Beiträge von simmie

    hallo blonder engel,

    ich würde dir empfehlen auszuziehen. deine eltern haben null interesse an deiner situation, du leidest. umso schlimmer, dass beide trinken. du wirst sie nicht davon abbringen können.
    ich würde mich an deiner stelle beraten lassen, suchtberatung zum beispiel. wenn schon deine ausbildung darunter leidet, bringt dir das zuhause wohnen bleiben überhaupt nichts. ganz im gegenteil. auf jeden fall denke ich, dürfte es genügend stellen geben, wo man sich hilfe holen und beraten lassen kann, auch in bezug auf wohnen und finanzen.
    ich würde dir raten: starte durch! lass dich durch deine eltern nicht herunterziehen, auch wenn es schwer ist. es ist dein leben.

    grüße simmie

    hallo,

    es ist alles nicht so einfach umzusetzen. ich bin wieder in meiner altbekannten situation, dass ich mich zwischen zwei optionen entscheiden muss und egal welche option ich wähle, enttäusche ich eine person. und das schafft mir probleme. ich bin dann eher auf die reaktionen der anderen fixiert als auf das, was ich möchte, so dass mir das, was ich eigentlich möchte, wenn ich es denn tue, dann wiederum auch vergällt wird, weil ich ein schlechtes gewissen habe, schuldgefühle etc.
    vielleicht muss ich da durch.
    na ja, bin jetzt mit einem bekannten verabredet. mal sehn, wie ich mich im laufe des abends fühle.
    die dritte alternative kann ich auch nicht immer wählen, nämlich alleine zu bleiben, einfach aus dem grund, weil ich dann keinem schade.

    naja, das hört sich wahrscheinlich sehr unverständlich an.

    grüße simmie

    hi,


    der tag ist geschafft. war sehr stressig. etwas für die nerven. fühle mich zum teil auch überverantwortlich, naja, das erhöht den stress.

    ich war danach noch bei der therapiesitzung, ich bin wieder auf ein standardmuster bei mir gestoßen: die rücksichtnahme und berücksichtigung der wünsche, meinungen anderer vor meinen eigenen.
    entscheidend ist, was ich will.
    ein für mich schwer eingängiger satz.
    an sich weiß ich das. nur führe ich als hindernisgrund dafür zu tun, was ich möchte, alle möglichen verbote, verpflichtungen, moralischen gründe usw an. besser: den anderen ihre verantwortung überlassen.
    am besten ich schreibe das tausend mal hintereinander hin.

    grüße simmie

    hallo summerdream,

    ich meinte, dass andere mein leben nicht so interessiert. auch in der familie nicht, das war schon früher so, als meine mutter noch lebte.
    wenn dann nichts kommt, dann erzählt man auch nicht unbedingt drauf los. das verunsichert.
    gefühle zeigen; wenn das nicht geht, ist es nicht so toll. ich habe da jedenfalls eine riesensperre. meinem neuen ist es auch schon aufgefallen. früher hat mich das beinahe zur verzweiflung getrieben. jetzt sage ich schon mal, ich kanns einfach nicht. ich habe es nicht gelernt.
    mein neuer gibt mir auf vieles feedback, also auf einige meiner verhaltensweisen, die für mich normal, aber für andere etwas absonderlich erscheinen mögen. zum beispiel, dass ich vieles alleine mache, auf der einen seite kontakt und nähe suche, diese aber, wenn sie denn da sind, für mich auch wieder störend sind oder für mich anstrengend.
    ich probier auch alles erst einmal alleine, bevor ich jemanden frage oder um hilfe bitte. grundsätzlich. ich beobachte, dass andere da anders sind und viel schneller fragen.

    so, ich hätte noch ein paar mehr themen, lass es aber erst mal dabei.
    morgen habe ich einen anstrengenden tag: es gilt eine ungewisse situation mit ein paar unbekannten zu bewältigen.


