Beiträge von Maria

    Hallo EinNeuer,

    grade mein in guter Gesellschaft sein hat mich nicht erkennen lassen, wie tief ich jahrelang drin war.

    Ich habe zig Mal so versucht aufzuhören, in der Gesellschaft zu verbleiben, mit dem Ergebnis langsam immer tiefer zu rutschen. Die Schlinge zog sich langsam unbemerkt, entschuldigt, weil irgendjemand immer mehr trank, fester zu.

    Für mich gab es nur den einen entscheidenen Schritt daraus. Ich konnte die Erfahrungen der Langzeittrockenen annehmen, weil ich meinen Wunsch trockenzubleiben genau daran festmachen konnte. Es ist das Umfeld, was mich mit bestimmt und mich nicht vom Alkohol entfernen lässt. Wenn ich mich nicht von diesem Denken und diesem gesellschaftlichem Verhalten löse, habe ich keine Chance - dauerhaft - trocken zu bleiben.

    Wobei ich für mich absolut trenne in: trocken werden, trocken bleiben und ein trockenes Leben führen.

    Um mir die Möglichkeit zu geben überhaupt erstmal trocken zu werden, hatte ich mich von allem fernzuhalten.

    Um trocken zu bleiben, halte ich mich weiterhin dran, möglichst wenig mit alkoholtrinkenen Menschen meine Zeit zu verbringen. Und es liegt in meiner Hand, wie eng ich da die Grenzen stecke. Da sind mir die gesellschaftlichen Gepflogenheiten egal.

    Ich bin aufgebrochen ein trockenes Leben zu führen. Dahin bin ich unterwegs und alles was mir das erschwert, darf nicht mit.

    Grüße
    -Maria-

    Hallo Trauerweide,

    habe mich grad ein bisschen eingelesen bei dir und kann mich erinnern, dass mir die Wochenenden anfangs auch sehr schwer gefallen sind. Jahrelang wurden sie nach einem Schema F gelebt und aufeinmal wird es anders. Mir fehlte so ein bisschen der Ansatz, wie kann ich sie nun sinnvoll füllen? Alles erschien mir nicht wochenendgemäß zu sein.

    Was mir schnell aufging, dass ich was grundlegendes ändern zu hatte und nicht nur das Glas zu Seite zu stellen habe und weiterhin sonst alles gleich zu machen.

    Ich überlegte mir schon während der Woche, was ich anders machen konnte, damit ich gar nicht erst in die Verlegenheit kam, das Wochenende mit den vielen anderen zu vergleichen. Gezielt habe ich nach Aktivitäten gesucht, die ganz ohne Alkohol stattfinden konnten. Grad am Anfang war das ganz wesentlich für mich - allerdings kann ich nun dazufügen - es ist so geblieben, dass ich mich ohne Alkohol in meiner Nähe am wohlsten fühle.

    Was ich auch immer sehr genossen habe - und heute wohl überraschenderweise (da ich so früh erwacht bin) auch tun werde, ist in den frühen Morgenstunden zu joggen. Nachher in aller Seelenruhe frühstücken und weiter den Tag erwachen sehn´. Für mich ein großes Geschenk der Trockenheit.

    Über eine Aussage von dir bin ich gestolpert, weil es nicht den Kern der Sache trifft:

    Zitat von Trauerweide

    Meine Freunde wissen von dem Problem und sie bestärken mich.

    Du leidest an einer Suchterkrankung. Das ist etwas anderes als ein Problem zu haben.

    Du bist es wahrscheinlich gewohnt, Probleme mit dem Kopf zu regeln (soll nicht überheblich klingen - kenn ich von mir selbst)? Das ist bei einer Sucht etwas anders gelagert. Dort passieren die Dinge im Unterbewußtsein und arbeiten dort vor sich hin. Der Kopf spielt dabei eine untergeordnete Rolle und ihm muss daher mit gezielten Maßnahmen geholfen werden.

    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, wie eine Loslösung vom Alkohol passieren kann, wenn nicht ein gewisser Sicherheitsabstand eingehalten wird.

    Ich weiß nicht wie es dir geht, ich kann sehr gut beim Joggen den Kopf arbeiten und die Dinge wirken lassen. Gibt mir ein Gefühl der Erdung und Bodenhaftigkeit :)

    Herzlich willkommen im Forum,

    lg Mieken

    Anläßlich dieses Threads https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic21726.html würden mich mal verschiedene Sichtweisen interessieren.

    Wie seht oder empfindet ihr das?

