Beiträge von simmie

    hallo summerdream,

    so, bin jetzt wieder da, ich war ein paar tage weg. ja richtig, der in gänsefüsschen, ist sozusagen mein noch nicht ex.

    der andere hat mir doch die tage gesagt, dass ich mich nicht schlecht behandeln lassen soll, ich sei auch ein mensch, habe einen wert.

    nun ja, da musste ich schon schwer schlucken, im moment weiß ich nun gar nichts, dachte nun nicht, dass es so schlimm ist.

    grüße simmie

    hi,

    es wird kompliziert, mein "partner" kommt heute halb überraschend nach mehrwöchiger abwesenheit zurück.
    gerade nun etwas ins schwimmen, weiß gerade nicht mehr, wo oben und unten ist.
    mein ziel soll sein: tun womit ich mich wohl fühle und was für mich richtig ist.
    habe ja bisher meine eigenen bedürfnisse hintenan gestellt.

    grüße
    simmie

    hi,

    die letzten tage waren turbulent,

    mit der bekanntschaft von neulich hat sich erst einmal etwas ergeben,
    mal schaun, ich merke, dass vieles mit dem selbstwertgefühl zu tun hat.
    das ist immer noch sehr bescheiden bei mir.
    das problem ist, ich merke es teilweise gar nicht, oder habe mich so daran gewöhnt.
    meine therapeutin sieht die neuen entwicklungen positiv, sie meint, ich sei ohnehin zu ernst gewesen.
    grüße
    simmie

    hi caro,

    deine mutter schafft es scheinbar immer wieder, dich herunterzuziehen bzw. dich emotional zu vereinnahmen.

    die schiene mit den vorwürfen, auf nicht eingelöste, aber auch nicht artikulierte erwartungen, kenne ich. da saß bei meiner mutter immer eine kleine bombe versteckt, wenn die hochkam, o weh. meine mutter hat es nicht geschafft, zu sagen, ich möchte gerne, dass du... oder ich würde mich freuen, wenn du... nein es herrschte ein stiller erwartungsdruck. wenn sie das gefühl hatte, ihr wurde nicht genüge getan, dann betrank sie sich und machte ihrem ärger luft. die folge war, dass ich eher schon immer dachte, ok, was würde sie jetzt erwarten, dass wir tun, bestimmte besuche zum beispiel... etc.
    ansprechen ist schwierig, das hätte streitereien gegeben.

    es ist auf jeden fall gut, wenn man es schafft sich wieder auf sich zu konzentrieren.

    grüße
    simmie

    Hi Uwe70

    habe jetzt auch noch mal meinen thread grob durchgelesen, bin tatsächlich wenig bzw. gar nicht zum schluss auf deine beiträge eingegangen, kann das selbst gar nicht verstehen, liegt vielleicht auch daran, dass man den anderen nicht real gegenüber hat.

    nun ja, mein wochenende war bisher durchwachsen. freitag abend war ich weg, stand mal wieder neben mir, aber so richtig schlimm. unsicher ohne ende. wusste nicht, ob ich hü oder hott sagen sollte, dazu muss ich sagen, mit meinem begleiter scheint/schien sich da etwas anzubahnen. achtung nähe. ich: panik pur.
    gestern war ich noch mit bekannten spazieren, meine unsicherheit legte sich wieder. ich glaube, ich habe da ein gefühl mit dem selbstwert, der rauscht teilweise arg in den keller. das ist äußerst unangenehm. gespräche fallen mir dann unheimlich schwer. jeder satz ist ein kraftakt, weil ich denke, wie kommt das jetzt an. bin ich das eigentlich?
    ganz früher, hatte ich panische angst, wenn ich mich mit jemandem alleine unterhalten musste. das hat sich gelegt, bricht aber immer wieder durch.
    so, jetzt gehe ich erst mal laufen, trotz des unschönen wetters.

