noch geschafft zur Uni zu gehen, wenn auch oft verkatert. Genauso zur Therapie, da bin ich öfters mit einem Kater aufgelaufen. Aber ich habe gespürt, dass "es" immer schlimmer wurde, der Alkohol mich immer fester in seinen Griff nahm.

    Für mein Umfeld wirkte ich immer völlig normal, völlig unauffällig, kein Problem.

    Irgendwann im August 2007, nachdem ich monatelang versucht hatte mich zu kontrollieren, jede Trinkgelegenheit auf's neue, gab ich mir eine letzte Chance. Ich hatte ein Webseite gefunden, die kontrolliertes trinken propagierte, dass sollte es für mich sein. Ich erarbeitete einen Plan - ich wollte nur noch einmal die Woche trinken (zu diesem Zeitpunkt war es mir bereits nicht mehr möglich, länger auf Alkohol zu verzichten) und dann auch nur ein Glas Wein oder eine Flasche Bier. Mehr nicht!

    Das war zwei Wochen vor der Stunde null.

    Das erste Wochenende kam, Samstags wurde gegrillt, die Nachbarin brachte neuen Wein mit. Ich trank zwei Gläser davon. Am nächsten Tag wurde der andere Wein geköpft, ich trank ein Glas. Merkt ihr was? Richtig, Trinkmenge ums dreifache überschritten. Gerade der zweite Tag war schlimm, ich musste mich zusammenreißen, am liebsten hätte ich die Flasche aus dem Kühler gerissen und in einem Schluck leer gemacht, aber ich verzichtete mit der Faust in der Tasche und beobachtete nur meine Mutter, wie sie den Wein austrank und war gelb vor Neid.

    Das Wochenende danach war ich bei einer Freundin eingeladen, die ich schon jahrelang nicht mehr gesehen hatte. Ich sagte ihr extra, sie solle nicht soviel Wein kaufen, ich möchte nur ein Glas. Klar, kein Problem. Die Woche ging zäh rum, ich dachte immerzu "Am Freitag gibts Wein!" Kein Gedanke, dass ich endlich meine Freundin wiedersehen würde. Das einzige, worauf ich mich noch freuen konnte, war der Alkohol.
    Es wurde nicht ein Glas Wein, sondern eine ganze Flasche. Hab mich völlig abgeschossen. Meine Freundin hat sich nicht getraut Fragen zu stellen.
    Am Sonntag morgen, zwei Tage nach dem Besäufnis, rang ich schon wieder mit mir, ob ich am Abend nicht ein Bier trinken solle; da sah ich die Dokumentation "Volk im Rausch" im TV. Ich hätte dem Sender am Liebsten eine Dankesemail geschrieben, sie hätten mich davor bewahrt einen großen Fehler zu begehen. Doch der Druck wurde im Laufe des Tages immer stärker und am Abend saß ich mit zwei Flaschen Bier da. Völlig verstandeslos, alle Vorsätze am Ende, ich wollte trinken und ich tat es.
    Trinkmenge wie vorher. Kontrolliertes Trinken gescheitert.

    Am Montag, den 20. August 2007, zog ich den Schlussstrich. Ich hatte versagt. Ich wusste, es würde nur noch mit bedingungsloser Abstinenz gehen. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich nie wieder glücklich sein würde - denn das Glück in meinem Leben, der Alkohol, machte mich unglücklich.
    Ich sah meinen Weg vor mir: Ein Pfad führte weiter hinunter, immer tiefer und tiefer bis in die Dunkelheit. Ein anderer führte in unbekannte Gefielde, von denen ich nicht wusste, was mich dort erwarten würde. Ich habe den unbekannten Pfad gewählt - die beste Entscheidung meines Lebens.

    LG
    Plejaden

    So, die Seminararbeit ist fast fertig, ich war auch grad joggen, war total schön! Mein Problem: Da die Seminararbeit nur fast fertig ist, muss ich heute nochmal zur Uni, und da liegt der Hase im Pfeffer. Es ward hier noch kein Bus gesehen, und bei sämtlichen Versorgungsbetrieben geht keiner ans Telefon (warum wohl...? :roll: ).

