Beiträge von Maria

    Zitat

    Wende dein Gesicht der Sonne zu,dann fallen die Schatten hinter dich.

    Das gefällt mir gut - danke für diesen Satz :P

    Alkohol ist eine raumübergreifende Krankheit. Das habe ich auch feststellen müssen. Sie vernichtet nicht nur den Trinkenden selbst - sondern macht auch das Umfeld kaputt. Es ist schön, daß du deiner Tochter die Zeit lässt, daß sie das Vertrauen wieder aufbauen kann.

    Lg Mieken

    Hallo Glenny,

    da ich (fast) zeitgleich im erweiterten Bereich diese Frage gestellt habe, habe ich bisher nichts dazu geschrieben.

    Ich kopiere hier mal meinen Beitrag rein:

    Zitat von Mieken

    Für mich fing es damit an, mich beim Arzt vorzustellen, um dem nicht-trinken überhaupt eine Chance geben zu können.

    Der nächste Schritt war mein direktes Umfeld (meine Wohnung) trocken zu legen und Menschen, die für mich von Bedeutung sind darüber zu informieren, daß ich erkannt hatte, abhängig zu sein.

    Ich schaue auf jede Lebensmittelpackung, informiere mich wo versteckter Alkohol drin enthalten sein kann. Ich habe Kosmetika entsorgt, wo Alkohol drin enthalten ist. Mittlerweile hilft mir dort meine Nase, auch geringe Mengen zu erkennen.

    Der Austausch und das Hinterfragen meines Alltags helfen mir genauer hinzusehen, ob ich mich vom Alkohol entferne oder ob ich ihm unbewußte Hintertüren offen lasse.

    Diese Aussage nur-nichts-trinken-alleine hat mich anfangs ebenso total erschlagen. Ich konnte sie nicht greifen, weil es ein äußerst dehnbarer Begriff ist und wenn ich mal angefangen bin länger drüber nachzudenken, fing bei mir ein regelrechtes Kopfkino an, was da alles zu gehören könnte. Das hat mich mächtig unter Druck gesetzt.

    Mir wird nun nach gut 1 Jahr Trockenheit immer mehr klar, daß es nicht ein Punkteprogramm ist, was ich abzuarbeiten habe, um einen bestimmten Trockenpunkt zu erreichen. Denn mein nüchternes Leben soll ja dauerhaft anhalten (bis zu meinem Lebensende), also wird demnach diese Aussage je nach meiner Entwicklung andere Blickwinkel erhalten. Das wird nicht aufhören... denn darin liegt die Gefahr. Stehenbleiben und schlimmstenfalls in alte Verhaltensweisen zurückfallen.

    Ich sehe es nun so für mich... ich bin heute trocken mit den Erkenntnissen, die ich gestern gemacht habe. Sei es, daß ich mir nun erklären kann, warum ich ein alkoholfreies Zuhause benötige oder warum ich alkohollastige Veranstaltungen meide. Warum der Austausch für mich wichtig ist oder, daß um Hilfe bitten, keine Schwäche darstellt.

    Es ist ein kontinuierlicher Prozeß...

    Lg Mieken

    Susi, diese Explosion war im vorhinein nicht geplant.... es ist einfach geschehen.

    Ich habe auch so meine Kindheitserlebnisse, die mich geprägt haben. Doch heute bin ich in der Lage anders zu entscheiden. Damals ging das nicht... heute schon... fühlt sich manchmal richtig erwachsen an ;)

    Es ist schwer neue Muster zu erlernen und deshalb... langsam und Schritt für Schritt. Ich finde du hast deinen Thread-Titel weise gewählt.

    Liebe Grüße
    Mieken

    Susi, ich hinterfrage meinen Suchtdruck nicht in der Form - warum es bei mir so ist. Ich nehme ihn als Zeichen, daß ich aus dem Lot bin und wieder genauer schauen muss.

