Beiträge von simmie

    hallo,

    gestern morgen war ich erst etwas schlecht gelaunt. ich schlafe teilweise nicht so gut. nach der auseinandersetzung mit dem neuen, hatte ich das gefühl, als würde von mir etwas spannung abfallen.
    der gestrige tag war anstrengend. ich merke, dass es mich anstrengt, mit leuten zu tun zu haben, z.b. gespräche aus dem nichts anzufangen. es lief aber alles überraschend gut.
    ich habe mir überlegt, ob ich meinem neuen für dieses wochenende absage, habe mich jedoch dagegen entschieden. weil ich einfach sonst zu sehr eigenbrötele. ich weiß es nicht, vielleicht steckt doch der wunsch nach zweisamkeit dahinter, nicht allein durch die welt laufen zu müssen.
    der andere punkt ist der, dass ich mich schäme. es ist die furcht, dass jemand anderes entsetzt wäre oder abgestoßen, weil ich eine beziehung mit einem so viel älteren mann eingehe. ich stelle mir immer vor, was meine mutter gesagt hätte. der ist nichts für dich, du hast besseres verdient... und so weiter.
    der weitere punkt ist der des normalseins. irgendwie habe ich das streben nach normalität, und ich versuche auch den anschein zu erwecken. auf der anderen seite merke ich, dass ich oft mit leuten zu tun habe, die mein streben nach normalität hindern.

    grüße simmie

    hallo dani,

    an meinen gefühlen bin ich immer noch dran. ich finde es gut zu sagen, dass sie erst einmal da sind, egal, welche es sind.
    ich nehme sie wahr, aber es ist, als ob sie wegschwimmen, wenn ich mich ihnen nähere.
    diese woche war ich ziemlich beschäftigt, obwohl ich mir auch einen abend eine auszeit genommen habe. das war eigentlich sehr schön und entspannend. mittwoch bin ich zu einem freund gefahren, zum fussball schauen, das fand mein neuer nicht so toll.
    gestern bin ich auch weggegangen, plötzlich kam eine sms: mein neuer meinte, er würde gleich kommen. auf einmal war es, als hätte sich bei mir ein schalter umgelegt, ich war wütend und ärgerlich, weil ich fand, er platzte so in meinen tagesablauf hinein, ohne vorankündigung. er meinte zwar, er hätte gesagt, dass er vorbei kommt, aber für mich war es plötzlich, aus heiterem himmel. es war für mich: ich gehe weg und dann muss ich mich auch noch um ihn kümmern, weil er ja da ist. ich fühlte mich überfordert. das dumme ist, er konnte meine reaktion in dieser heftigkeit überhaupt nicht nachvollziehen.
    jetzt frage ich mich, ob das mit ihm überhaupt etwas für mich ist, oder ob ich nicht doch erst einmal alleine bleibe. ich habe den verdacht, dass ich eigentlich zu wenig gefühle für ihn habe, dass ich mich nur notgedrungen arrangiere, um nicht alleine zu sein. vorschnell eine beziehung einzugehen, ohne dazu zu stehen, ist auch nicht das wahre.
    das zusammensein ist zwar angenehm, aber ich kenne das von früher, ich stand nicht dazu, nicht wirklich.
    mein schwachpunkt ist, dass ich irgendwo einen stützpunkt brauche. wenn ich allein bin, habe ich den eindruck, ich hätte keinen halt. da ist dann jemand, auch wenn nicht genau passend, besser als gar keiner.
    hm. vielleicht sollte ich mir da mehr zutrauen.