    Gott lob hab ich mir vorletztes Semester einen Kartenleser gekauft, so dass ich mich wenigstens von daheim für Veranstaltungen einschreiben kann... sonst hätte ich noch älter ausgesehen.

    Naja, ich werde gleich mal losstiefeln und mich an die Straße stellen. Mal schauen, ob was kommt.

    Danke für die Beiträge :D . So, nun nochmal ein wenig ausführlicher: Ich bin heute morgen um 9 Uhr an der Uni gewesen, hab das Notebook mitgenommen weil ich noch eine Seminararbeit fertig kriegen muss. Finde das immer im höchsten Maße lästig, es besteht immer die Gefahr dass einem das Ding sogar in der Bibliothek vom Tisch geklaut wird, also muss ich das Ding immer mitschleppen. Einige machen das jeden Tag, mir würde das einfach auf den Zeiger gehen... Aber nun gut, heute ging es halt nicht anders.
    Bin auf jeden Fall gut voran gekommen, war dann noch eine Stunde arbeiten und danach bei der Studienberatung, anschließend hab ich nochmal weitergemacht bis dann der Bus fuhr. Zu Hause habe ich mir dann Entspannung gegönnt, ein wenig an der Geschichte weiter geschrieben und danach Viva Pinata gespielt, zwischendurch noch ein wenig im Forum geschrieben. Gleich werde ich noch ein wenig aufräumen. Muss mal wieder sein.

    Morgen könnte es mit Uni etwas haarig werden wegen der Warnstreiks. Mein Plan ist, erst gegen Mittag zu fahren, da sollte es dann wieder gehen. Vorher werde ich dann hier zu Hause an meiner Arbeit weiter werkeln und noch joggen gehen. Leider sind meine Eltern heute in Urlaub gefahren, so dass mich niemand zur Uni bringen kann. Ach ja, meine Eltern, das bedeutet auch, dass ich gleich wieder mit meinem Freund zusammen das Kellerprogramm abziehen werde.

    Ich hab mich gestern abend, auf der Rückfahrt übrigens nochmal explizit auf Alkoholverlangen hin überprüft. Die Gruppe hat sich Sorgen deswegen gemacht. Aber da war nichts, im Gegenteil, zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass mich ein Rausch ekeln würde. Meine schlechte Stimmung dann auch noch in diesen weinerlich-depressiven oder hysterischen Rauschzustand zu zerren, das konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen.
    Eines habe ich noch gelernt: Ich kann mich auch in solchen Situationen ertragen, auch wenn es sehr sehr schwer ist. Ich glaube, gerade deswegen und wegen des intensiven Diskurses in der Gruppe hat es *Klick* gemacht, was die Nein-Problematik angeht. Keine Ahnung ob entgültig klick oder nur einen Zahn weiter auf dem Rad, aber ein bisschen weiter schon. Denn früher hab ich das schlechte Gefühl, dass aus diesem Verhalten resultierte, einfach in Alkohol ertränkt. Und dann beim nächsten Mal munter wieder "Ja" gesagt.

    Bin mal gespannt. Die nächste Gelegenheit mich zu bewähren wird bestimmt kommen :roll: .

    LG
    Plejaden

    Ach ja, noch etwas: Ich habe in den ersten Wochen gedacht, ich könne mich aus der ganzen Sache rausschleichen, einfach nicht mehr trinken und dann wird alles gut.

    Irgendwann habe ich allerdings gemerkt, wie nahe am Abgrund ich mit dieser Einstellung wandele, dass ich damit immer mit einem Fuß in der nächsten Bierlache stehe. Seitdem nehme ich meine Krankheit so ernst, wie man eine tödliche Krankheit nur nehmen kann. Ich mache keinen Unterschied zwischen mir und einem Menschen, der schon drei dutzend Entgiftungen hinter sich hat und fünfmal auf der Intensivstation lag. Ich könnte an dieser Krankheit sterben und das will ich nicht.
    Und selbst wenn ich sie zuuu ernst nehmen sollte: Mir ist es so lieber, als bei dem Versuch das Gegenteil herauszufinden zu sterben.

