Beiträge von Zeppeline

    Schon Freitag! Wow, diese Woche ist wirklich vorbeigesaust. Gestern war wieder ein ganz schön voller Tag, Bewerbungen schreiben und anschließend Texte verfassen. Vor lauter Texterei hab ich meine Sportstunde verpaßt, so daß ich zum Ausgleich nochmal auf den Sportplatz bin, um ein paar Runden zu laufen.

    Es mag auch an der Lauferei liegen, aber selbst wenn ich die weglasse, macht sich ein neuer Pluspunkt im trockenen Leben bemerkbar: Schlaf. Ich wußte gar nicht mehr, wie es ist, die ganze Nacht durchzuschlafen und am Morgen nicht das Gefühl zu haben, im Koma gelegen zu haben. Wunderbar :)

    Gestern kam zwischendurch und etwas unerwartet ein Erinnerungsflash an die letzte Phase meiner nassen Zeit. Heute früh ist die Zeit zu knapp, um es hier aufzuschreiben, ich hole das am Wochenende nach. So kurz diese Erinnerung war, sie hat mich mal wieder richtig erschüttert. Ich sehe das aber positiv, es beweist, daß ich mich weiter mit dem Thema beschäftigte und dabei auch verdrängte und verschüttete Dinge zum Vorschein kommen.

    An dieser Stelle ist mal wieder ein artiger Dank ans Forum fällig: Ohne Euch würde diese Lernarbeit nicht funktionieren. Der Austausch und die Denkanstöße sind neben der SHG mein Hauptmotor. Danke, knicks und wech bin ich,

    kommt alle gut ins Wochenende,
    viele Grüße
    Zeppeline

    Plejaden : tja, der Verdacht ist sicherlich berechtigt - in Deutschland kein Spaß ohne Alkohol. Seit ich keinen Alkohol mehr trinke, ist er auf einmal überall, und vor allem in den Gesprächen: "Also wenn ich das geschafft habe, dann wird erstmal ne Flasche Sekt aufgemacht". Oder, etwas alltäglicher: "Wir können ja mal wieder zusammen ein Bier trinken gehen." Das ist mir früher nie aufgefallen.

    Hallo Plejaden,

    klasse, daß Dein erstes Selbsthilfetreffen so erfolgreich war! Und gut, daß Du es trotz aller Widrigkeiten bis dort hin geschafft hast.

    Für mich sind dieses Forum und meine nicht-virtuelle SHG wunderbare Ergänzungen, oft greift das ganz eng ineinander über: in der SHG wird etwas besprochen, ich denke auf dem Heimweg drüber nach, bin mit dem Thema manchmal tagelang noch nicht durch und schreibe auch im Forum darüber.
    Übrigens ist es sicherlich besser, das in der SHG Erzählte auch dort zu lassen; allerdings denke ich, es ist okay, hier im Forum zu berichten, wenn es um ganz allgemeine Dinge und Gedanken - also keine Lebensgeschichten - geht. Schließlich stellen wir alle immer wieder fest, daß es bei Alkoholikern ganz stereotype Verhaltensweisen gibt - man kann sich in allen möglichen Berichten wiederfinden, obwohl man gar nicht gemeint war :roll: .

    Viele Grüße
    Zeppeline

    Puh, gestern abend war ich mal wieder zu müde, um noch ins Forum zu gehen. Schreib ich eben jetzt, auch wenn ich nicht deutlich wacher bin, blöde Dunkelheit.

    Gestern war ein Tag der gemischten Gefühle, habe einige meiner alten Kollegen gesehen (dort hatte ich mal einen befristeten Vertrag im Rahmen eines Projektes), was gleich eine ganze Reihe von widersprüchlichen Emotionen auslöste: Freude, die Leute mal wieder zu sehen; damit verbunden natürlich das traurige Gefühl, dort nicht mehr so richtig dazuzugehören, mit den Leuten nicht mehr den Alltag teilen zu können; ungefähr 0.5 g Hoffnung, daß es irgendwann vielleicht wieder mal ein Projekt gibt, bei dem ich dann mitarbeiten kann (das ist übermäßig optimistisch, schließlich gibt es nirgendwo für nix mehr Geld :roll: ). Tja, und dann noch ein ganz komisches Gefühl, eher ein Gedankenknäuel, das mich seit gestern abend beschäftigt: die alten heiligen Hallen zu betreten, hat natürlich auch starke Erinnerungen ausgelöst, Erinnerungen auch an meine Saufzeit. Der Platz, an dem sich alle immer zum Kaffeetrinken versammeln - ich mittendrin, und zwar sehr, sehr oft mit einem fürchterlichen Kater. Jetzt war ich dort für 1 Tag zu Besuch und kriege alles mit klarer Birne mit. Damals war ich dort etwas länger als 2 Jahre und ständig in einer Art Nebel. Was für eine Verschwendung an Energie und Denkfähigkeit, ich könnte heulen...
    Uff, ich muß darüber wirklich noch etwas nachdenken, verzeiht, wenn das hier ein wenig wirr zusammengeschrieben ist.

