Beiträge von tini8

    Lieber Engel! Ich will dir keins auf die Mütze geben, aber das was du schreibst, finde ich echt gefährlich - für dich, aber vor allem für deine Kinder!! Willst du ihnen dasselbe antun, was dir angetan worden ist?? Meine Mutter trinkt seit 30 Jahren, und eines meiner größeren Probleme, seitdem ich selber Kinder habe, war, wie halte ich es mit dem Kontakt zur (einzigen) Omi?? Mein Sohn hatte jetzt am Schluss Angst vor ihr, er ist gerade mal 5. Und das, obwohl sie ausschließlich heimlich getrunken hat, niemals VOR uns oder den Kindern. Aber das reicht schon!! Ich finde mein Gefühlsleben reichlich verkorkst, tu das deinen Kindern nicht an!! Sie können sich noch nicht dagegen wehren! Ich hoffe, du schaffst das! ich wünsche dir ganz viel Glück!!!

    Hi, auch wenn Faithful das vielleicht selber nicht mehr liest: Ich glaube auch, dass es am Schluss sehr schnell gehen kann. Meine Mutter trinkt jetzt auch seit 30 Jahren... und jetzt sehen wir zum erstenmal Licht ma Horizont, denn zum ersten Mal hat sie es sich eingestanden und wir - also die übrige Familie - haben darüber geredet. auch bei uns ist es so, dass meiner Mum gar ncihts fehlt, dafür allen anderen: Ich hatte massivste Schlafstörugen, mein Vater hats auf dem Herzen, meine Schwester ist kinderlos.... Schon vor einiger Zeit hatte ich mich darauf eingestellt, dass es jetzt bald schnell gehen kann, sie stank manchmal schon am Morgen dermaßen nach Schnaps, dass es mir schlecht wurde (ich trinke überhaupt keinen Alk, kann das Zeug überhaupt nicht riechen). Seitdem ich mich distanziert habe, schlafe ich wieder - komisch, oder? Den Zusammenhang habe ich lange gar nicht gesehen... :idea:

    Vielen dank für deine Antwort! Ja, es kann schon sein, dass man sein eigenes Schicksal immer kleinredet... Doch wenn du schreibst "viel zu oft hat man uns nicht geglaubt", dann stimmt das bei uns nicht. Denn ich habe tatsächlich 30 (!!!) Jahre lang mit NIEMANDEM außer meiner Schwester darüber geredet. Von wegen sich jemandem Erwachsenem anvertrauen!! Wenn ich darüber nachdenke, ist das wahrscheinlich das Ungeheurlichste, was mir passiert ist. Jede Freundschaft habe ich abgebrochen bzw. im Sande verlaufen lassen, sobald es intimer wurde. Keiner meiner Freunde hat etwas davon gewusst. Überhaupt niemand.... Meine Schwester hat es erst mitbekommen, als ich ausgezogen bin, da war sie schon 19. So gut habe ich all die Jahre funktioniert.... Liebe Nelly, ich habe deine Geschichte ausführlich gelesen und ich hoffe, dein Freund weiß davon - denn ich habe mich NIE an irgendjemanden anlehnen können, konnte mich NIE ausweinen, sondern habe immer nur alles in mir verschlossen. Du hast dich letztens beklagt, dass du bei der Weihnachstmarktgeschichte so schwach warst. Sei froh drum!! Bei mir ist es nämlich so: Wenn mir jemand erzählt, dass der und der schwer krank ist oder gestorben ist, und alle Tränen in den Augen haben, fehlt mir am Anfang immer irgendwie das Mitleid. Erst später, wenn ich allein bin, gehen mir solche Geschichten nach. Als "egoistisch" und "egozentrisch" gelte ich deshalb bei meinen Eltern. "Du schaust immer nur, dass es dir gut geht". Aber ich weiß nicht, soll jetzt keine Rechtfertigung sein, aber mit mir hatte auch nie jemand Mitleid. Wie auch? Ich galt immer nur als "ernst" im Verlgeich zu meiner fröhlichen und lebenslustigen Schwester. Haha!! Aber so was wie "unbeschwert" kannte ich halt einfach nicht. Und habe halt auch erst spät den Absprung geschafft. Ich bin z.B. zum Studium extra in der Nähe geblieben. Verrückt, oder? Auslandaufenthalt? Nicht daran zu denken... Dazu war ich viel zu stark.... Oder zu co-abhängig, wie auch immer.... Was meinst du, krieg ich das jetzt, mit über 30, allein hin oder brauch ich auch eine Therapie? Viele Grüße und Danke, Tini8

    HI, ich bin neu hier! Und ich habe schon so viele Geschichten gelesen, die mir alle viel trauriger vorkommen als meine eigene, dass ich mich ganz lang nciht getraut habe, hier zu schreiben. Und jeztz tu ichs doch! Eigentlich müsste es mir ganz gut gehen, denn meine Mutter hat sich nach 30!!!!! Jahren zwangsweise entschieden, eine Therapie zu machen. Ihr wurde nämlich der Führerschein gezwickt. 30 Jahre! So lange sind wir schon abhängig. Das ist eigentlich mein ganzes Leben. Ich kenns nicht anders. Ich war 8, als es losging. Und dann kam halt das übliche Programm, wie es bei so vielen von euch war: ich war die Große, habe sie immer irgendwie be- und geschützt, wenn sie getrunken hat, habe dauernd die Flaschen weggekippt, meine kleine Schwester (sie war noch ein Baby) betreut, usw. Und jetzt? Jetzt müsste doch alles gut sein, oder? Aber ich krieg die Bilder einfach nicht aus meinem Kopf: Wenn ich bei meinen Eltern anrufe, und sie sind nicht da, und ich weiß nicht, wo sie sind, krieg ich gleich Panik: "Wo ist sie? Was macht sie? Geht es ihr gut?" Die Angst ist einfach immer da. Vor allem trau ich auch dem Freiden nicht so ganz: Hat jemand von euch Erfahrung mit so einer langen Alk-Abhängigkeit? Geht das überhaupt, dann noch trocken zu werden? Was mich momentan am meisten stört, ist die Tatsache, dass sie jeztt usn Vorwürfe macht: Wir hätten schon längst was tun können, auch über ihren Kopf hinweg, wir seien doch viel klüger als sie, usw. Also sind doch wieder wir bzw. ich schuld? Und nicht sie? Aber sie hat ja nie mit sich reden lassen! Immer alles abgestritten! Hätten wir wirklich was tun können? Sind wir wirklich mitschuld? Deswegen bin ich manchmal richitg zornig auf sie. Denn insgesamt war sie eine gute Mutter, hat uns verwöhnt und uns wirklich lieb gehabt. Und so richtig schlimm geworden mit dem Trinken wurde es erst vor ein paar Jahren, als einige belastende Situationen gleichzeitig kamen. Dann aber wirklich heftig. Andereseits habe ich sie noch nie so aggressiv und damit auch kämpferisch erlebt. Das finde ich irgendwie gar nicht schlecht. Ja, und jetzt? Was ist richtig, was ist falsch? Soll ich sie jetzt allein lassen? Oder ist das unfair? Braucht sie mich/uns jetzt nicht erst recht? Aber was ist, wenn ein Rückfall kommt? Denn, wie gesagt, ich traue dem Frieden überhauüpt nicht. Ich bin eigentlich mein ganzes Lebenlang enttäuscht worden in dieser Hinsicht. Was soll ich tun? :?: