Beiträge von Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute ging es mir nicht wirklich besser :( . Im Gegenteil, starke Kopfschmerzen und Schwindelanfälle komplettierten zusammen mit dem angeschlagenen Magen das "Katerfeeling". Sehr seltsam, sich nach so vielen Wochen wieder so zu fühlen, obwohl es nicht dasselbe ist - das "nebelige" fehlt.
    Was auch fehlt, sind die Schuldgefühle. So habe ich heute viel Rücksicht auf mich genommen und mich selbst innerlich mal gedrückt, hab es auch langsam angehen lassen. Denn ich weiß, diesmal kann ich nichts dafür, dass es mir so schlecht geht.

    Wie dem auch sei, vor der Uni bin ich noch losmarschiert um ein Rezept zu holen. Darauf bin ich besonders stolz, weil ich dieses Rezept sonst in letzter Minute hole und schon ein paar Mal beim Arzt vor verschlossener Tür stand ("Wir sind im Urlaub!"), worauf der Stress erst richtig los ging. Jetzt hab ich das Ding ne Woche früher, und keinen Stress :D .

    Danach ging es zur Uni. Dort konnte ich jedoch nicht wirklich viel reißen, konnte vor Kopfweh kaum lesen und bin dazu noch fast eingeschlafen. Schließlich bin ich vor der finalen Vorlesung losgezogen in der Hoffnung, mir irgendwo die Suchtfibel besorgen zu können. In die Stadt kann ich dafür nicht, die große Buchhandlung liegt in der Weihnachtsmarkt-Sperrzone. Wie dem auch sei, ich hab sie nicht gekriegt. Werde wohl nächstes Jahr (wie sich das anhört ^^ ) in die Stadt fahren, wenn der Weihnachtsmarkt weg ist.

    Naja, dann stand da noch die letzte Vorlesung an, Gott sei dank hatte der Prof ein Einsehen mit uns und hat uns ne Stunde eher gehen lassen. So kann ich mir jetzt einen Pfefferminz-Tee für den Magen und eine Aspirin für meinen Kopf gönnen und es mir auf dem Sofa im Warmen gemütlich machen...

    Heute im Bus hatte ich wieder eine Erkenntnis, anscheinend verwurzelt sich die Einstellung "Nie wieder trinken, selbst wenn ich es könnte, denn Alk ist Gift und hat in meinem Leben nichts verloren." immer tiefer. Wozu sollte ich trinken? Es gibt keinen Grund, nichts kann so schlimm sein, dass ich wieder mit dem Tod auf Raten anfange. Alkohol ist keine Alternative!
    Trotzdem versuche ich, ihn aus meinem Leben fern zu halten. So ging es heute wieder auf Glühweinstand-Ausweichkurs durch einen Hörsaal und den Seiteneingang rein...

    Dann ist mir noch aufgefallen, dass ich mit meinem Trinksystem und den Trinkregeln schlicht meine Eltern kopiert habe! Die Erkenntnis hat mich wie ein Bus geküsst: Die trinken in der Woche auch kaum, mimen da die gute Familie in ihrem gesundem Leben mit cholesterinarmen und fettfreien Essen - nur um z.B. vor Feierlichkeiten Tage vorher davon zu reden, was denn alles getrunken werden wird und am Tag des Anlasses (also an jedem WE mindestens) kräftig zuzuschlagen, denn dann "hat man's sich verdient!"
    Das habe ich ganz stark verinnerlicht: Dieses "es sich verdient haben" spielte bei mir auch eine ganz große Rolle. Ich habe mein Belohnungssystem wohl sehr sehr gezielt bedient :roll: .

    @zilli: Meine Thera ist solche Sprüche sogar mit mir durchgegangen. Dabei ist einfach tatsächlich am Besten! Je weniger Informationen ich gebe, desto unangreifbarer werde ich.
    Später, wenn sich meine Trockenheit stabilisiert hat und ich selbstbewusster geworden bin (im Allgemeinen und auf die Sucht bezogen im Speziellen), kann ich auch wieder mit Infos rausrücken - und jedem mitfühlend zulächeln, der eifrig versucht mir einzureden, dass das doch gar nicht viel und überhaupt nicht schlimm sei ;) .

    @engel1000:

    Zitat

    Wer das nicht kapiert oder verstehen will, der tut einem leid.


    So isses. Oder, vielleicht auch: Der ist die Mühe nicht wert.

    Freunden, die meine Krankheit akzeptieren und verstehen wollen, erkläre ich gerne mehr.

    LG
    Plejaden

    Mir ist gerade ein Geistesblitz gekommen. Gibt mir ein Gefühl für die Richtung, für wie-umgehen-mit-Rechtfertigungen.

    Ich wurde bisher immer gefragt wieviel ich getrunken habe, wenn ich mich geoutet habe. Darauf habe ich eine konkrete Zahl an Flaschen/Gläsern genannt, worauf der Gegenüber anfing, das mit seinem Konsum zu vergleichen und zu dem Schluss kam: Das war doch nicht viel! Es folgten Sätze wie "ach, dann müsste ich auch süchtig sein!" oder "soviel war das nicht..." und verzweifelte Rechtfertigungen meinerseits.

