Beiträge von simmie

    hallo,

    bin wieder da, urlaub war schön, ich habe mich wirklich erholt, abstand gewonnen.

    dadurch bin ich auch ein paar schritte weiter, habe sozusagen ballast abgeworfen, mich für mich entschieden, ohne falsche rücksichtnahmen.


    grüße simmie

    hi,

    ffe-modus kenne ich auch. sehr fatal. so tun, als sei nichts gewesen. das ganze lebt davon, dass alle still halten. wenn einer ausschert, gibt es ärger, aus meiner erfahrung.

    nachdem ich von zuhause ausgezogen bin und weit entfernt von meiner mutter gewohnt habe, habe ich keine anstrengungen mehr unternommen, sie auf das trinken anzusprechen oder irgendwie korrigierend einzugreifen.

    das hatte ich nur ein einziges mal wirklich getan. hinzu kommt, das wird mir jetzt deutlich, stand als hauptproblem für meine mutter immer mein vater im raum. das überdeckte alles andere. ihr eigenes alkoholproblem trat dadurch in den hintergrund.

    jedenfalls kann ich mir sehr gut vorstellen, dass, wenn man an der heilen welt kratzt, sehr schnell den schwarzen peter zugesteckt bekommt.

    grüße simmie

    moin caro,

    würd schon sagen, dass andere mich auch verletzen können, dass ich verletzbar bin. das heißt für mich, bei mir kommt was an. die andere frage, da, wo ich steuern kann, ist, wie geh ich damit um.

    wenn man für jemanden anderen als sündenbock herhalten muss oder einfach schuld zugeschoben bekommt, weil es einen schuldigen braucht, ist das natürlich etwas anderes. dann sollte man zusehen, dass man sich diese schuhe nicht anzieht.

    grüße simmie

    hallo weitsicht,

    ich bin ja auch noch im geschlossenen teil aktiv, danke der nachfrage.

    ich arbeite daran, mich selbst zu akzeptieren. dabei beobachte ich merkwürdige dinge, bei der arbeit zum beispiel denke ich, dass ich leistung nur vortäusche, dass die anderen mich besser einschätzen als ich wirklich bin.
    es ist so dieses nach außen stärke demonstrieren, wenn gleichzeitig innere schwäche vorherrscht. das gefühl der inneren schwäche ist mal mehr, mal weniger stark.
    momentan habe ich urlaub, momentan bin ich allein, da habe ich weniger probleme, muss quasi keine fassade vor mir her tragen.

    grüße simmie

    hallo andrea,

    herzlich willkommen hier. einiges was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor.
    meine mutter war auch alkoholikerin und ich finde auch immer wieder problembeziehungen. nach außen bin ich ebenfalls bester laune und habe meine sachen im griff.
    es ist schon wichtig zu erkennen, dass dies alles nicht von ungefähr kommt. den zugang zu sich selbst zu finden ist nicht so einfach. ich bin da selbst mittendrin, man muss einiges zulassen.
    lasse ich mich auf eine problematische beziehung ein, dann zieht das energie von mir ab, kraft, die ich eigentlich für mich selbst sehr gut brauchen könnte.

    grüße simmie

    hallo sibi,

    auch von mir mein beileid zum tod deiner mutter. ich finde bei dir einige parallelen zu meiner geschichte. meine mutter ist auch tot, sie war alkoholikerin, allerdings starb sie nicht an den folgen ihrer sucht. sie hatte krebs.

    ich habe auch meinen vater lange als ursache allen übels in der familie betrachtet, und dieses bild lange aufrecht erhalten. meine mutter hat nach dem tod meines vaters weniger getrunken, laut ihrer eigenen aussage in späteren jahren hatte sie früher getrunken. ich würde sagen sie hat weiter getrunken, ist aber nicht komplett abgestürzt, sondern hat rein äußerlich betrachtet ein geregeltes leben aufrecht erhalten.

    zu mir selbst, das mit der essucht hatte ich auch, ein mittel, um gefühle zu betäuben, sich nicht zu spüren, und witzig bin ich ebenfalls nach außen. ich lache zum beispiel viel, und kann über vieles lachen, so dass andere sich schon manchmal wundern, nach dem motto, was findet sie denn jetzt schon wieder so lustig.

