Liebe Summerdream
Ich weiss auch nicht, was für ein Medi das genau ist, aber meine Stiefmutter hat das schon einmal für ein halbes Jahr genommen und in der Zeit keinen Absturz gehabt (sie ist ja Quartalssäuferin). Was auch immer es ist, Hauptsache es hilft ihr, sich weider aufzufangen.
Als ich meinem Vater die Meinung gesagt habe, lief das in zwei Schritten ab. Das erste Gespräch war noch bei uns, da habe ich ihm einfach ohne zu moralisieren oder emotional zu werden gesagt, dass ich auch um sein Problem genau Bescheid wisse, bis hin zu der Menge und den Filmrissen, die er hat. Ich habe ihm da aber auch klar gesagt, dass ich nicht irgendwas von ihm fordern will, sondern er selber was machen muss, wenn er will. Es war mir einach wichtig, einmal gesagt zu haben, wie gut wir ihn inzwischen durchschauen können und dass wir uns des Problems bewusst sind, aber auch eingesehen haben, dass weder meine Schwester noch ich ihm helfen können. Das hat ihn doch ziemlich geschockt und er hat sich dann nicht mehr getraut, mehr als 4 Bier in 2 Tagen zu trinken. Er hat auch eingesehen, dass er seiner Frau nicht helfen kann, wenn er BIer trinkt und ihr das Trinken verbieten will und hat sich vorgenommen, zu Hause allen Alk wegzuräumen und auch mit dem Bier ganz aufzuhören (er hat ja schon von 30 auf 15 pro Tag reduziert, immerhin etwas). Soweit so gut, ich dachte, endlich hat mein Vater mal kapiert, was er und acuh seine Frau brauchen!
Am Montag habe ich ihn dann heimgefahren. Er lässt sich von mir zu einem Laden fahren, damit er einen bestimmten Käse für meinen Sohn holen kann - und kommt mit 20 Bierflaschen wieder zurück!!! Ich schaue ihn nur an und er meint: "S. hat so Schädelbrummen, da hilft ihr ein Bier bestimmt!"
Bei sich zu Hause fängt er dann gleich wieder mit dem Biertrinken an und ich packe mein Kind und gehe (habe aber noch kurz mit meiner Stiefmutter geredet und ihr die Forumsadresse in die Hand gedrückt
).
Am Dienstag ruft mich mein Vater an und fängt schon wieder wegen dem Alkproblem seiner Frau an. Da bin ich dann ausgeflippt und habe ihm rigoros gesagt, dass ich meine Zeit nicht mehr für ihn verschwenden werde und ihm zuhören will, wenn er wegen dem Alkkonsum seiner Frau jammert. Er sei genauso mitschuldig an einem Rückfall, wenn er es nicht einmal schafft, die wichtigste Hilfestellung zu geben. Er dürfe dann wieder mit mir über den Alk reden, wenn er seine versprochenen Schritte (Alk wegleeren, Hilfe von der Mediatorin organisieren für sie beide als Paar) eingeleitet hat. Vorher werde ich ihm weder helfen noch zuhören.
Wie ich mich gefühlt habe? Am Samstag war ich positiv überrascht, wie gut er es aufgenommen hat und wie konstrukitv wir die Hilfe für ihn und seine Frau planen konnten. Als er am Montag das Bier anschleppte, war ich einfach nur sauer und merkte, dass für mich jetzt der Punkt gekommen ist, wo ich nicht mehr helfen will, weil es vergeudete Zeit und Energie ist! In mir drin hat es richtig gekocht und ich hätte ihn am Liebsten da an der Ecke mit seinem Bier stehen lassen! Und als er am Dienstag anrief, da hat es mich einfach verplatzt! Ich war so stinkesauer, meine Wut vom Vortag hatte sich nicht gelegt und cih wollte einfach jetzt meine Ruhe haben. Ich habe auch nichts mehr gehört sether von ihm und ich muss sagen, dass ich das als angenehm empfinde. Meine Haltung bleibt klar, ich rede mit ihm über alltägliches, aber nicht über seine Probleme mit seiner alkoholabhängigen Frau (er hat ja jetzt wieder keine Pobleme mehr). Und es geht mir erstaunlich gut dabei! Ich habe Luft, ich habe Energie und ich habe KEIN schlechtes Gewissen oder mache mir Gedanken, was meine Weigerung für Konsequenzen haben könnte! Bin ganz überrascht von mir - aber das kennst du bestimmt auch, oder? 
So, das wurde ein langer Text, aber es war ganz spannend, das so genau aufzuschreiben!
Ich hoffe, dir geht es auch gut, ich muss mal wieder bei dir nachlesen gehen - ist schon eine Weile her das letzte Mal!
Liebe Grüsse
Jamie