Beiträge von Plejaden

    Hallo zusammen, wundert euch nicht über den kurzen Text heute, ich hab grad eben ne halbe Stunde lang getippt, dann auf eine falsche Taste gedrückt und alles war weg :roll: . Kurzform: Hab heute vormittag was für die Abschlussarbeit gemacht und war heute nachmittag joggen. Hat richtig gut getan bei dem schönen Wetter :D .

    @currlinger: Ich hab noch keine richtigen Fortschritte gemacht, konnte mich immer nur an ein paar Fetzen erinnern und die aufschreiben. Aber wie ist doch gleich eines der Credi hier im Forum? Geduld, Geduld, Geduld ;) .

    Morgen schreib ich wieder ausführlicher, auch zu heute!

    LG
    Plejaden

    Hallo engel,

    du bist genauso "egoistisch" wie wir alle hier. Ich denke die allermeisten Forenmitglieder haben entweder einen Partner, der das alkfreie Zuhause mitträgt oder gar keinen Partner mehr. Schau mal, das ist ja keine Schikane von dir. Du bist süchtig nach dem Zeug, du bist krank, die Anwesenheit von Alk löst in deinem umgepolten Gehirn etwas aus, was bei normalen Menschen nicht passiert. Das könnte dazu führen, dass du wieder anfängst zu trinken, nicht mehr aufhören kannst und dich tot säufst. Eher ist er egoistisch, weil er dich wissentlich dieser Gefahr aussetzt.

    Ansonsten kann ich caro nur zustimmen - du hast alles versucht, er setzt seine Prioritäten halt anders. Irgendwie haben viele Männer eine seltsame Auffassung von 'Frei'zeit, mein Freund macht das auch so. Geht zwar nicht ständig feiern und saufen, ist aber in vier Fussballvereinen gleichzeitig und das bei drei schweren Knieoperationen, die er schon hinter sich hat. Glücklich scheint er dabei nicht zu sein, ich hab manchmal das Gefühl, er kann sich selbst nicht ertragen :roll: . Aber, naja, nicht mein Problem.

    Vielleicht noch ein Denkansatz am Schluss: Dein Suchtberater hat gemeint, dein Partner könne es dir nie recht machen. Das stimmt schon. Egal was er macht, ein Grund eifersüchtig zu sein findet sich immer. Deshalb möchte ich mich auch hier caro anschließen: Bleib bei dir, versuche nicht ihn zu ändern, sondern arbeite an dir, lerne zu erkennen was für ein toller Mensch und liebe Mutti du für deine Kinder bist. Er kann dich nicht heilen, das kannst nur du selbst. Und selbst wenn ihr euch trennt (Gott bewahre), so nimmst du doch einen Menschen immer mit - auch in die nächste Beziehung: Dich selbst.

    LG
    Plejaden, die jetzt die Sonne genießen geht

    Guten Abend,

    hab heute einiges geschafft! Bin wieder um 8 Uhr auf zur Uni, hab mich sofort hingesetzt und für die Arbeit gelesen. Ich bin gut voran gekommen, und wurde zwischendurch auch nur selten gestört. Dann bin ich um 13 Uhr arbeiten gegangen, eine Stunde lang. Leider hab ich währenddessen ein leichtes Motivationstief bekommen :roll: , hab mich aber zusammengenommen und bin anschließend noch eine Stunde lesen gegangen. Danach ging es dann nach Hause. Ich hab noch ein wenig italienisch gelernt und dann war frei :D .

