Liebe Lavendel,
bin Deinem persönlichen Link gefolgt und erst einmal bis Seite 4 gekommen, dann ist die Site zusammengebrochen. Ich lese weiter… es ist wirklich immer das gleiche, kaum zu fassen!
Muss mir erst einmal etwas zu Essen machen. Ich sitze jetzt schon seit heute mittag ununterbrochen hier. Komme nicht los. Ein Licht nach dem anderen. Auch bei Dir möchte ich mich bedanken dafür, vor allem, das Du beide Seiten verstehst. Man kann mir ruhig klare Worte sagen, aber ich verstehe sie momentan einfach noch besser, wenn man sie auch erklärt.
Ich bin erst einmal geschafft, mein Freund hat, warum auch immer, sich mal wieder drei Tage nicht gemeldet. Er hatte es schon am Freitag angedeutet, ich würde ihn telefonisch nicht erreichen können, weil er viel und auswärts arbeite. So ein Quatsch. Er hat ein Handy. Und sonst auch mal kurz zwischendurch ein "Hallo" rüber geworfen. Er flüchtet. Vor Fragen. Vor Antwort geben müssen. Vielleicht Absturz?
Ich habe in meiner letzten Mail an ihn geschrieben, dass ich unsere Situation klären möchte und den Alkohl verantwortlich mache (So ein Quatsch – was kann die Flasche dafür, wenn sie von ihm getrunken wird), na ja, was man dann halt so schreibt in seiner Übervorsicht, damit er weiterliest. Und was unsere Streitereien anbetrifft, uns ein paar Beratungen bei einem Therapeuten vorgeschlagen. Er sagte, das bekommen wir auch alleine hin.
Natürlich Quatsch, was ich machte. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich, dass der Therapeut ihm ins Gewissen redet, damit er aufhört. Was unsere Streitereien betreffen – ich habe die Erfahrung gemacht, dass er auch, als er ein Jahr trocken war, noch widersprüchlich und verletzend war. Also wird er entweder immer so gewesen sein oder der Alkohl (er trinkt seit seit 28 Jahren) hat ihn dauerhaft verändert.
Ich würde ihm wirklich wünschen, dass er konsequent aufhören kann, für immer – sonst geht er irgendwann kaputt und sein Hirn ist weich. Ganz abgesehen von seinen Kindern und überhaupt allen, die ihn lieben und mitleiden (…würden, wenn sie es wissen würden). Ich soll nichts sagen und ihn verpetzen, dass er wieder angefangen hat.
Was meinst Du? Ist es ratsam, den Kindern (zwei Töchter: 13 und 17) davon zu erzählen?
Für die bricht doch eine Welt zusammen. In ihrer Gegenwart trinkt er nicht, wenn sie bei ihm sind und sie fühlen sich wohl mit ihm und suche nständig seine Nähe.
Oder den alten Eltern (beide 83), bei denen er im Hause lebt – die kippen doch tot um und können das eh nicht mehr begreifen.
Nein, das kann ich nicht! Das müsste er schon selber machen, was ja gleichbedeutend wäre mit einem neuen Entzug. Ich werde noch einmal auf ihn einreden, egal ob er stinkwütend ist.
Ob er mir ein Ohr gewährt, das ist eine andere Sache. Es wäre sonst unverantwortlich.
Bis bald
Ettena
ps: Ich werde morgen weiter lesen, bin völlig erschöpft – aber schon gespannt.