Beiträge von Maria

    Hallo Bernsteinauge,

    es lichtet sich doch schon bei dir :P

    Echte Verbindungen zu meinen Mitmenschen zu haben und mir drüber bewußt zu sein, dass das Lernen im Leben nicht aufhört - das sind 2 Wiederentdeckungen, die ich für sehr wertvoll halte.

    Denn als ich noch der Überzeugung war, ICH komme doch mit allem alleine klar und ICH wüßte alles, da war ich tief drin in dem Mist.

    Viele Dinge werden schnell übersehen in dem Trubel mit dem wir uns so umgeben, doch lohnt es sich genauer hinzusehen, um Sachen zu entdecken, die längst verschüttet geglaubt waren.

    Danke für´s Teilhabenlassen.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Bernsteinauge,

    also ich hatte das in meiner Anfangszeit auch lange. So als würde ich durch die miesen Stimmungen, die ich sonst immer betäubt hatte, erst durch müssen.

    Und dann fing es ganz klein an, sich zu lichten. Ich lernte mich besser kennen und vor allem nüchtern auszuhalten ;-). Mir halfen über die ersten Wintermonate lange Puzzelabende mit zu hörenden Büchern hinweg.

    Ich liebäugel immer noch damit, mir einen eigenen Teppich zu knüpfen. Das kenn' ich aus meiner Kindheit. Hat mein Vater oft gemacht und ich durfte helfen. Vielleicht ist ja sowas was für dich? Das beruhigt und hilft, in dich hereinzuhören.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Kevin,

    wow... du bist ja ganz schön fleissig ;) (du darfst auch bei einem Thread bleiben... dann verliert man nicht den Überblick)

    Ich habe mir schnell angewöhnt immer genug Flüssigkeit zu mir zu nehmen... am ehesten Wasser oder Tee... ruhig in großen Mengen... da erinnerte mich nichts an alkoholische Getränke... und Durst war stets gestillt. Getränke aus Flaschen habe ich gar nicht mehr getrunken - nur noch aus Gläsern, wo ich keinen Zusammenhang mit Alk hatte.

    Mahlzeiten, die ich mit Alk in Verbindung brachte, habe ich anfangs wo ich noch mit Suchtdruck zu kämpfen hatte - gemieden. Ich habe nicht gegrillt... oder Pizza (wo ich sonst immer Rotwein zu getrunken habe) gab es nicht.

    Ich habe gezielt die Zeiten, in denen ich sonst angefangen habe zu trinken, mir was vorgenommen. So bin ich joggen gegangen, schwimmen oder nur spazieren, um diese gefährliche Zeit für mich zu überbrücken. Und gelesen habe ich viel... in den Tiefen des Forums.

    Lg
    Maria

    Hallo zhig,

    auch ich habe keine LZT gemacht und kann von daher nichts dazu sagen.

    Beim Lesen habe ich aber sofort gedacht, das könnte schon was für dich sein, damit du eine Stabilität erhalten kannst. Denn versuchen vom Alkohol loszulassen, tust du ja schon länger, aber irgendwas zieht dich doch immer wieder zurück.

    Also wäre es bestimmt gut, mal ganz neue Wege zu gehen.

    Maria

    Hallo zhig,

    das sind natürlich Worte von der Partnerin, die man nicht unbedingt hören möchte.

    Jedoch ist es eine Tatsache, dass du Alkoholiker bist (genauso wenig wie dran zu rütteln ist, dass ich eine Alkoholikerin bin ;) )

    Was wir in der Hand haben, ist jedoch... ob wir nasse oder trockene Alkoholiker sind.

    Zitat

    Sonntags haben wir immer schön gegessen und dann den"Tatort"geschaut..

    Tu' dir den Gefallen und verfalle nun nicht in Selbstmitleid. Das kannst du nun am wenigsten gebrauchen. Traurig sein ist okay... aber achte drauf, dass du dich nicht in was rein schaufelst. Und machst heute an diesem Sonntag abend etwas anderes, als vor dem TV zu sitzen.

    Wie wäre es mit lesen... hier im Forum... in den Tiefen (damit meine ich alte Beiträge) oder in den Lebensgeschichten. Das hat mir sehr weitergeholfen.

    Maria

    Hallo Lebenshungrige,

    Zitat

    Irgendwie sind meine ganzen Gefühle und Empfindungen, also auch mein Körpergefühl und stets klar im Kopf zu sein, noch sehr ungewohnt für mich. Versteht ihr, was ich meine?!

    Das ging mir nicht anders. Auf einmal habe ich meine Gefühle und das Leben ja wahrgenommen, anstatt sie und es zuzuschütten. Auch das brauchte Zeit, damit wieder zu lernen umzugehen und fiel mir anfangs auch nicht eben leicht.

