Hallo zusammen,
der heutige Tag war wesentlich weniger stressig. Ich bin wieder um 6 Uhr aufgestanden, hab diesmal aber etwas anders gemacht: Diesmal hab ich nicht den Computer angemacht um hier in Forum und in anderen Foren zu stöbern, sondern hab ihn bewusst ausgelassen, den Tag auf mich zukommen lassen. Und siehe da: Die Zeit hat besser gereicht, kam mir länger vor, war besser. Werde das mal die nächsten Tage so weiter laufen lassen.
Um 8 Uhr ging es dann jedenfalls auf zur Uni, vorher musste ich noch ein paar notwendige Erledigungen tätigen (wenn's Deo und die Zahnpasta aus sind, muss halt Ersatz her), danach hab ich eine Stunde gelernt. Danach ging es zwei Stunden arbeiten. Irgendwie haben alle gesehen (sogar ein Dozent, der mich nur entfernt kennt), dass ich bleich und überarbeitet war, eine Arbeitskollegin hat mir angeboten meine Stunden zu übernehmen. Aber dann hab ich ja noch weniger Geld, ne ne, ich hab gearbeitet. Die Arbeit war ja auch entspannend, einfach einen Schwung Bilder in Photoshop zu bearbeiten macht Spaß und ist fast meditativ.
Danach drei Stunden gelernt, ich bin wesentlich weiter gekommen. 1.500 Vasen intus, die jetzt in meinem Kopf in ein chronologisches System eingeordnet sind. Stichpunkte zur Entwicklung der attischen Vasenmalerei sind auch gesammelt. Ich fühle mich viel besser, sicherer.
Um 15 Uhr ging es dann heim, auf dem Rückweg bin ich fast weggeweht worden
. Was für ein Sturm! Zu Hause hab ich erstmal mit meinem Freund zusammen entspannt (er hat darauf bestanden
), danach nochmal zwei Stunden gelernt. Jetzt hab ich frei. Aber wie hat doch Zeppeline geschrieben? Auch jetzt lernt mein Unterbewusstsein weiter... Braves Ding.
kommal : Mh, das kommt glaube ich noch von früher. Bevor ich mit dem Trinken aufgehört habe, hab ich ja meist nur rumgehangen und hab nix getan außer alles zu verpeilen. Seminararbeiten auf den letzten Drücker abgegeben, nie wirklich gelernt, nur Videospiele gespielt und TV geschaut. Alles verpeilt halt, "entspannt" ohne wirklich zu entspannen, weil ich wusste, ich müsste eigentlich etwas wichtiges erledigen.
Inzwischen hätte ich mir die Entspannung verdient, aber kann sie mir noch nicht richtig nehmen. Ich hab immer das Gefühl, ich muss was Tolles, Kreatives, Umwerfendes machen. Das stimmt aber nicht.
Gestern hab ich tatsächlich nur Snooker geguckt und meinen Tee getrunken. Die erste Stunde war es fürchterlich, ich hatte immer das Gefühl, ich müsse irgendwas machen. Aber dann wurde es besser. Und die Zeit ist schöööön langsam rumgegangen. Ich hab den Abend viel bewusster erlebt. Das werde ich jetzt öfter machen nach so langen Tagen, danke für den Hinweis
.
summerdream : Danke für deine Geschichte, ich hab mich in vielen Punkten wiedergefunden. Vor allem in der Partyunlust - nach meinem Latinum (meine letzte größere Prüfung) hatte ich auch keinen Bock mehr auf gar nix und wollte einfach nur allein für mich meine Ruhe haben - und zwar durchaus im positiven Sinne.
Auch das mit dem Lern-Vakuum kenne ich. Diese Unruhe, dieses "Mensch, du musst doch... halt, gar nichts muss ich, es ist vorbei!".
Und klar sage ich Bescheid. Ich werde nicht genau den Tag nennen, aber werde sagen "ab jetzt bitte für die nächsten drei Tage Daumen drücken"
.
JoeDoe : Mh... Ich bin ja noch am Überlegen (args, Ruhrpott-Gerundium). Ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass ich mir doch etwas Gönnen werde. Es ist ein besonderer Anlass und ich benutze es nicht als Ausrede, mir ständig etwas zu kaufen. Hab halt irgendwie Angst, kaufsüchtig zu werden, ernsthaft
. Ein Objektiv wird es jedenfalls nicht werden, ich hab genug von den Dingern
. Ich werde auf jeden Fall anfangen, Viva Pinata zu spielen. So ein freundlicher Garten mit kunterbunten Viechern wird mir sicher helfen, die rot-schwarzen Vasen und grauen römischen Reliefs zu vergessen (auch wenn die Reliefs einmal genau so bunt waren, wie die Pinatas
).
Vielleicht kaufe ich mir noch einen Kaktus. Ich mag die kleinen stacheligen Gesellen irgendwie, und sie überleben recht gut bei mir.
So, ich lasse den Abend jetzt geruhsam ausklingen. Ich möchte lernen, mich immer auf eine Sache auf einmal zu konzentrieren. Das Heulen des Windes draußen schafft eine heimelige Atmosphäre. Wie schön!
LG
Plejaden