Beiträge von Ettena

    …übrigens Lilly…

    ich habe einige Beiträge von Dir gelesen, die Du dagmar geschickt hast.
    Die haben auch meine letzten Zweifel über Bord geworfen. Ich wusste jahrelang nicht, ob ich mir das alles nur einbilde und wie ticken nasse Alkoholiker denn nun wirklich. Das hat mir noch mal sehr geholfen. Danke für Deine Ehrlichkeit und Direktheit :idea:

    LG, Ettena

    Hallo an alle hier zusammen, im Besonderen Lilly,

    wir haben alle unsere Verletzungen erlitten, ob Co oder Alkoholiker. Denn, was wir gemeinsam haben, ist, das wir alle eine Suchtstruktur bewältigen wollen oder zum Teil schon haben. Als ich hier das erste mal meine Geschichte erzählte und um Rat fragte, kamen mir zuerst die Antworten wie ein Gewitter aus Verbitterung und Wut vor und ich dachte noch: Wie unsensibel! Ja, ich habe mich sogar bei den Moderatoren beschwert, glaube ich.

    Ich hätte lieber etwas anderes gehört. Eigentlich wollte ich in erster Linie Bedauerung und reagierte zutiefst empfindlich, wenn man mir direkt und zum Teil, ja, auch schonungslos sagte, wie man mich empfinde. So eine direkte Ansprache ohne ein reales Gesicht vor Augen und dann noch von Fremden… ich habe sogar dann erst einmal über bestimmte und wichtige Zeilen hinweg gelesen, ob bewusst oder unbewusst. Habe mir erst einmal nicht die Mühe gemacht, noch andere Beiträge zu lesen, obwohl man mir das mehrfach geraten hatte. Überhaupt habe ich eine Menge Ratschläge erst mal weg geschoben. Weil ich im tiefsten Inneren gar nicht raus wollte – sondern von meinem Partner erwartete, dass er uns/mich rettet.

    Lilly, ich gebe Dir Recht, dass kleine Schritte auch schon ein Erfolg sind. Aber wenn ich nur “Köpfchen Streicheln” bekommen hätte oder nur Verständnis, würde ich vielleicht noch heute in meinem Dilemma ausharren und weiter hoffen und hoffen. Ich fühle sogar so sehr mit unseren Neuankömmlingen mit, da ich am eigenen Leib spüre, wie verzweifelt sie sind. Und genau da finde ich Ehrlichkeit ohne Verschleierung und ohne Widersprüchlichkeiten so wichtig – denn ich ihrer Beziehung haben sie GENAU DAS nicht. Und Du selbst weißt doch auch, dass Mitleid und Verständnis das Leiden nur verlängern. Das ist beim Alkoholiker nicht anders.

    Nun, ich habe und zeige Verständnis, aber das alleine ist meiner Meinung nach zu wenig. Ein “Wachrütteln” finde ich an mancher Stelle wichtig. Wir können eh nicht mehr machen – und es wäre auch fatal. Aber das zumindest können wir. Deshalb bleibe ich unter anderem noch hier. Ich könnte ja auch statt dessen raus in die Sonne. Ich freue mich aber so sehr darüber, dass sich einige damals so engagiert hatten, sodass ich das heute zurück geben kann. Und ganz nebenbei hilft es mir, nicht wieder in alte Muster zurück zu fallen.

    Es kann schon mal passieren, das ich emotionaler dabei bin und mich nicht vorsichtig genug ausdrücke. Dafür ist es ehrlich und von ganzen Herzen. Ich möchte keinen Druck ausüben, aber Euch ein wenig anschupsen :-), ist das o.k.?

    (Ich kann aber nun auch nicht Stunden an einem Text verbringen, mir diesen aber und abermals durchlesen, damit sich auch ja keiner auf den Schlips getreten fühlt. Dann wäre er nur konstruiert und nicht mehr ehrlich)

    Ich lerne immer noch dazu. Danke.

    Liebe Grüße
    Ettena

    Liebe secrets,

    ich habe Dir doch geschrieben, was Du tun kannst, um da raus zu kommen.Du musst es auch annehmen.

    Ich hätte es ohne Hilfe nicht geschafft. Du verschwendest so viel Zeit an Deinem Partner, die Zeit hast Du also. Suche Dir schleunigst eine Selbsthilfegruppe für Co-Abhängige. Dieses Forum ist hilfreich, aber es reicht nicht alleine. Und da ich jetzt erfahren habe, das Du noch einen Sohn hast… was glaubst Du, was er nicht schon alles mitbekommt. Soll er mal genauso werden, mit den gleichen Strukturen, die er zuhause so gelernt hat? So wie Du auch? Es wiederholt sich doch alles nur immer wieder.

    Ein nasser Alkoholiker ist Doktor Jäckel und Mr. Hide, es ist wenig Himmel und mehr Hölle, Zuckerbrot und Peitsche – heute Blümchen, morgen die Arschkarte. Er wird nie anders sein, solange er nicht aufhört. Und es sieht nicht danach aus, dass er aufhören will. Er will Dich nur immer wieder ruhig stellen und wird Dir die Schuld in die Schuhe schieben – weil er weiß, wie Du funktionierst! Er kann Dich manipulieren. Er spielt mit Dir.

    Du als Mutter bist nun gefordert, Dir und Deinem Sohn ein "gesundes" Leben zu ermöglichen. Punkt. Beiß die Zähne zusammen. Du hast Verantwortung für Euch. Gott sein Dank.

