Beiträge von klarerkopf

    Hallo karo-wirbelwind, hallo emma123

    ...

    Zitat

    wäre es nicht schön, wenn wir an diesen Punkt nochmal ansetzen könnten und das wichtige Thema mit unseren Erziehern bereden, ausdiskudieren könnten, uns aussöhnen könnten?
    Ich habe meine Eltern leider schon verloren. Vielleicht kennt jemand ein Ritual, wie man das noch nachholen und auflösen kann?

    Hier empfielt sich meiner Meinung nach ein Besuch bei einem Psychotherapeuten, der dir hier sicherlich kompetent weiterhelfen kann.
    Den könntest du (ihr) nach Familienaufstellungen fragen, ich habe so an die 20 Aufstellungen vor ein paar Jahren in Seminaren mitgemacht.

    In diesen Familienaufstellungen kann man sich auch mit nicht mehr existenten Personen oder Personen, mit denen man keinen Kontakt mehr hat, aussöhnen bzw. man durchblickt besser, z.B. "warum war das bei uns so", oder warum wurde ich so behandelt. Es ergeben sich dabei meist Lösungen, mit denen man besser leben kann.

    Wendet euch einfach an einen Fachmann, einen Therapeuten oder gleich an jemanden, der Familienaufstellungen macht. Ich will hier nichts bewerben oder euch zu etwas überreden, aber das ist eben eine Art der Aufarbeitung auf diesem Gebiet. Und als Ritual würde ich es auch nicht bezeichnen.

    In diesem Sinne

    lg

    klarerkopf

    Hi Peter,

    ich habe es mir so angeeignet, zu sagen, Angst vor einem Rückfall zu haben ist für mich die falsche Einstellung. So, wie du auch geschrieben hast, aufpassen ist besser.
    Ich bezeichne es für mich auch:
    "Immer am laufenden bleiben" oder wenn man so will in der heutigen Zeit: "Sich von Zeit zu Zeit mal updaten, ich glaube, man hat als länger Trockener das sehr wohl im Gefühl, wann man wieder Updates notwendig hat.
    Sollte man in irgendeiner Weise dahingehend Probleme erkennen, dann, so mach ich´s, arbeite ich daran oder probiere den Grund herauszufinden für diese "Übermütigkeiten".

    Trotzdem habe natürlich auch ich (wir sind alle nur Menschen mit Gedanken, Erinnerungen etc.) schon Situationen erlebt, wo sich die feste Überzeugung, das Leben alkfrei zu leben, kurzfristig in eine nicht so feste gewandelt hat.
    Ich merk das speziell beim Zusammenkommen mehrerer Menschen (Bekannter), wo halt der eine oder andere doch Alkohol trinkt.
    Oder auch bei Vereinssitzungen, wo oft sehr viele Leute anwesend sind, wo oft natürlich auch getrunken wird und ich von denen allen auch nicht verlange, um mein Problem zu wissen.

    Im ersten Jahr der Abstinenz hatte ich bei großer Hitze noch ab und zu den Gedanken (ich war Biertrinker) an ein kühles ...

    Letztentlich habe ich mir aber in meiner Trockenheitsarbeit es mir so eingeprägt, daß die letzte Konsequenz, egal was ist, egal welches Schicksal einen ereilt, egal was andere konsumieren, heißt:

    Ich trinke keinen Alkohol (mehr).

    Ich wenn ich mir gleichzeitig die Vorteile des immer nüchternseins vor Augen halte, sind derartige "schwache" Momente mit Gedanken an den Alk weg wie weggeblasen.
    Darüber bin ich froh und unter anderem führe ich das auf die erwähnten Updates zurück.
    Übrigens, auch das Lesen und Michbeteiligen ist für mich eine Art "Update" in meiner Trockenheitsarbeit.


    lg

    klarerkopf

    Hallo Franky,

    bin vollkommen deiner Meinung, Dankbarkeit habe ich speziell in letzter Zeit auch in vielen Bereichen meines Lebens eingesetzt.

    Ich bin nämlich der Meinung, daß nicht alles um uns herum selbstverständlich ist. Meiner Meinung nach hängt das auch ein bißchen damit zusammen, daß man im Zuge seiner Trockenheitsarbeit lernt, "anzunehmen".
    Ich habe es für mich dann so abgeleitet, daß ich dankbar angenommen habe, im Sinne von: ich ließ mir auf diese Weise helfen.

    lg

    klarerkopf

    Liebe Freunde,

    die Ihr mir hier gestern und heute geantwortet habt, ich möchte euch, Feengesicht, kwiep, summerdream, dorothea, FrankyFresh und liv hiermit für die netten Worte danken.
    Bin leider erst jetzt dazugekommen, zu antworten, da ich (meistens) erst abends im Forum bin.

    Ja, das 4-jährige Jubiläum war nicht der einzige Grund meiner Themeneröffnung, sondern ich wollte einfach meine Geschichte etwas genauer für die Leser hier aufschreiben, einerseits tut´s einem selber mal gut und schadet nicht, und andererseits war die Absicht die, daß vielleicht der eine oder andere Leser, der sich vielleicht auch noch in den Fängen des Alk-missbrauchs oder der -sucht befindet, sich auch Gedanken macht.

    Denn, wie es hier auch oft zu lesen ist, habe auch ich mir lange Zeit nichts gedacht bei meinem Alk-konsum, nur, diesen schleichenden Übergang in die Abhängigkeit, den merkt man nicht, wenn man dann eines Tages ehrlich zu sich selbst sagt, daß mit dem Trinkverhalten etwas nicht stimmt, dann hat man diesen Übergang bereits hinter sich.
    Dann steuert man, wenn man nichts unternimmt, eben dorthin, wo ich war oder eben in die verschiedenen hier in diesem Forum aufgezeigten Wege.


    lg

    klarerkopf

    Hallo, Ihr Lieben

    Fast 2 Jahre lese ich hier bereits mit ziemlicher Regelmäßigkeit, teilweise habe ich auch schon geschrieben, aber heute habe ich einen Anlaß, einmal selbst ein Thema zu eröffnen, bzw. ein paar Dinge aus meinem Leben zu erzählen.
    Den Forenbetreibern möchte ich auch noch danken, daß es eben dieses gibt und diese es ermöglichen, daß man sich hier so gut austauschen kann und sich auch das eine oder andere herauslesen und -holen kann.

    Warum dieser Titel?

    Nun ja, 3,71 Promille Alk im Blut war heute auf den Tag genau vor 4 Jahren mein Alkoholisierungsgrad, als ich in die Intensivstation eines Spitals eingeliefert wurde. Dies war der "Höhepunkt" einer jahrelangen Trinkerei. Ich war zu diesem Zeitpunkt krank geschrieben und musste Tabletten nehmen. Dies hinderte mich nicht daran, mich "wegzuschießen" und diese Kombination endete damals mit diesem Krankenhausaufenthalt, eingeliefert in bewusstlosem Zustand.
    Für den einen oder anderen Leser mag es jetzt auch etwas eigenartig klingen, aber ich bin diesem Ereignis heute dankbar.
    Es hat mich sozusagen umgepolt d. h. für mich war das der absolute Tiefpunkt und diese Tage im Spital und die Tage danach waren, na ja, ich sage hier nur, ich will so etwas nie mehr erleben.

