Beiträge von Maria

    Hallo Ronnie,

    Zitat

    mich stört es absolut nicht, dass ich Alkoholiker bin und ich sage es auch jedem.

    Damit tue ich mich immer noch schwer. Lese jedoch aus Berichte wie Deinem, das dies ein ganz wesentlicher Punkt bei der Trockenheitsarbeit ist.

    Zitat

    Jedem, der es mir wert ist, Gespräche darüber zu führen.

    Das habe ich bereits erfahren dürfen, das es eine weite Palette gibt, wie der/das Gegenüber reagiert. Langsam bekomme ich ein Gespür dafür, wo ich frei erzählen kann und möchte, oder wo ich einfach den Mund halte und mich der Situation nicht aussetze.

    Ich denke jedoch, es ist überaus wichtig, Leute um sich herumzuholen, die mich erinnern, wenn ich in´s Vergessen gerate. Das können die aber wohl nur, wenn sie wissen, worum es überhaupt geht.

    Zitat von Weißbär

    Ob meine Trockenheit an erster Stelle steht kann ich so nicht beantworten.


    Darauf möchte ich nochmal zurück kommen.
    Ich kann mir für mich nicht vorstellen, daß sie ihren Platz nicht an erster Stelle hat.
    Ich habe eine ausgeprägte Orientierungsschwäche und ich vermute das spiegelt sich in meinem Innern wider.
    Alles was ich tue, baut sich auf meiner Trockenheit auf. Denn ohne meine Trockenheit, wäre alles nix mehr. Ich müsste ins dunkel zurück. Da will ich nicht mehr hin!

    Weil ich mich jedoch immer wieder verzettel, nehme ich meine Nüchternheit als Abfahrtspunkt. Nur von diesem Punkt aus, kann meine Reise beginnen.

    Wie seht ihr das?

    Lg Mieken

    Guten Morgen Hollisto,

    herzlich willkommen zurück.

    Auch wenn es grad nicht so rosig bei dir aussieht momentan.

    Zitat

    Ich habe jetzt die große Chance mein Leben so zu gestalten wie ich es wünsche...

    Das ist das größte Geschenk, welches wir uns jeden Tag selbst machen können.

    Freu mich sehr wieder von dir zu lesen,

    lg Mieken

    Hallo Rowi,

    mein erster Schritt der Befreiung beinhaltet zu schauen, wovon ich mich konkret befreien möchte. Ist es die komplette Arbeit? Oder sind es vlt. nur Teile davon, die man gezielt ansprechen kann?

    Du spürst schon sehr lange diesen Druck wie er auf dir lastet und ich finde, es ist ein gutes Zeichen für dich, wenn du dir bewußt drüber wirst, das es so nicht weiter geht.

    Bislang habe ich die Erfahrung gemacht, ehrlich und grade raus mit dem was mir unter den Nägeln brennt, hat mich noch immer weiter gebracht.
    Oftmals wenn ich an einer Stelle losgelassen habe, ist an einer anderen Stelle was unerwartet schönes geschehen. Nur steht dabei das Loslassen erstmal im Vordergrund, auch wenn es schwer ist.

    Ich drück dir die Daumen, es geht voran !

    Lg Mieken

    Hallo Morgen,

    es scheint, dir hat das Schreiben etwas Druck genommen. Schön zu lesen.

    Mir ging es ganz ähnlich wie dir am Anfang. Es kamen viele negative Dinge hoch, die ich jahrelang mit Alkohol versucht habe, nach unten zu drücken.

    Es erfordert anfangs schon eine Menge Geduld und das grade zu einem Zeitpunkt, wovon wir davon dann nicht genügend haben.

    Doch es lohnt sich dran zu bleiben.

    Wenn es mir allzu viel wurde, habe ich den Tag in Abschnitten eingeteilt. So ging es dann langsam immer ein kleines bisschen besser.

    Lg
    Mieken

    Hallo Xenica,

    für mich ist es ein wesentlicher Unterschied zu dem was ich sonst in meinen Trinkpausen gemacht habe. Da habe ich es still und heimlich versucht und niemandem von mir erzählt.

    Nun sage ich es den Menschen, die mir wichtig sind. Damit sie wissen, was mit mir los ist und mir helfen können, wenn es mir schlecht geht.

    Mieken

    Hallo Morgen,

    ich lese grad deine Zeilen.

    Mir hat bei aktuem Suchtdruck vor allem die Ablenkung geholfen. Was war für mich egal, Hauptsache meine Gedanken vom Alkohol ablenken und sehr viel Wasser trinken.

    Sollte das nicht gelingen, würde ich nicht scheuen zum Arzt zu gehen.

