Beiträge von Plejaden

    Hallo,

    heute musste ich den ersten Fleiß-Dämpfer einstecken. Ich habe in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass alles viel entspannter ist, wenn ich es nur früh genug anpacke und konsequent dranbleibe. Nun, in diesem Fall war das nicht so. Ich habe die Aufgabe (Referat bis morgen 14 Uhr) sofort angepackt, konsequent daran gearbeitet... und musste trotzdem bis grad eben daran rumtüfteln, weil es einfach zu viel war :roll: . Also, nächste Lektion: Die eigenen Grenzen einschätzen, wissen, wieviel man in welcher Zeit schafft. Da ich bisher immer verpeilt habe, habe ich kein Gefühl dafür wie lange ich für Sachen brauche wenn ich mich reinhänge. Es gibt noch viel zu lernen...

    Heute hatte ich zum ersten Mal seit Wochen wieder einen "Alkoholblitzer". Bei dem Gedanken, es morgen abend erstmal geschafft und dann einen Tag frei zu haben, hat sich Suchti sofort gemeldet "Dann gönnst du dir ein Bier." Belohnungsdenken, auf das gute Gefühl eins draufsetzen. Habe sofort erwidert "Morrowind spielen". Das löste sofort genauso starke Vorfreude-Gefühle aus, und der Alkohol war vergessen - vorerst.

    Es ist keine Belohnung, mich zu benebeln und zu betäuben. Es ist keine Belohnung, morgens mit einem dicken Kopf und hundeelend aufzuwachen.

    Was meine langsam erscheinende Integrität angeht, da fiel mir heute auf dem Nachhauseweg ein Lied ein, das ich eine zeitlang gerne gehört habe. Das Lied heißt "The Dream within" von Lara Fabien, ich gebe lieber keine Texte daraus wieder, wegen Urheberrecht. Auf jeden Fall habe ich es früher immer gerne gehört, irgendwie weiß ich jetzt warum.

    So, ich werde mir jetzt noch ein, zwei gemütliche Stunden machen und dann ins Bett gehen. Morgen um 7 Uhr ist die Nacht vorbei...

    LG
    Plejaden

    Guten Abend zusammen,

    puh, heute war ein mega-stressiger Tag. Hab aber einiges geschafft.
    Einen Prüfer habe ich heute auch für mich gewinnen können, fehlt nur noch Nummero zwei. Wie ich heute auch geklärt habe, habe ich Zeit bis Ende November um die Prüfungsunterlagen vollständig einzureichen.
    Dann haben mein Freund und ich das erste Möbelstück aus der Wohnung geschafft, wir nutzen die Zeit dafür, weil meine Eltern grad nicht da sind. Eben überkam mich kurz große Resignation, als ich das ganze Chaos hier gesehen habe. Ich bemerkte die alten Impulse, mich einfach inmitten des Durcheinanders hinzusetzen und einfach TV zu gucken. Aber ich habe dem Impuls widerstanden, den Fernseher ausgelassen und erstmal aufgeräumt. Jetzt kann ich mir WIRKLICH Ruhe gönnen.

    Es macht mir immer mehr Spaß die Dinge anzupacken anstatt sie zu verpeilen, weil ich es geschafft hab, Arbeit mit der darauf folgenden Belohnung zu verknüpfenn. Was noch besser ist: Da ich vorher nie wirklich gearbeitet habe, ist dieses System nicht mit Alkohol verbunden. Alkohol habe ich immer getrunken, wenn ich was verpeilt hatte. Daher tendiert mein Saufdruck im Augenblick gegen null.

    Ich möchte noch einen Gedanken weiterführen, den ich in einem anderen Thread begonnen hatte. Ich hatte dort geschrieben, dass ich mir immer besser vorstellen kann, für meine Art zu leben und für meine Krankheit einzustehen. Das ist ein entscheidender Schritt für mich. Ich wurde bisher immer bevormundet, sogar darin, was ich fühlen sollte. ANDERE wollten mir erzählen, was ich zu fühlen hatte, und das sogar ziemlich häufig und vor allem ungefragt. Bestes Beispiel sind meine Eltern, von wegen "Ach soviel hast du doch gar nicht getrunken, so schlimm war das gar nicht..." Ich habe mir da jetzt eine Killer-Antwort zurecht gelegt: "Woher willst du das wissen?" (Lass mal hören... :twisted: ).
    Fest steht: ich möchte mich nicht mehr rechtfertigen. Nicht mehr erklären, verständlich machen, oder nur noch denen, die es hören und verstehen wollen.
    Ich merke, wie ich langsam integer werde. Dass ich allmählich zu dem Menschen werde, der ich schon lange sein wollte. Wie sich ein Puzzleteil ins andere fügt. Die Abstinenz war ein Meilenstein auf dem Weg dorthin.