    Seitdem ist es viel viel einfacher.

    Hallo Jane, ich wollte dir auch nochmal schreiben. Es ist gut, dass du jemanden aus deiner Gruppe kontaktiert hast und auch gut, dass du hier geschrieben hast. Bleib auf dem Weg. Du musst nicht wieder ganz von vorne anfangen, du hast in den letzten Wochen hier sehr viel erfahren und gelernt, das alles kommt dir nun zu gute!

    Eine Sache noch:

    Zitat

    Ich war mir auch sicher nie mehr was anzurühren.
    Das habe ich zumindest geglaubt, ich bin wohl doch noch zu schwach.
    Ja, ihr habt recht wahrscheinlich wollte ich es, sonst wäre ich nicht wieder hineingegangen.
    Es war wie als wenn der Körper schreit. Ich brauch das jetzt, gib nach.
    Stimmt, ich glaube der Körper war so auf Entzug das ich nicht nein sagen konnte. Ich wusste genau was ich machen muss, nämlich sofort abhauen und durch den Wald spazieren oder ähnliches, aber in Wirklichkeit wollte ich das gar nicht, sondern wollte den Alk.


    Du bist nicht "noch" zu schwach, sondern du wirst dem Alkohol gegenüber IMMER zu schwach sein, das ist ein Aspekt der Alkoholkrankheit. Auch ein Langzeittrockener mit über 20 trockenen Jahren steht dem Alkohol im Grunde genommen genauso gegenüber wie ein Mensch, der erst einen Tag trocken ist.

    Dann ist es noch so, dass dein Körper nach spätestens zwei Wochen entgiftet ist, d.h. er braucht dann den Alkohol nicht mehr. Was du dann noch verspürst, der Druck, das Verlangen nach Alk, das ist in deinem Kopf, ist psychisch bedingt, ist das Suchtgedächtnis.

    Ich habe auch lange an der Roboter-Sache rumgeknapst, übrigens. Habe von so vielen gehört, dass sie plötzlich wie ne ferngesteuerte Maschine losgegangen sind und sich was gekauft hatten. Davor hatte ich immer ne Riesenangst. Doch inzwischen weiß ich, dass kann nur passieren weil ich trinken WILL. Aber darauf bist du auch gekommen, dass das wesentlich früher als ich.
    Und wenn ich trinken will, dann hilft kein Tipp und kein Trick. Dann würde ich mich aber fragen: Warum will ich trinken?

    Ich wünsche dir alles Gute, bleib dran und auf dem Weg.

    LG
    Plejaden

    Ich wollte mich nochmal kurz melden um zu sagen, dass es mir wieder gut geht. Mein Chef ist wohl auch weniger nachtragend als ich dachte. Allein, nochmal sollte sowas nicht passieren.

    Zitat von currlinger

    Spaeter faellt mir dann erst wieder auf, dass das in dem sinne nichts bringt, da mit niemand, auch nicht meine nette und so kompetente Therapeutin, die Arbeit abnehmen kann. Man muss es selber tun.


    Ja, das stimmt 100%ig. Ich habe auf diese Art und Weise ja meine Sozialphobie in den Griff gekriegt - nach Jahren des Haderns die ersten Schritte gemacht, geübt und dann ging es wie von selbst.

    Zitat von currlinger

    Um diese Erfahrung zu machen, dass "Nein"-Sagen nicht unbedingt immer zu Verdruss fuehren muss, musst Du das "Nein" natuerlich erst ausprobieren. Ich hoffe, ich konnte dir etwas Mut machen.


    Leider ist es bei mir bisher immer so gewesen, dass ein "Nein" zu großem Verdruss geführt haben. Ich wurde bisher sofort massiv angegangen. Meine Therapeutin hat am Anfang verzweifelt, weil meine Ängste auf tatsächlich gemachten negativen Erfahrungen basieren und deshalb wesentlich hartnäckiger waren als bei Leuten, die meinen, es könnte ja passieren, dass... Bei mir ist es passiert, ganz real und in aller härte.