    Ist Verzicht immer gleich mit einem negativem Gefühl für euch behaftet?
    Oder kann Verzicht nicht auch ein Türöffner sein zu einem viel besserem Leben?

    Oder findet ihr euch bei Caroline wieder, die schreibt:

    Zitat

    Für mich bedeutet das Wort eigentlich, dass ich etwas liebte, brauchte oder benötigte und darauf freiwillig verzichte.
    "Ich" verzichte aber nicht auf Alkohol, "Ich" lasse ihn weg, weil ich ihn ja nicht liebte, benötigte oder brauche.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo Kommal,

    den Glückwünschen möchte ich mich anschließen und dir für hier hinterlegten detaillierten Schritte aus der Sucht danken. Sie haben mir seinerzeit Mut gemacht, meinen ersten Schritt zu wagen.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo Chris,

    herzlich willkommen zurück. Beim Lesen drängen sich mir ein paar Fragen auf, die ich einfach mal stelle:

    Zitat

    Es ist echt beängstigend wie man selbst nach Monaten sich nicht kontrollieren kann...

    Was hast du denn gedacht? Dass du nur ein paar Monate nicht trinken brauchst und dann wieder von vorne anfängst? Dein Körper vergisst, dass du Alkoholiker bist und eine Chance auf normales Trinken hast?

    Wie hast du die Zeit während deiner Trockenheit verbracht?

    Zitat

    ich schaff es irgendwie doch nicht dauerhaft alleine

    .

    Ich vermute, daß es sehr wenige Alkoholiker dauerhaft alleine schaffen. Denn um ein alkoholfreies Leben zu erlernen, muß mit jahrelangen falschen Verhaltensweisen gebrochen werden. Um die zu erkennen, ist Hilfe von außen notwendig. So geht es zumindest mir und so lese ich es aus den Erfahrungen der langjährig trockenen Menschen.

    Hast du dir schon konkrete Gedanken gemacht, wo du ansetzen kannst oder was du anders machen könntest um so einen Absturz in Zukunft verhindern zu können?

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo Kerstin,

    wenn du es nicht schaffst die Flasche zu entsorgen, kannst du dann vielleicht zu jemandem hin, wo es keinen Alkohol gibt, damit für dich Ruhe einkehren kann?

    Was ist mit der Wohnung deiner Mutter?

    Nun heute und jetzt mit dem Kopf durch die Wand, baut in meinen Augen noch mehr Druck auf. Wie bist du denn bislang mit dem Alkohol in deinem Haus umgegangen? Soweit ich weiß, hat er doch nie großartig Rücksicht auf dich genommen, oder?

    Mach langsam und versuche mal tief durchzuatmen und einen kühlen Kopf zu bewahren. Du hast doch Erfahrungswerte wo du drauf zurück greifen kannst. Erinnere dich daran, wie du bereits so manche Klippe umschifft hast und das sogar super gemacht hast. Bist schließlich 3 Jahre trocken und nicht erst 3 Tage.

    Ich schicke dir Kraft und schreib wenn dir danach ist. Das kann auch helfen, eine Lösung für heute zu finden.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo Kerstin,

    danke, dass du schreibst wie es gelaufen ist.

    Ich finde es gut, haste Klasse gemacht :-P. Warte mal ein paar Tage ab, wenn du deine Fensterbänke anschaust, die DU nach DEINEN Vorstellungen bepflanzt hast, welch´ Gefühl dir das dann noch gibt. Und dich daran erinnert, dass du den Mut für dich aufgebracht hast.

    Zitat

    und wenn die nu eingeschnappt ist dann ist das eben so

    Das seh ich genauso. Und stell´ dir mal vor, deine Nachbarin hätte ja quasi immer was an Deine Blumen zu reden gehabt, weil sie sie ja gepflanzt hat :roll:

    Nee... das war genau der richtige Weg - ihr zu sagen, was Dir gefällt und was du nicht magst. So werden Grenzen gesetzt.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo Xenica,

    danke für deine Worte.

    Zitat

    Jetzt muß ich mir gar nichts mehr verkneifen....

    So seh ich das für mich auch. Ich fühle mich deutlich freier in meinen Handlungen, auch wenn ich im Zuge der Risikominimierung mich von einigen Dingen fernhalte.

    Nichts im Vergleich zu diesem unendlich freiem Gefühl was mich manchmal überkommt grad ganz oft beim Autofahren früh morgens wenn der Tag erwacht :-).