    Dabei ist die Antwort auf diese Frage ganz einfach: Zuviel. Ich habe zuviel getrunken, für mich, für meinen Körper, für meine Verhältnisse und Prinzipien, zuviel. Das muss reichen. Eine einfache Antwort und die Weigerung, anderen Menschen eine Vorlage zu bieten...

    So. Und jetzt gehe ich pennen. Bis morgen ;) .

    Hallo Zeppeline,

    das mit den Gefäßen kommt mir auch bekannt vor, auch mit der allgemeinen Gleichgültigkeit. Ich hab es eine zeitlang schöne Trinkgefäße und ein Ritual gehabt, um die Illusion vom "kultivierten Trinken" aufrecht zu erhalten. Schließlich ist Wein ein Genuss und ein Stück Kultur!

    Ja ja. Schon klar.

    LG
    Plejaden

    Ach so, bevor ich es vergesse: Mein Freund hat mir gestern, als er von seiner Weihnachtsfeier wieder kam eröffnet, dass er doch mit mir zusammen ein alkfreies Sylvester feiern wird :D . Das hat mich natürlich supi gefreut, ich glaube ich werde trotzdem nochmal im Chat vorbeisehen, wenn ich einen Moment Zeit habe.

    Paolo : Ich würde fast sagen, dass mir Bier und Co. jetzt schon nicht mehr schmeckt. Hab natürlich keine Lust das auszuprobieren ;) , aber ich weiß, dass es mir nie wirklich geschmeckt hat. Ich habe es mir lange Zeit eingeredet, dass ich nur soviel Bier trinke, weil es mir schmeckt. Experimente mit alkfreiem Bier haben mich schnell vom Gegenteil überzeugt :roll: . Aber selbst da habe ich nicht begriffen.

    Ich denke, das ist ein zusätzlicher Schutz. Ich möchte nichts trinken, was mir überhaupt nicht schmeckt und mich obendrein noch vergiftet und umbringt.

    Und schön, noch einen zweiten Biathlon-Fanatiker zu finden ;) . Obwohl mich dieser Virus erst vor zwei Jahren infiziert hat...

    @Alexej:

    Zitat

    Alle tollen Erinnerungen die ich hatte und die natürlich auch in meinem Gedächtnis sind, sind nur scheinbar toll und in Wirklichkeit wäre es mir immer, in jeder Sekunde, besser gegangen OHNE den Alkohol. So wie jetzt auch Winken

    Der Alkohol ist Lüge und Tod in einer Form und Übermacht, mit der sich Niemand etwas gutes tut!

    Alkohol ist rein negativ, was dir ja gerade sehr bewusst wird/wurde.


    Das hast du schön ausgedrückt, kann dir nur 100%ig zustimmen. Vor allem, dass es mir in jeder Sekunde ohne besser gegangen wäre. Wieviele Sekunden, Minuten, Stunden, habe ich vergeudet?
    Egal, ich werde sie nachholen :) !

    Hallo,

    heute gibt es leider wenig Aktivitäten zu berichten. Irgendwie habe ich Bauchweh, und schlecht ist mir auch. Hab mir wohl den Magen verdorben :( . Darum bin ich nicht joggen gegangen, sondern bin daheim geblieben
    und lümmelte auf dem Sofa rum. Langweilig war mir nicht dabei, hab wieder Biathlon geguckt, Morrowind gespielt, hin und wieder im Forum vorbei geschaut und in einem Moment der Action (da ging es mir mal ne Viertelstunde besser) den wundervollen Sonnenschein genutzt und endlich das Fliegengitter vom Fenster gerissen - und dabei einen tiiiefen Zug frische Luft genommen. Ich hoffe morgen geht es mir besser...

    Dafür habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, einige kamen mir dann im Chat. Es wurde angesprochen, dass ich mich in meinen Beiträgen stolz anhören würde :) . Das stimmt, ich bin stolz auf das, was ich in den letzten Monaten geschafft habe. Ich bin stolz auf meine Taten und stolz auf mich selber, auf meine persönliche Entwicklung. Leider schaffe ich es nicht, diesen Stolz, dieses Selbstbewusstsein nach außen zu tragen :( .

    Überspitzt ausgedrückt reicht es, wenn nur einer sagt "Ach, ist doch alles quatsch!" und ich breche total ein. Deshalb war das Thema outen heute im Chat auch so wichtig für mich - ich wollte einfach sehen, wie andere damit umgehen. Gerade da ist es so, sobald jemand mich unter Druck setzt (kam schon öfters vor) oder Erklärungen verlangt hat, gebe ich ihm schnell recht, damit ich in Ruhe gelassen werde. Ich hab panische Angst vor Konflikten, hab mich in meinem ganzen Leben außer mit meinem Freund oder mit meinen Eltern noch nie gestritten (das meine ich ernst). Sobald mich jemand angeranzt hab, habe ich ihm sofort recht gegeben.
    Unter den Umständen fällt es mir natürlich doppelt so schwer mich zu outen. Ich habe es jetzt bei so ziemlich allen Leuten getan, die mir wichtig sind (bzw. von denen ich das dachte :roll: ), aber mehr schaffe ich im Moment noch nicht.

