Beiträge von Plejaden

    Hallo zusammen,

    der heutige Tag war wesentlich weniger stressig. Ich bin wieder um 6 Uhr aufgestanden, hab diesmal aber etwas anders gemacht: Diesmal hab ich nicht den Computer angemacht um hier in Forum und in anderen Foren zu stöbern, sondern hab ihn bewusst ausgelassen, den Tag auf mich zukommen lassen. Und siehe da: Die Zeit hat besser gereicht, kam mir länger vor, war besser. Werde das mal die nächsten Tage so weiter laufen lassen.

    Um 8 Uhr ging es dann jedenfalls auf zur Uni, vorher musste ich noch ein paar notwendige Erledigungen tätigen (wenn's Deo und die Zahnpasta aus sind, muss halt Ersatz her), danach hab ich eine Stunde gelernt. Danach ging es zwei Stunden arbeiten. Irgendwie haben alle gesehen (sogar ein Dozent, der mich nur entfernt kennt), dass ich bleich und überarbeitet war, eine Arbeitskollegin hat mir angeboten meine Stunden zu übernehmen. Aber dann hab ich ja noch weniger Geld, ne ne, ich hab gearbeitet. Die Arbeit war ja auch entspannend, einfach einen Schwung Bilder in Photoshop zu bearbeiten macht Spaß und ist fast meditativ.
    Danach drei Stunden gelernt, ich bin wesentlich weiter gekommen. 1.500 Vasen intus, die jetzt in meinem Kopf in ein chronologisches System eingeordnet sind. Stichpunkte zur Entwicklung der attischen Vasenmalerei sind auch gesammelt. Ich fühle mich viel besser, sicherer.
    Um 15 Uhr ging es dann heim, auf dem Rückweg bin ich fast weggeweht worden :shock: . Was für ein Sturm! Zu Hause hab ich erstmal mit meinem Freund zusammen entspannt (er hat darauf bestanden :lol: ), danach nochmal zwei Stunden gelernt. Jetzt hab ich frei. Aber wie hat doch Zeppeline geschrieben? Auch jetzt lernt mein Unterbewusstsein weiter... Braves Ding.

    kommal : Mh, das kommt glaube ich noch von früher. Bevor ich mit dem Trinken aufgehört habe, hab ich ja meist nur rumgehangen und hab nix getan außer alles zu verpeilen. Seminararbeiten auf den letzten Drücker abgegeben, nie wirklich gelernt, nur Videospiele gespielt und TV geschaut. Alles verpeilt halt, "entspannt" ohne wirklich zu entspannen, weil ich wusste, ich müsste eigentlich etwas wichtiges erledigen.
    Inzwischen hätte ich mir die Entspannung verdient, aber kann sie mir noch nicht richtig nehmen. Ich hab immer das Gefühl, ich muss was Tolles, Kreatives, Umwerfendes machen. Das stimmt aber nicht.
    Gestern hab ich tatsächlich nur Snooker geguckt und meinen Tee getrunken. Die erste Stunde war es fürchterlich, ich hatte immer das Gefühl, ich müsse irgendwas machen. Aber dann wurde es besser. Und die Zeit ist schöööön langsam rumgegangen. Ich hab den Abend viel bewusster erlebt. Das werde ich jetzt öfter machen nach so langen Tagen, danke für den Hinweis ;) .

    summerdream : Danke für deine Geschichte, ich hab mich in vielen Punkten wiedergefunden. Vor allem in der Partyunlust - nach meinem Latinum (meine letzte größere Prüfung) hatte ich auch keinen Bock mehr auf gar nix und wollte einfach nur allein für mich meine Ruhe haben - und zwar durchaus im positiven Sinne.
    Auch das mit dem Lern-Vakuum kenne ich. Diese Unruhe, dieses "Mensch, du musst doch... halt, gar nichts muss ich, es ist vorbei!".
    Und klar sage ich Bescheid. Ich werde nicht genau den Tag nennen, aber werde sagen "ab jetzt bitte für die nächsten drei Tage Daumen drücken" :lol: .

    JoeDoe : Mh... Ich bin ja noch am Überlegen (args, Ruhrpott-Gerundium). Ich denke, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, dass ich mir doch etwas Gönnen werde. Es ist ein besonderer Anlass und ich benutze es nicht als Ausrede, mir ständig etwas zu kaufen. Hab halt irgendwie Angst, kaufsüchtig zu werden, ernsthaft :roll: . Ein Objektiv wird es jedenfalls nicht werden, ich hab genug von den Dingern :lol: . Ich werde auf jeden Fall anfangen, Viva Pinata zu spielen. So ein freundlicher Garten mit kunterbunten Viechern wird mir sicher helfen, die rot-schwarzen Vasen und grauen römischen Reliefs zu vergessen (auch wenn die Reliefs einmal genau so bunt waren, wie die Pinatas ;) ).
    Vielleicht kaufe ich mir noch einen Kaktus. Ich mag die kleinen stacheligen Gesellen irgendwie, und sie überleben recht gut bei mir.

    So, ich lasse den Abend jetzt geruhsam ausklingen. Ich möchte lernen, mich immer auf eine Sache auf einmal zu konzentrieren. Das Heulen des Windes draußen schafft eine heimelige Atmosphäre. Wie schön!

