Beiträge von Lütze

    Hallo Gotti

    Bei dir ist ja was los,wenn auch von der unangenehmeren Sorte.
    Eines ist mir ins Auge gestochen:

    Zitat von Gotti

    Als Antwort bekam er von mir in ganz ruhigem Ton, dass ich seine Rückfälle satt habe.
    Das hätte ich nicht sagen dürfen, da war er sauer.
    .

    Verstehe ich.Tut echt weh,sowas zu hören.
    Nur mal so als Gedanke...

    LG Lütze

    Hallo Karottenfrau

    Ich muß gestehen,dass ich dir manchmal nicht folgen kann.So schnell gehen für mich deine Ansichten über dein Leben oder besser:über deine Beziehung,die du hast und auch möglicherweise nicht, auseinander.
    Ja,es ist schwer,jemanden zu finden.
    Und Einsamkeit tut weh.
    Weiss schon.
    Undenkbar ist es für mich,jemanden zu wählen,der noch mit seiner alten Partnerin zusammen ist.
    Warum bekennt er sich nicht zu Dir?Stell ihm doch mal diese Frage.
    Weil Du es wert bist!
    Und nimm ihn nicht schon vorher in Gedanken in Schutz.
    Ob sich da eine neue Abhängigkeit entwickelt,kannst nur Du dir beantworten.

    Pass auf dich auf,ja?

    Lütze

    Ach und noch was:

    Zitat von Karotte

    Ist es mit anderen anstrengender für Dich? Hast Du das Gefühl dann nicht Du sein zu können?

    Ja,es ist anstrengender.
    Nein,ich kann dann nicht ganz Ich sein....

    Aber gehören zur Familie und zur Beziehung nicht auch Kompromisse?
    Wenn nicht,was kann ich ändern?

    Manchesmal mache ich mir schon Gedanken darum,warum ich alles durchdenken muß,warum mich Sachen und Dinge jetzt beschäftigen,die für Andere gar kein Problem zu sein scheinen.Das ist wie so ne hilflose,hilfsbedürftige Ader.Das ich abwäge,was zu tun ist,wenn es um Andere geht;und bei mir ohne Rücksicht auf Verluste handle.Ich sag mir dann immer,das ist keine Schwäche,das bist Du wie du jetzt offentsichtlich bist.
    Reden.Zuhören.Sich mitteilen.
    Beim Schreiben kommt mir da ein neuer Gedanke.Es gab und gibt Leute in meinem Leben,wo ich sehr genau aufpassen muß,was ich wann und wie sage.Und ob ich überhaupt was sage.Sage,wie es in mir aussieht.An den Mittwochnachmittagen denk ich noch manchmal an die wöchentliche Therapiestunden meiner ambulanten Therapie.Einer Geschichte,die längst vorbei ist.Vielleicht haben mich auch die Rückfälle in der Umgebung geprägt,geändert(?),von denen ich in letzter Zeit erfuhr.Ganz real.
    Mmh.

    LG Lütze

    Hallo Ihr
    Der beste Plan taugt manchmal nichts,denn es kommt meistens anders als gedacht.Nein,ich habe nicht alles erreicht,aber dennoch hat mein Plan mir gut getan.Es war eben keine Unschlüssigkeit mehr im Denken und Handeln,kein Platz mehr für Verwirrung und Zaudern im Kopf.Ausserdem liessen sich die einzelnen Projekte gut trennen.Da hab ich immer eine Pause gemacht.Nur so für mich.Besuch war auch da,überraschend aber gut.Wiederum hat er mir Hilfe angeboten,der Besuch.Will sagen,diese einfache Struktur,die ich da reinbrachte in mein Leben und auch nur für diesen Tag,hat mir gut getan.Ich hab mir dann großzügig "Häckchen"verteilt für Dinge,die ich zwar nicht zu Ende bringen konnte,aber die ich in Angriff nahm.Was kann ich dafür,das der spezielle Händler zu hatte...ich war ja schliesslich da...Lächel.
    Und so verfahre ich jetzt die anderen,die nächsten Tage auch.Nehme mir jeden Tag eine Sache,und nur genau eine Sache vor,und dann ist gut.Vielleicht ist das Beste am Plan,das man einen gemacht hat.Unabhängig vom Erfolg.Mmh.
    Vorgestern hab ich dann sehr gemerkt,wie ausgezehrt ich noch immer bin.Und wie schnell gefasste Vorsätze verblassen...Ich glaub ,das nennt man Burn-Out.Sowohl körperlich als auch geistig in miserabler Verfassung,das nur eins half,zeitig ins Bett und (wiedermal) darauf vertrauen,das der nächste Tag ,der neue Tag schon besser wird.
    So wars ja dann auch.Zumindest etwas besser.An der Tatsache,das ich richtige Schweissausbrüche habe, denke ich,das ich irgendetwas ausbrüte.Also krank oder so.
    Heute kann mich das nicht schrecken,heute ist mein Tag:Ich bin heute 22 Monate trocken.Zunächst wollte ich das selbst nicht glauben,erst nachrechnen brachte mich dann darauf.Ich wußte doch,da war doch was am 2.Ja und jetzt bin ich ehrlich,ich freue mich hier her gelangt zu sein.Mit eurer Hilfe und des ganzen Forums hier.
    Morgen habe ich Termin mit der Suchtberaterin,ist auch mal wieder Zeit.Wenn ich daran denke,das ich mir therapeutische Hilfe lange (nasse) Zeit gar nicht vorstellen konnte.Und jetzt sehe,wie sehr es helfen kann,wenn man bereit ist,sich zu öffnen und Hilfe zu zulassen.