    pauly und Freund: Ja, ich freue mich auch schon auf den klaren Neujahrsmorgen. Als Kind war ich gerne schon immer ganz früh los, um die Hölzer von den Raketen zu sammeln. Ich mochte die Stimmung, die geherrscht hat - die Welt so kalt und still, kurz vor dem Erwachen nach der lauten, aufregenden Nacht. Wirklich unbeschreiblich.
    Ich glaube, diese Tradition möchte ich wieder aufleben lassen. Ob ich dabei auch Hölzchen sammele... mal sehen ;) .

    LG
    Plejaden

    Ich möchte mich auch noch einmal für diesen großartigen Thread bedanken, er hat mich enorm weiter gebracht. Einzelne neue Gedankengänge werde ich wohl in den nächsten Tagen in meinem eigenen Thread abarbeiten, aber soviel: Ich habe inzwischen besser gelernt, zu mir zu stehen, das zu tun was für mich gut ist, was ich will, ohne Kompromisse. Ich bin immer mehr bereit, offen mit meiner Krankheit umzugehen - mit der Krankheit Alkoholismus als auch mit der sozialen Phobie. Vom Alkohol fernhalten tue ich mich ja jetzt schon so gut es eben geht, aber ich werde durch diesen Thread auf diesem Weg bestärkt.

    Es ist zwar noch ein langer Pfad, aber ich merke, wie ich mich immer weniger beeinflussen lasse. Niemand kennt mein inneres Universum, niemand weiß, was ich gedacht und gefühlt hab, als ich im Sog des Saufdrucks, der Gier, des Saufens war. Deshalb hat auch niemand das Recht mir zu sagen "Das war doch gar nicht so schlimm...".
    Ich will nicht, dass andere über mein Leben entscheiden, und dann nacher, wenn ich mit einer kaputten Leber im KH liege neben meinem Bett stehen, mit den Achseln zucken und sagen "Tja, hast wohl Pech gehabt. Sowas doofes, wie konnte das nur passieren."
    Aber dazu später mehr.

    Also nochmal danke für den Thread ;) .

    LG
    Plejaden

    Hallo,

    ich hatte und habe auch immer Scherereien mit Werbung. Was mir bisher sehr gut geholfen hat war und ist, die Werbung zu analysieren. Ich muss dazu sagen, dass ich früher in der Werbebranche gearbeitet habe und mir so etwas daher recht leicht fällt. Der Zweck: Werbung soll den Menschen auf der Gefühlsebene ansprechen und den Verstand umgehen (der ist für den Konsum problematisch ;) ). Durch die Analyse bringe ich die Werbung wieder in den Bereich des Verstandes. Das ist für mich wesentlich nachhaltiger als mir einfach nur zu sagen "Das ist doch nicht real". Was ist daran nicht real? In welche Welt soll ich versetzt werden? Welche Gefühle werden angesprochen? Mit welchen Assoziationen soll Alkoholtrinken verbunden werden? Entsprechen sie der Realität?
    Man kann sich auch bildlich vorstellen, dass jede Sekunde dieser Werbespots durchgestyled sind und nichts dem Zufall überlassen wird. Dass fluchende Filmteams mitunter tagelang auf DAS richtige Wetter, DIE richtige Lichtstimmung am Drehort warten müssen, der sympathische Biertrinker die Szene zum zwölften Mal machen muss, weil er es wieder nicht richtig hingekriegt hat etc.

    Ich weiß nicht, ob das jedem hilft, wahrscheinlich nicht. Meine zweite Strategie ist es, zumindest den Ton abzuschalten und irgendwas zu lesen, bis die Werbung vorbei ist.