    Grüße
    Ettena

    Liebe secrets und liebe Dagmar,

    ich habe das gleiche gedacht und war in der gleichen Situation.
    Nicht ganz, wir wohnten nicht zusammen. Also, der Anblick eines Besoffenen bleib mir erspart. Trotzdem habe ich viel verbale Verletzungen davon getragen, die mich kleiner machten und entwertend waren. Das alleine schon war heftig genug. Denn auch bei mir bedurfte es nur einer Kleinigkeit und er verhielt sich abweisend und nicht selten tauchte er ein bis zwei Wochen unter und ich machte mir auch noch Sorgen um ihn anstatt um mich, oft sogar Vorwürfe, ich hätte etwas falsch gemacht und sei auch noch Schuld, wenn er wieder trinkt.

    Er hatte eine Entziehungskur gemacht, Therapie und war in einer Selbsthilfegruppe und ein Jahr angeblich trocken. Komisch war nur, das er sich in der Zeit nicht anders verhielt. Er fing auf jedem Fall wieder an zu trinken. Ich glaube, das man viele Jahre trocken sein muss, damit man eventuell wieder der Alte wird. Vorausgesetzt, der Schaden ist noch nicht zu groß.

    So, das nur am Rande. Ich habe es erst geschafft, als ich mir Hilfe holte, selbst in einer Selbsthilfegruppe für Co-Abhängige war, mir sogar Aufklärung bei den anonymen Alkoholikern suchte, viel darüber las und auch noch eine Verhaltenstherapie begann, in der in heute noch bin.
    Plötzlich ging es nicht mehr um ihn. Ich erkannte, das ICH mich retten und verändern muss, damit mir so etwas nie wieder passiert. Damit fängt es an. Mit dem Wissen darum. Im Gefühl kommt es erst später an. Aber es verändert sich von dem Tag etwas in Dir, wenn Du damit anfängst, an Dich zu denken. Und – Ihr seit schon mitten drin in dem Prozess.

    Und ich werdet es auch schaffen, ganz gewiss. Wenn nicht heute, dann aber bald…

    Und es ist dann ein schönes Gefühl, zu wissen, das man sich doch soviel Wert ist und stark ist, glaubt mir. Das ist schöner als jedes Liebesgesäusel eines anderen. Ja und dann muss man lernen, auch die Männer spannend zu finden, die heile sind und einem gut tun. Das ist nicht einfach. Aber ich glaube, je mehr man sich selber liebt, umso mehr zieht man auch andere Männer an. Das so genannte Steckmuster passt dann nämlich nicht mehr.

    Liebe Grüße
    Ettena

    Hallo secrets,

    klar, er findet immer einen Grund, wieder zu trinken – und wenn er keinen findet, ist das auch ein Grund.

    Aber wie gesagt, die Sucht ist mächtiger als Liebe.
    Ich wünsche Dir, dass Du das bald bis über beide Ohren so satt hast und noch besser, wenn Du merkst, das Du ohne ihn besser lebst und klar kommst.

    Ich war auch co-abhängig, vielleicht bin ich es auch heute noch, obwohl ich mich getrennt habe und er mich seit dem in Ruhe lässt (nach langem Hin und Her). Das ist ja oft anders.

    Es wäre wirklich Dein Glück, wenn er irgendwann abhaut. Aber darauf kannst du Dich nicht verlassen.

    Aber ich habe gerade hier gelesen und das stimmt ja auch: Du hilfst ihm nicht, wenn Du bleibst, es verlängert sein Leiden, weil er so nichts unternehmen wird. Solange er das Gefühl hat, es geht ja doch irgendwie und Du machst mit, dann kann es ja nicht so schlimm sein.

    Wünsche Dir eine ruhige und stressfreie Nacht
    Ettena

    O.K. das hört sich schon mal etwas besser an.

    Dennoch: Die Sucht braucht keinen Grund zum Trinken.
    Er trinkt nicht, weil er Probleme hat. Er hat Probleme, weil er trinkt.
    Und er wir nicht aufhören, nur weil diese weg sind. Es kommen neue,
    immer wieder und wieder – wenn er nicht sofort damit aufhört.

    Wenn er bis heute keine Einsicht hat, obwohl er schon so viel verloren hat,
    dann zweifle ich, dass er noch lange nicht soweit ist, sondern es noch schlimmer kommen muss.

    Die Frage ist, wie lange Du durchhalten willst?
    Er wird immer neue Gründe davor schieben, warum es gerade nicht geht und auch heimlich trinken und Dir erzählen, dass er nicht getrunken hat, nur damit er Ruhe hat. Das sind alles nur Ausreden, glaube mir.

    Gerade, wenn er momentan im Loch sitzt, dann NUR, weil er wieder und schon länger mehr trinkt und wenig auf die Reihe bekommt. Glaube mir, er weiß das. Es hat wohl seinen Grund, warum er eine Fernbeziehung hat.
    Damit er ungesehen und unkontrolliert trinken kann.

    Du kannst Dir "0" Hoffnung machen, solange er nicht eine Entziehungskur macht. Die muss sein.

    Bis demnächst
    Ettena

    Kinder, die mit einem Alkoholiker groß werden, tragen meist einen erheblichen psychischen Schaden davon. Nicht nur, weil sie, wie in Deinem Fall versuchen werden, die Mutter zu schützen. Glaube mir, Deine Tochter bekommt alles mit und ist bestimmt nicht glücklich. Sie wird die Mutterrolle für Dich übernehmen und immer in Angst leben. Und es ist nicht selten, dass sie dann selbst auch irgendwann zum Alkohol greifen. Euer Zuhause ist ihr Lernfeld. Was sie jetzt erlebt, wird sich auf ihre Zukunft auswirken.