    Ich weiß auch nicht, warum ich das alles schreibe. Die Vorteile des Outens sind mir völlig klar. Auch dass Alkoholismus eine Krankheit ist, und ich mich für eine Krankheit nicht schämen muss, ist mir klar. Ich kann einfach dieses "ich bin so, und das ist auch gut so!" nicht vermitteln. Die Menschen spüren meine Unsicherheit, und nehmen mich sofort hoch.

    Tja, alles was ich tun kann, ist weiter zu üben, weiter voran zu kommen, Souveräner zu werden. In ALLEN Lebensbereichen. Wie ich vorher geschrieben habe: Der Weg ist das Ziel 8) .

    LG
    Plejaden

    Hallo alle miteinander,

    gestern abend habe ich es nicht mehr geschafft zu schreiben, weil ich mit meinem Freund in einem Musical war. Hatte ich vergessen zu schreiben, dass ich da hingehe, Freitag befand ich mich in einem seelischen Ausnahmezustand... Das Musical war total schön, leider konnte mein Freund nach der ersten "Halbzeit" nicht mehr auf diesen fürchterlichen Stühlen sitzen (er hat eine Verletzung im Hüft- und Beckenbereich) und musste sich hinstellen. Trotzdem, ein schöner Abend. Wir waren aber leider auch erst um Mitternacht daheim, deswegen heute erst mein Post!

    Ich spule mal rasch einige Stunden zurück: Ich bin um 8 Uhr aus dem Bett gefallen, habe festgestellt, dass mein Freund von der Weihnachtsfeier nicht zurück gekommen ist. Gut so. Hat bei einem Bekannten übernachtet. Irgendwie hatte ich keine Lust für mich allein Brötchen zu holen, habe zum Frühstück statt dessen ein paar selbstgemachte Kekse von meiner Mutter gegessen und bin dann losgezogen mir einen neuen Rucksack zu kaufen. Mein Alter, der mir über zehn Jahre treue Dienste geleistet hat, hat am Freitag den Geist aufgegeben (Reißverschluss rausgerissen, gleichzeitig ein Träger ab). Habe mich noch im Bus dagegen entschieden, in die Großstadt zu fahren, da ich dort hätte über den Weihnachtsmarkt laufen müsste. Der frisst sich mittlerweile wie ein Gewür durch alle Gassen, es ist unmöglich die Geschäfte zu erreichen OHNE da rüber zu gehen. In dem Nachbarkaff ist zwar auch ein Weihnachtsmarkt, aber da konnte ich wenigestens ein großes Kaufhaus erreichen.
    Gut, habe meinen Rucksack bekommen, und wieder heim. Mein Freund war immer noch nicht da. Ich habe mir einen Tee gemacht, Biathlon geguckt und mir schonmal die Bahnverbindung rausgesucht für den Fall, dass mein Freund es nicht mehr nach Hause schaffen würde. Dann würde ich halt alleine gehen ;) .
    Nach dem Biathlon habe ich noch Morrowind gespielt, irgendwann kam dann auch mein Freund heim. Zwei Minuten später ist mein Chara verreckt (ich war leider so goldgierig und bin im Angesicht von fünf Schatztruhen in drei Zauberfallen gelaufen - ich sah nur noch, wie mein Schutzschild aufleuchtete um die erste Salve abzufangen, dann war's auch schon vorbei :roll: ), darauf hat mein Freund dann den TV für sich erobert und sein Formel 1-Spiel gespielt, ich hab ein Nickerchen gemacht.
    Abends ging es dann ins Musical und da habt ihr mich wieder ;) .

    Nochmal etwas zu Freitag: Heute geht es mir diesbezüglich schon besser, gestern übrigens auch schon. Das Treffen der SHG war halt "normal", ohne Höhen und Tiefen. Aber ich erwarte halt immer, wenn ich mich aus dem Haus wage nach Jahren des Abends-nur-zu-Hause-hockens, dann muss dabei etwas sensationell Tolles herauskommen. Ich möchte versuchen, mich vorsichtig an das Konzept zu gewöhnen, abends rauszugehen, ohne mich zu überfordern. Und da bietet die SHG ja einen geschützten Rahmen!

    Dann kamen mir gestern im Bus noch einige Gedanken zum Suchtgedächtnis. Ich habe mich in den letzten Tagen hin und wieder dabei ertappt, wie ich mich in Phantasien ergangen habe, nach dem Motto "Jetzt einen schönenen, leckeren Rotwein, wie der die Seele erwärmen würde...". Ich versuche das immer zu unterbinden und mir klar zu machen, dass das Suchtgedächtnis lügt. Es gaukelt mir die tollen Erinnerungen vor, und schließt die Negativen aus. Es gibt andere Arten sich aufzuwärmen.
    Und, wahrscheinlich würde mir der Wein nichtmal schmecken! Ich orientiere mich da gerne an mir, wie ich früher war, als Kind und Jugendliche: Kinder trinken freiwillig auch keinen Alk, weil er abscheulich schmeckt. Das ist einfach so. Genauso ging es mir, bis ich 21 war: ich hab nichts getrunken, weil es einfach total fürchterlich geschmeckt hat. Sogar später, als ich süchtig getrunken habe, hatten mir die ersten Schlucke nichtmal geschmeckt, ich musste mir den Alk erst "schön trinken".