    Da ich letztens einen Beitrag zum Thema gepostet habe, möchte ich hier noch einmal auf das Thema "neuer Lebensabschnitt" zurückkommen. Warum war ich nicht glücklich, als ich beschloss zu trinken aufzuhören? Ich habe das Gefühl von damals mit dem Arbeitstitel "Trauer" versehen, aber ich glaube, es steckte noch viel mehr dahinter. Angst, zum einen. Neue Lebensabschnitte haben mir immer Angst gemacht, die Veränderung, das Unbekannte und Neue haben mir nie gut getan. Dann war da noch das Gefühl versagt zu haben. Ich war immer ein sehr sehr kontrollierter Mensch. Früher, als Kind, hatte ich oft die Kontrolle über mich verloren, musste weinen oder wurde aggressiv und musste bitter dafür büßen. Ich wollte immer die Kontrolle über mich haben. Aber siehe da - beim Alkohol funktionierte es nicht. Ich hatte es versucht, generalstabsmäßig, so wie es immer geklappt hatte bei anderen (Seelen)Dingen. War bis dato immer der Meinung, wenn ich etwas wirklich will, dann klappt das schon. Nein, es hatte nicht geklappt. Die Jahre des Saufens, des immer weiter fortschreitenden Kontrollverlusts, die Frustration und Verzweiflung darüber, waren an diesem Punkt kummuliert.
    Dazu kam noch, dass ich in Selbstmitleid und nassem Denken festsaß. Das alles erzeugte dieses Gefühl der "Trauer", dass ich nie wieder glücklich sein würde.

    Was lerne ich daraus? Ich möchte an meinem übertriebenen Drang zur Selbstkontrolle arbeiten. Momentan fällt mir dazu nichts ein, außer mal ein bisschen zu Tanzen, in der Wohnung, wenn mir danach ist 8) .

    LG
    Plejaden

    Zitat von JoeDoe

    Es war einfach nur ein dumpfes Gefühl von Gier. Habe mich dann daheim eingeigelt und einige Computerspiele rausgekramt.

    Klingt bekannt und gut, dass es jetzt wieder vorbei ist. Vielleicht war es ja nicht der Karneval direkt und du hast irgendwelche besoffene gesehen? Oder es lag daran, dass das Thema Alk dieser Tage wieder besonders forciert wurde? Ich hab zumindest kein Werbeprospekt gesehen, wo nicht vorne auf der ersten Seite in Übergröße irgendwelche Alkgetränke prangten :roll:

    LG
    Plejaden

    Hallo engel,

    ich will dich nicht runterziehen, aber möchte dir trotzdem meine ehrliche Meinung sagen. Ich lese jetzt auch schon seit einigen Wochen, wie du mit deinem Partner herummurkst. Du schreibst etwas von fremdgegangen, anfangs null Verständnis für dich, deine Situation, deine Krankheit, dem Weggehen mit dem du unzufrieden bist und die Heimkehr mit ner Fahne und Kater...

    Ich persönlich sehe das so: Ich habe ein Recht darauf mir eine Beziehung zu wünschen, so wie ich sie mir vorstelle. Dasselbe Recht hat auch mein Freund. Divergieren die beiden Positionen nicht zu stark, trifft man sich in der Mitte. So machen wir das und es ist gut. Klafft das Ganze aber zu sehr auseinander, dann kann es nicht funktionieren, es gibt immer Zoff, Reibereien und alle sind unglücklich.

    Eifersucht ist zu 90 % ein Problem mit dem Selbstwertgefühl. Wenn ich mich selbst nicht liebe, kann ich es auch nicht verstehen, dass jemand anders mich wirklich liebt. Ich fordere immer Beweise ein und gucke ganz scharf, ob nicht irgendeine daherkommt die besser als ich ist - und das sind praktisch alle, denn ich denke ja schlecht von mir! Hier liegt die eigentliche Wurzel des Übels begraben. Meine Eifersuchtsprobleme haben automatisch aufgehört, als ich selbstbewusster geworden bin. Und wenn mir mein Freund nun doch fremd gehen würde? Dann würde ich überlegen, in all dem Schmerz, ob es nicht einen anderen Mann gäbe irgendwo auf der Welt, der mich mit mehr Respekt behandelt.

    "VERLANGE ICH ZUVIEL?????"
    Jede Beziehung ist individuell. Du stellst dir eine Beziehung so vor, wie du sie beschrieben hast: Du möchtest gerne mehr Zeit mit deinem Partner verbringen und willst nicht, dass er so oft weg geht. Das ist dein gutes Recht, es ist dein Bild, dein Traum von einer schönen Beziehung. Nur - wenn das nicht der Bild, der Traum deines Partners ist - sorry, dann passt ihr vielleicht einfach nicht zusammen.