    Abends wollte ich unbedingt noch eine Runde laufen. Naja, als es abends regnete, wollte ich eigentlich nicht mehr, aber es gehört zu meinem "neuen" Leben, den inneren Schweinehund zu überwinden, nicht immer, aber immer öfter. Hab's auch gestern geschafft, ätsch :) . Zur Belohnung war dann noch etwas Fleißarbeit zu erledigen, so daß es richtig spät wurde. Immerhin war ich dann abends ganz zufrieden, nur schwirrt mir eben dieser Gedankenmix noch im Kopf herum. Für heute habe ich mir daher lauter Dinge vorgenommen, die ab und zu mal ein bißchen Nachdenken zulassen - schließlich muß es auch Vorteile haben, wenn man keinen festen Job hat und in Eigenregie arbeitet. Die Möglichkeit, sich den Tag selbst einzuteilen, gehört auf alle Fälle dazu.

    Macht Euch alle einen schönen Tag,
    viele Grüße
    Zeppeline

    Guten Morgen an alle,

    gestern war so ein Tag, der mit tausend kleineren Aufgaben vollgestopft war, ich hatte abends das Gefühl, nichts Besonderes gemacht zu haben. Fühlte sich aber nicht unangenehm an, denn zur Zeit schraube ich meine Erwartungen an mich etwas runter. Die morgendliche to do-Liste fällt etwas kürzer aus, damit geb ich mir die Chance, tatsächlich auch alles zu schaffen.

    Eine gewisse Vorweihnachtsmüdigkeit - die auch durch einige andere Threads zu wehen scheint :wink: - macht sich auch bei mir bemerkbar. Ich laß es daher langsam angehen.
    Um Weihnachtsmärkte und die meisten Weihnachtsveranstaltungen mache ich einen größeren Bogen. Interessant, daß hier überhaupt keine Verzichtsgedanken aufkommen, es ist mir eher egal. Ich sehe es als Fortschritt, festzustellen, daß mir überhaupt nichts fehlt, wenn ich bestimmte Umgebungen meide. Auch das muß man erstmal am eigenen Leib erfahren, um es zu kapieren :) .

    panther : tja, siehe oben. Ich versuche auch gerade, meine teils übertriebenen Erwartungen an mich selbst runterzuschrauben. Manchmal gelingt es schon ganz gut, gelegentlich hab ich Verhaltensrückfälle. Dank Dir für den Rat.

    @currlinger: Das Wesen der Sucht kann man wohl nie voll und ganz begreifen, wenn man nicht selbst betroffen ist. Das sagen auch die Angehörigen von Alkoholikern, die ich aus meiner Selbsthilfegruppe kenne. Mir geht es z.B. ähnlich, wenn ich versuche, mich in jemanden hineinzufühlen, der kauf- oder spielsüchtig ist. Klar hau ich auch manchmal zu viel Geld auf den Kopf, aber doch nicht so, daß es mich komplett ruiniert. :wink: Da gibt's kein Verstehen - es sei denn, ich mache den Umweg über den Alkoholismus und vergleiche die Verhaltensweisen anderer Süchtiger mit meinen eigenen...

    So. Meine Aufgabenliste für heute mag kleiner sein, aber jetzt muß ich trotzdem ran :wink: ,

    viele Grüße,
    Zeppeline

    Hallo Plejaden,

    früh am Morgen und ich darf mich jetzt auch nicht vertrödeln, daher nur kurz: Du hast Dir diese Fragen in einem anderen Thread ja praktisch schon selbst beantwortet. Das Trockenwerden ist ein langer Prozeß, für den man eine Menge Geduld braucht. Das "Automatisieren" von Gedanken und Verhalten, wie es Karsten beschreibt, muß lange, lange geübt werden.

    Diese Diskussion, ob man "ganz unten" gewesen sein muß, um wirklich dauerhaft und erfolgreich trocken werden zu müssen, wird ja immer wieder geführt. Ich bin der Ansicht, daß jeder Tiefpunkt anders aussieht. Solange Du für Dich selbst beschlossen hast, daß es jetzt reicht und daß Du aus dem Teufelskreis raus willst, funktioniert das auch.

    Aber diese Zweifel gehören mit zum Lernprozeß, laß Dich nicht zu sehr verwirren.

    Ansonsten wünsche ich Dir ein möglichst erfolgreiches erstes Selbsthilfetreffen - für mich war das eine Offenbarung, ohne diese Gruppe hätte ich es vielleicht auch irgendwie geschafft, aber bestimmt nicht besser. Und wenn die Gruppe Dir nicht so zusagt, denk dran, es gibt auch andere.

