Beiträge von Plejaden

    Hi und hallo,

    heute war wieder ein ruhiger Tag. Ich bin um 9 Uhr aufgestanden, hab mir wieder mein Müsli gemacht und anschließend eine Stunde gelesen, für die Uni. Danach ging es in die Stadt, die Fotos holen. Die sind total schön geworden, obwohl ich beim nächsten Mal noch einiges besser machen könnte. Hab jedenfalls noch ein paar runtergesetzte Geschenkbänder abgestaubt und bin dann wieder heim. Dort hab ich weiter gelesen, bis Ski-Langlauf im TV kam, da hab ich mir nen Tee gemacht und eine Pause gegönnt. Anschließend habe ich zum ersten Mal seit Wochen wieder Krafttraining gemacht. Um mich nicht zu überfordern, fange ich erstmal mit dem an, was mir am Wichtigesten ist, Training für die Rumpfmuskeln um meinen Rücken zu stärken. Danach habe ich noch ein wenig gelesen, habe das eine Buch durchbekommen. Anschließend habe ich im Internet recherchiert, ich wollte eine andere SHG ausprobieren (aus Gründen, die ich hier im offenen Bereich nicht nennen möchte). Ich bin bei den Guttemplern hängen geblieben, die bieten zwei Gruppen hier in der Nähe an. Ich werde mal schauen ;) .
    Danach habe ich ein bisschen Sumo geguckt, das ich mir vorgestern Nacht aufgenommen habe, und jetzt tippsele ich hier.

    Ich habe mir in diesen Tagen einige Threads durchgelesen und bin da immer wieder auf das Thema "Konfrontation mit Betrunkenen" gestoßen. Inzwischen, spätestens seit Heiligabend, habe ich keine Lust mehr darauf. In meinen Anfängen habe ich mir eingeredet, das würde mir nichts ausmachen, ich könne problemlos daneben sitzen während sich z.B. mein Vater genüsslich seufzend ein Bier nach dem anderen reingepfiffen hat. Es hat mir was ausgemacht, das habe ich nur verdrängt, wollte die innere Stimme nicht hören. Selbstbetrug. So wie ich die innere Stimme "du trinkst zuviel, du musst es sein lassen" nicht hören wollte.
    Eine andere Sache: Wieder die Rechtfertigungskiste. Ich weiß von früher, dass man als sauertöpfisch und ewig frustriert bezeichnet wird, wenn man nichts trinkt. Spaßbremse und so. Ich denke, wenn ich in Zukunft die Aufgabe "alkfreies Umfeld" forcierter angehe, werde ich auch in einige dieser Diskussionen geraten. Ich möchte bis dahin diesen Rechtfertigungsdrang loswerden. Wenn ich einem aus Leidenschaft alkoholkonsumierenden Menschen sage, dass das Leben ohne Alk viel schöner ist, dann glaubt er mir sowieso nicht. Zumindest früher wurde behauptet, ich würde mir das nur einreden. In Wirklichkeit sei ich totunglücklich, weil alle um mich herum Spaß haben und ich nichts trinken will (und deshalb keinen Spaß habe).
    Meine Lösung bisher: Mein Rechtfertigungszwang entsteht daraus, dass ich möchte, das der andere mich versteht und deshalb nicht schlecht von mir denkt. Ich will nicht, dass jemand denkt, ich sei sauertöpfisch und eine Spaßbremse. Aber das ist falsch. Es ist völlig egal was die anderen von mir denken. Sollen sie doch meinen, mit mir sei nichts mehr los seit ich nicht mehr trinke. Sollen sie meinen, ich sitze alle meine Tage mit meinem Wasser daheim und vergieße bittere Alkoholiker-"ich arme Sau darf nichts mehr trinken"-Krokodilstränen. Wer so von mir denkt, der kennt mich nicht.

    Ich habe nicht verlernt ohne Alkohol Spaß zu haben.

    So. Morgen werde ich wieder ein paar flotte Striche auf's Papier bringen. Ich will mich an die Rustica-Schrift rantrauen. Sah nicht einfach aus...

    LG
    Plejaden

    Zitat von Lütze

    Sollen doch alle sagen,der hat ne Macke. ... Die anderen können mit ihrem Leben machen,was sie wollen.Ich bin dabei,zu machen,was ich will.

    DAS finde ich gut, den Satz schreibe ich mir mal auf und lese ihn mir täglich 100mal vor. Ich muss das auch noch lernen...
    Ansonsten kann ich gut nachvollziehen, dass du Probleme hattest direkt zu sagen "in meiner Wohnung gibts keinen Alk". Wäre mir auch so gegangen. Abendsterns Beitrag fand ich da sehr sehr tröstlich - sowas muss wachsen. Jedesmal neu den Mut zusammenraffen und irgendwann ist's raus. Und dann konsequent bleiben.

    Den Vergleich mit der Thermoskanne fand ich übrigens super :lol: .

    Hallo zusammen,

    heute gings wieder etwas mehr zur Sache. Ich muss mich ja langsam dran gewöhnen, dass nächste Woche Mittwoch zumindest wieder Arbeit angesagt ist (wenn auch noch keine Uni) :lol: . Bin um halb zehn aufgestanden und habe mir endlich mal wieder mein normales Frühstück - Müsli mit frischen Früchten und Joghurt - gemacht. Danach habe ich eine Stunde was für die Uni gelesen, anschließend bin ich in die Stadt einige Besorgungen machen. Anschließend nochmal zwei Stunden gelesen, dann ging es zum Joggen. War wieder richtig gut, auch wenn ich plötzlich muskuläre Probleme hatte (Wadenschmerzen). Die führe ich aber darauf zurück, dass ich nicht soviel getrunken und die ganze Woche fast gar nichts getan habe. Ansonsten war es total schön, Wetter war super und sogar ein "Sport ist Mord"-Spaßvogel konnte mir die Laune nicht verderben. Anschließend duschen und Mittagessen, dann nochmal zwei Stunden gelesen. Zum Schluss habe ich zwei Stunden Oblivion gezockt und jetzt schreib ich hier im Forum.