    Allein, davon lasse ich mich nicht vom Kurs abbringen. All die Jahre habe ich nie die Hoffnung aufgegeben, dass mein Leben irgendwann besser wird. In den letzten Monaten ist diese Hoffnung erfüllt worden, weil ich an mir gearbeitet habe. Wenn ich weiter an mir arbeite, dann wird auch das Nein-Sagen klappen. Egal ob mit Verdruss oder ohne ;) .

    Ach ja. Ich bin seit gestern ein halbes Jahr trocken 8) .

    LG
    Plejaden[/i]

    Hallo zusammen, ich wollte nur kurz schreiben bevor es wieder zur Uni geht. Heute Abend dann mehr. Ich hatte gestern einen echten Verhaltensrückfall-SuperGAU :( . Gestern habe ich einer Kommilitonin auf der Arbeit etwas erlaubt, was eigentlich nicht gemacht werden darf (ohne darauf näher eingehen zu wollen). Es gab dann Probleme, ich musste meinen Chef darüber informieren und es hat einen riesigen Ärger gegeben. Ich hoffe, das hat nicht später irgendwann Folgen für den Job.

    Tja, und das wo ich mich in den letzten Tagen so intensiv mit dem Thema Eigenverantwortung und Nein-Sagen beschäftigt habe... Ich habe wieder versagt. Ich hatte in dem Moment einen unendlichen Druck verspürt und habe dem nachgegeben, habe "ja" gesagt wo ich hätte "nein" sagen sollen. Dabei habe ich nichtmal daran gedacht, dass derjenige mich nicht mögen könnte wenn ich ihm das verbiete; es war wirklich ein stumpfer Druck, das Gefühl "Ich kann nicht nein sagen, ich kann ihr das nicht verbieten".

    Ich habe mich gestern noch mit einer Arbeitskollegin und in der Gruppe darüber unterhalten; jetzt steht der vorläufige Beschluss, dass ich theoretisch alles weiß und nun üben muss, um das Wissen in die Praxis umsetzen. Anders geht es nicht, da muss ich durch.

    Es ging mir gestern wirklich sehr schlecht, ich wollte mich einfach nur wegmachen, konnte mich selbst nicht mehr ertragen. Mich in Wasser legen und mich einfach auflösen und mit mir all den Schmerz, die Erinnerungen und die Schatten in meiner Seele. Suchtdruck hatte ich keinen, ich hoffe darauf, dass da keiner mehr kommen wird.

    Heute geht es mir besser, aber ich habe gemerkt, dass Eigenverantwortung zwei Seiten hat: Ich bin für alles Gute in meinem Leben selbst verantwortlich, aber auch für alles Schlechte. Gestern habe ich mir dann was von Letzterem gegeben.

    Bis heute abend
    Plejaden

    Ich wollte mich jetzt nochmal kurz melden, weil ich nicht weiß, ob ich heute abend dazu komme. Habe ja heute SHG und bin deshalb wieder erst um neun Uhr daheim. Ich habe mir vorgenommen, an einem Tag wie heute dann halt später zur Uni zu fahren, damit ich nicht 12 Stunden unterwegs sein muss.

    JoeDoe : Das hatte ich auch einige Male, ja. Hab irgendwelche Aufträge angenommen, einfach "Ja" gesagt und weil ich es dann nicht hingekriegt habe denjenigen enttäuscht und z.T. auch in die Bredoullie gebracht.
    Die Sache mit der Meinung ist für mich eher eine emotionale Krücke. Klar, was du schreibst weiß ich vom Kopf her schon seit Jahren, nur es kommt einfach nicht im Bauch an. Es ist zwar in den letzten Monaten etwas tiefer gerutscht, aber wirklich angekommen noch nicht. Klar, ich hab Geduld mit mir, aber ich möchte auch nicht dass es stagniert. Ich bin da wirklich die letzten Jahre auf der Stelle getreten.