    Beziehungsprobleme sind ein potenter Saufgrund. Deine aktuelle Krise hat dich dazu geführt, diesen Satz zu schreiben: "Hätte ich nicht aufgehört wäre vielleicht alles in Ordnung?????" Du kippelst, wenn auch vorerst nur für ein paar Sekunden. Was machst du, wenn aus den Sekunden Minuten, Stunden, Tage werden? Frage dich bitte, was dir wirklich wichtig ist.

    Das waren nur ein paar Gedanken von mir ;) . Ich hab mal in einer ähnlichen Situation gesteckt wie du, deshalb kann ich dich gut verstehen. Bei mir wurde es erst besser, als ich begann mich zu bewegen und zu verändern. Entweder der Partner kann das ab, oder halt nicht. Ich hab letzteres in Kauf genommen, weil mir meine Entwicklung wichtiger war als die Partnerschaft, aus der ich derzeit nicht viel Kraft habe schöpfen können. Ich wollte lernen, Liebe und Geborgenheit aus mir selbst heraus bekommen zu können, das ist mir gelungen.

    LG
    Plejaden

    "Warum muss ich bloss alkoholkrank sein"

    Vielleicht eine kurze Präzisierung: Das ist nicht gemeint als "Warum muss ich bloss alkoholkrank sein, ich hätte so schön den Vino genießen können." sondern "Es macht mein Leben bisweilen kompliziert. Bestimmte Dinge kann ich nicht mehr 'einfach so' machen."

    Genauso denke ich übrigens auch über meine Hausstauballergie. Aber das ist eine andere Sache ;) .

    Hallo zusammen,

    heute war alles in allem ein sehr schöner Tag, trotz des Wetters ;) . Bin wie üblich aufgestanden und war um 9 Uhr an der Uni, hab eine Stunde für meine Arbeit gelesen und war dann in einer Vorlesung. Anschließend zwei Stunden arbeiten (ich hab meine Stunden aufgestockt bekommen 8) ) und anschließend wieder zwei Stunden gelesen. Danach ging es zu einer Exkursionsvorbesprechung. Es war irgendwie ein total tolles Gefühl: Vor zwei Jahren habe ich alles versucht, um eine Exkursion zu verhindern. Ich habe geschlottert vor Angst, konnte nicht schlafen deswegen etc. Irgendwann hatte ich dann alles ausgereizt und festgestellt, ich MUSS diese Exkursion machen, es steht in der Studienordnung und es führt zumindest für mich kein Weg daran vorbei. Letztendlich war es dann natürlich nicht so schlimm wie ich es mir ausgemalt hatte.

    Jetzt brauche ich für den Nachfolgestudiengang, den ich ab dem nächsten Semester anfange, ebenfalls zwingend eine Exkursion. Als ich vor ein paar Wochen den Aushang gesehen habe, hab ich mich direkt angemeldet - es geht in die ewige Stadt. Heute war eben die Vorbesprechung und die verbindliche Anmeldung und was soll ich sagen, halt ein tolles Gefühl. Die Angst ist weg, ich kann mich darauf freuen und mache es gerne. So habe ich mich noch nie gefühlt, diese ständige Angst ist weg! Ich kann gar nicht beschreiben wie glücklich ich bin. Keine Energie mehr in Vermeidungsstrategien und Ängste verschwenden zu müssen, immer in Abwehrhaltung zu sein und zu denken "Oh Gott, was kommt jetzt?"

    Trotzdem, ein Schatten: Die Exkursion könnte ein Risiko für meine Trockenheit sein. Ich habe alles getan, um das Risiko zu minimieren, sicher. Ich habe sofort zugeschlagen als ich gesehen habe, dass ausgerechnet die beiden Dozenten die Exkursion anbieten, die nicht dafür bekannt sind viel zu trinken. Da gibt es andere Kaliber am Institut, die auch nichttrinkende KommilitonInnen nötigen und drängen, doch mitzusaufen. Ich habe mich in eine WG eingezeckt, in der eine strenggläubige Moslemin ist und eine, die keinen Alkohol mag und deshalb keinen trinkt. Zwei weitere Mädels sind ein Unsicherheitsfaktor, aber ich glaube, die trinken wenig. Ich werde trotzdem nicht umhin kommen mich vor denen zu outen, ich habe keine Lust auf Ausreden und Erklärungen. Wir werden in normalen Wohnungen wohnen (das wusste ich durch Kontakte schon vorher), wo lautstarke Feten und Besäufnisse unerwünscht sind. Und es ist natürlich keine Lustreise, wir haben ein straffes Tagesprogramm, gemeinsames Essen in Restaurants wird es wegen studentisch-chronischem Geldmangel nicht geben.
    Ich fühle mich immer noch zwiegespalten. Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich mich auf eine Reise freuen. Die Aussicht, in ein fremdes Land zu fahren dessen Sprache ich nicht spreche, erschreckt mich nicht. Es kommt mir vor wie ein Wunder. Andererseits denke ich nun auch zum erstem Mal seit Monaten wieder: Warum muss ich bloss alkoholkrank sein :? :roll: .