    Schon alleine deshalb musst Du Dich zumindest räumlich von ihm trennen.
    Aber auch wenn Du mit ihm zusammen bleiben willst – dann NUR: Wenn er nie wieder trinkt und eine Entziehungskur macht.

    Und: Ihr solltet mit Deiner Tochter zu dritt ganz offen über das Thema reden können. Und? Kann er das? Kannst Du das? Oder macht ihr schön auf heile Welt? Dann hat weder er eine Krankeneinsicht – noch Du. Denn Du bist auch abhängig. Von ihm.

    Bis bald.
    Ettena

    Ach herje…

    ich sehe, Du hast ja auch noch eine Tochter!!
    Und dann willst Du so verantwortungslos sein und auch sie in den Schlamassel mit reinziehen? Soll sie auch eines Tages geschlagen werden oder mit einem Trinker erwachsen werden? Was glaubst Du, was dann aus ihr wird?1? Das ist – mir fehlen die Worte, wie egoistisch Du bist!

    Du kannst mir Deinem Leben machen, was Du willst – aber Deine Tochter ist Dir ausgeliefert. NO GO!

    Mir tut Dein Töchterlein leid. Nicht mal eine Mutter, die sie schützt.
    Oder würdest Du sie auch noch zum Vater geben, damit Du Dein Drama leben kannst, von dem Du glaubst, das es ein rosa Wölkchen in schön gestylter Ambiente wird? Wie oberflächlich!

    Augen auf und endlich mal Verantwortung übernehmen!

    Grüße, Ettena

    Liebe Trini,

    den Mann den Du liebst, den gibt es nicht hur "halb" - die andere Hälfte gehört auch dazu. Und er ist und bleibt ein Alkoholiker. Und es will mir nicht in den Kopf, wieso Du jetzt auch noch mit ihm zusammen ziehen willst? Du bist ja total vernebelt! Er ist nicht treu, wird aggressiv u.s.w.

    Es reicht nicht, das er mal 3 Tage ohne auskommt. Spätestens dann kommt der Entzug und er schüttet nach. Oftmals wirst Du gar nicht mitbekommen, wie viel er wirklich säuft.

    Er muss einen klinischen Entzug von 6 Wochen machen und zeitlebens in eine Gruppe gehen – ansonsten kannst Du Dir ein schönes Leben mit ihm abschminken – es wird die Hölle! Uns zwar ganz schnell!

    Und wenn er nicht sofort damit anfängt und Du zumindest mal zwei Jahre durchgehend neben einem nüchternen Mann aufwachst (vorerst in GETRENNTEN Wohnungen) – bist Du schön naiv, wenn Du an den Weihnachtsmann glaubst. Fang an, hier viel zu lesen und suche eine Selbsthilfegruppe auf, die Dir den Glimmer nimmt, damit Du aufwachst.

    Dennoch, die Gefahr, das er rückfällig wird, hat er trotzdem ein Leben lang. Und er wird aggressiv!!!! Du wirst Dein "blaues" Wunder erleben.
    Mach Dich ruhig so fertig – ansonsten – er erledigt das für Dich ganz sicher.

    Entschuldige, dass ich so direkt und schonungslos spreche.
    Selbst wenn ihr den besten Sex der Welt habt und für ein bisschen Streicheleinheiten verkaufst Du gerade Deine Seele und er wird nach und nach den Respekt verlieren. Ach was rede ich, er hat nicht mal Respekt vor sich selbst. Und das Du noch Respekt vor ihm hast…

    Stell Dich doch auf die Straße mit einem Schild um den Hals:
    "Einmal Hauen umsonst!"
    Das, was Du jetzt machst, ist nichts anderes, tut mir leid.
    Wie musst Du Dich selbst hassen, das Du Dir so etwas antust.

    Bitte, suche Dir therapeutische Hilfe. Raus aus der Co-Abhängigkeit.

    Liebe Grüße
    Ettena

    Trini! Lauf so schnell Du kannst weg von ihm! Keinen Kontakt mehr, verstehst Du!! ABSOLUT KEINEN KONTAKT! Fahre paar Tage weg zu irgend einer Freundin oder weihe Deine Familie ein und tauche dort erst einmal unter, das er Dich nicht findet und irgendwann loslässt.

    Nicht nur das er Alkoholiker ist, er ist auch gefährlich! Die schlimmste Mischung! Nicht nur, dass Du ihn ganz sicher NICHT retten kannst, er kann nicht lieben und wird Dich anlügen, was das Zeug hält. Er ist unheilbar krank!
    Merke Dir das!!! Er wird auch Dich irgendwann schlagen. Willst Du solange warten? Bist Du eine Masochistin? Willst Du so einen Menschen lieben?

    Es wundert mich nicht, das er immer zu seinem Opfer zurück geht, die brauchen beide das Drama. Er ist das Drama!

    Keine Minute länger! Sofort raus da!
    Und schreibe weiter an uns, damit wir Dich stärken können.

    Lieben Gruß
    Ettena

    Liebe MousseAuChocoat,

    Dein Freund lebt in einer Alkoholikerfamilie und hat dort gelernt, mit zu trinken. Als erstes muss er da raus und erkennen, dass er gefährdet ist.
    Er muss aber erst einmal den Gedanken zulassen, dass seine Eltern Trinker sind und das er so nicht werden möchte.
    Das ist besonders schwierig, wenn er noch abhängig von ihnen ist und sie liebt. Der Alkohol scheint die Familie zusammen zu halten – letztendlich zerstört er sie aber.

    Du kannst ihm nur sagen, was Du siehst und empfindest. Mehr nicht.
    Und dann bleibt es Deine Entscheidung – ob das Dein Leben sein soll.
    Denn Du wirst unweigerlich das Elend mit erleben, so lieb er auch ist.