    Da ich leider in den Bereich nicht schreiben kann, äußere ich mich hier mal kurz zu dem Video vom Alkohol, das Karsten eingestellt hat. Ich hatte die Sendung seinerzeit im TV verpasst und war froh, sie nun doch nochmal sehen zu können. Zwei Dinge gingen mir durch den Kopf: Diese schreckliche, unfassliche Wesensänderung, die dieser Mann durchmachte. Von einem Menschen mit Gedanken und Wünschen, der seiner Mutter lange Briefe schreibt, zu einer lallenden, fluchenden und torkelnden Marionette. Einer Marionette des Alkohols, die sich nicht mehr von all den anderen Alkoholmarionetten unterscheidet. Ich war noch weit von diesem Stadium entfernt, aber es ist mir sehr sehr klar, dass dort mein Weg hingeführt hätte.
    Dann sind mir die Angehörigen aufgefallen, die Freundin, die Mutter. Alles drehte sich nur um ihn. Sie kreisten um ihn wie die Planeten um die Sonne, ohne je etwas bewegen zu können. Die Mutter voller Verzweiflung und eigentlich mit der richtigen Einstellung, die sie immerzu vor sich hin schimpfte. Umso ernüchternder der Kommentar aus dem off "beizeiten wird sie ihm doch Alkohol besorgen, weil sie sich sonst schlecht fühlt". Auch erschütternd der Satz "Die Freundin würde ihn bald nicht mehr rund um die Uhr pflegen können..." Ein selbstgeschaffener Pflegefall, der sich im Rausch umsorgen und bedienen lässt (lassen muss).

    Irgendjemand hatte geschrieben, das sei ein heilsamer Nackenschlag gewesen. Das war es wirklich. Meine aufrichtigen Genesungswünsche begleiten diesen Mann, auch wenn leider eher der Prognose des Pflegers aus der Entzugsstation zu glauben ist...

    kommal : Da bin ich jetzt aber mal gespannt ;) . Ich hoffe die Bücher kommen bald hier an, ich bin schon ganz wild auf Lesefutter.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute war ich wieder irgendwie krank. Inzwischen kann ich glaube ich zumindest ein Muster in den Kopfschmerzen entdecken: Die kommen immer, wenn ich wenig geschlafen habe.

    Ich war jedenfalls wie angekündigt in der Stadt, habe einige Einkäufe getätigt und den Film weggebracht. Vielleicht ist der schon am Samstag fertig, ich bin total gespannt. Danach habe ich ein bisschen Oblivion gespielt, leider wurden die Kopfschmerzen irgendwann so schlimm, dass das nicht mehr ging. Hab mich dann auf die Couch gelegt und ein bisschen TV geguckt, schließlich noch ein Nickerchen gemacht. Als auch das nichts half, musste doch noch ne Aspirin rein :( . Aber seitdem sind die Kopfschmerzen weg.
    Habe dann nicht mehr viel gemacht, irgendwann habe ich mich nochmal aufgerafft und die Software meines neuen Handies drüben auf dem Rechner installiert und ein paar Musikdateien überspielt, sowie die letzten Fotos von meiner Digicam runtergeladen. Dann habe ich nochmal bei einem bekannten Online-Buchhandel vorbeigesehen und unter anderem zwei Bücher bestellt (Suchtfibel und Lieber schlau als blau). Ersteres wurde mir von der SHG aus empfohlen, zweiteres laß sich in einer Leseprobe sehr gut, so dass ich mich auch dafür entschieden habe. Danach ging es dann wieder auf die Couch, Transformers gucken :lol: . Irgendwie ging der Film doch länger als ich ihn in Erinnerung hatte... Vielleicht sehe ich ihn mir die Tage nochmal auf Englisch an.

    Ich hab mir angesichts der zurückliegenden Feiertage nochmal ein paar Gedanken zum Thema Rückfall gemacht. Was mich besonders beschäftigt sind Gedanken darüber, dass eine Art Schalter umgelegt wird. Ein paar Schlucke und klack! bin ich nicht mehr "trockene Alkoholikerin" oder "Abstinenzlerin" sondern "rückfällig". Ich hatte in meinem bisherigen Leben große Probleme mit Jetzt-ist-eh-alles-egal-Handlungen, das macht mir zusätzlich Angst. Ging zunächst nur um Schoki ("Ach, jetzt hast du den einen Riegel gegessen, also ist eh egal, dann kannste auch gleich die ganze Packung...") dann zunehmend auch mit dem Alkohol. Dabei habe ich an mehreren Stellen gelesen - nein, es ist nicht egal, es ist jederzeit möglich und richtig wieder aufzuhören, sowas nennt man Schadensbegrenzung! "Ist jetzt eh egal" ist eine Lüge - das Suchtmonster.
    Ein Gedanke ist noch wichtig: Ich muss wenig Angst vor einem Rückfall haben, solange ich mich an die Bausteine halte und gut auf mich aufpasse.

