Beiträge von Maria

    Hallo Jabo,

    du schreibst:

    Zitat

    Früher habe ich mir bei ähnlichen Situationen die Kante gegeben

    und sagt ja damit an, dass du es Heute anders machen willst. Das ist ja schonmal gut.

    Du beschreibst, wie aussichtslos die Situation ist und fährst dich meiner Meinung nach vollends selber an die Wand. Wo läge ein Ansatz, wie du diese Situation aushalten wenn nicht sogar ohne Alkohol lösen kannst ?

    Mir helfen so einfach Dinge wie Joggen, oder ewig lange Spaziergänge wenn die Kraft zum Joggen nicht reicht, den Tränen einfach freien Lauf lassen, ein Saunabesuch... irgendwas was mir ALLEINE halt gut tut, meinen Druck zu lösen.

    Konntest du dir bisher Alternative erarbeiten, die dir hilfreich sind um den akuten Druck zu nehmen?

    Maria

    Hallo Altubelli,

    auch nochmal hier: ein herzliches willkommen im Forum. Schön, dass du dran bleibst an dir.

    Meine schwierigste Zeit war auch genau die Zeit, wo mein Mann noch nicht zu Hause war. So etwa 2 Stunden waren es bei mir.

    Und genau für diese Zeit habe ich mir anfangs immer gezielt was ganz anderes vorgenommen, damit der Tagesablauf für diese Zeit halt anders aussah. Ich bin viel spazieren oder habe meine Kinder eingepackt und bin mit ihnen schwimmen (durfte ja nun ständig autofahren :) und da die meisten vom Schwimmbad nach Hause aufbrachen, hatten wir noch ein schön leeres Bad :) ) In diesen 2 "vankanten" Stunden habe ich sogar nur Wasser getrunken (wenn ich doch zuhause war) - sehr viel - aber eben extra nur Wasser, damit ich keinerlei Verbindung zu einem anderen Getränk aufbauen konnte. Es bedeutete eine Umstellung, aber für mich unterstrich ich damit meine feste Absicht, nicht mehr trinken zu wollen.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo,

    in etwas abgeänderter Form habe ich diese Frage auch im erweiterten Bereich gestellt. Interessieren mich Antworten jedoch auch hier:

    Trinkend habe ich Halt im Alkohol gesucht. Nach Weglassen des Suchtmittels fühlte ich mich elend und hatte scheinbar allen Halt verloren. Ich ging sehr unsicher durch mein Leben. Ich musste mir einen eigenen Halt neu erarbeiten.

    Mich würde interessieren: Wie habt ihr das gemacht?
    Und: Was gibt euch heute Halt? Worin findet ihr Unterstützung?

    Maria

    Hallo Flor,

    dein Thread heißt: Keine Rückfälle mehr.

    Jetzt hast du grad einen gehabt - bist somit weiter in deinem Muster. Du hakst ihn ab und gehst einfach weiter? Solltest du dir das nicht doch genauer ansehen was da im einzelnen passiert ist?

    Ich weiß nicht, ob das Gleichzusetzen ist mit sich selbst geißeln. Aber hinterfragen solltest du das schon. Einfach so trocken werden - geht nicht.

    Woher hattest du den Alkohol überhaupt? War noch was da? Oder bist du los und hast ihn gezielt gekauft?

    Maria

    Hallo Pelagia,

    ja - so ähnlich war meine Taktik auch. Ich hatte lange Zeit mit Druck zu tun - war sehr lästig. Irgendwann konnte ich ihn als Zeichen annehmen, mehrere Gänge runterzuschalten und langsamer zu machen.

    Das ist schön was du schreibst.
    Weiter so ;)

    Maria

    Hallo Flor,

    schön, dass du wieder da bist und weiter dran bleibst.

    Zitat

    Es faellt mir schwer, mich in irgendwelche Formen pressen zu lassen.

    Ein Satz, der ja glatt von mir sein könnte ;) Ich mag das auch gar nicht und habe mittlerweile da ein gutes Grundgefühl erarbeiten können, wenn es passiert, entweder von außen gewollt oder ich mich selbst presse (gibt es ja auch :) )

    Ich habe mich im Laufe meiner Trockenheit häufig gefragt, warum ich für mich persönlich dann ganz extrem reagiere. Ich denke es liegt daran, weil der Alkohol genauso bei mir vorgegangen ist. ER HAT MICH IN EINE FORM GEPRESST UND ICH HABE ES ZUGELASSEN. Ich schrieb in meinem Thread "wechselspiel", dass eines der Dinge, die ich am allermeisten an meiner Trockenheit besonders mag - die Klarheit ist.

