Beiträge von Maria

    Hallo Maik,

    Zitat

    Nur nichts trinken und darauf warten dass es von alleine besser wird das funktioniert leider nicht.

    Das ist wohl wahr.

    ABER ;-)... es geht auch nur Schritt für Schritt und eines nach dem anderen. Das eine Extrem ist nicht besser als das andere Extrem.

    Mach' langsam... dafür gezielt.

    Warum nicht heute anfangen? Mit einer einzige Sache, die dir gut tut oder dich ablenkt?

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Tabitha,

    Ich mache ähnliche Erfahrungen. Ich brauchte eine gewisse Anlaufzeit damals, mich öffnen zu können. Ich habe mich enorm geschämt, daran kann ich mich gut erinnern. Irgendwann ging mir dann auf, dass ich mich nass nie so sehr geschämt hatte Alkoholikerin zu sein, wie ich es nun trocken tat. Das war verdreht. (wie vieles nass verdreht ist)

    Als ich das überwunden hatte, wurde grundlegendes viel leichter.

    Keine Ausreden finden. Kein rumgeeier. Und erleben zu dürfen, damit auch respektiert zu werden, das tut schon gut.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Maik,

    sich Gedanken machen ist grundsätzlich ja nichts verkehrtes ;) - ich habe mir angewöhnt zusätzlich hinzugucken, in welche Richtung die Gedanken gehen. Und habe herausgefunden: Ich kann mitbestimmen.

    Schönen & ruhigen Abend dir,
    lg Maria

    Hallo Maik,

    ich habe deinen Beitrag bei Blossom gelesen, wo du davon schreibst, welche Vorstellungen und Wünsche du hast.

    Ich erkenne mich darin wieder. So ähnlich habe ich zwischendrin auch gedacht und "erwische" mich auch heute manchmal bei Gedanken dieser Art.

    Mir tut das dann gar nicht gut. Denn dann bin ich nicht bei dem was heute ist, sondern male mir aus, wie es sein könnte. Eigentlich genau das, wovon ich mich nüchtern entfernen möchte. Dieser Widerspruch ist es wohl, der mich dann schlecht fühlen lässt.

    Wenn's mir auffällt versuche ich mich auf das hier und jetzt - quasi auf die Fakten zu besinnen, verbunden mit einem festen Spaziergang. Das hilft mir dabei, mich wieder besser zu fühlen und mich wieder dahin zu bringen wo ich sein möchte.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Blossom,

    Zitat

    ...mit Sicherheit zu kurz abstinent.

    Das Wort "trocken" würde ich mal gepflegt aus dem Wortschatz streichen bis 24 Monate verstrichen sind.

    Ich habe mich mehrere Jahre intensivst mehrmals wöchentlich in SHGs mit mir und anderen Gedanken zum Thema Saufen auseinandergesetzt und tue das heute noch.

    Nach wenigen Wochen Abstinenz wär ich nicht unter Trinkende gegangen - schlicht aus Vorsicht gegenüber der noch instabilen Abstinenz.

    Dies möchte ich hervorheben, weil ich denke, bei allem was dir/hier geschrieben worden ist (auch richtiges !) - dies zum jetzigen Zeitpunkt - in der frischen Abstinenz - aus meinen Augen das wohl wichtigste ist.

    Gib' dir die Zeit trocken werden zu können. Und wenn du das dann bist, dann kannste ja immer noch gucken, wie du mit bestimmten Dingen umgehst. Könnte schon sein, dass dein Trockenprozess bzw. die Ernüchterung auch was ganz anderes aus auslöst, nämlich dass sich nebenbei deine Interessen verändern und du dich. Einfach so - ohne dass es weh tut. Einfach weil es zum Prozess dazugehört. Ein nüchternes Leben schüttelt "man" sich nicht so einfach aus dem Ärmel. Ein bissi Arbeit erfordert es schon. Das sind zumindest meine Erfahrungen. Und wer wenn nicht du, gibt dir den Raum dazu?

    Dir bietet sich mit der Trockenheit eine große Chance, behandel sie gut. Chancen sind nicht so reicht gesät, wie die Möglichkeit auf die Schnauze z fallen.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Peter,

    Danke für's Schreiben.