    LG
    Plejaden

    Hallo,

    ich habe mal irgendwo gelesen (im Folgenden die Kurzfassung), dass die Fähigkeit, wie gut Alkohol in der Leber wieder abgebaut werden kann, vererbt wird. Daran gekoppelt scheint dann in vielen Fällen ein hoher Konsum zu sein (denn der Mensch verträgt den Alkohol ja sehr gut), der dann schnell in die Abhängigkeit führen kann.

    Ob es darüber hinaus noch ein "Suchtgen" gibt, weiß ich nicht. Allerdings sieht es nicht danach aus.

    LG
    Plejaden

    So, auch heute hab ich wieder den Kaffee auf. Einer der Professoren will für die Prüfung zwei Thesenpapiere haben. Nun bin ich seit einer Woche kaum zum Lernen gekommen, damit ich diese Dinger gemacht kriege, und heute war bis 11 Uhr auch nix los, weil ich die Teile heute abgeben muss! Ich krieg echt nen Anfall... Dann bleib ich morgen eben wieder länger und gehe wieder nicht joggen, damit ich die verlorene Zeit wieder rausholen kann. So ein Mist :( .

    Wie dem auch sei, ich bin heute um 6 Uhr aufgestanden, hab mein Frühstück vorbereitet und mich dann auch gleich an das Finale dieser Papiere gemacht. Gedauert hat das Drama in x Akten bis 8.30 Uhr, da habe ich zwei "Notfallpapiere" ausgedruckt die ich abgegeben hätte, wenn alle Stricke gerissen wären. Danach ging es beladen mit 10 kg Büchern aus der WoEn-Ausleihe und dem Notebook zur Uni. Da hab ich erstmal die Bücher abgegeben, dann das Notebook genommen und die Thesenpapiere endlich fertig gemacht, hab sie ausgedruckt und abgegeben. Jetzt kann ich mich endlich wieder auf das Lernen konzentrieren!
    Das war es dann auch, was ich die meiste Zeit des Tages gemacht habe: Gelernt. Ich bin um einiges weiter gekommen, ich muss nur aufpassen, nicht ein Fach gegenüber dem anderen zu vernachlässigen :roll: .
    Zum Schluss ging es noch um 16 Uhr in eine Vorlesung und danach war erstmal Schicht im Schacht. Bin nach Hause gefahren und schreibe nun hier. Danach werde ich Snooker gucken und beim Anblick des beruhigend grünen Tuches und der klackenden kleinen Kugeln bald in tiefer Müdigkeit zu versinken. Vorher gibt es aber noch einen Tee :D .

    In der SHG wurde ich darauf hingewiesen, dass ich mir frühzeitig Gedanken wegen des "Noch-eins-draufsetzen"-Effekts nach der Prüfung machen sollte. Ich bin da durchaus gefährdet, das gebe ich rundheraus zu. Ich sehe zwei Möglichkeiten:
    1. Ich belohne mich mit etwas anderem als mit Alkohol. Ich kaufe irgendwas, gönne mir etwas besonderes zum Essen oder Trinken oder oder. Hab da einiges im Sinn.
    2. Ich belohne mich NICHT und genieße einfach das Gefühl, dass es vorbei ist und (hoffentlich!!!), dass ich eine gute Leistung erbracht habe. Ich bade mich in dem Glücksgefühl und versuche nicht, es künstlich zu verstärken. Ich werde mir Ruhe gönnen, einen netten Abend machen, mich aufs Sofa kuscheln und einfach mal das tun, worauf ich in den letzten Wochen verzichten musste.

    Bisher tendiere ich zu Möglichkeit zwei. Ich möchte diesen Belohnungslink, der mir gefährlich erscheint, wenn es möglich ist abschwächen oder brechen. Genausowenig wie ich Alkohol als Stimmungsheber brauche, wenn es mir schlecht geht, brauche ich ihn auch nicht, um schöne Momente noch "schöner" zu machen.

    Meine Gedanken dazu. Falls jemand eine ähnlich beglückende Situation heil überstanden hat, bin ich über Erfahrungen sehr dankbar.

    LG
    Plejaden

    Hallo JoeDoe,

    mh, identifizieren kann ich mich auch nicht mit den von dir beschriebenen Menschen. Ich sehe sie als eine Art imaginäre Verlängerung meines Weges in die Alkoholkrankheit: Das könnte ich sein, wenn ich wieder anfange zu trinken. Wenn ich falle, und nicht mehr hoch komme. Klar, ich bin ein sehr reflektierter Mensch, ich stelle viele Dinge die ich tue kritisch in Frage. Genau das hat mich dazu gebracht, so früh aus der Krankheit auszusteigen, weil ich mich angesehen und gemerkt habe: Was du gerade tust, ist nicht gut. Es ist nicht richtig.

    Grundsätzlich möchte ich für mich nicht ausschließen, einmal in dieses Stadium der Krankheit zu kommen. Meine 100ste Entgiftung "feiern" zu können, Kinder meine Arbeit verrichten zu lassen, weil ich es nicht mehr auf die Reihe kriege. Ich hatte zum Beispiel mal gedacht, ich würde nie Depressionen kriegen, das würde mir nie passieren. Vor zwei Jahren wurden dann bei mir mittelschwere Depressionen diagnostiziert, die meiner Reflektion völlig entgangen sind.

