Beiträge von simmie

    hi,

    das mit der passivität ist bei mir auch sehr stark, und in meiner neuen beziehung auch wieder sehr offensichtlich geworden. ich finde das persönlich einen sehr schwierigen punkt und ich finde, es hat etwas mit dem selbst sein oder sich selbst zeigen zu tun.
    eine therapie kann solche prozesse unterstützen wie selbstwert aufbauen, gefühle zeigen usw. ich mache seit zwei jahren eine verhaltenstherapie, erst einmal ist gelegenheit über dinge zu sprechen, über die man mit sonst niemanden spricht, der therapeut hört zu und gibt anstöße. so habe ich es erfahren. ich kann sagen, ich habe an diesen und jenen stellen schwierigkeiten und dann wird geschaut, warum das so ist und wie ich damit umgehen kann. insgesamt finde ich es eine große chance und würde jedem empfehlen eine therapie zu machen.
    hobbies? finde ich wichtig. für mich sind es dinge, die den alltag auflockern, die ich regelmäßig tue und die mir spaß machen und wo ich mich gut fühle. meine hobbies haben viel mit sport und bewegung zu tun, laufen, fahrradfahren, tanzen, tennis spielen. ich gehe auch gerne ins theater und in ausstellungen.
    es gibt eigentlich vieles, was man an sich selbst auch entdecken kann.

    grüße simmie

    hi totesherz,

    ich kann mich anschließen, ich musste an einigen stellen auch lachen. trotz des ernstes und trotz dem, dass man selbst darunter sehr stark leidet, wenn die eigene mutter, der eigene vater so sind.
    ich glaub aber auch, dass sich hier die geister scheiden, manchem einem mag diese art der darstellung quergehen.
    für mich wäre es zur zeit keine schreibweise, diese art des betroffenseins vom alkoholtrinken meiner mutter habe ich hinter mir. das muss ich wirklich so sagen. ich frage mich eher, was bleibt bei einem selbst von dem menschen zurück, den man doch liebt oder geliebt hat oder der zumindest eine sehr wichtige rolle im eigenen leben spielt.
    mich hat auch immer der gedanke und das hoffen letztendlich auf den nüchternen menschen eine ganz starke rolle gespielt, die trinkerfratze, das, was du im grunde beschreibst, der hat der hass, die wut, der abscheu gegolten. leider ist es so, dass man selbst häufig nicht so einfach aus der distanz urteilen und empfinden kann, die verletzungen hinterlassen spuren und so einfach lassen die sich eben auch nicht wegstecken und irgendwie muss man selbst damit umgehen, es verarbeiten, und sei es mit humor.

    grüße simmie

    hallo marc,

    du schreibst, dich macht das verhalten deines vaters wütend. was hättest du gerne, dass er tut?
    und, können deine eltern ihren papierkram nicht alleine machen? du nimmst ihnen doch da ein stück verantwortung ab.
    zum thema unverstanden und alleine: ich bin auch der meinung, dass es sich einem normalsterblichen nicht vermitteln lässt, was es bedeutet, alkoholkranke eltern zu haben. hinzu kommt, dass viele mit alkoholiker die leute verbinden, die auf der parkbank sitzen.
    da sind dann schon hürden, die dazu führen, dass man sich alleine fühlt. damit es nicht so ist, gibt es zum beispiel dieses forum oder auch reale shgs.
    du schreibst keine eltern, ja das ist richtig, es ist hart und enttäuschend. allerdings bleibt einem nichts anderes übrig, als dies so hinzunehmen und mit sich selbst gut umzugehen.