    dieses viele lachen lenkt auch von mir ab, von den vielen traurigen seiten.

    seit zwei jahren bin ich in therapie, anlass war der tod meiner mutter. das hat mich weitergebracht. meine gefühle, mich selbst kann ich nun besser wahrnehmen und mich selbst auch besser akzeptieren. seit ca. einem jahr bin ich auch in diesem forum angemeldet und habe hier ebenfalls viel gelernt.

    ich wünsche dir viel kraft für die beisetzung.

    grüße simmie

    hi anin,

    zum thema vorwurf: wenn jemand etwas aus seiner sicht als vorwurf empfindet, dann nützt es auch nichts, die fakten nicht als vorwurf zu verpacken. ist ja nicht umsonst, das das thema fast immer tabu ist innerhalb der familie. das mit den vorwürfen kenne ich, schon bei allerleisester kritik, fasste meine mutter diese als vorwürfe auf. aus meiner erfahrung reagiert ein alkoholabhängiger sehr empfindlich darauf, wenn er auf seine sucht angesprochen wird. verleugnen, herunterspielen gehören auch dazu. mit all diesen reaktionen musst du rechnen. sie sind nicht ungewöhnlich.
    mir fällt ein, dass es in anderen situationen, wenn man kritik üben muss, auch immer gut ist, die ich-form zu wählen, also zu sagen, dass ich ein problem damit habe, dass du trinkst.

    grüße simmie

    hallo chopin,

    Zitat

    Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich für ihn sorgen will bis zur Selbstaufgabe. Aber ich versuche, es mir bewusst zu machen und es gelingt Gott sei Dank immer öfter.

    ich habe einmal deinen thread gelesen und ich finde es persönlich sehr gefährlich, aufgrund der krankheit deines freundes, obwohl du dich in einem abnabelungsprozess befunden hast, dich wieder auf ihn zu zu bewegen und ihm einiges an verantwortung für sein eigenes leben abzunehmen.
    zum thema schwere krankheit und alkoholabhängigkeit, aus meiner erfahrung ist selbst die tatsache, dass man von einer schweren krankheit betroffen ist, für den trinkenden noch lange kein grund mit dem trinken aufzuhören.
    was ich aber noch viel wichtiger finde, selbst wenn ich eine sehr schwere krankheit habe, bleibe ich ein erwachsener mensch und behalte weiterhin die verantwortung für mich selbst. ich glaube, dass das sehr wichtig ist für den umgang mit sich und der krankheit.
    das heißt, ich würde da grenzen ziehen, so viel wie möglich und mich selbst fragen, was mich tatsächlich motiviert. liebe? wo bleibst du?

    grüße simmie

    hallo weitsicht,

    zum thema verdrängen, vergessen habe ich noch folgendes aus meiner therapie mitgenommen, insbesondere zu der zeit, als ich noch mehr in der trauerphase drin steckte. es ist eigentlich nichts ungewöhnliches, dass alte sachen hochkommen. das leben verläuft nicht linear oder funktional, nach dem motto jetzt kommt a und a ist beendet und jetzt ist b.
    ich denke, dass dies auch die eigene innere lebendigkeit ausmacht (das ist jetzt nicht therapeutischer input sondern sind meine eigenen gedanken).
    in diesem sinne gibt es nie einen abschluss.
    ein weiterer wichtiger punkt ist, ich kann das, was in der vergangenheit passiert ist, nicht mehr ändern. klingt trivial, muss man aber erst einmal selbst akzeptieren.
    da ist dann der punkt, wo ich heute, hier und jetzt ansetzen kann. in meinem leben jetzt kann ich dinge ändern oder habe die möglichkeit dazu, egal, was in der vergangenheit passiert ist.
    was ich außerdem aus der vergangenheit mitgeschleppt habe, sind verhaltensmuster, zum beispiel gefühle zu verbergen, sein eigenes verhalten sehr stark im spiegel der anderen zu sehen, die bedürfnisse der anderen vor meine eigenen zu stellen usw.
    zum blick zurück gehört auch der blick nach vorn.