    Ich mag das Bild von der Zukunft als ein Labyrinth aus tausenden von Wegen mit tausenden von Gabelungen. Jede Gabelung als eine Entscheidung von mir. Ich bin nach Kräften bemüht, immer die für mich beste Entscheidung zu treffen und einen geraden Weg zu verfolgen ;) .

    Ich wünsch dir noch viel Nerven in deiner Hochburg, ich wohne zum Glück nur am Rande der jecken Todeszone. Einer aus meiner SHG erzählt übrigens, dass er am Rosenmontag "so richtig feiern geht", und heroisch nur keinen Alk trinkt... Ich hab lieber meinen Babbel gehalten :roll: . Er ist zig Jahre trocken und muss wissen, was er tut.

    LG
    Plejaden

    Wieder ein recht ereignisloser Tag. Bin um 8.30 Uhr aufgestanden, hab gefrühstückt und danach angefangen zu lernen. Um 13.10 Uhr habe ich eine Pause gemacht um das erste Rennen zu gucken, danach habe ich gespült und mich geduscht. Anschließend noch ein wenig Karteikärtchen bekritzelt, zum zweiten Prüfungsthema, danach kamen dann die Biathlon-Herren dran. War erfreulicher als die Damen. Anschließend habe ich noch zwei Stunden gelernt, dann eine Datei ausgedruckt. Danach hatte ich endlich frei. Leider habe ich einen kreativen Rückschlag erhalten, ich habe versucht jemanden von einem Foto abzuzeichnen und es ist... misslungen... naja, nur Übung macht den Meister. Dann habe ich aus Frust versucht noch eine Pralinenschachtel zu basteln, leider eignet sie sich von ihrer Größe her eher zu einem Eierbecher. Gegessen. Also das Ei, nicht den Becher.

    Der Typ, dessen Autobiographie ich gerade für die Prüfung lese, wird mir auch immer sympathischer. Sinngemäß, nicht die gesellschaftliche Stellung bestimmt den Wert eines Individuums. Wie wahr wie wahr...

    Was den Chat heute abend angeht, der hat einige Erkenntnisse gebracht. Auf die Idee mit dem Lauftreff bin ich schon voll allein gekommen (wenn ich irgendwann mal gut genug dafür bin), aber so andere Sachen, das war super! Ehrenamtlich Gassigehen im Tierheim, warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? Ich hoffe da gibts auch Anfängerhund, kenne mich damit nicht so gut aus :oops: . Dann versuchen, zu einem meiner Hobbies einen Club o.ä. zu finden... gucken ob es in der Nähe eine alkoholfreie Begegnungsstätte gibt... Soviele Möglichkeiten :D . Ich werde das in den nächsten Tagen mal planen und recherchieren, vor der Prüfung komme ich ohnehin nicht dazu, etwas in der Art in Angriff zu nehmen.

    So, ich verbringe jetzt den restlichen Abend mit meinem Freund. Er sagt, heute ist ein schöner Tag. Da kann ich ihm nur zustimmen! Auch wenn der Tag ereignislos war, er ist deshalb nicht weniger schön.

    LG
    Plejaden

    Deine Zeilen machen mir Mut. Auch wenn es nicht immer so reibungslos laufen wird, es kommt anscheinend sehr darauf an, wie ich für mich selbst und meine Wünsche einstehe. Du hast Klartext geredet und es wird akzeptiert. Ich neige schnell dazu zu relativieren und rumzudrucksen, das erkennen die meisten Menschen als einen Punkt um den Hebel anzusetzen. Daran möchte ich etwas ändern.

    Und das mit dem Schweinehund ist wirklich so eine Sache: Da baut sich sowas wie Fitness-Studio wie eine Wand vor einem auf, aber wenn man einmal da war fragt man sich, warum man's nicht eher gemacht hat ;) .

    Schönen Sonntag auch dir!

    Hallo Bernd,

    ich hab vielleicht eine semipositive Sache für dich. In meiner SHG ist einer, der letztes Jahr unter Alkoholeinfluss straffällig geworden ist. Er hat sich darauf in eine Entgiftungsbehandlung begeben, macht jetzt eine LZT und geht halt in die SHG, in der ich bin. Er meint, er würde nicht ins Gefängnis kommen, eben wegen "Therapie oder Knast".

    Er ist sich sehr wohl im Klaren darüber, dass ihm seine Schritte als Berechnung ausgelegt werden könnten; vielleicht ist das auch so. Kann ich nicht beurteilen. Er erscheint auf jeden Fall motiviert und ernsthaft daran interessiert, seine Sucht hinter sich zu lassen und dieses schlimme Ereignis als Neuanfang für sich gelten zu lassen.