    Und damit steht Deine Zukunft auf dem Spiel!
    Den es wird Dir viel Kraft nehmen, Deine eigenen Weichen zu stellen, wenn Du mit ihm zusammen bleibst.
    Und das ist jetzt ganz besonders wichtig!!
    Denn was Du jetzt schaffst, ist der Grundstein für morgen.

    Gerade weil Du noch so jung bist, rate ich Dir, einen anderen Freund zu suchen. Du hasst noch so viel Chancen. Alles, was Du jetzt erlebst, wird Dich zeichnen und zu dem machen, was Du morgen bist.

    Willst Du Dich an Trinker gewöhnen? ist doch nicht wirklich prickelnd, oder?

    Liebe Grüße
    Ettena

    Zitat von Gertrud

    Eigentlich ist er ein "guter" Trinker

    Liebe Gertrud,

    wenn das Wort "eigentlich" nicht wäre…
    Uneigentlich ist er wohl doch nicht so gut, oder?
    Jedenfalls nicht gut für Dich.

    Wenn Du wirklich glauben würdest, er tut Dir gut und alles ist nicht so schlimm, wärst Du nicht hier.
    Es kann mir keiner erzählen, das ein alkoholisierter Mann eine Freude ist. Und dann ist er auch nicht gut.
    Einige Alkoholiker werden durchaus im Suff besonders lieb – aber was glaubst Du, wie er wäre, wenn er keinen “Stoff” mehr bekommt?
    Bestimmt gar nicht lieb. Und was willst Du mit einem Mann anfangen, der sein Leben nur noch mit Alk schön findet?

    Entziehungskur – Therapie und AA-Gruppe (immer, sein Leben lang). Einziger Weg! Heilung gibt es leider nicht. Aber zumindest die Chance, den Kampf gegen seine Sucht tagtäglich zu besiegen.
    Voraussetzung: Die Einsicht, dass man krank ist.

    Solange er ein Auffangbecken hat und nichts ändern muss, weil Du es akzeptierst oder mit machst oder nach außen vertuschst, wird sich nichts ändern. Es kann ihn keiner retten! Er kann sich nur selbst retten.

    Und Du musst Dich auch retten. Denn auch Du bist inzwischen abhängig. Co-abhängig.
    Sollte er etwas ändern wollen und es auch tun, kannst Du Dir immer noch überlegen, ob Du ihn zurück haben willst oder weiter mit ihm leben möchtest. Aber erst dann – so, wie es jetzt aussieht, rate ich Dir dringlichst ein paar Worte an ihn “Entweder Du machst einen Entzug – oder Du musst alleine leben”.

    Will er nicht – solltest Du stark bleiben und ausziehen, damit Dir nichts Schlimmeres passiert.

    Liebe Grüße
    Ettena

    Liebe secrets,

    "…weil man weiß das hinter diesem alkoholisierten mensch ein liebenswerter mann steckt…"

    Auch ich habe das immer gedacht und gefühlt und wollte nicht los lassen.
    Mag sein – es wird sogar so sein, dass er AUCH ein liebenswürdiger Mensch sein kann oder ist.
    Und es ist sicherlich somit auch schwerer, ihn zu verlassen.
    Es gibt aber noch ganz viele Männer, die sind mindestens genauso liebenswürdig.
    Die machen Dich aber nicht fertig, weil sie krank und süchtig sind!

    Dahinter steckt in erster Linie, dass Du ihn Dir “netter” redest, damit Du Deine Abhängigkeit nicht aufgeben musst.
    Es geht nur sekundär um ihn. Primär will Deine Sucht nach Liebe gestillt sein. Er soll Dir beweisen, dass Du liebenswürdig bist.
    Dahinter steckt aber – weil man sich gerade so einen Mann sucht – dass man eigentlich den Beweis sucht, dass man nicht liebenswürdig ist,
    weil man ganz tief im Inneren nicht glauben kann, das man einfach so geliebt wird. Und so ein Mann wie er wird genau dieses Muster bedienen.

    Glaube mir, Du wirst geliebt! Glaube mir, Du bist liebenswürdig. Und glaube mir, es gibt ganz sicher noch einen Mann, bei dem Du NICHT um Liebe kämpfen musst. Du wirst ihn aber erst finden – oder er wird Dich finden, wenn Du Deinen Wert erkennst und Dich dafür liebst, WIE Du bist.

    Dein (Noch-)Freund tröstet sich mit Alkohol. In Wahrheit geht es Dir doch viel schlechter. Und? Hat er Mitleid mit Dir? Auch wenn…
    Höre auf, eine Beziehung auf Mitleid aufzubauen. Höre auf, seine Krankenschwester zu spielen. Du wirst auch nie seine Therapeutin sein können, weil Dir der Abstand fehlt. Du hilfst ihm auch nicht mit Hilfe! Im Gegenteil! So wird er nie etwas ändern. Ihm muss leider erst der A.... auf Grundeis gehen, bevor er vielleicht etwas unternehmen WILL. Du kannst ihm nur dadurch helfen, dass Du ihn die Verantwortung über sich selbst übergibst, indem Du ihn los lässt. Tue es aus Liebe – zu ihm – aber vor allem für Dich.

    Und schaue nicht dabei zu!! Quäle Dich nicht selbst. Gehe.
    So bitter das ist – entweder er schafft es irgendwann, oder er will nicht. Es ist einzig und alleine seine Entscheidung. Die musst Du akzeptieren!
    Nur Du gehst ganz sicher vor die Hunde, wenn Du nicht STOPP sagst.

    Alkoholiker sein heißt nicht, ein schlechter Mensch zu sein.
    Aber Alkoholiker zu sein bedeutet, EIN LEBEN LANG krank zu sein und mit der Sucht zu kämpfen – tagtäglich und immer mal wieder.
    Einige bleiben Jahre lang trocken und fangen wieder an, viele schaffen es nie raus und nur wenige schaffen es mit Hilfe einer AA-Gruppe, nie wieder zu trinken. Aber das ist ein langer Prozess und alle Beteiligten leben immer mit der Angst und mit der Widersprüchlichkeit und mit den Verletzungen und leiden oft mehr als der Betroffene.

    Willst Du dazu gehören??

    Liebe Grüße
    Ettena

    Liebe Dagmar,

    obwohl ich viele Bücher und Artikel gelesen habe – man kann den Trennungsschmerz nicht wegzaubern, leider, höchstens etwas lindern. Aber Du musst da durch und die Erfahrung machen, dass Du immer wieder in der Lage bist, Dich raus zu ziehen, damit Dir so etwas nicht mehr passiert. Das wird Deine große Aufgabe sein, dieses Muster peu à peu zu durchbrechen. Der Schmerz ist wichtig und heilsam. Er zeigt uns, dass wir etwas ändern müssen. Er ist der Gradmesser, wo wir gerade stehen. Wenn es nicht weh tun würde, würdest Du noch mehr aushalten, bis Du daran kaputt gehst.

    Sowie Du räumlich von ihm getrennt bist und ihn nicht mehr siehst und anhand dessen, das Du dabei bleibst, Dein Leben in den Griff zu bekommen, das wird Dir Stärke geben. Vorraussetzung: 0 Kontakt, weder schriftlich, noch mündlich und schon gar nicht persönlich!! Schaffe Dir so schnell als möglich erst einmal einen äußeren Abstand – der innere folgt. Ganz sicher!

    Suche Dir auch eine vertraute Person aus Deinem Freundeskreis oder Familie, die Dich dabei unterstützt.
    Mit der Du viel reden kannst. Eine Therapeutin ist schon mal sehr gut! Es gibt auch gute Selbsthilfegruppen für Co´s.
    Und hier im Forum gibst es eine Menge Berichte und Hilfe, die Dich stärken und Dir Deine restlichen Zweifel nehmen.

    So wie ich das lese, bist Du aber schon mal entschlossen dabei, Dich zu lösen, weil Du weißt, es gibt keinen anderen Weg. Gut so.

    Ich kenne das Problem: “Ich weiß, was ich tun muss, aber mein Gefühl…”
    Kopf und Gefühl hängen doch zusammen. Dem Gefühl geht auch ein Gedanke voraus.
    Die Sucht nach Liebe verzerrt das Bild und will Dir Glauben machen, dass Du ihn brauchst.
    So ist das mit Süchten. Egal, ob Alkohol, Zigaretten, Drogen oder Liebessucht.
    Es geht nicht von selbst weg. Voran geht Dein Tun, das Gefühl kommt nach. Stück für Stück.

    Liebe Grüße
    Ettena

    Liebe Dagmar,

    ich selbst habe auch in einer Hin- und Her- Beziehung mit einem Alkoholiker gelebt – abgesehen von den ständigen Realitätsverschiebungen ist das nur der Anfang vom Lied und Du wirst ihn nicht retten können. Und mit Liebe hat das auch nicht mehr viel zu tun. Je mehr Du versuchst, ihn zu kontrollieren und zu retten, umso mehr wird er sich zurück ziehen. Reue und Größenwahn, Verletzungen und Liebesgesäusel – mal so und mal so – und Du weißt bald nicht mehr, was Du glauben sollst. Alkohol verändert die Wahrnehmung und das Gefühlsleben. Er wird zwei Gesichter bekommen.

    Sei gewiss, er muss selbst erkennen, was mit ihm los ist. Und dann ist noch nicht sicher, ob er aufhören WILL! Und ob die Affäre nur mit dem Alkohol zu tun hat oder nicht, ist eine andere Sache. Tatsache ist jedenfalls, dass so ein Partner Dir nicht gut tut und Du kannst Dich entscheiden – ob Du lieber einmal heftig leidest und dann wieder kräftig aufatmen kannst oder viele weitere Jahre bis zur Selbstaufgabe eine unglückliche Beziehung zu retten versuchst und dabei Stück für Stück Deine Selbstachtung verlierst – Du hast die Wahl! Wer sich so verhält wie Dein Freund, ist weder verlässlich, noch glaube ich, dass er Dich so liebt, wie Du es brauchst. Ihr hattet bestimmt mal ein schöne Zeit, doch was jetzt folgt, erspare es Dir. Er mag Dich bestimmt noch gern haben, aber Liebe läuft anders – und wenn er obendrein auch noch ein Alkoholproblem hat, wird er eh mal so und mal so empfinden und Dir kein adäquater Partner sein können. Jedes weitere Jahr wird es Dir nur noch schwerer machen, von ihm los zu kommen – und wenn Du nicht aufpasst, bist Du zum Schluss völlig aufgebraucht und rutschst selber ab.

    Packe Deine Sachen und gehe. Wenn er noch nicht zu tief drin ist und Dich nicht verlieren möchte, kommt er vielleicht zur Besinnung. Vielleicht.
    Aber nur so! Ansonsten wird er so weiter machen. Und wenn Du Dich noch mal auf ihn einlassen und es mit ihm versuchen möchtest, dann NUR, wenn er eine Entziehungskur macht und sich therapeutische Hilfe und eine AA-Gruppe sucht. (AA= Anonyme Alkoholiker). Alleine schaffen es die wenigsten, aufzuhören. Glaube ihm nicht, wenn er einfach nur sagt, er trinke nicht mehr. Wenn er Einsicht hat und sich helfen lässt, dann besteht vielleicht noch eine Chance.