    grüße simmie

    hallo,

    ich war jetzt eine weile abwesend. ich weiß nicht, ob ich in irgendeiner form weitergekommen bin. von meinem ex halte ich weiter distanz. in der zeit, in der ich jetzt nicht da war, habe ich nicht so schöne erfahrungen gemacht in punkto familie, kann ich hier nicht genauer schreiben.
    aber wie schon früher auch ist es so, dass mein leben und dasein eigentlich nicht so interessiert. das fühlt sich auf jeden fall merkwürdig an.
    manchmal habe ich jetzt einfach den wunsch zu sein, wie ich sein möchte, ohne schuldgefühle haben zu müssen.
    fest steht, dass ich keine gefühle zeigen kann. das war schon immer mein problem in beziehungen. wärme, zuneigung zeigen.
    ich habe es nicht gelernt.

    grüße simmie

    hallo,

    was sehr stark an mir nagt, ist die aussicht, jemanden zu verlieren. mein ex ist emotional immer noch präsent, vielleicht mache ich da gerade eine trauerphase durch.
    ansonsten fühle ich mich so geradlinig, diszipliniert, kontrolliert. meine mutter hat sich gehen lassen, sie hat nicht für sich gekämpft.
    frage mich, warum ich jetzt so bin, wie ich bin. mein gegenmodell gegen das häusliche chaos war/ist selbstdisziplin, rational ...
    da bleibt einiges ausgeklammert. zum beispiel das normale lockere leben.

    grüße
    simmie

    hi summerdream,

    was empfinde ich, also ich bin jetzt gerade nicht von gefühlen überwältigt, aber da ist etwas. ich habe den eindruck, dass ich überhaupt etwas fühle. mir ist der zugang zu meinen gefühlen nur extremst versperrt.

    er schläft u.a. bei meinem ex bzw. bei seinen kindern.

    ich habe es ihm gesagt, ich habe meine ängste und befürchtungen angesprochen, nach meinem quasi wutanfall. ich habe da ja soviel antienergie entwickelt. hinterher habe ich aber gemerkt, dass ich dadurch auch meine grenzen markiert habe. ich habe es am verhalten von ihm gemerkt. ich merke, dass ich nicht früh genug sage, wenn ich etwas anders haben möchte oder was ich möchte, das sammelt sich dann an und von einem moment auf den anderen bin ich wütend. meine mutter hat sich auch so verhalten, nur hat sie zusätzlich noch alkohol getrunken, das war eine sehr ungünstige kombination.

    mit meinem ex merke ich, dass es langsam ernst wird. ich muss den kontakt noch mehr reduzieren, sonst merkt er nix. es ist ein komisches gefühl, aber obwohl da so wenig ist, empfinde ich etwas für ihn.
    ich bin auch nicht sauer auf ihn bzw. da ist keine wut.
    es muss etwas mit meinem vater zu tun haben, der mein vater war, aber auch durch abwesenheit und negatives verhalten "geglänzt" hat, bis dahin, dass er uns allein zurückgelassen hat. das habe ich aber bisher nie so gesehen, nicht, dass, was er uns angetan hat, unser leiden oder mein leiden, sondern seines. ich hatte im gegenteil schuldgefühle.
    einer der wenigen sätze, die er kurze zeit vor seinem tod geäußert hat, war: deine mutter ist schon wieder betrunken. ich habe darauf nichts gesagt. darauf folgte auch nichts.
    innerlich hatte ich mich schon so weit von den verhältnissen distanziert, quasi abgekapselt, dass ein solcher satz mich eher erstarren ließ. ich war außerdem damals der auffassung, dass er schuld war am trinken meiner mutter.