    Ich tue manchmal auch so, als wäre ich gerne perfekt. Dabei will ich das auch nicht mehr sein, denn das würde mich unerreichbar machen. Nicht nur für andere... vor allem für mich selbst. Perfektionismus entfernt auf allen Ebenen und läßt kein Platz für Wärme und Leben.

    Vor kurzem bin ich auf der Arbeit ganz fürchertlich aus der Haut gefahren. Boah... war mir das erst peinlich. Doch später habe ich gedacht... tja... zeigt eigentlich auch nur, daß ich ein Mensch mit Gefühlen bin ;)

    Lg Mieken

    Hallo Susi,

    ich habe auch noch häufiger mit Suchtdruck zu tun.

    Für mich ein Zeichen, daß ich mich an irgendeiner Stelle überfordere.

    Du schaffst es ohne Alkohol... schau´ wo du dir evtl. selbst Druck aufbaust und da was wegnehmen kannst.

    Lg Mieken

    Zitat

    Teilweise fühle ich mich auch wie ein Abenteurer, der das Leben neu endeckt.

    Genauso geht es mir auch (nur nicht teilweise):-) und das finde ich sehr spannend und motivierend.

    Hab du auch einen schönen Tag,

    Lg Mieken

    Zitat

    Ich versuche schlechte Laune oder genervt sein auch einfach mal auszuhalten

    Hallo Mario,

    das finde ich für mich persönlich ebenso wichtig.

    Denn ich kann nicht alles ändern. Manche Dinge sind so wie sie sind und manchmal ist es so, sie auch aushalten zu müssen. Schönrederei hilft in der Realtität nicht wirklich weiter.

    Ich finde, du liest dich gut sortiert.

    Lg Mieken

    Hallo Heidschnucke,

    herzlich willkommen im Forum und ich gratuliere dir zu zu deinem Entschluß und zu deiner Erkenntnis, daß es kontrolliertes Trinken für uns nicht gibt.

    Das ist ein guter und sehr wichtiger erster Schritt.

    Mir hilft der Austausch hier enorm, auf meinem Weg aus der Sucht.

    Freu mich weiter von dir zu lesen,

    lg Mieken

    Hallo espoir,

    ich hatte dich auch schon vermisst. Schön, dass du wieder hier zu lesen bist.

    Ich weiß, daß du es nicht so gerne liest... ich schreibe es aber trotzdem ;-): ich denke, der geschützte Bereich wäre eine gute Unterstützung für dich. Dort ist der Austausch wesentlich intensiver und offener. Außerdem gibt es dort den Chat ;)

    Denk´ nochmal drüber nach....

    Lg Mieken

    Zitat

    Ich bin halt noch ziemlich unbeholfen und weiß manchmal garnicht wo mir der Kopf steht.


    Hallo Ralf,

    das könnte vlt. auch daran liegen, daß du dich bereits mit viel beschäftigst. Mir war vor allem wichtig, mich erstmal selbst kennenzulernen ;)

    Mir ist eine Aussage ins Auge gestochen:

    Zitat

    Wichtig ist erstmal trocken bleiben.

    Für mich war es wichtig, erstmal trocken zu werden.

    Das sind nämlich 2 Paar Schuhe ;-).

    Trockene 24 h,

    lg Mieken

    Hallo Mario,

    ich für mich finde die Situationen gefährlicher, in denen maßvoll Alkohol getrunken wird - als wenn es ein Besäufnis ist. Ein Besäufnis kann ich klar trennen für mich im Kopf. Doch das scheinbar genußvolle... schlägt was an bei mir, das kann ich für mich nicht einordnen und halte dieses aus diesem Grunde für die wesentlich gefährlichere Situation.