    Ich hatte starke Stimmungsschwankungen anfangs. Davon merke ich heute in der Form nichts mehr.

    Zitat

    Wie lang waren denn deine Trinkpausen? ...das würde mich mal interessieren.

    Als ich sie machte... wusste ich gar nicht, dass es Trinkpausen waren. Den Unterschied zwischen Trinkpause und Trockenheit habe ich erst hier kennengelernt.

    Maximal 6 Wochen habe ich ohne Alkohol geschafft... mit größter Kraftanstrengung und der sogenannten Faust in der Hand. Alles nur mit dem Ziel, mir zu beweisen, dass ich eben keine Probleme mit Alkohol habe.

    Seitdem ich nun aber besser über mich Bescheid weiß und mir eingestehen konnte, dass ich Alkoholikerin bin, ist es kein Krampf und kein Kampf mehr für mich.

    Die anfängliche schwere Zeit wurde immer leichter und nun bin ich sehr gut zufrieden mit meiner Trockenheit.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo zhig,

    was meinst denn du, wo du diesmal ansetzen kannst, damit deine Trockenheit eine Möglichkeit von Dauer hat?

    Weil irgendwas muss ja noch nicht so ganz bei dir angekommen sein, dass quasi aus "heiterem" Himmel eine Situation da ist, die dich veranlasst ein Bier zu bestellen, oder was meinst du?

    Ich habe hier mal im Forum vor längerer Zeit gelesen, da schrieb eine Userin, dass sie vergessen hat, Alkoholikerin zu sein. Das ist für mich ein Gedankengang, den kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

    Ich habe jahrelang verzweifelt versucht irgendwie mit Alkohol umgehen zu können - immer mit gleichem Ergebnis. Nämlich, dass ich es nicht kann. Bei 1 Gelegenheit ging es vielleicht (ähnlich wie du es beschreibst) doch spätestens nach ein paar Tagen war der Drang sich komplett die Birne wegzuschießen da und ich habe es dann auch selbstverständlich getan. Was dann wieder mehrere Wochen sich durch mein Leben zog.

    Nun versuche ich das gar nicht mehr zu schauen wie ich mit Alkohol umgehen kann - weil ich weiß, dass ich da komplett machtlos bin. Also habe ich meinen Blickwinkel geändert... weg vom Alkohol nicht mehr mit.

    Ees reicht ja nicht, regelmäßig zur SHG zu gehen und sich Wissen um die Sucht anzueigenen. Es muss auch was ankommen in einem, um daraus konsequent handeln zu können. Das ist so eine Mischung aus allem und verschiedenem.

    Was kann es sein, was bei dir noch nicht angekommen ist? Hast du ´ne Ahnung? Denn das kann dir ja nicht von außen reingetragen werden in dir, das musst du bei dir finden. Kannst du das vlt. benennen?

    Maria

    Hallo zhig,

    ich wohne noch auf dem platten Land und versteh' genau was du meinst. Und da begannen meine erste Veränderungen. Ich hielt mich von diesen Veranstaltungen konsequent fern und zog mich vollkommen in mich zurück, um mich mal ohne diese ganzen Eindrücke von außen - kennenzulernen. Bin in der Folge dessen aus meinem Stammtisch ausgetreten, bin auf keinem Schützenfest mehr zu finden und vieles andere mehr... was wohl den Rahmen sprengen würde zu erzählen.

    Ich denke was ich übergeordnet sagen kann, welche Veränderung die war, die mich bis heute trocken bleiben lässt war, dass ich meine Einstellung insgesamt zu vielen Dingen geändert habe. Das ging natürlich nicht von 1 Tag auf den anderen. Doch irgendwie kam zu meinem Willen - nicht mehr zu trinken zu wollen - der feste Entschluß dazu, nun nur noch dahin zu gucken, wie ich das schaffen kann. Was ich dazu als Rüstzeug und an Wissenswertes brauche. Mein Blickwinkel auf den Alkohol und damit schlußendlich auf mich, hatte sich verändert.

    Der Verlust über deine Partnerschaft schmerzt. Das ist vollkommen normal und diese Gefühle sind auch ernst zu nehmen.

    Vielleicht schaffst du es aber dennoch - gleichzeitig, dich auch um dich und deine wichtiges Ziel zu kümmern, nämlich deine Trockenheit. Das ist nicht einfach - das will ich dir gar nicht vermitteln, aber möglich ist es, wenn du dir die Chance dazu gibst.

    Maria

    Hallo zhig,

    herzlich willkommen zurück.
    Es tut mir leid, wie sich die Dinge bei dir entwickelt haben.

