Beiträge von simmie

    hallo,

    ich lebe auch mit den auswirkungen, manchmal nimmt man sie schon gar nicht mehr wahr und lebt einfach so, wie man es gelernt hat.
    ich habe teilweise orientierungsschwierigkeiten, mache ich etwas richtig oder falsch. soll ich mich wirklich so intensiv mit mir selbst beschäftigen, frage ich mich manchmal,grübeln, mich auf meine macken konzentrieren, da habe ich dann auch das gefühl handlungsunfähig zu werden.
    im moment habe ich rückzugsbedürfnisse, der trubel bei der arbeit ist mir zuviel, heute dachte ich, du müsstest eigentlich dies und das mit xy besprechen, ihm ein paar aufträge geben. habe ich weggedrängt, mit dem gefühl ich will nicht, ich will heute mal meine ruhe haben. na ja, prompt hat mich mein chef darauf angesprochen.
    gut dachte ich mir, das passt ja. am ende des tages habe ich festgestellt, dass ich einfach müde bin. kein elan, keine energie, um dinge voranzutreiben.
    der zustand meiner schwester hat sich nicht so gr0ßartig verändert, sie ist noch nicht über den berg.
    vielleicht hat es auch mit dieser belastung zu tun.
    im moment wird mir sowieso jede abweichung vom normalzustand zur belastung.
    das klingt mal wieder äußerst depressiv, aber diese phasen treten bei mir auf.

    grüße simmie

    hallo,

    es ist nur für einen selber- selbst wenn ich den trinkenden elternteil mit meinem leid konfrontiere, bewirkt dies noch lange nichts. es folgt selbstmitleid. die erfahrung habe ich gemacht.

    momentan geht es mir etwas besser. meiner schwester auch.

    grüße simmie

    hallo willie25,

    wenn du nicht sofort nein sagen kannst, dann kannst du vielleicht versuchen, nicht sofort ja zu sagen. das hat mir meine therapeutin empfohlen.
    die erwartungen der anderen sind natürlich da, sie sind es gewohnt, dass du ja sagst, immer hilfst. du stößt sie bei einem nein vor den kopf. sie sind irritiert. doch es hilft nichts, wenn du nicht auf dich rücksicht nimmst, auf dein befinden. so wie es sich anhört, geht es dir nicht besonders gut. auch für dich gibt es grenzen.

    grüße simmie

    hallo stubenhai,
    ich kann viele parallelen entdecken: meine mutter hat auch getrunken, es wurde nach außen der anschein einer funktionierenden familie erweckt, meine mutter wurde auch immer aggressiv...
    so wie du es schreibst, hast du es immerhin geschafft, irgendwo deine grenzen deutlich zu machen bzw. distanz zu schaffen.
    ich finde es auch schlimm mitzubekommen, wie sich jemand, den man liebt, zugrunderichtet. aber man selbst ist machtlos.
    deine mutter muss selber da heraus wollen. du kannst nichts tun.
    als alkoholikerkind sind einem grenzen nicht so bewusst. wo fängt meine verantwortung an und wo die des anderen?
    hast du jemand, außer deinem vater, mit dem du reden kannst?

    grüße simmie

    Hallo Willie25,


    ich habe mit schrecken gelesen, wie sehr du dich von deiner mutter und deinem vater in die verantwortung ziehen lässt, wofür du nicht verantwortlich bist.
    du bist in erster linie für dich verantwortlich. du kannst deiner mutter nicht helfen.
    ich kann deine innere verfassung nachvollziehen. sie ist ein zeichen, dass du sofort auf die bremse treten solltest. versuche dich weitest möglich zu distanzieren.
    es ist auf jeden fall gut, dass du dir hilfe und unterstützung von außen für dich holst.

    grüße
    simmie

    so,

    bei meiner schwester hat sich noch weiter nichts getan. für die kommende woche bin ich wenigstens einigermaßen gestärkt. es hilft zumindest ausgeruht und entspannt zu sein. klingt vielleicht blöd in so einer situation, aber das hochschrauben kommt schon von alleine.
    ich habe jetzt gelesen, dass entspannung hilft bei ängsten. stimmt auch.
    grüße simmie

    hallo,

    meine schuldgefühle haben sich gelegt, ich bin jetzt das wochenende hier geblieben, bin allerdings trotzdem in angst und sorge, da der zustand meiner schwester sich einfach nicht bessern will. ganz im gegenteil.
    ich habe meine wohnung aufgeräumt und geputzt, so, wie ich es sonst eigentlich nicht tue. jegliches chaos und unordnung stört mich.

