Beiträge von Maria

    Ich bin ja nicht sauer oder so :)

    Ich habe dich angesprochen Xenica, weil mir das eben halt wieder eingefallen ist. Habe nachgeschaut und gesehen, dass du meine damalige Frage unbeantwortet gelassen hast.

    Kannst du denn vlt. annehmen, dass z.B. für mich als Alkoholikerin, die Dinge, die dich immer irgendwie ankratzen, überlebensnotwendig sind?

    Und mich die Diskussionen, die sehr oft hier im offenen Bereich auftauchen wer was wie handhabt und Recht hat oder nicht - auch ärgern und in meiner Trockenheitsarbeit stören.

    Für mich sind so Dinge wichtig, zu erfahren wie ich mich am besten und am effektivsten schützen kann. Ob ich die dann umsetze liegt ja immer noch bei mir. Aber Hauptsache ich weiß das, was ich tun muss oder kann. Und wenn ich der Meinung bin, leichtsinnig mit mir umzugehen kann ich das ja tun... aber muss es ja nicht unbedingt hier diskutieren.

    Ich habe lange Zeit bevor ich trocken werden konnte hier im offenen Bereich gelesen. Und ich kann sagen, dass mich die klaren Ansagen auf den Weg geführt haben, den ich heute in der Lage bin zu gehen. Und darüber bin ich so dankbar.

    Ich konnte nicht mehr unterscheiden, was gut oder schlecht für mich ist. Und von daher mag ich dieses Ohne... wenn und aber. Ich halte es für sehr gefährlich, von Dingen zu sprechen, die dir möglich sind (das freut mich für dich... nicht falsch verstehen bitte), aber für einen neuen User eben nicht, weil ihn genau dieses Verhalten (was für dich vielleicht okay ist) nicht aus der Sucht lassen kommt.

    Maria

    Hallo Xenica,

    irgendwie musste ich grad daran denken. Und wollte nachsehen, ob du mir darauf geantwortet hast.

    Zitat

    Ich habe dich richtig verstanden, dass du dich in erster Linie nicht als Alkoholikerin siehst?

    Das würde es wiederrum für mich verständlicher machen, warum du dich von einigen Antworten genervt, bevormundet oder gar bedrängt fühlst.

    Vielleicht magst du das ja mal machen und dich damit auseinander setzen. Denn ich z. B. finde es nervig, wenn MEIN Thread zweckentfremdet wird ;)

    Siehst du dich selbst als Alkoholikerin?

    Ich denke das ist ein wichtiger Punkt, um einen konfliktfreien Austausch zu führen. Damit nicht immer die Diskussionen drum auftauchen, wer was wie sieht und warum du quasi eine Sonderstellung in der Sucht einnimmst. Denn wenn du dich nicht als Alkoholikerin siehst... werden wir immer aneinander vorbei reden.

    Liebe Grüße
    Maria

    Danke schön.

    Ich komme mit meiner eigenen Antwort, Hartmut`s am nächsten. Die Einsicht Alkoholikerin und dadurch die Annahme meiner Alkoholkrankheit. Ich finde das im übrigen gar nicht schlimm, eine Alkoholikerin zu sein... zugegebener Weise mittlerweile... es hat mich was an Arbeit gekostet dahin zu kommen... und war nicht schon am ersten Tag da.

    Heute bin ich oft dankbar, es so sehen zu können. Denn ich sehe es als ein großes Geschenk an, dass ich meine Sucht annehmen konnte. Denn hieraus resultiert, dass Leben was ich heute führen darf.

    Im Besonderen möchte ich noch hierfür danken:

    Zitat

    Ich will trocken leben, nicht trocken sein. Letzteres hat für mich etwas Abschließendes, so als bräuchte ich mich nicht mehr drum zu kümmern.

    Denn das ist für mich ebenso ein wesentlicher Teil, was mir hilft trocken zu bleiben... nämlich in Bewegung zu bleiben.