    Was ich noch am allermeisten an meiner Trockenheit mag ist, dass ich heute unendlich viele Möglichkeiten habe, mich eben nicht in Formen pressen zu lassen. Mit Alkohol gibt es für mich immer nur die EINE Möglichkeit und die führt nach unten.

    Wie geht's dir heute, Flor?

    Liebe Grüße
    Maria

    Danke Matthias,

    eins von den Dingen, die ich am allermeisten an meiner Trockenheit mag - ist die Klarheit.
    (ich kann mich nicht entscheiden,denn es sind so viele Dinge, die ich am allermeisten am trocken sein mag :-)).

    Anfangs - daran kann ich mich besonders gut erinnern - empfand ich das beginnende Klarzusehen, als ängstigend, bedrohend. Am liebsten hätte ich direkt wieder weg geguckt.

    Heute empfinde ich viele Dinge ganz anders. Mir zeigt es, manche Sachen brauchen ihre Zeit, um sich zu entfalten oder zu entwickeln.

    Maria

    Mit 13 Jahren hatte ich meinen 1. Vollrausch. Von da an habe ich mit Freunden regelmäßig getrunken. Am Wochenende – auch mal in der Woche vor Langeweile. Von Anfang an konnte ich die Menge des Alkohols nicht kontrollieren. Sobald er seine enthemmende Wirkung entfaltet hatte, trank ich bis zum Gedächtnisverlust. Die ersten Parties standen an. Ich erinnere mich, wie ich da schon dachte, entweder du trinkst und bist total betrunken, oder du trinkst nicht, damit es nicht entgleist. Meist habe ich getrunken. Es gab immer nur entweder / oder.

    Mit 20 Jahren war ich total ausgebrannt. Es stellten sich Schlafstörungen ein, die erste fette Depression hatte mich voll im Griff. Die Frage meines Therapeuten, ob Alkohol eventuell für mich ein Problem sein, verneinte ich. Wir dröselten so einiges auf, was mich nicht mehr täglich zum Alkohol greifen lies, aber dennoch wenn – war das Resultat wenn ich es tat - stets das Gleiche.

    Ein paar Jahre konnte ich den Alkoholkonsum in soweit kontrollieren, dass ich nach außen funktionierte und die Abstürze sich nur auf Feierlichkeiten begrenzten.

    Mit Anfang 30 trank ich regelmäßig. Mein normales Pensum lag bei 2 halbe Liter Weizenbier und 1 Flasche Rotwein. Eines Morgens erwachte ich und wollte schon morgens trinken. Das war ein Weckruf für mich. Ich holte mir Hilfe für meine neuerliche Depression. Die Feststellung der Therapeutin lautete nüchtern, es ist der Alkohol, der mich in die Depressionen treibt – konnte ich nicht annehmen. Ich süchtig? Niemals.

    Fünf Jahre lang bewies ich ihr, dass ICH doch keine Probleme mit Alkohol habe. Mein Pensum wuchs, von 2-3 ltr. Weizenbier auf 2 Flaschen Rotwein. Ich fing an, Flaschen zu verstecken, leere Flaschen heimlich zu entsorgen. Unter größter Kraftanstrengung baute ich Trinkpausen in mein Leben ein. Es wurde immer schwerer eine Pause zu beginnen, die Pausen dazwischen geringer. Der Kraftaufwand immer größer.

    Ich war innerlich leer und wusste keinen Ausweg.

    Langsam näherte ich mich den Worten der Therapeutin an… schaute dahinter, hat sie vielleicht doch Recht? Ich googelte und fand diese Seite. Las bis in die tiefe Nacht hinein. Mal nüchtern, mal mit viel Alkohol im Blut.

    Die Geschichten hier wiederholten sich. Der Ton war rau. Wenn ich nicht raus wollte aus meinem Loch erschienen mir die Worte hart, verletzend, unangebracht, grenzüberschreitend. Wenn ich einen klaren Moment hatte, konnte ich sie annehmen. Auf mein Leben anwenden und war mir sicher, wenn ich raus will aus diesem Loch, dann geht’s nur mit allergrößter Konsequenz und Vertrauen den Menschen gegenüber, die bereits raus waren.