    Der Entzug damals wurde zwar medikamentös unterstützt, aber wie ich heute der Meinung bin, waren das zu leichte Tabletten, für mich war es jedenfalls "höllisch". Muss dazu sagen, daß dies ein normales Spital war und eben nicht spezialisiert auf Alk-Entzüge. Gut, ist vorbei, jedenfalls sagte ich mir damals:
    Wenn du noch einen Funken Stolz in dir hast, unternimmst du jetzt etwas.
    Nie mehr möchte ich in meinem Leben selbstverursacht unter hängenden Infusionsflaschen in einer Intensivstation erwachen, wo einem der Arzt allen Ernstes fragt: "Herr ..., wollten Sie sich umbringen?" Man kann aber auch dem Arzt diese Frage nicht verübeln.

    Ich möchte hier noch im Zeitraffer meinen Alk-Lebenslauf erzählen:

    Teil 1:

    Auf der stationären Therapie wurde ich des öfteren gefragt, wann ich denn zum ersten Mal in meinem Leben Alk getrunken habe ( ist eine Frage, die dort jedem Patienten gestellt wird ) , ich weiß es nicht mehr.

    Es muss so um das 11. - 13. Lebensjahr gewesen sein, aufgewachsen auf einem Bauernhof, eigentlich eine glückliche Kindheit, und wie es damals in den 70ern üblich war, teilweise heute noch, gab es halt auf jedem Bauernhof "Most" (vergorener Apfelsaft). Wenn man bei der Arbeit ordentlich "zupackte", durfte man halt auch kosten, wenn auch mit Wasser. Gut, soweit zu meinem ersten Kontakt mit Alkohol.

    Hab dann natürlich auch einen Beruf erlernt, und dann Heer usw. und bei jeder Gelegenheit wurde natürlich auch getrunken, sei es zu feierlichen Anlässen, nach einem besonders stressigen Tag, einige Biere mit Kumpels, etc. Es war ja "normal" oder schöner gesagt so üblich, auch mein Vater hat es mir so vorgelebt (Ich will hier niemandem die Schuld für meinen Alkoholismus geben), mein Vater ist inzwischen mit seinem angehenden 70er ein, ich trau mir diese Bezeichnung zu, schwerer Alkoholiker, mit allem Trum und Tran, wie morgentliches Zittern, Aggressivität, ich brauch da eh keinem was erzählen.

    Gut, wie gesagt, niemals habe ich mir Gedanken gemacht, wenn damalige Freundinnen fragten, warum ich so viel trinke. Es war eh "nur" Bier. Und ich konnte ja jederzeit aufhören, damals konnte ich das wirklich noch. Und ich habs in jungen Jahren auch besser verarbeitet, einen richtigen Aufguss und den Kater danach. Geselliges Beisammensein, Feierlichkeiten, diverse Anlässe gehörten für mich untrennbar mit Alk-konsum zusammen (ich war großteils Biertrinker, war aber Wein oder mal einer Runde Hochprozentigem auch nicht abgeneigt).

    Wie ich schon sagte, es liegt mir fern, irgendjemandem die Schuld zu geben für meinen Alk-Konsum, aber es wurde mir von klein auf vorgelebt, daß eben Alk immer dazugehört und noch schlimmer, oft auch als Belohnung für Geleistetes anzusehen ist.

    Gut, machte eben die Ausbildung und Heer, danach in meinem Beruf weiter. Dieser hatte alles andere als eine Regemäßigkeit (Gastgewerbe).
    Stressig, nachts, am Wochenende, so war die Arbeit im Gastgewerbe. Einige Jahre verbrachte ich in Saisonarbeitsstellen in Fremdenverkehrsgebieten. Alk war für mich damals bei der Arbeit und eine angemessene Zeit vorher absolut tabu. Dafür in der Freizeit, aber das auch nicht immer, es war noch eine Art Frühstadium.

    Ende der 80er Jahre bekam ich eine Arbeit im Schichtdienst, viel Nachtdienst und unregelmäßige Arbeitszeit. In dieser Zeit habe ich langsam begonnen, den Alk als Mittel einzusetzen, um abschalten zu können (wegen des unregelmäßigen Dienstes) und mich leichter zu entspannen. "Es war ja alles o.k., ich konnte, wenn ich wollte auch ohne Alk leben", dachte ich mir damals immer, da ich ja auch immer zwischendurch mehrere Tage hintereinander nichts trank.
    Diese Phase dauerte etwa 8 - 10 Jahre, in diese Zeit fiel auch der Bau meines Eigenheimes, da wurde natürlich auch ordentlich "gekübelt", ist ja so "üblich".
    Das Eigenheim war fertig, die Kinder wuchsen heran, wir waren rundum glücklich, hatte meinem Job im Schichtdienst. Nur habe ich es mir immer mehr zu eigen gemacht, zum Abschalten/Entspannen Bier zu konsumieren, speziell freitags, samstags eben wenn ich den nächsten Tag frei hatte. Es gibt wie halt bei allen Süchten einen schleichenden Übergang ins Frühstadium der Abhängigkeit, meinen Übergang hatte ich sicherlich in diesen Jahren.

    Gut, das Jahr 2000 begann ich mit einem kleinen Jobwechsel, gleiche Firma aber geregelte Arbeit (tagsüber) und Wochenende frei.
    Alles super, nur kam dann die Zeit, wo

    - meine Frau mich schon sehr oft auf mein Problem ansprach
    - meine Kinder ein gutes Vorbild brauchten
    - ich langsam eine Änderung an meinem Trinkverhalten registrierte
    - ich diverse "Ausrutscher" körperlich nicht mehr so gut wegsteckte
    - und ich immer mehr anfing, mich mit meinem Alkkonsum auseinanderzusetzen, in mir wuchs die Angst, den Führerschein zu verlieren, die Arbeit, die Ehe, das Aufgebaute zu verlieren.

    Nichtsdestotrotz dauerte es noch 5 lange Jahre.
    5 Jahre, in denen ich es auf 10, 12 manchmal mehr "Halbe" Bier täglich brachte, hatte aber zwischendurch (wochentags) wieder alkfreie Tage, somit war ich auch immer der Meinung, jederzeit aufhören zu können, wenn ich nur wollte. Diese alkfreien Tage wurden natürlich immer weniger, was ich an mir aber feststellte, und das war schon seit einigen Jahren so, wenn ich ein Bier getrunken hatte, konnte ich nicht mehr aufhören, das heißt, ich musste dann weitertrinken, bis ich einen gewissen Pegel hatte.

    In dieser Phase der Alk-Abhängigkeit war mir vieles schon "wurscht", eben was meine Frau sagte, meine Söhne dachten, Angehörige mich aufmerksam machten etc.
    Angst hatte ich vor allem um meinen Führerschein, den brauchte ich beruflich. Ich habe es mir damals so eingerichtet, tagsüber und so lange ich mit dem Auto unterwegs war, höchstens ein Bier zu trinken.
    Dafür holte ich nach der Arbeit nach, musste aber immer irgendwie vorausrechnen, wegen des Restalkohols am Morgen, eine schlimme Zeit.

    Was noch in diese Zeit fällt, ist der permanente Stress des Alkoholbeschaffens - nicht immer im gleichen Geschäft kaufen, habe ich wohl genug auf Reserve zuhause, speziell am Wochenende? Die Sucht hatte mich voll im Griff.

