Beiträge von Maria

    Hallo drybabe,

    das ist vollkommen richtig :) Ich meide das (bis auf ein paar ganz wenige Ausnahmen) vollständig.

    Zum einen weil ich es für mich nicht erkennen kann, wo es für mich gefährlich wird und mein Suchtgedächtnis aktiviert wird. Und zum anderen, weil ich mich einfach nicht mehr wohl fühle unter Menschen, die Alkohohl trinken. Sie verändern sich, sind nicht mehr sie selbst. Mochte ich bei mir selbst nicht, als ich noch getrunken habe. Und fällt mir nun trocken noch viel mehr auf und mag ich überhaupt nicht mehr.

    Ich fühle mich gut mit dem größtmöglichen Abstand zwischen Alkohol und mir.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo emma,

    Zitat

    zum anderen hab ich heute alles was alkolisch bei uns noch rum stand weckgeräumt bzw. entsorgt.

    Das war für meine weitere Abstinenz auch sehr wichtig, mein alkoholfreies Zuhause und ist es immer noch. Finde ich gut, daß du so schnell für dich hier handlungsfähig geworden bist.

    Zitat

    ...hat schlechte laune und läßt sie gerade an mir aus.

    Das kenn ich bei mir auch zu gut. Sobald ich etwas Ruhe haben möchte, passiert genau das Gegenteil. Als hätte mein Umfeld extra dafür eingerichtete Sensoren.

    Zitat

    ...ins bett kann ich jetzt auch noch nicht gehen.

    Warum denn nicht? Es gibt bei mir Zeiten, da bin ich schon um 20.30 h ins Bett. Alles was für mich herhalten konnte, anstatt zur Flasche zur greifen, habe ich mir erlaubt.

    Tief durchatmen zwischendurch nicht vergessen, emma. Das hilft echt ungemein. Oder dir den Frust von der Seele schreiben, ist auch nicht verkehrt.

    Schönen abend dir trockene 24 h
    Mieken

    Meine zentralen Themen in meiner Trockenheit sind: Loslassen und die Dankbarkeit darüber, es heute suchtmittelfrei angehen zu können.

    Ein Wechselspiel ist es somit jeden Tag. Zu schauen, wo liegt Handlungsbedarf? was gibt es zu tun? Oder ist Zeit für eine Pause? Zurück zu sehen, wie war das damals und wie gehe ich es heute an? Welche Möglichkeiten bieten sich? Bin ich noch richtig unterwegs oder schaufel ich mich wohlmöglich langsam wieder in die alten Verhaltensweisen ein?

    Ein trockenes Leben bedeutet für mich in erster Linie, unterwegs und in Bewegung zu sein. Nicht kopflos und auf der Flucht, sondern möglichst in einem Tempo, was erlaubt nach links und rechts zu schauen, doch dabei in meiner Mitte zu verbleiben.

    Was gibt mir Sicherheit? Was gefährdet mich?

    Wie kann ich mich in einer Welt bewegen, die darauf ausgelegt ist, Höchstleistungen von mir zu verlangen, obwohl ich jeden Tag eh schon das Beste gebe? Indem ich die Welt verändere und jeden Tag den Kampf aufnehme? In die Schlachten ziehe, vlt. welche gewinne, aber dafür total erschöpft und ausgelaugt zurückbleibe?

    Oder anfange stiller zu werden, mich zu verändern, an mir zu arbeiten, mich auf mein Ich zu besinnen. Auf meine eigenen Werte, auf meine Dinge, die mir als Kind so wichtig waren. Die ich verloren habe als Heranwachsende, weil ich mich in dieser Ellbogengesellschaft zu behaupten versuchte. Ich nicht stark genug war, immer kleiner wurde. Alkohol als Schmerzmittel einsetzte und so noch kleiner wurde, fast weg war ich.

    Ich bin stiller geworden, in mich gekehrt und finde dort die Fülle, die ich im außen so verzweifelt gesucht habe. Auch heute gefällt mir nicht alles, auch heute tut noch vieles weh. Doch bin ich dankbar, diese Schmerzen fühlen zu dürfen, denn sie weisen mir den Weg.

    Mieken

    Hallo drybabe,

    Zitat

    Ich weiß aber auch, dass ich sehr aufpassen muß und wenn mir die Welt zu naß wird, muß ich die Notbremse ziehen.

    Ich sehe es für mich von einer ganz anderen Seite:
    Ich möchte nicht aufpassen müssen, daß mir die Welt zu naß wird, denn da könnte ich ja nie ICH sein. Wäre unentwegt damit beschäftigt, aufzupassen, abzuwägen, auf der Hut zu sein. Wäre ich weiter in meiner alten Welt unterwegs, hätte ich anzusehen, wie die "normal trinkenden" Menschen mit Alkohol umgehen können. Nur ich nicht. Da würde ich mich klein, unzugehörig und unzulänglich fühlen.

    Zu meinem Schutz gehe ich dies anders an. Ich lege meine Welt nach und nach trocken. Bin dabei mich von meiner nassen Welt zu verabschieden. Da kann ich ICH sein, das gibt mir meinen Freiraum, mich weiter kennenzulernen, mich nicht schlecht zu fühlen, weil ich nicht trinke, sondern mich gut zu fühlen, weil ich nicht trinke. Das mag sich kleinlich lesen, doch für mich ist es der WESENTLICHE Unterschied, der mich zufrieden trocken hält.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo emma,

    ich möchte dich herzlich begrüßen in diesem Forum und hoffe, dass du weiter an dir dran bleibst. Würde mich freuen, wenn es weiter hier in diesem Forum ist.