    Kommal’s LZT-Erfahrungen habe ich so viele Male gelesen, sie hat mich ermutigt, wie viele andere Worte ebenso. Schonungslose Worte haben mich wachgerüttelt, dass beim Alkoholismus die Spirale ungestoppt unweigerlich nur nach unten geht.

    Ich danke allen, die den Mut aufbrachten und aufbringen, ihre Geschichten zu erzählen und mir geholfen haben, mich wachzurütteln und genau hinzusehen und ich danke mir, dass ich die Chance meinem Leben eine Wendung zu geben, annehmen konnte.

    -Maria-

    Hallo Flor,

    gerade zu Anfang sind Stimmungsschwankungen nichts ungewöhnliches. Hatte ich auch mit zu tun. Einen Tag war alles super, der nächste auf einmal nicht schön.

    Wichtig ist, wie du ihnen begegnest.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Xenica,

    ich denke... nix anderes will das Wort Tiefpunkt aussagen.

    Ich bin dankbar, dass ich meinen Tiefpunkt zu einem Zeitpunkt wahrnehmen durfte, wo halt noch nicht alles vollkommen den Bach runter war... mir reichte es aber so schon zur genüge... das mal nebenbei bemerkt ;-).

    Wenn ich bei den Menschen lese im Forum, die viel weiter runter mussten, lese ich, dass sie an vielen dieser Punkten auch waren in ihrem Verlauf, aber leider noch nicht in der Lage waren, ihn als Tiefpunkt bzw. als Chance zur Wende verstehen zu können. Was mir im weiteren Verlauf wieder klar macht, warum sie mit allen Mitteln und aus heutiger Sicht, ihre Erfahrungen so darbringen - wie sie es dann tun... aber das wäre ja wieder ein anderes Thema. Wenn sie ihre Geschichten rückblickend erzählen, kommen immer wieder die Worte... hätte ich mal da... oder ziemlich tief war ich schon, aber begriffen hatte ich noch nix ... usw. usf.

    Ich hatte etliche Trinkpausen und Versuche, meinen Konsum irgendwie einzuschränken oder von ihm irgendwie zu lassen. Aber wirklich was daraus geworden ist es erst, nachdem ich den Alkohol vollständig als Grund für meine ständig wiederkehrende Depressionen, Unzufriedenheiten und Unlust das Leben zu leben festmachen konnte... das leitete meine Erkenntnis ein... schon verdammt tief zu sein und nur mit einem Ruck raus da, hatte ich eine Chance.

    Das heißt zwar nicht gleichbedeutend, dass ich heute nicht auch noch meine Probleme und Phasen habe, wo es nicht so läuft, aber es sind halt nur noch Abschnitte und kein Dauerzustand mehr.

    Maria

    Hallo,

    ich kopiere eine Zusammenfassung rein, die ich vor einiger Zeit in meinem 1. Thread geschrieben habe:

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    Mein Tiefpunkt bestand nicht darin, dass ich alles versoffen habe. Ich brauchte nicht alles zu verlieren. Dafür bin ich meinem Schutzengel sehr dankbar.

    Mein Tiefpunkt bestand darin, mir zuzusehen und mich nicht daran zu hindern, wie ich innerlich immer mehr abstarb. Für mich war es klar, wenn ich so weitermache wie bisher, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis zu meinem inneren Sterben, das äußere Sterben beginnt.

    Aus dieser Erkenntnis heraus, gehe ich die nötigen Schritte mit aller mir möglichen Konsequenz.

    Bei mir sah das so aus, daß ich zunächst meinen Arzt konsultiert habe, um mit ihm die nötige Entgiftung zu besprechen. Von dorthin ging ich zur Suchtberatung. Ich informierte mich darüber, was Alkohol generell anrichtet. Was das für ein Stoff ist und welche "Hilfe" ich mir Tag für Tag als Krücke ausgesucht habe.
    ....................................


    Oft lese ich, dass die Grundbausteine als einengend und Lebensqualität raubend empfunden werden.

    Bei mir war´s die Mauer, die ich um mich mit Hilfe des Alkohols errichtete, die mir die Luft nahm. Stein auf Stein mauerte ich mit jedem Schluck und mit jedem Suff die Mauer höher. Durch die flüssige Konsistenz des Alkohols floss er in jede Ritze und verschloß jede noch so kleine Lücke Klarheit zähflüssig und unüberwindbar. Diese Mauer engte mich ein, raubte mir die Luft, um mich frei entfalten zu können.