    grüße simmie

    hallo,


    bin mal wieder sehr uneins mit mir. ich bin sehr unsicher, was meinen neuen freund betrifft. lasse ich zu, was mir unangenehm ist oder womit ich probleme habe, nur um ein wenig zuneigung zu ergattern? bisher hatten alle meine beziehungen einen knackpunkt, irgendetwas war da, wofür ich mich schämte. jetzt denke ich wieder, das geht nicht, das ist zuviel: das alter, bzw. der altersunterschied von ca. 20 jahren plus die tatsache, dass er kein geld, keine wohnung hat und an sich nicht hier sein darf.
    er sagt, er liebt mich. hm, ich denke jetzt verstärkt, werde ich nicht ausgenutzt? lasse ich mich da auf etwas ein, was ich vor keinem vertreten kann? würde nicht jeder sagen, dass ich verrückt bin.
    heute hatte ich wut im bauch, hatte das thema auch schon angesprochen, aber er hatte seinerseits nichts gesagt. ich würde so etwas nicht tun, es mich nicht trauen, auch wenn ich jemanden mag.
    problem ist, er ist die ganze zeit bei mir, ich will aber auch meine zeit für mich, mir wird es dann irgendwann zuviel und wut sammelt sich in mir. der innere dialog läuft dann so, wer kümmert sich um mich, da lebt jemand so selbstverständlich bei mir mit, ich arbeite dafür, ich rackere und tue, und andere tuen nicht einmal halb so viel und leben viel entspannter.
    jedenfalls baut sich bei mir im moment eine große spannung auf, wenn ich das gefühl habe, ich werde überrannt, ausgenutzt.

    grüße simmie

    grüße simmie

    hallo,

    ergebnis des gesprächs mit meiner therapeutin war, dass ich meine beziehung mit meinem ex führe wie mit meinen eltern. auf distanz und ich werde nicht wahrgenommen. kurz gefasst.
    stimmt.
    mit dem neuen ist es so, dass ich die aufmerksamkeit, die er mir entgegen bringt genieße, und sich bei mir gefühle regen, gegen die ich mich gleichzeitig auch wehre.
    und apropos wehren: gegen andere kann ich mich nicht wehren. ich verharre leicht wie ein auf dem rücken liegender käfer in mir unangenehmen situationen.
    zum beispiel bin ich an der arbeit mit jemandem in einem büro zusammen, der mir extrem auf die nerven geht. eigentlich nett, aber sehr unruhig, laut. ich will konzentriert arbeiten, ist nicht möglich. wir sind zu dritt, und es ist oft die situation, zwei reden, der dritte will sich konzentrieren, der oder die dritte bin ich. dann denke ich, dass ich zu empfindlich bin, oder so ähnlich, baue aber auch wut auf und anspannung.
    die raumsituation wird sich glücklicherweise nächste woche ändern.

    überhaupt habe ich das gefühl, dass andere viel lockerer und entspannter sind als ich. das ist glaube ich, auch eine altlast. mein zuhause erzeugte anspannung pur, man musste immer auf der lauer liegen. im moment habe ich diese situationen wieder, wo meine wahrnehmung oder aufmerksamkeit woanders ist, wenn ich beispielsweise mit jemandem rede. ich habe das gefühl, das habe ich gelernt. wenn ich nachmittags aus der schule kam und dort ausnahmezustand herrschte, dann musste ich auch doppelt denken: mich auf eine situation einlassen, d.h. meiner betrunkenen mutter ausgesetzt sein und gleichzeitig strategisch denken, wie mache ich meine sachen klar.

    in bestimmten situationen interpretiere ich auch ganz stark nonverbale signale, teilweise fast aussschließlich, wie in der bürosituation, so stark wie schon lange nicht mehr. vielleicht liegt es an der zwei gegen eins situation. mein befinden als kind richtete sich auch nach einem check-up aller nonverbalen signale, stimme, haltung zeigten den pegelstand an.
    diese art der wahrnehmung habe ich verinnerlicht. es ist wahnsinn, dass das nicht weggeht.