    Viele Grüße,
    Zeppeline

    hallo Plejaden,

    jetzt schleiche ich mich doch noch kurz in Deinen Thread.
    Also, ich finde, angesichts der Tatsache, daß heute Montag ist, hast Du beeindruckend viel geschafft. Lies Dir Deinen heutigen Beitrag doch einfach nochmal durch :lol:

    Alkohol als Alternative? Hm, bei solchen suchtgesteuerten "Hirnfunken" (so nenne ich sie, weil sie meist genauso fix wieder wech sind, wie sie auftauchen) habe ich inzwischen immer schon eine automatische Antwort bzw. Gegenfrage parat: was soll das denn jetzt? hilft mir das irgendwie weiter? was hab ich davon? Meist ist der Funke dann dermaßen verschreckt, daß er rückstandslos verschwindet, und ich hab von der ganzen Aktion nur so am Rande mitbekommen, daß sie überhaupt stattfand. Diese bei Bedarf meist schon von selbst einsetzenden skeptischen Nachfragen helfen mir echt. Soll natürlich nicht heißen, daß es empfehlenswert ist, das bewußte Denken komplett auszuschalten.

    Ich wünsch Dir einen Dienstag, der dem Montag mal zeigt, was ein anständiger Tag ist.

    Liebe Grüße,
    Zeppeline

    Meiomei, der Sport heut abend hat mich dermaßen fertig gemacht, daß ich gar nicht mehr lange im Forum herumschleichen, sondern mich doch lieber ins Bett verdrücken will. Hat aber trotzdem gutgetan ... :)

    Plejaden : vielen, vielen Dank für den Zuspruch, das tut guuut! Hiermit nehme ich dann doch Abstand von meiner bisherigen Überzeugung, Gott zu sein, und versuche mal, meine Schwäche(n) zu akzeptieren. Auch da gilt wohl: zuviel zeppelinische Ungeduld bedeutet noch lange keinen Fortschritt.

    Und was meine Zeit zuhause, während andere Urlaub machen, betrifft: Ich habe mir schon ein paar wunderbare Sachen ausgedacht und fange tatsächlich zaghaft an, mich auf diese Zeit zu freuen. Werde dann berichten. Und bei Gejammer bitte ich nochmals um die nötige Strenge :lol:

    Viele, leicht ermüdete Grüße,
    Zeppeline

    Eine längere Sendepause, stimmt, Panther. Piep. Auch wenn ich ein paar Tage nichts in meinem Thread geschrieben habe, der zeppelinische Kopf beschäftigt sich schon mit dem Thema Alkohol (zum Glück allerdings nicht durchgehend – ich bin froh, daß diese Phase vorüber ist). Ich war in den letzten Tagen trotz alledem viel hier im Forum und habe die Threads anderer durchgelesen. Diese Lernprozesse, die im eigenen Kopf ablaufen, bei anderen zu lesen, ist schon hilfreich, gelegentlich auch ganz einfach tröstlich.

    Der Chat gestern war auch wieder ein Meilenstein für mich. Bei der Diskussion um das Wort “Kapitulation” ist mir etwas klar geworden, was ich in allerletzter Zeit aus den Augen verloren habe, vermutlich weil ich es einfach nicht mehr wahrhaben wollte. Im Chat wurde noch einmal festgestellt: Kampf bedeutet Konfrontationskurs und gleichzeitig die Unmöglichkeit, die nötige Distanz zum Alkohol zu bekommen. Kapitulation wiederum heißt Annehmen und Akzeptieren der Tatsache, dem Alkohol gegenüber schwächer zu sein; und genau da scheint es bei mir noch zu haken. Ich habe zwar erkannt, daß ich schwächer bin und mir der Konfrontationskurs demzufolge nichts bringt, aaaber: ich empfinde weiterhin Schuld- oder besser Schamgefühle, weil ich schwächer bin. Ich würde zwar gerne etwas anderes behaupten, aber es wäre unehrlich. Das ist also ein Bereich, an dem ich noch arbeiten muß, obwohl ich noch nicht so genau weiß, wie ich das anstellen soll. Vielleicht ist es auch einfach nur eine Frage der Zeit...

    Über meinen Alltag fällt es mir gerade etwas schwer zu schreiben; bisher hab ich es noch nicht über mich gebracht, hier im Forum alle wichtigen Aspekte meines Lebens zu berichten, heute versuch ich’s mal bzw. füge einen weiteren Mosaikstein hinzu. Also, zum Thema Alltag: einerseits ist da viel ganz gewöhnlicher Alltagskram, der ganz gut läuft, wenn auch nicht gerade spektakulär. Andererseits ist da unser gelegentlich chaotisches Familienleben – eine Patchworkfamilie, bestehend aus meinem Freund, dessen 12-jährigem Sohn und mir. Da der “Kleine” (naja, dieses Wort paßt inzwischen nicht mehr so ganz) eine ganze Reihe von Problemen hat (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, autistische Störung), haben auch wir als Familie eine ganze Reihe von Problemen. Was mich betrifft, so komme ich mit der Situation deutlich besser klar, seit ich trocken bin; die beiden Herren ab und zu wohl auch mal weniger, weil ich konsequenter geworden bin. Die Ärmsten... :wink:

    Unser aktuelles Hauptthema so kurz vor der Weihnachtszeit ist die Frage, wer mit wem wann und wo Urlaub macht. Der aktuelle Stand der Verhandlungen: mein Freund fährt mit seinem Sohn für eine Woche weg, ich bleibe zuhause. Das mag erstmal skurril wirken, aber ich bin zur Zeit ziemlich fertig mit den Nerven – das Jahr war hinsichtlich Abstinenzentscheidung und Trockenheit großartig, aber es gab auch eine Menge außergewöhnlicher Belastungen, deren Folgen ich gerade richtig zu spüren bekomme. Fahre ich mit den beiden mit, so bleibt praktisch keine ruhige Minute, und ruhige Minuten (na, eher Stunden) sind mir zur Zeit besonders wichtig, um in meinem mittlerweile klaren Kopf meine gelegentlich immer noch wirren Gedanken zu ordnen. Sollte ich es so machen und zuhause bleiben, so bitte ich euch schon jetzt, mir bei gelegentlichen Anwandlungen von Selbstmitleid – buhuh, ich muß alleine zuhause bleiben, während die anderen Urlaub machen – ordentlich eins auf den Kopf zu geben.
    Übrigens, für den Fall, daß sich jemand Sorgen machen sollte: die beiden werden einen schönen Urlaub haben, das haben sie dieses Jahr schon einmal bewiesen.

    So, länger kann ich meinen Arbeitstag nicht unterbrechen, vielleicht melde ich mich heute abend nach der Sportelei nochmal. Macht’s alle gut und danke für die Nachfrage, Panther, du siehst ja, was du losgetreten hast :)

    viele Grüße,
    Zeppeline

    Hallo Lütze,

    hab gerade deinen letzten Beitrag gelesen und mich sehr amüsiert - bis jetzt wußte ich nicht, daß die Simpsons für Kinder so informativ sein können. :lol: Toll!

    Ansonsten wünsche ich dir ein schönes Wochenende, laß es dir gutgehen,

    viele Grüße
    Zeppeline

    Uff, bin ganz schön fertich. Nachdem ich schon seit einigen Wochen ein-, gelegentlich auch zweimal pro Woche zum Sport gehe und mir schon deswegen regelrecht heldenhaft vorkomme, war ich heute zum ersten Mal Laufen – auf dem Sportplatz, schon allein damit ich nicht gleich wieder schlappmache. Ging, ähm lief sich gut, aber ich hab’s auch sehr niedrig dosiert – 1 Minute Laufen, 1 Minute Gehen, immer im Wechsel. Laufen für Feiglinge, sozusagen. Jetzt bin ich gespannt, ob ich es auch längerfristig schaffe, mich aufzuraffen.

    Tja, sonst betätige ich mich in meinen verschiedenen Jobs und Projekten und verschicke hier und da Bewerbungen. Bin dabei für meine Verhältnisse erstaunlich zielstrebig, auch das hab ich der Abstinenz zu verdanken. Die Tiefs gibt es weiterhin, aber sie hauen mich nicht so um wie früher. Prima ist auch, daß ich mit Konflikten deutlich besser klarkomme – Diskussionen, Meinungsverschiedenheiten? Na schön, ich hab’s zwar lieber friedlich, aber so etwas läßt mich nicht mehr in einem Meer aus Selbstmitleid versinken, wie es früher oft der Fall war. Interessant, wie schnell sich die Probleme dann in Wohlgefallen auflösen, meistens jedenfalls.

    Irgendwo hab ich gelesen – und bei einem Vortrag hab ich’s auch mal gehört – daß Alkoholiker, sofern sie früh genug mit dem Trinken anfangen, in ihrer seelischen Entwicklung stagnieren; wenn sie dann endlich trocken werden, müssen sie sozusagen auch noch hinter den Ohren nachtrocknen, also die ganze, über Jahre hinweg verpaßte Entwicklung nachholen. Seufz. Fragt sich nur, auf welchem Level ich jetzt gerade bin – 19? :roll:


    @Currlinger: Was du da ansprichst, diese Weigerung, die eigene Abhängigkeit zu erkennen und sich und anderen gegenüber zuzugeben, ist das Wesen der Sucht. Oder zumindest ist es ein wichtiger Bestandteil der Sucht, der auch bewirkt, daß man sich mit dem Loskommen so fürchterlich schwer tut. Mir ist selbst gelegentlich aufgefallen, wie ich instinktiv – naja, eher suchtgesteuert – dem Thema Abhängigkeit ausgewichen bin, wenn es irgendwo zur Sprache kam. Das mußte nicht einmal im Zusammenhang mit mir sein, ich hätte mich immer am liebsten weggeschlichen, wenn sich das Gespräch um das Thema Sucht drehte.

    Wie gesagt: Diese Vermeidungsstrategie ist mir natürlich ab und zu aufgefallen, aber ich habe das immer ganz schnell verdrängt, es war so ein schrecklich unangenehmer Gedanke. Daß mit mir etwas nicht stimmt, war mir dabei ganz klar, aber hätte ich den Gedanken weiterverfolgt, dann hätte ich etwas tun müssen. Und das wollte ich nicht, bzw. mein von der Sucht gesteuertes Hirn wollte das nicht. Einem “nassen” Alkoholiker erscheint die Vorstellung, für immer abstinent leben zu müssen, nämlich ganz grauenhaft.

