Huhu kommal und Feuervogel,
danke für die Antworten! Reaktiv, als Reaktion auf etwas sehr Anstrengendes, das trifft es richtig gut. Ich hatte ja dieses Jahr ohnehin verkürzte Semesterferien, weil direkt am Ende des Semesters eine Woche Blockseminar angehängt war; da mussten wir Referate halten und hockten jeden Tag von 10 bis 17 Uhr auch noch in der Uni. Gleich danach musste ich eben (ab Anfang August) sechs Seminararbeiten schreiben, von denen ich final nur drei fertig bekommen habe, die dringendsten. Dann kam Anfang September eben der Riesenkrach mit meinem Ex, wo es wirklich wüst zugegangen ist und er mich moralisch/seelisch schwer unter Druck gesetzt hat, weil ich eben wollte, dass er endlich auszieht.
Das habe ich für mich ja so dringlich angesehen (hatte ich das schon geschrieben? wenn ja tuts mir leid
), weil er komische Anwandlungen entwickelt hatte. So wollte er etwa mit mir eine WG aufmachen "um den Schein zu wahren" (er wollte fast niemandem erzählen dass wir getrennt sind). Außerdem hatte ich mir ein neues recht großes Bett gekauft, nachdem ich monatelang auf einer kaputten Matratze geschlafen habe, und er wollte prompt mit mir in diesem Bett schlafen. Das alles führte mich zu dem Schluss, dass er einfach endlich raus musste. Und ich bin auch froh es durchgezogen zu haben.
Nur - durch den Rausschmiss ist mir die Trennung eigentlich erst richtig bewusst geworden. Vorher war sie einfach nur gedeckelt. Parallel dazu musste ich dann noch die zwei anderen Hausarbeiten fertig schreiben, und anfang Oktober noch seinen Auszug mitmachen, was mental sehr anstrengend war. Er ist leider sehr sehr umständlich, stand da oft minutenlang mit einem Schräubchen in der Hand herum und hat sich überlegt, wie man das am besten verpacken könne. Ich wäre ein paar Mal fast ausgeflippt.
Naja, als dann die Arbeiten fertig waren und der Umzug über der Bühne hab ich eben nen absoluten Tilt Error gekriegt. Und seither fahre ich eben nur noch auf "Sparflamme" irgendwie. Von daher passt es wirklich gut, dass mein derzeitiger Zustand eine Reaktion auf etwas anstrengendes war.
Aber ich merke wie es mir langsam eben anfängt besser zu gehen, vor allem dank eurer guten und richtigen Gedankenansätze. Ich habe eben keinerlei Erfahrung damit "Single" zu sein, ich habe meinen Freund damals mit 17 kennen gelernt und seither waren wir eben immer zusammen, 13 Jahre lang - das ist fast die Hälfte meines Lebens. Ich muss mich eben finden und völlig neu orientieren, aber das geht auch erst wirklich wenn die Depressionen vorbei sind. Von daher sehe ich meinem Therapiegespräch Anfang Dezember doch recht freudig entgegen.
So ich werde dann wieder mal ein paar Stunden aufräumen... Allmählich fängt hier alles an auszusehen, wie ich es mir wünsche. Es ist völlig unglaublich wieviel unnützer Kram sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Momentan werfe ich sehr viel weg, vor allem wenn es um Sachen geht, von denen ich gar nicht mehr wusste dass ich sie habe und sie auch gar nicht mehr brauchen kann. Ich merke einfach wie ich langsam anfange mich hier wohler zu fühlen, dass es "meine" Wohnung wird und nicht länger "unsere" Wohnung. DAs ist viel wert. Auch wenn mir alles nun immer mehr ein wenig "leer" vorkommt, mal sehen was ich dagegen tue. Das wichtigste ist, dass ich beim Aufräumen langsam mache und dabei produktiv und kreativ nachdenken kann - es ist kein Grübeln in Kreisen. Das hilft viel. Und wenn ich weiter nachdenken will, gehe ich ein bisschen spazieren.
Und ok kommal... ich suche dann auch ein wenig 
LG
Plejaden