    simmie

    hallo bubbles,

    ich kann verstehen, dass du sehr darunter leidest und total verzweifelt bist. aber du kannst nichts für deine eltern tun, du brauchst auch kein schlechtes gewissen zu haben, weder deinem vater noch deiner mutter gegenüber. deine mutter muss nicht bei deinem vater bleiben. sie kann gehen. dein vater muss selbst hilfe annehmen, der gedanke, wenn ich ihn fallen lasse, stürzt er ganz ab, ist falsch. so trinkt er nur weiter und nichts ändert sich.
    dir geht es schlecht, kümmere dich um dich. lass dich da nicht hineinziehen, ziehe grenzen. suche dir selbst hilfe, angehörigengruppe, therapie...

    grüße simmie

    Hallo Uwe70,

    da hast du ja noch einmal nachgelegt.

    Hm, finde nicht, dass ich dir gar nicht geantwortet habe.

    Aber gut, du nimmst das so wahr. Verstehe nur nicht, weshalb du so in die Eisen gehst.

    Und warum soll es schlecht sein, dass ich auf die Kritik erst reagiere? Warum daran nicht ein wenig konstruktiver anknüpfen?

    Was auf jeden Fall stimmt ist, dass ich die Leute nicht unbedingt anspringe. Möglicherweise wirkt das auf dich schräg oder egoistisch.

    Bin auf jeden Fall jetzt etwas enttäuscht.

    Ich spule hier jedenfalls kein Programm ab. Find ich gemein und verletzend, das so auszudrücken.

    Grüße Simmie

    hallo summerdream,

    danke,
    ich persönlich finde es ganz toll, dieses forum nutzen zu können.
    ich freu mich auch, wenn jemand "mich" liest.

    vom lesen anderer bekomme ich auch immer wieder anstöße.

    im moment habe ich das gefühl, dass ich dadurch auch immer tiefer in die thematik hineinkomme. das klingt vielleicht doof, aber es beschäftigt mich, als ob ein stein ins rollen gekommen ist.

    ich kann auch nur bei den kleinen schritten bleiben.

    im augenblick merke ich außerdem meine grenzen in bezug auf andere, also im kontakt, umgang. irgendwie ziehe ich mich oft selbst in zweifel, das ist fast automatisch. soziale situationen, kontakt halten ... sind für mich anstrengend. obwohl sich das für mich schon gebessert hat.

    auf der anderen seite gibt es dann wieder kein mittelmaß für mich. zum beispiel waren wir diese woche mit kollegen essen: ich war wie angeknipst, so aufgedreht, so im sinne von, ich spul mich jetzt mal hoch. in solchen high-phasen habe ich dann echte probleme wieder auf den teppich zu kommen. dann schlafe ich schlecht, bin müde, und bei müdigkeit werde ich dann wieder aufgedreht und es geht von vorne los.

    gleichzeitig beobachte ich, dass andere viel ruhiger sind als ich, obwohl ich nach außen auch ruhig wirke, weil ich die anspannungen alle schön kontrolliert halte.

    als kind war das auch schon so. ich habe nach außen teilweise den clown gemimt. trotz der verheerenden häuslichen verhältnisse.
    trotzdem hat mir das erleichterung verschafft, lachen, gute stimmung, wenn auch oberflächlich oder wie ich manchmal fühle nicht echt, weil es eigentlich nichts zu lachen gibt. bei meinen eltern war es ja zeitweise alles andere als witzig.