    LG
    Plejaden

    Guten Abend zusammen,

    heute war ein schöner Tag. Habe erst was für die Uni gemacht, dann gemütlich gefrühstückt, weiter für die Uni gearbeitet bis 16 Uhr und mir dann vor der Dämmerung noch einen Spaziergang gegönnt. Hab meine festen Winterschuhe aus dem Keller geholt und mal eingelaufen - und mir prompt eine Blase gelaufen :? . Aber egal... dann habe ich wieder angefangen Morrowind zu spielen. Ich hab zwar schon den Nachfolger Oblivion, aber irgendwie ist mir im Winter, wenn es gegen Weihnachten geht, eher danach. Keine Ahnung warum.

    Als mein Freund nach Hause gekommen ist haben wir dann die Xbox 360 am HD-Fernsehr meiner Eltern getestet. Ich sage nur :shock: :shock: :shock: . Kraaass...

    Daran ist auch eine sehr positive Entwicklung zu erkennen: Ich bin inzwischen in der Lage, meine früheren Verpeilanlässe gezielt als Belohnung einzusetzen. Z.B. daddeln: Früher habe ich stundenlang gedaddelt, obwohl ich eigentlich andere Sachen hätte tun MÜSSEN. Flucht vor der Realität. Natürlich hat das Spielen keinen richtigen Spaß gemacht, Stichwort Damokles-Schwert, aber aufhören konnte ich auch nicht - das hätte bedeutet, dass ich mich mit meinen Aufgaben, Problemen hätte auseinander setzen müssen. Gesoffen habe ich auch dabei, aber spätestens nach dem dritten Bier war dann schluss mit Spielen, weil ich das dann nicht mehr auf die Reihe gekriegt hab.
    Jetzt ist es viel entspannter, weil ich weiß, ich habe meine Tagesziele erreicht, jetzt DARF ich mit GENUSS spielen/lesen/fernsehen/Geschichten schreiben, ohne dass mir was im Nacken hängt.

    Parallel dazu hatte ich die letzten Wochen keinen Saufdruck mehr. Es geht voran!

    Ich werde noch ein wenig über die ganzen Threads reflektieren, die gerade aktuell sind. Da ist viel nachdenkenswertes dabei. Aber das habe ich ja gestern schon geschrieben ;) . Meine Überlegungen bisher sind noch nicht schreibreif.

    LG
    Plejaden

    Tja, schwierige Sache. Ich werde Sylvester alkoholfrei zu Hause verbringen. Aber ob mein Freund da mitzieht, ist eine andere Sache. Ich denke auf sein Glas Sekt beim Jahreswechsel wird er nicht verzichten wollen. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

    Es wird alles darauf hinauslaufen, dass ich das Angebot des moderierten Chats hier wahrnehmen werde. Das sage ich wirklich mit Freude und ohne Verzichtsgedanken, denn Sylvester hab ich seit jeher am Liebsten daheim gefeiert. Das Feuerwerk und die ganzen besoffenen Leute, die dazu noch mit Knallkörpern um sich werfen, machen mir nach wie vor Angst.

    LG
    Plejaden

    So, heute wars ein schöner Tag. War ja Sport machen (laufen mit meinem Freund), danach haben wir schön gemütlich gefrühstückt. Hab was für die Uni gemacht (Buchkapitel durchgearbeitet und Bilder für ein Referat runtergeladen), danach sind meine Eltern weg.
    Hatte ich vergessen zu schreiben: Sie sind bis zum 10.11. bei meiner Oma. Also wieder mit meinem Freund zusammen das Programm vom letzten Mal abgespult, Wasserkästen aus dem Keller geholt, den Inhalt der Hausbar in einen Wäschekorb gepackt, in den Alk-Keller damit, Tür abgeschlossen, meinem Freund den Schlüssel gegeben. Ich hab also jetzt bis zum 10.11. ein alkfreies Daheim. Das ist sehr erleichternd, irgendwie.

    Danach haben wir schön was zu essen gekocht und probieren gleich mal die Xbox 360 in HDtv aus - am TV meiner Eltern. Hoffentlich jagen wir das Ding nicht in die Luft ;) . Danach wird Boxen geguckt. Habe also einen schönen, ausgefüllten Abend vor mir.