    Eins weiß ich sicher: Wenn ich keine Exkursion mache, kann ich mein Studium an den Nagel hängen. Der einzige Grund sowas ausfallen zu lassen heißt: Kind. Krankheitsbedingt gilt nicht. Dann heißt es "Pech gehabt".

    Mmmmh...

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute hab ich einiges geschafft gekriegt. Hab mein normales Morgenritual gehalten, wobei ich noch etwas Aufräumen eingestreut habe. Danach bin ich wie gewohnt um 8 Uhr zur Uni, hab eine Stunde gelesen und zwei Stunden gearbeitet. Anschließend wollte ich wieder lesen gehen, leider haben mich viele dienstliche Kleinigkeiten davon abgehalten :? . Letztendlich bin ich um 13 Uhr heim, hab Mittag gegessen, eine Teepause gemacht und bin dann wieder frisch ans Werk. Habe noch zwei Stunden Skripte vorbereitet, so dass ich sie am Freitag ausdrucken und damit lernen kann. Hab bezüglich PDFs wieder etwas gelernt ;) . Anschließend war Feierabend, den ich auch genossen habe. Hab ein bisschen gelesen und Viva Pinata gespielt, und bin dann abends ins Forum. Gleich gucke ich noch Snooker oder lese weiter, mal sehen wonach mir ist.

    Zwei Sachen: Erstmal ein Zwischenbericht zur Entschleunigung, das klappt super! Danke nochmal an kommal, dass er mich drauf hingewiesen hat :D . Die Abende kommen mir immer viel länger und erholsamer vor, seit ich nicht mehr versuche sie krampfhaft mit einer Beschäftigung zu füllen. Das war zwar in den ersten Wochen notwendig, um mich vom Trinken abzuhalten, aber inzwischen bin ich stabiler und es klappt so wunderbar.

    Dann das Aufräumen. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich anscheinend tatsächlich ziemlich faul bin, und dass das alles ist, was dahinter steckt. Ein Messie bin ich jedenfalls nicht, ich hatte früher Tendenzen alles zu sammeln und nichts wegschmeißen zu können, aber das ist jetzt auch vorbei. Die Unordnung stört mich auch, das kann ich nicht leugnen. Allein dieses Unwohlsein wird noch von der Faulheit übertrumpft - aufzustehen und was wegzuräumen erscheint anstrengender als das Unwohlsein auszuhalten.
    Mein Plan für die nächsten Wochen ist: Erstmal ne Grundordnung rein kriegen, noch mehr Kram entrümpeln und wegschmeißen und danach das Fünf-Minuten-am-Tag-Prinzip anwenden. Wichtig ist auch, alles möglichst zeitnah nach Benutzung wieder an seinen Ort zurück räumen. Ich sollte mir nicht wie ein Kleinkind irgendwelche Dinge holen, sie benutzen, und danach fallen und liegen lassen, nur um dann zum nächsten Ort weiterschreiten, um dort auf dieselbe Weise noch mehr Chaos zu verbreiten :roll: .

    Das ist auch wieder so eine Ausredenkiste, nebenbei bemerkt. Früher habe ich immer gesagt, das kommt von meinen Depressionen und Ängsten, die innere seelische Unruhe äußert sich im äußeren Chaos. Nun, das ist jetzt vorbei und was bleibt? Das Chaos...