    Schöne Grüße
    Mieken

    Hallo Kerstin,

    Zitat

    kann ich ihr heute
    abend echt sagen sie soll ihre kästen mitnehmen
    samt blumen,????
    und das es absolut nicht mein geschmack ist,???

    Ja. Das kannst du. Auf jeden Fall.

    Vielleicht kannst du ja versuchen es in nette oder humorvolle Worte zu verpacken.

    In die Richtung.... ich habe mir MEINE Bepflanzung anders vorgestellt und bereits dafür eingekauft.... hab ich doch gesagt... hastu vergessen..?? Finde ich zwar nett, daß du an mich gedacht hast, aber ich liebe ausschließlich Geranien ;) Nun brauch´ ich Platz... ich kann dir gerne beim Tragen DEINER Pflanzkästen behilflich sein... wenn du magst :lol:

    Das mag vielleicht für den Moment ein komisches Gefühl sein, Kerstin. Doch wenn du den Sommer über deine Blumen ansiehst, wirst du jedes Mal ein gutes Gefühl haben. Da bin ich mir recht sicher.

    Mieken

    Hallo Kerstin,

    meinen herzlichen Glückwunsch zu deinen 3 Jahren Trockenheit.

    Auch im möchte etwas dazu

    Zitat von sari

    dann haute sie raus,bist du trockene aklkoholikerin,
    ich war total erschrocken,ja bin ich...

    schreiben.

    Denn mir ist dieses Gefühl nicht unbekannt, daß ich manchmal auch dazu neige, mich heute als trockene Alkoholikerin mehr zu schämen, als ich das jemals gemacht habe zu meinen trinkenden Zeiten. Da wäre Scham angebracht gewesen, doch heute nicht mehr.

    Für mich dauert das dann manchmal ´ne Weile bis ich mich wieder in die richtige Richtung gerückt habe, nämlich sehr stolz und dankbar mir selbst gegenüber zu sein, daß ich für mich sorge und aus dem Kreislauf ausgestiegen bin.

    Ich neige ja auch dazu, mir von Zeit zu Zeit selbst im Wege zu stehen und mir dadurch das Leben selbst zu erschweren, wo es eigentlich keine Notwendigkeit für gibt.

    Ich freue mich heute trocken von dir lesen zu dürfen und wünsche dir ein wenig mehr Sicherheit in Bezug auf dich selbst, das erleichtert das alltägliche Leben ungemein ;-).

    Liebe Grüße
    Mieken

    Zitat von Nachwuchsoptimist

    Die Kunst besteht wohl darin, realistische Ansprüche an sich zu stellen: Aktiv leben und trotzdem mal in der Comfort Zone rasten.

    Balance. Das war schon für Aristoteles mehr Ziel als Zustand. Und auch wenn der Alte tausendfach überholt ist, bleibt Balance für mich ein sinnvolles Konzept. Und vielleicht sogar ein Erfolg.

    Hallo Nachwuchsoptimist,

    ich danke dir für deine treffenden Wort, die auch meinen persönlichen Erfolg wiederspiegeln. Nicht von außen messbar, doch deutlich von innen heraus zu spüren.

    Schön das so zu lesen.

    Grüße
    Mieken

    Zitat

    Allen wird Alkohol angeboten - nur mir nicht

    Hallo Anit,

    bei mir löst(e) dies zwiespältige Gefühle aus. Bei einer der wenigen Veranstaltungen wo ich hingegangen bin, ein runder Geburtstag meiner besten Freundin (die selbst sehr wenig trinkt). Ich hatte sie im Vorfeld drüber informiert, daß ich mein Erscheinen von meiner Tagesform abhängig mache und es dennoch sein kann, wenn es mir zuviel wird, auch schnell wieder verschwunden bin.

    Ich habe mich achtsam beobachtet und spürte das Gefühl, nicht mehr richtig dazu zu gehören. So wie ein Gefühl des Wehmuts bzw. des Verzichts.

    Ich war froh drüber, daß mir kein Alkohol angeboten wurde und empfinde dies als ein Zeichen des Respekts mir gegenüber. Wäre das nicht so, wäre sie nicht mehr meine Freundin :)

    Ich fühle mich in dieser Situation aber nicht wohl und werde von daher, diese Situationen auch so weit wie möglich meiden. Denn für mich liegt darin eine Gefahr.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Zitat von kawi

    bleibe ich nicht mein ganzes Leben abhängig, suchtkrank? Wie seht Ihr es.