    grüße simmie

    hallo lume,

    mit einigen punkten, die du beschreibst, kann ich mich ziemlich gut identifizieren.
    das mit der erinnerung kenne ich auch, die negativen erlebnisse werden verdrängt, das positive bleibt im vordergrund. das ist auch in familienkrankheit alkoholismus, dem buch, sehr sehr deutlich beschrieben (lese ich gerade). ich habe selbst auch tagebuch geschrieben und lese an einzelnen stellen dinge aus früheren zeiten, die ich mir so drastisch nicht vor augen führen würde, die mich dann auch erschrecken.
    ich glaube, man muss auch lernen, diese negativen gefühle zuzulassen, traurig sein, ärgerlich. das war ja nicht möglich. ich habe zum beispiel den zwang zur guten stimmung, zu extremer fröhlichkeit, das ist zum teil echt, zum teil aber auch spannungsabbau. ich habe ja nicht zeigen können, wie sehr ich unter der situation zuhause leide.
    zu den werten: da sehe ich auch parallelen, da ich ja keine familie habe, bin jetzt nicht familienfeindlich, aber sagen wir mal so, ich hatte nie das gefühl, dass ich eine familie haben muss. das hat zum beispiel auch meine therapeutin thematisiert. sie meinte, dass es auch das gegenteil gibt: diejenigen, die aus einer kaputten familie kommen und gerade das bestreben haben, eine familie zu haben. warum die einen so sind und die anderen so, weiß ich nicht.
    wenn ich so zurück blicke, hat es bei mir sicherlich auch mit innerer stabilität und selbstvertrauen und überhaupt mit vertrauen zu tun.
    da war bei mir lange zeit nicht sehr viel vorhanden. ich fühlte mich ganz extrem als außenseiterin.
    das hat sich gebessert.
    es hilft auf jeden fall sich anderen mitzuteilen.

    grüße simmie

    hallo,

    zum wochenende war meine negativphase doch tatsächlich beendet. habe ein treffen mit meinem ex vermieden, es wäre ein lockerer zusammentreff auch mit anderen gewesen, bei dem ich nicht unbedingt mit ihm hätte reden müssen. aber ich war ohnehin müde und habe es gelassen.
    vielleicht hat das ja geholfen.
    habe ihn dann doch zufällig getroffen, die welt ist so klein, mit meinem neuen. sofort hatte ich mitleidsgefühle, habe gedacht, was gebe ich nun auf, die jahrelange beziehung, vertrautheit und so weiter. ich habe da ja auch vieles mitgemacht, sozusagen ertragen, und ich lasse jemanden nicht so leicht fallen. ich merke schon, dass ich da einiges an hoffnungen und erwartungen hineingegeben habe, aber ich wurde doch immer wieder enttäuscht. das ist schwer für mich zu akzeptieren. es ist auch schwer, die gefühle dafür zu entwickeln, dass der andere bestimmte grenzen überschreitet bzw. dass als nicht normal zu erkennen.
    ich lasse viel zu viel zu, setze keine grenzen, toleriere mehr, als gut ist.

    grüsse simmie

    hallo summerdream,

    negative reaktionen oder auch vermeintlich negative nehme ich ernster als positive rückmeldungen, die mich in der regel überraschen oder über die ich hinwegsehe.
    ich merke, dass ich unterschiedlich sensible phasen habe mit unterschiedlichen störanfälligkeitsgraden. anfang der woche stand ich mal wieder neben mir, kam ganz schlecht zurecht mit gesellschaft, hatte arge rückzugsbedürfnisse. außerdem hatte ich mal wieder das gefühl, dass ich nicht gut genug bin, richtig eigenartig, so eine art minderwertigkeitsgefühl. als würde ich nichts zustande bekommen, nichts vernünftiges sagen können, mich nicht genug beteiligen und so weiter. die ganze zeit hatte ich angst, es könnte jemand bemerken, was nicht der fall war.
    jetzt habe ich mir endlich das buch familienkrankheit alkoholismus geholt und schon ein bisschen angefangen. das mit dem vergessen und verdrängen ist sehr gut beschrieben und auch das nicht darüber sprechen. das kenne ich ja auch. am liebsten nicht.
    gestern hatte ich wieder so seine situation: ich war zu besuch bei einer freundin. dachte eine sekunde lang zu erzählen, dass ich mich mit dem thema alkoholismus auseinandersetze, habe es dann gelassen. das war fast schon ein reflex.
    die auseinandersetzung damit ist unangenehm. in dem buch steht ja auch, dass viele kinder sich in phantasiewelten flüchten. ich habe auch zum beispiel sehr viel gelesen und habe heute auch noch fluchttendenzen. zum beispiel so intensiv an der lösung eines problems zu arbeiten, dass man alles um sich herum vergisst. so wie schachspielen, es gibt nur das schachbrett und die schachfiguren und das spiel. komischerweise fühle ich mich nach solchen arbeitsphasen besser. alles andere lässt sich ausblenden.