    Hallo ihr
    Mir geht es gut.Bin heute allein,alle sind ausgeflogen.Ich hab mir mal einen Plan gemacht,was ich alles schaffen will und möchte.An praktischer Arbeit.Mal sehen,ob ich davon was "abarbeite".Das ist mehr ein Versuch,ein Test;gerate ich doch ohne Plan meist in so ein Gedöse,in Eile und Unentschlossenheit:was ist denn nun wichtig und als nächstes zu tun.
    Ich hatte auch schon überlegt,wieder um Hilfe zu bitten für die anstehenden Arbeiten.Hab ich nicht,ich will heute einfach mal Ich sein.

    Lütze

    Hallo Mädels,Hallo ihr
    So oft will ich gar nicht die Zitatfunktion verwenden,so viel Wahres,Interessantes und mmh,ja,auch ein wenig Schmeichelndes steht hier bei euch.Allesamt Dinge,die mir gut tun.
    Ich brauch das Beleuchten von Erlebnissen.Vlt ist es nicht mehr das Zerdenken,was ich da mache.Aber es ist für mich immer noch nötig.Wozu mache ich was.Warum glaube ich eine Sache tun zu müssen,und eine andere nicht.Bei wem fällt es mir leichter,Ablehnung zu zeigen und zu geben.Und ich freue mich ehrlich,wenn ich wie letztens die Frage höre:Na du,was hast du heute für dich gemacht.Eine Frage nebenbei,die ich mir selber viel mehr stellen sollte.
    Wie es der Zufall wollte,hatte ich in einer Stadt zu tun,die in der Nähe ist und an der Elbe liegt.Ich hatte mich schon richtig drauf gefreut:bin an das Ufer gegangen und hab mich einfach mal wieder auf die Steine hingesetzt und ins Wasser geguckt....Wie so ziemlich vor einem Jahr.Und mir viel auf ,wieviel sich in meinem Leben änderte seit dem.Also ich hab mir das bewußt vor Augen geführt.Aufgezählt.Ins Gedächtnis gerufen,wo stehe ich jetzt und überlegt,wo will ich denn nun hin...
    Das hat mir sehr gut getan.
    Wie das Schreiben hier nach wie vor.

    Ciao,Lütze

    Hallo Schattenspringer!

    Schön ,das du hier bist.Und auch schön,das ich mich dir verständlich machen konnte,will sagen,das du weisst,wie ich mich dabei fühle.
    Schliesslich kann nur der etwas von sich abgeben,der im Überfluß davon hat.Ich glaube,es ist nicht möglich,unbegrenzt anderen zu helfen(egal ,wie sehr man,ich das möchte);wenn man selbst noch Hilfe nötig hat.
    Was im Übrigen überhaupt keine Schande ist.