    Ansonsten habe ich mir grad eben den "Leitfaden zur Trockenheit"-Thread von Freund durchgelesen, das hat mir einige Anregungen und auch Denkanstöße gegeben. Zum Beispiel denke ich darüber nach, wesentlich offensiver und resoluter mit meinen Eltern umzugehen, wenn sie in meiner Gegenwart Alkohol trinken. Ich halte mich ja inzwischen gar nicht mehr bei ihnen auf wenn sie da unten trinken, aber ich denke darüber nach, dass mein Freund jetzt immer Abendessen holen gehen soll. Ich will da einfach nicht mehr hin um das Essen abzuholen (ich esse jetzt immer oben in meiner kleinen Wohnung), und die ersten Sätze die mein Vater rausbringt sind: Wie gut das Essen doch schmeckt (ist ja auch ok) und als zweites genüßlich an seiner Bierpulle ziehen und genießerisch zu seufzen und mir grinsend zu sagen: "Ach, tut das gut!"
    Ich habe schon von so vielen gelesen, dass sie es für selbstverständlich ist in Anwesenheit eines Alkoholkranken nicht zu trinken, und meine Eltern können nichtmal auf ihr Bier/Wein zum Essen verzichten, bzw. wollen mir das auch noch schönseufzen. Meine Konsequenz daraus ist: Noch weniger Kontakt. Wenn ich hier nicht mehr wohne, werde ich an Freitag/Samstag/Sonntag-Abenden gar nicht mehr hier auftauchen, denn dann wird gesoffen. Ich kann sie nicht ändern, ich kann nur mich selbst schützen.

    Auf Stadtfeste, in Kneipen und auf Parties gehe ich ohnehin nicht, ich werde auch nicht eingeladen, weil ich kein Schwein gut genug kenne :roll: . Und nach längerem Überlegen werde ich auch auf Weihnachtsmärkte verzichten. Christbaumkugeln kann ich auch im Kaufhaus erstehen...

    LG
    Plejaden

    Gestern bin ich nicht mehr dazu gekommen zu schreiben, ich hatte schon wieder einige Stunden Bildschirmarbeit hinter mir und konnte echt nicht mehr aus den Augen gucken... Dafür habe ich meine Flyer-Entwürfe jetzt mal endlich abgeschickt. Mal sehen obs der Kundin gefällt.

    Ansonsten war es ein ruhiger Tag. Hab wieder einen Schwung Batterien mitgenommen, bis 14 Uhr in der Bibliothek gearbeitet und da viel geschafft. Danach hab ich zu Hause an meinen Flyern weitergearbeitet und hab mir noch einen schönen Abend mit meinem Freund gemacht.

    Zitat

    Irgendwie ist es doch schon komisch, dass man sich sehenden Auges immer mehr Probleme bereitet, weil man die Effekte der Angst ignoriert oder sich der irrigen Hoffnung hingibt, dass sie vielleicht eines Tages ganz von allein verschwinden werden (ging mir jedenfalls so).


    Ja, mir ging es ganz genau so. Meinen Tiefpunkt hatte ich im Winter vor zwei Jahren (was die Angst betrifft), da lag ich nur noch vor den Fernseher (wenn ich frei und nichts zu tun hatte) und hatte mich total von der Realität ausgeklingt. Schwere Depressionen, von denen keiner was bemerken durft. Hätte ja niemand verstanden. Dazu dann abends gesoffen, wenn es mein "Trinkplan" zuließ, damit ich wenigstens schlafen konnte. Ich dachte echt, wenn ich einfach so vor mich hin lebe, dann wird sich alles schon von alleine regeln.

    Zitat

    Arbeitest Du eigentlich bereits an diesem Problem, oder hast Du das schon einmal in der Vergangenheit getan?


    Ich hab die letzten anderhalb Jahre eine kognitive Verhaltenstherapie gemacht. Durch diese Therapie ist die soz. Phobie fast komplett verschwunden, bis auf ein paar Kleinigkeiten, mit denen ich aber gut leben kann. Meine Lebensqualität ist um gefühlte 700 % gestiegen.
    Deshalb gehe ich diesen Weg, den Alkohol betreffend, jetzt so konsequent - ich hab mit der soz. Phobie jahrelang, jahrzehntelang rumgeeiert, hab mir gedacht, ich schaffe das auch alleine, hab mir Bücher gekauft etc. Aber der entscheidende Durchbruch kam erst durch die Therapie.