    so, jetzt geh ich erst mal arbeiten,

    grüße
    simmie

    Hallo K-chan,

    nein natürlich bist du nicht verrückt. das hast du ja selbst gesehen, nachdem du einiges hier gelesen hast. ich selbst habe lange zeit auch geglaubt, dass ich nicht normal bin.
    so wie ich es bei dir lese, möchtest du möglichst viele verbindungstaue zu deiner mutter kappen. wie hat sie eigentlich auf euren wegzug reagiert? was habt ihr gesagt?
    du scheinst für dich doch einige klarheit zu haben: du siehst, dass es dir nach dem wegzug schon einmal besser geht.
    zu dem geld: du schreibst, du hast das gefühl, du würdest deiner mutter etwas wegnehmen. was hat deine mutter dir weggenommen oder nimmt dir noch weg? glaubst du, dass deine mutter denkt, dass sie dir durch ihre trinkerei etwas wegnimmt?
    ich weiß gar nicht, ob ich von mir selbst sagen kann, dass ich wieder normal lebe. es ist auf jeden fall so, dass ich aus dem stadium ich denke dass ich verrückt bin heraus bin. das ist ein prozess, bei dem man sich unterstützen lassen kann, durch solch ein forum, eine reale selbsthilfegruppe oder auch eine therapie (kostet übrigens nichts, muss aber beantragt werden).
    ich sehe das mit dem normal werden so: das ist ja keine fixe größe, die es zu erreichen gilt. ich schaue, dass ich zum beispiel unter bedingungen aufgewachsen bin, die es mir nicht einfach machen, auf andere zuzugehen. das akzeptiere ich erst einmal. es ist halt erst einmal so. von da aus kann man dann ansetzen, kleine schritte.


    grüße simmie

    hallo honey87,

    ich schließe mich vaan an und gratuliere dir auch erst einmal zum bestandenen abitur. unter diesen umständen ja nicht selbstverständlich.
    ich kann dir keine medizinischen prognosen geben.
    es hört sich für mich extrem selbstzerstörerisch an, was deine mutter da treibt. leider kann ja wohl dein vater auch keine echte unterstützung bieten.
    fakt ist, dass du deinen eltern nicht helfen kannst. es wird sich nichts ändern, selbst wenn du zurückfährst. soviel zum helfen müssen: du kannst nicht helfen. wie alt sind deine schwestern denn? kannst du mit deinem vater reden oder sonstigen verwandten bzw. mal zur suchtberatung gehen bzw. jemanden da hinschicken?
    es wundert mich gar nicht, dass du das weite gesucht hast. deine eltern sind für sich selbst verantwortlich und müssen professionelle hilfe von außen annehmen, um da heraus zu kommen.
    ich kann verstehen, dass dies emotional für dich schwer ist. du musst schauen, was für dich gut oder besser ist. den alkoholkranken interessiert das wohlergehen der anderen nicht, er nimmt keine rücksicht. deine mutter ist auf deine bedürfnisse nicht eingegangen, s. abitur. ich will jetzt nicht einem wie du mir so ich dir verhalten das wort reden, aber du machst dir mehr einen kopf über sie als sie über dich, auch wenn du nicht da bist.

    viele grüße
    simmie

    hallo,

    schreibe nun wieder von mir, :D
    ich war gestern abend noch mal unterwegs, tanzen. traf auch bekannte. die erfahrung war positiv.
    ich habe sogar initiative ergriffen, jemanden angesprochen.
    mein misstrauen, meine ängste hielten sich in grenzen. also das ständige, was denken jetzt die anderen von mir, ich würde jetzt am liebsten im boden versinken etc.
    ich war da, ich habe mich meiner selbst nicht geschämt.