    Um es zusammenzufassen: ich war auch nicht in der Lage, über meine Alkoholabhängigkeit zu sprechen, auch nicht mit meinem Freund. Es ging einfach nicht, und zwar wegen der dann drohenden Konsequenz, aufhören zu müssen.
    Meine Freunde und Bekannten haben offenbar nichts gemerkt, ich gehörte ja auch zu der Gattung “heimlicher Alki”. Also auf Parties was trinken, aber nicht bis zum Umfallen, zuhause dann nachtanken. Was glaubst du, wie eilig ich es manchmal hatte, nachhause zu kommen...

    Was den “Zufall” betrifft – naja, es war eher eine Kombination von Ereignissen bzw. Erkenntnissen: Wegen meines ebenfalls alkoholabhängigen Vaters, dem es im vergangenen Jahr psychisch, aber auch körperlich ziemlich schlecht ging, hatte ich ja schon eine ganze Menge Bücher über das Thema Alkoholismus gelesen. Selbstverständlich habe ich die dort gewonnenen Erkenntnisse nie auf mich bezogen – bis die Parallelen so erdrückend wurden, daß ich gar nicht mehr anders konnte. Aber dieser Erkenntnisprozess hat einige Monate gedauert. Der letzte Schubs in Richtung Abstinenz-Entscheidung war dann ein ganz kurzer Abschnitt in einem eher unscheinbaren Buch über Alkoholismus (ich mach hier lieber mal keine Werbung); dort stand, daß es typisch für viele Alkoholiker sei, eben keine Hilfe zu suchen und sich stattdessen lieber alleine und deswegen auch erfolglos mit dem Problem herumzuschlagen. Das war für mich der Auslöser – bisher hatte ich gedacht, das sei eben meine etwas verquere Art, mit Problemen umzugehen. Daß diese Verhaltensweise Teil der Krankheit ist, war mir neu. Und zusammen mit der Erkenntnis, daß ich für den Weg raus aus der Sucht die Hilfe anderer in Anspruch nehmen muß, gab mir diese Information endlich die Energie und den Mut, die Trinkerei zu beenden.

    JoeDoe : Ist schon erstaunlich, wie vergesslich wir sein können, oder? Wobei mir einige Dinge oft in der Selbsthilfegruppe wieder einfallen, nämlich immer dann, wenn ich denke, ein anderer erzählt gerade was aus meinem Leben... dabei hat der sich einfach genau so bescheuert aufgeführt wie ich ...

    Übrigens: Gratulation zum tapferen und nüchternen Überstehen der postoperativen Schmerzattacken. Du weißt ja, für viele Indianer wurde Alkohol auch zum Verhängnis. Muß man lassen :wink:


    @ Plejaden: ich sehe es auch so, diese Erinnerungen sind oberflächlich betrachtet unangenehm, aber sie helfen echt weiter. Da greint das Suchtmonster angesichts der schmerzhaften Erinnerung an all die durchlittenen Katertage. Und in diesen Momenten hat es dem nix, aber auch gar nix entgegenzusetzen, ist dir das auch schon aufgefallen?

    Die Was-wäre-wenn-Versuchung meldet sich bei mir zum Glück eher selten, warum, weiß ich auch nicht. Irgendwie hat sich offenbar die Erkenntnis, daß ich unwiderruflich abhängig bin, fest in meinem Hirn verankert (und ich hoffe, es bleibt dabei). Aber wenn dich solche bösen kleinen Hirngespinste plagen, dann gib sie doch einfach Elvis mit auf die Reise, den können sie wohl nicht mehr weiter stören. 8)

    Oweh, was für ein langer Text - ich muß jetzt dringend aufs Sofa, Faulenzen.

    Liebe Grüße,
    Zeppeline

    Uff, dieser von vorne bis hinten regnerische Montag ist vorbei. Ich bin auch nur viermal patschenass geworden, weil ich stur an meinem Vorhaben festhalten mußte, weniger mit dem Bus zu fahren und mehr zu laufen. Selbst schuld.

    Nach dem vielen Wandern heute war es mir fast schon ein bißchen zuviel, abends noch zum Sport zu gehen; aber nach der Niederringung des inneren Schweinehundes (das Biest läßt einfach niie locker) war’s dann doch prima, und jetzt geht’s mir gut.