    Zeppeline : Danke, deine Zeilen haben gut getan beim Lesen! Mir ist beim nochmaligen Lesen auch aufgefallen, dass die positiven Aspekte überwogen haben. Das sagt mir auch mein Bauch. Allein die Tatsache, dass ich nüchtern geblieben bin, zählt doppelt und dreifach. Ich denke, dieses Weihnachten war halt einfach nicht besonders weihnachtlich. Sonst saßen wir an Heiligabend nach dem Essen immer noch stundenlang unten im Wohnzimmer und haben geredet, Spiele gespielt... Das ist dieses Jahr weggefallen. Naja, neue Gewohnheiten brauche etwas um sich einzuspielen...
    Mehr Unterstützung in meinem realen Umfeld zu finden wäre schon richtig gut. Ich komme mir vor, als würde ich meinen Weg entlang laufen, und alles um mich herum wird immer heller und freundlicher, Nebel lichten sich und geben den Blick frei auf Orte, an denen ich immer schon einmal sein wollte. Aber ich komme nicht recht voran, irgendjemand zieht und zerrt an mir, wirft mir Stöcke zwischen die Beine und reißt mich hin und wieder komplett zu Boden. Dabei wäre es viel einfacher für mich, wenn man mich zumindest einfach unbehelligt weiterkommen lassen würde. Da habe ich eben noch einiges an Arbeit vor mir: Ich muss mir das Umfeld suche, dass mich meinen Weg gehen lässt. Das geht nur leider nicht von heut auf morgen, darum: Geduld :roll: .
    Falls ich ein Buch finden sollte, was alles super beschreibt und alles verständlicher macht, werde ich dir natürlich auch Bescheid sagen ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    gestern ist es etwas spät geworden, deshalb schreibe ich erst heute. Der Tag fing zunächst gut an, ich habe ein wenig Kalligraphie geübt, da ich noch Gutscheine für meine "Schwiegereltern" gestalten musste. Anschließend habe ich mich nochmal an meinen Handy-Socken gewagt - das Modell vom Heiligen Abend war leider eine Niete geworden. Diesmal habe ich eine einfachere Version ausprobiert und siehe da - es hat geklappt. Danach ging es wieder an den Zeichentisch, diesmal wurde es ernst, ich habe die Karten fertig gestellt und bin sehr zufrieden damit.
    Irgendwann ist dann mein Freund aufgewacht, er hat gefrühstückt. Leider haben wir uns total gestritten, er ist der Meinung ich würde mit meinem alkfreien Leben übertreiben und solle doch wieder "normal" werden. Seine Bekannten (Freunde will ich diese Menschen nicht nennen :twisted: ) würden Druck auf ihn ausüben, wann ich denn wieder mit zu Parties käme und könnten mich nicht verstehen. Ich müsse ja nichts trinken. Sie meinten, sie wüssten nicht wie er es mit mir aushalten würde. Auf jeden Fall habe er keine Ahnung, wie das mit uns weitergehen solle.
    Ich war dann erstmal total geschockt, dann traurig. Ich dachte wirklich, er würde mich unterstützen - anscheinend wohl doch nicht :( . Ich bin dann hier in den Chat und hab einige Unterstützung erfahren, danke vielmals dafür ;) . Die Beziehung muss sich wieder einrenken - entweder sie schafft das, wir schaffen das, oder es klappt eben nicht. Ich auf jeden Fall ziemlich stolz, dass ich es geschafft habe meinen Standpunkt beizubehalten und zu vertreten (keine Parties, alkfreies Sylvester, alkfreie Wohnung etc.) und zwar weil es [b|mein[/b] Standpunkt ist und nicht weil mir gesagt wurde, dass ich das so machen soll.
    Es ist auf jeden Fall eine schwierige Situation. Ich habe das dumme Gefühl, jeder trockene Alkoholiker in Deutschland hat einen Partner, der gottfroh ist, dass er endlich mit dem Trinken aufhört - nur für meinen eigenen bräuchte ich einen Leitfaden "Wie verstehe ich meinen abstinent lebenden Partner". Finde ich aber leider nirgendwo.

    Auf jeden Fall habe ich nach dem Chat die Grußkarten noch restverziert (mir ging es inzwischen besser), und danach habe ich ein bisschen Oblivion gedaddelt. Irgendwann war es dann Abend und es ging zu meinen Schwiegereltern zum Weihnachtsessen. Dort erkundigte man sich sofort nach meinem Befinden (seit ich mich geoutet habe ward ich dort nicht mehr gehört oder gesehen), es gab für die Mutter und den "Schwager" nur ein Glas Wein zum Essen und danach stiegen alle auf andere Getränke um. Ich habe mich dort irgendwie aufgehobener gefühlt als in meiner eigenen Familie, alle waren interessiert, hörten zu, es kam kein "du übertreibst aber"... Nach dem Essen haben wir noch bis spät in die Nacht Tabu gespielt und dann ging es endlich heim.

    Tja, mein Weihnachtsfazit... Ich bleibe dabei, das schönste und fürchterlichste Weihnachten zugleich. Schön, weil ich klar war und so die freie Zeit wirklich genießen konnte, neue Hobbies entdeckt und alte wiederentdeckt habe und ich schöne Geschenke erhalten habe, die ich wirklich gebrauchen kann. Negativ war der Heilige Abend ab dem Moment, wo mein Vater den Kräuterschnaps auf den Tisch stellte und klar wurde, dass es nicht bei dem einen Absacker bleiben würde. Wieder seine ewigen Überredungsversuche mir alkfreies Bier anzudrehen. Dass ich gegangen bin und mich ausgeschlossen gefühlt hatte von meiner Familie, auch wenn ich weiß, dass meine Entscheidung richtig war. Der Streit mit meinem Freund. Das Gefühl, allen mit meinem neuen alkfreien Leben nur zur Last zu werden.
    Ein Gutes hatte es: Seit Heilig Abend bin ich vorerst von allen Verzichtsgedanken befreit. Das Saufgelage dort unten war pietätlos (in meinen Augen) und nichtmal das Suchtmonster konnte beim besten Willen nichts positives daran finden. Ich habe mir am nächsten Morgen die Flaschen angesehen, die im Körbchen für den Keller standen und von meiner Mutter noch gehört wieviel dazu noch getrunken wurde und habe mir vorgestellt, wie ich mich gefühlt hätte, hätte ich mitgesoffen. Es wäre mir schlecht gegangen. Richtig schlecht. Der Rausch hat seinen Reiz entgültig verloren.
    Ich werde weiter auf mich aufpassen und mich vom Alk fernhalten, keine Sorge. Ich weiß, in mir lebt jetzt das Suchtmonster, und das ist im Notfall stärker als ich, mein Wille und meine Abstinenzentscheidung. Es wird immer stärker sein. Aber ich habe das Gefühl ich bin einen gewaltigen Schritt weitergekommen. Ich verbinde trinken nicht mehr mit geselligem familiären Beisammensein, Spaß und Freude, sondern mit Elend und Krankheit (für mich).

    Trotzdem, es ginge besser. Ich war noch nicht 100%ig konsequent. Leider bin ich noch zu schwach dafür, mich den entsprechenden Konfrontationen zu stellen :oops: . Mein Selbstvertrauen ist zwar gewachsen in den letzten Wochen, aber es reicht noch nicht aus. Es gibt keine Ausflüchte dafür, keine Familientradition, kein Was-soll-ich-der-kleinen-Nichte-sagen. Ich war zu schwach, um mich vollkommen durchzusetzen. Ein neues Ziel: Bis nächstes Jahr möchte ich selbstbewusster werden, meine Lebensentscheidungen und Abstinenz besser nach außen vertreten. Ich habe das Gefühl, dass das wachsen kann, wenn ich übe und geduldig mit mir bin.