    grüße simmie

    hi dani,

    ja, ich habe auch noch mal das vergangene durchgelesen, ich entdecke da auch keine gefühle. wobei ich im allgemeinen auch eher sachlich schreibe, auf mich wirkte mein geschreibsel sehr nüchtern und trocken.
    ein wichtiger punkt ist für mich der des sich schämens, bei meinem ex gab es verschiedene aspekte an ihm, für die ich mich abgrundtief geschämt habe. solche apekte gibt es bei meinem neuen freund auch.
    ich finde das irgendwie hinderlich und frage mich, ob das so sein muss. heißt es womöglich, dass da etwas toleriere, was ich eigentlich gar nicht will?
    zum beispiel das mit dem altersunterschied, ich finde es nicht optimal. mein ex ist auch beträchtlich älter, da hatte ich schon probleme, es jemandem mitzuteilen.
    womöglich habe ich angst vor verachtung, unverständnis, negativen reaktionen meiner umwelt, und das ziemlich massiv.
    am liebsten wäre mir jemand, der etwas mehr den erwartungen entspricht, ungefähr gleiches alter, ähnliche interessen und vorlieben und nicht jemand der, grundverschieden von mir ist. es gibt ja das mit dem zueinander passen, das gefühl habe ich nicht unbedingt, da ich ja ganz andere interessen habe.
    gestern habe ich eine bekannte getroffen, die für eine fernreise einen ziemlich intensiven sprachkurs gemacht hat, zur vorbereitung, das wäre auch so mein ding. ich glaube nicht das meines partners.

    so, das muss ich hier mal abbrechen, die pflicht ruft.
    grüße simmie

    hallo dani,

    ich habe mich entschlossen, einen antrag für den geschlossenen bereich zu stellen. bisher fand ich das lesen und schreiben hier für mich sehr hilfreich und fühle mich jetzt so weit, dies zu intensivieren.

    es klingt vielleicht blöd, aber für mich bedeutet dies auch, mich und meine belange noch ein stück weit ernster zu nehmen, als dies bisher der fall war.

    es ist auch so, dass ich im offenen bereich ein paar wesentliche informationen über meine lage weglassen muss.

    was mich aber auch dazu bewegt hat, war der punkt, dass ich über einige punkte schreibe, die nicht unmittelbar mit alkoholabhängigkeit zu tun haben. hinzu kommt, dass ich zwar eka bin, aber der alkoholkranke elternteil nicht mehr lebt. trotzdem sehe ich vieles von meinem aktuellen befinden und meinen problemen in direktem zusammenhang mit dem aufwachsen in einem haushalt mit alkoholkrankem elternteil.

    grüße simmie

    das wochenende ist vorbei, ich habe es mit meinem freund verbracht, er ist jetzt offensiv und erzählt, dass wir zusammen sind, unter anderem dem freund von meinem ex.
    ich mache innerlich gleichzeitig einen rückzieher und habe das gefühl, als bleibe oder halte ich mich außen vor. er beteuert ständig, dass er mich liebt, ich kann es mir nur anhören und eigentlich nichts erwidern. also er bewegt sich stark auf mich zu, mir bleibt nur zu reagieren.
    manchmal frage ich mich, ob ich nicht die falschen signale gesendet oder nicht ausreichend grenzen gezogen habe. oder wo bleibe ich dabei?
    zumal es so ein typ ist, der nicht liest, also sich nicht intellektuell beschäftigt, am besten dauerfernsehen, was ich ja nun gar nicht oder nur sehr selten mache. wenn wir bei mir sind, unternehmen wir schon etwas, aber gut, von sich aus, würde er das nicht tun.
    nun muss ich ihm eine antwort geben, von wegen heiraten, und ich tendiere zum nein, obwohl das für mich schwer ist, wegen des alleinseins.
    es erinnert mich an frühere beziehungen, wo ich auf einmal das gefühl bekam, nur objekt zu sein und selbst nicht vorhanden zu sein.
    das ist nun für mich die frage, mach ich es nur so alles mit, aber in wirklichkeit will ich nicht?
    im moment bin ich mir da sehr unschlüssig.

