Beiträge von Maria

    Hallo Nobby,

    ich kann mich gut dran erinnern, dass die Situationen (grillen / Pizza) für mich anfangs auch nicht einfach waren.

    Da habe ich mich langsam rangetastet, in mich gehört und zuerst den Ablauf anders gestaltet, als zu trinkenden Zeiten. Also ich habe dann schon gegrillt, aber nicht so'n Aufwand drum gemacht. Zu Grillfesten oder ähnlichen Zusammenkünften bin ich nicht hin - da ist mir die Verbindung zu groß gewesen.

    Grade gestern musste ich noch dran denken (weil ich mir frische Eiswürfel aus Eistee vorbereitet habe), dass ich in meiner frischen Abstinenz nur stilles Wasser getrunken habe. Nach einer Zeit ging für mich erst was fruchtigeres mit Eiswürfeln.

    Heute kann ich mein alkoholfreies Getränk in der Sonne genießen - ohne eine Verbindung zu spüren. Aber sobald ich nur ansatzweise was bei mir bemerke, ändere ich das, um mich wohlzufühlen.

    Von daher wäre sehr wahrscheinlich meine Wahl bzgl. der Schachtel Pralinen doch die, meinen Kollegen zu sagen, dass es was mit mir macht.

    Aber wie gesagt, ich habe mich in allem so langsam vorgetastet und dann danach entschieden, welche Gefühle es in mir auslöst.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Lori,

    verbieten wirst du es ihm nicht können. Diese Entscheidung muss er für sich treffen. Das ist schon richtig.

    Aber du kannst ihm sagen, was es mit dir macht und wie es dir damit geht, wenn er was trinkt.

    Und du kannst für dich deine Entscheidungen treffen und danach handeln, was für deine Trockenheit förderlich ist oder was sie ins Wanken bringt.

    Diese Stimmungsschwankungen kenne ich von meiner Anfangszeit her. Mir half damals, viel spazieren gehen... oder auch Sport... oder auch mal richtig heulen (echt wahr... wenn der innere Druck zu hoch war oder ist... dann hilft das auch heute noch gut). Wo ich besonders drauf achte, dass ich über den Tag immer genügend trinke. Wasser oder Kräutertee z. B.

    Kopf hoch, Lori... bleib' dran für dich.

    Maria

    Hallo Lori,

    kommt dir nicht die Idee, dass zwischen deinem steigendem Verlangen nach Alkohohl und dem abendlichen Zugucken beim Trinken deines neuen Freundes ein Zusammenhang bestehen könnte?

    Oder mit deinem depressivem Schub und der Angst verlassen zu werden?

    Zitat

    Es ist meine Entscheidung wieder zu trinken...

    Das ist vollkommen richtig. Nur dass wir als suchtkranke Menschen nicht ganz so frei darin sind, klare Entscheidungen zu treffen. Das geschieht außerhalb unseres Willens, denn dafür sind wir schließlich suchtkrank und danach haben wir unser Leben auszurichten.

    Für mich ist der Abstand zum Alkohol das A und O in meiner Trockenheitsarbeit.

    Ich kann dir nur raten und dringend empfehlen, pass auf deine Trockenheit auf, wie auf ein zartes Pflänzchen und mach sie zum zentralen Punkt in deinem Leben. Denn es geht hier um dich und um deine Wünsche an das Leben. Die du dir sicherlich trocken erfüllen kannst. Aber geht das auch wenn du dich und deine bisherige Trockenheit weiterhin so sehr gefährdest?

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Lori,

    ein kleiner Funke das ist doch schon was, worauf du aufbauen kannst.

    Vielleicht muss du ja nur ein wenig deinen Blickwinkel ändern, damit aus diesem Funken wieder das wächst, was dich weiterhin motiviert und dich aus deinem Loch raushievt.

    Wie bist du denn deine bisherige Trockenheit angegangen, wenn ich dich das fragen darf. Fiel es dir eher leicht trocken zu bleiben?

    Und: Wie geht's dir heute?

    Maria

    Hallo Lori,

    und wie wäre es, wenn du dir selbst ein wenig Zeit gibst, dich an die neue Situation zu gewöhnen.