    grüße simmie

    Hallo Andrea,

    mir fällt auf, dass in dem, was du schreibst, dich sehr für deinen vater verantwortlich fühlst. in dieses denken kommen alkoholikerkinder sehr schnell hinein.
    du bist 20 und brauchst mehr zuwendung als deine eltern oder deine brüder. wer kümmert sich um dich in der familie? ich finde es auch nicht gerade ein sehr verantwortliches handeln von deiner mutter, dich, gerade einmal volljährig mit einem alkolholabhängigen vater zurückzulassen.
    grüße simmie

    hallo,

    mein wochenende war ruhig und entspannend. da ich sonst unter der woche immer relativ unter anspannung stehe, brauche ich das auch, wenngleich nicht viel passiert.
    ich habe mir ja jetzt von beiden männern abstand verschafft. dadurch bin ich nicht unbedingt glücklicher, aber irgendwie gibt es im moment keine alternative. meine beziehungen waren bisher aus meiner sicht immer ein alibi, mein ex ist ein sehr extrovertierter mensch, der keine kontaktprobleme hat. davon habe ich profitiert und selbst kaum beziehungen aufgebaut. bin halt mitgezogen. dadurch habe ich mich immer abhängig gefühlt, als sei ich alleine nicht lebensfähig. meinem ex hat das nichts ausgemacht, ich habe nur immer gedacht, ich kann niemanden neues finden, weil dieser auch entsprechende erwartungen haben wird und nicht jemanden, der zwangsläufig nur auf ihn fixiert ist.
    der mensch, der mir am nächsten gestanden hat, trotz großer räumlicher entfernung, war meine mutter. neben meinem ex.
    zu dem neuen. ich bin regelrecht vor ihm geflohen, weil ich nicht wollte, dass er zu mir kommt. klingt blöd, ich wollte meine ruhe, alleinsein. ich traue meinen gefühlen auch nicht, denke, ich lasse mich auf etwas ein, was ich bereue und was mich nur noch weiter isoliert. auf der anderen seite war es auch schön.


    grüße simmie

    hallo,

    habe gestern meinen ex getroffen. ich nenne ihn jetzt mal ex, weil für mich die beziehung beendet ist. habe ich auch wieder geäußert, ich habe den eindruck, dass die botschaft nicht so richtig bei ihm ankommt.
    das interpretiere ich als missachtung meiner gefühle und bedürfnisse.
    ich weiß daher, dass ich auf meiner bahn bleiben muss und umso mehr auf mich achten muss.
    außerdem weiß ich, dass meine problematik nicht von ungefähr kommt. meine eltern lebten in einer gewaltbeziehung, aus der meine mutter in den alkohol geflüchtet ist. diese gewaltbeziehung hat auch ein ende mit gewalt gefunden, da mein vater sich umgebracht hat.
    ich habe mich selbst immer wieder in beziehungen hineingehängt, ohne ich selbst zu sein, um irgendetwas darin zu finden, was nicht zu finden war.

    grüße simmie

    hallo caro,

    mich wundert es nicht, dass bei dir so eine down-phase auftritt, nachdem was du über deine letzte begegnung mit deiner mutter geschrieben hast. ich kenne das nur zu gut aus auseinandersetzungen, wenn meine mutter getrunken hatte. am ende bestätigt einer den anderen, aber im grunde ist nichts gewonnen, weil sich nichts ändert.
    wenn ich mich emotional auf einen nahen alkoholabhängigen angehörigen einlasse, vor allem dann, wenn dieser nicht nüchtern ist, dann ziehe ich automatisch den kürzeren. diese erfahrung habe ich gemacht. dann geht es mir hinterher schlecht. und es hilft niemandem.
    für den alkoholabhängigen ist es im gegenteil noch eine bestätigung: meine tochter liebt mich, obwohl ich trinke, also brauche ich mein verhalten nicht zu ändern.
    ich weiß, dass es nicht einfach ist, sich selbst anders zu verhalten bzw. sich selbst emotional nicht vereinnahmen zu lassen. aber man selbst hat im grunde keine wahl, wenn man nicht selbst mit untergehen möchte.