    Vaan : Mh, naja, ich kenne halt zwei Familien die durch dieses Spiel zum Teufel gegangen sind (O-Ton eines Ehemanns zu Frau und Kind: "Ihr seid immer ziemlich schei.... nervig wenn ich am Computer sitze, was soll ich noch mit euch? Hättest du mir wenigstens die Göre vom Hals gehalten, hätte ichs ja noch ausgehalten aber so..."), also hab ich da eine etwas... naja, egal. Ich gehöre eher zu den Konsoleros, da weiß ich, dass ich abspeichern kann und mein Spiel selbst zwei Wochen später immer noch so vorfinde, wie ich es zurückgelassen hab 8) .

    LG
    Plejaden

    Hallo Lütze, ich finde du schreibst da viel Wahres ;) . Vor ein paar Jahren hat mir mein Freund auch an allem und jedem die Generalschuld gegeben. Das ging sogar soweit, dass ich ihn morgens falsch geweckt haben soll (!) und er deshalb wegen mir den ganzen Tag schlechte Laune hätte (!!). Irgendwann hab ich mir, genau wie du, den Schuh nicht mehr angezogen und siehe da, es wurde besser. Natürlich, jeder ist für seine Empfindungen selbst verantwortlich. Jeder interpretiert Worte, die er oder sie hört, ganz individuell. Ein Satz, der für den einen total normal ist, kann bei einem anderen heftige Gefühlsausbrüche hervorrufen.

    Mach weiter so! Mit jedem Tag nicht-trinken, mit jedem Tag sich-selbst-wiederfinden kehrt ein bisschen mehr Selbstachtung zurück, habe ich festgestellt.

    Hallo joya,

    ich hätte mich das irgendwie nicht getraut, an so einen Ort zu gehen :? . Aber wie dem auch sei, das mit der Trauer kenne ich auch, aus meinen ersten zwei trockenen Wochen. Ich war da sehr sehr depressiv und hab dem Alk regelrecht hinterher getrauert. Natürlich war es die Abhängigkeit, die diese "Trauer" ausgelöst hatte, ich bin alkoholabhängig, also kam mir die Abstinenz wie das Ende meines Lebens vor. Ein Leben ohne Alkohol? Das konnte nichts werden, dachte ich. Ich hatte das Gefühl, ich könne nie wieder fröhlich sein.
    Heute weiß ich, es war auch die Veränderung die mich fertig gemacht hat: Ein Lebensabschnitt war unwiderruflich zu Ende gegangen und ich hatte ja keine Ahnung, dass der Neue soviel besser als der Alte werden würde ;) .

    Wie dem auch sei, ich kann dich verstehen. Ich hab übrigens irgendwo gelesen (ich weiß nicht mehr wo, leider), dass diese Trauerphase für einige Menschen zum Prozess des Trockenwerdens dazuzugehören scheint. Mir hat es auf jeden Fall geholfen, mit dem Alklebensabschnitt abzuschließen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen zu können.

    Ich bins nochmal. Es hat mich eben gepackt und ich habe das Schlafzimmer rund um mein Bett aufgeräumt. Ich studiere zwar Ärchäologie und die Stratigraphie menschlicher Hinterlassenschaften lässt sich auch auf Unratstapel anwenden, aber das ging zu weit. Dabei habe ich ein wenig philosophiert und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich eine sehr sehr infantile Einstellung zur Ordnung habe.

    1. Ich lasse viele Dinge (ähm... die meisten Dinge :oops: ?) einfach da stehen und liegen, wo ich sie benutzt habe. Geht gar nicht.
    2. Sachen, die ich täglich brauche, räume ich gar nicht erst weg. Mein Begriff von "Sachen, die ich täglich brauche" ist jedoch dehnbar.

    Beides erhöht die Entropie in meinen Räumlichkeiten in solchen Ausmaßen, dass ein Physiker mit Freuden eine Doktorarbeit darüber schreiben könnte. Wie ich das geregelt kriege? Darüber philosophiere ich weiter nach, vielleicht morgen im Bus. Ich schreib dann, zu welcher Erkenntnis ich gekommen bin ;) . Eins steht fest: So will ich das nicht haben, es macht mich unzufrieden und unzufrieden ist ein Weg zur dunklen Seite der Macht.