    Das soll mir mit dem Alkohol nicht passieren. Aus diesem Grund habe ich auch den Versuch des kontrollierten Trinkens nach zwei Wochen abgebrochen - ich hab gemerkt, das gibt nix.

    So, ich gehe jetzt sporteln. Bis später!

    LG
    Plejaden

    Hallo und guten Abend! Da ich doch nicht so fertig bin wie ich dachte, schreibe ich doch noch ein paar Zeilen.
    Heute habe ich mir wieder ein Stempelchen eingeheimst, mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Morgen werde ich einige Fragen klären bezüglich der Prüfungsanmeldung (wann ich welche Formulare abgeben muss) und ein Referat vorbereiten. Uni 2007 - nach dem Referat ist vor dem Referat...

    Was mir aufgefallen ist: Es fällt mir immer leichter von zu Hause weg zu bleiben. Bis vor ein paar Wochen war es mir wichtig, immer möglichst schnell nach Hause zu kommen und ich hab immer halbe Depressionen gekriegt wenn ich nicht spätestens um 14 Uhr wieder daheim war. Mich in Selbstmitleid gesuhlt, das typische IaS-Syndrom. Das beginnt sich jetzt zu ändern, es macht mir weniger aus, so wie heute bis 20 Uhr an der Uni zu bleiben. Irgendwie wird die Uni zu meiner sicheren Burg, solange mein Zuhause das (noch) nicht ist.

    Dann ist mir noch etwas aufgefallen den Zusammenhang zwischen Sozialer Phobie und Alkohol betreffend: Natürlich wusste ich schon länger, dass es einen solchen Zusammenhang gibt. Und aus diesem Grund hab ich meine Angst (vordergründig) nicht weggesoffen, weil ich wusste, dass ich den Alkohol dann missbrauchen würde. Das perfide daran: Da ich gleichzeitig meine Angst nicht behandelt habe, konnte ich meinen Aufgaben nicht richtig nachkommen. Dadurch türmten sich dann massig Schuldgefühle auf, das hatte ich ja schon erwähnt. Und aus diesen Schuldgefühlen heraus, um die Verantwortung und die ganzen Damokles-Schwerter wegzuwaschen, hab ich gesoffen.
    Also doch wieder und ursprünglich: Aus Angst.

    LG
    Plejaden

    Hallo summerdream,

    danke für die Glückwünsche! Ich hab das auch schon öfters erlebt, dass Dozenten verschwunden sind und dann kaum noch zu erreichen waren. Es gibt wohl solche und solche... ätzend ist es allemal.

    Ich gehe gleich los und kaufe mir einen Müllsack, nehme bei der Gelegenheit einen Schwung Batterien mit. Ich habe noch nie (!) in meinem Leben Batterien entsorgt! Ich habe hier ein Imperium! Das werde ich so nach und nach abbauen, jeden Tag ein Kilo...
    Und nein, ich werde sie nicht in den Restabfall stecken ;) .

    Ich weiß nicht, ob ich mich heute abend noch melde, werde erst um 21 Uhr heimkommen. Deshalb vielleicht bis morgen.

    LG
    Plejaden

    Hallo JoeDoe,

    wollte dir nochmal in deinem Thread zu drei Monaten Trockenheit gratulieren ;) .

    Zitat

    Ich war doch ein wenig überrascht, hätte ich eigentlich in der Situation nicht mit gerechnet, zumal ich direkt danach einen weiteren Termin hatte! Dazu muss ich gestehen, war der Gedanke durchaus intensiv: Die Erinnerung an dieses Gefühl, wenn man nach einem anstrengenden Tag die erste Flasche Bier in 120 Sekunden geleert hat und man langsam merkt, wie der Alkohol sich wohlig kribbelnd im Körper ausbreitet, kam plötzlich wieder.