    grüße simmie

    hallo krümelmonster,

    finde ich sehr gut, dass du positives zu berichten hast.
    ein paar deiner marotten kann ich nachvollziehen, zum beispiel das mit dem lügen, bei mir ist es nicht direkt lügen, aber ich tue mich schwer zu sagen, was wirklich los ist und unterschlage da schon mal informationen.
    kontakte, freunde sind bei mir ebenfalls ein schwieriger punkt und es ist bei mir auch so, dass ich nach außen sicherlich anders wirke.
    im moment geht bei mir die zweite therapierunde zu ende, es gibt, so habe ich erfahren, dennoch die möglichkeit zu verlängern, und ich glaube, das werde ich auch versuchen. es bringt auf jeden fall etwas.
    mit kuren habe ich keine erfahrung. eine solche habe ich auch bisher nicht in erwägung gezogen. ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass eine kur einen noch ein stück weiter bringt.
    das gefühl raus zu müssen, habe ich nicht unbedingt, ich bin im gegenteil eher froh, nicht raus zu müssen, ruhe zu haben oder ruhe zu finden. das kann ich eigentlich am besten bei mir zuhause.

    grüße simmie

    so, die woche ist vorbei und ich war gestern völlig erledigt. heute zum teil auch noch.
    es war sehr anstrengend, doch wir haben gutes feedback bekommen, und so kann ich zufrieden sein. es ist zwar nach wie vor so, dass ich nicht einfach mit anderen umgehen kann, aber es geht, die aufregung bestand im vorhinein und legte sich dann.
    wie jede woche traf ich meinen ex, er hat schwierigkeiten nach wie vor, es tut mir auch weh, gleichzeitig sehe ich, dass er mit seinen problemen merkwürdig umgeht. wie immer sind nur die anderen schuld und er hat immer pech. außerdem trinkt er nach wie vor ungesund viel.
    ich merke aber, dass die ablösung von ihm für mich gut ist.

    zu meinem neuen freund, da bin ich immer noch im zwiespalt. insbesondere bezogen auf die gemeinsame lebensplanung. heiraten und gemeinsame wohnung, da ist mir eigentlich ein wenig zu schnell und zu viel. ich möchte nicht in etwas hineingeraten, was ich hinterher bereue.
    und es ist immer noch so, dass ich mit der beziehung gegenüber anderen nicht offen umgehen kann, und ich frage mich weshalb das so ist. selbst so einfache sätze wie, ich verbringe das wochenende mit meinem freund, kommen mir nicht über die lippen. es ist genausowie mit den elterlichen verhältnissen, bei denen hatte und habe ich auch große hemmungen, sie zu benennen.


    grüße simmie

    hallo anja,

    als ich 17 war, habe ich meiner mutter einen brief geschrieben und das thema alkohol zum ersten mal angesprochen. ich hatte damals auch große hoffnungen damit verbunden, glaube ich. allerdings hat es nichts gebracht, meine mutter hat nicht mit der trinkerei aufgehört, im nachhinein sehe ich, dass ich es auch für mich getan habe, im sinne von etwas unausgesprochenes zur sprache gebracht zu haben. es hilft zumindest die verleugnungsschiene zu verlassen. manche eltern bilden sich ja auch ein, dass kinder nichts mitbekommen oder rechtfertigen sich irgendwie dafür.
    als angehöriger ist man eigentlich machtlos gegenüber der sucht. es ist eine von außen uneinnehmbare festung.
    das heißt, so ein brief kann höchstens dir selbst helfen, dich aus den verstrickungen in die sucht zu lösen.