    Die Grundbausteine hingegen sind für mich ein Grundgerüst mit offenen Pfeilern. Sie lassen Leben rein und mir die Möglichkeit - innerhalb dieses sicheren Raumes - Luft zu bekommen, atmen zu können, neu oder überhaupt erstmals die Gelegenheit zu bekommen zu leben anzufangen.

    Meinen Tiefpunkt (oder die Summe jeder einzelnen Punkte... das trifft es besser) begreife ich rückblickend nicht als negatives Ereignis, vielmehr als den Wendepunkt -->> meine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Suchtmittel.

    -Maria-

    Hallo Bernsteinauge,

    Zitat

    Da gebe ich mir zum jetzigen Zeitpunkt viele Wochen, bevor ich mich gefährdet sehe.

    Diese Wochen willst du dann für's Warum nutzen. Gut.

    Aber was machst du, wenn diese vielen Wochen rum sind oder du gar nicht soviele Wochen hast, sondern nur Tage und du keine Antworten auf deine Fragen bekommen hast? Du dich in Situation begibst, die dich von hinten überraschen?

    Und... wie bleibe ich trocken ? (schützen, langsam ernüchtern, etwas stabiler werden, Strategien zum Streßabbau entwickeln, gesunde Alternativen suchen) wegen des Warum habe ich getrunken...? gar keine Chance bekommt... weil dir die Zeit weggelaufen ist?

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Bernsteinauge,

    da begrüße ich dich doch herzlich im Forum und danke dir für deine ausführliche Zusammenfassung.

    Auf meine Warum's gab es nur eine Antwort, woraus alles andere resultierte... nämlich ICH BIN SUCHTKRANK.

    Das ist wiederum unterteilt in vielen kleinen Schichten, meine sogenannten Auslöser:

    Zitat

    Wenn ich zusammenfasse, dann komme ich auf:
    Zeitdruck
    Geldsorgen
    Zukunftsängste
    Angst, es nicht jedem Recht zu machen und nicht helfen zu können

    Kann ich auch so grob zusammenfassen.

    Für mich wurde es leichter, als ich vor dem Alkohol kapituliert habe. Als ich annehmen konnte, ich werde den Alkohol niemals kontrollieren können oder die Stirn bieten. Er ist schlicht und ergreifend größer als ich. Wenn ich gegen ihn gewinnen möchte, dann nur wenn ich die Spielregeln bestimme. Und das geht nicht alleine über den Kopf, dafür muss ich Grundlegendes umstellen in meinem Leben.

    Das tue ich mit Hilfe dieses Forums. Meine Wohnung ist alkoholfrei. Ich habe mich vom Großteil meiner alten sogenannten Freude verabschiedet. Die Menschen, die mir wichtig sind, habe ich eingeweiht.

    Mein Augenmerk habe ich vollkommen im ersten Jahr meiner Abstinenz darauf gerichtet, wie ich trocken bleibe - nicht warum ich getrunken habe.

    Siehst du dich selbst als Alkoholiker?

    Liebe Grüße
    Maria

    Zitat

    Insegamt bin ich gewachsen, ich bin nicht mehr das häufchen elend, sondern ich bin ich, endlich nach so vielen Jahren.

    Schön zu lesen, dass du weiter auf dem Weg bist :)

    Grüße
    Maria

    Zitat

    Es liegt mir wirklich daran, alles wachsen und bluehen zu sehen und mich darin auch wieder aufbluehen zu sehen!

    Liebe Flor,

    ja das ist ein schönes Bild was nachhaltig motiveren kann :)

    So wie ich lese, hast du ja schon einige eigene Ansätze. Das ist sehr gut. Weiter so.

    Liebe Grüße
    Maria

    Zitat

    Ich weiß noch nicht wie ich damit umgehen kann....auf jeden Fall stehen 2 Geburtstage an wo ich genau weiß dort wird heftig gefeiert. Diese lasse ich ausfallen und ich werde sehen wie es mir damit geht. Kann ja hier berichten

    Hallo Pelagia,

    wenn da heftig gefeiert wird, ist es auf jeden Fall die richtige Entscheidung - nicht hinzugehen.

    Bei mir war es ja anfangs genauso. Ich habe Verlustgefühle gehabt. Grade in den ersten Monaten. Da hat das Umdenken gedauert. Ich kannte mein Leben nur so, zu ´ner Party/ Feier gehen. Anfangs noch verhalten zu trinken und dann aber gib´ ihr :roll:

    Mit zunehmenden trockenen Wochen wurde meine Denkweise dahingehend eine andere. Ich habe mir gezielt was anderes vorgenommen, eben was mir gut tut und mich bereichert, wenn sowas stattfindet - wo ich früher halt hingegangen bin.