    GENAU dasselbe hatte ich auch einmal, ziemlich am Beginn meiner Abstinenz. Ein richtiger Flashback. Ich konnte nur noch auf meine Couch wanken, mich hinsetzen und immerzu denken "Ich bleibe hier sitzen. Solange ich hier sitzen bleibe, wird nichts passieren." Denn alles andere hätte bedeutet: Runter in den wohlgefüllten Keller, mich mit Flaschen eingedeckt und ab wär's gegangen.
    Seit damals ist das aber nicht nochmal passiert. Zum Glück. Ach ja, und ich BIN sitzen geblieben ;)

    Das andere Gefühl, das du beschrieben hast, kenne ich auch. Ich hatte mir eingebildet, sobald ich mit dem Alkohol aufhöre, wird alles automatisch besser werden und nur noch steil bergauf gehen. Doch mein Suchtberater hatte mich gewarnt: Nichts regelt sich von allein, nur weil ich mit dem Alk-Trinken aufgehört habe. Und tatsächlich, das Leben wurde nicht leichter, es blieb genauso stoisch, hart und penetrant wie vorher auch. Das hat mich zuerst ernüchtert. Doch inzwischen habe ich doch einen Unterschied bemerkt: Das Leben ist dasselbe geblieben, nur kriege ich es jetzt besser geregelt.

    Und dieses Schauen auf andere Leute, dass sie sogar noch mehr trinken als du und trotzdem keine Alkoholprobleme haben... das ist typisch soz. Phobie. Sich mit anderen vergleichen, immerzu vergleichen, und dabei immer schlechter abschneiden. Klar, es wird einem überall eingeredet, mir von meinen Eltern fast täglich ("Die XY trinkt doch viel mehr als du, und die ist auch keine Alkoholikerin!"). Seit ich versuche diese Vergleiche sein zu lassen, geht es mir erheblich besser. Ich bin ich. Sollen die anderen doch machen, was sie wollen.

    LG
    Plejaden

    Hallo zusammen,

    das ist ein guter Tipp kommal; sonst hätte mir eine heftige Mega-Ausmistungsaktion vorgeschwebt. Habe mich gerade schlau gemacht, wo ich einige Sachen (alte VHS-Kassetten, MCs, Disketten, CDs...) entsorgen kann/darf. Bin da jetzt schlauer und werde mir morgen einen Restabfall-Müllsack kaufen ;) .

    Ansonsten habe ich heute meinen ersten Stempel abgeholt, alles ganz unproblematisch, musste nur leider vorher eine geschlagene Stunde in einer laaangen Schlange stehen. Wie ätzend. Hab dann noch für nächste Woche ein Referatsthema aufs Auge gedrückt bekommen, aber dann hab ich es hinter mir und alle Optionen offen für die Abschlussarbeit.
    Morgen werde ich noch mehr Stempel einfahren, hoffentlich auch die mündlichen Prüfer organisieren und dann erstmal wieder Ruhe haben.

    Gestern kam ich übrigens endlich doch noch zu der Ehre, eine rituelle Alkoholvernichtung im Beisein meines Freundes durchführen zu können: Bei ersten zaghaften Entrümpelungsversuchen haben wir eine Flasche Sekt entdeckt, die ich vor einigen Monaten irgendwo gefunden (!) und mit nach Hause genommen habe (!!), wo ich sie dann versteckte (!!!) um sie irgendwann heimlich zu trinken (ohne Worte). Das Zeug ist im Klo gelandet, und meinem Freund wurde es endlich klar, wie tief ich eigentlich schon gesunken war.
    Mein Verhältnis zum Alkohol ist im Moment etwas janusköpfig. Klar, da sind noch diese Verzichtsgedanken. Aber inzwischen wechseln sie sich mit Erleichterung darüber ab, keinen Alkohol mehr trinken zu müssen. Und die Erkenntnis reift in mir, dass der Alkohol in dem Leben, das ich führen will, nichts mehr zu suchen hat.

    LG
    Plejaden

    Guten Abend,

    heute war alles etwas stressig. Hab verschlafen, es dann doch noch rechtzeitig zur Arbeit geschafft. Einiges für die Anmeldung erledigt nach der Arbeit, noch etwas fürs Studium in der Bibliothek gelesen, danach wieder nach Hause. Von dort dann zum Arzt, Vorsorgeuntersuchung. Bin leider doch nicht so kerngesund, ist aber eher lästig als gefährlich, werde morgen mit der Medikation beginnen ;) .
    Danach spontan mit meinem Freund shoppen gewesen, einiges wegen des Umzugs besprochen (seine Bereitschaft die Wohnung zu entrümpeln steigt von Tag zu Tag). Danach zu Hause die letzte Hausarbeit entgültig fertig gestellt. Und jetzt ist endlich Feierabend.