    Lütze

    Gestern waren wir zum Geburtstag in der "Jetzt-wieder-Verwandschaft";der Verwandschaft meiner Frau,die mich nach dem Jahr der Trennung von ihr wieder aufnahm in ihren Kreis(Was sonst?).Zu meiner Überraschung kam ich mit jemand ins Gespräch,der sich als trockener Alkoholiker outete.Er ist seit 12 Jahren trocken und wußte schon von mir und meinem Weg,wie das meist so in der Verwandschaft ist.Er geht zum Beispiel einen anderen Weg,ohne reale SHG;ohne Austausch mit Betroffenen.Ganz teile ich seine Ansichten nicht,aber es war sehr unterhaltsam mit ihm über die Ähnlichkeiten unserer Wege aus der Sucht zu reden,zu lachen und andere zu beobachten.Er kannte vieles und wußte über die gleichen Schwierigkeiten zu erzählen,die ich manchmal auch habe.Ich denke,er ist ein Mensch,der sich sonst selten öffnet und es tat uns beiden gut,auch und gerade bei so einer Feier sich unserer Sucht bewußt zu werden.

    Tja,und dann gibt es noch das Haus.Wo inzwischen die letzte Wand verputzt ist.Wo inzwischen Gerümpel steht,welches für 2 Winter zum Aussortieren reicht.Was ich aber auch alles aufhob...Interessant sind Briefe,die ich gefunden habe.Briefe an meine Frau,die ich ihr aber nie gab.Die sind 10 Jahre alt und in denen schrieb ich recht deutlich,wie schwer es mir (damals schon!) fiel,die Finger vom Alk zu lassen.Das ich damals schon das Wort Sucht gebrauchte,zu einer Zeit,als doch für alle Leute rundrum und vielleicht auch noch ein Stück weit für mich und sie (meine Frau) die Welt noch heil war.
    Was für ein Trugschluß damals schon.
    Ich wußte nicht mehr,das ich diese Briefe schrieb.Nur waren sie mir wohl so wichtig,das ich sie die ganzen 10 Jahre aufhob...
    mmh.

    So,macht es mal gut!

    Lütze(heute mal wieder nachdenklicher)

    PS:Dank dir für die Umärmelung,kriegst auch gleich eine zurück,Karotte.

    Nun,meine letzten Tagfe waren geprägt von Rückfällen innerhalb meines neuen Bekanntenkreises.Was mich schockiert und zunehmend fassungslos machte.Das war wieder so ein Zeichen,das ich für mich schon wieder eine Art Luftschloss aufbaute um mich herum.Fernab der Realität.Mmh.Was mich am meisten belastet oder mir am meisten zu denken gab,war das,das diese Rückfälle immer gleich mit Lügen und Verschlagenheit,mit Angst und Überheblichkeiten verbunden waren.Eine totale Veränderung der Persönlichkeit der betreffenden Personen.Aber ich hab wieder gelernt,erfahren;das niemand vor Rückfällen gefeit ist.Niemand.Ich auch nicht.Und so schön und klar meine trockene Bilanz nach fast 2 Jahren aussehen mag,es ist schon ein Stück weit harte Arbeit:am Ball bleiben,am Thema bleiben.Und nicht zuletzt bei mir bleiben.
    Im Moment sehe ich mich da mehr als "Mutter Theresa".So in der Art.Während meine Sorgen unter Gleichgesinnten,nö Betroffenen,in meinem realen Umfeld fast untergehen,werde ich gebeten ,immer wieder zu erzählen,wie es geht:trocken zu leben,zu trocken zu bleiben.
    Ich jedoch bin damit manchesmal überfordert,habe da keine Patentlösung.Ich kann da nur wichtige Bausteine nennen,den Weg muß und kann jeder für sich selber finden.
    Und so nehme ich weiter Anrufe zu ungewöhnlichen Zeiten entgegen,wo ich dann aber auch schon erkannte,hier sind Therapeuten nötig.Nicht ich..
    Und das sagte ich dann auch...

    Könnt ihr das verstehen?

