Beiträge von Plejaden

    Ein zweites Mal danke für die Glückwünsche ;) .

    @currlinger: Das ist echt so, irgendwann war ich so fixiert auf mein Thema, dass nichts anderes mehr in meinem Kopf reinpasste. Aber das war auch gut so, weil ich dann in der Prüfung gut darüber sprechen konnte.
    Über Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind, mache ich mir zur Zeit ja auch Gedanken. Karriere, Auto etc. standen aber schon seit eeewigen Zeiten ganz weit hinten an bei mir ;) .

    JoeDoe : Es ist doch eigentlich immer so - von dem ganzen Wissen, dass man im Vorfeld anhäuft, kann man letztendlich nur 5 % gebrauchen... Aber besser ich weiß zuviel als zuwenig.
    Und keine Bange, das Fernsehgucken war nur in den letzten Wochen so extrem. Wie ich geschrieben hatte, ich brauchte etwas, um mein Gehirn mal effektiv abzuschalten. Und neben AT ist dazu Fernsehgucken am Besten geeignet. Und der ganze Sport kommt von meinem derzeitigen eurosport-Konsum: Da kommt wenig Werbung und niemals Alkwerbung. Ist sehr angenehm :lol: .
    In den kommenden Tagen werd ich es wieder auf ein normales Maß runterfahren, versprochen ;) .

    engel : Das stimmt, dieses Verlangen, die Energie, damit umzugehen, das raubt nur Energie. Ich bin froh, dass mir das alles weitestgehend erspart geblieben ist.


    So, zu heute. Langer Tag und ich hab verpennt. Zum Glück nur ne halbe Stunde, war nicht so wild. Bin um 8 Uhr zur Uni, dort hab ich ein wenig gelesen, dann ging es in eine Vorlesung. Anschließend eine Stunde arbeiten, Mittagessen, danach wieder in die Bibliothek. Dann bin ich los und hab etwas gemacht, was ich mir schon seit Wochen vorgenommen habe: Ich bin in die Stadt ein bisschen bummeln. Hab mir Tee gekauft und ein Buch. War richtig schön :D ! Anschließend ging es direkt zur SHG.
    Dort haben wir über Rückfälle geredet, es kam auch das Thema "Wie ein Roboter losziehen und was kaufen" zur Sprache. Da dies hier im Forum auch behandelt wird, habe ich mir auf der Rückfahrt ein paar Gedanken dazu gemacht. Ich hatte das ja auch teilweise: Minutenlange Kämpfe mit mir selbst, dann bin ich "plötzlich" aufgestanden, in den Keller gelaufen und hab mir was geholt und mich besoffen. Wie ein Roboter, gegen meinen Willen. Wirklich...? Je länger ich darüber nachdenke, wenn ich mich zurückerinnere, mich einfühle, dann komme ich zu dem Schluss - ich wollte trinken. Ich hab mit mir selbst gefeilscht und verloren. Das, was mich zurückzuhalten versuchte, war mein Verstand. Der machte mir klar, wenn du jetzt gehst, dann verlierst du die Kontrolle, besäufst dich und sitzt morgen in der Uni wie ein Rotaugen-Nachtolm. Aber das war nur mein Verstand. Mein Wille, der sagte, ist alles egal, ich will saufen.

    Lehrreich, aber auch erschreckend.

    Werd jetzt die Künstlerbiografie weiterlesen. Ich weiß, die Prüfung ist vorbei, aber es ließt sich doch interessant. Guten Abend und gute Nacht!

    LG
    Plejaden

    Hallo ihrs,

    danke für die Glückwünsche :D ! Heute geht es mir schon wieder besser und ich kann mal ein bisschen berichten.