    In diesem Sinne, liebe Grüße
    Plejaden

    Guten Abend,

    heute war ein recht ereignisloser Tag ohne Höhen und Tiefen. Bin schon um 7.30 Uhr aus dem Bett gefallen, habe einen Tee getrunken und bin dann Brötchen holen gegangen. Anschließend habe ich eine Stunde gelernt, um dann um 11 Uhr meinen Freund zu wecken. Wir haben zusammen gefrühstückt, dann ist er los zu einer Fete (er muss da einiges vorbereiten helfen) und ich habe weiter gelernt. Danach hab ich Biathlon geguckt, nur um anschließend wieder zu lernen. Oh Mann... naja, immerhin habe ich jetzt ca. 1000 Vasenbilder intus und erkenne einen großen Teil der Motive anhand der Ikonographie, auch wenn ich die Vase nicht kenne. Ist meine "Lebensversicherung", falls der Prüfer so Pötte auffährt, die ich nicht kenne.
    Danach habe ich noch eine Stunde gelesen und wollte danach eigentlich bis 20 Uhr Oblivion spielen, allerdings ist mir die Karre wieder nach einer Stunde abgeschmirt :roll: . Jetzt hänge ich etwas in den Seilen, wollte erst um 20.15 Uhr was auf arte gucken. Mal sehen, mal sehen...

    Ich habe mir heute Gedanken darüber gemacht, was mir wirklich wichtig ist im Leben. Das vor allem vor dem Hintergrund, dass ich bald ausziehe und mir dann weniger Geld zur Verfügung stehen wird. Was brauche ich wirklich zum Leben? Ich bin heute durch meine kleine Wohnung gegangen und habe festgestellt, dass sie vollgestopft mit Gerümpel ist. Vieles habe ich inzwischen entsorgt, auch finanzielles Gerümpel (Auto verkauft, Handyvertrag gekündigt, diesen komischen Tierschutzverein gekündigt...), vieles hat mein Freund entsorgt (über 200 Videospiele), aber es ist immer noch so viel. Ich frage mich, wo kommt das ganze Zeug eigentlich her? Ich muss es irgendwann gekauft haben. Mir ist klar geworden, dass ich genau das mache, was viele Mütter ihren Kindern sagen: "Nein, das kaufen wir dir nicht, du wirst damit nur dreimal spielen und dann liegt es in der Ecke!" Genauso ist es. Soviel Zeug liegt in der Ecke.
    Der Umzug ist eine großartige Chance, das alles loszuwerden. Aber ich muss auch verhindern, dass neuer Kram kommt. Ich möchte lernen, mit meinem Geld und auch mit meiner Zeit nicht sparsamer, aber effektiver umzugehen. Brauche ich bestimmte Dinge wirklich so dringend? Ich lese gerade diese Künstlerbiografie und das lässt meine Ansprüche wie den blanken Hohn erscheinen. Ich kann nicht ordentlich malen und zeichnen, weil ich keinen Schreibtisch hab? Der Typ hat seine Filme in einem Wandschrank entwickelt, weil er keinen anderen Platz dafür hatte.

    Was brauche ich wirklich? Wenn ich in den nächsten Tagen Zeit hab, nehme ich mir meinen Block (wieder so ne Sache: wollte mir extra dafür einen neuen Block kaufen!) und schreibe ein paar Ideen auf, Gedanken, Gefühle. Die Zeit ist reif dafür. Ich bin gespannt, was dabei heraus kommt.

    LG
    Plejaden

    *reinschleich*

    Das hat nichts mit anstellen zu tun seitens der Moderation, sondern mit "anstellen" seitens des Autors des Gedichts bzw. seiner Erben zu tun, Stichwort Urheberrecht. Auf Karsten und dieses Forum könnten auf diese Weise Forderungen in Höhe von einigen tausend Euro zukommen, und das ist kein Witz.
    Und selbst wenn der Autor oder dessen Erben nicht aktiv werden, es reicht wenn irgendein Rechtsverdreher Karsten darauf aufmerksam macht, soetwas gefälligst zu löschen - dafür will er dann auch ein paar Hundert Euro, nur für das Verschicken des Briefes.

    *rausschleich*

    Mh, so habe ich das auch noch nicht gesehen. Ich kenne solche Philosophiereien aus einem anderen Selbsthilfeforum. Das Gefährliche daran ist das Zirkellaufen - ich fange mich einem Problem nur noch theoretisch zu nähern ohne wirklich etwas zu bewirken. Ich habe das beruhigende Gefühl, an mir zu arbeiten, aber in Wirklichkeit gehe ich nur Veränderungen aus dem Weg und reduziere irgendwann alles nur noch auf die theoretische Auseinandersetzung.

    Aber das hattet ihr ja schon geschrieben, so ähnlich jedenfalls ;) .

    Mh, zu deinem Therapieplan 2008 möchte ich mich nun nicht äußern, wüsste jetzt nicht was ich als Wichtiger erachten sollte. Wenn du das Gefühl hast, dass die Probleme mit der Selbstunsicherheit und Ängsten dein Suchtproblem ausgelöst haben, würdest du dir für dein weiteres Leben mit einer Therapie dagegen sicherlich einige Erleichterung verschaffen. Mal ein Beispiel von mir: Ich muss in meinem Studium Pflichtexkursionen absolvieren. Eine habe ich vor über anderhalb Jahren hinter mich gebracht (zur Zeit der Fussball-WM). Schon die Anmeldung war die Hölle, allein der Gedanke, fünf Tage mit fremden Personen wer-weiß-wohin zu fahren ließ Übelkeit in mir aufsteigen.
    Jetzt steht die nächste Exkursion an und siehe da: Von Angst kaum eine Spur. Und das, obwohl es volle zwei Wochen mit völlig fremden Leuten in eine groooße europäische Hauptstadt geht, die rappelvoll mit Leuten sein wird... Dadurch, dass die Angst fast weg ist, ist auch ein Saufgrund zum Teufel gegangen. Und das bisschen Angst, was noch da ist, halte ich aus. Ich habe gelernt, damit umzugehen, sie zu fühlen und gelassen zu bleiben.