    Was erzählt mir das Suchtmonster also eigentlich für einen Sch...? Wieso sollte ich etwas trinken, was scheußlich schmeckt und reines Gift ist, das meinen Körper zugrunde richtet? Ich möchte klar sein, ich möchte mir mich selbst erarbeiten, wie ich schon immer sein wollte, und das ist klar.

    So. Ich habe gesprochen. Einen schönen 3. Advent wünsche ich!

    LG
    Plejaden

    Ein hallo an alle Zuckerbäcker und auch die anderen ;) . Ich möchte dieses Jahr das Dessert zum Weihnachtsdinner stellen, und möchte dafür Konfektvariationen machen. Nach längerem Suchen habe ich einige Rezepte ohne Alk gefunden, nur eins, das ich besonders lecker fand, enthält welchen. Leider kann es sein, dass er in einer Menge vorkommt, die die Konsistenz beeinträchtigen könnte wenn ich ihn einfach weglasse. Deshalb frage ich mal in die Runde ob jemand einen Tipp hat, falls das Zeug zu krümelig wird und da Flüssigkeit rein muss?

    Die Hauptgeschmacksträger sind Zitrone, weiße Schoki und Kokos, dazu halt 5 EL eines bekannten Kokoslikörs. Zuerst habe ich daran gedacht, ihn durch Kokosmilch zu ersetzen, aber dann hätte ich eine Dose auf, die garantiert schlecht wird und außerdem weiß ich nicht, ob die Milch nicht Alk enthält (wenn ich mich so an den Geschmack erinnere... es schmeckt zumindest danach). Also keine Kokosmilch, es sei denn ihr überzeugt mich vom Gegenteil :lol: . Ich dachte entweder daran, Zitronensaft zu nehmen. Nur was wenn es zu sauer wird? Mit Puderzucker süßen? Alternativ hätte ich noch normale Milch genommen.

    Ihr seht, ich habe keinen Schimmer und bin für zündende Ideen dankbar...

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    mmmh... seltsamer Tag.

    Eigentlich fing alles ganz gut an, ich bin früh zur Uni, hab dort gut gelesen und mir aus einem französischen Text Vokabeln herausgeschrieben, die ich am WoEn oder Montag morgen übersetze, damit ich den Text ordentlich lesen kann (ja ja, das leidige Thema "aktiver Wortschatz" :roll: ).

    Bin dann um 12 Uhr heim, hab mich dort in meine Jogging-Klamotten geschmissen und bin losgelaufen. Nach einigen Metern glaubte ich meinen entzündeten Augen nicht: Mein Puls war auf einem Rekord-Tiefstand. Kann das sein, nach zwei Wochentraining ist der Belastungspuls um zehn Schläge runter? Andererseits: ich fühlte mich super, es "lief" sich prima, keine Quälerei. Aus Motivationsgründen glaube ich jetzt einfach daran, dass ich tatsächlich einen guten Fortschritt gemacht habe und dass mich die Pulsuhr nicht verschaukelt hat ;) . Aber keine Angst, ich werde mein Tempo weiterlaufen, egal was die Uhr mir anzeigt. Übertraining gibt es nicht.

    Zu Hause habe ich mich dann geduscht und gegessen, danach zwei Stunden Ruhe auf der Couch. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir gut, ich wollte eigentlich schonmal die Vokabeln übersetzen, aber ein kleines Stimmchen zupfte an meinem Pulloverzipfel und piepste: "He, mal langsam!" Das war nicht der Schweinehund, das war eine ernst gemeinte Warnung. Ich habe sie ernst genommen, aber nicht ernst genug.

    Schließlich bin ich dann zu einem gemeinsamen Freizeitabend der SHG gefahren, die ich am Mittwoch besucht habe. Und, was soll ich sagen; es war schön, hat Spaß gemacht, trotzdem bin ich mit einem negativen Gefühl nach Hause gegangen. Warum das, ist mir jetzt irgendwie klar geworden: Ich habe heute an der Grenze zur Überlast operiert. Zuviel gewollt. Nach dem Joggen hätte Schluss sein sollen, aber ich habe mich einlullen, antreiben lassen. Kontakte finden, Freunde finden, schnell, sofort - das geht nicht, das braucht Zeit. Schritt für Schritt. Ich kann nunmal nicht von null auf hundert :( .

    Ich weiß nicht, ob ich da nächste Woche nochmal hingehe. Das eigentliche SHG-Treffen ist mir wichtiger.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    heute war ein recht ruhiger Tag. Diesmal bin ich erst um 9 Uhr zur Uni, habe damit einen neuen Morgenrhythmus getestet und festgestellt: Mehr Zeit zwischen Aufstehen und Losgehen ist immer besser! Also werde ich mir morgen den Wecker mal auf 6.30 Uhr stellen.

    Leider war alles bei meiner Ankunft an der Uni weniger glohrreich, denn vom Weiten sah ich schon, dass die Glühwein-Fraktion vor "meinem" Gebäude wieder ihr Lager aufgeschlagen hat. Gut, bin dann durch einen Hörsaal und einen Seiteneingang rein. Memo an mich: 8 Uhr losfahren ist besser.
    Hab dann drei Stunden in der Bibliothek gelesen, anschließend eine Stunde gearbeitet, dann ging es in ein Seminar. Anschließend dann auch wieder nach Hause, wo mich direkt mein Freund eingesackt hat um Geschenke für einige Familienmitglieder zu besorgen. Da heißt es wohl die nächsten Tage: Einpacken, yay 8) . Danach hab ich den Abend ausklingen lassen und schreib nun hier.

