Hallo zusammen,
heute ging es mir nicht wirklich besser
. Im Gegenteil, starke Kopfschmerzen und Schwindelanfälle komplettierten zusammen mit dem angeschlagenen Magen das "Katerfeeling". Sehr seltsam, sich nach so vielen Wochen wieder so zu fühlen, obwohl es nicht dasselbe ist - das "nebelige" fehlt.
Was auch fehlt, sind die Schuldgefühle. So habe ich heute viel Rücksicht auf mich genommen und mich selbst innerlich mal gedrückt, hab es auch langsam angehen lassen. Denn ich weiß, diesmal kann ich nichts dafür, dass es mir so schlecht geht.
Wie dem auch sei, vor der Uni bin ich noch losmarschiert um ein Rezept zu holen. Darauf bin ich besonders stolz, weil ich dieses Rezept sonst in letzter Minute hole und schon ein paar Mal beim Arzt vor verschlossener Tür stand ("Wir sind im Urlaub!"), worauf der Stress erst richtig los ging. Jetzt hab ich das Ding ne Woche früher, und keinen Stress
.
Danach ging es zur Uni. Dort konnte ich jedoch nicht wirklich viel reißen, konnte vor Kopfweh kaum lesen und bin dazu noch fast eingeschlafen. Schließlich bin ich vor der finalen Vorlesung losgezogen in der Hoffnung, mir irgendwo die Suchtfibel besorgen zu können. In die Stadt kann ich dafür nicht, die große Buchhandlung liegt in der Weihnachtsmarkt-Sperrzone. Wie dem auch sei, ich hab sie nicht gekriegt. Werde wohl nächstes Jahr (wie sich das anhört
) in die Stadt fahren, wenn der Weihnachtsmarkt weg ist.
Naja, dann stand da noch die letzte Vorlesung an, Gott sei dank hatte der Prof ein Einsehen mit uns und hat uns ne Stunde eher gehen lassen. So kann ich mir jetzt einen Pfefferminz-Tee für den Magen und eine Aspirin für meinen Kopf gönnen und es mir auf dem Sofa im Warmen gemütlich machen...
Heute im Bus hatte ich wieder eine Erkenntnis, anscheinend verwurzelt sich die Einstellung "Nie wieder trinken, selbst wenn ich es könnte, denn Alk ist Gift und hat in meinem Leben nichts verloren." immer tiefer. Wozu sollte ich trinken? Es gibt keinen Grund, nichts kann so schlimm sein, dass ich wieder mit dem Tod auf Raten anfange. Alkohol ist keine Alternative!
Trotzdem versuche ich, ihn aus meinem Leben fern zu halten. So ging es heute wieder auf Glühweinstand-Ausweichkurs durch einen Hörsaal und den Seiteneingang rein...
Dann ist mir noch aufgefallen, dass ich mit meinem Trinksystem und den Trinkregeln schlicht meine Eltern kopiert habe! Die Erkenntnis hat mich wie ein Bus geküsst: Die trinken in der Woche auch kaum, mimen da die gute Familie in ihrem gesundem Leben mit cholesterinarmen und fettfreien Essen - nur um z.B. vor Feierlichkeiten Tage vorher davon zu reden, was denn alles getrunken werden wird und am Tag des Anlasses (also an jedem WE mindestens) kräftig zuzuschlagen, denn dann "hat man's sich verdient!"
Das habe ich ganz stark verinnerlicht: Dieses "es sich verdient haben" spielte bei mir auch eine ganz große Rolle. Ich habe mein Belohnungssystem wohl sehr sehr gezielt bedient
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@zilli: Meine Thera ist solche Sprüche sogar mit mir durchgegangen. Dabei ist einfach tatsächlich am Besten! Je weniger Informationen ich gebe, desto unangreifbarer werde ich.
Später, wenn sich meine Trockenheit stabilisiert hat und ich selbstbewusster geworden bin (im Allgemeinen und auf die Sucht bezogen im Speziellen), kann ich auch wieder mit Infos rausrücken - und jedem mitfühlend zulächeln, der eifrig versucht mir einzureden, dass das doch gar nicht viel und überhaupt nicht schlimm sei
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@engel1000:
ZitatWer das nicht kapiert oder verstehen will, der tut einem leid.
So isses. Oder, vielleicht auch: Der ist die Mühe nicht wert.
Freunden, die meine Krankheit akzeptieren und verstehen wollen, erkläre ich gerne mehr.
LG
Plejaden