    In diesem Sinne
    Plejaden

    Ach übrigens, ich bin zwischenzeitlich zwei autoaggressive Süchte losgeworden: Das Nägelkauen und das Auf-die-Wange-beißen (weiß nicht, ob das jemand kennt). Nägelkauen habe ich eigentlich nur angefangen, weil ich irgendwo gelesen habe, dass Kinder mit Problemen das machen. Geholfen hat es nix, meine Mutter hatte lediglich einen weiteren Grund mich zu verprügeln...

    Hallo zusammen,

    heute habe ich einen Gang zurück geschaltet (aber nur einen!). Bin wieder zeitig aufgestanden, hab schön gefrühstückt und bin zeitig auf zum Bus. War um 9 Uhr an der Uni und hab da fast drei Stunden gelernt. Eine halbe Stunde ging leider dafür drauf, dass ich in eine andere Bibliothek flitzen musste :? . Naja, geschenkt. Bin Mittags wieder zurück nach Hause, hab gegessen und dann erstmal bis 16 Uhr Ruhe einkehren lassen. Hab Biathlon geguckt und danach meine Aufzeichnungen abgetippt, anschließend angefangen die Künstlerbiographie zu lesen. Danach hab ich dann um 18 Uhr Schluss gemacht, noch ein bisschen Oblivion gespielt und schreibe jetzt hier. Mal sehen, wenn nichts vernünftiges im TV kommt lese ich die Biographie weiter, die liest sich wirklich spannend!
    Dann war ich noch im Internet unterwegs und hab ein paar nette Wohnungen ausfindig gemacht. Werde die morgen mal meinem Freund zeigen. Alle wären sofort bezugsfertig. Die Wohnung, die er im Blick hatte, ist zu klein (40 qm) und dazu noch total dämlich verteilt - geschätzte 40 % der Bude bestehen aus Flur. Ich frag mich, wie stoned der Architekt war, der sich das ausgedacht hat...

    Ich habe noch einmal über die Gefühle nachgedacht, die mich zum Trinken gebracht haben. In den Beschreibungen finde ich mich häufig nicht wieder, dort wird oft von punktuellen Ereignissen geschrieben, die dann gezielt mit Alkohol bekämpft werden. Bei mir war es eher ein "Teppich" aus Schuldgefühlen, Angst und Depressionen. Ein grauer, schmutziger Schmuddelteppich mit hohem Flor, aber nicht flauschig, sondern das ätzende Synthetikzeug, was einen elektrisch aufläd. Diese Gefühle waren immer da, haben meine Seele quasi ständig unter Spannung gesetzt. Ich konnte sogar Spitzen provozieren, indem ich an bestimmte Sachen dachte, die mir Angst einjagten. Da ging es dann wie ein elektrischer Schlag durch meinen Körper, mein Herz fing an zu rasen, grelle Panik - nur um kurz darauf wieder im grauen Teppich zu versinken. Es war, als würde ich mir geistig einen mit dem Elektroschocker geben. Und ich hab das manchmal minütlich gemacht.
    Um diesen Teppich zumindest für einige Stunden verlassen zu können, darum habe ich getrunken. Und ich spüre auch heute noch, dass ich dazu neige, ihn sehr schnell wieder zu betreten. Im Augenblick bin ich runter davon, aber ich merke, dass es sehr schnell wieder passieren kann, dass ich mir neue Damoklesschwerter schaffe durch Aufschieben und Verdrängung. Mit den Damoklesschwertern kommt der Teppich wieder. Und mit dem Teppich der Saufdruck.

    Es ist für mich unendlich wichtig, am Ball zu bleiben. Mich aufraffen, Dinge sofort anpacken, nachspüren, aus welcher Ecke Schuldgefühle hervorgekrochen kommen und warum sie das tun. Im Moment hat sich meine Psyche auf die neue Konstellation "Nicht aufschieben - machen, anpacken - ohne schlechtes Gewissen wirklich entspannen" eingestellt und hat sie auch angenommen. Ich muss weniger Energie aufwenden, um mich zu etwas aufzuraffen weil ich weiß, am Ende kann ich mich dann richtig entspannen.
    Die Prüfungsvorbereitung ist diesbezüglich nicht ganz so gut gelaufen. Ich habe zwar immer in der Bibliothek gelesen, aber das falsche. Scheinarbeit, um das Gewissen zu beruhigen. Eine neue Falle, die ich bisher noch nicht kannte, und die mich jetzt unter Zeitdruck setzt. Gemerkt und abgespeichert, für die Abschlussarbeit. Scheinarbeit erkennen und ausschalten.