    Das Tages- bzw. Arbeitsprogramm war heute auch schön und relativ abwechslungsreich. Wobei mir heute auffiel, daß sich bei allem üblichen Alltagstrott immer mal wieder das Gefühl einschleicht, die Dinge völlig neu zu erleben. Ich will ja kein Loblied auf die Abhängigkeit singen, aber zur Zeit verschafft mir diese „Neuheit“ von Gefühlen und Erlebnissen eine Menge Abwechslung... das haben andere nicht, ätsch. :wink:

    Plejaden schrieb heute in ihrem Thread was über plötzlich hochkommende Erinnerungen, unter anderem an Katertage und Trinkpläne... heute beim Mittagessen kam mir auch plötzlich so eine Erinnerung der eher unangenehmen Art: Wie ich früher müde, triefäugig und von Kopfschmerzen und Übelkeit geplagt solche Mittagspausen durchlitt. Vorzugsweise alleine, weil die Scham über meinen eigenen Zustand so riesengroß war. Bei solchen Erinnerungen weiß ich immer nicht, ob ich erleichtert oder entsetzt sein soll – erleichtert, weil es vorbei ist; oder entsetzt, daß es jemals so weit kommen konnte und daß ich so unendlich lange in diesem erbärmlichen Zustand hängengeblieben bin.

    Ich glaube, daß solche Erinnerungen – so schmerzhaft sie manchmal auch sein mögen – sehr, sehr hilfreich sind. Ein paar davon habe ich sogar aufgeschrieben, damit ich das wirklich nie vergesse bzw. bei Bedarf reaktivieren kann. Das olle Suchtgedächtnis kramt ja bezeichnenderweise nie solche Erinnerungen hervor, sondern quäkt immer nur was von Spaß und Genuß.

    Euch allen einen schönen Abend,
    Zeppeline

    Hallo Zilli,

    aber das hast du doch super gemacht! Du bist ruhig geblieben und hast sie herauskomplimentiert, vollkommen richtig. Und mal ehrlich: es wäre ein Wunder gewesen, wenn deine Ma das auf Anhieb verstanden hätte, oder?

    Wenn es allerdings so ist, daß du dauerhaft auf Ignoranz stößt (und das ist ja nicht unwahrscheinlich bei Leuten, die selbst alkoholabhängig sind), dann hilft vermutlich nur eines: wegziehen.

    Liebe Grüße,
    Zeppeline

    Holla, auf einmal ist es völlig überraschend Wochenende – endlich mal ein bißchen Zeit, wieder zur Ruhe zu kommen. Während der letzten zwei Tage habe ich nur ein wenig im Forum gelesen und nichts geschrieben, das hole ich jetzt nach.

    Wenn ich so zurückblicke, war das eine richtig gute Woche. Mir wurde immer mal wieder bewußt, wie phantastisch es ist, sein Leben mit klarem Kopf zu führen. Die Anfangseuphorie der ersten Tage und Wochen ist vorbei, aber sie ist durch ein tiefergehendes Gefühl abgelöst worden, das nicht ganz so grell, dafür aber zuverlässiger ist, besser kann ich’s nicht ausdrücken.

    Ich weiß, wie widersprüchlich das daherkommt, denn in manchen meiner Beiträge steht so ziemlich das Gegenteil: die Angst, offen von meiner Alkoholkrankheit zu sprechen, Unsicherheit, Ungeduld... naja, ich sehe das als Anwandlungen bzw. als kleinere Rückfälle in alte Verhaltensmuster. Solange ich das merke, sind die wohl nicht so schlimm, weil sie sich wieder korrigieren lassen. Rückwärtsgang einlegen und nochmal versuchen. Und das Schreiben hier im Forum hilft natürlich sehr, vor allem das Feedback von euch (danke!).

    Gestern abend während und nach der SHG gab es übrigens mehrere Gespräch über dieses Thema: alte Verhaltens- und Denkmuster nach Möglichkeit vermeiden oder aber, wenn sie denn auftreten, korrigieren. Klappt nicht immer perfekt, aber auch hier hilft Übung.

    Plejaden : da hast du sicherlich recht, diese Konjunktive, vielleichts und eigentlichs drücken Selbstunsicherheit aus, und das merken andere natürlich. Mir gelingt es inzwischen, das zu vermeiden, aber ich habe immer noch panische Angst vor dem Wort “Alkoholiker”. Nicht hier im Forum und nicht in der Selbsthilfegruppe, aber draußen... Manchmal hilft es mir, an einen Ausspruch zu denken, den ich mal irgendwo gelesen habe (sorry, ist nur sinngemäß zitiert, hab die Quelle nicht mehr): “Für jedes Zipfelchen am Hintern gibt es eine vornehme wissenschaftliche Bezeichnung, nur ich armes Schwein muß mich Alkoholiker nennen.” :wink:

    @Currlinger: freut mich, daß ich dir ein bißchen weiterhelfen konnte. Als ich deinen Thread las, waren die Parallelen zwischen deiner Freundin und mir so offensichtlich, daß ich dir das unbedingt mitteilen mußte. Ich merke immer wieder, daß die Parallelen bei Alkoholikern zu Saufzeiten oft ganz überraschend sind (andererseits: es ist eben die Sucht, warum sollte die sich auch stark unterscheiden?), aber der Weg heraus, der ist eben bei jedem anders. Bei mir war das ein mehrere Monate andauernder Prozeß, der nur durch einen Zufall angestoßen wurde. Ich mag gar nicht drüber nachdenken, was ohne diesen Zufall passiert oder eben nicht passiert wäre.