    grüsse simmie

    Hallo Lena,

    erst einmal herzlich willkommen hier. Zunächst: Du bist nicht allein. Es gibt hier viele, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und sich hier austauschen und gegenseitig unterstützen.

    Zu Deiner Lage: Aus meiner Sicht scheinen deine Eltern überhaupt nicht willens zu sein, etwas an ihrer Situation zu ändern. Insbesondere deine Mutter, wenn sie vertuschen will, dass ihr Mann trinkt, d.h. die Augen vor der Realität verschließt. Das ist wiederum durchaus normal in Alkoholikerfamilien, man will es nicht wahrhaben, das Problem wird nicht offen benannt, totgeschwiegen, verleugnet, verdrängt, vor sich selber und vor anderen. Wenn es zur Sprache kommt, dann wird es verharmlost, klein geredet...
    Was kannst du tun?
    Du hast dadurch Leidensdruck und existentielle Schwierigkeiten und keine Unterstützung.
    Ich würde versuchen mir Unterstützung zu holen: Suchtberatung, Studienberatung. Auch wenn es wahrscheinlich finanziell schwierig erscheint, du solltest anstreben von zuhause auszuziehen. Auch dafür würde ich versuchen die entsprechenden Stellen anzugehen, um auch finanziell unterstützt zu werden.
    Für deine Eltern kannst du nichts tun, du kannst nur für dich selbst etwas tun.
    Grüße simmie

    hallo summerdream,

    gut, ich nehm mich da in vielen dingen wichtiger als ich bin. es ist nur nicht so einfach umzudenken, insbesondere wenn man empfindliche phasen hat.

    mit den gefühlen hadere ich nach wie vor. ich merke, dass ich meinem ex gegenüber doch etwas empfinde. fragt mich jemand, was es ist, dann gerate ich jedoch ins schwimmen.
    er hat nette züge, ich denke an gemeinsamkeiten, wenn man sich so lange kennt, wird man auch miteinander vertraut. ich sehe da die positiven seiten. gleichzeitig gibt es auch viele negative, er kann sehr verletzend sein. ein beispiel aus der jüngsten zeit. wir bereiteten etwas vor, ich war am machen und tun. er unterhielt sich gerade mit jemandem, es dauerte relativ lange, da unterbrach ich ihn. ich weiß nicht mehr, in welcher art und weise ich es tat, aber sein satz zu mir war, du nervst.
    das fand ich verletzend.
    solche dinge gab es öfters.
    ich sank dann innerlich immer eine stufe tiefer. merkwürdigerweise hatte ich da auf einmal gefühle, diese art von verletzungen schossen durch meine sicherungen durch.
    manchmal habe ich auf solche dinge geantwortet, manchmal auf durchzug geschaltet, manchmal war ich am boden zerstört.
    so etwas tut dem selbstwertgefühl nicht so gut.
    ich habe mich ja deswegen auch von ihm abgegrenzt.
    deswegen ist es wie es jetzt ist auch gut.