    So, ich werde jetzt mal losstiefeln und den Film wegbringen, den ich vorgestern verknipst habe, anschließend Brötchen kaufen für's Frühstück. Drückt mir die Daumen, dass die gefiederten Freunde was geworden sind ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo, nochmal ich. Der Tag ist ruhig verlaufen, meinem Freund ging es heute morgen nicht so gut :? . Hatte keinen Hunger, also habe ich allein gefrühstückt, anschließend habe ich wie eben geschrieben etwas Kalligraphie geübt. Hat schon richtig gut geklappt, und ich hab mich erst beim Reinigen der Federn vollgetintet :lol: . Mal schauen, vielleicht fahre ich am Donnerstag mal in die Stadt und kaufe mir richtige Tinte, mal schauen wo der Unterschied zu meiner Ausziehtusche ist.
    Jedenfalls hat erst mein Freund ein bisschen gedaddelt, bis er bemerkt hat, dass er sich seinen Speicherstand versaubeutelt hat (er hat einen Questgegenstand verkauft), worauf er jetzt total wütend am PC sitzt und chattet :( . Naja, ich habe noch ein bisschen gedaddelt und werde später mal anfangen eine Tasche für mein Mobiltelefon zu nähen. Was ganz einfaches, hoffe ich zumindest...

    Was den Heiligen Abend gestern angeht, das ging mir heute den ganzen Tag nicht aus dem Kopf. Für mich war es einer der besten und einer der schlechtesten Weihnachtstage zugleich. Gut, weil ich, wie ich schon geschrieben hatte, klar geblieben bin und den Abend so genießen konnte. Schlecht, weil sich meine Eltern, und vor allem mein Vater so sehr abgeschossen haben wie nie zuvor. Ich glaube, er hat sogar dafür gesorgt, dass die Kirche von den beiden geschwänzt wird - das ist so noch nie vorgekommen. Laut seiner Aussage hatte er keine Lust.
    Ich weiß nicht, vielleicht sehe ich das auch zu eng. Ich bin nicht besonders gläubig, aber nichts desto trotz ist Weihnachten ja der Tag, an dem Jesus Christus geboren wurde um alle Menschen zu erlösen. Sich an diesem Tag so total zu besaufen ist, als würde man ihm die Würde nehmen. Das Besondere, das Fest wird zu einem Saufgelage wie jedes andere degradiert. Dabei fände ich es schön, diesen Tag zu nutzen um in sich rein zu horchen, seine Werte zu hinterfragen und zu sehen, was einem wirklich wichtig ist im Leben. Aber davon war gestern irgendwie keine Spur...

    Mh, bin grad ein bisschen nachdenklich. War alles in allem trotzdem ein schöner Tag. Bis morgen!

    LG
    Plejaden

    Hallo Zeppeline, schön von dir zu hören. Ja, ich hoffe auch, dass wir uns im nächsten Jahr im geschlossenen Bereich sehen ;) .

    Kleines Zwischenfazit zum Mittag: Ich komme von meinem Spaziergang wieder und habe dabei einen 36er-Film verknipst. Sogar ein paar kleine gefiederte Freunde sind drauf (hoffe ich doch mal), eine Schwanzmeise, ein Eichelhäher und ein Wintergoldhähnchen. Die sind sooo niedlich! Meine Eltern schleichen unterdessen im Haus herum und tun so, als seien sie gestern nicht betrunken gewesen und hätten heute keinen Kater...

    Ich merke jetzt zum ersten Mal etwas Neues: Ich habe keinerlei Verzichtsgedanken. Ich denke nicht "Mensch, haben die gestern abend Spaß gehabt und ich saß mit Tee hier oben herum." Ich denke, ich fühle, dass es das Beste war, was ich tun konnte. Dass ich das, was da gestern unten abgegangen ist, überhaupt nicht mehr will. Ich habe meinem Körper vor über vier Monaten die Abstinenz geschenkt, und er hat sich bei mir mit diesem wundervollen Weihnachtsmorgen bedankt :D .

    So, ich schmeiße dann mal meinen Freund aus dem Bett, dann werde ich meine Bandzugfedern rauskramen und ein paar Buchstaben üben... Bis heute abend.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    Heiligabend ist um. Ich wurde reichlich mit Kleinigkeiten beschenkt und meine selbstgestalteten Grußkarten sind auf große Resonanz gestoßen. Aber eins nach dem anderen.

    Heute morgen musste ich nach dem Morgentee nochmal los um einen Einkauf in letzter Minute zu tätigen, Damenhygiene-Artikel mussten her. Danach habe ich ein bisschen gedaddelt und anschließend meinen Freund aus dem Bett geschmissen - da war es schon Mittag. Wir haben "gefrühstückt", danach hat er was im Internet erledigt und ich hab meine Konfektvariationen fertig gestellt. Anschließend habe ich noch ein bisschen Oblivion gespielt, danach war ich eine Stunde spazieren. Wieder zu Hause habe ich einen Umschlag für einen Gutschein meiner Eltern gestaltet und dann hieß es auch schon - Bescherung.
    Anschließend gab es das traditionelle Fondue, meine Eltern haben sich mit dem Alkohol noch sehr zurück gehalten. Mein Freund hat mir zu Liebe gar nichts getrunken. Allerdings ging es leider nach dem Essen sehr schnell mit "Absackern" und anderen "Späßen" zur Sache, so dass mein Freund und ich uns schnell verabschiedet haben. Natürlich nur unter Protest elterlicherseits, aber sie kannten die Bedingungen und haben sich nicht dran gehalten. Also kein familiäres Beisammensein :( , statt dessen haben mein Freund und ich bis gerade eben zusammen ein Spiel gespielt. Mein Bruder ist später auch dazu gekommen, weil ihm die Eltern zu besoffen geworden sind. War dann noch ein schöner, alkfreier Abend!

    Ich bin irgendwie total froh darüber, wie es gelaufen ist. Das Gefühl, noch klar zu sein ist wunderschön. Es war die absolut richtige Entscheidung, sich vorzeitig abzuseilen als die Sauferei losgegangen ist. Ich habe gerne einen zwar familiären, aber durch das Saufen und den Umgang mit den Besoffenen unerträglichen Abend gegen einen unharmonischen, aber letztendlich schönen Feiertag eingetauscht.
    Vielleicht mache ich morgen früh mit meiner Kamera einen Spaziergang, gleich nachdem die Sonne aufgegangen ist und die Menschen noch schlafen. Irgendwie kommt mir dieser Heilige Abend wie der "hellste" seit langem vor. Ich bin nicht benebelt, weder durch Alkohol (wie letztes Jahr) noch durch Depressionen (wie die vielen Jahre davor). Durch die Spaziergänge habe ich viel Sonnenlicht abgekriegt. Und morgen wird es hoffentlich noch mehr geben - wenn das Wetter mitspielt.