    jedenfalls ist meine belastungsgrenze mal wieder erreicht. ich reagiere auch empfindlich auf kleinste störungen im beziehungsgefüge. von dickem fell oder abprallen lassen keine spur.

    ich wünsche mir jedenfalls sehr, dass meine schwester es packt.

    grüße simmie

    hallo wanambi,

    ich finde es auch gut, wie du es gemacht hast. gerade weil auch schon die distanz besteht. auf deinen vater zugehen, und bei ihm hat sich nichts geändert, so wie es sich bei dir anhört, würde es dir nicht gut tun. er hat alle möglichkeiten in der hand.

    grüße simmie

    hallo,

    ich war eine weile nicht da. leider ist meine schwester sehr schwer erkrankt. ich bin nicht vor ort, einige hundert kilometer entfernt. der rest der familie kümmert sich. ich war auch da, kann aber nicht die ganze zeit da sein.
    es zieht jedenfalls mächtig herunter, ich habe nun schon ein schlechtes gewissen, mein normales leben weiter zu führen, zu arbeiten etc. jeden moment kann ein anruf kommen, es ist vorbei.
    ich war schon dermaßen in panik, das war wirklich schlimm. jetzt hat es sich gelegt. aber ich komme mir vor wie ein verräter, wie jemand der nicht genug tut.
    diese woche war ich auch schon bei meiner therapeutin, sie war in ungefähr der ansicht, dass ich überreagiere bzw. alles zu schwarz sehe.
    ich habe hier das gefühl, dass ich durch schlechte erfahrungen geeicht bin.
    das unglück und leiden anderer belastet mich immens.

    ich habe auch das gefühl, wie ich es mache, mache ich es falsch. auf jeden fall nie genug und es reicht nie.

    grüße simmie

    ja, ich mache weiter, im moment fühle ich mich innerlich wie gelähmt. mal wieder. mit gefühlen habe ich auch ein problem, zulassen, artikulieren.
    bis etwas aus mir heraus kommt, das dauert.
    ich habe auch das ding, dass ich besser mit männern klar komme. und zwar auf einer reinen sachebene. keine beziehungsgespräche oder gefühlsebenen. ich arbeite auch in einem von männern geprägten umfeld.
    zwar merke ich, dass mir auf der beziehungsebene etwas fehlt, aber ich habe auch gleichzeitig so den antrieb, bloß weg damit.

    grüße simmie

    hi krümelmonster,

    ich kann dir jetzt auch keine ratschlag geben, aber für mich hört sich da so an, als ob du auf rache sinnst, ihm eins auswischen möchtest.
    du kannst das aber nicht und wirst extrem wütend, das hört sich für mich nach ohnmächtiger wut an.
    ich kenne jetzt den hintergrund nicht, aber ich vermute, dass du dir von ihm dinge erwartest, die er nicht einlöst. das macht wütend, wird aber zu einem teufelskreislauf, wenn sich nie etwas ändert. spielt er bei dir so eine große rolle? was willst du? warum ist er bei dir so wichtig?
    wie sieht es aus mit praktischen konsequenzen, wenn er vereinbarungen nicht einhält oder sich nicht an die regeln hält?

    ich weiß nicht, ob ich dir damit weitergeholfen habe.

    grüße
    simmie

    hallo lejana,

    ich bin in einer familie aufgewachsen, in der die mutter alkoholikerin war, der nicht abhängige elternteil konnte uns kindern auch nicht aus der misere helfen. er ist selbst zugrundegegangen.
    das wirkt nach, hinterlässt schädigungen.
    ich bin der auffassung, dass es nicht so hätte verlaufen müssen, wie es verlaufen ist. war ich als kind und bin ich jetzt auch noch.
    ich finde gewaltanwendung nicht tolerabel. mir bleibt da die luft weg, wenn ich lese, dass da noch ein paar kreise gedreht werden.
    wie willst du da raus kommen, frage ich mich? das schaffst du alleine nicht. gerade frauen, die geschlagen werden, schaffen es besonders schwer, sich vom partner zu lösen.
    es gibt heute stellen, bei denen man sich in solchen fällen hilfe holen kann.
    grüße simmie

    so,

    habe meine entscheidungsproblematik auch meiner therapeutin dargelegt. sie griff noch mal das thema scham auf, warum ich nichts erzähle.
    das hängt zusammen, ich sehe vieles mit dem blick der anderen auf mich. das hindert mich, meine wahrnehmung, erfahrung zu artikulieren.