    grüße simmie

    hallo eiswürfelsaft,

    es ist auf jeden fall o.k., wenn du tust, was für dich gut ist. du hilfst deinen eltern kein stück weiter, wenn du nicht ausziehst.
    ich hatte als jugendliche sehr großen hass und große wut auf meine mutter, weil sie getrunken hat. ich glaube, dass diese gefühle auch dann entstehen, wenn man seine eltern liebt. aber sie sind für einen selbst trotzdem schwer zu verdauen. man würde sich die situation natürlich anders wünschen, doch sie ist es nun mal nicht, das bedeutet zwangsläufig enttäuschung und es bedeutet stress, belastung, und dies gerade auch für jemanden, der noch ziemlich jung ist.
    auch deine mutter muss sich das nicht antun. scheidung? meine eltern haben sich nicht scheiden lassen, obwohl ich mit 12 bzw. 13 überzeugt davon war, dass dies besser wäre.
    wenn die situation belastend ist durch deinen vater und deine mutter möchte keine konsequenzen ziehen, dann ist das auch ihre entscheidung. ich habe leider gelernt, dass das verhalten meiner eltern mir auch ziemlich geschadet hat, und zwar das verhalten des trinkenden wie des nicht trinkenden elternteils.

    grüße simmie

    hallo martin,

    herzlich willkommen hier.

    deine geschichte ist traurig. du klingst auch sehr traurig, ich finde diese gefühle, negativen gefühle, sind ok. deine mutter als pflegefall, abbau und verfall. du schreibst ja selbst, dass deine mutter für dich tot ist. das heißt auch trauern, sogar schuldgefühle.
    allerdings magst du diese schuldgefühle vielleicht haben, aber du bist nicht schuld, weder am tod deines opas noch an der situation deines vaters.
    wer fängt dich auf und hilft dir, mit allem fertig zu werden?
    wer steht dir bei?
    wer denkt an dich?
    wer ist für dich da?

    du schreibst, dass du dich einsam fühlst. wo hast du deine gefühle während der vergangenen jahre gelassen?

    wie ist die haltung deines vaters zur alkoholkrankheit deiner mutter? du schreibst, die sucht wurde totgeschwiegen.
    das trägt meiner meinung auch dazu bei, schuldgefühle zu erzeugen.
    hast du schon einmal daran gedacht, therapeutische hilfe in anspruch zu nehmen?

    grüße simmie

    hallo,

    war heute etwas erschöpft, wollte zuerst das haus nicht verlassen, habe mich dann aber doch in gesellschaft begeben.
    diesmal habe ich mich nicht so neben der kappe gefühlt.
    das andere ding ist, ich fühle mich schnell betroffen, von reaktionen anderer. ein bekannter klingt wenig enthusiastisch, und ich denke, es liegt an mir. er ist enttäuscht, weil ich mich nicht ausreichend um ihn gekümmert habe. es klingt wirklich blöd, aber so läuft es in mir ab. meinen ex habe ich auch gesehen, er scheint zu merken, dass es sich nicht um eine der üblichen distanzierungsphasen handelt. er reagierte wie beleidigt, als ich mich von ihm verabschiedet habe. ich bekomme dann mitleid, irgendwie kann ich es nicht haben, wenn ich jemanden enttäusche oder ich das gefühl habe jemanden zu enttäuschen. das ist auch dieses, es jemanden in allem recht machen wollen.
    ich merke das jetzt an sehr vielen punkten.