    Zitat

    ...meine nüchternheit ist das wichtigste und diesen grundbaustein meines lebens nicht aus den augen zu verlieren, daran arbeite ich jeden tag.


    Es geht immer weiter, so erlebe ich die Trockenheit auch, was ich positiv bewerte.

    Ich wünsche dir für das Bevorstehende alles Gute.

    Lg Maria

    Hallo Andreas,

    direkt vorab geschickt: Vielen Dank für deine Antwort.

    Zitat

    Warum denken denn viele hier, ich würde mich den ganzen Tag in der Nähe eines Schnapsregals rumtreiben ?

    Ich weiß nicht, wie "viele" hier so denken oder eventuell anders. Ich kann nur von mir sagen - ich denke gar nicht, dass du dich den ganzen Tag in der Nähe eines Schnapsregals rumtreibst.

    Mir ist deine Wortwahl ins Auge gestochen und "aufgefallen" und daher habe ich nochmal nachgefragt... vollkommen unabhängig von der Situation. Nicht mehr und nicht weniger :-).

    Wie einleitend bereits geschrieben - danke schön für deine Antwort.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Andreas,

    Zitat

    ...den Willen brauch ich nur in Extremsituationen, in denen ich rückfallgefährdet sein könnte...

    okay... aber warum begibst du dich denn in diese Situationen, wenn du weißt, dass sie gefährlich sein könnten... nein... du sogar rückfallgefährdet sein könntest (für mich eine Steigerungsform).

    Das erschließt sich aus meiner Denkweise gar nicht. Aber vielleicht magst du das mal aufdröseln... die Gedanken dahinter...würden mich echt interessieren. Ist das nicht ein Spiel mit dem Feuer bzw. glaubst du an dieser Stelle nicht suchtkrank zu sein?

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Andreas,

    Zitat

    Es ist aber bei mir in diesem Fall wirklich eine Sondersituation und kann eigentlich schon deshalb nicht öffentlich und vermutlich auch nicht in der Geschlossenen diskutiert werden. Das ist eine Situation, die ich für mich selbst ganz alleine lösen muß...der erste Schritt ist getan, auch, weil ich mir gesagt hab, daß ich diese Abstinenz hauptsächlich auch für mich selbst erreichen will...wäre es anders und ich würde aus äußeren Zwängen heraus auf Alkohol verzichten, hätte ich am Samstag vermutlich einen Rückfall erlitten. Aber der eigene Wille, der hier mMn. recht oft unterschätzt wird bzw. von dem oft behauptet wird, daß er überschätzt wird, hat hier im Grunde dafür gesorgt, daß ich nicht rückfällig wurde.

    Für mich sind der Wille und die eigene Motivation 2 unterschiedliche Dinge.

    Wobei ich dir vollkommen zustimme, ohne eigener Motivation und die "nackte & ehrliche" Auseinandersetzung mit sich selbst...(handele ich auch nachdem was ich möchte z. B. ....?), steht eine dauerhafte Trockenheit auf wackeligen Beinen. Dann kommt es ja nicht von innen heraus, sondern von außen rein - und das tut's nich'... so lese ich das aus den Berichten, von denen, die ganz ehrlich über Rückfälle schreiben.

    Den Willen sehe ich, je länger ich trocken bin, für zweitrangig an. Der kam zwar auch kurzfristig bei mir zum Einsatz (vor allem in der frischen Abstinenz), wo ich noch bis zur Oberkante Unterlippe im Alk stand und wo ich echt beißen musste & an manchen Tagen stark sein, um nicht zu trinken.

    Aber für mein langfristiges Ziel (= dauerhafte und zufriedene Trockenheit) brauche ich den Willen nicht in der Form. Das war sogar ein Teil meines Wunsches an mich in meiner frischen Abstinenz und da habe ich recht früh meinen Blick hingelenkt: Nicht mit der Faust in der Tasche (= dem Willen) trocken zu bleiben, sondern aus den Erkenntnissen heraus, die ich sammeln durfte, locker & unverkrampft trocken leben zu können.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Andreas,

    Zitat

    ...ich will damit nur sagen, daß man dem Alkohol nicht immer aus dem Weg gehen kann...