    ich habe es mir auch noch einmal überlegt, weshalb ich nichts sage. ich habe angst vor der abwertung der anderen. dazu gehört auch alles, meine familiengeschichte und das verhältnis zu meinem partner. ja, angst, deshalb abgewertet zu werden, dass sich leute von mir abwenden und nur noch das sehen.
    ich habe das gefühl, das macht es noch schwerer, die realität zu ertragen.
    aber vielleicht ist auch das genau der trugschluss, und ich akzeptiere es nicht, so lange ich es geheim halte.
    ich belüge mich selbst, nach außen spiegele ich etwas vor, was nicht der fall ist. eine beziehung, die keine ist, und in der ich trotzdem verharre.

    grüße simmie

    hallo,

    nachdem sein besuch weg war, fiel ihm meine wenigkeit wohl wieder ein. wir haben uns ein paar mal getroffen. ich war auch schon wieder dabei in alte gewohnheiten zurückzufallen, sprich, wir treffen uns, gang in die kneipe, arghh.
    am wochenende war ich dann einen tag sowieso unterwegs und dann einen tag alleine zuhause. der tag war träge, das wetter ohnehin miserabel.
    meine stimmung war leidlich, das kenne ich aber schon. ich fühlte mich so neben mir, nicht fisch nicht fleisch. hinzu kamen zwei entscheidungen, die ich zu fällen habe: er fährt längere zeit weg, ein paar wochen, in sein heimatland, hat auch vorgeschlagen, dass ich mit komme. fand ich auch erst verlockend, es gäbe da zwar ein paar organisatorische hindernisse, ging aber. ich war zwiegespalten, habe mich jetzt dagegen entschieden, weil es mir, kurz gefasst, nichts bringt. vor dieser entscheidung fühlte ich mich wie aufgelöst, nicht da, sehr merkwürdig.
    entscheidung 2, ich wollte noch einmal wegfahren, das wochenende bevor er wegfährt, hat er versucht mir auszureden. hat mich ebenfalls in die bredouille gebracht, wieder grübelei, schwanken, hin und her. letztendlich habe ich mir gesagt, auch wenn ich da bleibe, habe ich nichts davon.
    also fahre ich.
    so, diese unentschiedenheit hat mich fertig gemacht, nun, da ich mich für mich entschieden habe, fühle ich mich eindeutig besser.
    das hört sich alles nach herumgeeier an, ist es auch, aber ich komme da nur stückweise heraus.
    es kommt mir so vor, als ließe ich mich leicht von mir selbst ablenken, von dem, was ich bin und will. das geht ganz schnell.

    grüße
    simmie

    hallo krümelmonster,

    ich kann auch nur von meinen erfahrungen berichten. ich finde aber, dass du dir keine sorgen zu machen brauchst, von wegen seele zerpflücken. die beziehung entwickelt sich. manches mal habe ich gedacht, das werde ich jetzt nicht erzählen, und habe es dann doch getan.
    wenn du konfliktfähiger sein möchtest bzw. du darunter leidest, konflikte aus dem weg zu gehen, dann kannst du das natürlich sagen. und dann geht es weiter, warum ist das bei dir so, wie kannst du es besser machen usw.
    aufschreiben ist immer eine gute sache, so kann ich mehr klarheit über meine situation gewinnen, auch so in dem sinne, was möchte ich eigentlich mit der therapie erreichen.
    wie gesagt, es ist ein prozess, bestimmte dinge werden angestoßen, man erhält so die gelegenheit, an sich zu arbeiten.