    grüße simmie

    hallo rose,

    klar keimt immer wieder hoffnung auf. die trockenen phasen sind trügerisch, an diese klammert man sich. doch bieten sie keine sicherheit, sie halten nur eine bestimmte zeit vor.
    für einen selbst ist dieses rauf und runter kräftezehrend, auch weil man sich und seine eigene stimmung und wohlbefinden sehr stark vom zustand der mutter, des vaters abhängig macht. du bestimmst nicht selbst, wann es dir gut und schlecht geht, sondern deine mutter tut dies.
    der tod deines vaters ist noch nicht allzu lange her, da ist es verständlich, dass du sehr große angst um deine mutter hast. aber du kannst ihr leben nicht retten. das muss sie selbst tun.
    du zögerst auszuziehen, hast wahrscheinlich angst, es ist ungewiss, was kommt und so weiter. vielleicht hält dich auch die hoffnung zuhause. aber dir selbst geht es nicht gut dabei. dein leben ist dadurch sehr instabil.
    dies, denke ich, wird sich, so lange du im alltag mit deiner betrunkenen mutter zu tun hast, nicht bessern. du brauchst ja auch zeit und kraft, um dich auf dein leben zu konzentrieren.
    außerdem, wie dieses forum zeigt, bist du nicht allein. wieso gerade ich, ist meiner meinung eine frage, die zu nichts führt und nichts ändert.
    es gibt außerhalb des forums auch noch eine menge möglichkeiten, sich unterstützen zu lassen, suchtberatung, selbsthilfegruppen, hausarzt, freunde /bekannte einweihen, therapie.

    grüße simmie

    hallo weitsicht,

    ich finde die geschichte deines bruders sehr sehr traurig, es besteht nicht ein bisschen grund sich deshalb zu schämen.
    ich muss sagen, dass ich weiter gekommen bin, wie weit, weiß ich nicht einzuschätzen, auf jeden fall habe ich einen etwas besseren draht zu mir selbst bekommen und stehe auf etwas festeren beinen.
    daran meine gefühle wahrzunehmen, arbeite ich noch, es gelingt, glaube ich auch besser.
    wichtig finde ich für mich, einfach dran zu bleiben.

    grüße simmie

    hallo weitsicht,

    vielleicht bist du ja in einer umbruchphase und reflektierst dein bisheriges leben, jetzt, wo deine kinder das haus verlassen.
    du hast früh viel verantwortung übernommen und möglicherweise brauchst du jetzt mehr zeit für dich.
    zu meiner therapie: ich mache seit zwei jahren eine verhaltenstherapie. anlass war der tod meiner mutter. dabei habe ich auch angefangen, mich intensiver als zuvor mit meiner vergangenheit und ihren auswirkungen auf mein jetziges leben zu beschäftigen.
    es hat sich bisher gelohnt.
    grüße simmie

    hallo Weitsicht,

    danke für die näheren erläuterungen, ich kenne diese peinlichkeitsgefühle auch, mein früherer freund hatte auch verhaltensweisen an sich, die mir peinlich waren. die frage ist, warum ausgerechnet so eine peinlichkeitsreaktion auftritt, laut meiner therapeutin, wo wir dieses thema auch letzthin hatten, muss es nicht sein. ich muss mich nicht für das verhalten anderer schämen, dies aber scheint ein verhaltensmuster von angehörigen von alkoholikern zu sein.
    ich bin damit auch noch nicht durch, denke aber, dass peinlichkeitsgefühle und scham auf eine störung im beziehungsgefüge hinweisen.
    ich vermute einmal, dass diese eigenschaft deines mannes eure beziehung zueinander stark beeinträchtigt. zumindest empfindest du es so. was willst du? dein mann soll sein verhalten ändern? wie soll das vonstatten gehen? und wenn nicht? wie wichtig ist es dir, wir sehr stört es dich? weiß dein mann wirklich, dass es für dich sehr wichtig ist?