    Ich bin also um 5 Uhr "aufgestanden", dann um 6 Uhr gefahren. War sogar den Umständen entsprechend angenehm, weil der Bus leer war und so eine entspannt-verschlafene Stimmung herrschte. An der Uni hab ich nochmal reingeklotzt, zuerst im Büro, nach Sonnenaufgang dann in der Bibliothek (hab zwar einen Schlüssel, aber weiß nicht wie das Licht angeht :oops: ). Dann wurde es ernst, die erste Prüfung. Der Prof hat einen riesigen Stapel Bücher angeschleppt und mich die ganze Zeit über behandelt wie einen scheuen Vollblüter, muss wohl recht aufgeregt gewirkt haben :lol: . Die halbe Stunde ging wirklich sehr sehr schnell rum, leider habe ich zwei Monumente nicht erkennen können, darunter ein sehr wichtiges :oops: . Hab aber trotzdem ein zwei plus gekriegt, weil der Rest überdurchschnittlich war und man mir glaub ich wohl gesonnen war. Es ist mir trotzdem furchtbar peinlich, dass ich das eine Ding nicht erkannt hab... Ärgert mich.

    Danach war ich dann viiel ruhiger, hab noch gelernt. Alle waren total baff, dass ich zwei Prüfungen auf einen Tag gelegt hab, sie dachten, dass ich es schon hinter mir hätte :lol: .
    Die zweite Prüfung verlief so ähnlich, nur war ich wesentlich weniger aufgeregt. War eine total entspannte Atmosphäre, mehr wie ein netter Plausch bei einer Tasse Tee als eine Prüfung. Ich konnte alles beantworten, habe meine eigenen Überlegungen eingebracht. Hab letztendlich eine eins "scl" bekommen, unter anderem weil ich mir ungewöhnliche Themen ausgesucht und die kritisch bearbeitet hab.

    Danach war ich dann total fertig, bin in der Vorlesung nur noch eingeschlafen. War aber wichtig, dass ich da war, weil der Professor neue Prüfungstermine bekanntgegeben hat.
    Danach gings nur noch heim und auf die Couch, hab mit meinem Freund Fussball geguckt, bin aber da schon eingeschlafen und schließlich ins Bett gegangen.

    Heute bin ich erst um 9 Uhr aufgebrochen, hab zwei Stunden gearbeitet und bin danach sofort wieder heim. Hab mit meinem Freund Tennis geschaut und musste mir immer wieder sagen "Nee, ich brauch nichts mehr zu tun, ich kann das ganz entspannt gucken!". Danach hab ich ein bisschen Oblivion gespielt, hab versucht eine neue Schachtel zu falten - die ist nun zu groß geworden - und jetzt gucke ich mit meinem Freund Fussball. Eigentlich wollte ich auch noch Eistanzen schauen, aber die hatten da die ganze Zeit so eine fürchterliche, unerträgliche Humba-Tätäraä-Musi, da hab ich halt lieber gezockt.

    Ich habe vor Kurzem etwas gelesen über das Thema "Vertrauen in die Abstinenzfähigkeit". Mit jedem Rückfall sinkt dieses Vertrauen; mit jeder Situation, die man trocken übersteht, wächst es. Das kann ich nur bestätigen: Ich bin so glücklich, so stolz, diese schweren Wochen ohne zu trinken überstanden zu haben :D . Dass Alkohol als Alternative mir zuletzt so unendlich fern war und mir geradezu absurd erschien etwas zu trinken.

    Ach ja, am Sonntag hatte ich Fünfmonatiges. Hab ich ganz vergessen in der Aufregung :lol: .

    Morgen und übermorgen sind wieder lange Tage. Übermorgen werde ich deshalb erst um 11 Uhr zur Uni fahren, jedoch wieder um 6 Uhr aufstehen und dann den Tag laaangsam auf mich zukommen lassen.

    Ich wünsche einen schönen, trockenen Abend.

    LG
    Plejaden

    Hallo JoeDoe,

    "Ist dieser Wunsch nach ein oder zwei ‚Abschaltdrinks’ für einen ‚Normalen’ eigentlich noch legitim, oder beginnt hier bereits ein kritisches Konsumverhalten, welches schleichend im Alkoholismus enden kann?"