    Erstmal annimmst, versuchst irgendwie ruhiger zu werden und dann schaust was passiert?

    Ganz bestimmt bieten sich neue Möglichkeiten für dich.

    Am Anfang jeder Trockenheit steht (das wird bei dir damals nicht anders gewesen sein), ruhiger zu werden und dann Schritt für Schritt zu schauen, was es für Möglichkeiten gibt. Jeden Tag auf's neue für 24 Stunden trocken bleiben. Anfangs ist es schwer... doch irgendwann wird es besser.

    Hast du dir deine alten Beiträge mal durchgelesen? Vielleicht wäre das ja hilfreich für dich. Zu sehen, was du damals alles schon gewuppt hast?

    Du schaffst auch diese scheinbar ausweglose Situation... gib' dir einen Ruck, das zu wollen.... und mach' dir genau hieraus ein Ziel... langsam aus deinem Loch raus.

    Maria

    Dein Titel heißt: Ich brauche Hilfe.

    Hast du eine Idee, wie wir dir helfen könnten? Denn du schreibst ja, dass das Forum dir bislang geholfen hat.

    Was möchtest du?

    Den Kopf gewaschen bekommen, damit du klar sehen kannst?

    Oder möchtest du "gestreichelt" werden und deinen Frust hier rauslassen?

    Oder suchst du Gründe, damit du trinken kannst?

    Welche Art der Hilfe kommt an bei dir? Ohne deinen eigenen Willen sind Hilfestellungen sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

    Du musst deinen Anteil mitbringen.... trau' dich da mal raus aus deinen Loch... dann geht's auch irgendwie weiter... sofern du willst.

    Maria

    Hallo Lori,

    das liest sich ja alles sehr düster bei dir.

    Das Leben bietet unzählige Möglichkeiten und du bist diejenige, die das mit bestimmen kann. Dafür musst du vielleicht deinen Blickwinkel ändern, was mit Kraft verbunden ist - das stimmt. Aber möglich ist alles. Fahre dich doch nicht selbst so an die Wand.

    Wer sagt denn oder woran machst du fest, dass zum zufrieden leben können - z. B. eine abgeschlossene Berufsausbildung gehört?

    Du verfügst doch über Berufserfahrung, wenn du jahrelang tätig warst und gehörst mit 42 noch lange nicht zum alten Eisen.

    Sicher kann der Verlust des Arbeitsplatzes erstmal den Boden unter den Füßen wegziehen - das will ich gar nicht absprechen, doch es bedeutet nicht das Ende der Welt.

    Lass dich davon nun nicht unterkriegen. Du bist 3 Jahre trocken. Greife auf deine Erfahrung zurück.

    Maria

    Hallo Nobby,

    genau pass' schön auf. Hast du bereits Alternativen im Kopf wie du dich anders "belohnen" bzw. dir was Gutes tun könntest?

    (Ich könnte ja permanent ein duftendes Bad nehmen - tut mir sehr gut. Oder ich gehe regelmäßig an die frische Luft. Oder puzzle unheimlich gerne mit einem spannenden Hörbuch im Hintergrund)

    Was macht dir Spaß oder womit könntest du dich gut ablenken? Denn bis Montag ist ja noch ein Weilchen hin... nur absitzen und warten ist sicherlich nicht der richtige Weg.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Harry,

    das kann wohl gut sein, dass deine Therapeutin dir genau das damit sagen wollte: du must deine Grenzen für dich setzen und darfst das sogar auch.

    Es liegt nicht in deinem Verantwortungsbereich, dass sie ggf. Gründe sucht, um wieder mit dem trinken anzufangen. Oder dass du alle Konflikte fernhälst.

    Du musst nicht alles mit dir machen lassen, nur damit es ihr gut geht. So rum ist das auch nicht richtig. Wer weiß, vlt. braucht sie das sogar auch von dir - eine klare Ansage?

    Zitat

    Genau genommen gibt es sogar mehr Lösungen wie es Probleme gibt...

    Das schriebst du vor ein paar Tagen. Ich denke, was auf jeden Fall hilfreich ist, ist eine klare Haltung bzw. eine Position von der es entweder weitergehen kann oder auch ggf. endet.