    grüße simmie

    mich hat das nun auch sehr zum nachdenken gebracht und es gibt mehrere punkte, die mir dazu einfallen, manches ist wohl auch schon gesagt worden:

    es gibt meiner meinung nach unterschiedliche sichtweisen auf die familienkrankheit alkoholismus, je nachdem an welchem punkt, der entwicklung man selbst befindet. mit entwicklung meine ich aus der sicht eines erwachsenen kindes, dass sich die haltung zu den alkoholabhängigen eltern im laufe eines lebens ändern kann und man ein besseres selbstverhältnis entwickeln kann. ich glaube nicht, dass dies auf der basis von negativen gefühlen geschehen kann, so dass es für einen selbst positiv und fruchtbringend ist. ich glaube aber, dass wut und hass teil des verarbeitungsprozesses und das bedürfnis da ist, das auch herauszulassen.
    wie jemand für sich selbst weiter verfährt, steht ja jedem selbst frei.
    auf der anderen seite finde ich es auch legitim zu sagen, dass geht jetzt zu weit, weil es zu allgemein und pauschalisierend wird und damit ein bestimmtes bild des alkoholikers gezeichnet wird, dessen wesen aus einer persönlichkeitsschwäche und diversen macken besteht, nach dem motto, wenn er wollte, könnte er auch anders, aber er handelt nicht anders, weil er vielleicht böses im sinn hat. ich kann es aus der sicht eines betroffenen verstehen, seine eltern einmal auf diese weise aufs korn zu nehmen, um dampf abzulassen. aber das wäre es dann auch, nicht mehr und nicht weniger.

    im übrigen finde ich, dass alle betroffenen der alkoholkrankheit auch sehr viele gemeinsamkeiten haben. als beispiel nenne ich geringes selbstwertgefühl, das ist beim alkoholiker, beim co-abhängigigen und beim kind des alkoholikers, denke ich, ein problem. zuletzt fangen nicht wenige kinder von alkoholikern selbst an zu trinken.

    simmie

    hallo weitsicht,

    ich verstehe nicht so richtig, was du meinst. dein mann wird aggressiv dir gegenüber im beisein anderer, scheinbar auch gegenüber anderen. vermittelt er eine aggressive grundstimmung, bedroht er jemanden, wird er laut, schüchtert er andere ein? fühlt man sich unwohl, also irgendwie liest sich das für mich merkwürdig. so anlasslos. haben sich da wut und ärger angesammelt, frust? ich kann was mit gereiztheit anfangen, wenn die nerven brach liegen, dann reagiert man schon mal etwas grober, legt einen schärferen ton an.
    hm, wenn dein mann über dinge reden möchte, über die du nicht reden möchtest, dann würde ich es an deiner stelle klar und deutlich sagen.
    sich in eine situation hineinziehen lassen, die einem selbst unangenehm ist, ist ja nicht so toll.
    grüße simmie

    hi blonder_engel,

    reden ist immer ein guter anfang. für das andere: es gibt beratungsstellen, also suchtberatung zum beispiel, wo du dir dann die infos abholen kannst, die du brauchst, oder du bekommst an der ersten stelle hinweise, an wen du dich wenden kannst, damit deine fragen beantwortet werden. auch hier ist anfangen ganz gut, alles weitere, wie das so abgehen kann, zeigt sich dann.
    und wieso musst du deinen eltern erklären, weshalb du mit 20 ausziehen willst? entscheide selbst, sag die wahrheit, sag gar nichts, oder sage, du möchtest alleine klar kommen oder irgendetwas anderes. besteht die gefahr, dass auseinandersetzungen drohen, machen sie stress, ärger? dann würde ich versuchen den ball flach zu halten und meine ziele konsequent weiter zu verfolgen.
    und auf keinen fall sich auf schuldgefühle einlassen oder anfangen hoffnungen zu haben. das bringt nichts. das klingt hart, aber es ist so.
    auf jeden fall keine panik schieben.

    grüße simmie

    hi blonder_engel,

    lass dich nicht runterziehen, such dir hilfe, geh zu einer suchtberatung, strebe an, möglichst schnell von zu hause auszuziehen, schreib hier regelmäßig, wie es dir geht. du packst das.
    du kannst deiner mutter nicht helfen, sie wird nicht aufhören, wenn sie es nicht selbst wirklich will und sich auch hilfe holt.
    versuch dich von deinen eltern zu distanzieren, nix gemeinsam mit ihnen machen, was dir nicht gut tut.
    ein mensch in alkoholisiertem zustand hat andere grenzen und kann sehr verletzend sein, das an sich herankommen zu lassen, macht einen selbst unglücklich. versuch dich abzulenken, dir jeden tag etwas gutes zu tun.

    grüße


    simmie