    Gesundenuntersuchungen hatte ich in dieser Zeit auch zwei, meine Leber hat sich aber durch meine ( wenn auch immer seltener werdenden ) alkfreien Tage wochentags immer relativ gut erholt. Die Werte waren zwar erhöht, aber nicht extrem. Habe einer Blutuntersuchung immer ein paar alkfreie Tage vorausgeschoben, dies ist mir gelungen, auch wenn es schwerfiel.

    In dieser Zeit gab es oft Situationen, die es wert sind, daß man sich auch später noch daran erinnert:

    Wie oft erwachte ich morgens mit dem Gedanken, heute nichts zu trinken, und abends wars wieder dasselbe. Wie oft erwachte ich morgens und wusste von den letzten Stunden am Vortag nichts mehr, es war schlimm.
    Wie oft bin ich in dieser Zeit auch von Freunden aufmerksam gemacht worden, "na, gestern warst du ja ganz schön drauf", und ich konnte mich beim besten Willen nur mehr dunkel erinnern. Da ich heute sehr sensibel gegenüber "Alkfahnen" geworden bin, denke ich mir oft, was muss meine Frau damals für Ausdünstungen gerochen haben.

    In diese Zeit fällt auch, daß ich mir einmal felsenfest vornahm, mit dem Trinken aufzuhören, begann damit auch mit Beginn der Fastenzeit und hielt es tatsächlich bis Juni durch (also 4 Monate), so eine lange Trinkpause habe ich damals seit 20 Jahren nicht mehr gekannt.
    Wie es auch kommen musste, war es eben nur eine Pause, "ich kann ja noch aufhören, wenn ich will", so habe ich mir das damals wieder für mich bestätigt.

    Wie oft hat damals meine Frau zu mir gesagt, bitte hör mit dem Trinken auf, dann folgten halt wieder ein paar alkfreie Tage und das Spiel von vorn. Da ich nicht wollte, dass meine Kinder mich zu oft mit der Flasche sehen, habe ich dann noch einiges heimlich getrunken, egal, der Pegel musste passen.

    Es war dann auch so, daß ich oft zuhause schon "vorglühte", wenn ich irgendwo eingeladen war, und falls ich dort zuwenig bekam, zuhause wieder mir den restlichen Pegel ansoff.
    Bei Feierlichkeiten zuhause war ich, no na, für die Getränke zuständig, was hieß, sich das so einzurichten, daß man mit gewisser Regelmäßigkeit in den Keller kam und zwischendurch auch etwas "zu sich nahm", es sollte ja keiner was merken, ja, ja.

    Merkwürdigerweise, ich habe einen Beruf, wo ich sehr oft zu Haushalten im ländlichen Raum hinkomme und im Zuge dessen sehr oft etwas zu trinken (auch alkoholisches) angeboten bekomme, habe ich gerade hier immer alkoholisches dankend abgelehnt, wohl wissend, daß hier Alkoholisches anzunehmen den sicheren Arbeitsplatzverlust und den noch weiteren sozialen Abstieg bedeutete.

    Für den Sport hatte ich nach wie vor etwas übrig, ich legte Distanzen von 50 - 100, manchmal mehr mit dem Fahrrad zurück, aber habe auch immer Bier mitgehabt oder bin halt an den diversen "Tränken" nicht vorbeigefahren, man musste ja den Flüssigkeitsverlust ausgleichen.

    Ich bin sehr selten krank geschrieben gewesen, hab meine Arbeit immer zur Zufriedenheit erledigt, 2 Krankschreibungen gingen allerdings eindeutig auf das Konto des Alk-missbrauchs. Hier bekam ich auch immer mehr Gewissensbisse, wie lang wird mein Hausarzt noch mitspielen, er wusste um mein Problem und hat mir schon des öfteren eine Therapie empfohlen.

    Manchmal probierte ich die konsumierten Biere zu zählen, die ich am Vortag soff, es gab zu Spitzenzeiten 15 Halbe aufwärts.

    Ich habe natürlich insgeheim gewusst, daß ich ein Problem hatte, wusste aber keinen Weg raus. Stationäre Therapie, was werden die Leute sagen, was wird der Arbeitgeber sagen?

    Im Okt. 2005 hatte ich wieder wochenends zuviel, hatte ziemliche Magenschmerzen, ließ mich krank schreiben.
    Bekam eben Tabletten hatte nach einiger Zeit kein Bier mehr zuhause und tat dann etwas mir heute Unverständliches:
    Weil ich eben kein Bier mehr hatte und die Sucht zu groß war, trank ich hochprozentiges, verbunden mit den Tabletten für die Magenschmerzen war das eine Mischung, die mich bewusstlos werden ließ, meine Frau waren auf der Arbeit, meine Mutter, die ab und zu nach mir sah, fand mich so, ich wurde eingeliefert in die Intensivstation mit eben besagten Promillestand.


    Teil 2:

    Wie ich oben schon schrieb, habe ich mich dann in diesen Tagen im Spital dazu entschieden, so kann es nicht weitergehen und ab diesem Punkt muß ich jetzt mein Leben ändern.
    Die Ärztin in der Intensivstation setzte sich zusammen mit meiner Frau an mein Bett und wir hatten eine Unterhaltung über dieses Ereignis und mir wurde eben empfohlen, eine Therapie zu machen.
    Mir wurde in meinem dortigen Zustand immer klarer, daß sie recht hatte, und noch am Bett sagte ich, daß ich das einsehe und daß ich jetzt mein Leben ändern will, somit ließ ich mir kein Hintertürchen offen.
    Ich wollte nicht noch einmal unter hängenden Infusionsflaschen aufwachen, selbstverschuldet, mir schossen damals viele Gedanden durch den Kopf:
    Willst du alles verlieren, was du dir aufgebaut hast?
    Wie jämmerlich du aussiehst, hier an den Schläuchen (selbstverschuldet) hängend.
    Als ich damals das Krankenhaus verließ, war ich ein "Häufchen Elend".
    Was werde ich jetzt zu hören bekommen, von den Angehörigen, vom Arzt?

    Tags darauf musste ich dann zu meinem Hausarzt.
    Diesem eröffnete ich, daß ich für mein Problem gerne professionelle Hilfe annehmen möchte. Ich werde seine Reaktion nie vergessen, er hat sich sehr gefreut, daß jemand sein Alk-Problem einsieht und um professionelle Unterstützung bittet. Kommt wahrscheinlich bei den Alkoholikern im Zuge eines Arztdaseins nicht so oft vor, daß jemand aus freien Stücken um Hilfe bittet. Auch wenn´s einem noch so dreckig geht.

    Nun ja, ich meldete mich in der mir empfohlenen Klinik an, hatte aber eine Wartezeit von 4 Monaten, trank aber in dieser Zeit keinen Alkohol mehr, ich nahm im dieser Zeit schon therapeutische Einzelstunden, wurde mir so empfohlen, ich bin dankbar dafür. Diese Therapeutin hat mich einfach darin bestärkt, nein zu sagen und dazu zu stehen. Habe ich bis dahin nicht so gekannt, jedenfalls tat ich mir leichter, nein zum angebotenen Alk zu sagen.

    Ich hatte, wenn ich das so im Nachhinein betrachte, den Vorteil, daß ich

    1. den Willen hatte, mit diesem Zeug aufzuhören
    2. bereits mit einer Abstinenzzeit von 4 Monaten die stationäre Therapie zu beginnen

    So konnte ich dort mit vollkommen klarem Kopf an mir arbeiten. Diese Therapie dauerte 7 Wochen. Wie es einem dort empfohlen wurde, machte ich die folgenden 2, 3 Jahre noch in der realen SHG, mit denen ich immer noch in guter Verbindung stehe und ab und zu besuche.