    Da geb ich dir ja durchaus Recht. Alkohol ist weiten Teilen in der Gesellschaft dabei und hat einen festen Platz im Leben vieler Menschen. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich erschrocken, wie viele Menschen - auch wenn sie nicht suchtkrank sein mögen - abhängiges Trinkverhalten an den Tag legen. Das fällt mir erst heute auf, als ich selbst noch dabei war, fand ich ihren Konsum normal :-?.

    ABER... (sorry ;-))... jedoch nur in weiten Teilen. Es gibt durchaus "Randgruppen" (nicht ganz ernst gemeint), da ist es anders. Und wieder meine Entscheidung, wohin ich mich orientiere.

    Und ich schließe mich meinen VorschreiberInnen an... laß dir erstmal Zeit und schaffe dir den Raum, deine Spirale zu stoppen, bevor du in die Tiefe anfängst zu graben.

    Denn das wäre der 2. vor dem 1. Schritt und das könnte mal schnell dazu führen, ins stolpern zu geraten.

    Im Übrigen finde ich gut, dass du genau hinguckst und wissen willst. Denn schließlich musst du es ja auch verstehen.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Andreas,

    okay. Alkohol als Teufel zu titulieren ist meinerseits nicht ganz korrekt ausgedrückt. So sehe ich den Alkohol auch nicht. Jedoch ist Alkohol mein Suchtmittel und davon halte ich mich fern. Das lässt mich mein Steuer selbst in der Hand halten. Eine Nähe dazu ist gefährlich. Ich finde dein Beispiel gar nicht so schlecht, um sich das greifbar zu machen.

    Zitat

    ...indem ich viele Entscheidungen dem Alkohol überlassen habe, kann ich Dir (noch) nicht beantworten...

    Habe ich eben vergessen in meinem Post.

    Und bei liegt die Antwort genau darin. Weil ich suchtkrank bin... und danach handele ich heute und treffe meine Entscheidungen. Auch ob ich einen Tramper mitnehme... oder ihn lieber in dem Auto hinter mir einsteigen lasse.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Andreas,

    danke für deinen kleinen Exkurs, wo ich mich in vielem durchaus wieder finde.

    Vor allem hier...

    Zitat

    es geht darum, selbst die Verantwortung zu übernehmen und diese nicht anderen zu überlassen...

    und hier:

    Zitat

    ...entscheiden muß ich letztendlich aber selber...ich trage ja auch die Verantwortung.

    Mir fällt in deinem Exkurs aber eine Kleinigkeit auf:

    Zitat

    Im Grunde ist es ja nicht ein Ziel, das man verfolgt...
    ...dessen muß man sich auch erst einmal bewußt werden...
    man geht mit einer gehörigen Portion Respekt an die Aufgabe ran...

    Wen meinst du mit man ? Dich oder jemand anderen?

    Also mein Ziel ist es durchaus - dauerhaft trocken zu bleiben. Ich schaue nicht, wie lange ich den Teufel auf der Rückbank sitzen lasse, sondern ich scheuche ihn direkt aus dem Auto, damit er gar nicht erst in die Nähe meines Steuers kommt und eingreifen kann.

    Schöne Grüße
    Maria

    Guten Morgen Carpenter,

    und so sind die Sichtweisen wieder unterschiedlich ;-)... denn ich finde die Quintessenz eher richtungsweisend und nicht falsch.

    Zitat

    Ich vergleiche das Ganze immer ganz gerne mit einer Festplatte...wenn auf Deiner 500 GB-Festplatte schon 490 GB drauf sind, dann sollte man sich nicht noch ein paar Programme zusätzlich draufschaufeln, sondern eher mal ein paar nicht so oft benötigte Programme löschen, um wieder Platz und Luft zu haben.

    Ich weiß noch recht genau wie das bei mir war. Ich habe mich lange dreht und gewendet, wusste zwar schon, dass mit Alkohol das nicht mehr geht, aber für wirklich ohne, hat es rückblickend irgendwie ewig gedauert. Sicherlich mit ein Grund: ich wusste, dass ich so einiges in meinem Leben ändern muss, um mir einen trockenen Raum zu schaffen und sich somit ein Weg ebnen konnte.

