Hi Ayki, Hi tini,
vielen Dank.
Ich war heute bei der RA'in und sehe jetzt schon viel klarer. Über das alleinige Sorgerecht wird im Eilverfahren entschieden und ich kann nächste Woche schon mit einem Urteil rechnen. Ich habe gehofft, eine Härtefallscheidung zu bekommen, aber da hat mir die RA'in wenig Hoffnung gemacht. Sie hat zwar versprochen, gleich morgen früh den Richter anzurufen, aber wahrscheinlich reicht das, was passiert, nicht aus. Naja, muß ich eben das Jahr absitzen. Den Unterhalt berechnet sie und schreibt ihn deswegen an. Zum Jugendamt soll ich laut RA erst gehen, wenn er sich weigert zu zahlen. Das einzige, was ich immer noch nicht weiß, ist, wie ich zu unseren Sachen komme. Die RA'in hat mir geraten, einige Leute zusammen zu trommeln und wenn er bei der Arbeit ist ohne mich vorher anzukündigen ins Haus zu gehen und alles rauszuholen, was ich brauche. Mit dieser Lösung bin allerdings nicht glücklich, es handelt sich hierbei schließlich nicht um 1 oder 2 Koffer, sondern z.B. um die Kompletten Kinderzimmer oder Waschmaschine etc. Das ist nicht mal eben in 'ner Stunde zu machen. Zumal ich ja in dieser Zeit auch noch jeden Kleinkram einpacken muß. Aber auch das wird sich lösen.
Ansonsten war die Anwältin super nett, hat sogar angeboten, evtl. bei der Wohnungssuche zu helfen.
Ich habe morgen auch einiges an Behördengängen zu erledigen.
Der Termin bei der Frauenberatung wurde mir heute morgen abgesagt, ich habe aber erstmal keinen neuen vereinbart. Mir reicht erstmal, was mir die Anwältin gesagt hat.
Schwiegermama hat sich natürlich auch gemeldet. SIE hat sich am Jugendamt wegen Unterhalt erkundigt und wollte mir mitteilen, daß ich mir den Gang zum Anwalt sparen kann. Die Kinder bekommen den Mindestsatz und ich erstmal garnichts - erst wenn wir geschieden sind.
(Die halten mich wirklich für ziemlich blöd!!!)
Sie kommt am Samstag hier vorbei und bringt mir das Auto. Mir graut´s schon ganz furchtbar, ich wollte aber nicht wiedersprechen, weil ich glaube, daß sie mir in Bezug auf meine Sachen noch nützlich werden könnte und das will ich noch abwarten.
Ich habe heute, als ich den großen vom KiGa abgeholt habe, meine ehemalige Nachbarin getroffen. Wir hatten eigentlich nie wirklich viel miteinander zu tun, außer ein paar Gespräche über den Zaun. Sie hat mich darauf angesprochen, daß sie gesehen hat wie wir mit der Polizei weggefahren sind und mir angeboten, daß wenn ich irgendwas aus der Wohnung bräuchte, ihr Mann rübergehen würde und das für mich holen und bei sich unterstellen würde. Hab´mich riesig gefreut über die Hilfsbereitschaft von allen Seiten, auch wenn ich von dem Angebot wahrscheinlcih keinen Gebrauch machen werde.
Auch mein Bruder war heute hier, um mir Hilfe in jeder Hinsicht anzubieten. Danke!
Aber was mich trotzdem arg belastet, ist mein Gewissen. Obwohl ich im Grunde weiß, daß ich das richtige tue, kann ich mich nicht davon befreien, mich wie eine Verräterin zu fühlen - ja sogar ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich hoffe, das legt sich noch etwas. Aber ich habe lieber ein Leben lang ein schlechtes Gewissen, als nur einen einzigen Tag diesen Mann an meiner Seite!
Liebe Grüße Lenjana