    Dinge, die mir im Zuge meiner Aufarbeitung meines Problems sehr geholfen haben, waren:

    Ich habe mich gerne mit Mitpatienten in der stat. Therapie unterhalten, wie ihr Weg war, habe meinen Weg erzählt, wichtig für mich war auch noch diverse Lektüre (nicht immer über Alkoholismus), verschiedene Teilnahmen an Familienaufstellungsseminaren, die reale Selbsthilfegruppe und natürlich auch dieses Forum, nicht zuletzt auch meine Frau, die auch gewusst hat, daß das ein Problem ist, das ich mit mir selbst ausmachen muss, da kann sie wenig dazu beitragen.
    Auch hatte ich einen Bekannten, der einige Jahre vorher bereits den gleichen Weg wie ich gegangen ist, mit dem konnte ich mich immer gut austauschen.

    Leider habe ich für meine Entscheidung (fast zu) lange gewartet, ich möchte nicht wissen, wo ich ohne Hilfe jetzt wäre.

    Ich würde das Ganze ab dem Zeitpunkt 25. Oktober 2005 wieder genauso machen, es hat mich in eine zufriedene Anstinenz geführt, was für mich heißt:

    Ich will dieses Leben, das ich vorher hatte, einfach nicht mehr.
    Nicht, ich darf keinen Alk mehr trinken, sondern ich will keinen mehr trinken (müssen).

    Dass auch ich nicht vor einem Rückfall gefeiht bin, ist mir klar, deswegen mein Motto:

    Ich weiß nicht, was mir das Leben noch bringt, aber ich werde es ohne Alkohol leben, davon gehe ich aus.


    lg

    klarerkopf

    Schönen Abend, Ellit

    Zitat

    Was mich einengt, ist diese Letargie. Die fehlende Power. Für den Job reicht die Kraft gerade so. Und hier und da ein bißchen für die Kinder. Aber dann kommt nichts mehr. Der Inbegriff größter Gemütlichkeit und Entspannung geht immer mit dem Bier oder Wein einher.

    Dies ist, meiner Meinung nach, eine äußerst treffende Beschreibung für jemanden, der Trinker ist, bzw. sich auf dem besten Wege befindet, ein Alkoholiker zu werden. Für Ihn ist die Welt ja (noch) in Ordnung, na klar, war es für mich damals ja auch, als ich noch trank.
    "Der Inbegriff größter Gemütlichkeit und Entspannung geht immer mit dem Bier oder Wein einher", ist ein Trugschluß, wo eigentlich schon die Alarmglocken läuten sollten. Entspannung und Gemütlichkeit geht nur mit Alkoholkonsum, so war auch damals meine feste Meinung, nicht wissend, das ich mich bereits auf dem "schleichenden" Übergang in die Abhängigkeit befand. Ein Beispiel dafür, warum diese Sucht so heimtückisch ist.


    Einen lieben Gruß

    klarerkopf

    Guten Morgen,

    hab jetzt erst, warum auch immer, diese interessante Diskussion gesehen.

    Hier fühle ich mich teilweise angesprochen, da ich zwar schon längere Zeit angemeldet bin, aber nicht täglich schreibe. Dies liegt auch daran, dass ich nicht täglich hier im Forum lese.

    Kurz noch:

    Bin verheiratet, 2 Kinder, gehe geregelter Arbeit nach und habe (Gott sei dank) den Absprung geschafft nach jahrelanger Trinkerei und zum Schluss ca. 3 Kisten (Kasten) Bier á 20 Flaschen - 0,5 l - wöchentlich, manchmal mehr, manchmal weniger. Wie erwähnt, habe ich noch nichts im Leben verloren und habe die Kurve früh genug gekratzt.
    Damit zeige ich einfach auf, dass das Alk-Leben bei jedem anders verläuft, manche hatten schon Führerscheinentzug, Scheidungen etc.

    Meine Sicht der Dinge:

    Als ich nach Beenden der 8-wöchigen stationären Therapie eine reale SHG besuchte, ging es mir, wie eingangs von Mieken und meinen Vorrednern erwähnt.
    Was ich in dieser Zeit gelernt habe, ist annehmen, annehmen, Dinge anzunehmen, Gesagtes anzunehmen. Und ich persönlich nahm Dinge immer am besten an, wenn diese nicht in Form von Empfehlungen, sondern in Form von Beiträgen von den einzelnen Teilnehmern der realen SHG, wie sie ihr Leben in die angehende Abstinenz gestalteten, erzählten.

    Ich für meinen Teil halte es auch hier so, dass ich es tunlichst vermeide, jemanden Empfehlungen zu geben (falls es im einen oder anderen Satz doch passiert ist, sorry), sondern einfach mein Erlebtes in Form einer Geschichte erzähle. Das ist natürlich immer eine gewisse Gratwanderung, aber ich finde, dass derjenige, der sich etwas rauspicken will, es eben auch kann und es sind ja im öffentl. Bereich bekanntlich viele, eben das ganze Web.

    Ich gehöre mit meiner 4jährigen Trockenheit sicher auch zu den jüngeren LZT, gehe aber davon aus, auch in meinem weiteren Leben meine Einstellung nicht zu ändern.

    Ich konnte in meiner anfänglichen Abstinenzzeit immer von denen am besten annehmen, "die meiner Zeit kurz(ein bis 1,5 Jahre) voraus" waren.
    Was heisst:
    Als ich ein halbes Jahr Abstinenz (nach der stationären) hinter mir hatte, konnte ich am besten von denen lernen, die 1, 1.5, 2 Jahre Trockenheit hinter sich hatten, denn dieser Verlauf kam dann auf mich zu.

    Was ich damit sagen will, ist, dass es mir damals weniger brachte, was jemand erzählte, der schon 8, 9 Jahre Trockenheit hinter sich hatte, der dachte schon ganz anders über dieses Thema, natürlich war auch sein Ziel, trocken zu bleiben, er brauchte aber nur "nicht mehr übermütig" zu werden oder eben "seine aktive Trinkerzeit" nicht vergessen.

    Und ebenso ist es umgekehrt. Ohne mich jetzt zu "Selbstbeweihräuchern", tu ich mir zeitweise nicht leicht, einem "angehenden Nichttrinker" zu erzählen, wie´s bei mir damals war. In diesem Fall kommt es auch auf die Kleinigkeiten an und mit den Jahren vergisst man diese, wie z.B.:
    Was antworte ich jemandem, der mich fragt oder nicht lockerlässt, warum ich denn zu diesem Anlass nichts trinke. Ich antworte demjenigen sicherlich heute anders als in meiner Anfangsphase, den Alk verweigert hätte ich auch damals, aber wie gesagt, die Antwort wäre eine Andere (vielleicht auch unsicherere) als jetzt gewesen.

    Wie dem auch sei, wichtig ist, sich seiner Krankheit zu stellen und Erfahrungen bedingungslos anzunehmen, wenn man wirklich ein alkfreies und erfülltes Leben haben möchte, dazu gehört auch die Frage in sein eigenes Inneres: Wie kam es eigentlich dazu und warum dann über diese langen Jahre. Wenn man seinen eigenen Lebensweg beleuchtet (=warum habe ich eigentlich angefangen), kommt interessantes zum Vorschein, und ist mindestens gleich wichtig wie das Lernen von LZT.