    Ich hatte vor einiger Zeit mal die Doku "Volk im Rausch" gesehen (war eines der Dinge, die meiner nassen Zeit den Todesstoß verpasst hat) und ich meine mich dunkel erinnern zu können, dass da ein Arzt in einer Suchtklinik ein solches Verhalten als kritisch und gefährlich bezeichnet hat.
    Ansonsten, ich habe es schon vor einiger Zeit aufgegeben mir Gedanken darüber zu machen, was 'Normale' so denken und fühlen ;) . Was ist schon normal?

    Zum Suchtdruck: Ich hatte gaaaanz am Anfang tatsächlich das starke Verlangen, wieder Alkohol zu trinken. Dieses Verlangen hat mein halbes Innenleben assimiliert und war relativ ganzheitlich, zielte sowohl auf den Rausch aber nochmehr auf den Geschmack alkoholischer Getränke ab, den ich mir als unvergleichlich und unersetzlich vorgegegaukelt habe. Mit der Zeit ist es schwächer geworden, der Geschmack trat in den Hintergrund, der Rausch wurde wichtiger, und nach etwa drei Monaten blieb nur der irgendwie diffuse Wunsch, mal wieder "abzuschalten" übrig. Und selbst das nur noch ganz selten und situationsgebunden.

    Ich denke, das liegt bei mir daran, weil ich zu einem relativ frühen Zeitpunkt aufgehört habe; zu trinken hat mir da in einigen, wenigen Fällen noch Freude bereitet, auch wenn meistens das Gefühl des Zwanges und der Gier überwog.

    Hoffe, ich konnte dir weiterhelfen ;) .

    Hallo zusammen,

    danke, dass ihr mir die Daumen gedrückt habt, es hat gewirkt! Ich hab beide Prüfungen bestanden! Jetzt bin ich aber ziemlich k.o., werde mich gemütlich hinlegen und warm einkuscheln und dann sehen, wann ich müde werde.

    Danke nochmal für die Unterstützung von euch allen! Bis morgen ;) .

    LG
    Plejaden

    So, jetzt ist es soweit, der Tag X ist da. Ab morgen geht es los... Habe gestern Nacht überhaupt nicht gut geschlafen, hatte Alpträume, dass ich es nicht schaffen würde :? . Ich weiß, dass ich eventuell nicht genug gelernt hab, ich bin momentan einfach nur froh wenn ich bestehe, egal mit welcher Note.
    Heute habe ich dann dementsprechend wieder den ganzen Tag gelernt, unterbrochen von kurzen Pausen - und das, obwohl ich das Gefühl hatte total zugenagelt zu sein. Tilt, error, stack overflow. Mehr geht nicht rein ins Oberstübchen, außer den römischen Kaisern mit Regierungsdaten und noch mehr Vasenbildern. Varus, Varus, gib mir mein Gehirn zurück...

    Ich habe mich jetzt dafür entschieden, morgen nicht mehr zur Nachbaruni zu fahren um noch in dem einen Buch zu lesen. Das ist zuviel Stress.

    Ich weiß auch nicht, ob ich heute Nacht werde schlafen können, zur Not mache ich halt durch und gucke Tennis und schmöckere im Forum. Werde dann um 6 Uhr zur Uni fahren (die Gebäude öffnen ab 7 Uhr) und werde dort weiter lernen. So eine fürchterliche Nacht wie heute möchte ich auf jeden Fall nicht nochmal erleben :shock: .

    Also, drückt mir bitte kräftig die Daumen, dass alles klappt :oops: .

    LG
    Plejaden

    P.S.: Etwas verworrene Schreibe heute... na egal, hauptsache ich artikuliere mich morgen nicht so ;) .

    "Mittwoch war ich noch so positiv eingestellt, bin schwimmen gewesen und habe mir bei jedem Schwimmzug gesagt, du schwimmst jetzt dem Alkohol davon."