    Wegen der SHG bin ich jetzt zu dem Entschluss gekommen, dass ich dort fortan immer in der Zigarettenpause aufschlagen werde. Das schaffe ich dann noch gemütlich von dem Seminar zum Selbsthilfezentrum, ohne so rennen zu müssen, und ich störe auch kein laufendes Gespräch. Ist ja eh nur bis zum Ende des Semesters so, danach heißt es ciao Seminar.
    Alle sind bei der SHG übrigens Langzeittrocken (so >10 Jahre) und folgen den Prinzipien, die auch hier im Forum vertreten werden. Auch ein Grund, warum ich mich dort wohl gefühlt habe - das ist auch der Weg, den ich gehen möchte.

    Ich habe noch etwas festgestellt. Ich habe über drei Monate gebraucht, um mich zu einem SHG-Besuch durchzuringen. Die Gründe dafür sehe ich jetzt ganz klar vor mir:
    1.) Angst vor Veränderungen, vor dem Neuen
    2.) Angst davor, die Krankheit zu akzeptieren
    Ja, es ist so: Seit ich dort war, eine Selbsthilfegruppe für Alkoholkranke besucht habe, bin ich irgendwie in der Krankheit angekommen. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Vielleicht hatte ich vorher noch irgendwelche verborgenen Hintertürchen, wollte das doch irgendwie allein in meinem stillen Kämmerlein hinkriegen. Keine Ahnung. Es scheint fast so.
    Aber wie sagte ein Amerikaner mal so schön? Ein kleiner Schritt für Plejaden - ein großer Schritt auf dem Weg in die Trockenheit. Hoffe ich doch mal. Und: Was lange währt, wird endlich gut. So, genug Phrasen gedroschen.

    summerdream : Danke für deine Worte, es freut mich eine Mitleserin zu haben, die sich so tapfer durch meine Zeilen quält :lol: . Es war mir auch das Wichtigste, dass ich mich dort aufgehoben fühle und merke, dass ich dort offen sprechen kann. Ansonsten hat man mir auch ausdrücklich gesagt, dass ich gerne woanders hinkann, wenn's mir nicht gefällt, und es mir keiner das krumm nehmen würde. Das war sehr beruhigend.

    Zeppeline :

    Zitat

    Übrigens ist es sicherlich besser, das in der SHG Erzählte auch dort zu lassen; allerdings denke ich, es ist okay, hier im Forum zu berichten, wenn es um ganz allgemeine Dinge und Gedanken - also keine Lebensgeschichten - geht.


    Ich habe mir im Nachhinein auch überlegt, Dinge, die nur mich betreffen, hier anzusprechen. Natürlich werde ich auch da äußerste Vorsicht walten lassen.

    JoeDoe : Ob nun innovative Orthographie oder schlechtes Deutsch, es sei dir verziehen.
    Es ist mir wichtig, eine sich selbst tragende Motivation zu entwickeln. Ich möchte meine Trockenheit nicht auf Bedingungen fußen lassen, oder als das geringere Übel sehen. Bedingungen können wegfallen (der berühmte Fall, wo die Eltern des trockenen Alkoholikers verstarben und er noch auf der Beerdigung rückfällig wurde...) und irgendwann ist das Übel plötzlich nicht mehr so übel. Ne, das hat sich schon von Anfang an "falsch" angefühlt.

    Ich weiß nicht, ob ich jetzt "die" Motivation gefunden habe, aber wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Der Weg ist das Ziel. Ich mag es, an mir zu arbeiten ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo JoeDoe,

    ich wünsche dir einen schönen Urlaub mit viel Sonnenschein (aber bitte nicht den Pelz verbrennen 8) ) und trockene, schöne, besinnliche Feiertage. Man liest sich dann im neuen Jahr!

    "Seit ich keinen Alkohol mehr trinke, ist er auf einmal überall, und vor allem in den Gesprächen: "Also wenn ich das geschafft habe, dann wird erstmal ne Flasche Sekt aufgemacht". Oder, etwas alltäglicher: "Wir können ja mal wieder zusammen ein Bier trinken gehen." Das ist mir früher nie aufgefallen."
    Das stimmt. Vor allem bei meinem Vater fällt mir das immer mehr auf: In beinahe jedem dritten Satz geht es um Alkohol und wieviel Spaß es macht ihn zu konsumieren, alles Kalauer und stereotype Sprüche.
    Ich persönlich denke mir inzwischen, ein Glück muss ich das nicht mehr haben. Ein Glück lerne ich allmählich das Leben ohne Alkohol zu genießen.

    Mir ist noch ein Satz aus der Doku eingefallen, den ein Arzt in einer Suchtklinik von sich gegeben hat: Wir haben verlernt ohne Alkohol zu feiern und zu entspannen.

    Einen schönen Tag wünsche ich!

    Hallo Zeppeline,

    "Ich sehe es als Fortschritt, festzustellen, daß mir überhaupt nichts fehlt, wenn ich bestimmte Umgebungen meide. Auch das muß man erstmal am eigenen Leib erfahren, um es zu kapieren"
    Das stimmt irgendwie. Oft fragt man sich ja allgemein, wie soll ein Leben überhaupt funktionieren, in dem Alk nicht die erste Geige spielt? Es funktioniert sehr gut und auch ohne verzichten zu müssen, doch das erfordert eine Änderung der inneren Einstellung.