    Zum zeppelinischen Alltagskram:

    Bin gerade dabei, nochmal einen Anlauf zu nehmen, um meine berufliche Situation zu verändern. Momentan besteht mein Arbeitsleben aus einem ganzen Patchwork aus diversen Jobs und Tätigkeiten, was im Prinzip nicht schlimm ist. Hat zum Teil nur wenig mit meiner Ausbildung zu tun, aber so geht’s eben vielen. Nur neige ich oft dazu, mich zu verzetteln und mit meiner Situation unzufrieden zu sein. Mein aktueller Anlauf ist nicht der erste, neu ist aber, daß ich mich diesmal nicht komplett auf einen gewählten Weg fixiere, sondern zur Zeit mehrere Optionen verfolge. Auf die Art erhöhe ich hoffentlich die Chance, daß mal irgendetwas klappt. Dieser Pragmatismus ist echt neu für mich, früher kippte alles ständig von Euphorie zu Selbstmitleid und wieder zurück, ein fürchterliches Wechselbad.

    So richtig stolz bin ich auf das Heldentum, das ich gestern an den Tag gelegt habe: Gleich zwei Telefonate mit “hohen Tieren”, und das ohne Stottern und Stammeln! Gut, ich hab keinen der beiden um einen übermäßig großen Gefallen gebeten, aber früher hätte ich es einfach nicht über mich gebracht, überhaupt um Hilfe zu bitten. Ein echter Fortschritt, und erstaunlicherweise hat es nicht mal wehgetan...

    Nach diesen Glanzleistungen kann ich mich jetzt getrost ins Wochenende stürzen. Kein Weihnachtsmarkt (zuviel Glühwein überall), aber es gibt ja soviel andere schicke Sachen.

    Ich wünsch euch ein schönes Wochenende,
    Zeppeline

    Hallo Plejaden,

    toll, Du scheinst riesengroße Fortschritte zu machen! Bei mir stagniert es manchmal so ein bißchen, aber vermutlich ist eines meiner immer noch vorhandenen Probleme schlicht und ergreifend Ungeduld.

    Was Du über die Scheuklappen schreibst, kenne ich auch. Bloß hab ich es eher als eine Art Zwangsjacke empfunden. Ständig konnte ich irgendwas nicht, und das lag immer am Alkohol bzw. an den diversen Nebenwirkungen (vom Beschaffen über die Vorratshaltung und Entsorgung bis zum ständig quälenden Kater). Daß ich ständig zu irgendetwas nicht in der Lage war, war in meinem Fall am Ende die Hauptmotivation, mit dem Mist aufzuhören. Ich hatte einfach dermaßen die Nase voll davon...

    Ist schon ein tolles Gefühl, sich davon befreit zu haben.

    Viele Grüße
    Zeppeline

    So, ich hatte heute über den Tag hinweg immer mal wieder Zeit, über mein Problem, andere über meine Alkoholabhängigkeit zu informieren, nachzudenken (uah, was für ein Satz). Die Lösung des Problems ist wohl naheliegend, wenn auch nicht einfach: auch wenn es mir schwerfällt, muß ich einfach üben, üben und nochmal üben. Bis es mir zur Selbstverständlichkeit geworden ist, ohne Herumgeeiere und große Umwege über das Thema zu sprechen. Hoffentlich gehen mir nicht vorher die Leute aus :wink: ...

    Ansonsten war das ein schöner und ergiebiger Tag, bin stolz auf mich :) .

    Bis demnächst,
    Grüße
    Zeppeline

    Ups, schon wieder ein paar Tage um, und ich habe hier nichts geschrieben. Dafür aber viel gelesen, und das bringt mir immer sehr, sehr viel; besonders klasse ist es, am frühen Morgen irgendeinen Gedanken im Forum einzusammeln, mit dem ich mich dann tagsüber immer mal wieder beschäftige.

