Hallo Glenny,
da ich (fast) zeitgleich im erweiterten Bereich diese Frage gestellt habe, habe ich bisher nichts dazu geschrieben.
Ich kopiere hier mal meinen Beitrag rein:
Zitat von Mieken
Für mich fing es damit an, mich beim Arzt vorzustellen, um dem nicht-trinken überhaupt eine Chance geben zu können.
Der nächste Schritt war mein direktes Umfeld (meine Wohnung) trocken zu legen und Menschen, die für mich von Bedeutung sind darüber zu informieren, daß ich erkannt hatte, abhängig zu sein.
Ich schaue auf jede Lebensmittelpackung, informiere mich wo versteckter Alkohol drin enthalten sein kann. Ich habe Kosmetika entsorgt, wo Alkohol drin enthalten ist. Mittlerweile hilft mir dort meine Nase, auch geringe Mengen zu erkennen.
Der Austausch und das Hinterfragen meines Alltags helfen mir genauer hinzusehen, ob ich mich vom Alkohol entferne oder ob ich ihm unbewußte Hintertüren offen lasse.
Diese Aussage nur-nichts-trinken-alleine hat mich anfangs ebenso total erschlagen. Ich konnte sie nicht greifen, weil es ein äußerst dehnbarer Begriff ist und wenn ich mal angefangen bin länger drüber nachzudenken, fing bei mir ein regelrechtes Kopfkino an, was da alles zu gehören könnte. Das hat mich mächtig unter Druck gesetzt.
Mir wird nun nach gut 1 Jahr Trockenheit immer mehr klar, daß es nicht ein Punkteprogramm ist, was ich abzuarbeiten habe, um einen bestimmten Trockenpunkt zu erreichen. Denn mein nüchternes Leben soll ja dauerhaft anhalten (bis zu meinem Lebensende), also wird demnach diese Aussage je nach meiner Entwicklung andere Blickwinkel erhalten. Das wird nicht aufhören... denn darin liegt die Gefahr. Stehenbleiben und schlimmstenfalls in alte Verhaltensweisen zurückfallen.
Ich sehe es nun so für mich... ich bin heute trocken mit den Erkenntnissen, die ich gestern gemacht habe. Sei es, daß ich mir nun erklären kann, warum ich ein alkoholfreies Zuhause benötige oder warum ich alkohollastige Veranstaltungen meide. Warum der Austausch für mich wichtig ist oder, daß um Hilfe bitten, keine Schwäche darstellt.
Es ist ein kontinuierlicher Prozeß...
Lg Mieken