    Ich erinnere mich da an einige kritische Fragen, die ein Journalist mal in einer sehr guten Doku über den Alkoholkonsum der Deutschen gestellt hat: Sinngemäß fragte er "Haben wir verlernt, ohne Alk Spaß zu haben?" Da waren noch mehr Fragen, aber ich krieg sie grad nicht mehr zusammen ;) .

    Das ist auch mein erstes Weihnachten seit vielen vielen Jahren ohne Weihnachtsmarkt. Und ich vermisse auch nichts. Ich weiß, dass ich meiner Gesundheit etwas Gutes tue, wenn ich dem fernbleibe...

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    es ist vollbracht. Und ich bin müde :oops: . Aber eins nach dem anderen...

    Bin wieder um 8 Uhr zur Uni, diese Zeit hat sich als die beste erwiesen: Bus ist leer, Glühwein-Stände noch nicht aufgebaut, Bibliothek leer. Habe eine Stunde gelesen, dann einem Prof das Präsentationsequipment aufgebaut, anschließend eine Vorlesung besucht. Anschließend war ich zwei Stunden arbeiten und danach der großen Aufgabe erster Teil: Ich wollte in meinem drei Freistunden die Route zum Selbsthilfezentrum abgehen, damit ich mich im Dunkeln nicht verlaufe.
    Ich habe es ohne Probleme gefunden, allerdings habe ich mich zeitlich irgendwie verschätzt, ich hab ne Viertelstunde gebraucht, statt nur etwas mehr als fünf Minuten! Arghs, das konnte ja heiter werden... Auf dem Rückweg wollte ich eine andere Route ausprobieren, die war auch kürzer - leider war dort auch eine ungesicherte Baustelle, wegen der man über die Bundesstraße (!) laufen und einem schaufelschwingendem Riesenbagger ausweichen musste. Ok, da sollte es also nicht her gehen...
    Anschließend bin ich zu meinem Dozenten um zu fragen, ob ich eher gehen darf: Nö, meinte der, dann trag' ich Sie als fehlend ein! :shock: Ach du Sch... :( . Sofort begann ich zu schwanken, soll ich überhaupt gehen? Beim ersten Treffen schon ne dreiviertel Stunde zu spät kommen?
    Letztendlich hörte der Gott der Studis auf mich: Die zweite Referentin erschien nicht zum Seminar, weshalb eher Schluss war. Um 17.01 Uhr verließ ich das Gebäude. Eine halbe Stunde Zeit, um durch den Feierabendverkehr am Selbsthilfezentrum anzukommen...
    Kurz und gut, ich habs geschafft und gefunden. Und: Es war total nett, bzw. die Leute waren total freundlich :) . Ich hab zwar den Altersschnitt deutlich nach unten gedrückt :oops: , habe mich aber gut mit allen verstanden, wir waren auf einer Wellenlänge. Ich hab die meiste Zeit von mir erzählt, man bestärkte mich in meinem Vorhaben mir Freunde zu suchen und riet mir, im Selbsthilfezentrum nach einem Beratungsgespräch zu fragen und vielleicht an eine Gesprächstherapie zu kommen. Das werde ich tun! Und nächste Woche werde ich wieder hingehen... es ist wirklich tausend Mal anders, mit echten Leuten zu reden als hier im Chat zu schreiben, es ist direkter, emotionaler. Beides hat seine Vorteile, ganz individuell.
    Nacher hat mich die Gruppenleiterin noch zum Bahnhof gefahren, weil ich nicht wusste wie ich da hin kommen sollte. Dunkelheit tut der Orientierung nicht gut...

    Ein sehr schöner Abend, ich bin hochzufrieden mit mir! Und unter uns: Ich habe keine einzige Minute meines Trainings in den letzten Monaten bereut. Ohne das hätte ich es nie geschafft, den Stechschritt von der Haltestelle bis zum Zentrum durchzuhalten :lol: .

    Zeppeline : "Das Trockenwerden ist ein langer Prozeß, für den man eine Menge Geduld braucht. Das "Automatisieren" von Gedanken und Verhalten, wie es Karsten beschreibt, muß lange, lange geübt werden."
    Du hast Recht. Ich war nur wieder unsicher, ob ich hier richtig bin und so :oops: .

    JoeDoe : "'Wenn Du wirklich trocken werden willst, dann darfst, sollst, ja dann MUSST Du noch eine Weile weitertrinken!'. Wenn das mal keine prima Begründung ist"
    Mh, stimmt. Bin ich dem Viech wieder auf den Leim gegangen...

    Motivation habe ich auf jeden Fall genug, weil es mir so unendlich viel besser geht! Meinen Tiefpunkt hatte ich: Ich habe versucht, ernsthaft kontrolliert zu trinken und habe damit schon in den ersten zwei Wochen eine sensationelle Bruchlandung hingelegt. Ich hatte mir geschworen, wenn das nicht funzt, gibt es keinen Alk mehr. Ich dachte, hoffte insgeheim, dass ich das locker hinkriegen würde und nicht mit dem Trinken würde aufhören müssen. Die Bruchlandung war spektakulär und mangelte nicht an Eindeutigkeit. Und genauso tief war die Depression, als ich hier am 20. August zum ersten Mal im Forum schrieb: Mein Leben schien keinen Sinn mehr zu haben ohne Alk.