    Aber mal ganz ehrlich und unabhängig davon: Was willst Du mit einem Mann, dem Du nicht mehr vertrauen kannst? Der Die Verantwortung gegen eine Kiste Bier eintauscht? Der acht Jahre wegen eines Abenteuers aufs Spiel setzt? Willst Du ihm demnächst auch noch die Windeln wechseln oder sein Erbrochenes aufwischen? Wenn Du etwas Gutes tun willst – tue Dir gut! – Und ihm tust Du NICHT Unrecht, wenn Du ihn verlässt – sondern zeigst ihm, wo er steht und das er Verantwortung übernehmen muss.

    Du schaffst das auch. Du bist sehr stark!

    Liebe Grüße
    Ettena

    Es ist jetzt 1 1/2 Monate her…

    Mein meinem alkoholkranker Freund hatte mir nach drei Jahren eine Kurzreise für 3 Tage nach Barcelona spendiert.
    Unser erster Urlaub. Der Grund? Wohl auch, weil er zuvor wieder mal für zwei Wochen im Nirwana versank und nicht ans Telefon ging (wie schon oft und immer mal wieder). Öfters folgte dann eine Schlussmail von ihm. Dieses mal war´s anders:

    Es war sehr schön mit ihm in Barcelona. Entspannt, viel gelaufen und gesehen, er war zuckersüß. Er trank wie immer nicht in meiner Gegenwart (zuhause alleine schon) – ach ja, und er meinte, er würde jetzt gar nicht mehr trinken, seit zwei Wochen schon. Hmmm – komisch. Denn am letzten Tag morgens beim Frühstück bemerkte ich, wie weine Hände etwas zitterten. Ich glaubte ihm nicht, sagte aber nichts.

    Als wir wieder in Deutschland waren, blieb ich noch das Wochenende bei ihm. Kaum waren wir dort, war ich schon wieder Nebensache. Er saß schon morgens um 6:00 im abgedunkelten Raum am Rechner und war irgendwie in seiner ganz eigenen “Welt” – erst am späten Nachmittag bekam ich ihn da weg. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich zuviel war und er wurde zunehmend arroganter, gereizter, so von oben herab. Das kannte ich schon.
    Er brachte mich am Montag morgen zum Bahnhof und wir standen ein letztes mal eng umschlungen auf den Zug wartend. Da wusste ich noch nicht, das es das letzte mal war…

    In Berlin angekommen vergingen die Tage schnell, aber nicht schnell genug, um zu bemerken, das mein lieber Freund sich wieder mal die ganze Woche nicht meldete. Also rief ich am Freitag Abend an. Ich wusste, dass seine Kinder bei ihm sind und er da ist. Aber nur der AB. Ich bat um einen Rückruf. Nichts. Am nächsten Tag, mittags das gleiche. Komisch. Sein Handy war auch aus. Na nu? Ist er vielleicht mit seinen Mädels weg gefahren. Ich erkundigte mich bei seinen Eltern, die im gleichen Haus wohnen. Sein Vater meinte, er sei doch da und eine seiner Töchter stehe gerade neben ihm und will mich sprechen. Ich bat sie, ihrem Vater Bescheid zu geben, dass ich ihm schon seit Tagen versuche zu erreichen und er doch mal zurück rufen möge. Nee! Tat er auch jetzt nicht. Ich wartete bis in den Abend hinein und die Wut kroch in mir hoch. Mehr noch. Ich fühlte mich völlig ignoriert. Nicht mal eine kurze SMS.
    Das verstand ich nicht. Schon wieder der selbe “Gang” – das hielt ich nicht mehr aus und heulte mich die Augen wund.
    Was will der Kerl überhaupt?

    Am nächsten morgen, Sonntag, setzte ich mich an den Rechner und überlegte nicht lange.
    Ich schrieb ihm eine Mail – jetzt machte ich Schluss, zum ersten Mal traute ich mich, und setzte noch ein “endgültig!” dazu. Ich würde einen Mann brauchen, bei dem ich mich sicher und aufgehoben fühle, u.s.w. …

    So. Ich fühlte mich die erste Woche stark und autonom – die zweite kroch die Wut bis in die Haarspitzen hoch – die dritte, da kamen dann doch noch eine Menge Tränen und es fühlte sich an wie ein Entzug. Seelisch und körperlich war ich abhängig von ihm gewesen, wollte ihm immer alles Recht machen, sah mich fast nur noch durch seine Augen – und was ich da sah, gefiel mir nicht mehr. Das war doch nicht die Ettena, die starke, die sprudelnde, die fröhliche – nur noch die sensible, die ängstliche, die hysterische. Wie in einem Hamsterrad: Ich lief und lief und kam immer wieder zum Anfang – was zugleich auch das Ende ist, ja ja.

    Ich träume noch von ihm: Er ist weiter ablehnend und gibt mir die Schuld, das er nicht weiter kommt.
    In Wirklichkeit war er auch der Meinung. Kurios – das wäre mein “Text” gewesen.

    Ich habe mich nie mehr gemeldet und er sich auch nicht.
    Mir geht es gut und ich schaffe seit dem doppelt so viel, bin wieder fast die “Alte”
    Ab und zu kommen mir noch mal die Tränen.

    Eure Ettena

    Hallo an Euch,

    angesichts des guten Austausches und des unumgänglichen Augen-Öffnens dank Euch(!) habe ich schon mal einen Abschiedsbrief geschrieben. Jetzt muss ich mich auch trauen, den los zu schicken. Denn ich weiß, dann gibt es kein Zurück.

    Er macht es mir eignetlich einfach. Ich höre momentan kaum etwas von ihm, angeblich viel zu tun, Rechner kaputt ect. Aber so ist das bei uns immer gewesen. Mal ist er absolut präsent mit allem drum und dran – und dann plötzlich bin ich nur eine Randerscheinung bis weg gebeamt.

    Bisher habe ich mich krampfhaft von den paar schönen Tagen genährt und den Rest des Jahres gelitten, geweint, Sehnsucht gehabt und kein Land gesehen. Aber die Hoffnung ist gestorben, seitdem ich hier bei Euch bin. Und das ist der springende Punkt.

    Ich bin zwar schon 46 und weiß nicht, ob ich überhaupt mal eine erfüllte Beziehung leben werde. Aber so kann es eh nicht weitergehen. Es ist aussichtslos!

    Ich hoffe, das ich den Brief los schicke und drückt mir die Daumen, das ich nicht so tief falle und so lange leide. Davor habe ich am meisten Angst – vor mir selbst.

    Ich werde berichten…

    Eure Ettena

    Lieber Heinrich,

    wieso bist Du Dir so sicher, das mein Freund vorgetankt hat, wenn er mich besucht? Er fährt 700 km mit dem Auto zu mir, hat immer 2 – 3 Mitfahrer dabei. Ich glaube nicht, dass er das tun würde. Das Risiko ist zu groß.
    Wenn er ankommt, gehen wir meist etwas Essen und er trinkt ein Bier dazu, das stimmt. Eines aber nur. Ich schätze, er kann zumindest 3 Tage den Konsum kontrollieren. Jedoch er schwitzt viel (schon beim Essen), seine Hände zittern ein wenig. Ich glaube, dann beginnt der Entzug. Auch glaube ich, das (s)eine Sucht die andere ablöst, wenn er bei mir ist. Er kompensiert die Alkoholsucht dann mit Sexsucht und schafft es für die Zeit, nichts oder nur sehr wenig zu trinken. Doch das geht nur für kurze Zeit, man kann ja nicht dauernd und will auch nicht immer. Aber wie das in einer Fernebziehung so ist, für kurze Zeit funktioniert es.

    Was ich natürlich nie genau wissen kann, ist, ob er heimlich irgendwo ein Fläschchen vergraben hat. Jedoch in seiner Tasche und im Mantel ist nichts, wenn er kommt. Das weiß ich genau. Und er geht auch in der ganzen Zeit nicht allein zum Auto oder sonst wohin. Wir sind für 3 Tage ununterbrochen nebeneinander. Sein Schwitzen und Zittern verrät mir, dass er zumindest unterversorgt ist. Er ist, wenn Du so willst, zeitweilig ein kontrollierter Trinker. Ich habe ihn noch nie besoffen liefe erlebt – wie gesagt, nur am Telefon habe ich öfters die Vermutung, anhand seiner Wortwahl, dass er getrunken hat.

    Ich denke, wenn ich ihn mehrfach besoffen erlebt hätte, wer weiß, wie ich heute fühlen würde. Wahrscheinlich hätte ich mich dann schon längst getrennt. Jedoch, da es immer schön ist, wenn er hier ist, ist es so schwer, los zu lassen.

    Jedoch ich wäre nicht hier, wenn ich ahnen würde, was auf mich zukommt, wenn ich wirklich mit ihm zusammen leben würde. Ich bin hier, um mehr Informationen über diese Sucht zu erhalten. Möchte abgleichen mit Erlebnissen und Erfahrungen anderer. Vorbeugen zum Einen, zum anderen abwägen – aber zu guter letzt mich schützen lernen – und vielleicht auch trennen, wenn es keinen anderen Weg gibt. Aber wie gesagt, da ich seine Sucht nie in meinem Beisein erlebe, ist alles so theoretisch und wirkt so harmlos. Ich weiß aber vom Verstand, das das alles andere als harmlos bei hm ist. Nur wenn man es nie miterlebt, ist die Schmerzgrenze nie erreicht und es wabbert so vor sich hin.

    Was kann ich also tun, um noch realer vor Augen zu haben, wie es um ihn steht?
    Seit drei Jahren versuche ich ihn zu überzeugen, dass wir mal für ein paar Wochen in einer Wohnung zusammen leben, auf Probe. Da er auch wie ich zuhause am Computer arbeitet, wäre das theoretisch möglich. Doch praktisch kommt immer etwas dazwischen. Er hat oft seine Kinder oder ist beruflich gebunden oder oder… an einem Stück war es bisher nie möglich. Und seine Wohnung ist winzig. 1 1/2 Zimmer, 40 qm. Zu Viert geht gar nicht, leider. Er müsste demnach zu mir kommen, aber das geht ja auch nicht. Also bleibt es wie gehabt – alle 2 bis 3 Wochen ein Wochenende.
    Und ich rätsel weiter und mal mir alles Mögliche aus. Aber wie ist es wirklich? Wie wäre es wirklich?

    Also bleibt mir nur der Austausch hier, um zu erahnen, statt zu wissen.

    Woher hast Du Deine Erfahrungen?
    Würde mich freuen, wieder von Dir zu hören.

    Gruß
    Ettena

    Hallo an Euch…

    direkte und klare Worte ohne Schnörkel. Danke.
    Nun ist mir erst mal schlecht…

    Warum, warum ist ausgerechnet dieser Mann so grandios im Bett, so kreativ im Job, so gut riechend, viel küssend und so viel Umarmungen… das habe ich noch nie vorher gehabt und immer gewünscht und gesucht! Und nun komme ich nicht los.
    Ich bin verzweifelt!!
    Ist das nicht ein wenig verständlich?