    Das kenne ich von mir. Was hab ich mir alles versucht einzureden. Ich lag auf dem Sofa, hatte einen Kater und hab mir wirklich minütlich eingehämmert "Ab heute ist Schluss damit! Nächstes Mal bleibst du bei einem Bier!" Später wollte ich dann gar nichts mehr trinken, aber auch das hat nicht geklappt. Rumgeeiert eben.

    Irgendwann war ich dann ganz unten, hab erkannt, dass ich den Alk nicht im Griff hab. Ich hab mir nach und nach eingestanden, dass ich krank bin, dass die Sauferei immer schlimmer werden wird und ich daran sterben werde, wenn ich sie nicht stoppe. Ab dem Punkt habe ich dann den Schlussstrich gezogen.

    Was oder wieviel oder wann du trinkst, ist unerheblich. Ich habe es geschafft mit max. 5 Flaschen Bier oder Gläsern Wein bei drei bis vier Trinkgelegenheiten die Woche süchtig zu werden. Alles weiches Zeug, "hart" war nur das Brett vor meinem Kopf.

    Danke für deine Ermunterung kommal ;) ! Ich finde es sehr demotivierend, wenn Leute aus höheren Semestern ob solcher Lebensplanungen - die, ach Gott (!), mit Arbeit verbunden sind - mit so einem völlig gelangweilten Pessimismus hausieren gehen. "Ach, das klappt eh nicht..." *mitleidiger Blick auf den Jungspund*

    Wünsche dir einen schönen Abend

    Guten Abend,

    heute war ein ruhiger Tag, wenn auch anstrengend wegen des Lernens. Ich bin weiter gekommen, habe noch einige Texte gelesen und werde bei den Vasen immer sicherer. Zwischendrin hab ich immer wieder Entspannungspausen eingelegt, Biathlon geguckt, geduscht etc.

    In meinem Geist herrscht im Augenblick eine Art Waffenstillstand; er kann sich nicht recht entscheiden, ob er noch ruhig bleiben will oder so langsam in grelle Prüfungspanik ausbrechen will. Ich habe seit letzten Mittwoch angefangen, die 24h-Methode auf die Prüfungsangst zu übertragen: Ich plane nur noch den nächsten Tag, schaue, dass ich alles gemacht kriege und denke nicht an nächste Woche. Von Tag zu Tag leben. Das hat sehr geholfen, die Angst zu minimieren.

    Ich habe auch kaum Probleme mit dem Schwarze-Wand-Effekt. Das ist eines meiner größten Probleme und bedarf vielleicht einer Erklärung: Früher war es so, dass für mich ein Datum, das mit einem belastenden Termin belegt war, nicht näher kommen durfte. Die Zeit nach diesem Termin durfte nicht eintreten, weil ich dann ja in die belastende Situation kommen würde. Die Zukunft hinter dem Termin lag also wie hinter einer schwarzen Wand verborgen. Die Welt "danach" hörte einfach auf zu existieren. Das war natürlich aus meinen Depressionen geboren. Inzwischen ist das besser, ich hab nur hin und wieder Gedanken wie "Nein, du darfst dich nicht auf die Biathlon-WM freuen, das ist NACH der Prüfung, und dadurch würdest du befürworten, dass auch die Prüfung schnell näher rückt." Aber die waren weniger intensiv als die schwarze Wand, so allgemeine Panik.

    Die letzten Wochen waren sehr wertvoll. Ich habe gelernt, wie ich mit Prüfungsangst ohne Betäubungsmittel umgehen kann. Dass es Möglichkeiten gibt, sie zu reduzieren und dass ich sie aushalten kann. In meinem Leben gibt es nicht nur positive und schöne Gefühle, auch das Negative existiert und ich muss damit umgehen lernen, ohne es "wegzumachen".

    Werde mich nun ein wenig entspannen. Bis morgen!

    LG
    Plejaden

    Das ist ja Sch... :( .... Ich hab bei mir auch schon festgestellt, wenn es kommt, dann aber auch alles auf einmal. Mitte letzten Jahres haben bei mir z.B. die Akkus von so ziemlich allen Geräten, die damit laufen, gleichzeitig den Geist aufgegeben und mussten ersetzt werden. Als hätten sich die Biester abgesprochen.