    grüße simmie

    Hallo Nicole,

    deine checkliste enthält genau das, auf was ich bei mir auch gestoßen bin: ausrichten an den erwartungen der anderen in einem weitaus mehr als zuträglichem maße.

    da man dieses muster ja in der regel mehr als verinnerlicht hat, ist es nicht so einfach, da wieder auszusteigen.

    ich denke, es lohnt sich, damit anzufangen und dafür auch fremde hilfe in anspruch zu nehmen. ich fand es gut, was du geschrieben hast, es ist im grund keine kapitulation, du hast damit nicht verloren sondern ziemlich viel gewonnen.

    grüße simmie

    hallo,


    nun habe ich eine dumpfe ahnung, was in mir diesen zwiespalt hervorruft. ich sehe nicht richtig darauf, was ich möchte, sondern orientiere mich an den erwartungen und wünschen der anderen. damit bin ich hier wohl auch nicht alleine. das wusste ich sicher schon vorher, habe es aber nie so stark gemerkt. was will ich und was meine ich, dass die anderen von mir wollen. zweites fließt scheinbar bei mir unbewusst immer mit ein und zwar mindestens in gleichem maße.
    vorgestern konnte ich mich nicht entscheiden, ob er zu mir kommen soll oder nicht. ich weiß jetzt auch warum, ich wollte es nicht, er wollte es. wenn das "er wollte es" bei mir das gleiche gewicht hat wie "ich wollte es nicht" bin ich mitten in meinem entscheidungsdilemma.
    hinzu kommt, dass mir das "ich wollte es nicht" nicht richtig klar war.

    sich zu sehr den wünschen anderer anzupassen überfordert auch, es ist anstrengend. man fängt an zu rotieren, mache ich es jetzt dem anderen auch recht, als müsste ich die ganze zeit auf zehenspitzen durch die welt laufen um niemanden zu irritieren. das ermüdet auf dauer.

    grüße simmie

    hallo summerdream,

    ein "normaler" ist mir in der tat unbekannt, mit dem ich verdiene nichts besseres, weiß ich nicht, ich denke in der art ein "normaler" würde mich nicht aushalten können, so ungefähr jedenfalls.

    meine beziehungen waren auch immer mit distanz verbunden, auch mit räumlicher distanz, an sich habe ich, wenn jemand etwas von mir wollte und sich auch angestrengt hat, immer die flucht ergriffen. ich war kaum solo bisher, komischerweise.

    bei meiner noch-beziehung ist es so, wie wenig da auch ist, trotz der immensen distanz, habe ich das gefühl, wenn sie aufhört, dann gerät meine welt, mein rahmen ins wanken. es fühlt sich an, wie wenn jemand stirbt, es ist endgültig.

    heute war ich bei einem workshop, da ging es um kommunikation, gespräche führen, im arbeitskontext. die dozentin sagte immer wieder, man müsse gucken, was man selbst für ziele hat. danach würde man dann entscheiden , was man sagt. gut, bei mir ist es so, ich habe keine ziele oder sie sind zu verschwommen.
    gestern zum beispiel wusste ich, dass es darum gehen würde, ob ich mich dazu entscheide, dass mein neuer mich besucht oder nicht. ich wusste nicht, ob ich ja oder nein sagen sollte. habe schließlich ja gesagt, nach tausend drehungen und windungen. ich weiß nicht, was das ist. ich bin so unsicher, dass ich gar nicht weiß, was ich will.
    es ärgert mich, weil ich dann meine dinge auch nicht klar artikulieren kann.

    ich glaube, ich habe angst vor meinen eigenen gefühlen und wünschen oder vor mir selbst, halte ich die anderen auf distanz, bleibe ich mir selbst auch fremd. wenn mich jemand nach mir fragt, muss ich erst einmal lange suchen. was mir auf jeden fall hilft, ist, zu sehen und zu erleben, dass es diese fragen gibt bzw. dass ich gefühle und regungen meinerseits auch ernst nehmen kann oder sogar soll.