    Lg Mieken

    Zitat

    Ich wollte nach meinem Klinikaufenthalt zuvieles auf einmal ändern,damit bin ich auf die Nase gefallen.Jetzt setz ich Prioritäten, wo es mir momentan wichtig ist gibt es ein NEIN, das auch respektiert werden muß.


    Halle Lena,

    da sprichst du was sehr wichtiges an. Prioritäten setzen, um Überforderung zu vermeiden.

    Wie gehts dir heute?

    Lg Mieken

    Hallo Ronni,

    Ich kann da viel für mich entnehmen und wenn du es nicht tippst, erfahre ich doch nix :-(, was mir weiterhelfen könnte.

    Meine Eingangsfrage war ja: Kann man vergessen alkoholkrank zu sein?

    Das hast du mir geantwortet und deswegen gebe ich (vorerst) Ruhe ;)

    Mir ist dennoch aufgefallen, daß du etwas wesentliches verändert hast.

    Zitat von RonaldB

    Einfach gesagt, ich bin Alkoholiker....

    Vielen Dank nochmals.

    Mieken

    Hallo Rowi,

    Zitat


    Gehts Dir gut ?

    Ja, danke. Mir geht es gut.
    Ich spüre für mich grad sehr deutlich die Freude und auch Dankbarkeit über mein alkoholfreies Leben. Hab mich lange schwer getan und bin nun froh, daß sich etwas in mir gelöst hat. Und bleibe weiter dran :)

    Zitat

    Ja, nach der ersten Euphorie , den ersten Schritten und "Taten " ist es bei mir alles ein bißchen zum Stillstand gekommen...

    Das habe ich für mich auch festgestellt. Vlt. ist das aber normal, damit unser träger Geist den Veränderungen überhaupt folgen kann?

    Mir hilft es immer wieder, mir vor Augen zu führen, daß ich nun alle Zeit der Welt habe. Als ich noch trank, hatte ich Zeit zu verlieren. Doch nun wo ich nicht mehr trinke, versuche ich mich von dem Druck zu lösen, alles in ein Zeitfenster packen zu müssen. Gelingt mir auch nicht ständig, jedoch immer ein bisschen mehr.

    Zitat

    Falls Du noch in den offenen Bereich kommst...

    Hier guck´ ich täglich rein, auch wenn ich nicht immer schreibe.

    Wünsche dir einen schönen Tag,

    lg Mieken

    Zitat

    Bin aber ja nun dabei mich aus dieser Stille herauszuarbeiten ,hätte vielleicht schon weiter sein können wäre ich früher zum Arzt gegangen .

    Hallo Rowi,

    das stimmt. Doch nun bist du doch zum Arzt und bist dabei dich herauszuarbeiten ;) Da ist Bewegung drin.

    Apropos Bewegung... dafür ist doch ein freier Tag ideal ;)

    Ich gehe immer noch sehr viel spazieren. Das hilft mir ungemein, den Kopf frei zu bekommen und meine Arbeit an mir wirken zu lassen.

    Hast du Hobbies, die du aktivieren möchtest oder schon aktiviert hast?

    Lg
    Mieken

    Hallo ihr zwei,

    danke für eure Antworten.

    Ich habe zu Weihnachten einen Bericht über Alkoholkonsum gesehen, in dem aus mehreren Blickwinkel auf Alkohol geblickt wurde. Zum einen aus der Industrie... hat mich nicht so interessiert.

    Und zum anderen aus der Sicht eines Alkoholikers, der immer wieder rückfällig wurde. (Nach dem letzten Rückfall ist er auf der Intensivstation wach geworden). Dort wurde er mit einem Kamerateam beim Besuch seiner SHG begleitet. Mit den Worten: Er geht dorthin, um nicht zu vergessen, daß er alkoholkrank ist.

    Dem habe ich für mich entnommen, daß ein Präsent halten ungemein wichtig ist. Habe hier auch schon mehrfach gelesen, daß rückblickend (nach einem Rückfall) geschildert wurde, schrittweise die zuerst so wichtigen Schritte aus der Sucht, nach und nach wieder gelassen wurden.

    Mir stellen sich aber zusätzlich neue Fragen, nach der eigenen Akzeptanz oder Verinnerlichung der Krankheit.

    Wenn ich vergesse kann, daß ich Alkoholikerin bin, habe ich es denn dann wirklich akzeptiert? Ich meine, es geht ja nicht um einen Schnupfen.

    Oder weil ich den Alkohol so aus meinem Blickwinkel halte, daß ich zuletzt gar nicht mehr weiß, warum ich so handele?

    lg Mieken

    Zitat

    dir für deinen Weg etwas heraus picken zu können...

    Das kann ich. Danke schön !

    Ich hätte da direkt mal noch ´ne Frage ;)

    Zitat

    Ich ergriff die Flucht nach vorne und outete mich meinem in den Jahren gewachsenen komplett neuen Umfeld als Alkoholiker.