    Das war ich. Das hat der Alk aus mir gemacht. Da will ich nie wieder hin. Mehr Motivation geht für mich nicht.

    LG
    Plejaden

    P.S.: Über Inhalte des Treffens und die Teilnehmer habe ich nichts geschrieben, da es eine Vereinbarung ist, nichts nach außen zu tragen. Ich möchte nicht, dass sich einer dieser Menschen, die mir schon nach so kurzer Zeit am Herzen liegen, plötzlich im Internet wiederfindet...

    Nachtrag: Jemand schrieb auch, wenn man seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hat, werden alle weiteren Gedanken an Alkohol und Saufdruck obsolet. Weil man froh ist, überhaupt noch am Leben zu sein. Habe ich zu früh aufgehört? War das noch gar nicht mein Tiefpunkt? Habe ich so überhaupt eine Chance, meine Gedanken trocken zu legen?

    Wenn das noch nicht der Tiefpunkt war, wie tief ist der Fall? Wie groß der Sumpf? Muss ich das alles erlebt haben?

    Plejaden, verwirrt.

    Hallo zusammen,

    der heutige Tag hat sich richtig Mühe gegeben und war tatsächlich besser ;) . Gestern war wohl nur ein kurzes "Mist, das WoEn ist schon vorbei"-Tief.

    Heute bin ich mal ne Viertelstunde eher aufgestanden, damit ich nicht immer so eine Hetze zum Bus habe. Toll, gleich rumgetrödelt und schon wieder hieß es hetzen... ich muss meinen Morgen mal besser in den Griff kriegen. Naja, morgen ein neuer Anlauf.

    Bin auf jeden Fall um 9 Uhr an der Uni aufgeschlagen, hab zunächst in der Bib gelesen und danach war ich zwei Stunden arbeiten. Danach ging es wieder heim, wo ich nach dem Mittagessen ein bisschen was für die Uni gelesen habe, dann gings wieder zum Joggen. Es lief diesmal weeesentlich besser als am Sonntag, der Puls war in einem akzeptablen Bereich (wenn mich die Uhr nicht angeschmiert hat) und ist immer gut runtergegangen zwischen den Laufeinheiten. Das führt mich zu der Überlegung, ob ich an meinem Sonntag vielleicht was ändern sollte? Präjogging-Aktivitäten? Das bleibt zu beobachten...
    Anschließend habe ich geduscht und weiter gelesen, jetzt ist Feierabend 8) .
    Ein unschönes Highlight ereilte mich dann doch: Ich hab mich endlich durchgerungen, mit meinem Freund mal über Sylvester zu reden. Er hat noch nichts besonderes vor, ist aber wie erwartet in die Luft gegangen, als ich das Wort "alkoholfrei" in einem Satz mit "Sylvester" erwähnte. Ne, das gehe ja gar nicht! Bla bla bla (es folgte ein Geschrei, dass ich ihm den einzigen Spaß im Jahr nicht gönnen würde). Kurze und trockene Konsequenz meinerseits: Ich bin Sylvester hier bei euch :lol: .

    Morgen ist mein großer Tag: ich werde in eine der SHGs gehen. Der Termin passt fast perfekt, wenn nicht das Problem wäre, dass ich da immer ne halbe Stunde zu spät aufschlagen werde. Habe davor noch ein Seminar und werde es nie rechtzeitig schaffen. Meint ihr, das ist schlimm? Morgen werde ich den Dozenten bitten, dass ich eine halbe Stunde eher gehen darf, um wenigstens bei meinem Einstand pünktlich zu sein. Werde da auch fragen, ob es was macht, wenn ich immer später dazu stoße. Oh mann, ich bin aufgeregt :oops: .
    Naja, die nächsten Wochen werde ich schon immer pünktlich kommen: Nächste Woche ist Institutsversammlung, da kann ich mich ja eher davonstehlen (danach ist eh nur saufen angesagt), dann ist schon Weihnachtspause bis in die erste Januarwoche. Mmmmmh...

    Dann habe ich mir noch Gedanken gemacht über die Tatsache, dass ich meine Nüchternheit lenke. Hatte im "Trinkpause"-Thread schon was dazu geschrieben (der Thread regt mich echt zum Denken an, danke panther ;) ). Was mir Sorgen macht ist die Tatsache, dass meine Gedanken ohne regelmäßige und tägliche Pflege immer wieder in die alte Schiene zurückgleiten wollen. Jemand (ich weiß nicht mehr wer) hatte geschrieben, das sei ein Zeichen für noch nicht vollständige Kapitulation und nasses Denken. Das beunruhigt mich doch ziemlich. Ich habe im Moment einfach das Gefühl, dass ich im Kopf begriffen habe, aber es noch nicht so recht im Bauch angekommen ist. Das kenne ich auch aus anderen Situationen - es braucht immer etwas, bevor Kopfgedanken Bauchgedanken werden. Ich habe nur Angst, dass mir das in einem unachtsamen Moment einen Rückfall einschenkt :( . Weiß auch nicht, was ich davon halten soll, ob das begründete Ängste sind, ob ich mir nur was einbilde, ob ich ruhig geduldig sein kann und darf...