    in meiner familie habe ich meine gefühle auch abgespalten, das heißt eine überlebenstaktik gefahren, möglichst viel distanz, möglichst nicht so stark herunterziehen lassen, das heißt auch die eigenen gefühle bewusst ausblenden und so durch die tiefsten täler durchmarschieren. so habe ich gedacht, als mein neuer mir mehrmals gesagt hat, dass ich von meiner alten beziehung ja nichts habe, was aus seiner sicht richtig sein mag, ich jedenfalls habe resümiert, doch ich habe etwas, ich habe mein leben weitgehend so eingerichtet, dass ich nicht verletzt werden kann in einem zustand, der nicht fisch und nicht fleisch ist, wo ich mich auf quasi neutralem boden befinde. als kind habe ich die hölle erlebt, in der beziehung meiner eltern ging es um leben und tod, es gab nur entweder oder. ich kenne so gesehen keine anderen beziehungen und schon gar keine normalen, nur von außen.
    ich weiß nicht, wie ich das als kind ausgehalten habe, wie das überhaupt gehen konnte. jedenfalls habe ich eine hohe leidensfähigkeit entwickelt bzw. mein jetziges leben ist dagegen ein himmelreich.

    grüße simmie

    hallo,

    hatte gestern besuch von einer freundin und habe ihr von meinem aktuellen gefühlsdilemma erzählt. ich muss sagen, das ist erst einmal für meine verhältnisse ein großer fortschritt. habe ich früher nicht gemacht.
    wir haben auch meinen "neuen" durchgenommen, ich bin ja skeptisch, weil er erstens in einer ökonomisch sehr schwierigen lage ist und zweitens ein sehr großes stück älter. wir haben festgestellt, dass er mich ein bisschen überrollt bzw. ich schwierigkeiten habe zu artikulieren, was ich möchte.
    ich lasse mich in beziehungen leicht fremdbestimmen bzw. bin da sehr passiv, was meine eigenen gefühlsäußerungen betrifft. das kommt dann so wie gleichgültigkeit rüber. ich kann meine gefühle offenbar schlecht zeigen.

    weiterhin frage ich mich, warum ich immer an beziehungen gerate, die so schwierig sind oder probleme bergen. ich bin bisher immer an recht grenzwertige typen geraten, wo immer ein punkt dabei ist, für den ich mich im grund schäme.

    und zu dieser passivität: ich fühle mich fast ausgeliefert, lasse alles auf mich einwirken und kann selbst keine positiven akzente setzen, allenfalls nur abwehren. das ist schon merkwürdig.