    Hallo Karotte,Hallo ihr
    Ach Karotte,du sprichst mir aus der Seele,hab ich doch auch hin und wieder an dich gedacht.Zumal ich ab und zu in deiner Stadt zu tun habe.Was das Reden angeht,so ist es mir manchmal unheimlich,wie mich andere mißverstehen können,wie gegensätzlich andere meine Worte auffassen und meinen,ich müsse mich ändern.Was ja durchaus stimmen kann,aber auch nicht zwangsläufig stimmen muß.In mir löst das jedesmal Fragen aus,Fragen danach,ob mein Weg noch richtig ist,Fragen danach,ob ich nicht vieles falsch mache...Und viel zu selten Fragen danach,wie es mir dabei geht.
    Das fragen sowieso die Wenigsten:Lütze,wie geht es dir?Zumindest nicht die Leute,von denen ich es erwarte,hoffe oder fest glaube.Stattdessen können Leute auf meinem Gesicht lesen,wissen ,wie es in mir aussieht,von denen ich es nicht dachte.
    Vielleicht ist es für alle wirklich beruhigend,wenn sie von meinen täglichen Schwierigkeiten lesen und das es eben nicht so ist:Friede,Freude,Eierkuchen.
    Es ist schön für dich,Karotte,das du dich endlich von deinem Ex lösen konntest.Wenn noch weitere Zeit vergeht,wird es dir so folgerichtig und konsequent erscheinen und du wirst dich fragen,warum du das nicht schon viel eher tatest.

    Hallo ihr
    Das Zusammenwachsen ist nicht so einfach,wie man glaubt.
    Da hat sie Träume,in denen ich rückfällig werde.Und ich hab deshalb Angst mich mitzuteilen.So zum Beispiel,das ich mich in Gedanken darauf vorbereite,wenn irgendwelche Feiern anstehen;das ich gekränkt bin,wenn ich immer wieder mit dem Lütze von früher verglichen werde.Weil ich mich eben nicht komplett änderte.Will ich auch gar nicht.So komplett.Ich will ich bleiben.Auch verletzen mich Kontrollfragen,wo ich wann war und wofür ich mein Geld ausgebe.
    Da geht mir schon viel durch den Kopf.
    Offentsichtlich benötige ich viel mehr Kraft für mich,als ich selber dachte.Das ist neu für mich.
    Wir haben in der Partnerschaft darüber geredet inzwischen.Ich glaube aber,das von meinen Empfindungen,meinen Reaktionen darauf,wie es bei mir angekommen ist,auch andere profitieren können.
    Klingt so trocken,weiß schon.
    Momentan bin ich beim Ablehnen,beim Nein-sagen.Die ganze Woche schon,befriedigend ist es noch nicht,wohl aber nötig.
    Ich mache diese Woche Pause.Einfach so.Wie sehr mir das fehlt,merk ich auch daran;das ich noch nicht wirklich der Alte bin.
    Aber abwarten.
    Am WE will ich noch mal den letzten Rest aus der ehemaligen Wohnung holen,darunter sind dann auch die Inliner.Ich habe wieder um Hilfe gebeten und habe auch Zusagen bekommen.Was mich freut.

    Lütze

    Hallo Gotti
    Ich weiss nicht,ob es am Wetter liegt oder ob die letzten Tage an mir zehren...ich bin kaputt,fühl mich richtig breit.Wenn ich das mal so sagen kann.Es wird mal wieder Zeit, NEIN zu sagen,zu Verpflichtungen,Extraarbeit und familiären Pflichten,auch und gerade,weil ich dann auf Unverständnis stoße.Ich bin schon zu flexibel,zu angepasst und rufe irgendwie schon,wenn eine neue Aufgabe ansteht.
    Nur ich bleib auf der Strecke.
    Die Menge der Tätigkeiten aus Hilfsbereitschaft oder Notwendigkeit,erhöht nicht zwangsläufig die Menge der Dankbarkeit.Die ich zwar gern habe(wer hat das nicht)die aber nicht zur Sache werden soll,der ich hinterherjage.
    Mmh.
    Sind heute alles in allem ein wenig graue Gedanken,eben passend zum Wetter...