    grüße simmie

    die ganze woche ist ziemlich anstrengend. ich habe dabei kaum erholungsphasen, die ich eigentlich auch brauche, aber nun habe ich mich daran gewöhnt, und es ist ein ende in sicht.
    trotzdem ist es ein komisches gefühl für mich, als lehrerartige person, quasi autoritätsperson, zu agieren. mir ist noch einmal deutlich geworden, dass ich mich sehr wohl in distanzierten beziehungen fühle, wo es um sachliche themen geht. privates bleibt dann außen vor. ich habe dadurch ein gefühl von sicherheit.
    naja, am ende dieser woche werde ich um einige erfahrungen reicher sein. die angst vor den anderen wird sich weiter reduziert haben.
    auf der anderen seite merke ich auch meine eigenen grenzen, was geht und nicht geht.
    was mir noch am liebsten wäre, dass ich nicht das gefühl habe, etwas geheim halten zu müssen. denn heute habe ich eine bekannte getroffen, die immer noch davon ausgeht, dass ich noch mit meinem ex zusammen bin. ich habe sie nicht über meine neuen verhältnisse aufgeklärt und mich gleichzeitig gefragt, warum ich dies nicht getan habe.
    es ist, als schämte ich mich. irgendwie. irgendwie ist es in mir drin, ein stimmiges gesamtbild nach außen hin abgeben zu müssen, und da passt mein neuer bzw. das ende meiner alten beziehung nicht hinein.
    dabei fühle ich mich insgesamt besser. trotzdem muss ich mich stärker zur geltung bringen, was ich will und meine. leicht lasse ich mich von anderen einschüchtern, die, die wissen, was sie wollen und einfach so sein können, wie sie sind, was mir ja schwer fällt.
    jahrelanges training, das, was ist, unter den tisch zu kehren, hinterlässt seine spuren, ich kann dann nicht zu mir stehen, sondern orientiere mich mehr an den anderen, was die denken oder meinen könnten.
    grüße simmie

    also, ich habe den heutigen tag überlebt. ich hatte panik, wahrscheinlich grundlos. die panik bestand davor, vor ca. 20 leuten zu stehen und einen ganzen vormittag unterricht zu machen. also inhaltlich habe ich ja keine probleme, aber vor dem sozialen, kommunikativen aspekt hat es mir wirklich gegraut, obwohl es nicht das erste mal ist, dass ich so etwas mache. am wochenende hatte ich immer wieder daran gedacht, mein freund meinte, ich solle mich nicht verrückt machen.
    das thema hatte ich auch schon bei meiner therapeutin, die angst vor den anderen bzw. den stress, den sie mir bereiten. zum teil hatte ich am wochenende auch rückzugsgedanken, so wie, was ist, wenn ich einfach nicht auftauche. völliger blödsinn eigentlich. dann habe ich auch gedacht, mir einen anderen job zu suchen, einer, der mich nicht so unter druck setzt. ich weiß schon, diese woche wird vorbeigehen, und ich werde das dann alles vergessen und es eher als herausforderung begreifen.
    am meisten hat mich heute mein auftreten gewundert, nach außen entschlossen, resolut und klar kein schwaches, hilfloses häuflein, als das ich mir vorher vorkam.
    vor solchen belastungssituationen muss ich immer an den tod meiner mutter denken, dass ich das überstanden habe und dass mich eigentlich nichts mehr aus der bahn werfen kann. das war ja auch eine extreme belastungssituation.
    manchen macht es vielleicht nicht so viel aus, mit menschen zu arbeiten, mit größeren gruppen, für mich ist es nicht einfach. da hatte ich schon immer probleme, obwohl es sich gebessert hat.
    ich weiß nicht, warum ich das nicht entspannter angehen kann. vielleicht ist es angst vor kontrollverlust, die anderen können einen wahrnehmen, ich muss dinge preisgeben, weil ich mich irgendwie geben muss, vielleicht auch fehler mache. es war auch schon immer so, dass ich lieber etwas alleine tue, als mit jemanden zusammen, weil ich mich alleine besser konzentrieren kann. es kann sein, dass ich mit anderen völlig dumm und unfähig werde und gar nichts mehr auf die reihe bekomme.

    simmie

    Zitat von Feelein

    Hallo simmie,

    betrunken hält mir meine Mutter aber immer vor, was sie alles für mich getan hat und auf wie viel sie wegen mir verzichten musste.