    Und eines Tages - an meinem Tag X - sind die letzten Zweifel gefallen und ich bin losmarschiert und habe mich aktiv mit meiner Sucht auseinander gesetzt. Sowas mache ich dann so, dass ich vorerst links und rechts ausblende und mich rein auf mein Ziel forciere.

    Hier in dieser Passage finde ich mich gut wieder:

    Zitat

    weiß ich aus meiner Erfahrung heraus, daß ich mit meinem Willen unheimlich viel erreichen kann...mein Problem ist eher das Wollen an sich...wenn das mal erreicht ist, gibt es für mich kein Zurück.

    Mir war ganz oft in meiner Trockenheit, dass "es" mir nicht schnell genug ging... mit dem Trocken werden. Rückblickend betrachtet, war ich im Kopf schneller trocken, als im Bauch. Die Verinnerlichung dessen was ich las, meine eigenen Gedanken dazu und die anschließende Umsetzung, erfolgt jedoch in einem anderen Rhythmus... was ich heute weiß.
    Das anfängliche Ausblenden war hilfreich, aber irgendwann dann eher hinderlich. Weil das Ziel was ich anpeilte, ja ohne zeitliche Begrenzung sein sollte. Also eine Lebensaufgabe ist. Somit hieß es, meinen Schritt an diesen tiefen Wunsch anzupassen.

    Für mich ist Trockenheit nach wie vor zweierlei.
    Zum einen das Grundgerüst, je ebener das Fundament, je weniger tendiert es zum Einstürzen.
    Und zum anderen der Raum drinnen, den ich nach und nach wieder neu mit Leben fülle.

    Eins nach dem anderen eben...

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Carpenter,

    Zitat

    Es gibt eben Menschen, die Dinge erstmal kritisch von allen Seiten beleuchten und die dann etwas länger brauchen, um etwas zu akzeptieren..


    Das ist ja auch vollkommen okay und darum geht's ja nicht.

    Es ist aber ein Unterschied... eine Sache kritisch zu beäugen und ggf. Zeit zu brauchen zum Akzeptieren... oder aber... sich auf die eigene Individualität zu beziehen; abzuschmettern und dicht zu machen.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Cora,

    vielleicht solltest du nicht auf Teufel komm' raus einen Nebenkriegsschauplatz eröffnen... sondern erstmal für dich gucken, was dich aufbürstet.

    Manchmal hilft es, eine Nacht drüber zu schlafen... und so ein Ärger verpufft von ganz alleine.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Bruce,

    also für mich bist du kein Bösewicht ;-). Ich finde es gut, dass du deine Gedanken hier lässt und die Dinge, die dir an einer Ernsthaftigkeit fehlen, ansprichst. Das ist so ein bisschen Balsam für mich und meiner Gedanken, die mich zeitweise umtreiben.

    Dieser Thread ist ja entstanden, weil mir die Ernsthaftigkeit zu dem Zeitpunkt fehlte und ich seinerzeit schon fast das Gefühl hatte, mich entschuldigen zu müssen, wenn ich mit meinem geschriebenem auf unsere Sucht bezog; auf sowas wie Risikominimierung hinwies und zum Nachdenken über's eigenen Verhalten ansprach...

    Ich kann es nicht wie garcia sehen:

    Zitat

    Das glaube ich nicht, da ein Unwissen über die Tragweite der Alkoholerkrankung früher oder später zu Rückfällen führen wird; und an dem Punkt reguliert sich das auf eine verdammt traurige und an sich unnötige Weise dann von selbst.

    Weil die Verantwortung eines jeden Tuns - bei jedem von uns liegt. Also nicht nur bei demjenigen, der sich seine Wege selbst wählt und diese Konsequenz im schlimmsten Fall mit dem Leben bezahlt.

    Nein - auch bei denen, die mit Rat zur Seite stehen und von ihren Erfahrungen berichten. Hier zu schreiben ist ja auch ein Tun. Also ich bin mir zumindest meiner Verantwortung bewusst und versuche nicht irgendwelchen "Quark" zu schreiben, nur damit ich was geschrieben habe, was gefällt. Mir ist schon klar, dass ich keinen Rückfall verhindere, aber ich kann dennoch meinen Teil zur Aufklärung beitragen und ggf. zum Nachdenken anregen.