    Zitat

    Das bedeutet nicht, dass ich mich denjenigen gegenüber respektlos verhalte, aber bei der höflichen Umgangsart endet dann auch mein Interesse an der Persönlichkeit.


    So möchte ich das auch handhaben. Ich habe schon einige Menschen kennen gelernt, die irgendwelche Personen sehr genau spüren ließen dass sie sie nicht leiden konnten und meinten dazu nur schulterzuckend "ich bin nur ehrlich, ich hasse dieses Rumgeschleime". Z.B. wurde den unbeliebten Leuten einfach völlig zusammenhanglos an den Kopf geworfen "Kannst du mal das Maul halten, da kommt einfach nur Müll raus. Also ehrlich."
    Aber jemanden höflich zu behandeln hat nichts mit schleimen zu tun. Ich habe sogar zu meinen ganz schlechten Zeiten solche Leute für "stark" und "toll" gehalten, was sie das tun konnten, was ich nie wagen würde: Jemanden angreifen und kein Problem damit haben sich unbeliebt zu machen. Heute halte ich solche Leute für ziemlich arm :roll: .

    @currlinger: Herzlichen Glückwunsch! Ich muss jetzt noch eine Abschlussarbeit schreiben, aber das ist ja nicht ganz so adrenalinbesetzt wie eine Prüfung - bisher zumindest ;) .

    So, ich muss los. Vielleicht schreib ich heute Abend noch was.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute war ein zäher Tag. Es ging mir seelisch zwar gut, ich war total motiviert und gut drauf, aber ich hab halt meine Tage und deshalb sagt mein Körper... Hol dir eine Wärmflasche. Leg dich hin. Schau deinem Freund bei Devil May Cry zu. Nun, so ist es nicht gekommen, also fast nicht :roll: .

    Ich bin früh zur Uni, hab den neuen Artikel angefangen zu lesen und bin sehr zufrieden mit der Entscheidung. Dann hab ich auf jeden Fall noch zwei Stunden gearbeitet, noch eine Stunde gelesen (bin fünf Seiten weit gekommen, und das auf italienisch!) und danach ging es nach Hause. Dort hatte ich dann besagten Durchhänger, mein Freund hatte auch einen, also habe ich das Wärmflaschending durchgezogen und er hat DMC gespielt. Nach einer Stunde musste er dann weg, und ich hab mich nochmal aufgerappelt und an meiner Seminararbeit geschrieben, eineinhalb Stunden lang, danach gingen mir die Aufzeichnungen aus :lol: . Und jetz ist Feierabend.

    Wo wir grad von Selbstbewusstsein geredet hatten, ich hab heute eine Werbeanzeige gesehen, die mir echt die Schuhe ausgezogen hat: Im Vollformat ein weinendes Kind mit einem Spielzeugtraktor, daneben in Riesenlettern "Du machst uns nichts als Ärger!" Das hat gesessen. Genauso hab ich mich während meiner ganzen Kindheit gefühlt - ich mache meinen Eltern nichts als Ärger. Haben sie glaub ich nie so gesagt, aber gespürt hab ich es immer. Mh...

    Andi : Ich hab lange über deinen Beitrag nachgedacht und finde die Vokabel "Eigenverantwortung" auch treffender als "Egoismus". Egoismus ist bei mir negativ konnotiert, Eigenverantwortung dagegen positiv. Ich denke, daraus ist auch dieses Ambivalente und Hinterfragende gekommen - ich hatte ja vor egoistisch zu werden, und das wollte ich eigentlich nicht. Meine Therapeutin wird entzückt sein.