    Mir diente diese Frage, um mich zu hinterfragen und meinen eigenen Standort zu überprüfen. Auch ein wesentlicher Teil für mich, weiter trocken zu leben.

    Nochmals vielen Dank an alle, die sich beteiligt haben.

    Maria

    Hallo,

    danke schön. Ich entnehme euren Worten, dass ich den eigenen Halt durch mich finde.... also nicht durch das Festhalten an was... sei es Suchtmittel oder an einen Menschen.

    Durch die Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit mir und meine Geschichte? Kann ich das so zusammenfassend - übergreifend - sagen?

    Maria

    Zitat

    Rückblickend kann ich von mir sagen, dass grade mein 1. Weihnachtfest und Sylvester eine besondere Herausforderung war

    Und von daher halte ich es für gut, alle zusätzlichen möglichen Drucksituationen frühzeitig auszuschließen.

    Will dir ja keine Angst vor Weihnachten machen :) Hab´ mich da nur etwas ungünstig ausgedrückt.

    Maria

    Hallo cduck,

    ich finde es gut, dass du dir heute schon Gedanken um Weihnachten machst und nicht erst 1 Tag vorher... das mal vorweg geschickt ;) Andererseits bedrückt dich das jetzt schon und von daher würde ich dir empfehlen, bevor sich noch mehr Druck aufbaut, ein Gespräch mit ihr gar nicht mehr so lange herauszuzögern. Alkoholabhängigkeit ist ja keine Willenschwäche, sondern eine Suchterkrankung. Wenn du dich dahingehend stabilisieren kannst, wird es dir vlt. leichter fallen drüber zu sprechen.

    Du schreibst:

    Zitat

    Ich glaube, es ist vor allem die Angst vor Vorurteilen...

    Das hatte ich auch lange in meinen Gedanken. Irgendwann ging mir auf, dass ich mich trocken sogar mehr schämte als zu der Zeit als ich noch getrunken habe. Und es vor allem meine alten Gedanken waren, die die Angst abgeurteilt zu werden schürte.

    Ich habe mich an das Outen langsam herangetastet, weil es mir selbst auch sehr schwer fiel. Meine Priorität war jedoch immer so, mich in der Reihenfolge zu erkennen zu geben, wo es gefährlich für mich werden könnte und so eventl. Hintertüren von vorne herein zu schließen.

    Rückblickend kann ich von mir sagen, dass grade mein 1. Weihnachtfest und Sylvester eine besondere Herausforderung war.

    Pass schön auf dich auf und deine frische Abstinenz.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Bernsteinauge,

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    Auf den Tag hingearbeitet? Nicht wirklich. Eher: Ich ahnte, dass er kommen kann/wird.

    Ich weiß, dass mich eine Rückfallgefahr immer begleiten wird, denn das ist ein Teil einer Suchterkrankung.

    ICH lege aber meine Prioritäten so, dass dieser Tag nicht eintreten wird . Ich z.B. ahne nicht, dass mich ein Tag einholen wird... das wäre nämlich mein Super-Gau.

    Mein wesentlicher Unterschied: Ich versuche schon vorher anzusetzen und tätig zu werden. Und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ich selbst habe es in der Hand, mir im Vorfeld, die Hilfe zu holen, die ich brauche und mir Möglichkeiten zu überdenken, die mich trocken halten.

    Eine Suchterkrankung ist nicht eine Sache, die man so eben nebenbei abschüttelt. Ich nutze jeden trockenen Tag, in dem ich mich auseinander setze und mir eine Stabilität erarbeite und nicht nur abwarte was geschieht.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Bernsteinauge,

    Zitat

    Weiter gehts jetzt, wie es vorher auch war. Soviel gibt es ja nicht zu verändern. Ausser dass ich Probleme abends nicht an mich ran lassen darf.

    Bist du dir da ganz sicher, dass es so einfach ist?

    Versteh mich nicht falsch - ich würde dir das wünschen. Jedoch wie ich dich gelesen habe vor deinem Rückfall, hast du auf diesen Tag irgendwie hingearbeitet.