    Ich werde heute Abend noch ein kleines Resümee ziehen, was meine bisherigen Lebensstrukturierungsmaßnahmen angeht. Es gibt noch einiges zu verbessern, vor allem weil Routinesachen im Augenblick komplett hinten runter fallen (AT, aufräumen, spülen, PHP lernen etc.). Ich möchte das aber noch weiter beobachten, weil ich denke, ich hab im Moment viel nachzuholen weil ich halt bisher alles mögliche verpeilt habe und das alles aufarbeiten muss.

    Grundsätzlich bemerke ich, dass sich meine Einstellung zum Alkohol zu wandeln beginnt. Das Gefühl, etwas zu verpassen wenn ich nichts trinke, verschwindet langsam und macht einer Art "Ekel" Platz. Obwohl Ekel ein zu starkes Wort ist, aber mir fällt grad kein besseres ein.

    So, ich lasse den Abend jetzt so langsam ausklingen. Gute Nacht zusammen!

    LG
    Plejaden

    Danke euch beiden, und dir JoeDoe zu deinem 3monatigem! Ich finde, sowas macht Mut.

    Die Prüfungen werde ich erst nächstes Frühjahr hinter mir haben (so Februar bis März). Bis dahin würde mir als erste Etappenziel schonmal genügen, dass ich die Prüfungsanmeldung hinter mich gebracht habe...

    So, ich hau mich jetzt in die Koje, gute Nacht!

    LG
    Plejaden

    So, mir geht es mittlerweile besser. Bis ca. 14 Uhr war es unerträglich, danach ging es immer besser. Ich habe mich heute auch für die Abschlussprüfung angemeldet, aber so richtig Ruhe werde ich erst haben, wenn alles unter Dach und Fach ist. Die Prüfungstermine zu wissen wäre zumindest schonmal sehr beruhigend.

    Das mit dem Zink ist ein wahres Wort, ich sollte mir mal ein Präparat besorgen. Schaden kann es ja wohl nicht, besser werden kann es immer.

    Nachdem ich auch dieses Wochende trocken geblieben bin, erscheint es mir immer lohnender nichts mehr zu trinken. Das Nicht-Trinken kommt mir vor wie ein Schild, das mich vor dem Alkohol schützt. Mein Selbstvertrauen wächst von Tag zu Tag, weil es nicht ewig von den Schuldgefühlen untergebuttert wirkt, und körperlich bin ich sowieso leistungsfähiger geworden. Irgendwie war die Abstinenz wie ein Befreiungsschlag...

    Soviel von mir für heute :) .

    LG
    Plejaden

    Hallo,

    und sorry, dass ich mich gestern nicht mehr gemeldet hab. Eigentlich wollte ich auch in den Chat kommen, aber mir gings plötzlich nicht gut. Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Schwindel, Übelkeit... Heute morgen ist es grundsätzlich nicht besser, und ich hab heute einen langen Uni-Tag bis 18 Uhr :cry: .

    Das ist total bescheuert die letzten Wochen... Ich kraxele irgendwie am Rande einer Krankheit herum, ohne richtig krank zu werden, aber so richtig gesund werde ich auch nicht. Ich hatte eigentlich gehofft, dass sich das bessert als ich dem Gift Alkohol entsagt habe, aber irgendwie sind "nur" die Verdauungsprobleme weggegangen (was ja auch schon eine Super-Sache ist). Dabei treibe ich schon Sport, esse viel Obst und Gemüse, hab mir sogar die letzten Wochen immer einen Esslöffel Sanddornsaft in mein Müsli gekippt. Keine Ahnung was ich noch machen soll.

    Naja, drückt mir die Daumen, dass ich den Tag halbwegs über die Runden bringe. Ich weiß nicht, ob ich mich heute Abend nochmal melde, kommt drauf an wie es mir dann geht.

