Vielen Dank für die guten Wünsche, die ich gerne erwidere.
Und herzlich willkommen, klarerkopf. Du hast Dir ja einen idealen Zeitpunkt für Deinen Start im Forum ausgesucht.
Alles Weitere in den Threads, denke ich.
Gruß Michael
Beiträge von lumho
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Hallo und guten Abend, Lütze
Ich bin froh, dass Du noch da bist..und Du "klingst" in Deinem Posting ruhig und ausgeglichen.
Ich meine, Du solltest bei aller Vorsicht nicht anfangen, an Dir und dem Erfolg Deiner Abstinenz zu zweifeln. Du hast doch allen Grund zur Zuversicht. Zum Einen hast Du in den letzten 8 Wochen schon einige Klippen erfolgreich umschifft. Und schließlich wirst Du ja wohl nicht abwarten wollen, was für ein Mensch Du wirst, wie Du schreibst, sondern Du wirst weiter aktiv an Deinem neuen Leben arbeiten und es mit eigener Kraft und klarem Kopf selbst gestalten.
Du bist nicht mehr in der "Opfer-Rolle"! Glaube an Dich, zeige wie stark Du jetzt bist, und lass keine negativen Gefühle zu.
Und zum Zweiten hast Du doch heute erlebt, dass es mindestens noch zwei weitere Menschen gibt, denen Du nicht gleichgültig bist, sondern noch Hoffnung haben, mit Dir gemeinsam durch das neue Leben zu können. Wenn das kein Ziel ist.....!? Aber da gebe ich Dir Recht, wenn Du für die "Reparatur" Eurer Beziehung eine längere Zeit einplanst. Bei mir ist es so, dass meine Frau mich zwar nie verlassen hat, aber über ein friedliches "Bruder-Schwester"-Verhältnis sind wir auch nach den zwei trockenen (besser: nüchternen) Jahren noch nicht hinausgekommen. Ich habe vorher wohl zu viel kaputt gemacht....
Übrigens: Ich habe einen kurzen Artikel über mich unter "Lebensgeschichten" eingestellt, beantworte aber gerne auch hier alle Fragen, die Dir einfallen.Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume
Gruß Michael
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Ein erster Teil meiner neuen Geschichte vom eigenen Leben
Nun bin ich schon 2 Jahre lang ohne meinen lebenslangen Begleiter Alkohol ausgekommen und lebe immer noch! Nein! Es ist viel, viel mehr als "nur leben"; denn das könnte ja auch bedeuten, dass ich so gerade mal vor mich hin vegetiere; aber so ist es bei weitem nicht. Ich lebe in vollen Zügen und genieße meine Unabhängigkeit von Tag zu Tag immer mehr.
Ich erinnere mich noch ganz gut an den 14. November 2005, als ich nach eigener Autofahrt mit 1,4 Promille im Blut in der Abteilung Neurologie und Psychiatrie der Klinik aufgenommen wurde. Es sollte nur zur Entgiftung sein, um den Körper endlich mal wieder alkoholfrei zu bekommen. Ich fühlte mich reichlich unwohl in meiner Haut, weil ja um mich herum alle wussten, warum ich da war: Ich hatte es nicht mehr geschafft, alleine mit der Sucht klar zu kommen.
Da half es auch überhaupt nicht, dass einschließlich Ärzteteam alle sehr nett zu mir waren; es war ein beschissenes Gefühl, sich selbst so als Versager zu sehen und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.
Genauso erinnere ich mich aber auch an den Dienstag eine Woche später, als ich mich nach vielen Stunden Schlaf, ein paar hundert Seiten Lesestoff und einem Informationsgespräch mit einem Psychologen der Abteilung entschloss, an die Entgiftungsphase die angebotene 7-wöchige Entwöhnungstherapie anzuschließen. Es war zufällig(?) noch ein Platz in der Gruppe frei. Dass diese Entwöhnung auch über Weihnachten und Silvester gehen würde, spielte bei dem Entschluss schon keine Rolle mehr.
Da wusste ich nämlich schon, dass es nur diese eine Chance für mich geben würde, meine Selbstachtung wiederzufinden und von all dem Mist, den ich meiner Familie in den letzten dreißig Jahren eingebrockt hatte, wenigstens ein bisschen wieder gut zu machen.Seit ich aus der Therapie im Januar 2006 - 1 Tag nach meinem Geburtstag - wieder in die echte Welt entlassen wurde, sind nun fast 24 Monate vergangen, in denen sich unheimlich viel ereignet hat. Genau betrachtet habe ich mein Leben ganz neu begonnen - entsprechend waren auch meine ersten Gehversuche ganz schön unsicher; vor allem die ersten Begegnungen mit den Menschen, die mich von vorher kannten, waren sehr spannend, und durchaus nicht immer erfreulich.
Aber ich habe es durchgestanden und inzwischen meinen Weg gefunden. So kann ich mich an jedem Tag über viele Dinge freuen, die ich nur deshalb bewusst erleben kann, weil mein Kopf und mein Körper frei von Suchtmitteln und dem Verlangen danach ist.
Es gibt natürlich auch manch negatives Erlebnis; z.B. wenn ich meinen Willen nicht bekomme oder das Geld mal wieder ausgeht. Aber auch Enttäuschungen, Missgeschick oder Streit kann ich durchstehen. Wenn sich dunkle Gedanken bilden, kann ich sie oft aus eigener Kraft vertreiben. Dadurch erspare ich mir und den Menschen um mich herum viel unnötigen Streit und Ärger. Es ist ein ganz anderes Leben geworden - auch für meine Familie, die mich so lange im Suff ertragen musste.Diese gefühlte neue Kraft und die bisher unbekannte Lebensfreude geben mir genug Motivation, selbst weiter ohne Gifte auszukommen und sogar anderen Menschen mit ähnlichen Problemen Hilfe zu geben, wo immer sie gewünscht wird.
Das neue Leben ist wunderschön und wird hoffentlich noch viele Jahre andauern.
Darum kann ich jedem Zweifler, der oben genannte Gedanken hegt: "Ob das noch lange gut geht?" oder "Säufer bleibt Säufer!" nur empfehlen, aus meinem Leben zu verschwinden und vor der eigenen Tür den Dreck zu fegen.
Aber allen, die noch unsicher sind, kann ich nur sagen: Ein neuer Anfang lohnt sich! und zwar immer! -
Hallo Plejaden,
Ich hoffe es stört Dich nicht, dass ich hier zu dieser ungewöhnlichen Zeit einfach in Deinem Thread auftauche. Ich bin erst seit ein paar Tagen im Forum und lese mich langsam ein. Dabei fällt mir auf, dass Deine Gedanken und Erlebnisse mit meinen Eindrücken sehr übereinstimmen. Ich will aber auch nichtverschweigen, dass besonders Deine Art, Dich mitzuteilen, mir sehr gefällt. Dieses offene Denken und Reden über Gefühle und Gedanken vermisse ich besonders in meiner SHG - erst natürlich im privaten (normalen) Umfeld.
Es ist schön, dass ich Dich gefunden habe. Ich wünsche Dir zufriedene und abstinente 24 Stunden
Gruß
Michael -
Hallo Lütze
Ich bin auch noch wach und habe meine Krankheit im Kopf. Jeden Abend sitze ich lange hier und denke über mich nach. Und ich lese hier Dein Tagebuch. Ich bin mit einen Gedanken bei Dir und dem heutigen Erlebnis.Was machst Du gerade?
Gruß Michael