    Ich weiß, dass er krank ist und wir nie eine "gesunde" Beziehung haben werden – aber wie schaffe ich es, meine Gefühle zu ihm abzustellen? Wie nur?! Mich von der Sucht nach ihm zu befreien.
    Ich habe die gleichen körperlichen Entzugs-Symptome wie er. Schon bei der Vorstellung des Verlassenwerdens zittern meine Hände und ich bekomme Schüttelfrost u.s.w... richtig Panik!

    Und so schiebe ich es vor mir her… wäge ab, wann und wie ich weniger leide… ob mit oder ohne ihn. Warte – auf meine Stärke, auf meine Grenze… aber wo ist sie? Ich spüre sie nicht. Doch ab und zu, ein wenig – manches mal auch mehr – aber immer noch nicht genug für ein eindeutiges "Nein" ohne Reue.

    Hilfe!! Ich habe mich nicht im Griff. Ich wusste nicht, dass ich so schwach bin. Ich bin doch sonst so stark und habe mich schon öfters aus der Tiefe gezogen wie Phönix aus der Asche und da versage ich gerade.
    Er schafft es immer wieder, mich im Bann zu halten. Bis jetzt… bis heute…

    Aber…
    ich hoffe, ich kann auch irgendwann klare Worte sprechen und sie auch fühlen.

    Bis bald
    Ettena

    Hallo Bonny,

    war jetzt länger nicht hier, da ich sehr viel gearbeitet habe.
    Danke für Deine Nachricht.

    Ich ertappe mich zwar immer mal wieder, wenn es länger gut läuft zwischen uns, das ich von einem Zusammenleben mit ihm träume. Jedoch habe ich auch eine Menge erlebt mit ihm in den drei Jahren und wohl ist mir nicht dabei, wenn dem plötzlich so wäre. Fakt ist: Er weiß, das er krank ist. Er hat zwei Entziehungen hinter sich und trinkt wieder. In meiner Gegenwart nur, wenn wir außerhalb Essen gehen. Aber alleine zuhause trinkt er deutlich mehr. Wenn wir zusammen leben würden, würde ich allles mit bekommen.
    Natürlich verändert er sich, wenn er getrunken hat. Er verliert jeglichen Respekt und Schamgefühl und die Zunge sitzt locker. Verletzende Äußerungen sind dann keine Seltenheit. Ich weiß, dass das gar nicht seine Absicht ist, aber er hat dann eben kein Gefühl dafür, was man seiner Freundin sagen kann und was nicht.
    Das passiert momentan nur über Telefon, wenn er halt zuhause allein ist und trinkt.

    Wenn er bei mir ist, ist er lieb und verhält sich normal. Das geht allerdings meistens nur drei Tage gut. Am dritten Tag kann es kippen und dann wird er gereitzt. Aber er bleibt meist eh nur drei Tage.

    Ich vermute, das er dann unter Strom steht und wieder mehr trinken möchte. Er behauptet, er habe viel zu tun und müsse dann wieder los.
    Da das auch stimmt, weiß ich bis heute natürlich nicht, wie es wäre, wenn wir mal zwei Wochen zusammen wären. Ich wollte schon mal für länger zu ihm kommen. Aber das ist nicht möglich. Er hat dann immer mal seine Kinder da und lebt in einer 1 1/2-Zimmer-Whg. Dann ist einfach kein Platz für uns alle.

    Ich bin zerissen. Zum einen würde ich gerne mal länger mit ihm zusammen sein, zum anderen habe ich Angst davor, das es dann eskaliert. Deshalb haue auch ich nach drei Tagen meist wieder ab.

    Meines Erachtens wird es eh in seiner Stadt wohnen bleiben.
    Seine Kinder leben da, seine Kunden leben da, finanziell kann er sich keine zwei Wohnungen leisten...

    ...und ich hätte in der Tat Skrupel, mit ihm zusammen zu ziehen.
    Also käme nur in Frage, das jeder von uns seine eigene Wohnung hat.
    Und ich traue mich auch nicht, runter zu ziehen und mir dort eine eigene Wohnung zu nehmen. Für mich würde das nur Sinn machen, wenn wir auch zusammen leben könnten.

    Es wird somit eine Fernbeziehung bleiben, solange ich es eben aushalte.
    Ich bin inzwischen 46, war nie verheiratet und habe auch nie mit einem Mann zusammen gelebt. Doch Alleine-Leben bin ich gewohnt – aber gewollt ist es schon lange nicht mehr. Ich arbeite auch zuhause, bin also rund um die Uhr alleine dort. Manches mal ist das wie Einzelhaft und macht depressiv. Der Wunsch nach Gemeinsamkeit ist verdammt hoch.

    Ich könnte mich ja nach einem neuen Mann umschauen.
    Aber mein Herz ist belegt und er und ich haben so viel Gemeinsamkeiten
    und sind uns mental sehr ähnlich. Das ist verdammt schwer, so etwas noch mal zu finden. Und verlieben tut man ich auch nicht so leicht.

    Ich weiß, dass die Qual wohl erst so groß sein muss, bevor man sich trennt. Ich gehöre zu denen, die verdammt viel aushalten. Eine Portion Masochismus gehört wohl dazu. Ich habe jedoch im Vergleich zu den meisten hier weniger zu ertragen, da es eben so ist, wie beschrieben.
    Deshalb bin ich wohl noch dran an ihm.

    Wie gesagt, ich vermisse hier ein wenig den Austausch mit anderen, die in der gleichen Situation sind, ebenso eine Fernbeziehung mit einem Alkoholiker haben.

    Liebe Grüße
    Ettena