    Ich wünsche weiterhin frohe Weihnachten, ich werde morgen weiter berichten ;) .

    LG
    Plejaden

    Na, dann bin ich mal so unfaul und komme zu dir in den Thread gehüpft ;) . Ich wünsche dir einen guten, fruchtbaren Austausch im geschlossenen Bereich, eventuell komme ich nächstes Jahr auch nach. Muss noch die Finanzierung klären. Vielleicht ein Weihnachtsgeschenk an mich für mich?

    Man liest sich auf jedenfalls!

    Hallo und danke für die Ermutigung Lütze :) . Ich lese dich täglich und wünsche dir von Herzen, dass es dir bald besser geht.

    Nur im Voraus: Ich werde wahrscheinlich auch morgen abend schreiben, weil meine Eltern trinken werden, und ich dabei nicht zugegen sein werde. Also habe ich Zeit für euch. Wenn ich nicht oder spät schreibe bedeutet das, dass sie sich bekrabbelt haben und wir einen schönen Familienabend verbringen. Na ich bin mal gespannt, habe jedoch keine Erwartungen - weder positive noch negative.

    Heute war ein gezwungenermaßen megaruhiger Tag :? . Da ich immer noch Schnupfen habe wäre ich eh nicht joggen gegangen, aber spazieren gehen wollte ich zumindest. Leider war die ganze Straße bis zum Nachmittag mit einer Eisschicht bedeckt, rausgehen nur mit Schlittschuhen - und die hab ich nicht. Also habe ich zwei Stunden Konfekt gemacht, das morgen zum Dessert serviert werden soll - ohne Alkohol natürlich. Danach habe ich mich geduscht (nicht was ihr denkt, so rumgeferkelt habe ich beim Wirken in der Küche auch nicht :lol: ) und danach habe ich einige Gutscheine und Weihnachtskarten gestaltet. Dabei habe ich gemerkt, dass mir die Kalligraphie immer noch sehr großen Spaß macht. Das habe ich leider vernachlässigt, aus nachvollziehbaren Gründen: Wenn ich mal Zeit und Muse hatte früher, zitterten die Hände so sehr vom Kater (nicht stark, aber es reichte), dass an so filigrane Arbeit nicht zu denken war. Noch ein Hobby also, dass ich wieder ausgegraben habe. Es werden immer mehr.
    Naja, die ganzen Aktivitäten haben mich bis 16 Uhr bei der Stange gehalten, dann habe ich noch zwei Stunden gedaddelt bis dann Besuch gekommen ist. Der war auch "Schuld" an meiner Verspätung im Chat, daher sorry :oops: .

    Den Chat wollte ich eigentlich nicht verpassen, weil er eine Thematik behandelt hat, mit der ich vielleicht bald konfrontiert werde. Ich habe heute beim Konfektmachen in der Küche bemerkt, dass ich mit meiner Mutter mittlerweile besser klar komme als mit meinem Vater. Meine Mutter unterstützt meine Abstinenz immer mehr, sie hat es akzeptiert als ich mir vorgestern beim Einkaufen Soßen ohne Alkohol für's Fondue ausgesucht habe, und dass kein Alk in dem Konfekt ist findet sie auch ok. Mein Vater meinte als erstes, als er mein Wirken sah "Da muss aber noch ein ordentlicher Schuss Rrrrum rein!!"
    Mein Vater trinkt deutlich mehr als sie, versucht mich ständig zum Trinken zu überreden und hat auch sonst nur das Thema Alk. Ich kann richtig merken, wie er von Tag zu Tag mehr abbaut. Ob das am Alk liegt, weiß ich nicht. Trinken tut er nach wie vor zumeist nur am Woen, aber wie bei mir kreist sein Denken zunehmend um den Alk.

    Ich hatte letztens in einem anderen Forum eine Diskussion gelesen, die sich um das Thema "Verharmlosen Trinksprüche Alkohol?" gedreht hat. Es gab ein paar, die stimmten dem zu, doch viele stritten ab und meinten "Durch Trinksprüche wird doch niemand Alkoholiker!"
    Ich weiß nicht. Mein Vater hat sein Leben lang alle möglichen Trinksprüche zum Besten gegeben. Bier als flüssiges Brot. "Und wenn mer sonst nichts könne..." Dass Alkohol süchtig macht, davon war hier nie die Rede. Alkohol würde glorifiziert, war ein Allheilmittel und für soviel Gutes zuständig, das dem Menschen wiederfährt. Das denkt er auch heute noch. Auch wenn seine Tochter und Schwester Alkoholikerinnen geworden sind. Alkohol wird verharmlost, und diese Sprüche machen aus einem tödlichen Gift einen heiteren, unentbehrlichen Spaß. Ich habe sie mein Leben lang gehört und dachte immer "Alkohol macht lustig und irgendwann muss ich ihn trinken, wie jeder normale Erwachsene auch."

    In Liebe loslassen. Das muss wohl sein, sobald ich bereit dafür bin.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    ich habe heute festgestellt, dass ich vor zwei Tagen mein viermonatiges hatte. Wie die Zeit vergeht... Aber irgendwie ist es mir so lieber, früher zogen sich triste, dunkle Tage wie eine Ewigkeit dahin und die Zeit schien überhaupt nicht zu verstreichen.

    Heute war der erste ruhige Tag. War zeitig auf, habe Brötchen geholt auf meinem Fahrrad und dann mit meinem Freund gefrühstückt. Der musste dann los, noch einem Freund helfen (Waschmaschine schleppen), ich habe mich spontan dafür entschieden, mit meinem kürzlich runtergeladenen Add-On für Oblivion zu beginnen. Leider brauchte ich eine halbe Stunde um das ganze zum Laufen zu bringen - die Xbox sagte mir "Loading extra content, please wait..." und stürzte dann erstmal ab. Irgendwann hatte ich das Problem dann gelöst und es konnte losgehen :D .
    Später bin ich dann nochmal losgezogen, einen gemütlichen Zug durch die Gemeinde gemacht und mich mit Tee für das lange WoEn eingedeckt. Danach habe ich noch etwas im Haushalt gewirkt (gespült und Fenster geputzt), anschließend wieder ein bisschen Oblivion gespielt und dann Springreiten geguckt. Dann kam auch schon mein Freund wieder und wir haben zusammen ein anderes Spiel gezockt, bis grad eben.