    Und genau an dieser Stelle bin ich sehr bei dir und verstehe dich allzu gut.

    Da hole ich noch mal einen Spruch aus den Tiefen... wahre Worte sind nicht immer nett... aber nette Worte sind nicht immer wahr. Steht auch zig Mal hier irgendwo.

    Zitat

    Mein Eindruck ist eher, daß bestimmte Fragen (Relativierung von Risikominimierung, Bevorzugung individueller Wege) seit vielen Jahren immer wieder auftauchen und immer wieder neu diskutiert werden (müssen).
    Aber ich war nicht "live" dabei. Vielleicht täusche ich mich da auch.

    Nee... das stimmt schon... Themen wiederholen sich. Das liegt halt daran, dass wir keine feste Gruppe bleiben, sondern täglich neue hinzu kommen & bei ihrem jeweiligen Startpunkt aus starten. Und bestimmt auch daran, dass begreifen nichts abstraktes ist, sondern was aktives.

    Von daher sehe ich diese Nähe im Austausch & zeitweises Kuschelfeeling eben auch kritischer. Ich denke, nur mit einem gesunden Abstand, kann ich für mich hingucken, wo fange ich an - und wo höre ich auf. Weil da trifft es sich, was vielen von uns nicht in die Wiege gelegt bekommen haben.

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Carmelita,

    ich denke ebenso...bleib' mal schön hier.

    Auch wenn du das manchmal anders empfinden magst (das geht mir ja manchmal auch nicht anders, wenn ein wunder Punkt von mir getroffen wird) - es ist nicht böse gemeint.

    Nur wissen einige User ja um diese "schrägen" Gedanken und können mit ziemlicher Zielsicherheit, den Finger genau in die Wunde legen. Aber das soll nicht dazu dienen, dich zu quälen ;-)... lediglich helfen wirklich hinzugucken. Weil der Impuls lieber die Augen zu verschließen und die Dinge wegzuschieben, der ist doch noch sehr präsent.

    Ich bin immer noch ziemlich sicher, dass der Grundstein der Trockenheit ganz am Anfang gelegt wird. Und alles weitere baut sich eben darauf auf.

    Deswegen bin ich heute sehr dankbar, dass dieses Forum meinen Weg passiert hat und ich hier hängen geblieben bin. Das hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und darauf kommt es doch an.

    Ich wünsche dir nun, dass du alles Geschriebene mal sacken lassen kannst. Das ist nämlich auch total wichtig ;-).

    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Carmelita,

    zunächst möchte ich dir sagen, dass ich es gut finde, dass du genau hinguckst (obwohl es langsam scheinbar anfängt zu nerven ;) ) - nur so kannst du schließlich drüber nachdenken und evtl. "schräge" Gedankengänge und Hintertüren, die du evtl. (noch) nicht schließen möchtest/kannst auf die Spur kommen.

    Wichtig für mich war es , dass ich mir vor allem selbst den Raum gegeben habe, trocken werden zu können. Denn so ganz von alleine fiel mir das nicht zu.

    Ich bin in einem Alkoholikerhaushalt groß geworden. Die Ausdünstungen & das Gift habe ich tief eingeatmet, bevor ich selbst zum Glas griff. Da gab ein keinen Anfang. Der Alkohol war schon vor mir da.

    Und so meinte ich die Aussage, dass die Umsetzung der Grundbausteine ohne Zwang erfolgt, wenn du das umsetzt, was du wirklich willst. Dann nervt da nix; zumindest habe ich das so empfunden.

    Anfangs musste ich häufiger an diesen Punkt, mich zu fragen, was will ich überhaupt? Eine dauerhafte Trockenheit oder mich weiter verbiegen - nur unter anderen Voraussetzungen?

    Für mich gehörte dazu, einen wirklichen Cut zu machen - ABSTAND herstellen, mich auf mich zu besinnen, um erkennen zu können, wie ist die Welt da "draußen" eigentlich "wirklich" aufgebaut und wie finde ich meinen Platz - nun trocken - darin?