    simmie

    hi,

    so halb-depressive phasen ergreifen zwischendurch immer wieder besitz von mir. als würde ich neben mir stehen. ich schau mir dann die anderen an und denke, ja wunderbar, wie die so voller elan sind und sich mit ihrer welt identifzieren.
    in solchen phasen lasse ich mich gerne treiben, tue nicht das, was ich tun sollte. es ist manchmal dann so, dass ich das gefühl habe, das, was ich tue, hat keinen sinn, es kommt nichts dabei raus, es ist zeitverschwendung. ich versuche etwas herauszufinden, kann auch darin aufgehen, trete auf der stelle.
    heute abend habe ich mir eine auszeit genommen, keine tätigkeiten, nichts.
    ich habe manchmal das gefühl, als würde ich in meinen beschäftigungen aufgehen, mich verlieren. vielleicht passiert das auch tatsächlich.
    es ist eigenartig.
    so negative phasen sind bei mir an sich nicht vorgesehen. ich habe eigentlich so die einstellung volle kraft voraus, wir schaffen alles.
    ich wollte mich nie von den schlechten erlebnissen herunterziehen lassen, doch es lässt sich teilweise nicht vermeiden. ich kann ja nicht so tun, als wäre alles wunderbar gelaufen.
    auf der anderen seite habe ich den eindruck, als müsste ich mich die ganze zeit für irgendetwas rechtfertigen, für mein leben, wie ich es führe.

    grüße simmie

    hallo daniela,

    herzlich willkommen hier. so wie du es beschreibst, hört sich dein vater eher wie eine massive bedrohung für dich selbst an. dein vater schiebt alkoholbedingt die schuld auf dich/euch. du ziehst dir diesen schuh auch an.
    er bringt sich allein durch sein trinken in lebensgefährliche situationen.
    wenn dein vater in genannter situation gestorben wäre, dann wäre es auf keinen fall deine schuld gewesen. überlege mal, was du da tust. du schiebst dir die schuld zu. dein vater bleibt außen vor. du schreibst gleichzeitig, dass er, weil er alkohol im blut hatte, sehr viel blut verloren hatte. das ist auch kein lebenserhaltender faktor. hast du daran etwa schuld?
    du kannst deinem vater nicht helfen. du musst schauen, dass es dir gut geht. versuche dich von deinem vater zu distanzieren und ihn nicht in dein leben eindringen zu lassen. das ist kein einfacher prozess, aber wenn du dich auf diese karusselfahrt einlässt, hoffnungen, entschuldigungen, vorwürfe etc. hast du nur sehr sehr wenig spielraum, um deine ängste loszuwerden.

    grüße simmie

    hallo silvia,

    herzlich willkommen hier.

    gefühle und beziehungen sind ein besonders schwieriges thema, wenn man in einem alkoholikerhaushalt groß geworden ist.
    das kenne ich auch. irgendwie ist der weg zu einem selbst auch verbaut, den man muss erst einmal wieder freilegen.
    ich glaube, in irgendeiner form anzufangen, hier zum beispiel ist ein erster schritt.
    hast du schon einmal versuche in diese richtung gestartet? dich irgendwie ausgetauscht, ausgedrückt? jeder hat ja so seine vorlieben, auch wenn man es vielleicht auf den ersten blick nicht wahrnimmt.

    grüße simmie

    hallo summerdream,

    du hast recht, auf mich gucken und nicht auf andere. schwer genug, manchmal.

    ich habe mal wieder einen stimmungswandel, gestern abend war ich ja noch unterwegs, in geselliger runde, plötzlich ergreift mich da traurigkeit und ernst, ganz komisch, ich kann mich dann auch nicht unterhalten, die leute sind weit weg. es gab keinen anlass dafür. auf einmal.
    ich habe dann mit anderen auch das gefühl, nicht ganz bei mir zu sein. nach außen bin ich zwar vorhanden, aber ich schleppe ganz weit hinten, ein trauriges, müdes etwas hinter mir her, und das bin ich eigentlich.


    so, jetzt werde ich mich mal in den tag schmeißen.

    grüße simmie

    hallo,

    im moment arbeite ich sehr konzentriert, ich merke, dass andere menschen für mich anstrengend sind, habe auch bei der arbeit zum teil das bedürfnis nach rückzug. ich muss öfters vor leuten reden, diese woche zweimal, ich denke immer, o ne, lieber nicht, geht dann aber.
    zur zeit habe ich auch körperliche beschwerden, die mich belasten, ist von der psyche her diese woche besser.
    gestern habe ich meinen "neuen" oder was immer daraus wird, angerufen. er fand meine rauswurfaktion nicht so toll.
    ich merke, dass bei mir gefühle da sind, dass ich aber auf jeden fall versuche, dass sie nicht an die oberfläche gelangen. das merke ich an dem, was ich träume.
    grüsse simmie