    Schau für dich, was kannst du, ohne dich zu verbiegen und was geht nicht, weil du die Lasten dann trägst. Dir darf es ebenso gut gehen.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Harry,

    der Kurzfilm hat mich auch sehr berührt. Mein Papa hat getrunken. Er ist relativ jung an seiner Sucht gestorben. Ich habe mich unlängst gefragt, warum mich das selbst nicht geschützt hat. Ich denke, weil ich ihn zu großen Teilen für meine Probleme verantwortlich gemacht habe. Erst als ich mich davon lösen konnte, konnte ich meine eigene Abhängigkeit annehmen.

    Ich habe aufgrund deiner Zeilen überlegt, ob mir jemand anderes die Augen hätte öffnen können. Und vermute rückblickend, nein. Gesagt wurde mir von außen oft genug, dass mein Konsum nicht mehr normal sei... oder ich solle nicht mehr soviel trinken... ich wäre peinlich. Das gängige Wissen über Alkoholmissbrauch hatte ich auch. Was aus der Sucht werden kann, hatte ich in eigener Famlilie zur Genüge erlebt. Aber das drang alles nicht zu mir durch.

    Rückblickend kann ich es nicht an einer Sache fest machen, was den Anlaß gegegben hat... nicht nur eine Trinkpause zu machen, sondern meine Sucht wirklich anzugehen. Es ist von innen heraus gewachsen.

    Ich möchte dich nicht entmutigen, jedoch bei mir hätte Druck (auch gut gemeinter) von außen wohl eher kontra produktiv gewirkt und ich hätte wohl eher dagegen gehalten, anstatt bei mir hinzugucken. Ich musste selbst drauf kommen. Und als ich es gefunden hatte, hat es eine lange Zeit gedauert, mich erstmal neu in meinem Leben zu orientieren. Es hört nicht damit auf, das Glas einfach nicht mehr zu trinken.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Harry,

    ich bin in meiner Trockenheit mit der Erkenntnis unterweges, dass es eine Heilung in dem Sinne nicht gibt.

    Was ich tun kann ist, meinen Alkoholismus zum Stillstand zu bringen. Dafür musste zunächst die notwendige Erkenntnis her, dass ich mich - wenn ich nichts unternehme - ins Grab trinke. Was - da stimme ich dir zu - einen entscheidenen Anteil daran hatte, dass ich selbst handlungsfähig werden konnte.

    Bist du auf der Suche, deiner Frau die Erkenntnis der Erkrankung nahe bringen zu können? Versteh' ich dich da richtig?

    Maria

    Hallo Harry,

    danke für deine Antwort. Jetzt versteh' ich dich besser.

    Zitat

    Ich will einfach nur verstehen wie ein Alkoholiker tickt.

    Wobei grundsätzlich zu unterscheiden ist, ob der/die Alkoholiker/in nass oder trocken ist.

    Zitat

    Von dieser Sicht passe ich wohl nicht ins Co-Schema

    Ich glaube in jeder Hinsicht passe ich auch ins klassische Schema. Bin aber trotzdem Alkoholikerin.

    Ich halte es auch für sehr wichtig, Wut rauszulassen und sich Luft zu verschaffen. Aber denke doch, es kommt so ein bisschen drauf an, wo ich das tue und nebenbei noch gucke, wen trifft da die Luft.

    Dir alles Gute, Harry.

    Lieben Gruß
    Maria

    Hallo Harry,

    ich lese dich in mehreren Threads, dass du scheinbar verstehen möchtest, wie ein Alkoholiker tickt bzw. was er zu tun hat. Mir ist als würdest du eine Menge aufgestaute Wut in dir haben.

    Ich möchte dich fragen, tust du auch was gezielt für dich? Oder liegt es einzig und alleine an ihr, damit es dir besser gehen kann?

    Maria

    Hallo und herzlich willkommen Stibbe,

    ich habe mir anfangs gezielt für "meine kritsiche Zeit" (bei mir war's 18.00 Uhr) was vorgenommen. So half ich mir über die erste Zeit. Viel Wasser trinken war mir ebenso eine gute Hilfe . Nach und nach habe ich mir neue Rituale eingebaut und so ist der Druck langsam gegangen.

    Lieben Gruß
    Maria