    Und Mieken, vergiss nicht, wir sind alle nur eine Hand lang vom Glas entfernt, ob 1 Monat trocken oder 10 Jahre trocken.

    Hoffe, ich konnte meine Gedanken gut rüberbringen und vergesst nicht, euch Gutes zu tun, ich fliege morgen früh mit meiner Familie nach Spanien, 10 Tage All Inclusive, geht, wie ich schon bei meinen letzten 3 Urlauben gesehen habe, auch wunderbar ohne Alkohol.

    lg

    klarerkopf

    Bin seit Okt. 2005 trocken und seit Jahreswechsel 2007/2008 angemeldet.

    Ich möchte jetzt meine Sicht der diskutierten Dinge schildern, und habe in keinster Weise vor, irgendjemanden vor die Füsse zu treten, zu beleidigen oder ähnliches.

    Ich füge mich hier

    Guten Morgen aus Ö, Zwetschke

    bin kein Co, bin (seit knapp 4 Jahren) trockener Alkoholiker.

    Schreibe dir aus dem Grund, da die Beschreibung über den Zustand und dem Verhalten deines Mannes genau auf mich in meinen Trinkerjahren zugetroffen hätte.

    Wie auch Xenica schrieb, ich hatte auch immer wieder Trinkpausen, um (dem Partner) zu beweisen, dass es auch ohne geht.
    Dies ist, wenn ich es jetzt nach jahrelanger Klarheit im Kopf betrachte, eben die Einstellung eines Suchtkranken. Er kann, so unverständlich das auch klingt, nicht anders, und er hat sich und auch den Mitmenschen wieder mal bewiesen, "es geht ja auch ohne".
    Mit welchen Auswirkungen?
    - ständig schlecht aufgelegt zu sein
    - immer nörgelnd
    - bei kleinsten Unstimmigkeiten "gleich auf 100" zu sein
    - eben sich ständig so zu benehmen, dass der Partner mit der Zeit die Ansicht hat, er ist besser auszuhalten, wenn er trinkt

    Diese Beschreibung könnte, wie gesagt, haargenau auf mich und meine "aktive" Zeit zutreffen. Ich kann dir auch sagen, ich hatte sogar in den letzten Jahren meiner "Trinkerkarriere" einmal eine Zeit, in der ich ab Beginn der Fastenzeit 4 Monate nichts trank (zur Freude meiner Mitmenschen und meinerseits), habe mich dann schon in Sicherheit gewogen und mir gesagt, na, du kannst ja jetzt wieder mal probieren, aber in Zukunft weniger, ja, ja, das spielts aber eben nicht bei einem Suchtkranken. Damals habe ich noch nicht so viel über diese Sucht gewusst, und bin halt wieder rein in den Schlamassel, bis ich irgendwann einen Tiefpunkt hatte, wo ich mir sagte:

    So, für mich gibt es jetzt 2 Wege

    - der erste und leichtere wird mich ins Verderben führen
    - der zweite wird ein sehr harter, dieser muss aber sein, sollte ich noch einen Funken Stolz in mir besitzen

    Und in der Tat, er war ein sehr harter, er war aber auch nicht uninteressant, ich habe viel über mich dazugelernt und Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte.

    Auf die Frage, wo, wie und warum ich meinen Tiefpunkt hatte, die du vielleicht stellen wirst, kann ich nur sagen, das ist weniger wichtig, der äussert sich bei jedem Suchtkranken anders.
    Beim Einen reicht es schon, wenn das eigene Kind fragt, warum man denn soviel trinkt, beim Anderen reichts für einen Tiefpunkt nicht einmal dann, wenn er schon 3 mal in Folge zuvielen Trinkens im Spital oder in ärztlicher Behandlung war.
    So geht hier die Schere auseinander.

    Ich möchte mich entschuldigen, liebe Zwetschke, dass ich jetzt gedanklich so ausgeschweift bin, zu deiner Frage eingangs, ja, das sind eindeutig Entzugserscheinungen.

    Wenn ich hier sehr oft das Leid lese, das Co`s mit ihren trinkenden Partnern haben, denke ich mir oft, was hat denn meine Frau (und die Kinder) damals gemacht, oder auch: Was kann dieser leidende Angehörige wirklich machen, um ein erträgliches Leben zu haben?
    Oft ist hier zu lesen, man hat sich viel zusammen aufgebaut, eine Trennung würde den finanziellen Ruin bedeuten, etc.

    Hier gibt es meiner Meinung nach keine Standartlösung, hier muss jeder für sich und seine Situation entscheiden, wie lange er mitmacht.
    Ich finde es aus meiner Sicht total richtig, wie oft in diesem Forum geschrieben wird, das eigene Leben zu leben.

    Den Schluss schreibe ich jetzt aus der Sicht eines Alkoholikers:

    Wenn du beginnst, D E I N Leben zu leben (und er das mit der Zeit merkt), trägt das mit der Zeit vielleicht dazu bei, dass er (von sich aus) professionelle Hilfe annimmt, um von seiner Sucht loszukommen; versuch`s und versuch`s immer öfter, das ist es wert. Und noch etwas kann ich dir aus der Sicht eines Alkoholikers sagen, er hat es sicher schon gemerkt, dass er ein Problem hat. Aussenstehenden gegenüber zugeben wird er es erst, wenn er bereit ist, Hilfe anzunehmen.

    In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Sonntag, der ja in Ö heute, wie´s aussieht, wettermässig traumhaft wird. Mach heut´ was für dich, das stärkt wieder.

    klarerkopf

    Hallo perse,

    ein Baustein für dein Vorhaben ist es, diese "Freunde", die dir den Genuss nahe brachten, und dich jetzt nach deinem besagten Vorfall nicht mehr beachten, unbedingt ziehen zu lassen.
    Die brauchst du nicht mehr.

    Stattdessen würde ich mich in die Richtung derer bewegen, die auf dich zugingen, als du nüchtern warst. Mit denen kannst du deine Zukunft eher aufbauen.

    Im allgemeinen ist die Gesellschaft mit trinkenden Personen vor allem zu Beginn deiner Abstinenz dringend abzuraten, du würdest automatisch weit öfters Trigger erleben als in Gesellschaft nichttrinkender Personen.

    Zum Thema Tanzen:

    Man soll sich ja nicht zuhause einschliessen, vielleicht gibts die Möglichkeit einer Tanzrunde, die wenns geht, ganz oder großteils dem Alk entsagt.

    Meine Strategie war es, nachdem ich nach jahrelangem Alkkonsum irgendwann in einer Intensivstation aufwachte, mir einerseits professionelle Hilfe holte(die mir auch lernte, nein zu sagen) und mir schwor, keinen Alk mehr zu trinken, mich anfangs gänzlich von Leuten und Situationen, wo getrunken wurde, zu entfernen.

    Und vor allem auch, nach dem ich die stationäre Therapie hinter mir hatte, mich, wenn es drauf ankam, zu outen. Denen gegenüber, die es noch nicht wussten.

    Das "Schöne" an diesen, wie du sie bezeichnest, Trigger, ist, dass sie sich bei konsequenter Lebensweise mit der Zeit verabschieden.

    lg
    klarerkopf

    Schöne Ostern, Ossiman

    hat mir gut gefallen, deine Beschreibung der Vorfälle in der "Endphase des Trinkens".