    Alkohol gehört gesellschaftlich an (fast) jeder Ecke dazu. Das werden wir nicht ändern. Das ist schon richtig. Aber wir selbst bestimmen, wie viel Raum wir ihm geben und wie nah wir ihn weiter an uns heranlassen.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Carmelita,

    Zitat

    ...wie es vielleicht nicht ganz den Grundbausteinen entspricht...

    Wenn ich Diskussionen über die Grundbausteine lese, stelle ich mir jedesmal die Frage, aus welcher Erkenntnis heraus wohl der erste Schritt auf dem Weg der Trockenheit erfolgt ist?

    Mit dem Anerkenntnis suchtkrank zu sein?
    Oder mit dem Willen das "Problem" in den Griff zu bekommen?

    Sicherlich habe ich mir in meinen Anfängen genauso Gedanken darüber gemacht, wie sinnvoll die Grundbausteine sein mögen. Vor allem wenn die Umsetzung es von mir erfordert hat, Grenzen für mich zu setzen, eine Position zu beziehen, mich zu öffnen und klar zu sagen, was mir gut tut und was ich nicht mehr will.
    Alles die Dinge, vor die ich mich jahrelang saufend gedrückt habe.

    Ich habe hier im Forum mal gelesen, ein trockenes zu führen, führt ganz natürlich zu den Grundbausteinen hin. Ohne Zwang, eben aus der inneren Überzeugung heraus, trocken leben zu wollen.

    Ich bin sehr gespannt, ob sich deine Ansichten noch diesbzgl. ändern wird. Wenn ja, thematisiere es bitte genauso, wie jetzt den Widerstand dagegen.

    Schöne Grüße
    Maria

    Hallo Prinzessin,

    ich bin ja auch von der Fraktion schwarz/weiß. Die Grautöne lagen in meiner nassen Zeit und genau das war es, was mir es so schwer gemacht hat, den Weg daraus zu erkennen. Es hat sich am Ende immer bei der Frage getroffen, wenn ich ach so individuell bin... dann sind die anderen wohl doch süchtiger... das alte Lied... ICH doch nicht.... sieh' her... ich kann zwar meinen Alkoholkonsum nicht kontrollieren... aber jetzt weiß ich ja Bescheid und kann das :?

    Zitat

    Es gibt im Leben viele Wege, die gegangen werden können. Ich würde mir nie herausnehmen (z.B bei einer Sache, die ich kann und in der ich gut bin und mich bewährt habe), meinen Weg als den einzig richtigen zu bezeichnen. Viele Wege können zum Ziel führen. Aber es muss schon jedem selbst überlassen bleiben dürfen, dass er dabei seinen individuellen Weg finden darf/kann. Dabei können Tipps und Empfehlungen sehr hilfreich sein. Nur, ob sie eins zu eins umgesetzt werden kann eben auch nur auf einer (von vielen) Empfehlungen basieren.

    Ich schließe andere Wege nicht aus, genauso wenig wie ich jemandem sein persönliches Recht auf Entscheidungen abspreche. Das schließe ich ungesagt ein bzw. davon gehe ich aus, wenn sich hier jemand anmeldet, dass er/sie sich darüber bewusst ist, dass die Konsequenzen der gewählten Wege, jeder selbst trägt. Genauso wie jeder selbst geschluckt hat (das tun wir nämlich... niemand sonst flösst uns das ein), sucht sich jeder seinen Weg, der daraus führt, halt selbst aus. Niemand anderes.

    Ich lese deinen lauten Ruf nach Individualität und nach mehr Herzenswärme... und frage mich, was steckt dahinter?

    Darauf zu schließen, weil z. B. ich in der Sucht kompromisslos bin, ich hätte meine Individualität unterwegs verloren, finde ich weit hergeholt oder deinen Appell an die Menschlichkeit wenn du klare Worte liest.

    Ich frage mich bei all deinen Beiträgen... was ist eigentlich dein Auftrag? Worauf willst du hinaus?

    Benötigt das Forum einen Weichspüler? Oder ist es eher deine eigene "Schmerz"-Grenze, die Sucht als das anzunehmen was sie ist?

    Maria