    Heute bin ich immer froh und mir dankbar, wenn ich ausgeschlafen, nüchtern, gut zufrieden beim Bäcker stehe, Brötchen hole, und dabei in die leeren Gesichter mancher Menschen sehe, die die Nacht vorher gefeiert haben bis zum Umfallen.

    Für mich war es DAS Aha-Erlebnis... eben eine Wahl haben zu dürfen, nämlich zu solchen Veranstaltungen nicht mehr hin zu müssen, wenn ich es nicht möchte. Und ich wollte nicht mehr, weil ich meine frische Abstinenz schützen wollte und ich Angst hatte, dass sich in solchen Situationen was verselbstständigt, wo ich keinen eigenen Zugriff habe. Ich war angefangen mein Leben in kleinen Stückchen wieder selbst zu bestimmen und nicht gesellschaftlichen Mustern anzupassen - das fühlte sich gut an.

    Ja... ich fände es interessant zu erfahren, wie es dir damit ergeht oder ergangen ist, wenn die Feiern waren. Würde ich gerne lesen.

    Liebe Grüße
    Maria

    Zitat

    Man muss sie nur finden und finden wollen.

    Karsten, da schließe ich mich unbedingt an und möchte hinzufügen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, erst wenn ich mit dem einen abgeschlossen habe, dann kann ich finden.

    Dazu gehört für mich unabdingbar dazu, sich eben von dem alten Umfeld zu distanzieren - um überhaupt die Chance zu bekommen, dahinter blicken zu können.

    Auch bei dem was HansHa schreibt finde ich mich wieder:

    Zitat

    ...zu meinen nassen Zeiten war meine Wahrnehmung, dass alle immer nur am Saufen sind...

    War ja DIE Entschuldigung selbst mitzutrinken, denn einer ist immer dabei, der mehr trank... zumindest aus dem nassen Denken heraus.

    Maria

    Hallo Pealgia,

    Zitat

    Also werde ich gewisse Feiern eben meiden....weil ich weiß da wird gesoffen...

    Ja... so mache ich das auch. Grad am Anfang meiner Trockenheit empfand ich mich selbst als Sonderling... als jemand, der außer der Norm ist. Weil scheinbar alle kontrolliert trinken können (was ja gar nicht stimmt, aber so waren meine fehlgeleiteten Gedanken in dieser Zeit) nur ich nicht. Also: Ich bin falsch und nicht die anderen.

    Ich habe mich von diesen Verantstaltungen entzogen, weil ich mir das ersparen wollten, mein Andersein vor Augen geführt zu bekommen.

    Mit längerer Trockenheit seh ich mich nicht mehr als Sonderling oder krankhaftes Wesen, sondern als Person, die ihre Grenzen zum eigenen Schutz setzt. Ich möchte mich nicht mehr da aufhalten, wo ich mich nicht wohl fühle und deswegen gehe ich weiterhin nicht zu solchen typischen Veranstaltungen. So ein klassisches Beispiel wäre bei mir die Weihnachtsfeier. Alleine der Gedanke dran ist mir schon ein Greuel. Natürlich fragen meine Kollegen warum ich nicht komme. Ich sage klar und deutlich, weil ich rein gar nichts davon habe... deswegen erspare ich mir das.

    Etwas anders sehe ich es mittlerweile bei Feiern (nach 2 Jahren Trockenheit), wo getrunken wird, aber die Motivation der Feier eine andere ist. Allerdings kann ich da ebenso auf meinen heutigen Umgang zurückgreifen, weil ich mich als Person sehe, die auch dort ihre Grenzen zu ihrem eigenen Schutz setzt... im Zweifel immer zu meinen Gunsten... ohne Blick auf die Etikette.

    Zitat

    Also werde ich gewisse Feiern eben meiden....weil ich weiß da wird gesoffen.... :(

    Du schreibst das, als wäre das Fernbleiben ein großer Verlust für dich.
    Ich möchte dich fragen, ist das wirklich so? Oder kannst du eventuell vorstellen, dass eben das Fernbleiben... dieses nicht Aushalten anderen beim Trinken zuzusehen...auszusitzen... nachhaltig bereichert könnte.
    Dies dir eben ein gutes Gefühl geben könnte, nämlich dass du für dich Weitblickend sorgst, dich ernst nimmst und anhand dessen was du weißt, deine Entscheidungen triffst?

    Maria