    Zeppeline : Ja, das mit der wegrennenden Zeit ist im Augenblick ein Problem. Ich kann schnell lesen, aber ich habe immer mehr das Gefühl, nicht schnell genug. Das mit dem unbewussten weiterlernen in den Pausen kenne ich auch, ja. Das werde ich mir zunutze machen, danke, dass du mich dran erinnerst ;) .
    Ich habe nochmal über diesen Kontrollwahn nachgedacht und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass ich versuche von mir selbst abzulenken. So nach dem Motto "ich bin mit mir fertig, jetzt sind die anderen dran". Neee, Schnecke. Ich bin noch lange nicht mit mir fertig ;) .
    Ich überlege auch, ob ich mich unbewusst mit ihnen vergleiche. Aber was vergleichen? Ich trinke nicht mehr oder weniger als sie, ich trinke nichts, null, da gibt es nichts zu vergleichen!
    Ich werde generell aufhören darüber nachzudenken. Es gibt wichtigeres. Hugh!

    LG
    Plejaden

    Hallo currlinger, ich möchte nicht so gerne meine Fächerkombination preisgeben, weil mich das erkennbar macht; nur soviel, eins der Fächer ist Klassische Archäologie. Also eine gaaanz andere Richtung als du. Falls du mit dem Lernen die Uni gemeint hast (?), ich versuche gerade mir einige Hundert Vasenmalereien reinzuknallen und lerne dabei mehr oder minder freiwillig auch einiges über den antiken Weinkonsum :roll: . Das Thema "Alkohol" verfolgt mich also bis ins Studium.

    Ansonsten hatte ich heute den Kaffee auf. Die letzten Tage waren echt zuviel, Überlast, Tilt Error. Heute morgen musste ich mich regelrecht zwingen mich zur Uni zu schleppen. Immerhin bin ich pünktlich aus dem Haus gekommen und musste nicht zum Bus rennen...
    Es ging mit unverminderter Härte weiter, ich habe vier Stunden gelernt, war dann Mittagessen, danach eine Stunde arbeiten. Anschließend bin ich zum Copy Center, um eine Datei auszudrucken, danach ging es zu Studienberatung, Angstgeheul und Zähneklappern wegen der Prüfung beim Professor. Es hat mich aber weiter gebracht, mir ist jetzt etwas klarer worauf ich hinarbeiten muss. Das macht das Lernen effektiver... Anschließend nochmal zwei Stunden lernen, danach zu einem Vortrag wo als Mitarbeiterin des Instituts meine Anwesenheit erwartet wird :roll: . Danach konnte ich endlich, endlich nach Hause.

    Was ich morgen mache, weiß ich noch nicht. Ich tendiere dazu nochmal morgen und übermorgen reinzuhauen und mir dann ggf. Sonntag ein paar freie Stunden zu gönnen. So gehe ich auf Nummer sicher was das Pensum angeht und stehe nicht plötzlich Sonntag abend da "Tja, das hätteste noch machen müssen, hast aber nur rumgelümmelt. Nachtschicht!" Und wenn ich eher fertig bin, kann ich auch eher aufhören :lol: - ohne schlechtes Gewissen :!:

    Nochmal zu gestern: Mir ist während der SHG-Sitzung klar geworden, dass ich dieselben Überredungsstrategien, die mein Vater aktuell gegen mich einsetzt, auch früher bei meinem Freund eingesetzt habe. Stichwort "Trinkst du einen mit?", um mein eigenes Trinken zu tarnen. Genau das macht mein Vater auch, und er zieht es mit geradezu gnadenloser Hartnäckigkeit durch.
    Noch etwas ist mir aufgefallen: Ich habe derzeit hin und wieder den Drang, den Alkoholkonsum meiner Eltern kontrollieren zu wollen. Seit einigen Wochen halte ich mich ja nun von ihnen fern, wenn ich mitkriege dass getrunken wird, und ich halte mich jetzt auch so gut es geht von den leeren Alkflaschen fern. So weiß ich nicht mehr was sie so wegdrücken. Sollte mir egal sein, ich muss mich auf mich konzentrieren und die ihren Film fahren lassen. Aber ich merke, wie ich immer neugieriger (?) werde. Das empfinde ich als gefährlich, und ich weiß nichtmal aus welcher Motivation dieses Verlangen entsteht. Suchtverlagerung, Co-Denken? Der Versuch, wieder in die Nähe von Alk zu kommen?
    Ich werde in den nächsten Tagen verstärkt versuchen, noch mehr für mich zu tun, es mir gut gehen zu lassen (soweit das in meiner Stress-Situation gerade geht), an mich zu denken. Ich möchte mich pudelwohl fühlen, und nichts wird mich davon abbringen.

    Ich bin die Hauptperson in meinem Leben.

    LG
    Plejaden

    Seid mir nicht böse, wenn ich heute eine Runde aussetze, aber ich hatte einen 11-Stunden-Tag und kriege Kopfschmerzen wenn ich jetzt über sowas nachdenken muss 8) .