    Während der letzten Tage war das vor allem das Thema: „wie verhalte ich mich gegenüber meiner – gelegentlich ignoranten – Umgebung?“ (das war ja im letzten Chat ein wichtiges Thema). Mittlerweile bin ich ja schon eine rüstige Jubilarin mit stolzen 5 Monaten Trockenheit (komisch, als ich noch die Tage zählte, kam mir das viel mehr vor...) :wink: . Es ist eine Menge passiert in der Zwischenheit, allerdings muß ich oft meine Ungeduld etwas zügeln, weil mir alles nicht schnell genug geht. Gelegentlich nervt die Erwartung herum, daß jetzt alles ab sofort in schönster Ordnung zu sein hat – isses aber natürlich nicht, wie sollte es auch? Naja, zurück zum Thema: Nach mehreren Monaten wissen einige, aber längst nicht alle Menschen in meiner Umgebung von meiner Alkoholkrankheit. Es fällt mir immer noch schwer, darüber zu sprechen; ich muß mich dazu zwingen, aber auch dann kriege ich es nicht hin, in knappen, klaren Worten zu sagen, was Sache ist. Stattdessen suche ich nach Umschreibungen und ärgere mich am Ende über mich selbst. Es kommt aber auch ganz auf die Leute an, mit denen ich gerade spreche. Wo das Vertrauen größer ist und wo ich weiß, daß jemand – äh, wie schreib ich das jetzt – geistig ein bisserl flexibler ist, da geht’s. Insgesamt fühlt sich das Ganze aber immer noch zu sehr nach „Geständnis“ an, wobei wir bei der berühmten Schuldfrage wären (die ja in letzter Zeit in mehreren Beiträgen zur Sprache gekommen ist).
    Mir wird gerade klar, daß es bei mir viel weniger um die Ignoranz meiner Umgebung geht, sondern eher um mich selber.
    Offenbar habe ich mächtige Schuldgefühle wegen meiner Alkoholkrankheit, die ich mir leider aus nassen Zeiten herübergerettet habe. Leider weiß ich so garnicht, wie ich damit umgehen soll, denn weg müssen die meiner Ansicht nach schon. Sie helfen mir in keinster Weise weiter und sind wohl auch nicht berechtigt, schließlich tu ich inzwischen was.

    Tja, genug Stoff zum Nachdenken für die nächste Zeit.
    Euch allen einen prima Tag,

    viele Grüße
    Zeppeline

    Hallo Plejaden, hallo Micha,

    danke für Eure Bemerkungen zu meiner nächtlichen „Trockenheitsarbeit...“ :wink:

    Daß ich diese ganzen Leute nicht kannte, könnte tatsächlich bedeuten, daß sie und damit die gesamte Situation komplett austauschbar sind – darauf hast Du ja auch getippt, Plejaden. Und sicher spielt die Angst eine Rolle, in eine nicht kontrollierbare Situation zu geraten – zu Beginn war ja gar nicht absehbar, daß in dieser Runde noch gebechert werden soll. Da ging eben nix mit Vermeiden, das Ganze war ja nicht als Party angemeldet.

    Dieser Traum mit der Warteschlange am Zapfhahn ist interessant, Micha, das ist ja eine ziemlich vergleichbare Situation. Übrigens hab ich mich an dem Gelage auch nicht beteiligt, sondern bin schlauerweise vorher aufgewacht. (Das unterscheidet die Geschichte von den Träumen, die einige meiner SHG-Freunde ab und zu mal erzählen, in denen sie sich komplett besaufen, um dann mit der bangen Frage im Kopf aufzuwachen, ob das nun tatsächlich real war.)

    Dein Hinweis hilft mir sehr weiter – ich nehme diesen Traum also einfach mal als Hinweis auf mögliche Schwachstellen und überlege mir, was ich im wachen Leben daraus mache.

    Viele Grüße
    Zeppeline

    Letzte Nacht hatte ich einen ziemlich unangenehmen Traum.

    Ich saß mit mehreren Leuten zusammen, wir tranken Kaffee und unterhielten uns. Ich fühlte mich wohl in dieser Gruppe, wobei ich keinen einzelnen dieser Menschen benennen kann.

    Plötzlich ging eine Frau – offenbar die Gastgeberin – kurz raus und kam mit mehreren Krügen wieder rein. Sie schenkte eine Runde Getränke aus, die extrem merkwürdig aussahen und die alkoholisch waren. Allerdings wurde auch etwas Nichtalkoholisches als Alternative angeboten.

    Und da saß ich nun und wand mich, nach dem Motto „should I stay or should I go“. Niemand zwang mich, mitzusaufen, aber gesoffen wurde doch jetzt eindeutig. Sollte ich dieser Gruppe von ca. 10 oder 15 mir völlig unbekannter Menschen verkünden, sie sollten sofort aufhören, dieses fiese Zeug in sich reinzuschütten? Oder besser einfach gehen? Das Verbieten verwarf ich sofort wieder, das Weggehen kam mir albern vor. Ich war also zu feige, mich aus einer Situation rauszubegeben, von der ich wußte, daß sie für mich gefährlich werden kann.

    Tja, auffallend und beunruhigend ist für mich an diesem Traum, daß mir der Mut gefehlt hat. Offenbar war das Bild, das andere von mir haben wichtiger als meine eigene Sicherheit.

    Hallo JoeDoe,

    super, das ist wunderbar zusammengefaßt und analysiert! Vor einer Weile dachte ich noch, die Zusammenhänge seien gar nicht so wichtig, ausschlaggebend sei nur der feste Wille, nix mehr zu trinken.

    Daß es so einfach nicht ist, habe ich erst so nach und nach begriffen, aber nie in der Klarheit, in der Du es hier geschildert hast. War mehr so ein Sammelsurium von Gedankenfetzen, die frei im Raum umherschwebten.

    Wobei mein persönlicher Favorit in Deinem Text dann allerdings doch die Bande alkoholischer Getränke ist, die mich - ganz gegen meinen Willen latürnich! - überfallen, gefesselt und ertränkt hat. :lol:

    Herzliche Grüße,
    Zeppeline