    Hallo Feelein,

    das geht gar nicht, du kannst alles, was deine mutter in betrunkenem zustand sagt, nicht für bare münze nehmen. find ich ganz gefährlich, dass an sich herankommen zu lassen. das tut dir gar nicht gut.

    grüße simmie

    hallo celine,

    ich finde es schwer dir zu antworten, weil ich nicht so richtig herauslese, was du willst. deine jetzige beziehung zu deinem mann ist glücklich oder auch nicht? du kannst zu wenig machen, was du möchtest? es sind zu wenig gefühle da bzw. werden gezeigt? dein mann bestimmt den charakter der beziehung?
    oder hast du angst, dass sich ein muster wiederholt, eine ehe ohne liebe, wie bei deinen eltern?
    ich bin da selbst kein meister, aber es ist wichtig auf seine gefühle zu achten, eigentlich verdrängen kinder von alkoholikern die eher oder haben probleme, gefühle auch wahrzunehmen.

    grüße simmie

    hallo feelein,

    ich höre bei dir so ein bisschen schlechtes gewissen heraus: deine mutter hat wirklich viel für dich getan. eigentlich denke ich, steht es doch außer frage, dass eltern sich um ihre kinder kümmern und viel für ihre kinder tun und für sie da sind.
    einfach ein kind weggeben, nach dem motto, das passt da jetzt aber nicht hinein, ist, denke ich, daneben.
    meine mutter hatte immer gesagt, ich habe alles für euch getan. für mich war das natürlich ein zweischneidiges schwert. mir wäre es lieber gewesen, sie hätte nicht getrunken.
    wenn du anfängst, für jemanden, der alkoholkrank ist, die verantwortung zu übernehmen, dann machst du ein bodenloses fass auf.
    jemand, der trinkt, gefährded sich meiner ansicht nach immer selbst und trägt ein höheres verletzungsrisiko. ich kann denjenigen aber nicht 24 stunden am tag bewachen.
    der trinkende entscheidet selbst zu trinken und für sein wohl und wehe ist er dann in erster linie selbst verantwortlich. wenn deiner mutter etwas passiert und du kannst es nicht verhindern, dann bist du nicht schuld.
    das ist genauso, wie wenn jemand sich plötzlich entscheidet, immer ohne rechts und links zu schauen, über die straße zu gehen. was mache ich dann? gehe ich immer mit und stoppe die autos? damit dem anderen nichts passiert, muss ich mein eigenes leben voll auf ihn konzentrieren.

    ich weiß, wie es ist, um jemandes leben zu zittern, jemand, der sich wirklich nicht selbst helfen kann. ein erwachsener trinkender mensch hat im gegensatz alle, aber auch wirklich alle möglichkeiten, für sich etwas zu tun. voraussetzung ist natürlich die eigene einsicht.

    grüße simmie

    hi caro, hm, du willst nicht, dass dein mann in die kneipe geht und poker spielt und er hat offenbar auch die "falschen" freunde. du schreibst, dein mann wird und muss lernen...
    weißt du, was mir dabei einfällt. ich war vor ein paar wochen bei einer veranstaltung und da ging es um gedankenkarusselle, in die man sich begibt. will ich jetzt nicht näher ausführen, aber mir ist ein satz haften geblieben und zwar, dass man das verhalten des anderen nicht ändern kann, nur sein eigenes.
    ich will damit nicht sagen, dass ich jegliches verhalten tolerieren muss, aber wenn ich es toleriere und es mir trotzdem immer wieder gegen den strich geht, drehe ich mich ja irgendwann im kreis.
    außerdem siehst du da keine parallele: ich will nicht, dass meine mutter trinkt, ich will nicht, dass mein mann in die kneipe geht und poker spielt?

    ich weiß nicht, ob ich jetzt irgendwie daneben liege, bei dem was ich schreibe, es sind nur meine assoziationen dazu.

    grüße
    simmie

    hallo dean_84,

    es ist tatsächlich so, wie der Arzt es dir sagte, dich trifft überhaupt keine schuld. alkoholiker sind für ihre trinkerei selbst verantwortlich. es gehört aber zur krankheit dazu, dass angehörige sich für den trinkenden verantwortlich fühlen. dies nur in aller kürze.
    du hast dinge für deinen vater getan, die du eigentlich nicht tun musst. in der regel hält das eher die sucht aufrecht. du kannst deinem vater nicht helfen.