    Es ist auch für unsereins, glaub ich, auch wenns noch so lang her ist, immer wieder mal gut, sich gedanklich in diese Zeit rückzuversetzen, jeder kann natürlich ein anderes Lied davon singen, aber indem man sich wieder mal vor Augen hält, was damals abgegangen ist, kommt einem doch ein klein wenig Dankbarkeit für die Eingebung damals,
    sich zu sagen, so und jetzt ist aber endgültig Schluss, jetzt reichts, jetzt unternehme ich etwas gegen diese Sucht und dieses Leben.

    Habe auch lange Zeit nicht geglaubt, süchtig zu sein, als ich dann aber mal (in meiner Schlussphase des Trinkens) probierte, mit ein oder 2 Bieren das Auslangen zu finden, habe ich es auch gecheckt.
    Ich hab nach kleinen Mengen auch eine derartige Sucht entwickelt, dass meine Gedanken nur mehr darum kreisten, wo ich das nächste Bier trinke oder herkriegen werde, ich war dahingehend hilflos wie ein kleines Kind.

    Interessant war bei mir auch, dass ich es zwischendurch, so alle 14 Tage es schaffte, 1, 2 oder 3 Tage nichts zu trinken aber wenn ich nur (wie es bei mir war) einen Schluck Bier trank, konnte ich sicher sein, dass ich bis vor dem Schlafengehen wieder schön dicht war.
    Das ist eben S U C H T .
    Geendet hat das Ganze bei mir vor bald 4 Jahren in der Intensivstation, diesem Ereignis bin ich heute sogar, so blöd es klingt, dankbar, ich hätte sonst so weitergemacht, obwohl ich ja schon lange wusste ( und auch meine Familie ), dass da irgendwas nicht in Ordnung ist.
    Persönlich möchte ich noch sagen, jeder Süchtige tut mir leid, weil ich genau weiss, wie schwer es ist, da raus zu kommen, egal welche Sucht - und vor allem:
    Es ist keiner auf die Welt gekommen, mit der Absicht, süchtig zu werden.

    Wünsche dir noch einen schönen 2. Feiertag.

    lg

    klarerkopf

    Guten Abend, Caro


    Auch ich habe (fast zu) lange gezögert, damals vor 4 Jahren, um psychologische Hilfe anzunehmen.

    Jetzt ist natürlich leicht gesagt, ja warum denn nicht früher?

    Wenn ich das früher gewusst hätte, was ich heute in punkto psychotherapeutischer Hilfe weiss, hätte ich natürlich nicht so lange gewartet. Aber leider hatte ich mich damals halt auch der Meinung Vieler über dieses Thema angeschlossen, und war dann natürlich im Irrglauben, keine derartige Hilfe zu brauchen, welch Fehler!

    Ich rate heute jedem, der irgendwelche Probleme - das kann auch schon sein, dass man Schlafprobleme hat - in dieser Richtung hat, psychologische Hilfe anzunehmen und erzähle auch gerne von meinen Erfahrungen diesbezüglich.

    Die grösste Hemmschwelle für einen Besuch beim Therapeuten ist meiner Meinung nach der "Volksglaube", wenn man dorthin geht, ist man - na du weisst schon - und dazu wiegt man sich selbst auch noch allen Ernstes im Irrglauben, solche Hilfe nicht zu benötigen.

    Ich bin im Nachhinein froh, so gehandelt zu haben und auch dankbar, dass es diesen Berufsstand gibt.

    lg

    klarerkopf

    Guten Morgen, Starfish

    ist ein recht interessantes Thema und hat mich auch lange verfolgt.

    Bei mir wars so:

    Nach meinem persönlichen Tiefpunkt und der darauffolgenden Entscheidung, ein Leben ohne Alk zu beginnen, folgten das Übliche:
    Langzeit und reale SHG, usw.

    Was mir aber lange Zeit suspekt vorkam, war eben, dass ich immer wieder Träume in Verbindung mit Alkohol hatte. Dies aber auch - vielleicht auch deswegen - weil ich den festen Entschluss hatte, mein zukünftiges Leben ohne Alk zu führen.

    Diese Träume äusserten sich folgend:

    Mal kaufte ich wieder eine Kiste Bier, mal trank ich dort wieder, mal da....
    Mir war aber immer schon - noch in der Traumphase oder Schlafphase, jedenfalls bevor ich aufwachte - klar, dass ich "Scheisse" gebaut hatte, als ich dann erwachte, war ich irrsinnig froh, dass das Ganze nur ein Traum war.
    Vielleicht war diese Träumerei einfach ein Ausgleich des Unterbewusstseins, weil ich mir felsenfest vorgenommen habe, nichts mehr zu trinken.

    Ich kann dir aber auch sagen, dass es völlig normal ist, in welcher Form auch immer, von Alk usw. zu träumen, schliesslich hat man ja jahrelang damit gelebt und der ganze Körper - auch das Unterbewusstsein - daran gewöhnt.

    In meiner Langzeitbehandlung wurde uns erklärt, dass es in der Verlaufsphase des Abstinentwerdens ca. 2 Jahre lang zu derartigen Träumen kommen kann, dies kann ich unterstreichen, denn in etwa so lange dauerte es bei mir - mal hatte ich 3 Monate nichts mehr derartiges geträumt, mal 2 Wochen hintereinander - ich habe für mich aus diesen Träumen eine Sache mitgenommen:

    Ich habe mir gesagt:

    Dieses beschissene Gefühl, das ich in diesen Träumen und noch in der Schlafphase hatte, möchte ich im realen Leben nie, nie, nie erleben.
    Es ist ein Gefühl des Versagens
    Ein Gefühl, wo ich mir sagte:
    Mensch, was hast du in der Vergangenheit alles getan, um diese Sucht zu "besiegen" und jetzt das, alles für die Katz.
    Meist habe ich mich dann, als ich aufwachte, erst mal "sammeln" müssen und realisieren, dass das alles nur ein Traum war, danach war ich dann unbeschreiblich froh, dass es nicht wirklich passiert war.

    Das Ganze hat dann aber, wie schon gesagt, nach ca. 2 Jahren Nichttrinkens aufgehört.

    Im Nachhinein sehe ich es einfach als völlig normal an und vor allem als Teil der Arbeit deines Körpers, da du ihm ja etwas nicht mehr gibst, was du ihm jahrelang im Übermass gegeben hast.

    Schöne Sommerzeit noch

    klarerkopf

    Hi legolas,

    ob Frauen anders denken, ist sicherlich eine Streitfrage, aber was uns alle hier eint, ist ein Streben nach einem suchtfreien Leben.
    Somit kann man uns hier in dieser Frage nicht unterteilen. Nimm das jetzt nicht als Vorwurf oder Zurechtweisung, sorry, wenn das so rausgekommen sein sollte.
    Ich meine, den heutigen Tag kannst du getrost abschreiben, fang morgen NEU an! Egal, wie der heutige noch endet. Ich weiss auch, dass man in punkto gute Ratschläge gegen ein weiteres Trinken deinerseits heute nichts mehr ausrichten kann, versuche morgen dich neu zu sammeln und vor allem, geh aus diesen isolierenden 4 Wänden raus, suche irgendwie Kontakte, auch wenns noch so schwer fällt, und denk an die Möglichkeit therapeutischer Hilfe (Einzelstunden?).
    Wie du geschrieben hast, hattest du ja schon alles (Partnerschaft, Beruf etc.) einmal, folglich müsstest du auch wieder auf ein halbwegs "normales" Leben hinarbeiten können, einen (nein, mehrere) Versuch ist es wert, probiers ab morgen.