    Das mit dem Abschaltwunsch kenne ich nur zu gut, das hatte ich ja Anfang des Jahres, als der Stress wegen der Prüfung losging. Inzwischen ist dieser Wunsch weg, das liegt zu einem großen Teil daran, dass ich mit sowas gerechnet hab und darauf vorbereitet war.

    Ich wünsche dir zumindest eine gute Nacht und einen angenehmen Sonntag!

    Hallo engel, ich antworte dir auf deine Frage nach dem Selbstvertrauen mal in deinem Thread ;) . Ich bin nach der Annahme vorgegangen, dass Selbstwertprobleme in der Kindheit und Jugend entstehen; das war zumindest bei mir so. Ich wurde mit destruktiven Einstellungen zu meiner Person vollgepumpt, über einen ziemlich langen Zeitraum (bis zu meinem 20. Lebensjahr, so circa zumindest). Diese Sachen sind hängen geblieben, die falschen Einstellungen haben mich assimiliert und ich habe selbst so von mir gedacht.

    Als ich dann angefangen hab an meinem Selbstvertrauen zu arbeiten, hab ich geschaut woher diese Einstellungen kommen und hab sie als falsch erkannt. Es stimmt nicht, dass ich eine fette Aidskranke, Missgeburt und gehirnbehindert bin und kein Recht habe, überhaupt auf dieser Welt zu sein, weil ich im Augen aller Menschen eine Beleidigung und ekelig bin.

    Das mal in Kurzform. Für weitere Fragen einfach schreien ;) .

    Ich kann verstehen, was in dir vorgeht. Was dein Mann macht, ist emotionale Erpressung, er macht dich für sein Wohl und Wehe verantwortlich.

    Aber dein Mann ist ein erwachsener Mensch, der für sich selbst sorgen kann (sorgen können müsste...) und die Verantwortung für sein Leben selbst trägt - das beinhaltet auch, dass er sich Hilfe suchen kann, seine Lebensqualität selbst verbessern kann. Natürlich weiß ich, das wird er anders sehen - schließlich ist es viel bequemer, dich durch solche Aussagen zum Bleiben zu zwingen, anstatt an sich selbst zu arbeiten.

    Auf deine Fragen weiß ich auch keine Antworten außer, dass du dir diesen Schuh nicht anziehen musst. Wie gesagt, dein Mann ist erwachsen und kein Kind mehr, um das du dich kümmern musst. Aber ich weiß, das ist schwer, wenn es um einem Menschen geht, der einem nahe steht.

    Lass dich mal ganz fest drücken.

    LG
    Plejaden

    Hallo Superstar,

    ich antworte dir mal weil ich vor ein paar Jahren in einer ähnlichen Situation war wie du - allerdings (zum Glück!) ohne, dass Kinder mit davon betroffen waren, ich habe keine. Ich weiß nicht, ob das alles so auch auf dich zutrifft weil ich nicht weiß, was bei dir daheim los ist; vielleicht hilft es dir ja trotzdem.

    Damals habe ich gemerkt, dass mein Freund mir nicht gut tut, dass er mich fertig macht und mein Selbstvertrauen untergräbt. Aber aufgrund meiner sozialen Phobien und Minderwertigkeitsgefühlen schaffte ich es nicht, mich von ihm zu trennen. Ich hatte das Gefühl, ohne ihn kein ganzer Mensch zu sein, alleine nichts wert und verloren zu sein.

