Hallo Mein Leben,
ich bin Aloholikerin und seit knapp einem Jahr trocken. Ich habe einen Sohn der bald 21 Jahre wird. Wenn ich so lese was du schreibst, sehe ich meinen Sohn, der auch sehr unter meiner Sucht gelitten hat. Er hat mich immer in Schutz genommen, auch wenn er innerlich wusste das etwas nicht stimmt, denn ich habe heimlich getrunken. Heute sehe ich was ich angerichtet habe. Vielleicht hätte ich schon früher etwas unternommen wenn mein Sohn mich angesprochen hätte. Kein Vorwurf um Gottes Willen. Aber ich habe nicht wahr genommen wie sehr ich meine Familie mit meiner Trinkerei belastet habe. Auch ich war instabil. Aber meine Familie ebenfalls. Und wie kann ich nur an mich denken, meinen Suff und alles andere ist unwichtig. Nein ich denke auch das es besser für dich istdeinem Vater entweder den Brief zu geben, oder ein offenes Gespräch mit ihm zu führen, auch wenn Tränen fließen. Das gehört dazu. Vielleicht sieht er dann wohin er euch gebracht hat. Denk darüber nach. Deine Krankheit verlangt sehr viel Stärke von dir und die ganze Hilfe deiner Familie. Da gehört auch dein Vater dazu. Egoismus seinerseits ist jetzt völlig fehl am Platz. Und Nachsicht deinerseits deinem Vater gegenüber ebenfalls. Du hast schon richtig geschrieben deine Krankheit ist unheilbar. Wenn auch die Krankheit deines Vaters nicht zu heilen ist, sie kann zum Stillstand kommen.
und noch etwas, kontrolliertes trinken wird bei deinem Vater nicht mehr möglich sein, aber das wird er spätestens dann begreifen wenn er etwas unternimmt.
Sprich auch mit deiner Mutter darüber wie schlecht es dir momentan in dieser Situation geht und das du das nicht mehr hinnehmen möchtest.
Ich wünsch dir alles Liebe
Gruß Cora