    LG
    Plejaden (Status: verwirrt)

    Zitat von Karsten

    Am Anfang steuert man seine Nüchternheit ganz bewußt und darum sollte man alle Situationen genau abwägen, ob sie einen schaden können oder nicht.


    Das beschreibt sehr treffend das Gefühl, das ich im Moment habe: Ich steuere meine Nüchternheit. Ich muss jeden Tag immer wieder die neuen Gedanken hervorholen, alten, nassen Gedanken gegensteuern und immer wieder überlegen, ob ich bestimmte Orte und Veranstaltungen besuchen kann oder ob ich es besser bleiben lasse. Im Moment muss ich sogar meinen Weg auf dem Campus genau planen, um den ganzen Glühwein-Ständen aus dem Weg zu gehen. Aber meine Gesundheit und mein Leben ist mir das wert.

    Zitat von Zeppeline

    Hm, bei solchen suchtgesteuerten "Hirnfunken" (so nenne ich sie, weil sie meist genauso fix wieder wech sind, wie sie auftauchen) habe ich inzwischen immer schon eine automatische Antwort bzw. Gegenfrage parat: was soll das denn jetzt? hilft mir das irgendwie weiter? was hab ich davon?


    Die 'Funken' kenne ich auch, ja ;) . Die Gegengedanken kannte ich unter dem Motto, tue nichts, von dem du weißt, dass du es morgen bereust. Denke langfristiger, nicht für den Moment. Besoffen ist ein momentaner Zustand, eine Art zeitliche Insel, die nur solange hält wie der Rausch und der das Morgen egal ist. Hauptsache besoffen sein. Alles andere ist egal.
    Die Sätze habe ich mir notiert, die sind gut, da sie zu verneinen sind und die Sinnlosigkeit des Saufens entlarven.

    Einen schönen Abend wünsche ich, der Dienstag ist grad nebenan und zieht sich für seinen großen Auftritt um. Und er scheint gut aufgelegt zu sein ;) .

    Hallo alle miteinander,

    heute war ein seltsam trüber und zäher Tag. Ich konnte mich zu wenig aufraffen, irgendwie, und war ziemlich demotiviert :oops: . Kein Bock mehr auf Studium, dachte daran, bis Weihnachten einfach mal Blau zu machen :shock: . Sowas hatte ich noch nie, also Gedanken ans Blau machen. Naja, mal sehen wie es mir morgen geht, solche Tage muss es wohl auch geben ;) .

    Wie dem auch sei, trotzdem habe ich mich heute am Schlawittchen gepackt und einiges geschafft. Vor der Uni einige bürokratische Dinge erledigt (Emails an Professoren, einen Brief aufgesetzt, Hausarbeit ausgedruckt), dann raus ins deutsche Schmuddelwetter.
    An der Uni angekommen das Präsentationsequipment für eine der Doktorinnen aufgebaut, danach wollte ich eigentlich was essen gehen und lesen. Allerdings hat mich eine Kollegin, die gerade Dienst hatte, mit ein paar technischen Fragen aufgehalten (auf die ich allerdings auch eine Antwort wissen wollte - nun bin ich schlauer ;) ). Schließlich ging's doch essen. Danach konnte ich mich allerdings erstmal nicht zum Gang in die Bibliothek aufraffen, bin noch ein bisschen bei der Kollegin geblieben. Schließlich hab ich mich doch in die Bib geschleift und bin beim Lesen fast eingepennt. Ätzend.
    Dann hatte ich mit einem Professor die Hausarbeit besprochen, er war mit meiner Beta-Version semizufrieden, was damit zusammenhängen mag, dass meine Schreibe in diesem Stadium unzumutbar ist ;) . Dann gings auf zum letzten Gefecht, eine Vorlesung, die allerdings sehr interessant war. Endlich dann heim, auf meine Couch unter meine Decke. Mir war sowas von kalt...

    Ich habe gerade im Trinkpause-Thread etwas gelesen von wegen, Alkohol darf keine Alternative mehr sein. Den Gedanken habe ich noch gar nicht gehabt, ich finde ihn sehr hilfreich. Er schaltet alle Gedanken an Frust- und Lusttrinken aus. Egal, was in meinem Leben passiert, seien es gute oder schlechte Dinge, ich stehe das alles klar durch. Es gibt die Option "sich besaufen" nicht mehr, sie ist von der Liste gestrichen. Alkohol ist für soviel Schlechtes verantwortlich, das sich in meinem Leben ereignet hat, für soviel Elend und Leid, dass er keinen Platz mehr darin hat.

    Dazu kommt noch der Traum von mir, von meinem Leben: ich sehe mich nicht betrunken. In meinem Leben hat Alkohol schlicht keinen Platz, weil er Gift ist, das meinen Körper zugrunde richtet. Ich darf allerdings nie vergessen: Zigaretten kann ich völlig gelassen ablehnen. Alk nicht. Ich muss mich von ihm fern halten. Wenn ich eine Alternative habe, dann ist sie weit weg vom Alk.

    LG
    Plejaden, die jetzt gleich schlafen geht