    Letztendlich habe ich den Berg "Trennung" in viele kleine Etappen aufgeteilt. Ich habe angefangen, mich um mich zu kümmern, mir anzusehen, was brauche ich für Rüstzeug um ein Leben ohne ihn bestreiten zu können? Ich habe mich mit meinem Selbstvertrauen beschäftigt, habe gelernt alleine zu stehen und seine Krücke nicht mehr zu brauchen.
    Dann habe ich mir angesehen, was tut er, was mir nicht gut tut und wie reagiere ich darauf? Es ging darum zu sehen, wie ich mich ändern kann, wie ich angemessener darauf reagieren kann, nicht ihn zu verändern. Denn ihn verändern zu wollen, das hätte keinen Sinn gehabt.

    Letztendlich habe ich dann noch eine Therapie gemacht, die den letzten Ausschlag gegeben hat.

    Und wie ist es ausgegangen? Mein Freund hat meine Veränderungen natürlich registriert und seine Bemühungen zunächst vervielfacht, mich wieder klein zu kriegen. Das war eine richtig fiese Zeit, aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Letztendlich gibt es zwei mögliche Ausgänge: Er hätte es mit einer selbstbewussten Freundin nicht ausgehalten und wäre gegangen. Das wäre zu diesem Zeitpunkt nicht mehr schlimm gewesen, ich hatte gelernt, alleine zu stehen und für mich zu leben.
    Zweitens, er hat akzeptiert, dass ich anders bin und ist geblieben. So ist es heute. Er bereut zutiefst, was er damals mit mir gemacht hat, hat sich mehrfach dafür entschuldigt. Wir führen eine harmonische, gute Beziehung, kleine Reibereien inbegriffen ;) .

    Das war aber nur möglich, weil ich bei mir geblieben bin, etwas für mich getan und an mir gearbeitet habe, immer mit Blick darauf, in naher Zukunft eine Trennung verkraften zu können. Letztendlich bin ich als ganzer Mensch daran gewachsen.

    Vielleicht ist es gut, wenn du deine Abstinenz erstmal zu festigen versuchst, stabiler wirst. Du schreibst selbst, ein Rückfall kann tödlich enden, also gilt es jetzt erstmal an deiner Trockenheit zu arbeiten. So würde ich es zumindest machen.
    Wenn einer der älteren Hasen mir widersprechen will, mag er das gerne tun. Ich schleich mich jetzt wieder raus und lerne ;) .

    Wünsche dir alles Gute, liebe Grüße
    Plejaden

    P.S.: Meine Zeilen gelten allerdings nur, wenn du nicht von häuslicher Gewalt betroffen bist.

    Hallo zusammen,

    heute hab ich mal etwas mehr Zeit, bin schon seit 16 Uhr zu Hause. Davor war ich von 9-15 Uhr an der Uni, lernen. Bin wieder weiter gekommen, leider eine schlechte Nachricht: Der Dozent vom zweiten Fach hat sich schon die beiden Hauptbücher mitgenommen, die ich mir eigentlich ausleihen wollte, und war nicht mehr zu erreichen. So ein Mist... Naja, es muss jetzt mit diesen Büchern gehen. Ein Exemplar gibt es in der Nachbar-Uni, aber es kostet immer wertvolle Zeit dorthin zu fahren. Args.

    Wie gesagt, um 15 Uhr gings heim, schön Mittag gegessen, eine Stunde ausgespannt und danach noch zwei Stunden Notizen abgetippt. Bin jetzt damit durch und kann den Kram morgen rasch sortieren und ausdrucken. Dazu habe ich heute alte Unterlagen durchgeguckt und wieder wertvolles Wissen darin gefunden. Von was ich im vierten Semester alles Kopien gemacht hab... Naja, jetzt bin ich heilfroh drum :lol: .

    Ach so, meinen Adventskranz hab ich jetzt endlich geschlachtet. Bin ich ja nicht zu gekommen die letzten Tage. Jetzt steht wieder die alte Deko auf dem Tisch, bis dann Ostern naht :roll: .