    Keine Panik JoeDoe, ich habe schon länger darüber nachgedacht dass das Suchtmonster langsam überholt ist. Man kann es doch auf eine Sache reduzieren: Es wird von vielen über den "Teufel Alkohol" geredet. Dabei ist Alkohol, sind alkoholische Getränke in erster Linie nur Getränke, ein Lebensmittel. Der Teufel, der sitzt letztendlich in meinem Kopf.

    So, schreib noch in meinen Thread und dann geht es in die Heia.

    Hallo zusammen,

    ich bin müde, hatte einen 11-Stunden-Tag und schreib heute nicht soviel, weil ich gleich in die Heia gehe. Das liegt auch an der SHG-Sitzung heute, ich muss über einiges nachdenken bevor ich eine klare Schreibe dazu verfassen kann. Ist nichts Wildes, ich möchte es nur ein bisschen sacken lassen.

    Aber von Anfang an: Ich bin um 9 Uhr zur Uni, hab dann erstmal ne Stunde gelernt. Dann ging es in eine Vorlesung, anschließend eine Stunde arbeiten. Danach haben mich zwei Kommilitoninnen zum Essen eingeladen (also nicht bezahlt, ich sollte einfach mitkommen), hab mich total gefreut :D . Hab mich trotzdem relativ zeitig zum Lernen verabschiedet, dem hab ich noch zwei Stunden gefröhnt, danach ging es in ein letztes Seminar und danach zur SHG.

    Ich bin jetzt übrigen mit meinem Abstienznotfall-Koffer im Reinen und werde ihn gleich in aller Ruhe schön mit einem Füller auf eine Karteikarte übertragen. Bei jedem Rechtschreibbock wird wieder von vorn angefangen :twisted: . Ich denke, das ist wichtig für mich, und wenn ich es mir nur hin und wieder durchlese.
    Ach ja: Heute ist mal wieder etwas vom Kopf in den Bauch durchgesackt. Auf der Rückfahrt im Bus kam plötzlich von "tief unten" ein wohlig warmes Gefühl: Es geht mir so gut, weil ich nicht mehr trinke. Ja nu. Ach ne :roll: .

    So, wünsche euch eine gute Nacht und trockene 24h. Morgen wird es ähnlich spät werden, wieder ein 11-Stunden-Tag...

    LG
    Plejaden

    Hallo JoeDoe,

    mh, was das Suchtmonster angeht, hast du mich ertappt :oops: . Dass ich diese "Krücke" noch gebrauche liegt wohl daran, dass ich das Suchtgedächtnis und vielleicht die ganze Krankheit immer noch als nicht zu mir gehörige anerkennen kann. Ich werde weiter daran arbeiten.

    Noch einmal zu "das Gehirn ist dümmer als der Intellekt, den es produziert": Der Mensch befindet sich in der (wahrscheinlichen?) Ausnahmesituation eine mentale Ausstattung zu besitzen, die in der Lage ist, das Gehirn über sich selbst nachdenken zu lassen. Gleichzeitig ist er jedoch mit denselben instinktiven und automatischen Apparat ausgestattet wie alle höheren Wirbeltiere auch. Und hier scheint es zu Reibungen zu kommen. Diese instinktive und automatische Ausstattung führt ein "Eigenleben", was auch gut ist, sie soll uns vor Schaden bewahren und die Steuerung von automatisierten Prozessen steuern (Atmung, Herzschlagen, Laufen...). Jedoch reagiert diese Ausstattung auch häufig unangemessen.
    Stichwort Phobien: Das Limbische System, eine eher archaische Einrichtung in unserem Gehirn, reagiert wesentlich schneller auf einen Reiz als unser Verstand. Kommt ein "bedrohlicher" Reiz an, hat es blitzschnell den Körper in komplette Alarmbereitschaft versetzt, da denkt der Verstand noch "Wie, was, wo?" Und wie schwer es ist, einen komplett im "Kampfmodus" versetzten Körper/Gefühle mit dem Verstand wieder runterzukriegen, das wissen wir beide ja wohl zu genüge :roll: .

    Unter unserem Verstand gibt es also das Gehirn, ein sich selbst regulierender, steuernder und ständig lernender und sich selbst erweiternder Hochleistungscomputer. Eine unerwünschte Erweiterung ist das Suchtgedächtnis. Es zerstört das ganze System, was ja gegen jeden Selbsterhaltungstrieb spricht. Das macht die chronische Krankheit aus, quasi eine geistige Autoimmunerkrankung. Wie es dazu kommt? Ich überlege noch ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo Zeppeline, habe deine Antwort grad erst gesehen ;) . Ich glaube, das mit dem funktionieren ist ein gutes Stichwort. Funktioniert habe ich nämlich auch noch recht gut. Es hatte bei ihm zwar den Anschein, als sei er verärgert gewesen, wenn ich zuviel getrunken habe, aber es hatte nicht den Anschein, als hätte er drunter gelitten. Ich hab ihn mal drauf angesprochen, da kam dann nur "Nö, gelitten hab ich nicht, es hat mich nur genervt dass mit dir nix mehr los war wenn du gesoffen hast." Aha. Nu ja.

    Naja, irgendwie bin ich innerlich doch ganz froh, dass wenigstens er mit einem "blauen Auge" davon gekommen ist. Aber wichtiger für mich ist nach wie vor, dass ich nicht nur ein blaues Auge, sondern eine chronische Krankheit für's Leben hab...

