HI!
ihr mögt eure kollegin sehr, nicht wahr?
bevor ich jetzt schreibe, wie sowas in der "theorie" ablaufen soll, möchte ich dich bitten, noch ein wenig abzuwarten, welchen "senf" die alten hasen dazu geben - und auch, bis du ein wenig abstand gewonnen hast. sonst nimmst du das problem auf deine schulter, und es ist ja nicht deines, sondern das deiner kollegin.
das ist wichtig.
du kannst sie anstubsen, aber losgehen muss sie von selber.
also konfrontationsgespräch:
1. unter vier augen. nur im nüchternen zustand. (vielleicht gehen auch 6 augen, wenn es euch leichter fällt, nur könnte ich mir vorstellen, dass sie dann zu schnell in die verteidigung übergeht. eventuell ist eine kolleginfür das Gespräch geeigneter, die nicht soviel persönliche bindung hat?)
2. kurze einleitung, nicht lange um das problem herumreden
3. konkrete vorfälle ansprechen, in ich form:
"mir ist gestern aufgefallen, dass...", "ich habe mich sehr erschrocken als du gestern plötzlich umgefallen bist..." und so ähnlich.
4. "Ist dir das auch aufgefallen?" si stellung beziehen lassen - kurz!
5. falls sie es leugnet:"doch, ich habe das sehr wohl bemerkt." (oder so ähnlich.
6. kurz ansprechen, dass du als ursache ein alkoholproblem vermutest. und suche nach professioneller unterstützung nahelegen (z.b. Informationsmaterial über suchtberatungsstellen, würde ich mir besorgen, hab ich meinem mann als abschiedsgeschenk in seinen koffer gelegt
). "wir stehen hinter dir, wenn du bereit bist, dir hilfe zu suchen."
7. nicht auf diskussionen einlassen - leugen/rechtfertigungen/schuldzuweisungen sind ein versuch, das problem zu zerreden (oder schönzureden, wie es hier einige sagen) und dich in die helferrolle zu drängen.
8. einen termin setzen und die konsequenzen aufzeigen:
z.b. "wie sehr ich dich auch schätze, wenn in den nächsten 8 wochen wieder so etwas passiert, wende ich mich an unsren geschäftsleiter."
9. das gespräch rasch beenden
(das ist der schwierigste teil, den hab ich bei meinem ex lang nicht geschafft).
"so, das wars dann, was ich sagen wollte. bis später." (am besten eine pause machen, wo man sich nicht sieht, damit sich das ganze sezten kann und beide "runter" kommen)
10. "normaler" umgangston für den rest der zeit, nicht ausweichen, keine übertriebene freundlichkeit, in keine problemgespräche verwickeln lassen -
dazu sind wir normalos nicht da (wir müssen die leute ja den ganzen tag um uns haben, therapeuten haben nach einer stunde wieder zeit, sich auszuklinken und zu sich selbst zu finden.)
und sollte sie "problemeinsicht" zeigen: mit dem folder hast du bereits genug getan - anrufen, sich einen terminausmachen und ihn einhalten muss sie selber! (natürlich kannst du als gute freundin mitgehen, wenn sie es will, aber nur, wenn du es auch willst.)
sonst würde ich mich möglichst raushalten, sonst steckst du so schnell in der co-abhängigen falle wie wir alle....
ihr leben - ihre probleme - ihre entscheidungen
(das ist mein mantra, wenn ich mir wieder gedanken mache, wie mein mann zurechtkommen soll ohne mich: SEIN leben - SEINE probleme - SEINE entscheidungen )
alles alles liebe viel glück und *daumendrück*
reva
ps: wäre den moderatoren sehr dankbar, wenn sie meinen text durchsehen würden....
pps: wenn sie nicht will, kannst du nur auf dich schauen. hilfe kann man niemandem aufzwingen und es liegt auch nicht an dir, wenn ein mensch mit offenen augen ins unglück rennt.