    grüße simmie

    hallo skippy,

    ich denke, dass mit den selbstzerstörerischen beziehungen ist ein teufelskreislauf, weil du nicht bekommst, was du möchtest, liebe, anerkennung, zuwendung. vertrackt dabei ist, dass als alkoholikerkind man eigentlich genau dieses kennt. man hat nicht das volle maß an zuwendung bekommen sondern eher noch verstörende erfahrungen gemacht.
    das scheint dann im erwachsenenalter sich so auszuwirken, dass man sich häufig beziehungen sucht, die auch diese muster in sich tragen. ich habe selbst viele beziehungen, auch nur freundschaftlicher art gehabt, mit menschen, mit denen ein zusammenleben, bei lichte besehen, mehr als schwierig und für einen selbst nicht unbedingt wohltuend ist.
    es hilft vielleicht, wenn man gefahr läuft, in so etwas hineinzurennen, einmal kurz zu gucken, was mache ich denn da eigentlich gerade, was möchte ich eigentlich.
    ich glaube auch, dass man sich in solchen momenten der magischen anziehungskraft zu sehr von dem anderen lenken lässt. so ist meine erfahrung jedenfalls. man läuft gefahr sich selbst zu verlieren.
    dabei ist es eigentlich wichtig, sich selbst im blick zu behalten, seine eigenen bedürfnisse und emotionalen bedrängnisse, die sich auch nicht im schnellschussverfahren lösen lassen.
    dein wunsch nach einem liebenvollen vater ist legitim. da hat deine therapeutin, denke ich, recht. es hat diese liebe so nicht gegeben oder sich nicht gezeigt.
    es ist traurig und schwer, dass zu akzeptieren, aber das muss man wohl so tun, um weiterzukommen und nicht ständig das verlorene zu suchen.

    grüße simmie

    hallo skippy,

    kann ich nachempfinden, probleme in gesellschaft, wenige freunde, beziehungen möglichst unerreichbar. das sind wohl die typischen probleme von alkoholikerkindern. das habe ich auch. der andere darf kein falsches wort sagen, das schlägt unter umständen ein wie eine bombe.
    nähe zuzulassen ist schwierig. aber ich glaube, es hilft, sich dem einfach zu stellen, das heißt auch den problemen, die man damit hat, und dies auch mitzuteilen. das forum hier ist eine gute möglichkeit.
    zu den unerreichbaren beziehungen: als kind waren die eltern mit ihrer verstrickung auch unerreichbar, für die emotionalen bedürfnisse nicht da. in seinen eigenen beziehungen scheint man das dann irgendwie wiederholen zu müssen, diese beziehung wiedergewinnen zu wollen, die man eigentlich nicht hatte. da handelt das kind in dir. als erwachsener steht man dann plötzlich komisch da. für nähe fehlt auf einmal das vertrauen, das auch nicht einfach von alleine wieder kommt.

    grüße simmie


    grüße simmie

    hallo Uwe70,

    dass ich nur hi oder hallo schreibe ist keine böse absicht, allerdings habe ich jetzt in meinem thread nicht allzu viele antworten, so dass ich keinen direkt ansprechen kann. gut, wahrscheinlich hätte ich dich mit namen ansprechen sollen, habe ich glaube nicht getan, bei einer meiner antworten. sorry dafür.
    es stimmt, ich schreibe in erster linie von meinen erfahrungen, habe mich da sehr stark an die maßgabe gehalten, erst einmal bei sich zu bleiben. außerdem wollte ich mein schreiben hier auch nicht zu einer eintagsfliege werden lassen und schreib halt in regelmäßigen abständen von meinen problemen. natürlich hat jeder seine probleme, ich ignoriere die auch nicht. es ist für mich allerdings nicht immer ganz einfach, jemandem etwas zu schreiben. ich brauche in der regel recht lange dafür.
    etwas konstruktives? was erwartest du denn?
    mir persönlich hilft auch das lesen hier viel. da kann man einiges für sich entdecken und aufdecken. konstruktiv heißt für mich, ich stehe hier zu meinen schädigungen, dadurch dass ich in einem alkoholikerhaushalt aufgewachsen bin, und versuche damit zu leben. das ist ein offener prozess, der mal schlechter, mal besser läuft.
    wie gehst du damit um? was sind deine täglichen herausforderungen? wo lese ich hier von dir? du hast dich vorgestellt, schreibst von geringem selbstwertgefühl, misstrauen. wie gehst du damit um? schreibst du auch von dir und teilst von dir etwas mit?