    viele grüße simmie

    hallo, zur zeit geht es mir relativ gut, mit meinem neuen freund läuft es recht harmonisch, allerdings will er mich heiraten. ich bin mir da unsicher, habe das bisher nicht gebraucht. für ihn wäre es eine erleichterung. bin sogar fast geneigt es zu tun.
    auf jeden fall beschäftigt es mich.
    wenn ich meinen ex sehe, ist die wehmutphase nun vorbei. trotzdem denke ich immer, wie wenig da doch für mich abgefallen ist, in unserer beziehung.
    nächste woche wird anstrengend, ich werde im job viel zu tun haben. ich sehe mich da mal wieder hohen, erdrückenden erwartungen ausgesetzt, es nicht zu schaffen, zu scheitern, zu versagen. gegen diese gedanken kämpfe ich an.

    grüße simmie

    hallo hans,

    ich glaube, den größten hass auf meine mutter hatte ich, als ich noch zu hause gewohnt habe und danach immer dann, wenn ich ihrer trunkenheit ausgesetzt war. das habe ich gehasst und nicht haben wollen. der nüchterne mensch war mir lieb, den wollte ich haben.
    aber ich finde den hass nicht einmal das schlimmste oder die hassgefühle, es baut sich eine distanz zu einem menschen auf, der einem nahe steht. es ist schwer positive gefühle zu zeigen, angst, misstrauen sind immer dabei, keine offenheit. wenn verletzungen, herabwürdigungen und missachtung hinzukommen, dann gibt es irgendwann kein vertrauensverhältnis mehr. zu viele enttäuschungen. das verbaut total viel.
    dann gibt es natürlich auch die seite des hasses in dem sinne von, du hast einen teil meines lebens kaputt gemacht. so eine art hass empfinde ich nicht. eher schon die wut auf die anderen, denen alles so selbstverständlich von der hand geht und man selbst spürt seine defizite, sein eigenes unglück und weiß gleichzeitig, dass die ihre ursache haben, dass eben auch die startbedingungen nicht so die besten waren.
    das problem ist, viele können sich das wohl gar nicht vorstellen, was das heißt, mit einem alkoholkranken elternteil aufzuwachsen.

    grüße simmie

    hi,

    bin jetzt auch emotional wieder zu hause angekommen.
    die letzten zwei tage war ich tagsüber ziemlich platt, weil ich abends zu lange unterwegs war.
    gestern abend war ich ja tanzen (gesellschaftstanz, paartanz), das tut immer sehr gut. fühle mich danach jedes mal bestens und sehr guter stimmung. außerdem habe ich mit einem sehr guten tänzer getanzt.
    meinen ex habe ich ebenfalls gesehen. ich merke, dass, wenn er mir den eindruck macht, niedergeschlagen zu sein, ich das auch als belastung empfinde. ein eigenartiges gefühl. er war außerdem bei einer gemeinsamen bekannten zum geburtstag eingeladen, das hat mir schon zu denken gegeben, wieso ich denn nicht, naja, habe mich da sowieso immer als außenseiterin gefühlt, bei mir, wo alles anders ist.
    ansonsten ist er ziemlich uninteressiert, eigentlich wie sonst auch. aber ich verhalte mich wohl auch nicht anders.
    im moment sieht meine wohnung wieder sehr durcheinander aus. komisch, ich musste sofort an das chaos denken, als mein tanzpartner anfing zu fragen, wo ich denn sonst noch tanze. das habe ich öfters, dass ich denke und abgleiche, wem ich was zumuten kann.
    manchmal habe ich das gefühl, das ist deshalb so, weil ich nicht überall eine fassade aufrechterhalten kann, so tun als ob. bei mir zu hause darf dann wenigstens das chaos durchbrechen.
    mich beschäftigt im moment außerdem meine vergangene esstörung, ich hatte als jugendliche eine bulimiephase. bin auch immer noch sehr auf mein gewicht bedacht und esse mitunter über das sättigungsgefühl hinaus. ich war deswegen nie in behandlung, die schlimme phase ging von alleine wieder weg. für mich ist das ein zeichen, dass ich doch sehr stark unter der familiären situation gelitten habe. allerdings habe ich immer zu vermeiden versucht, selbst dadurch ein problem zu haben und wollte immer möglichst normal sein.
    grüße simmie