    Hallo Frank,

    ich wollte dir nur kurz schreiben, weil ich vor einigen Jahren in beinahe derselben Situation wie du war. Ich war kurz davor auch den Kopf komplett in den Sand zu stecken, hab keine Post mehr aufgemacht und das Telefon ausgesteckt, damit mich keiner vom AA erreichen kann. Bei mir lag das an verschiedenen Sachen: Ich hatte Depressionen, eine soziale Phobie die dabei war, sich in eine generalisierte Angststörung umzuwandeln (unbestimmte Ängste vor allem und jedem). Dazu war ich fest überzeugt, keine Chance in der "rauhen Wirklichkeit" zu haben.
    Zum Glück habe ich die Kurve noch gekriegt. Als ich deine Geschichte gelesen habe dachte ich nur, tja, so hätte es bei dir um ein Haar auch laufen können...

    Ich hoffe, dass du bald eine Therapie bewilligt bekommst, das würde dir die Chance eröffnen alles aufzuarbeiten und zu sehen, was zu dieser Kettenreaktion geführt hat.

    Wünsche dir alles Gute und nicht nochmal zum WOW-Zombie werden ;) .

    LG
    Plejaden

    Da bin ich wieder. Die Aspirin hab ich zum Glück nicht gebraucht. Allerdings ist mir heute irgendwie schlecht, also hab ich wieder eine Pfefferminztee-Kur gestartet und es hilft schon ein wenig.

    Ich war auf jeden Fall um 10 Uhr an der Uni, hab erstmal geguckt ob der Dozent da ist, für den ich das Präsentationsequipment aufbauen muss. Der kommt aus einer Karnevalshochburg und es hätte gut sein können, dass er es nicht bis zur Uni geschafft hat. Aber, er hat es doch, also musste ich ran. Danach hab ich noch vier Stunden für meine Arbeit gelesen - habe mir vorgenommen, mir in der ersten Woche nur Literatur reinzuknallen - und danach einen neuen Mitarbeiter eingewiesen. Anschließend bin ich wieder heim gefahren und hab ein wenig aufgeräumt, danach, also jetzt gerade, schaue ich mit meinem Freund Fussball.

    Ich fühle mich im Augenblick sehr wohl. Merke zwar, dass ich einiges dafür tun muss, dass es so bleibt - die Verpeilerin in mir ziept immer noch kräftig und will mal fünf gerade sein lassen. Das lasse ich jedoch nicht zu. Was ich noch in den Griff kriegen muss ist, dass schnell Lebensbereiche in Disbalance geraten: Wenn es an einem Punkt gut läuft (z.B. der Uni) bleiben andere Sachen liegen (z.B. das Aufräumen, Wohnung in Schuss halten). Da muss ich noch ein Workaround finden. Was das Aufräumen angeht, werde ich mal wieder die Fünf-Minuten-Methode aufleben lassen. Das bedeutet, jedem Zimmer jeden Tag fünf Minuten aufräumen widmen. Das hat mir schon einmal geholfen, mal sehen, ob es nochmal klappt ;) . Als Zeit dafür habe ich mir den Morgen ausgeguckt. Ich stehe immer früh auf und hab dadurch mehr Zeit. Mal sehen.
    Ich glaube, ich habe nun auch die längste alkfreie Zeit der letzten Jahre hinter mir. Damit meine ich nicht nur meine Trockenheit, sondern auch generell den Kontakt mit Alk. Durch meine vorausschaunde Tagesplanung ist es mir gelungen, seit Neujahr keine Alkpulle mehr in meiner Nähe gehabt zu haben. Das tut unheimlich gut, ich merke, wie der geistige Abstand wächst, und zwar mit jedem Tag, an dem ich physisch keinen Alk vor der Nase habe. Tut richtig gut. Sogar heute habe ich es geschafft keinem besoffenen Jecken zu begegnen, weil ich die An- und Abreise zur Uni in Zeiten gelegt hab, wo die große Reisewelle schon vorbei war. Es gefällt mir wirklich so, kann so weitergehen - und dafür bin ich allein verantwortlich.

