Hallo Soul,
ich hoffe es waren bei Dir gestern Abend nicht allzuviele Kalorien ![]()
Tja, wie bin ich zum Alkohol gekommen.
Ich komme aus einer Nichtalkoholikerfamilie. Alkohol gabs zwar aber eher selten und nur zu bestimmten Anlässen.
Ich bin sehr behütet aufgewachsen. Vielleicht liegt darin der Anfang.
In meiner Kindheit kenne ich meine Mama nur als überbesorgt und ängstlich. Ich selbst war schon fast zu brav und eher der "Zugucker" als "Mitmacher".
Das änderte sich bei mir mit 13. Ich hatte Erfolg bei sportlichen Wettkämpfen und war endlich in einer Clique und akzeptiert. Dazu gehörte natürlich auch, dass man heimlich rauchte(trotz Sport).
Kurz vor meinem 14. Geburtstag starb mein Vater und damit brach eine Welt für mich zusammen. Wir zogen von Hamburg nach Dortmund zur Familie meiner Mutter. Alles weg, Freunde Sport, einfach alles.
In der Familie meiner Mutter (sprich Grosseltern) zählten Mädchen nicht viel. Ihre Hauptaufgabe wurde im Heiraten und Kinderkriegen gesehen.
Ich hab mich damals zu einem ziemlichen "Kotzbrocken" entwickelt, der alles getan hat um die Grosseltern zu ärgern. Vor allem habe ich mir Freunde gesucht die nicht den "elitären" Mittelstandanforderungen meiner Grosseltern entsprachen. Meine Mutter hat sich sehr viel Mühe gegeben mich als Mädchen in eine andere Richtung zu fördern. Ich ging in eine Jugendgruppe und auf eine gute Schule.
Trotz Ihrer Mühe war ich (ich glaube bis heute) nach aussen ein "Grossmaul" aber innen recht klein.
In meiner neuen Clique und auch der Jugendgruppe wurde auch Alkohol getrunken. Wie beim Rauchen hab ich da natürlich mitgemacht.
Und siehe da, mit Alk hatte ich plötzlich keine Probleme mehr mit so Sachen wie "Schüchternheit". Ausserdem konnte man sich sehr gut aus der Realität raustrinken und Mutansaufen.
Gotteidank habe ich bis heute einen Hang zum Kontrollfreak (muss von meiner Mama kommen) und damit Angst davor die Kontrolle zu verlieren.
Das hat mich wohl auch davor bewahrt mehr als "weiche" Drogen auszuprobieren. Vor allem was über Alk, kiffen und ab und zu bunte Pillen schlucken hatte ich einfach zu viel Angst.
Wie ich in meiner Vorstellung schon beschrieben habe, habe ich später sehr unter Angstattacken und sozialen Phobien gelitten.
Mir wurde vor gut 20 Jahren nach einem Selbstmordversuch und auch in der Akoholtherapie vor 2 Jahren von eigentlich jedem Analytiker/Therapeuten mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein bescheinigt und ich stimme dem zu.
Ich denke, ich habe den Alkohol dazu benutzt diesen "Mangel" zu überspielen und meine Ängste zu dämpfen. Daraus wude dann allerdings eine ziemliche steine Spirale nach unten. Alkohol und Angst vertragen sich offensichtlich garnicht.
Was ich garnicht mag, ist der Spruch: Du musst erst ganz unten sein um aufhören zu können. Das gibt meiner Meinung nach zu vielen Alkis den Grund noch ein bischen weiter zu machen. Denn unter ganz unten wird in der Regel " in der Gosse" verstanden.
Ich glaube, jeder ist ganz woanders "ganz unten". Für mich war das der Punkt an dem ich festgestellt habe, dass nicht mehr ich sondern der Alkohol mein Leben "kontrollierte". Das was bisher kein Mann bei mir erreicht hat, nämlich mich voll in der Hand zu haben hatte die Flasche ganz nebenbei geschafft.
Den Rest hab ich schon mal kurz irgendwo geschrieben, ich glaube in der Vorstellung.
Heute kann ich mich auch nach 2 Jahren noch über die Freiheit freuen z.B. U-Bahn oder Auto fahren zu können ohne dass ich fast vor Angst sterbe.
Der Alkohol hatte mir kaum noch Platz in meinem eigenen Leben gelassen. Heute hab ich das Leben wieder für mich ganz alleine ![]()
Gruss Käthe
Nachsatz für Vanillivli (richtig geschrieben
)
Häkeln ist überhaupt nicht albern!!!!!!!!!!