    grüße simmie

    hallo,

    so, habe mich gestern abend mal überwunden und einen bekannten gefragt, ob er mit mir raus geht, tanzen.
    sonst kneife ich da schon mal.
    war auch sehr schön.
    zwischendrin kamen bei mir trotzdem so selbstzweifel anflüge, tanzt der jetzt nur aus pflichtgefühl mit mir, will er das überhaupt oder würde er nicht viel lieber mit jemand anderes tanzen... lauter blöde gedanken. ich kann dann sehr unentspannt werden, gestern ging es zum glück.
    außerdem habe ich mitunter auch die wahrnehmung, dass andere über mich reden. ist auch blöd. ich muss mich jedesmal selbst überzeugen, dass das quatsch ist.
    gerade in sozialen situationen habe ich oft eine ziemlich negative einstellung zu mir, im vergleich zu den anderen.
    habe dann auch das gefühl, ich selbst verschwinde immer mehr und löse mich auf.
    was mir auf jeden fall hilft, ist tanzen. also nicht alleine, sondern irgendeine form von paartanz. das gibt mir meine selbstwahrnehmung zurück.

    grüße simmie

    hi,

    das ansprechproblem kenne ich auch. habe es das erste mal als jugendlich in briefform getan. ich fand das sehr wichtig für mich.
    es hat allerdings nix geändert. meine mutter hat nicht aufgehört zu trinken.
    damals habe ich auch noch zuhause gewohnt, war also in abhängigkeit, als kind emotional und ökonomisch, hätte nicht sagen können, entweder du hörst auf oder ich gehe.
    später bin ich ja ausgezogen, fand natürlich nie toll, dass meine mutter trinkt. ich habe es allerdings nicht zu meiner persönlichen sache gemacht, sie davon abzubringen. erst einmal hatte ich kein wissen über alkoholismus. sonst hätte ich vielleicht gesagt, ok, du kannst dir helfen lassen, wenn du willst, entzug, therapie usw. du trinkst, du schadest dir und uns... usw.
    auch ohne wissen hätte ich ähnliches sagen können, habs aber nicht. aus angst, vor stress, auseinandersetzung, was, wenn nichts passiert.
    es wäre vielleicht ein zeichen gewesen, dass ich nicht einverstanden bin, mit ihrer trinkerei. und nicht ein so tun, als sei da nichts. ehrlich gesagt, habe ich da heute noch keine antwort drauf. hätte die wahrheit mir nicht doch weitergeholfen? meine mutter alkoholikerin. sie selbst wollte sich nicht so sehen.

    grüße simmie

    hallo,

    ich kann dir keinen exakten rat geben, aber folgendes zu meiner erfahrung: meine mutter hat auch getrunken, regelmäßig. leider sind die auswirkungen des alkohols so, dass alkoholkranke keine rücksicht auf ihre umgebung nehmen und zum teil auch verletzend werden.
    das ist als kind keine schöne erfahrung.
    ich bin nach dem abi von zu hause ausgezogen, ein paar hundert kilometer weit weg von da, wo meine mutter wohnte. d.h. die besuche beschränkten sich auf ein paar male im jahr. anfangs bekam ich nach solchen besuchen regelmäßig depressionen, manchmal gab es auseinandersetzungen.
    die sucht meiner mutter wurde an sich nicht offen thematisiert.
    ich war lange zeit ziemlich labil, habe leider keine hilfe in anspruch genommen, hätte alles auch schief gehen können. doch die distanzierung hat geholfen, würde ich sagen. die abgrenzung war wichtig.
    sie ist allerdings schwer.
    abgrenzen heißt auch anzuerkennen, dass du das problem der sucht deiner eltern nicht lösen kannst. schau in erster linie auf dich. was tut dir gut.