    LG
    Plejaden

    Guten Morgen zusammen. Da es mir nun etwas besser geht, hole ich das Wochenende heute nach, damit ich heute abend schreiben kann, wie mein Tag 1 der Arbeit an der Arbeit so gelaufen ist.

    Wie geschrieben, der Freitag war noch ok, am Samstag bekam ich allerdings leichte Kopfschmerzen. War noch auszuhalten, bis zum Abend, da wurden sie schlimmer. Und am Sonntag dann ganz schlimm. Mh, naja, bin froh den Freitag frei gemacht zu haben, so hatte ich unterm Strich doch noch ein gutes WoEn gehabt... Habe das gemacht, worauf ich gerade Lust hatte, einzige Bedinung war wie immer, keine destruktive Langeweile aufkommen lassen!

    Dann noch das, worüber ich gestern beim Spazierengehen nachgedacht habe: Es knüpfte an meinen Sermon vom Freitag an, damit war ich innerlich noch nicht durch ;) . Ich hatte da von meiner Vergangenheit geschrieben, wie ich früher gefühlt habe. Inzwischen habe ich einige Beiträge hier im Forum gelesen, in denen eine gewisse Verbitterung über eine verlorene Kindheit aufkam. Wieso hatte ausgerechnet ich so eine fürchterliche Kindheit? Musste so schnell erwachsen werden? Durfte nicht so unbeschwert und sorgenfrei sein, wie meine Mitschülerinnen und Freundinnen? Musste immer aufpassen, Angst haben, mich verstecken, durfte mein Ich nicht frei entwickeln, weil anscheinend alle was dagegen hatten? Doro hatte mal geschrieben "Ich bin nicht auf die Welt gekommen damit ich so bin, wie alle mich haben wollen!" Aber genau das wurde mir jahrelang vorgegaukelt.
    Ich finde es unglaublich schwierig, mit dieser Verbitterung, mit diesem Verlust der Kindheit umzugehen, dem, was unwiederbringlich verloren ist. Schlimmer noch: Eine Zeit lang habe ich geglaubt, sobald ich wirklich Frieden mit meiner Vergangenheit schließe, sie ruhen lasse und nicht weiter darum nachgrübele und trauere, dass ich dann Verrat an mir selbst üben würde. Ich wollte das Stigma nicht ablegen, ich wollte meine Sonderstellung als tief verletztes Wesen behalten. Als tragische Figur, die dazu verdammt ist ewig unglücklich zu sein.

    Es hat lange gedauert bis ich endlich begriffen hatte, dass ich mich gerade durch diese Einstellung selbst verrate. Ich lebe im Heute, was vergangen ist, kann ich nicht mehr ändern. Natürlich, es hat Spuren hinterlassen. Jemand, der meine Erinnerungen nicht hat, wird anders, unbelastet mit bestimmten Situationen umgehen. Aber damit kann ich leben lernen. Ich darf meiner Vergangenheit ruhig den Rücken zukehren und auf die Gegenwart und die Zukunft schauen, ohne Angst zu haben, dass mich irgendwas von hinten anfällt und umreisst. Klar, das kann passieren. Wenn ich z.B. jemandem aus meiner alten Klasse begegne. Aber ernsthaft: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sowas passiert? Lohnt es sich dafür, ein Leben lang rückwärts gewandt durchs Leben zu gehen? Nein.
    Heute bin ich kein Kind mehr. Viele Menschen glauben, dass ihr Leben fremdgesteuert sei, irgendwie. Immer sind die anderen Schuld daran, dass es ihnen schlecht geht. Der Staat, weil sie kein Geld haben, die Nachbarn, weil sie ihnen den letzten Nerv rauben, der Ehemann, weil er nur am Malochen ist und deshalb abends nie zuhört wenn man ihm sagen will, wie schrecklich der Staat und die Nachbarn sind...
    Ich habe inzwischen gelernt, dass ich für so viel Gutes in meinem Leben selbst verantwortlich bin. Dass ich viel mehr machen kann, als ich noch vor zwei Jahren gedacht hätte. Klar, alles hab ich nicht in der Hand. Aber vieles. Für sich selbst verantwortlich zu sein, dass ist eine harte Lektion, gerade wenn man wie ich eigentlich autoritätshörig ist. Aber es lohnt sich diese Lektion zu lernen!