    Natürlich verbietet es dir keiner, heute weiter zu schreiben und wenns dir hilft, tu es, aber die Gedankengänge von nüchternen und alkoholisierten Menschen sind eben verschieden, so hart es klingen mag, und es wird keinem etwas bringen, wenn wir dir heute noch 10mal schreiben, du sollst heute nichts mehr trinken.


    lg
    klarerkopf

    Hallo Andi, ein gutes Thema.

    Zufriedenheit bedeutet für mich nach jetzt bald 4-jähriger Abstinenz, Dinge einfach gelassener zu sehen als in meiner nassen Zeit.
    Dies erreiche ich damit, indem ich mir einfach bei "Unvorhergesehenem" vor Augen halte oder auch vergleiche, wie hätte ich dabei in der "nassen" Zeit reagiert und wie reagiere ich jetzt.

    Dadurch komme ich für mich immer zur Folgerung, dass nichts (auch kein Schicksalsschlag), mich dazu verleiten wird, wieder zum Alk zu greifen.

    Ob ich das für immer schaffen werde, weiss ich nicht, ich gehe einfach mal davon aus......

    Hiezu fällt mir immer der Spruch ein:

    Gott gebe mir die Kraft, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Welches Maß an Zufriedenheit ich mir selbst eingestehe?
    Auf jeden Fall trachte ich danach, dass dieses Maß sehr hoch ist.

    Dagegensteuern gegen unvorhergesehene Schicksale, so meine Meinung, kann man nicht immer, aber man kann an sich selber arbeiten, damit man für die Bewältigung dieser gerüstet ist, u.a. mit einer gesunden Portion Gelassenheit oder Ähnlichem.

    Ich habe selbiges erreicht mit:

    -Lektüre
    -SHG
    -Sport
    -Yoga
    -mit dem Thema Alkohol am Laufenden bleiben,
    wie man bei uns sagt, "die Ohren steif halten"

    Wünsche dir noch einen schönen Abend

    klarerkopf

    Hallo Lebenslust,

    ich möchte dir ein paar Zeilen schreiben, da mein Ablauf des "Trockenwerdens" vor drei Jahren deinem sehr ähnlich war. Ich hatte im Herbst 2005 meinen Tiefpunkt erreicht, sagte mir dann noch auf dem Bett der Intensivstation eines Spitals, "so, und wenn du jetzt noch einen Funken Stolz besitzt, dann unternimmst du jetzt was gegen diese Sucht", von da an habe ich dem Alkohol abgeschworen.
    Es folgte auch eine Therapie, wie du sie auch vorhast. Ich wollte dir mit diesen Zeilen nur sagen, dass du damit, dass du bereits im Vorhinein einer anstehenden Therapie keinen Alkohol mehr zu dir nimmst und du bereits jetzt die Vorteile siehst, du einen entscheidenden Vorteil hast.
    Ich habe damals bei mir gesehen - habe es geschafft, in der Wartezeit auf die Therapie (4 Monate) keinen Alkohol zu trinken - , dass du dir mit deiner posítiven Einstellung vor allem mental sehr viel von der Therapie mitnehmen kannst.
    Ich war damals nach 2, 3 Monaten Wartezeit für die stationäre Aufnahme fast schon am Grübeln, ob ich so eine professionelle Hilfe überhaupt brauche, ich bin unendlich dankbar, diese gemacht zu haben.
    So hat das Ganze "Hand und Fuß", wenn man so will.

    In diesem Sinne, bleibe deinem Vorhaben treu und du wirst sehen, wie schön doch das Leben mit "klarem Kopf" sein kann.

    lg
    klarerkopf

    guten morgen, björn

    eine reife Leistung, gratuliere, bald ein Jahr abstinent.
    Bei mir war das der erste Meilenstein, wo ich mir sagen konnte, so, jetzt habe ich jede Feierlichkeit, die so über einem Jahr vorkommt, überstanden (wie Geburtstage, Weihnachten etc.).
    Und dann sagte ich mir, jetzt trinke ich bis zu meinem 2. "Geburtstag" nichts, was ich dann ja auch tat.
    Inzwischen bin ich 3 Jahre und 2 Monate trocken und auch ich hatte, wie du von dir schreibst, den eisernen Willen dazu. Habe zusammen mit diesem Willen nach einer mehrwöchigen Therapie und dem Besuch einer SHG (gute 2 Jahre) seit einiger Zeit ein Stadium erreicht, wo ich mir sage, ich bin aus dem Gröbsten heraus, weiß natürlich aber auch, dass man nicht "übermütig" werden darf.
    Aber: Ich geniesse meine wiedergewonnene Lebensqualität, hab natürlich auch einiges an Gewohnheiten geändert, mache regelmässig Sport, was mir körperlich und geistig gut tut und lebe insgesamt jetzt ein relativ ruhiges und gelassenes Leben.
    Oft denke ich zurück an die Zeit vorher, wo ich manchmal ein Tagespensum von 8 - 12 Flaschen - 0,5 - Bier hatte, manchmal mehr, und mich ständige Angst und Gewissensbisse plagte, und ich sinngemäß dachte, "wie komm ich da wieder raus?"
    Na, du kennst das ja sicherlich.

    Lange Rede, kurzer Sinn:

    Behalte deinen eisernen Willen, und du wirst mit der Zeit sehen, wenn du weiter an dir arbeitest, wirst du zusammen mit diesem Willen ein erfülltes Leben ohne Suchtmittel haben, in dem du die Sonnenseiten (manchmal auch Schattenseiten) mit klarem Kopf und klarem Verstand geniessen und verarbeiten kannst.

    lg und schöne Weihnachten

    klarerkopf

    P.S. gehe jetzt eine Runde laufen, sieht heute nach schönem Wetter aus.

    guten morgen, diedania

    zu deiner Frage - muss ich wirklich tolerant sein - gibt es nur eine Antwort, nämlich NEIN.
    Es ist vorweg schon sehr "stark" von dir, deine Meinung beizubehalten in Anbetracht solcher Einladungen. Aber du hast dich sicherlich schon durch dieses Forum gelesen und hier wird oft angesprochen, dass man sich als angehend abstinent lebender Mensch seinen Freundeskreis neu strukturieren sollte.
    Und ich meine dazu, man tut gut daran. Du bist ja nun schon 1 Jahr "trocken" - Gratulation - , aber wie du siehst, stellst du Sachen wie Schokobrunnen - Pros... Parties und wie diese Treffen verbunden mit Alk-konsum auch immer heissen mögen, in Frage.
    Der für dich absolut richtige Weg ist, solchen Events zu meiden.

    Dazu gibt es noch zu sagen:

    Jedem von uns Ex-trinkern geht es so, fühl dich nicht allein, auch wenn es mit jüngeren Jahren vielleicht, wie du meinst, noch etwas schwerer ist.

    Mein Weg (bin jetzt über 3 Jahre trocken, 44 Jahre alt) war der, dass ich mich einfach bewusst nicht mehr mit Menschen, die Alk konsumieren, umgeben habe, deren Konsum aber auch nicht verurteilte, es ist jeder für sein Leben selbst verantwortlich. Ich habe meinen Weg gewählt, und den werde ich beibehalten.