    LG
    Plejaden

    So, wollte nochmal berichten wie des heute morgen war: Die Wohnung gefällt recht gut, auch mein Freund war positiv beeindruckt. Wir wollen uns heute Abend nochmal beratschlagen, ob wir uns dafür entscheiden. Ihm ist jetzt, nach der Besichtigung klar geworden wie wichtig mir die Sache ist. Er war so zögerlich weil er selbst Angst vor dem Auszug und dem Projekt "eigenes Leben" hat, das hatte ich mir aber schon vorher gedacht. Falls wir die Wohnung nicht kriegen, will er seine Beziehungen spielen lassen. Er kennt irgendwie die Chefs von ein paar Wohnungsverwaltungsfirmen in der Stadt, von seiner früheren Arbeitsstelle. Er will mir auch helfen, die Wohnung zu entrümpeln, damit wir beim Umzug nicht soviel unnützen Kram schleppen müssen.

    Ansonsten hat mich der Sonntagskoller noch nicht gepackt, hab die letzte Hausarbeit fertig geschrieben. Kann sie aber morgen noch nicht abgeben, weil ich dummerweise vergessen hab mir Autorennamen von Lexikonartikeln aufzuschreiben, was das Zitiersystem aber unbedingt verlangt. Sowas blödes. Ansonsten ist alles startklar für die Eröffnung des Anmeldeverfahrens für die Abschlussprüfung. Der Würzburg-Mann hat sich immer noch nicht gemeldet... Ist aber wie geschrieben nicht so schlimm.

    Schreibe heute abend noch, wies mir den Rest des Tages so ergangen ist.

    LG
    Plejaden

    Es ist endlich soweit: Ich habe für morgen früh einen Besichtigungstermin für eine der Wohnungen! Mann, bin ich aufgeregt... da kommen noch zwei andere Leute hin. Die Wohnung wäre zum 1.11. frei, ich würde gerne da schon dort einziehen, mal sehen ob mein Freund da mitmacht :roll: . Er ist ja immer noch unwillig hier auszuziehen... Ich denke, wenn mehrere Bewerber für eine Wohnung da sind geht es nach dem Motto "wer zuerst kommt malt zuerst", oder?

    Dann habe ich mir noch Gedanken gemacht bezüglich des Themas "Gewohnheit vs. Gelegenheit". Es ist völlig klar, dass ich Situationen meiden sollte, in denen ich früher gewöhnlich getrunken habe. Aber was ist mit anderen Situationen oder Orten? Für mich ist das eine Frage der Achtsamkeit. Ich hab öfters gehört und auch hier gelesen, dass Leute wie ferngesteuert plötzlich in eine Kneipe marschiert sind und sich dort haben vollaufen lassen.
    Nun ist das für mich kein Gelegenheit. Ich habe mir ganz selten Alk selbst gekauft, ich war nie alleine in einer Kneipe und habe seltenst auf einem Stadtfest oder auf dem Weihnachtsmarkt was getrunken. Meine Frage ist nun: Ist es jemandem schon passiert, dass er ganz gegen seiner Gewohnheit in einer Situation, die ihn nie gereizt hat, plötzlich doch etwas getrunken hat?

    Eins möchte ich klarstellen: Ich habe nicht vor, auf Weihnachtsmärkte, Stadtfeste oder in Kneipen zu gehen. Ich habe Angst davor, dass sich meine "Sucht" neue Wege sucht, weil ich anfange, ihre alten, gewohnten Pfade zu beschneiden und zu kappen. Dieses "Ferngesteuerte" macht mir Angst, weil ich aus Erfahrung weiß, dass ich auch dazu neige :( . Natürlich weiß ich, dass sich sowas lange vorher ankündigt, aber die Mechanismen habe ich für mich noch nicht durchschaut.

    LG
    Plejaden

    Heute habe ich die Hausarbeit fertig geschrieben und abgegeben, was für eine Erleichterung :D . Danach habe ich mir zur Belohnung einen Tee gegönnt, dabei jedoch meinen Bus verpasst und eine ziemlich lange Odysee bis nach Hause gehabt. Blea.

    Leider bin ich jetzt ein bisschen krank geworden, mal sehen wie sich das bis morgen entwickelt. Ist aber irgendwie logisch - jetzt ist der Stress vorbei, also werd ich erstmal krank.

    Ich packe mich jetzt ins Bett und lese noch ein bisschen. Einen schönen Abend zusammen.

    LG
    Plejaden