    Ach ja, ich habe eine neue Mission: Ich will stricken lernen und meine eigenen Fäustlinge machen. Und Mützen. Und Schals. Und ich habe keine Ahnung davon. Ich muss verrückt sein :lol: .

    Im Moment fühle ich mich ganz wohl, auch wenn allmählich die Angst wegen den bevorstehenden Abschlussprüfungen aufkommt. Die werden Ende Januar losgehen und bis etwa Mitte März laufen. Das könnte für eine Gefahr für meine Trockenheit werden, sowohl was das Trinken gegen die Panik, als auch das Belohnungstrinken hinterher angeht. Aber darum kümmere ich mich in ein paar Tagen. Jetzt gilt es erstmal Weihnachten und Sylvester unbeschadet zu überstehen. Eine Hürde nach der anderen angehen...

    Meine Karteikärtchen machen gute Fortschritte, wichtigster Gedanke sind die Lügen des Suchtmonsters. Auch wichtig sind die Fragen: Was bringt es, jetzt zu trinken? Ändert das etwas? Wie fühle ich mich morgen damit :?: Schließlich auch wichtig: Das erste Glas stehen lassen. In dem Bewusstsein, dass es nicht bei einem Glas bleiben wird, denn auf das erste werden viele folgen.
    Mir ist beim Lesen eines Beitrages heute noch etwas bewusst geworden: Eigentlich hat mir Alkohol nie geschmeckt. Ich habe oft den Mund verzogen und mir gedacht "Das muss dir doch schmecken, das ist ein Spitzenwein!" Oder mir das erste Bier reingewürgt, obwohl ich merkte, wie es mir gerade überhaupt nicht bekommt. Aber ich wusste: Wenn das erste Bier einmal drin ist, tut der Alkohol sein übriges und ich würde noch viele reinbekommen...

    Mh, es tut weh zu erkennen, dass ich so zu mir war. Ich hoffe, dass wird nie wieder passieren. Zumindest nicht in den nächsten 24 Stunden.

    LG
    Plejaden

    Sooo, fertig! Jetzt sind erstmal ein paar ruhige Tage angesagt. Heute habe ich es auch schon eher friedlich angehen lassen, geschlafen bis 8.30 Uhr, frühstücken und danach mit den Eltern einkaufen gefahren. Danach habe ich meinen Freund aus dem Bett geschmissen und bin zur Uni gefahren, bevor er sauer werden konnte 8) . An der Uni hab ich mich von allen verabschiedet und mich mit Büchern für die freie Zeit eingedeckt. Anschließend ging es heim und die Freizeit konnte beginnen.

    Wie ihr lest, ich war nicht joggen. Bin heute morgen mit Halsweh aufgewacht, der Magen hat sich auch wieder gemeldet :cry: . Wie doof. So laufe ich in drei Monaten noch 2/1... Aber egal. Ich hab ja Zeit :D . Irgendwie ist es gut, dass ich jetzt irgendwie krank werde, dann besteht die Chance, dass ich bis Weihnachten wieder gesund bin. Besser wäre es natürlich gar nicht erst krank zu werden :roll: .

    Mir ist heute morgen, nachdem ich panthers Beitrag gelesen habe, noch ein guter Gedanke eingefallen: Ich muss mir schlicht und ergreifend sagen, dass das Suchtgedächtnis lügt. Da ist einfach und schnell gesagt und enthält eine fundamentale Wahrheit: Du lügst. Wenn es mir sagt: "Ach, nur ein Bier macht doch nichts, halt nur eins, danach hörst du wieder auf..." - Du lügst.

    Auch das ist ein wichtiger Gedanke: Das Suchtmonster will einfach nur wieder Alkohol haben, und es würde ALLES dafür tun, um ihn zu kriegen. Das habe ich in den letzten Wochen bemerkt: Die guten Gründe, um wieder trinken zu können, wurden immer schmaler, bis davon nichts mehr übrig geblieben ist. Als es keine Gründe mehr gab. Als klar wurde, dass es niemals welche gegeben hat. Dass selbst "die schöne Zeit, als ich noch trinken durfte" niemals existiert hat. Mir wird immer klarer, ich hab mich in meiner Trinkzeit eigentlich nie wohlgefühlt. Ich habe immer mit Schuldgefühlen getrunken. Schwer zu beschreiben.

    Zeppeline : Ich merke auch immer mehr, dass ich in Krisenzeiten gerne auf Geschriebenes zurückgreifen würde. Das wirkt irgendwie stärker, als die Gedanken nur im Kopp zu haben ;) . Dieser Effekt ist meine Hauptintention, um mich nochmal durch meine Beiträge zu arbeiten.

    So, ich fröhne noch weiter meinem Schnupfen (moderat, nicht schlimm, ich kriege noch Luft) und dem Halsweh und wünsche einen schönen Abend.

    LG
    Plejaden

    Die Gier nach einfachen und schnellen Lösungen, das ist wirklich gut ausgedrückt. Irgendwie gewöhnt man sich als Alkoholiker so eine Knopfdruck-Mentalität an: Erst mit dem Alk (Entspannung und Spaß auf Knopfdruck), dann muss auch immer mehr sofort und immer funktionieren. Und wenn etwas nicht sofort und immer funktioniert - dann ist man frustriert und besäuft man sich :roll: .

    Das mit dem Joggen empfinde ich auch so, es beendet Gedankenkreisel, macht fit und man kann an sich arbeiten ;)

    LG
    Plejaden

    So, gleich kommt unerwarteterweise Besuch (mein Freund klärte mich gerade auf :shock: ), deshalb heute etwas kürzer. Der letzte Tag Vollgas, ab morgen lasse ich es etwas langsamer angehen und dann ist erstmal ne Woche frei. Ne - mehr. Egal :D !