    Hallo Lotte,
    herzlich willkommen hier,
    negative Gefühle, Hass, Wut gegenüber dem trinkenden Elternteil sind, so glaube ich, normal. Schwierig ist es damit umzugehen, weil schnell Schuldgefühle entstehen.
    Ein schlechtes Gewissen brauchst du überhaupt nicht zu haben. Dein Mutter trinkt und das ist ihr Ding. Du kannst ihr nicht helfen und sie auch nicht ändern, wenn sie es nicht selbst tut.
    Dein schlechtes Gewissen zeigt an, dass du dich für deine Mutter verantwortlich fühlst und zwar in einem sehr starken Maße. Mehr als gut für dich ist. Da liegt der Hund begraben. Du machst dein Wohlergehen von etwas abhängig, was du absolut nicht in der Hand ist. Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die behandelt werden kann. Wenn der oder die Kranke seine Krankheit nicht als solche nimmt, wird nichts passieren.
    Du solltest dich mehr um dich als um deine Mutter kümmern und dich nicht in Gewässer begeben, die nicht deine sind. Wenn es dir nichts bringt mit deiner Mutter zu reden, dann lass es.

    viele grüße simmie

    hallo,

    ich habe also den rest des gestrigen tages allein verbracht. ich habe mich entspannt gefühlt. mich um meine persönlichen sachen gekümmert, alte fotos, aufzeichnungen. die dinge, wie nähe, wärme, zärtlichkeit, sinnlichkeit sind da natürlich nicht dabei. habe mich gefragt, ob ich mir solche dinge versage.
    meine reaktion gestern auf ihn kam urplötzlich, von einem moment auf den anderen. ich konnte ihn nicht mehr ertragen. dann habe ich gesagt, dass ich allein sein möchte. dann ist er wortlos gegangen.
    ich habe gemerkt, dass ich immer sehr aggressiv reagiere, wenn jemand überfürsorglich, kümmernd ist. als ich gestern in meinen alten aufzeichnungen gelesen habe, habe ich etwas entdeckt, was dies erklären könnte. wenn meine mutter emotional war, also uns zugewandt, war sie betrunken. ich glaube, dass von daher meine abscheu rührt.
    das alleinsein war und ist für mich immer noch die möglichkeit, wo ich ich selbst sein kann.
    dieses tagebuch zu lesen war für mich sehr aufschlussreich. mir war damals klar, dass ich von zuhause weg musste, dass ich es nicht aushielt. glasklar. mir war klar, dass meine mutter alkoholikerin ist. ich habe regelmäßig geschrieben. auch meine gefühle beschrieben, neben anderen dingen. komischerweise habe ich diese zeit nicht als besonders schlimm in erinnerung. es liest sich jetzt aber doch als schlimm.

    grüße simmie

    hallo,

    so, habe es jetzt nicht mehr ausgehalten. habe meinen "neuen" weggeschickt, ich habe gesagt, dass ich das bedürfnis habe allein zu sein. ich habe das gefühl, dass ich meine sachen nicht machen kann. er ist da, sitzt dann nur herum, gut, er hilft schon, aber es ist nicht seine wohnung, nicht seine baustelle. zwischendurch sagt er mir, wie toll er mich findet oder so ähnlich. hm, vielleicht schlagen da ja meine macken durch, aber so ist das nix für mich.
    ich muss ab und an komplett für mich sein, und das wochenende ist eine der wenigen zeiten, wo das möglich ist. er fragt ja nicht mal, ob das ok für mich ist, wenn er die ganze zeit da ist, sondern geht vielmehr davon aus, dass es für mich supertoll ist, weil mein ex so wenig zeit mit mir verbracht hat, und ich deshalb alleine immer unglücklich war. er setzt alleinsein mit unglück gleich. ich sehe das nicht ganz so.
    grüsse simmie

    hallo couchcool,

    ich kann einige punkte, die du nennst, voll unterschreiben.