    Was die Tagesstruktur angeht, habe ich die letzten Wochen auch einige wertvolle Erfahrungen gemacht. Um 6 Uhr aufstehen tut nicht weh und gibt mir Zeit für den Tag. Meine "Arbeitszeiten" möchte ich zwischen 9 und 17/18 Uhr haben, mit Pausen wohlgemerkt. Diese Zeit ist für Uni, Lernen und sonstige Arbeiten (Haushalt, Behördenkram, weiß der Kuckuck) reserviert. Danach habe ich dann auch rigeros frei. Heißt auch im Klartext: Wenn ich mich daran halte, nicht verpeile usw. wird es in Zukunft keine Referatsnachtschichten o.ä. geben. Weil ich alles zur rechten Zeit fertig habe. Das ist das Ziel. In den letzten Wochen hatte ich Zeit dieses Schema auszuprobieren, und es funktioniert.

    Ich muss aber auch sagen, diesmal habe ich mich mit dem Lernen verrechnet. Dafür kann ich jedoch nichts, weil ich diese Art von lernen nicht gewohnt bin. In allen Prüfungen vorher (Abitur, Gesellenprüfung, Führerschein, Latinum...) hatte ich Mitschriften und Kopien, einen Lehrplan, der auf die Prüfung hinführte, alles schön zusammengefasst. Das war diesmal nicht so. Ich musste mir die Information aus verschiedenen Büchern zusammenklauben, und das hat mehr Zeit gekostet als ich dachte. Ich kann schnell lesen, aber nicht schnell genug.
    Also, memo an mich für die zukünftige Studienplanung: Ich werde auf die nächsten Prüfungen in zwei Jahren gezielt hin lernen. Mir zeitnah Themen aussuchen, und darauf hinarbeiten. Alle sagen mir zwar "Ach, das klappt eh nicht.", aber ich denke das klappt sehr wohl, wenn ich nur will.

    So. Jetzt mache ich mir einen schönen, entspannten Abend mit TV und Tee. Bis morgen!

    LG
    Plejaden

    Auch heute leider wieder sehr kurz, bin vor 20 Minuten heimgekommen und total platt. Habe sieben Stunden gelernt, der Takt erhöht sich.

    Eigentlich wäre ich schon um 19 Uhr daheim gewesen, aber heute hat es wieder einen Gastvortrag an der Uni gegeben. Der Professoren, der mich am Montag prüfen wird, hat mich vor ein paar Wochen darauf angesprochen, dass er es unmöglich findet, wenn die Angestellten des Instituts nicht zu diesen Vorträgen erscheinen. Tja, da stand ich heute nun... Bin vorsichtshalber hingegangen. Ist mir zu riskant, am Ende ist der am Montag grantig, weil ich nicht bei diesem Vortrag aufgetaucht bin (die Gefahr besteht bei ihm tatsächlich und reell). Ich hätte mich wegen schlechtem Gewissen auch gar nicht entspannen können daheim.

    Suchtdruck habe ich gar keinen mehr, seit Tagen. Alkohol ist keine Alternative mehr, das ist im Bauch angekommen und beginnt, sich zu verwurzeln. Ganz tief und fest.

    Ich wünsche einen schönen Abend :) . Ich haue mich jetzt aufs Sofa und schaue Snooker, bis ich müde werde. Einfach die Gedanken treiben lassen...

    LG
    Plejaden

    Ich schneie mal schnell bei dir rein und gratuliere dir zum Halbjährigen :lol: . Mögen noch viele viele weitere folgen.

    Ach ja, und deiner Lichtmaschine wünsche ich alles Gute ;) . Soll mal ganz bleiben, das blöde Ding.

    LG
    Plejaden, die bei ihrem letzten Schluck Bier noch gar nicht wusste, dass es ihr Letzter sein würde...

    Ein weiterer Tag ist rum. Ich werde heute nicht viel schreiben, bin grad erst heim gekommen. Habe den ganzen Tag gelernt, zwischendurch eine Vorlesung besucht, dann Abends noch SHG. Jetzt bin ich platt und lege mich vor den Fernseher. Morgen wird es wohl ähnlich spät werden. Ich bin froh, wenn das alles endlich vorbei ist und die Prüfung hinter mir liegt.

    LG
    Plejaden