    grüße
    simmie

    hallo krümelmonster,

    ich bin ja schon seit längerem in therapie, seit über einem jahr, ursprünglich wegen des todes meiner mutter, nach und nach kamen da die alten geschichten hoch.
    die anfangssituation, was will ich überhaupt, kommt mir bekannt vor. das legt sich aber.
    ich gehe alle vierzehn tage hin, und es ist ein prozess, in der regel fragt mich meine therapeutin, wie es mir geht und worüber wir sprechen sollen. da es ohnehin in mir arbeitet, gibt es immer ein thema. ich finde, das entwickelt sich. aus den nachfragen ihrerseits erhalte ich dann anstöße.
    lehrer schüler verhältnis emfinde ich nicht.
    ich empfinde aber, dass die meiste arbeit in der therapie bei einem selbst liegt. es ist jedenfalls eine große chance. nicht zu jedem zeitpunkt in meinem leben wäre ich dazu bereit gewesen. man muss sich ein stück weit öffnen, gerade bei schlechten erfahrungen stellt das eine große hürde dar.


    grüße simmie

    so,

    hatte mich gestern mit meinem partner getroffen, er hatte verwandtenbesuch aus seiner heimat und war in letzter zeit etwas abgemeldet.
    ich möchte gerne einmal unsere beziehung thematisieren. gestern war ich aber wieder erstarrt. er redet ja gerne nur von sich und seinen dingen.
    ich habe hinterher gedacht, wo kam ich eigentlich vor, mit dem, was mich beschäftigt.
    ich sitze dann da, als hätte mir jemand mit dem hammer auf dem kopf geschlagen oder wie hypnotisiert, jedenfalls unfähig, meine anliegen zu artikulieren.
    er jedenfalls hat einige probleme, ökonomisch, persönlich, und auch sehr unschöne lebenserfahrungen hinter sich, lebt in einem immensen chaos, das aber auch irgendwie programm ist.
    ich unterstütze ihn finanziell nicht. er wurschtelt da alleine vor sich hin.
    es kommen da jetzt einige schwierigkeiten auf ihn zu, die mir auch sorgen machen bzw. sie belasten mich auch. allerdings sage ich mir die ganze zeit, das liegt nicht in meiner verantwortung.
    es bedrückt mich, ich kann nichts machen. vielleicht ist es die ohnmacht, die mich lähmt.
    ich kann ihm nicht helfen, genausowenig, wie ich meiner mutter helfen konnte und noch weniger meinem vater, der sich ja schließlich umgebracht hat.
    ich dachte immer, dass mit den schuldgefühlen hätte sich bei mir gebessert, nun habe ich den eindruck, das ist nicht so.

    grüße simmie

    hallo,

    bei uns kam keiner vom jugendamt und hat uns herausgeholt. einfach deshalb, weil es keiner mitbekommen hat.
    für das blaue auge meiner mutter wurde sonnenbrille gekauft, ihre nase war leicht krumm.
    ich glaube, es ist bei einer dieser unsäglichen feiern passiert, wo der alkohol in strömen floss bzw. einziger inhalt und ziel das saufen war.
    ich war damals 11 oder 12 jahre alt. ich glaube, das ist so mit das äußerste, was man als kind erleben kann.
    in meiner familie ist nichts passiert, keine hilfe von außen, keine trennung, nichts. es ging weiter. es gab dann zwar keine gewalt mehr. aber es nahm auch kein gutes ende.
    das schlimme als kind ist: man ist damit allein gelassen und dem allen ausgeliefert. ein kind ist ja kein erwachsener, der sich wehren kann.

    grüße simmie

    hallo klaro,

    da ist möglicherweise etwas dran. ich habe noch einmal darüber nachgedacht. es ist so: wenn bei der arbeit bin oder sonst irgendwie in gesellschaft bin, also unter leuten, oder in irgendeiner art und weise beschäftigt, dann geht es mir gut. ich fühle mich quasi wie der fisch im wasser.
    in meinen vier wänden, allein, fällt das alles von mir ab. es ist, als sei davon nichts übrig. alles wird irgendwie zäh fließend, ich werde lethargisch, müde, grübele, wühle in der vergangenheit, erlahme zunehmend, bewege mich wie in einem kerker. das ist dann wie ein spannungsabfall.
    entweder strom an oder strom aus.

    ein problem ist auch: nach außen wirke ich nicht so. ganz im gegenteil.

    in ansätzen habe ich das auch schon mit der therapeutin besprochen, ich habe aber das gefühl, sie sieht das nicht als so schwerwiegend an, oder vielleicht vermittele ich ihr auch den eindruck.

    grüße simmie