    So, jetzt muss ich gleich los. Wer sich durch meinen Sermon durchgelesen hat: Respekt ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    sorry, dass ich mich nicht gemeldet hab. Ich hab gestern nachmittag Kopfschmerzen gekriegt, die mich auch heute verfolgt haben. War ab und zu mal im Forum, hab dann aber gemerkt, dass mir das Computern gar nicht gut tut. Zwischendurch war ich noch ne Stunde spazieren und danach heiß duschen, das hat jedoch auch nicht geholfen. Jetzt hab ich eine Aspirin genommen, damit ich heute nacht wenigstens gut schlafen kann und morgen ausgeruht bin. Ich denke das Kopfweh kommt von einer leichten Erkältung und der Tatsache, dass mein Nacken wegen des geschwollenen Lymphknotens ein steifes Muskelkorsett ist...

    Eigentlich wollte ich das Thema von gestern aufgreifen, weil ich mir dazu noch einige Gedanken gemacht habe. Das mache ich dann morgen. Jetzt mache ich mir noch einen gemütlichen Abend, soweit das möglich ist.

    Danke auf jeden Fall für die Antworten zilli und clare.

    LG
    Plejaden

    Ah, wir haben gleichzeitig geschrieben. Das:

    "Wenn sie mir SAchen von früher immer wieder vorwirft,ist das ihr Problem.Ich kann die Vergangenheit nicht ändern,ich hab abgeschlossen mit ihr,der Vergangenheit."

    klingt schon besser. Vorwürfe hat mir mein Freund auch immer gemacht, mir hat es geholfen, das bewusst zu thematisieren "Willst du mir das vorwerfen? Was soll ich jetzt daran ändern?" Darauf weiß er dann nie eine Antwort und inzwischen hat er es auch gelassen ;) .

    Hallo Lütze, ich habe dir noch nicht geantwortet glaube ich ;) , lese dich aber regelmäßig. Das wurde dir zwar schon öfters geschrieben, aber ich glaube, du drehst dich in Bezug auf deine Frau immer noch im Kreis. Du hast große Probleme, dich auf dich selbst zu konzentrieren. Das schaffst du zwar immer wieder mal ein oder zwei Beiträge lang, aber dann kehrt dein Geist wieder zum alten Thema zurück. Du hälst dich für sie frei, du wartest auf sie, du schreibst zwar immer wieder zwischendurch mal "ich tue das für mich" aber anhand der Themenschwerpunkte deiner Beiträge lässt sich sehr klar ablesen, womit sich dein Herz wirklich beschäftigt.

    Ich kann dich da sehr gut verstehen, ich hatte mal dasselbe Problem. Ich habe um meinen Freund gekreist wie ein Planet um die Sonne und alles worüber ich geredet hatte war er. Was macht er, wie fühlt er sich, was hat er jetzt wieder angestellt, gesagt, getan... Immer nur nach ihm geschaut, darauf gewartet und gehofft, dass er sich ändert.
    Irgendwann hat mir das dann gereicht, ich habe mich bewusst gezwungen mich um mich zu kümmern und ihn außen vor zu lassen. Heute schaue ich nur noch danach, ob es mir gut geht und fühle mich wohl damit.

    Du hast folgendes geschrieben: "Bin ich mit ihr im Gespräch gebraucht sie dieselben Sätze wie früher,abwertend mir gegenüber fiel mir auf." Gerade das ist im Augenblick Gift für dich, es höhlt dich nach und nach aus wie einen Felsen, der am Meer steht. Lass dich nicht aushöhlen, du weißt genau, dass du diesen Hohlraum unter Umständen nicht mit Wasser füllen wirst...

    LG
    Plejaden

    Vielleicht etwas für die Leute, die nicht soviel Geld haben: Es gibt zu verschiedenen Hobbies sog. Arbeitskreise. Mir ist das bei der Recherche für Bonsais über den Weg gelaufen, ich kann mir das aber auch gut bei Modellbauern oder Fotografen oder was weiß ich vorstellen. Wenn da nicht die Sektkorken knallen o.ä. ist das sicher eine schöne alkoholfreie Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen und die Freizeit zu gestalten.