    Hallo kawi,

    ich denke, grade weil ich von einem Stoff abhängig war, muss ich meinen Anlagen besonderes Augenmerk schenken. Selbst wenn es mir gelungen ist, meine Alkoholkrankheit zum jetzigen Zeitpunkt zum Stillstand zu bringen, ich mich stabil fühle; bewahrt es mich schlußendlich nicht davor, rückfällig zu werden oder eine Suchtverlagerung zu entwickeln.

    Nach wie vor halte ich es für die größte Herausforderung für mich als suchterkrankten Menschen, einen gesunden Umgang mit Dingen entwicklen zu können. Das ist für mich der wesentliche Faktor meiner Selbsthilfe, meines Austausches, meiner Reflektion und macht für mich greifbar, warum die Langzeittrockenen auch nach 10, 15 oder 30 Jahren Trockenheit ihre SHG regelmäßig aufsuchen.

    Höre ich auf, an mir zu arbeiten, falle ich zurück. Vielleicht nicht sofort und von einem Tag auf dem anderen; jedoch bin ich mir sicher, das dies so wäre und unmerklich geschehen würde, bis sich eine eigene Dynamik entwickelt und ich keinen eigenen Zugriff mehr habe. Zumindest ist es das was ich aus den Beiträgen herauslese wenn Betroffene darüber berichten, die einen Rückfall erlebt haben. Dort ist immer die Aussage zu finden, ich habe gedacht, ich bräuchte es nicht mehr... oder es hört auf... oder es muss doch mal reichen... oder es wurde nicht mehr offen bekannt, Alkoholiker zu sein, die Scham kam zurück...

    Es gibt ja auch sogenannte "gesunde" Abhängigkeiten, die ich im Umgang mit Menschen eingehe, wo es keine glasklaren Abgrenzungen gibt. Da wo es auf das Gefühl oder Gespür zu sich selbst ankommt. Wo es kein schwarz/weiß gibt, sondern wo wir einen Umgang erlernen müssen.

    Jedes zuviel ist nicht gut und kann zu einer Abhängigkeit führen und jedes viel zuwenig, macht einsam. Weil mir ein gesundes Erkennen fehlt, bleibe ich - zum meinem Schutz - dran und bleibe ein suchtkranker Mensch für mich. Das lässt mich achtsam bleiben und mich meiner Mitte annähern.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo Kerstin,

    wende das an, was du gelernt hast. Du weißt, das es keinen Ausprobieren gibt !

    Offenheit vor allem dir selbst gegenüber. Es ist dein Leben, deine Verantwortung. Tu was !

    Alles andere sind Ausreden !

    Ich hoffe, du findest zurück.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo prien,

    herzlich willkommen (zurück?) im Forum.

    Ich habe keine LZT gemacht, von daher kann ich dir dazu nicht soviel schreiben. Nur soviel, dass es in meinen Augen schwierig wird, wenn du deinen neuen Versuch in ein trockenes Leben unter diesen Voraussetzungen angehen möchtest.

    Wenn es dir aufrichtig ernst ist, musst du die Hilfe nehmen und einfordern, die JETZT und HEUTE für dich da ist. Kontaktiere deinen Hausarzt, gehe regelmäßig in die Suchtberatung, suche reale SHG´s auf.

    Zurück zu blicken dass du eine Chance vertan hast, bringt dich nicht weiter.

    Nutze die Chance, die du jetzt hast.

    Mieken

    Zitat

    sie wissen natürlich nichts von meinem problem mit dem alkohol. ich weiß nicht ob ich es schaffe und mich oute. ich weiß, es führt kein weg drann vorbei, doch wie sag ichs meinem kind. das wird noch echt ein stück arbeit.


    Hallo emma,

    bei mir hat meine Einstellung eine entscheidene Wendung genommen, als ich meine Verbindung zum Alkohol nicht mehr als Problem sondern als Sucht annehmen konnte. Auch das war ein Stück Arbeit an mir selbst. Ich habe mich genauestens darüber informiert, wie der Alkohol überhaupt vorgeht im Körper. Gibt übrigends sehr gute Bücher drüber, ich war bei der Suchtberatung und schließlich gibt es hier ja auch viele Informationen. Bin so nach und nach dahinter gekommen, daß ich mit dem Kopf alleine keine Chance habe, von ihm zu lassen.

    Um dauerhaft Chancen auf ein trockenes Leben zu haben, sind Änderungen notwendig. Je eher du damit anfängst und deine Euphorie dafür mitnutzt, je besser ist das für dich.

    Es geht nämlich um dich und dein Leben hierbei :P

    Liebe Grüße und eine trockene Woche,
    Mieken