    Anyway, ich bin heute um 8 wieder zur Uni und hab erstmal vier Stunden gelesen. Das war schon am Limit, viel länger kann ich mich nicht auf das Fachliche konzentrieren. Am Ende schweiften die Gedanken schon ab... Naja, dann hieß es eine Stunde arbeiten, anschließend ging es zu einem Seminar. Der Professor kannte leider keine Gnade mit uns und hat's bis zum Ende durchgezogen. Danach ging's endlich heim.

    Mein Magen weilt übrigens wieder unter den Lebenden, ich werde die Tee-Therapie aber weiter fortsetzen. Aber gerade eben habe ich Halsweh gekriegt und gehustet hab ich auch schon. So ein Mist, morgen wollte ich doch joggen :( . Hoffentlich werde ich über Nacht wieder gesund, passiert öfters mal.

    Ich bin gerade dabei alle Gedanken und Überzeugungen bezüglich des Alkohols auf Karteikärtchen zu übertragen und die dann in Folie einzuwickeln (dieses selbstklebende Zeugs... ihr wisst schon). So kann ich meine Gedanken immer dabei haben und hin und wieder lesen. Autosuggestion mag nicht jedermanns Sache sein, aber bei mir funktioniert sie ausgezeichnet. Es dauert zwar ein paar Wochen oder Monate, bis die neuen Gedanken und Überzeugungen "im Bauch" angekommen sind, aber das ist mir die Arbeit wert.

    Dann saß heute morgen jemand im Bus, der sich schon eine Flasche Bier reingepfiffen hat. Irgendwie meldete sich das Suchtmonster prompt wieder, neue Masche: "Guck mal, der trinkt einfach so Bier. Ist doch auch nix großartiges, Bier ist eher wie Wasser." Ich habe ihm dann vorgerechnet wieviel Gramm reinen Alkohols in einer Bierflasche sind, da war es wieder still. Bier ist weder harmlos, und Wasser schon gar nicht. Gerade wegen Bier muss ich aufpassen, weil es mein Alkohol Nr. 1 war. Also: Wieder eine Lüge des Suchtgedächtnisses.

    So. Jetzt gehe ich noch eben in den Keller meine Wasserration für die nächste Woche holen und dann mache ich es mir auf der Couch gemütlich und warte auf den Besuch. Schönen Abend wünsche ich!

    LG
    Plejaden

    Hallo Zeppeline,

    oh ja, die Arbeitsmüdigkeit kenne ich auch :roll: . Würde am liebsten jetzt schon zu Hause bleiben, aber es sind ja nur noch zwei Tage...

    Ich werde mir wohl einen Plan erstellen, was ich in der freien Zeit alles machen möchte, allerdings ohne mich da unter Druck zu setzen. Das gibt mir etwas Sicherheit und Erleichterung, keine Angst vor Langeweile.

    Joggen in der freien Wildbahn wird für mich auch dazu zählen. Morgen werde ich auf den 3/1-Rhythmus wechseln (3 Min. joggen, 1 Min. gehen, das ganze ca. 20 Min.), bin ja mal gespannt...

    Wünsche dir viel Kraft für heute und morgen
    Plejaden

    Kleiner Nachtrag: Meine Eltern kennen sehr wohl meine Bedingungen. Ich bleibe bei ihnen, wenn sie in meiner Gegenwart nicht trinken. Dann können wir auch ein schönes familiäres Weihnachten feiern. Ob sie es ernst nehmen werden - ich denke nicht. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

    Die "Schwiegereltern" sind übrigens bereit für mich auf Alkohol zu verzichten. Zu denen fahren wir am zweiten Weihnachtstag. Verkehrte Welt...

    Hallo zusammen,

    inzwischen geht es mir schon wieder besser. Dieses komische dicke Ohr hat am Nachmittag von alleine aufgehört zu rumoren, und der Magen erholt sich anscheinend auch wieder. Schön!

    Heute war ein anstrengender Tag: Um 8 Uhr zur Uni, dort eine Stunde gelesen, danach in eine Vorlesung. Anschließend bin ich arbeiten gegangen, habe eine halbe Stunde mehr gemacht, weil ich ja nächste Woche Zwangsurlaub habe (oooooh schaaade :lol: ) und anstatt Urlaub zu nehmen werde ich das über Überstunden kompensieren. Anschließend bin ich was essen gegangen, und hab dann noch zwei Stunden gelesen, bevor es zum letzten Seminar ging. Da wurde leider 20 Min. überzogen, so dass ich mich erst ziemlich spät zur SHG aufmachen konnte :? . Ich hatte eigentlich vor in der Raucherpause dort aufzuschlagen, hab ich dann nicht geschafft logischerweise. War aber zum Glück nicht schlimm...

    Es wurde dann noch über die Feiertage geredet, eindringlich vor der sentimentalen Stimmung gewarnt. Ich wurde in meinem Entschluss bestärkt, nur am Heiligabend am Abendessen teilzunehmen und sich meine Eltern danach allein besaufen lassen. Ich kann Weihnachten auch schöner verbringen, als bei angetrunkenen Kalauer-Reißern, die zudem meine Trockenheit gefärden...
    Anschließend hat der Gruppenleiter noch seine Handynummer rausgegeben, für Notfälle. Ich brauchte also nicht zu fragen.

    Es war mir auf jeden Fall nochmal sehr wichtig, vor den Feiertagen nochmal dort aufzuschlagen. Ich werde mich zwar weitestgehend aus Familienfeiern raushalten, aber die sentimentale Stimmung ist tatsächlich nicht ohne. Dieses "mal fünf gerade sein lassen". Heute ist Weihnachten und so. Falsch: Das Suchtmonster kennt keine Feiertage, kein Weihnachten, kein Sylvester. Es wird mich wieder in den Abgrund reißen, egal wie festlich der Anlass ist. Hart aber wahr...
    Mein großer Vorsprung ist, dass ich Weihnachten nur letztes Jahr total versoffen habe, und dieses Erlebnis noch nichtmal schön war, in keinster Weise. Es ist mir richtig übel ins Gedächtnis eingebrannt. All die Jahre davor habe ich Weihnachten nichts getrunken, diese Jahre empfinde ich als wesentlich schöner. Und dieses Jahr wird es genauso schön werden, nur ohne Beisammensein mit der Familie :D .

    kommal : Was das Perfide ist - ich hatte es schonmal vor ein paar Monaten geschafft, mir den Magen mit Kaffee zu ruinieren. Danach habe ich es wieder gelassen, nur um langsam wieder immer mehr zu trinken... Kommt einem bekannt vor, oder? Soll mir eine Warnung sein, dass es mit dem Alkohol nicht anders laufen würde.