    - vertrauen
    ist auch für mich schwierig. ich merke es dann, wenn vertrauen da ist und wenn es noch nicht da ist. ich brauche ziemlich lange, bis ich jemandem vertraue.
    - geringes selbstwertgefühl
    für mich die entscheidende frage, nehme ich mich so, wie ich bin oder nicht.

    - beziehungen, einzelkämpfertum, kontrolle
    ich ziehe viel alleine durch, beziehungen sind ein minenfeld.

    die probleme sind bei mir noch da, also ich bin da mitten drin.

    grüße simmie

    hallo summerdream,

    ja du hattest es richtig verstanden. ich habe mich für 2 entschieden, habe infolgedessene eine person enttäuscht. damit komme ich nicht klar.
    das hat sich aber alles aufgelöst, ist auch schon wieder geschichte.
    jedenfalls merke ich, dass ich mich oberflächlich auf mehrere bekanntschaften einlassen kann. sobald jemand, ich sage mal einfach nett zu mir ist, dann sage ich nicht nein. es kommt mir vor wie kleinkindverhalten. der andere hat dann meist jedoch andere absichten als sich harmlos zu vergnügen.


    gefühle zeigen: ich habe bisher viel tagebuch geschrieben, das hat mir immer geholfen, ich schreibe jetzt auch noch immer. sicher meine familie konnte nichts zeigen, und das war vermutlich keine böse absicht.
    aber ich finde interesse zeigen, ist noch einmal anders. ich will nicht sagen, dass da gar nichts war. aber eben auch nicht sehr viel. gut, hinzu kommt, dass ich nicht gerade das standard leben führe, ohne familie, mit schwierigen beziehungen, eine meiner familie fremde arbeit, bin gerade nicht im sozialen bereich tätig.
    auf der anderen seite habe ich mir immer alles angehört.

    im moment durchziehen mich mal wieder negative stimmungen. ich denke, ich führe ein falsches leben, viel zu ernst, zu eigenbrötlerisch, alles schwer nehmend, unbeweglich. mein blick geht immer wieder auf andere, wie scheinbar leicht und selbstverständlich das bei denen von der hand geht.
    mein problem ist auch vom gefühl her, ich muss letztendlich zu meiner familie, wenn auch nicht mehr vorhanden, stehen, obwohl ich mich mit den taten nicht identifiziere. ich habe mich distanziert, habe aber deswegen trotzdem schuldgefühle.
    ganz leise kommt bei mir manchmal der gedanke auf, wenn meine mutter wüsste, was ich hier schreibe, es wäre wie hochverrat oder für sie wie ein todesurteil. im prinzip zu realisieren, was den eigenen kindern angetan wurde. sie hätte es ja nicht gewollt, bewusst, absichtlich. es war die krankheit. an dem punkt verstehe ich, dass alkhololismus eine krankheit ist.
    ich glaube, dass ich das bisher trotz aller auseinandersetzungen nicht richtig akzeptiert habe. meine haltung war immer, wir tun so, als sei da nichts. das problem ist, ich fühle mich dadurch so wie frei in der luft schwebend, ohne wurzeln. die ich ja nicht wahrhaben will. deshalb komm ich auch ganz schlecht an meine gefühle heran.
    das andere ist, dadurch, dass ich alles beiseite schiebe, kann ich mich in alle möglichen aktivitäten stürzen. wenn dann irgendetwas nicht nach masterplan läuft, kann ich nicht damit umgehen.

    na ja, ich lass das mal dabei, mal schaun, was das wochenende so bringt.

    grüße simmie