    Der Lohn dafür ist ein Leben mit klaren Gedanken, ein Erwachen am Morgen ohne Kopfweh, usw., die Liste liese sich seitenweise fortsetzen.
    Und ich muss dir sagen, ich bin mit dieser Situation absolut glücklich und zufrieden.

    Denn ich bin mir sicher, dass du auch Freunde finden wirst, die keinen Alkohol brauchen, um ihren Alltag zu bewältigen, und du wirst sehen, es sind dann vielleicht auch nur soviele Freunde, die du mit einer Hand abzählen kannst, aber die Qualität der Freundschaft ist eine weitaus höhere.

    Meine Empfehlung oder genauer gesagt, so hab ich´s gemacht in den ersten 2,5 Jahren:

    - Besuch einer realen Selbsthilfegruppe, die dir zusagt - du glaubst vielleicht, da sind nur ältere Leute, Irrtum! - dort kannst du dich innerlich zusätzlich festigen und findest Gleichgesinnte

    - Weihnachtsfeiern, Familienfeiern, Geburtstagsfeiern verlasse ich dann, wenn es MIR danach ist, das heisst, wenn das Essen vorüber ist, ich dann vielleicht noch einen Kaffee getrunken habe und merke, aha, jetzt beginnen langsam Szenarien wie "Verdauungsschnapserln, etc.".

    - Aus meiner Sicht sehr zu empfehlen sind Fortbildungskurse oder Wochenenden, hab vor kurzem einen besucht zum Thema "Yoga", mit dem ich mich schon längere Zeit beschäftige, hier findest du immer wieder Menschen, denen nichts an Süchten liegt, wer weiss, vielleicht kannst du damit deinen Freundeskreis erweitern?

    Finde deinen Weg und bleib weiterhin konsequent und du wirst sehen, das Leben gewinnt zunehmend an Qualität, ich kann auch nach 3 Jahren Abstinenz noch sagen, ich hab noch nicht ausgelernt, und geniese jeden Tag, den ich ohne den Genuss eines Mittels oder Stoffes glücklichsein darf.

    Und so wird es auch bleiben, davon gehe ich aus.

    Bleib auf deinem Weg.


    lg

    klarerkopf

    Guten Morgen, Julia

    zu deiner gestrigen Frage - "hat dich die Therapie nicht stark mitgenommen, so dass alles wieder hochkam?" - schreibe ich dir ein paar Gedanken.

    1. Ich hatte damals den "ungebrochenen" Willen, diesem "Hochkommen" von negativen Erinnerungen oder Erlebnissen von vergangenen Zeiten endgültig ein Ende zu setzen. Koste es, was es wolle. Wie ich dir schon sagte, du kannst keinen Schalter ausmachen, auch nicht mit fachlicher Hilfe, aber du lernst besser damit umzugehen, diese Dinge besser zu verarbeiten, eben mit Therapiestunden. Sind ja nicht gerade billig, die Thera-stunden, war mir aber egal.

    2. Habe dann gemerkt, als meine Mutter davon erfuhr, dass ich solche Stunden in Anspruch nehme, dass sie, eben meine Mutter mir gegenüber ein anderes Verhalten an den Tag legte. Auf gut deutsch gesagt, am liebsten hätte sie es mir verboten. Ich muss dazu sagen, ich war damals 42, habe mich längst schon "abgenabelt", wenn du verstehst, was ich meine, wohne aber sehr in der Nähe meiner Eltern, aber, wie gesagt, mir war zu diesem Zeitpunkt egal, was irgendjemand anders für Meinung hatte, ich zog das durch. Wie ich dir schon schrieb, ich landete damals ja in der Intensivstation mit einem sehr hohen Promillestand, also war mein Problem ja sowieso einigen bekannt. So nebenbei noch: Bei 2 meiner Geschwister gab es auch grobe Probleme mit Alk, 1 hats anscheinend im Griff, will aber mit Familie und Geschwister nichts mehr zu tun haben, und ein Bruder geging Selbstmord, danach - er lebte in 400 km Entfernung von uns - ist erst rausgekommen, was er für Probleme mit Alk und auch in seiner Beziehung zu einer Freundin hatte.
    Jedenfalls merkte ich, dass meine Mutter mir diese Thera-stunden nicht "gönnte", und wenn es nach ihr gegangen wäre, diese sofort beendet hätte. Denn, was würden denn Angehörige, Verwandte etc. sagen, wenn sie davon Wind bekämen? Immer diese verlogenene, totschweigende Art. Bin dann halt auch draufgekommen, warum gerade sie, die uns ja auch schlug, sich so dagegen stemmte, na ja, was soll ich sagen, sie hatte halt wahrscheinlich Gewissensbisse.

    3. Fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, heisst ja auch, und das merkt man erst nach einiger Zeit, das solche geschehene Dinge so gut aufgearbeitet werden, dass man irgendwann eine Einstellung erlangt, mit der man ganz gut leben kann. Z.B. kommt man dann drauf, dass der Vater nicht grundlos trinkt - die ihre Kinder schlagende Mutter auch einst ihr "Packerl" bei ihren Eltern zu tragen hatte, was natürlich nicht in entferntester Weise eine Entschuldigung sein sollte. Aber man sieht es aus einem anderen Blickwinkel und das hilft einem dann sehr im eigenen Familienleben, im Sinne von:
    Vorherige Generationen haben bei ihrem Zusammenleben wenig Liebe an den Tag gelegt, in meiner Generation wird es das nicht mehr geben, was heisst, ich werde mehr Herzenswärme in meine Familie einbringen. Was bei mir nicht heisst, ich werde meine Kinder jetzt verwöhnen und alle Wünsche erfüllen, ich trachte einfach danach, dass aus ihnen gut für das Leben gerüstete Menschen werden, die von sich selbst einmal behaupten können, dass sie mit mir jederzeit und über alles reden können und es nichts gibt, was totgeschwiegen werden muss.
    Denn, wie man ja auch in den diversen Büchern über dieses Thema erfahren kann, wenn in Familien Dinge verschwiegen oder totgeschwiegen werden, dann "nagt" ein Nachkomme daran, was heisst, irgendeiner trägt die negativen Konsequenzen daraus. Hier sind, glaube ich, Autoren u. Buchtitel nicht erlaubt, frag einfach dann die Therapeutin, wenn du dazu Lust hast.

    Abschliessend in meiner kleinen morgentlichen Mitteilung kann ich dir noch sämtliche Bedenken bezügl. Thera nehmen, denn wie auch Linde66 und Feuervogel schreiben, in der Therapeutenstunde bist du in einer anderen Welt, als bei mir die 50 min immer um waren, tat es mir immer leid und ich freute mich schon auf die nächste, denn da war jemand, dem konnte ich mein Herz öffnen, der hörte mir zu, der verstand mich und er half mir.
    Ein kleiner Tip noch:
    Wichtig ist, dass die "Chemie" zwischen dir und deinem Therapeuten passt. In Ö sagen wir dazu: "Du musst mit ihm können".
    Dann noch wichtig:
    Je mehr du dich ihm gegenüber öffnest, desto besser kann er dein Problem behandeln. Der beste Therapeut kann es nicht, wenn du nicht "aus dir rauskommst". Kostet anfangs vielleicht Überwindung, aber du wirst sehen, es hat nur positive Auswirkungen.

    In diesem Sinne, mach dir heute einen schönen Tag, ich fahre heute ein Stück mit dem Fahrrad, nachdem ich gestern beim Laufen mein Kniegelenk beleidigt habe.

    lg klarerkopf