    Was mir auffällt in deinem Bericht ist, dass du schreibst:

    Zitat

    weiss seit ca. 10 Jahren,dass ich ein Alkoholproblem habe

    Ich schreib mal von mir: Ich wusste (in den Momenten wo ich ganz ehrlich mit mir war) seitdem ich erstmals mit Alkohol in Kontakt gekommen bin, dass ich nicht damit umgehen kann und ich Probleme damit hatte.

    Aus dieser Sicht habe ich meine komplette Energie darauf verwendet, dieses Problem irgendwie in den Griff zu bekommen. Probleme sind schließlich dazu da... sie irgendwie - notfalls auf Biegen und Brechen - zu bewältigen. Für mich hieß das, dass ich mit größter Kraftanstrengung versuchte, nicht mehr so oft und nicht mehr so regelmäßig zu trinken. Ich versuchte die Kontrolle über meinen Alkoholkonsum zurück zu erhalten. Aber angekommen dass ich nur dann eine Chance habe, wenn ich ihn komplett aus meinem Leben halte, war es da noch nicht.

    Ab dem Tag an dem ich mir eingestanden habe, eben nicht nur ein Problem mit Alkohol zu haben, sondern alkoholabhängig zu sein, hat sich mein Weg zur Trockenheit geebnet.

    Ab da konnte ich die Änderungen in meinem Leben vornehmen, die mich trocken werden ließen.

    Ich hatte erst den Fokus auf mich zu richten.

    Ich kann dich verstehen, dass du dich alleine fühlst und du das Gefühl hast, dass nun alles unter dir wegbricht. Aber vielleicht siehst du auch die Chance darin, dich nun auf dich zu besinnen und für dich zu erkennen, wo du lang zu gehen hast, damit dein trockenes Leben beginnen kann?

    Ich wünsche dir alle Kraft dazu,

    lg Maria

    Zitat

    Denkt ihr "alten Hasen" auch noch jeden Tag an Alkohol? Müsst ihr jeden Tag kämpfen, trocken zu bleiben? oder schaltet sich auch mal das Suchtengedächnis für Wochen oder Monate ab?

    Hallo Lebenshungrige,

    vorab: ich zähle mich nicht zu den alten Hasen ;)

    Ich denke heute in der Form an Alkohol - wie ich ihn aus meinem Leben raushalten kann. Dazu gehört für mich unbedingt, auf jede Lebensmittelpackung zu schauen, ob da Alkohohl drin enthalten ist und einige sonstige Verhaltensänderungen bzgl. meines Umfeldes und meiner Gewohnheiten.

    Kämpfen muss ich nicht. Das habe ich getan, als ich noch nicht kapituliert habe - ich mich in Trinkpausen befand. Und sich meine Trockenheit darauf beschränkte - eben nur nicht mehr zu trinken. Das reichte nie aus und so fiel ich immer wieder zurück.

    Also hatte ich grundlegendes zu ändern.

    Seit dem ich annehmen konnte, suchtkrank zu sein und ich lerne danach mein Leben auszurichten - ist es kein Kampf mehr für mich.

    Liebe Grüße
    Maria - die auch schon lange die Tage nicht mehr zählt, aber über jeden trockenen Sonnenaufgang sehr dankbar ist

    Zitat

    Ganz weg gehen wird die "Lust" nach Alkohol wohl nie

    Guten Morgen Altubelli,

    da schließ` ich mich Matthias gleich mal direkt mit an:
    Doch die Lust vergeht, vor allem nachdem ich erkannt habe, dass Alkohol in jeglicher Form kein Hilfsmittel für mich ist, sondern ein Stoff, der mich lähmt und mich unweigerlich ins Grab bringen kann.

    Zitat

    Zwar fällt es mir ab und zu noch schwer nach der Arbeit nicht beim Supermarkt anzuhalten und schnell eine Falsche zu kaufen, aber da bleib ich Stark

    Eine Alternative wäre - wenn der Weg immer dran vorbeiführt - für eine gewisse Zeit einen anderen Weg zu wählen.

    Ich habe versucht in meiner Anfangszeit ausschließlich vormittags oder am frühen nachmittag einzukaufen, da ich beobachtet hatte, dass abends wesentlich mehr Alkohol in die Einkaufswägen landet. Den Anblick habe ich mir so erspart. Das gab mir ein gutes Gefühl für mich.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Jabo,

    liest sich doch wirklich viel besser bei dir. Das freut mich für dich.

    Zitat

    Das hat sich im Laufe meiner Persönlichkeit Entwicklung so ergeben.