    Nochmal etwas zum "Nein"-Sagen: ich habe ja Angst, dass andere Leute schlecht von mir denken wenn ich ihnen einen Wunsch oder eine Forderung abschlage (ja, Menschen machen sich mir gegenüber gelegentlich nicht mehr die Mühe mit einer Bitte zu kommen, sie fordern gleich). Beim Chatten ist mir dann plötzlich wieder eingefallen, dass ich es schon hundertmal erlebt habe, dass die Leute tatsächlich nicht besser von mir denken. Sie behandeln mir zwar kurzfristig besser und belohnen mich mit Aufmerksamkeit und geheuchelter Freundschaft, aber nur um mich bei der Stange zu halten. Ihre schlechte Meinung über mich haben sie so oder so (oder ihre gute Meinung, je nachdem). Dieses Zuckerbrot-hinwerfen habe ich dann mit Freundschaft und Wohlwollen verwechselt :( .

    So, ich werde mir jetzt eine neue Wärmflasche machen und auf meinen Freund warten, solange an der Geschichte schreiben.

    LG
    Plejaden

    Irgendwie bin ich heute sehr mitteilsam :oops: weiß auch nicht warum.

    JoeDoe : Da hast du völlig recht. Ich glaub ich mache im Moment noch den Fehler, dass ich das Ziel vor Augen habe, nämlich gesunder Egoismus und nicht völliger Egoismus. Deshalb hinterfrage ich im Moment auch ständig, überlege immer "ist das überhaupt angemessen?" Das ist natürlich kontraproduktiv. Meine Therapeutin meint immer "Sie sind ein sensibler und empathischer Mensch, Sie kriegen das schon hin die Balance zu finden".

    Heute werde ich wohl nicht joggen gehen, ich hab meine Tage gekriegt und deshalb hab ich Kreislaufprobs die erfahrungsgemäß bei Sport schlimmer werden, inklusive der Schmerzen. Ich denke, ich werde heute früh nach Hause fahren, muss endlich mal ans Schreiben kommen. Hier hab ich dann auch eine Wärmflasche und einen halbwegs bequemen Bürostuhl.
    Mein Plan ist, morgen vor der Uni zu laufen, wenn es mir dann besser geht.

    Bis später.

    Zitat

    Ist schon komisch: Ich fand diese Feiern schon mit Bier nie wirklich interessant, aber ganz ohne ist es nur noch gruselig. Ein oberflächliches Gefasel und Dünkel soweit das Auge blicken kann.


    Mh, das hat schon eine Gänsehaut bei mir geweckt. Könntest echt von unseren Familienfeiern reden... Entweder wird darüber gequatscht, dass der Günther wieder Last mit der Prostata hat, die Helma gefallen ist und der Friedrich mit Krebs im Krankenhaus liegt*, oder mein Bro und ich werden auf völlig distanzlose Art und Weise angehauen wann denn endlich die Enkelkinder kommen. An dieser Stelle platzte dann lautlos eine Ader in meinem Hirn.

    Pass trotz der ausgebliebenen Gelüste auf dich auf, wir wissen ja inzwischen, dass die Dinger manchmal im Nachhinein zuschlagen... :? Ansonsten viel Spaß bei Broodwar!

    LG
    Plejaden

    *Namen von der Redaktion geändert bzw. frei erfunden ;)

    Hallo JoeDoe und panther,

    klar, die Porzellankiste ist super. Wie konnte ich die nur vergessen?

    Es tut mir nicht weh, wenn ich zehnmal einen Bogen um Betrunkene mache. Aber es kann sehr sehr weh tun, wenn ich es das entscheidende eine Mal nicht tue.

    So, nun zu heute. Ich hatte heute einen längeren Tag an der Uni, von 9 bis 15 Uhr nur einen italienischen Artikel gelesen. Ich werde morgen aber einen anderen lesen, der hier vertieft sich nur in irgendwelchem Detailgeplänkel und es gäbe noch etwas Wichtigeres zu lesen.
    Zwischendurch habe ich noch einem Arbeitskollegen geholfen, der mit einem Computerprogramm Ärger hatte, danach ging es dann nach Hause. Da hab ich mich erstmal geduscht, ein paar Vokabeln abgeschrieben und ausgedruckt (diese ganzen kleinen fiesen Worte... "an" "während" "bei" "danach" "daher", kann mir das nie merken :( ) und danach Viva Pinata gespielt.