    Lütze

    Hallo Ihr
    Damit habe ich nun nicht gerechnet,wie ihr meine Zeilen interpretiert;was ihr da raushört und mich dann auch darauf aufmerksam macht...Mmh.Und ihr habt recht,ja.Ohne Wenn und aber.
    Der Alltag ist zuvoll gepackt,ich treibe nicht mehr von einem Projekt zum nächsten,ich mache 3 vielleicht 4 auf einmal.UnD wenn mal eines wegfällt,dann hab ich gleich das nächste an der Hand.
    Ich versuche meine eigenen Ansprüche zurückzuschrauben,die Ansprüche an mich selbst...Bin ich vlt gar nicht mehr gewöhnt,kurz zu treten.Das heisst ja nicht,dass ich da nun gleich auf der Stelle trete.
    Der Geburtstag war in Ordnung.Spannungen zwischen meinen Eltern waren wohl nur für mich zu spüren,hinterher habe ich mit meiner Frau darüber geredet.Es war schon mehr wie ein Abtasten,weniger jedoch als eine Familienzusammenführung.Für den Anfang war es in Ordnung.
    Gestern nun waren wir zum Schulanfang.Auch da hatte ich so meine Bedenken.Waren es doch die gleichen Gastgeber,die mir vor 4 Wochen sofort ein Bier hinstellten...Nachdem ich sie damals darauf hinwies,das ich Alkoholiker bin,wurde ich mit alkfreien versorgt.Nun,diesmal war es anders,ich erhielt sofort was ich wollte an Alkfreiem und stellte im Laufe der Feier immer mehr fest,das ich aufgrund meiner Nüchternheit in den Mittelpunkt der Gespräche geriet.Es hat mich schon gefeut,dass mich meine (ebenfalls nicht trinkenden)Tischnachbarn danach fragten,wie lange ich denn nun schon trocken sei.
    Euch allen einen angenehmen Abend.

    Tschüss,Lütze

    Hallo Gotti
    Bei dir klingt alles so locker und gutgelaunt,was mich natürlich für dich freut!

    Wie geht es Dir und wie gehts Deinem Mann?Wie läuft das Zusammenleben im Moment zwischen Euch?Wie bewältigt ihr Schwierigkeiten und Probleme zusammen?Denn die wirds ja nach wie vor auch in deinem Leben noch geben.
    Würde mich mal interessieren.

    LG Lütze

    Hallo Kawi,Hallo Ihr
    Ich denke doch das das so bleibt....lächel.
    Der neue Thread ist in Vorbereitung und ich bin immer noch beim Einlesen,beim Vertrautmachen mit dem,was inzwischen so passiert ist und wer neu hier ist .Beim Thread ist mir wiedermal mein eigener Anspruch im Wege,wie so oft in letzter Zeit im realen Leben.Ich vergesse häufig,dass ich noch jede Menge Zeit habe jetzt mit dem Weiterbau,das in, was weiss ich ,in 6 Wochen der Sommer vorbei ist und ich dann nicht mehr in der Sonne liegen kann.Spätestens dann werd ich mir die Augen reiben und sagen:Sch...,schon vorbei....
    So hab ich heute mich gezwungen nichts zu machen,gar nichts.Bin heim von Arbeit und raus auf den Liegestuhl in die Sonne,anschliessend ein wenig gebadet mit dem Kleinen im neuen,alten,also umgesetzten Pool.Völlig ungeachtet dessen,das das wasser grün ist und ich doch eigentlich was machen könnte....müßte oder sogar sollte.
    Mit Mühe konnte ich das ignorieren.
    Immer diese eigenen hochgeschraubten Erwartungen,dieser Perfektionismus in mir.
    Was solls.Es tat mir gut,richtig gut.
    Sorgenvoller dagegen der Geburtstag,den wir nachfeiern wollen und ausrichten werden.Ein Gemache rundrum,ein Anruf dazu,wo erst mal ein paar freundlich und traurige Forderungen laut wurden...Belastet mich sehr.Kann ich nicht einordnen,weiß nicht recht,was zu tun ist.Wiedermal kam der Anruf aus dem engsten Familienkreis.
    Wo ist die Freude mit mir,das es so läuft;wie es läuft in meinem Leben?
    Stattdessen hab ich Schuldgefühle,grundlos sicher.Sicher sind sie das.
    Ob da auch Neid rausspricht?
    Werd mich mal aussprechen mit meiner Frau,wenn sie Feierabend hat.Gut,dass morgen die Therapeutin Zeit hat für mich.