    Das heißt ja im Umkehrschluß, dass sich im Laufe deiner Trockenheit auch wieder Entwicklungen ergeben können ;)

    Ich bin auch der Typ Mensch, der gesunden Egoismus lernen musste. Es hat gedauert, doch heute kann ich viel eher sagen - nö... heute bin ich erstmal dran und dann du. Ich übe weiter und es wird immer besser - ganz ohne Ellebogen - das mag ich nämlich auch nicht.

    Und ich sag's mal einfach so, falls es dir nicht selbst schon aufgefallen ist:

    Du hast um Hilfe gebeten mit deinem Post von Freitag. Das ist ein guter Schritt gewesen :) (ich erwähne es nur, damit es nicht untergeht, denn auch das zeigt ja eine Entwicklung an... und will mal erwähnt sein).

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Jabo,

    in meiner Anfangszeit meiner Trockenheit (jedoch mehrere Monate) hatte ich - ich nenne ihn für mich unterschwelligen Suchtdruck zu tun - richtig akuten Suchtdruck kenn' nicht bis heute auch nicht . Allerdings hat mir auch schon so vollkommen gereicht, denn auf Dauer kann der echt mürbe machen.

    Ich bin dem auf die Spur gekommen, indem ich zweifach für mich tätig war. Zum einen zu schauen, wie kann ich Tag für Tag trocken bleiben. Also was hilft mir direkt und unmittelbar, mein Druckgefühl zu lösen oder zumindest abzumildern... halt in 24 h denken. Wie schon beschrieben, sind es Dinge, die mich ablenken. Oder auch mal ganz schlicht und einfach... meinen Frust rausmeckern (das kann ich wie Boris Becker in seinen besten Zeiten :-)... aber nur für mich allein) oder die Tränen laufen lassen. Und vor allem: viel Wasser oder Tee trinken. Auf jeden Fall Getränke, die mich in keinster Weise an Alkohol erinnern.

    Zum anderen, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was mir langfristig hilft, gar nicht mehr Druck so aufzubauen und zu gucken, was mir eine Art Grundruhe verschafft. Für mich zählen da Dinge zu, wie liebevoll mit mir umzugehen, für mich herauszufinden, was tut mir gut und was ist hingegen Gift für mich.

    So geht meine Trockenheitsarbeit Hand in Hand und ich habe für mich nun das Gefühl, nicht mehr von hinten einfach überrollt werden zu können.

    Das hat mich zuerst innerlich an Grenzen stossen lassen (was mit meinem Perfektionismus so rein gar nicht vereinbar war), die ich deswegen behutsam erweitern musste, damit ich mir nicht noch zusätzlichen Druck aufbaute.

    Nach wie vor laufen alle Fäden dahingehend zusammen, es geht nur Schritt für Schritt und mit einer Portion Geduld :)

    Maria

    Hallo Jabo,

    so wie ich das lese hast du in deinem Post eine Menge Ansätze selbst genannt.

    Was ich von mir kenne, ich hatte die Neigung sofort von einem Tag auf den anderen eine Komplett-Lösung finden zu wollen. Und wenn die nicht direkt parat da war - baute sich schon der erste Frust und auch Druck auf. Altes Perfektionsleiden ;)

    Was mir geholfen hat, war in ganz Kleinem anfangen zu Denken. Nicht DAS ULTIMATIV GUTE zu finden; sondern nur das was mir HEUTE hilft, trocken zu bleiben und mich so Tag für Tag mehr und mehr an mich anzunähern.

    Wenn du den Rückfall so sehr im Kopf als Druckmittel hast, wird es natürlich schwer sein, für dich zu erkennen, was dir jetzt helfen kann und lässt dich weiter erstarren.

    Wie war das denn in deiner ersten Zeit... da hattest du doch sicherlich auch Druck? Wie bist du da mit ihm umgegangen?

    Maria

    Hallo Jabo,

    das freut mich, dass ich dich erreichen konnte.

    Nur nachdenken alleine reicht natürlich nicht ;-).... zumindest bei mir war das so. Ich musste mir schon gezielt was vornehmen und mich gegen den inneren Schweinehund auflehnen, der mir sagen wollte, hat alles eh keinen Zweck.

    Das erfordert wiederum einen langen Atem und Geduld.

    Deswegen konkret nochmal nachgefragt:

    Was würde dir helfen... kannst du auf was zurück greifen oder brauchst du Ideen von außen? Dann frage einfach drauf los... bin mir sicher, dass einiges an Vorschlägen zusammen kommen würde.

    Jeder Mensch tickt ja schließlich anders und hat andere Dinge, die persönlich gut tun.

    Würde mich schon interessieren, was es für dich ist... vielleicht bringst du mich dadurch ja auf neue Ideen :-).

    Maria