    grüße simmie

    hallo summerdream,


    also ob ich zögere. es sieht nach außen vielleicht so aus. für mich ist es das aber nicht, hatte ihm ja bereits gesagt, dass wir keine beziehung sondern nur eine freundschaft haben. ich habe es ja auch endlich geschafft mit meiner therapeutin darüber zu sprechen, das wäre für mich vor ein paar monaten noch undenkbar gewesen. ich habe ihr auch gesagt, dass unsere beziehung rein platonisch ist.
    sie meinte, ich würde es in fünf jahren nicht bereuen, wenn ich jetzt schluss mache. zwar hat jeder seine freiheiten oder seine freiheit, aber ich fühle mich oft auch so, als hätte ich keinen partner. auf der anderen seite meinte meine therapeutin, etwas wäre mir bei der art von beziehung auch entgegengekommen. ich konnte auch alleine sein, wenn ich wollte. im laufe der zeit hat sich das entwickelt. ich schätze das auch. auf der anderen seite habe ich das komische gefühl, dass es nicht richtig ist, dass ich mir möglichkeiten vergebe, weil es ja schon etwas anderes ist, wenn man mit anderen zusammen ist. wenn ich dann länger für mich bin, wünsche ich mir auch leute um mich herum. wenn ich dann mit ihnen zusammen bin, ist es mir auch manchmal schnell genug. da will ich dann raus oder ich fühle mich eingeengt.
    mein "neuer" war diese woche zwei abende bei mir, gestern abend wäre er gerne auch mit mir weggegangen, ich habe ihm aber gesimst, dass ich müde bin und alleine sein möchte. der tag war super anstrengend und ich bin tatsächlich früh eingeschlafen. das problem ist auch, ich merke vage, dass ich es nicht schaffe und realisiere zu spät, wie müde ich tatsächlich bin. das heißt ich sage nicht rechtzeitig ab, das ist für den anderen nicht so toll. dann habe ich auch noch schuldgefühle, weil ich denke, ich habe den anderen enttäuscht oder ich habe einen fehler gemacht, weil ich nein gesagt habe.
    zu diesem wochenende: er hätte wohl gerne das ganze wochenende mit mir verbracht. hm, ehrlich gesagt, das ist mir zu viel. es kann ja auch nicht sein, dass nur, wenn ich alles mache, was der andere will, er bei mir bleibt. ich glaube, ich habe früher so agiert. jetzt habe ich ja über jahre mein eigenes unabhängiges leben kultiviert und habe da irgendwie größere hemmschwellen, dieses aufzugeben.
    meine therapeutin meinte, dass dies alles, auch dass ich keine familie habe, mit meiner familiengeschichte zusammen hängt. das ist sicherlich so. ich fühle mich da auch gebrandmarkt. mein alleineleben, die eigene wohnung ist eine sicherheitszone, es gibt hier niemanden, der mich verletzen kann. hier kann ich mich abgrenzen. als kind zuhause konnte ich das nicht. da war ich sozusagen eingesperrt.

    grüße simmie

    hi,

    bei mir ist einiges in bewegung. ich möchte die beziehung mit meinem partner, die eigentlich keine ist, beenden. wir leben beide wie in scheidung, wir sehen uns minimal, gut, jeder hat seine freiheit, aber ich finde es unbefriedigend.
    nun habe ich ja auch einen neuen, da habe ich aber noch keine entscheidung gefällt. es ist schön, aber er rückt mir auch zu nahe. ich bin eben auch gerne allein. komisch, die die für mich da sind, mit denen habe ich probleme, die die nicht da sind, mit denen komme ich fast besser aus, obwohl ich nicht so viel von ihnen habe.
    entweder mein bedürfnis nach alleinsein gehört zu mir, ich bin halt so, oder es ist eine macke, weil ich keine nähe ertrage. ich weiß es nicht. mit dem alleinsein ist das so eine sache, will man wirklich allein sein? ich merke, dass ich da andere toleranzen habe als andere.

    simmie

    hallo,

    so, heute war ich bei meinem "noch", hatte mich zwar per sms angekündigt, die hatte er wohl nicht gelesen, und war überrascht bzw. ich kam ungelegen.
    na ja, einen hund, hätte man freundlicher hinauskomplementiert.
    ich habe das gefühl, bei mir fallen im moment einige vorhänge herunter, als wenn ich bisher mit verschlossenen augen durch die welt gegangen bin: etwas nicht sehen wollen, nicht wahrhaben, nicht verstehen wollen. ich fühle mich wie als kind, als meine eltern sich gestritten haben, abseits und traurig, irgendetwas, das für mich nicht erreichbar war. gleichzeitig fühle ich trauer. und dann bemerke ich diesen wahnsinnigen glauben in etwas komplett aussichtsloses, auch in eine beziehung, die diesen namen nicht verdient. wenn ich eine erklärung dafür finden will, weil es einfach nicht verständlich ist, dann nur die, dass ich auch immer an meine eltern geglaubt habe, obwohl sie vieles nicht erfüllt haben.
    was ich daraus auch entwickelt habe, ist eine eselsgeduld mit anderen, auch den merkwürdigsten leuten und macken. nur ich bleibe dabei außen vor.
    simmie