    So, ich spiele jetzt eine Demo, die ich mir heute runtergeladen habe und verschwinde dann zeitig im Bett. Schönen Abend noch!

    LG
    Plejaden

    Hallo und erstmal danke für die guten Besserungswünsche :D . Gestern abend konnte ich leider nicht mehr schreiben, weil ich vorm TV eingepennt bin :? . Habe mich dann so matschig gefühlt, dass ich mich nur noch ins Bett geschleppt hab... drum schreib ich jetzt!

    Erstmal zu meiner Gesundheit: Gestern ging es mir soweit gut, leider hat sich mein Magen anscheinend dafür entschieden, eine Woche vor Weihnachten den Dienst zu quittieren :? . Hatte den ganzen Tag Magenschmerzen. Allerdings bin ich mir inzwischen sicher, doch selbst schuld daran zu sein: Gesoffen hab ich nicht, aber wohl zuviel Kaffee getrunken. Naja, in Zukunft nur noch einmal die Woche Kaffee, wenn überhaupt...

    Trotzdem, weil es mir sonst gut ging, bin ich zeitig zur Uni, hab dort eine Stunde gelesen und dann zwei Stunden gearbeitet. Anschließend ging es heim,, wobei ich zu meinem Leidwesen feststellen musste, dass es nun gar keine Chance mehr gibt dem Glühwein auszuweichen: Fast jeder fünfte (oder so) rennt auf dem Campus mit einem Becher davon herum, überall riecht es danach, in die Gebäude gehen sie auch damit. Naja, da muss ich dann wohl durch, sind ja zum Glück nur noch drei Tage, heute eingeschlossen...

    Zu Hause habe ich mal was Neues ausprobiert, und bin direkt nach der Uni zum Joggen gegangen. Im Fazit denke ich, dass es so besser war. Sonst fange ich hier irgendetwas an, was ich dann nicht wirklich fertig mache weil ich zwischendurch joggen gehe. So bin ich dann irgendwann WIRKLICH zu Hause und kann irgendwas arbeiten...
    Danach hatten wir Verwandte im Haus, vorweihnachtliches Beisammensein weil die über Weihnachten im Urlaub sind. Beim Kaffeetrinken und Abendessen war ich zugegen, danach ging es sofort wieder hoch in mein Reich. Gab zwar enttäuschte Gesichter, aber musste halt sein. Die hatten schon beim Abendessen gut einen drin und mein Vater hat einen unerträglichen Kalauer nach dem anderen rausgehauen. Ne, ohne mich.

    Hab mir dann einen schönen Pfefferminz-Tee gemacht, die Wunderwaffe gegen Magenweh! Hab dann noch ein bisschen für die Uni gearbeitet, anschließend ein bisschen TV geguckt bis ich irgendwie eingepennt bin...

    Heute morgen geht es meinem Magen etwas besser, er scheint sich wieder zu bekrabbeln. Dafür hab ich ein dickes rechtes Ohr, sobald ich den Mund aufmache habe ich Ohrenschmerzen und das Gefühl, dass da irgendwas im Gelenk klemmt. Mh, mal sehen was das noch gibt. Ansonsten geht es mir gut ;) .

    Ich werde heute Abend wieder zur SHG gehen und möchte da das Thema "Weihnachtsfeiern" ansprechen. Vor allem mal sehen, ob ich evtl. eine Nummer von irgendwem kriege, für Notfälle. Möchte da aber keinen drängen, wenn mir eine angeboten wird ists ok, wenn nicht auch nicht. Ich hoffe, dass viele von den Langzeittrockenen dort Erfahrungen geben, wie sie mit dem Fest umgehen... Vielleicht kann ich da was für mich mitnehmen.

    Mh, wenn ich im Vorstellungsthread geschrieben habe, dass meine Sauferei keine Spuren an meinem Körper hinterlassen hat, dann habe ich wohl meinen Magen übersehen. Das habe ich nicht bewusst unterschlagen, es ist mir selbst erst gestern klar geworden. Wegen der Magenprobs bin ich seit zwei Jahren beim Arzt, eine Spiegelung wurde auch schon gemacht - nichts gefährliches, aber ich habe Reflux, einen nicht mehr richtig schließenden Magenpförtner. Dass Magen und Darm so schnell gereizt sind, das führe ich auf den Alkohol zurück. Vielleicht gibt sich das wieder, wenn nicht bin ich halt leider gezwungen, mich für den Rest meines Lebens gesund zu ernähren 8) (kein Alk natürlich, wenig Kaffee, wenig Süßes, wenig Zitrusfrüchte oder sonstige sauere Lebensmittel). Es gibt wahrlich Schlimmeres.

    @Alex: Kopieren war vielleicht das falsche Wort, wie du habe ich einfach die Lebensweise meiner Eltern unbewusst übernommen.

    Zitat

    ..., für mich war es ja normal das ein Mann der viel und bis zur Erschöpfung arbeitet sein Bier trinkt und daraus scheinbar! neue Kraft schöpft.


    Genau so wurde das bei mir daheim auch gesehen. Der hart arbeitende Mann hat sich sein Bierchen am Abend verdient, jawohl!

    Gerade für meinen Vater spielt Alkohol eine große Rolle, ob er wirklich alkoholsüchtig ist weiß ich nicht, aber zu Trinkanlässe kippt er immer gut was weg und auch so thematisiert er ständig den Alkohol. Beispiel: Jemand aus der Nachbarschaft hat bei Börsenspekulationen 1000 Euro verloren. Ich überlege mir immer, wieviel Musik-CDs ich dafür kaufen könnte, oder einen neuen Mac oder oder, er rechnet es in Bierkästen um. Klingt banal, summiert sich aber über den Tag auf. Ihr versteht was ich meine?
    Meine Mutter trinkt zwar auch viel, aber thematisiert es nicht so stark. Und seit ich nicht mehr trinke, trinkt sie auch viiiel weniger und scheint für das Thema sensibler zu sein.

    So, genug geschrieben, ich muss los. Bis heute abend, wenn ich nicht wieder einpenne ;) .

    LG
    Plejaden