    Ich habe im letzten Jahr mein erstes alkoholfreies Weihnachtsfest (seit meiner Kindheit) erlebt. Als bei der Schwiegermutter nach dem Kaffee der Sekt auf den Tisch kam... bin ich gegangen und bin stattdessen ein Runde spazieren und später in die Badewanne. Silvester haben wir im Kreise meine kleinen Familie gefeiert - ganz ohne Alkohol. Eine Einladung zu einer Feier, wo die anderen nicht auf Alkohol verzichten wollten - habe ich abgelehnt. Wir haben Gesellschaftspiele gemacht und später habe ich noch einige Konzerte auf 3Sat gesehen. Es war schön !

    Zitat

    Ich vermute das dort getrunken werden wird, wenn auch nur maßvoll.


    So geht es bei mir bei meiner Famlie auch. Ich entziehe mich oder umgehe es, indem ich z. B. morgens oder mittags zum Geb. gratuliere, weil ich mich einfach nicht wohl fühle - wenn getrunken wird.

    Lg Mieken

    Hallo Hessenmann,

    da muss ich in die gleiche Kerbe wie Karsten schlagen.

    Ich muss mir nicht beweisen, daß ich solche Feste aushalten kann. Warum sollte ich das denn tun?

    Ich möchte ein Leben ohne Alkohol führen, dazu gehören für mich grad die Menschen mit denen ich mich umgebe. Ich möchte nicht dabei sitzen und scheinbar bedauert werden, weil ich nichts mehr trinken darf.

    Ich freu mich drüber, daß ich nicht mehr trinken muss !

    Das würden die Menschen auf diesen Festen niemals verstehen, daß dies kein Verzicht für mich ist - sondern eine große Bereicherung.

    HEUTE bin ich in der Lage selber entscheiden zu können, was ich mit meinem Leben anfange - und sowas mache ich mir mit solchen Dingen nicht kaputt.

    Mieken

    Hallo Hessenmann,

    herzlich willkommen im Forum.

    Zitat

    Was mich mal interssieren würde, wie habt Ihr das Euren Freunden Bekannten beigebracht, dass ihr nichts mehr trinkt?

    Indem ich sie über meinen Status aufkläre und ihnen sage, daß ich alkoholkrank bin. Oftmals ernte ich dafür verständnislose Reaktionen, weil es bei mir noch nicht so offensichtlich war. Einige wussten zwar schon, daß ich Probleme habe, wenn ich einmal angefangen habe zu trinken, wieder aufzuhören. Sie waren bei einigen Abstürzen dabei. Doch das ganze Ausmaß haben sie nicht mitbekommen.

    Mit zunehmender Trockenheit fiel mir das leichter - offener über meine Sucht zu sprechen.

    Ich entziehe mich allen Gelegenheiten, wo vordergründig Alkohol getrunken wird. Da habe ich nichts mehr zu suchen, weil ich mich vom Alkohol entfernen will und ihn nicht mehr in meiner Nähe lassen möchte.

    Ehrliche Freunde verstehen das.

    Lg Mieken

    Zitat

    Die Feier war ganz nett und bis auf 1 von 3 Kuchen auch augenscheinlich alkoholfrei.

    Mario, das ist Leichtsinn !
    Hast du denn nicht mal nachgefragt, bevor du ihn gegessen hast?

    Und wenn der Boden mit Alk getränkt war?

    Zitat

    Für mich habe ich die Lehre daraus gezogen, das man als Alkoholiker letzlich doch eigenverantwortlich bleiben muss...

    Sehr richtig erkannt - und FRAGEN MUSS, ob in fertigen Sachen Alkohol drin enthalten ist !

    Meine Schwester hatte mich zum Kuchen eingeladen. Auf meine Frage, ob Alk drin ist... kam von ihr... ja - aber nur ein bisschen :shock: Heute würde sie ihn mir so nicht mehr anbieten, aber dafür habe ich echt ausholen müssen.

    Der Guten habe ich lang und breit erklärt, daß auch kleine Mengen nix sind für mich... kein alkoholfreies Bier und auch kein Getränk aus einem Glas, aus dem ich früher Alk getrunken habe.

    Lg Mieken