    Lütze

    Hi ihr
    Vielen Dank dass ihr gewartet habt auf mich.Ich bin immer noch beim Einlesen ,was Euch so wiederfahren ist und was es sonst noch Neues gibt.
    Ich hab mir das heute noch mal ins Bewustsein gerufen,das es im Forum Leute gibt,die an mich denken und mir die Daumen drücken.Das ist toll,der Hammer.Genauso ging es mir aber auch.Wenn ich überall nur Dreck und Staub sah,überall nur Möbel und deren Rester,nur Umzugskartons und diese blauen Plastesäcke...wie gerne hätte ich mich an den PC gesetzt mit ner Tasse Kaffee und hätte virtuell mit euch geplaudert.Und geschrieben,was mich nervt,denn auch wenn keiner praktisch helfen kann,oder was ändern kann;es hilft schon,wenn ich es mal loswerde.
    Es ist schon noch einiges ungewohnt.Da gibt es warmes Essen,ohne dass ich oder der Große es kochen muß.Da gibt es ungewohnterweise energische Wachrüttler,wenn ich mal schnarche in der Nacht.Da hab ich nun den Kleinen fast ganztägig um mich.Da geht die Freundin vom Großen ein und aus...auf einmal haste 2 Frauen im Haushalt.Da kann ich einfach mal auf den Hof gehen vors Haus und schalten und walten wie ich es will.Das sind nur einige Dinge von vielen.
    Und wisst ihr,wenn du eine Zeitlang auch solch simplen Sachen wie Internet nicht hast,erst dann lernst du sie wieder richtig schätzen.
    In der dieser Woche habe ich wieder Einzelgespräch.Da werd ich diese Geburtstagsfeier noch mal ansprechen,ansonsten habt ihr Recht:erst mal rankommen lassen.Vlt sind ja die Schwiegereltern so ne Art Puffer zwischen den Beiden.Vlt ,so hoffe ich,bin ich der Einzige,der sich da überhaupt einen Kopf macht.Ich frag mal meine Frau....
    Werd dem Kleinen heute abend was Leckeres kochen.Als Geburtstagsüberraschung.Meine Frau ist arbeiten und wir können dann gemeinsam auf sie warten.
    Ach ja,Alk gibts keinen zur Feier... :wink:
    Übrigens ne Einzugsfeier haben wir auch noch nicht gemacht,immer schön sachte...

    Lütze

    Auch das Zusammenleben zu Viert ist eine Herausforderung.Mir kam manchesmal der Gedanke,viel länger hätte die Trennung von meiner Frau nicht dauern dürfen.Zuviel Eigenheiten und andere Tagesabläufe,zu viele Sachen und Vorstellungen haben sich in uns beiden festgesetzt,es braucht schon einige Mühe,das jetzt wieder auf ein Maß zurückzufahren,mit dem wir beide leben können.Ohne uns zu Verstellen.Und doch merke ich,wie wichtig mir meine Freiheit ist.Wenn ich anderer Meinung bin,dann sage ich das auch.Was zugegeben auch anfangs Überwindung kostete.Das war wie ne Hemmschwelle,schliesslich stritten wir uns vor der Trennung fast nur.Auch habe ich manchmal noch Schwierigkeiten,meine eigenen Ansprüche zurückzuschrauben.Es muß nicht alles gleich perfekt werden.Ich hab noch soviel Zeit.
    In der letzten Woche waren wir dann im Kurzurlaub.Verschnaufen,Innehalten und mal die Arbeit vergessen,die auf uns hier wartete.Wir waren in derselben Gegend,wo ich letztes Jahr mit dem Kleinen war.Mir war noch sehr gegenwärtig,wie ich damals fühlte.Und mir fiel auf,wie sehr sich mein Leben änderte.Und wie froh ich darüber bin!
    Einen Rückfall habe ich nicht gebaut,keine Sorge.Stattdessen die Einzelgespräche mit meiner Therapeutin wieder intensiviert,mit dem Joggen wieder angefangen und wieder mehr für meine SHG erledigt.Und ja,ich gebe es ehrlich zu,Ihr habt mir sehr gefehlt!!!
    In der nächsten Woche ist dann das erste richtige Zusammentreffen zwischen meiner Frau und meiner Mutter anvisiert,der Kleine hat Geburtstag.Die beiden hatten schon immer Spannungen miteinander,es kam zum Bruch,als meine Frau mich verließ.Bin gespannt,wie sich das entwickelt,wie es mir gelingen kann,mich da raus zuhalten.Um mein Gleichgewicht nicht zu verlieren.Keine Sorge aber,ich weiss schon wo ich hingehöre.

    So,das wars erst mal.
    Ich werd euch bestimmt nicht mehr solange warten lassen.
    Schön,dass ihr immer da seid!

    Ciao,Lütze