    Alle Argumente haben dich schon länger nicht mehr erreicht. Jetzt - nachdem du getrunken hast - ist eine Entspannung da. Vorher war gar nicht dran zu denken. Es stimmt - was ist schon groß passiert? Du bist nicht abgestürzt... zumindest diesmal nicht. Das kann dir eine Gewissheit vorgaukeln, die es gar nicht gibt.

    Vielleicht ist da doch ein bisschen mehr an Veränderung nötig, als du dir eingestehen willst und du solltest genauer hinsehen und es nicht so abtun.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Bernsteinauge,

    Zitat

    Aber wo ist die Zeit um sich diese Zeit zu nehmen?
    Die Tage sind irgendwie alle zu kurz...

    Vielleicht fängst du damit an dir Zeit für dich zu nehmen, in dem du nicht im Großen denkst...also Stunden gleich... sondern eher in Minuten-Takten. Ein kurzer Spaziergang... 10 Minuten vlt., um ein paar Mal tief durchzuatmen. Bringt bei mir nachhaltige Ergebnisse.

    Ich bin ja auch gerne so eine innerlich Gehetzte... von daher versteh' ich dich gut... Irgendwann fiel mir auf, dass mein Gang zur Toilette (fällt mir grad so ein :lol: ) so schnell war, als würde ich dafür eine Medaille bekommen. Das war mein Anfang... langsam und ruhig den Weg dorthin... nicht Spurt... nee... halbe Geschwindigkeit... so bin ich im Kleinen angefangen.

    Zeit ist eigentlich genug da... wenn du mal genauer schaust :)

    Sauna mach' ich auch regelmäßig. Ist meine Urlaubs-Insel zwischendurch. Ich geh' nicht unbedingt 1 x den ganzen Tag... ich geh' lieber 2 x die Woche... und dafür nicht ganz so lang. 2 Sauna-Gänge reichen ja eigentlich auch... machen nicht fertig... sondern entspannen.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Bernsteinauge,

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    aber nach jeder Ablenkung stehen die Probleme wieder da

    Einen Abend Probleme ersäufen hilft dir auch nicht weiter... denn sie können ja schwimmen.

    Manchmal hilft nur aushalten. Manchmal hilft sich andere Sichtweisen anzuhören, um einen Ausweg zu sehen.

    Nimmst du dir Zeit gezielt für dich? Wo du die Seele mal ohne die Probleme baumeln lassen kannst?

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Pelagia,

    schön von dir zu lesen und schön, dass du weiter dran bist und weiter die positiven Auswirkungen spürst.

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    Ansonsten geht es mir körperlich sehr gut. Habe das Gefühl das ich gesünder bin....einfach mehr Kraft habe.

    Das freut mich. Ich kenne das auch von mir und nehme es als weitere Motivation.

    Zitat

    Kann das sein das man auf eine Sorte von Alk festgelegt ist? Hätte da Wein gestanden...wäre ich gar nicht geblieben. Und wie gesagt diese Begegnung war zufällig und die Leute tranken Bier.

    Ich hatte das anfangs auch so gedacht, dass es mir nichts ausmacht dabei zu sein, wenn die Leute normal trinken und sich eben nicht besaufen. Doch ich reagiere auf die Stimmung, die mit Alkohol einhergeht. Die Menschen verändern sich sehr schnell (und das ist ja unabhängig von dem was sie trinken) und das macht was mit mir, was mich veranlasst, diese Situationen zu meiden.

    Mich würde interessieren, ob du im nach hinein was spürst ?

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo zhig,

    ich will dir keineswegs einreden, dass du dich zwingend abschotten solltest. Was du umsetzt und für dich in Frage kommt - liegt ja letzten Endes immer bei dir.

    Für mich aber war es die Gelegenheit mich selbst überhaupt wahrzunehmen. Ich war so über's außen orientiert, dass ich erstmal außen abstellen musste, um innen gucken zu können.