    grüße simmie

    hi,

    es ist ein auf und ab. gefühle, hatte heute meine therapeutische sitzung und habe mich gefragt, ob ich wirklich das sage, was ich fühle und denke. einen moment lang sah ich mich von außen, wie ich da sitze und rede und wie mein gegenüber ein falsches bild von mir bekommt: da sitzt jemand, der im grunde alles im griff hat. meine sorgen und beklemmnisse, ängste und so weiter, ich glaube ich bringe das nicht rüber.
    na ja, auf der anderen seite, sage ich dann dinge, da wundert es mich, das ich die überhaupt vorbringe und nicht vor scham versinke.
    grüße simmie

    hallo,

    habe gemerkt, dass ich mich leicht herunterziehen lasse und zu sehr nach außen orientiere.
    an sich selbstständig, dann kommen wieder phasen, da blicke ich so richtig hinter die kulissen, und da sehe ich dann nicht so viel. ein häuflein,
    ich habe das gefühl, dass ich nach außen eine rolle spiele und diese rolle ist mir zeitweise sehr anstrengend. die rolle heißt, es ist alles in ordnung, es klappt alles, ich schaffe das. doch hinter der rolle lauern die selbstzweifel, die nur darauf lauern, dass alles zusammenbricht.
    mir fällt ein, dass ich im traum sehr geweint habe.

    ich habe das gefühl, dadurch, dass meine mutter tot ist, löst sich diese klammer, dieser rollendruck. es gibt die chance so zu sein, wie man selbst ist. eigentlich merkwürdig, weil ich ja ohnehin schon weit weg von ihr gewohnt habe und doch dieser familiendämon so stark ist.

    grüsse simmie

    hallo,

    mein leben normalisiert sich wieder etwas. meiner schwester geht es besser.
    normal heißt für mich, nicht ständig in schrecken und angst leben zu müssen. das zerrt an den nerven.
    dieses wochenende bin ich alleine, komme damit aber relativ gut zurecht, ich unternehme sogar etwas.
    ein schwieriger punkt ist das vertrauen zu anderen, das braucht bei mir sehr lange. ich habe das jetzt an mehreren punkten bemerkt. was für andere selbstverständlich ist, ist es für mich noch lange nicht.
    hängt wohl auch mit der vergangenheit zusammen. jedenfalls unternehme ich vieles auch alleine, mag sein, dass es auch damit zu tun hat, dass ich keine familie habe. die kam für mich nie in frage.
    dieses alles selbst regeln, autonom, selbständig sein, kam auch zu beginn meiner therapie zur sprache, zumindest ab dann, als es zu dem thema alkoholismus meiner mutter kam. die therapeutin sah es als quasi natürliche entwicklung an, dieses alles alleine zu regeln.
    das hat natürlich vor- als auch nachteile. die unabhängigkeit hat ja grenzen. erst einmal heißt sie für mich, ich muss mich nicht von anderen abhängig machen. hilflosigkeit, schwäche sind für mich ein gräuel. auf der anderen seite muss man sich auch öffnen, um das vertrauen der anderen zu gewinnen, etwas von sich preis geben, gefühle zeigen. dem versperre ich mich.
    in vielem habe ich auch das gefühl, dass ich nicht bestimmten erwartungen an die weibliche rolle entspreche, ich habe keine kinder, das äußere naja, lege keinen wert auf kleidung, bin unordentlich, unterhalte mich eher über rationales, technisches als über gefühle, arbeite zudem noch im technischen bereich...
    kurz und gut, ich habe so ein negativimage, was das frausein anbelangt, vorbild meine mutter, die ganz und gar das gegenteil verkörpert hat, eine typische frauenrolle, sie fügte sich in alles und hat außerdem getrunken, eine durch und durch schwache person. das klingt jetzt vielleicht hart, aber so habe ich es vielfach als kind und als jugendliche empfunden.

    lange zeit und jetzt auch noch, habe ich mich für mein da- oder sosein geschämt, wenige soziale kontakte, keine familie, vieles alleine unternehmend, eine art asoziales wesen. ich sehe jetzt, dass dies alles eine geschichte hat, dass ich mich nicht dafür zu schämen brauche. ganz langsam kommt das bei mir an.

    grüße
    simmie