    Mh, gesunder Krankheitsegoismus. Vielleicht etwas zur Begrifflichkeit: Ich muss, um eine zufriedene Trockenheit zu erreichen, meine Krankheit an erste Stelle setzen. Ich muss tun, was gut für mich ist und die Gefahren eines Rückfalls minimiert. Ich eigene mir also einen gesunden Egoismus bezüglich der Alkoholkrankheit an, eben einen gesunden Krankheitsegoismus ;) .
    Mein Problem ist nach wie vor, dass ich Probleme mit Egoismus habe. Mir wurde ein Leben lang eingetrichtert, dass ich ja darauf bedacht sein muss, wie ich auf andere wirke; das ist alles was zählt. Ich hab z.b. als Kind ständig an meiner Wangeninnenseite und meinen Fingernägeln herumgeknabbert, weil ich seelisch ziemlich fertig war. Wenn meine Mutter das gesehen hat, setzte es eine Ohrfeige und den Kommentar "du kriegst einen schiefen Mund und dann will dich kein Mann mehr haben!" Ich habe immer noch Probleme das einfach so abzustreifen und zu der Einstellung zu gelangen "es ist egal, was andere denken". Auch habe ich mich früher öfters in Situationen begeben, die sowohl für meine Seele als auch für meinen Körper destruktiv und gefährlich waren, nur um einer anderen Person zu gefallen. Man kann sich überhaupt nicht ausmalen, wie wenig "Ich" damals da war, ich war eine Unperson, ein Klumpen Lehm, der von anderen nach Belieben geformt werden konnte um zu gefallen. Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich daran denke.
    Das ist zum Glück heute vorbei, aber die Spuren trage ich immer noch in mir. Trotzdem, ich kann etwas dagegen tun. Ich habe soviel erreicht. Es zählt nicht mehr, wer ich damals war, sondern wer ich heute bin. Heute bin ich kein hilfloses Kind mehr, sondern eine Erwachsene, die ihr Leben selbst in der Hand hat.

    Also, wohl an:
    1. Ich brauche mich nicht zu rechtfertigen, warum ich keinen Alkohol mehr trinke. Wenn jemand felsenfest der Meinung ist, ich würde übertreiben, dann ist das halt so.
    2. Ich bin für mein Leben selbst verantwortlich. Wenn ich wieder anfange zu trinken, werden alle nur mit den Achseln zucken und sagen "Ach du trinkst wieder? So ein Pech."
    3. Ich richte mein Umfeld so ein, wie ich es möchte.
    4. ... ... Hey, was maßen sich andere Leute überhaupt an wenn sie zu wissen meinen, dass ich übertreibe? Wieviel Alkohol zuviel für mich ist?
    5. Ich muss ein Leben lang mit mir selbst leben. Die anderen nicht. Die sagen bloß schnell was daher, manchmal nur um etwas gesagt zu haben. Deshalb will ich mein Leben riskieren?

    So, morgen mehr ;) .

    LG
    Plejaden

    Auch von mir ein aufmunterndes Hallo ;) . Solche Tage gibt es mal, ich hatte einen in der Woche nach meiner Prüfung. Kein Bock auf gar nichts, fühlte mich nicht wohl in meiner Haut, alles grau... Gut, dass du dich davon nicht mehr runterziehen lässt. Du legst dir allmählich das Rüstzeug zu, um dich aus solchen Stimmungen rausziehen zu können, das ist gut!

    Zitat

    Es tut gut,selbstsicherer zu sein.Zu merken,ich bin wer.Anders auftreten zu können,als noch vor ein paar Wochen.ich beweg mich ungezwungener,lockerer und nicht mehr so bedeutungsorientiert.


    Genau so fühle ich mich im Moment auch. Ich hatte immer das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen sobald ich das Haus verlasse und mit anderen Menschen in Kontakt komme; immer im außen, immer geschaut "wie wirke ich" oder "wie hab ich mich grad benommen". Das wird jetzt alles entspannter, sicherer, fühlt sich gut an.

    Kopf hoch, morgen ist sicher wieder ein Wohlfühl-Tag.

    LG
    Plejaden