    Zitat

    Aus diesem Umfeld komme ich ebenso: alle Anderen machen einfach so weiter wie bisher,ob nun alkoholgefährdet oder Alkoholiker,jedes Wochenende Party bis zum Abwinken und oder Umfallen..in der Woche nicht ganz so viel,aber ohne gehts da auch nicht..

    Und auch das kenne ich zur Genüge:

    Zitat

    bei mir verhält sich das eigenartigerweise ganz anders,denn ich habe meist in Zeiten,in denen es mir richtig gut ging,zum Alkohol gegriffen..quasi als Belohnung?einfach mal nachmittags zum Essen in einem Cafe ein Bier in der Sonne,oder ähnliches..ohne Gedanken an die unausweichliche Konsequenz was dann später folgen muss,nicht unbedingt am gleichen Tag,aber absehbar,der Absturz..

    Um die Perspektive wechseln zu können, ist es manchmal von Nöten... einen Schritt zur Seite zu gehen. Was anderes will ich dir gar nicht sagen mit meinen Worten.

    Meine Wahrnehmung in Bezug auf dich und deinem Rumeiern (entschuldige... aber so heißt das) ist, dass es dir am Willen trocken zu bleiben nicht mangelt. Nur alleine der Wille reicht halt nicht aus bei einer Suchterkrankung. Da müssten schon Veränderungen her und die fangen zu allererst im Kopf an.

    Versuch mal: geht nicht... durch... ich habe noch keine andere Möglichkeit dafür gefunden... zu ersetzen. Klingt gleich ganz anders, ne? Das hilft mir ungemein ;)

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo zhig,

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    Nüchtern betrachtet


    ...

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    die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen

    Das sind zwei gute Ansätze. Und wenn die früh morgens schon kommen, ist das doch ein guter Einstieg in den Tag.

    Ich habe meine Trockenheit so aufgebaut, dass ich erstmal zugesehen habe, was muss ich tun, damit ich jede 24 Stunden auf's Neue trocken bleiben kann.

    Dazu gehörte das alkoholfreie Zuhause als mein sicherer Rückzugsort. Dort habe ich angefangen mich langsam kennenzulernen, in mich hereinzuhören, was passiert da überhaupt jeden Tag mit dir. Von außen recht abgeschottet, ergab sich für mich die Gelegeneheit mir zuzuhören und mich dann zu fragen, woher kommt denn überhaupt der Streß, der dich zum Trinken bringt. Oder was sind das für Ängste, die dich so in die Ecke treiben können, dass es scheinbar nur den Ausweg zu geben mag, zum Alk zu greifen. (ich muss dazu sagen, dass ich in der Vergangenheit 2 Gesprächstherapien gemacht habe - allerdings bevor ich erkannt hatte, dass der Alkohol mich langsam tötet - worauf ich am Anfang meiner Trockenheit so auf Erfahrungen zurückgreifen konnte)

    Dann habe ich mir Möglichkeiten erarbeitet (mit Hilfe meines Tagebuches im erweiterten Bereich und den anderen Tagebuchschreibern) wie ich meine Dinge, die lasten oder mich in die Ecke drücken, anders angehen kann... ich nutze dieses Forum als meine Selbsthilfe-Gruppe.

    Und ich habe immer wieder in den Lebensgeschichten der Langzeittrockenen gelesen, das motiviert mich immer wieder. Denn da will ich auch hin und sie zeigen mir, dass es echt möglich ist... und keine Utopie.

    Hast du dir schon weitere Gedanken über eine eventuelle Langzeit-Therapie gemacht? Oder ist das für dich vom Tisch?

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo zhig,

    du musst an die Wurzel ran und das ist deine Alkoholsucht. Das muss für dich an oberster Stelle stehen. Nur daraus wird es was. Da liegt der besagte "Klick".

    Über die Dinge, die sicherlich nicht unerheblich sind (ich will das nicht kleinreden), solltest du dir dann die Gedanken machen, wenn du stabil trocken bist.

    Sieh' zu, dass du festen Boden unter den Füßen bekommst.

    Das liegt in deiner Hand. Ich wünsche dir viel Kraft dazu,

    lg Maria