    Also wußte dieses Umfeld nicht, daß du Alkoholiker bist? Du warst dabei, ohne zu trinken?

    Zitat

    So viel habe ich glaube ich noch nie geschrieben...

    Da danke ich nochmals für. Nur weiter so ;)

    Mieken

    Zitat von Mieken

    Mieken hat Folgendes geschrieben:
    Hallo Lennnaaa,
    du hast also vergessen, daß du alkoholkrank bist?
    So ganz verstehe ich das nicht, deswegen frage ich noch mal nach.
    Mieken

    Zitat von RonaldB

    Du hast mich zwar nicht gefragt, aber aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich dir sagen, dass man sehr wohl *vergessen* kann, abhängig (gewesen) zu sein. Mir ist es nach 18 Jahren passiert, so ganz einfach, ja, ganz einfach so. Man glaubt es zwar selber nicht, es ist aber so. Es muss nur etwas Außergewöhnliches geschehen, was das war, das weiß man erst hinterher, wenn man die Sache wieder aufgearbeitet hat. Schön wäre es, wenn man so ganz einfach trocken bleiben würde, da gibt es keine Sicherheiten, die es einem garantieren würden. Einem Rückfall vorbeugen kann man, verhindern aber nicht. Nach jetzt wieder 4 Jahren Trockenheit bin ich noch nicht mal traurig darüber, dass es mich noch mal erwischte. So dumm es sich auch anhören mag, der Rückfall brachte mir ein schönes Leben zurück. Was jetzt nicht heißen soll, ein Rückfall wäre erstrebenswert, nur damit das keiner falsch versteht.

    Ich bin seit ca. 9 Monaten trocken und stehe ja relativ am Anfang meiner Trockenheit.
    Ich versuche mich schrittweise mich vom Alkohol zu entfernen.

    Wenn ich dann lese, daß ich vergessen könnte alkoholkrank zu sein, bekomme ich erstmal einen kräftigen Schrecken und mir drängen sich die Fragen auf:

    Wie kann ich das denn vergessen?
    An welchem wichtigen Punkt hat das gehakt?
    Oder ignoriere ich es und möchte einfach nicht mehr anders sein?

    Meine eigene spontane Antwort (so bin ich nun mal) lautet, dann werde ich wohl die Nüchternheit nicht mehr an erster Stelle gesetzt haben.

    Kann ich das so einfach sagen, oder was greift ineinander, um zu vergessen, daß ich niemals mehr Alkohol trinken darf?

    Ich möchte betonen, daß es nicht meine Absicht ist, hier irgendwen auf die Füße zu treten, sondern mich interessiert das aufrichtig, im Zuge meiner eigenen Trockenheitsarbeit.

    LG
    Mieken

    RonaldB ,

    die Frage war nicht provokativ gemeint. Ich nehme den Ball mal auf und eröffne ein neues Thema hierzu, um auch andere Sichtweisen zu erfahren. Danke für die Vorlage.

    .............................


    Hallo Lena,

    ich pflichte Leben bei, du solltest deine Kraft in erster Linie für dich einsetzen.

    Mir hat das Schreiben hier und gemeinsame Sortieren meiner Gedanken geholfen, einen Überblick für mich zu finden.

    Nein-sagen oder auch Abgrenzen lernst du nicht von heute auf morgen. Das geht in kleinen Schritten. Ich freue mich immer wenn es mir gelingt. Versuche aber nachsichtig mit mir zu sein, wenn es mir nicht gelingt. Geduld üben ist das Zauberwort. (hätte nie gedacht, daß es mal von mir kommt ;) )

    Bist du fündig geworden nach einem Hausarzt?

    LG
    Mieken

    Hallo Lennnaaa,

    du hast also vergessen, daß du alkoholkrank bist?

    So ganz verstehe ich das nicht, deswegen frage ich noch mal nach.

    Warst du denn konsequent abstinent? Oder hast du zwischendurch doch getrunken?

    Wie war das mit Besuchen bei einer SHG? Oder sonstiger Trockenheitsarbeit?

    Mieken

    Hallo Lennaaa,

    herzlich willkommen im Forum.

    Ich bin seit etwa 9 Monate trocken. Dein Post zeigt mir, daß ich immer achtsam sein muß, denn der Suchtteufel wartet nur drauf, zuschlagen zu können.
    Und es nach 10 Jahren Trockenheit genauso wieder von vorne los gehen kann.

    Ich würde dich gerne was fragen:
    Wie bist du trocken geblieben?
    Hattest du eine SHG? War es der reine Wille?

    Zitat


    Ich muß lernen NEIN zu sagen...

    Hast du da schon eine Vorstellung, wie du es lernen kannst?

    Fragen über Fragen ich weiß, bin halt neugierig ;-),

    lg
    Mieken