    Ich selbst halte den Arztbesuch auch für sehr wichtig, weil er bei mir, als ich die ersten Schritte in die Trockenheit ging, meine eigene Ernsthaftigkeit unterstrichen hat.

    Dich setzt dies nun alles sehr unter Druck wie ich lese und das ist für uns suchtkranke Menschen grad am Anfang nicht so gut.

    Du schreibst, daß du seit 10 Tagen keinen Alkohol mehr trinkst und das ist in der Tat ein guter Anfang und Schritte in die richtige Richtung, nämlich raus aus der Sucht.

    Ich kann mich an meine Anfangszeit noch gut erinnern, ich hatte ebenso mit Stimmungsschwankungen zu tun. In dem einen Moment war ich ganz euphorisch und in dem nächsten nachdenklich und depressiv.

    Mir hat die Ablenkung gut getan, wenn meine Hände beschäftigt waren, kam mein Kopf zur Ruhe. Zudem bin ich viel spazieren an der frischen Luft und habe (ganz untypisch für mich) meinen Tränen einfach freien Lauf gelassen, wenn mir danach war. Ganz tief durchatmen in den Bauch habe ich als Erleichterung auch noch entdeckt.

    Emma, jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und den hast du bereits getan. Versuche dich mit Dingen, die dir gut tun, abzulenken und zu beruhigen. Wenn du etwas zur Ruhe gekommen bist und dich nicht mehr so unter Druck gesetzt fühlst, kannst du deine Gedanken sortieren und einiges anders überdenken.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo espoir,

    willkommen zurück. Schön deine Schilderungen über deinen Urlaub.

    Ich hatte gestern ein Gespräch mit meiner Freundin, die selbst nur sehr wenig Alkohol trinkt, sich aber in einem alkohollastigen Umfeld bewegt (wie das auf dem Lande halt so ist). Sie zollte mir ihre Achtung mit welcher Konsequenz ich meine Abstinenz lebe und bemerkte (auf sich selbst bezogen) sie könne sich nicht vorstellen, sich in dieser Welt bewegen zu müssen, ohne Alkohol trinken zu dürfen. Sie selbst bietet immer wieder Anlaß zu Erklärungen, weil sie halt so wenig trinkt. Das geht ihr mächtig auf den Geist. Und ich dagegen, die ja schließlich gar keinen Alkohol mehr trinken dürfe :roll: Ich sagte ihr darauf, zwar ist es nur ein kleiner Unterschied, aber für mich der wesentlichste Schritt innerhalb meiner bisherigen Trockenheit: Ich empfinde es nun nicht mehr als dürfe ich nicht mehr trinken, sondern ich will nicht mehr trinken.

    Und so passiert doch was tief innnen, obwohl außen die Zeit stillstehen zu bleiben scheint ;)

    Ich wünsche dir, dass dich deine Erholung durch deinen Alltag begleitet,

    liebe Grüße
    Mieken

    Hallo Xenica,

    ich meide noch immer bei Gelegenheiten, die ich mit Essen und Alkohol verbinde, bestimmte Speisen oder Zusammenstellungen.

    Es gibt sogar Tage, wo ich noch HEUTE bei Werbung im TV für alkhol. Getränke umschalte.

    Das sind Dinge für mich, die habe ich gezielt in der Hand, um dagegen zu wirken. Ich muss mich nicht allem aussetzen oder bei alten Gewohnheiten bleiben, wenn sie heute nicht mehr gut für mich sind.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo SMichel,

    mir fällt dazu nur ein... mach dir nicht soviele Gedanken drüber , WAS oder WIE die Zeit sinnvoll genutzt werden kann, sondern TUE ES EINFACH.

    Fange mit irgendwas anderem an als vor dem TV abzuhängen... heute jetzt gleich. Schuhe an und ne Runde spazieren gehen. Frische Luft in die Zellen, das könnte schon ein Anfang sein, um das alte Schema zu durchbrechen.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Hallo espoir,

    schön dich mal wieder ausführlicher zu lesen.

    Es geistert hier im Forum immer mal der Satz rum, da wo es weh tut - geht´s lang ;-). Mag vlt. eine Antwort auf deine Frage sein:

    Zitat

    Hat das gleich etwas mit „nicht mehr bei mir bleiben“ zu tun?

    Ich will auch Frühling :)

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,

    wünscht Mieken

    Guten Morgen,

    Zitat von Karsten

    ...da kann ich ja von Glück reden, dass bei uns der Schnee noch gar nicht weg war...

    Der ist gut. Kommt halt doch ab und an auf den Blickwinkel an :lol: und eine positive Ausrichtung hebt die Laune und wärmt quasi von innen. Denn hier bei mir ist es zusätzlich zum Schnee wieder deutlich kälter geworden - eine nasse Kälte *bibber*

    Das lädt natürlich dazu ein, den Ofen anzuheizen und die Bücher hervorzuholen, die ja irgendwann mal gelesen werden wollen.

    Ich kann den Frühling eigentlich auch nicht mehr abwarten, bin mir jedoch auch ziemlich sicher, daß er kommen wird. Vielleicht nur für 1 Tag, weil er direkt dann in den Sommer übergeht :P

    Mal schaun....

    Schönen Sonntag,

    liebe Grüße
    Mieken