    Guten Abend,

    wieder ein arbeitsreicher Tag rum. Bin diesmal um 6.15 Uhr aufgestanden, aber irgendwie bricht trotzdem kurz vorm Aufbruch Hektik aus :? . Werde morgen mal ganz bewusst drauf achten, wo ich die Zeit vertrödele.

    War dann jedenfalls um 9 Uhr an der Uni, hab eine Stunde gelernt, danach zwei Stunden arbeiten. Anschließend hab ich kurz Mittagspause gemacht, dann wieder zwei Stunden lernen und gegen 15 Uhr heim. Dort kurz etwas gegessen und danach noch eine Stunde am Computer gearbeitet (das Bibliotheksgekrakel abgetippt) und danach war Feierabend. Hab ein bisschen Oblivion gespielt, geschrieben und nachgedacht (siehe weiter unten) und bin dann hier ins Forum gegangen.

    Ich habe heute ein wenig an meiner Abstinenznotfallkarte gearbeitet (in der Suchtfibel wird es "Abstinenzkreditkarte" genannt, aber Kreditkarte hat aus irgendeinem Grund eine negative Konnotation bei mir, deshalb nenne ich es jetzt so) und bin jetzt bei fünf Gegensatzpaaren "wenn ich abstinent lebe - wenn ich wieder trinke". Werde das jetzt noch ein, zwei Tage sacken lassen und es dann auf ein Karteikärtchen übertragen und einstecken.

    Dann habe ich mir Gedanken gemacht, wie es eigentlich dazu kam, dass ich bis ich 21 Jahre alt war kaum etwas getrunken habe. Auch hier scheinen meine familiären Wurzeln mich geprägt zu haben. Das ist erst vor kurzem wieder hochgekommen, kurioserweise als ich wieder am Thema "Schuldgefühle" gearbeitet habe: Ich habe als Kind Angst vor meinen Eltern gehabt, wenn sie betrunken waren. Vor allem vor meinem Vater. Sie waren dann zwar ausnahmsweise mal lustig, aber gleichzeitig distanzlos, laut, unberechenbar. Wenn dann noch Verwandtschaft da war, wurde es noch schlimmer. Am Schlimmsten fand ich, dass mein Onkel irgendwann wollte, dass ich mich auf seinen Schoß setze und seine liebe Nichte bin. Wenn ich mich geweigert habe wurde er laut und mein Vater hat gebrüllt "Ach, tu ihm den Gefallen, der alte Mann hat doch sonst keinen Spaß" *gröhlendes Lachen*. Mutter und Tante haben dem meistens Einhalt geboten, dazu gekommen ist es selten.
    Als ich dann älter wurde und der Alkkonsum in meinem Bekanntenkreis anfing (meine Freundinnen haben eigentlich nichts getrunken), habe ich kurz probiert und dann eine Aversion dagegen entwickelt. Ich wollte das nicht. Ich hätte schon ab dem 6. Lebensjahr Alk gekriegt, je nachdem wie besoffen meine Eltern waren mehr als es einem kleinen Kind gut getan hätte. Er war also nichts besonderes, und ich verband auch noch schlechte Erfahrungen damit! Bis heute habe ich Angst vor Betrunkenen, ihrer Distanzlosigkeit.

    Warum habe ich dann angefangen zu trinken? Heute kann ich es sagen: Weil ich schwach war. Ich habe den Druck nicht mehr ausgehalten, der von allen Seiten auf mich einpresste. Eltern, Bekannte, Freund, jeder, den ich kannte wollte, dass ich endlich anfange zu saufen. Ich war schwach. Ich wollte einfach nur gemocht werden. Also habe ich angefangen.

    Es ist mir wichtig, wieder an die Zeit anzuknüpfen, in der ich nicht getrunken habe. Klar, heute ist ein Punkt radikal und unwiederruflich anders: Ich bin süchtig. Doch dieses Feeling möchte ich wiederhaben, diese Überzeugung, dass Suchtmittel, egal in welcher Form, in meinem Leben nichts zu suchen haben 8)

    LG
    Plejaden

    Mhh... wenn ich deine These richtig verstehe, dann meinst du, dass das Suchtgedächtnis nicht lügt, weil es ja nur Erfahrungen wiedergibt, die es gesammelt hat. Von den schlechten Katererfahrungen weiß es nichts.

    Ungeachtet der sprachlichen Präzisierungsversuche fahre ich im Notfall mit der Formel "das Suchtmonster lügt" besser. Denn es versucht mir etwas einzuflüstern, was mir schadet. Sorry Suchtmonster. Kriegst nen Keks ;) .

    Übringens hat die Verknüpfung "Heute trinken - morgen leiden - übermorgen krepieren" bei mir zum Schluss funktioniert. Sonst hätte ich ja nicht aufgehört. Mir ging es schon nach den ersten Schlucken schlecht weil ich wusste, dass jetzt ein unaufhaltsamer Prozess startet, der mit einer fürchterlichen Nacht und einem kranken Tag endet. Und erst ab 1,4 Promille (geschätzt) war ich in der Lage, das wieder für einen Moment zu vergessen...

    LG
    Plejaden