Beiträge von Jane 39

    Hallo.
    Nachdem ich mich lange im Vorstellungsbereich vorgestellt habe, darf ich nun hier schreiben.
    Das ist auch sehr wichtig für mich.
    Zu meiner Person: Ich bin 39 Jahre alt, komme aus NRW, bin seit 18 Jahren glücklich verheiratet, leider kinderlos.
    Mein Problem fing an im Jahre 2004.
    Bis dahin hatte ich einiges bewältigt, ganz ohne Alkohol.
    Hatte eine nicht sehr liebevolle Kindheit, ein schweres Berufsleben weil ich sehr naiv und labil war, und solche Leute macht man gerne fertig.
    Dann kam die ungewollte Kinderlosigkeit, wo ich lange drunter litt.
    Aber das schlimmste war die schitzophrene Psychose meines Mannes 2001. Es fing erst harmlos an, man merkte nichts von Schitzophrenie, aber er war auf einmal sehr agressiv mir gegenüber, was ich von ihm nicht kannte, und der Höhepunkt war, das er eines Tages mich mit dem Messer umbringen wollte weil " Satan" es ihm befohlen hat.
    Ich habe sehr vierl mitgemacht in der Zeit. Im Jahre 2002 war das mit der Messerattacke und er wurde in eine Klinik eingewiesen und wurde therapiert. Heute ist er wieder gesund, aber er muss noch Tabletten zur Vorbeugung nehmem weil das bei Stress jederzeit wieder ausbrechen kann. Davor habe ich Angst.
    Mit meinen Eltern habe ich mich ausgesprochen und sie waren mir auch eine grosse Hilfe während der Krankheit meines Mannes.
    2003 War dann alles wieder in Ordnung und ich hätte zufrieden sein können.
    Komischerweise fing ich aber 2004 plötzlich an zu trinken. Ich weiss nicht mal genau warum. Es war doch alles wieder ok.
    Fing an mit weichen Sachen und bin dann zu härteren übergegangen weil die besser wirkten.
    Habe viele schlimme Dinge gemacht, wenn ich betrunken war. Bin betrunken Auto gefahren, habe im besoffenen Zustand im Garten randaliert usw.
    Das schlimmste Erlebnis war, als ich mich mal mit einer Flasche Wodka ins Auto gesetzt habe, die Flasche immer leerer wurde.
    Zum Glück hab ich es noch geschafft einen Parkplatz anzusteuern und meine Schwiegermutter anzurufen die sofort kam. Bis dahin war die Flasche Wodka leer, und man hat 3 Frauen gebraucht um mich in das Auto der Schwiegermutter zu verfrachten.
    Es war eine sehr schlimme Zeit.
    Dann, am 20.09. 2006 war ich das letzte mal betrunken. Hatte mir, wie immer geschworen nie wieder was zu trinken, aber das hielt immer nur 3 Tage höchstens.
    Doch diesesmal blieb es dabei, ohne Arzt, ohne Entzugserscheinungen.
    Alle waren ganz stolz auf mich, ich besonders.
    15 Monate lang war ich trocken. Habe ab und zu mal ein Schluck Bier oder Wein getrunken um mir zu beweisen das ich keine Alkoholikerin bin.
    Das ging auch immer gut.
    Bis vor ca 8 Wochen.
    Ich weiss nicht was mich geritten hat, aber ich fing wieder an zu trinken. Trinke zwar nur weiche Sachen und auch nur abends, aber die Sauferei hat mich wieder.
    Manchmal ist es der Saufdruck der mir zu schaffen macht, manchmal hole ich auch nur aus Langeweile was, damit ich besser drauf bin und lustiger bin.
    Habe alle enttäuscht, am meisten mich selber.
    Um den Anfängen zu wehren bin ich diesesmal zum Hausarzt gegangen und ihm alles erzählt, er wusste nicht das ich schonmal so exzessiv getrunken habe. Er hat mir die Nummer einer Suchttherapeutin gegeben und ich hatte am Montag ein Erstgespräch. Sie ist mir symphatisch. Sie hat sich viele Notizen gemacht und mir dann vorgeschlagen 1x die Woche zu ihr zu kommen und eine SHG zu suchen. Sie gab mir auch eine Liste. Wenn es nichts bringt, schlägt sie mir eine ambulante Therapie vor, da muss ich erstmal 4 Wochen abstinent sein und ein ärztliches Gutachten bringen. Ich schaffe ja im moment noch nicht mal 3 Tage ohne was zu trinken, wie soll die gute Frau das mit Gesprächen hinkriegen? Ich weiss selber das das alles schädlich ist, aber es nützt nichts, wenn der Druck zu gross wird oder ich einfach ferngesteuert in den Laden gehe und Sekt kaufe. Nur um lustiger zu sein und besser drauf.
    Hat jemand von euch Erfahrungen mit Therapeuten und wie das so läuft das die einem die Lust zum trinken nehmen?
    Mein Mann hat am Anfang noch gesagt das ich das packe, ich habe schliesslich schon einmal Schluss machen können. Mittlerweile ist er aber sauer weil er meint ich kämpfe nicht genug.
    Er hat auch keine Lust mit mir zu sprechen wenn ich angetrunken bin, was ja verständlich ist.
    Ich bin wieder ganz am Anfang und sehr verzweifelt.
    Kann mir jemand bitte sagen wie das mit so einer Therapie läuft und wie die Frau das hinkriegen will das ich nicht mehr trinke?
    Wie gesagt, ich weiss ja selber wie schädlich das ist und will nicht so enden wie damals.
    Ganz liebe Grüsse, Jane