Beiträge von Ettena

    Ich würde mich gerne austauschen mit betroffenen Co-Abhängigen, die wie ich eine Fernbeziehung mit einem Alkoholiker (oder einer Alkoholikerin) haben.

    Ich habe mit meinem ersten Beitrag Argwohn ausgelöst, was ich verstehen kann. Denn wer mit einem Alkoholiker zusammen lebt, erlebt in der Tat ständig sein "blaues" Wunder und es ist natürlich nicht zu vergleichen und wesentlich schlimmer zu ertragen als mein Schicksal, wo ich meinen Freund doch nur jedes zweite Wochenende sehe.

    Doch auch ich habe Kummer und möchte verstanden werden.

    Wer ist hier in einer gleichen oder ähnlicher Situation und möchte sich austauschen mit mir?


    Ettena


    ps: Markus, wie geht es Dir gerade?

    Hallo Markus, Lavendel, Bärbel und alle anderen…

    nun hatte ich mehrere Tage damit verbracht, über meine Beziehung nachzudenken und dank Euch viele Ratschläge und Informationen erhalten. Mein Kopf war zum Bersten voll, meine Gefühle eher Trauer als Hoffnung. Es waren drei intensive Tage und Nächte mit Euch.
    Das Ganze wurde abgerundet mit einem Anruf von ihm.

    Ich habe es immerhin geschafft, ihm zu sagen, dass ich keine Zukunft für uns sehe, solange er trinkt. Innerlich weiß ich aber auch, das, selbst wenn er erst einmal aufhört, übermorgen vielleicht wieder anfängt. So ist es doch sehr oft. Ein Hin und Her. Mal oben – mal unten.
    Wenn ich ihn auch nie betrunken erlebt habe, so doch zumindest seine Gemütsschwankungen, Depressionen und Widersprüche.
    Letztendlich ist es nicht nur der Alkohol, der unsere Beziehung so schwierig bis fast unmöglich macht. Da kommt eins zum anderen.

    So, nun habe ich die Tage völlig meine Arbeit vernachlässigt und muss jetzt erst einmal aufholen.

    "Ich bin dann mal weg" javascript:emoticon('8)')
    Komme aber wieder…

    Liebe Grüße an Euch
    Ettena

    Liebe Lavendel,

    bin Deinem persönlichen Link gefolgt und erst einmal bis Seite 4 gekommen, dann ist die Site zusammengebrochen. Ich lese weiter… es ist wirklich immer das gleiche, kaum zu fassen!

    Muss mir erst einmal etwas zu Essen machen. Ich sitze jetzt schon seit heute mittag ununterbrochen hier. Komme nicht los. Ein Licht nach dem anderen. Auch bei Dir möchte ich mich bedanken dafür, vor allem, das Du beide Seiten verstehst. Man kann mir ruhig klare Worte sagen, aber ich verstehe sie momentan einfach noch besser, wenn man sie auch erklärt.

    Ich bin erst einmal geschafft, mein Freund hat, warum auch immer, sich mal wieder drei Tage nicht gemeldet. Er hatte es schon am Freitag angedeutet, ich würde ihn telefonisch nicht erreichen können, weil er viel und auswärts arbeite. So ein Quatsch. Er hat ein Handy. Und sonst auch mal kurz zwischendurch ein "Hallo" rüber geworfen. Er flüchtet. Vor Fragen. Vor Antwort geben müssen. Vielleicht Absturz?

    Ich habe in meiner letzten Mail an ihn geschrieben, dass ich unsere Situation klären möchte und den Alkohl verantwortlich mache (So ein Quatsch – was kann die Flasche dafür, wenn sie von ihm getrunken wird), na ja, was man dann halt so schreibt in seiner Übervorsicht, damit er weiterliest. Und was unsere Streitereien anbetrifft, uns ein paar Beratungen bei einem Therapeuten vorgeschlagen. Er sagte, das bekommen wir auch alleine hin.

    Natürlich Quatsch, was ich machte. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich, dass der Therapeut ihm ins Gewissen redet, damit er aufhört. Was unsere Streitereien betreffen – ich habe die Erfahrung gemacht, dass er auch, als er ein Jahr trocken war, noch widersprüchlich und verletzend war. Also wird er entweder immer so gewesen sein oder der Alkohl (er trinkt seit seit 28 Jahren) hat ihn dauerhaft verändert.

    Ich würde ihm wirklich wünschen, dass er konsequent aufhören kann, für immer – sonst geht er irgendwann kaputt und sein Hirn ist weich. Ganz abgesehen von seinen Kindern und überhaupt allen, die ihn lieben und mitleiden (…würden, wenn sie es wissen würden). Ich soll nichts sagen und ihn verpetzen, dass er wieder angefangen hat.

    Was meinst Du? Ist es ratsam, den Kindern (zwei Töchter: 13 und 17) davon zu erzählen?
    Für die bricht doch eine Welt zusammen. In ihrer Gegenwart trinkt er nicht, wenn sie bei ihm sind und sie fühlen sich wohl mit ihm und suche nständig seine Nähe.
    Oder den alten Eltern (beide 83), bei denen er im Hause lebt – die kippen doch tot um und können das eh nicht mehr begreifen.

    Nein, das kann ich nicht! Das müsste er schon selber machen, was ja gleichbedeutend wäre mit einem neuen Entzug. Ich werde noch einmal auf ihn einreden, egal ob er stinkwütend ist.
    Ob er mir ein Ohr gewährt, das ist eine andere Sache. Es wäre sonst unverantwortlich.

    Bis bald
    Ettena

    ps: Ich werde morgen weiter lesen, bin völlig erschöpft – aber schon gespannt.

    Lieber Markus,

    ich danke Dir und es hat mir sehr gut getan, wei offen Du schreibst und ich bekam eine Gänsehaut. Ich habe heute nichts zustande gebracht und fühlte mich schon völlig ausgegrenzt und unverstanden. Und nur wenig Antworten haben wenigstens ein klitzekleines Verständnis aufgezeigt. Vielleicht bin ich ein besonders hartnäckiger Fall. Um so mehr erfreut es mich, das Du meinen Hilferuf verstanden hast und auch meine Ausdrucksweise.

    Meine Noch-Fernbeziehung lebt 750 km weit weg und wir sehen uns seit 3 Jahren ung. an jedem 2.–3. WE. Meistens kommt er – mit seinem Auto! (Mir ist nie wohl dabei).
    Zwei Tage sind göttlich schön (Ja - ist nun mal so) – am dritten wird es kritisch. Da steht er deutlich unter Strom.
    Ich weiß – das ich für die paar Tage im Jahr den Rest aushalte – ich will aber raus, glaube mir. Weil das Warten, Hoffen und meist doch Alleine sein nicht erträglich ist auf Dauer.

    Ach Markus, ich könnte nur noch heulen, ich hatte mir immer so einen Mann gewünscht wie ihn (Natürlich nicht mit dieser Krankheit). Glaube mir, er ist liebenswert, charmant, kann stundenlang zuhören, es vergeht keine Stunde, wo er mich nicht zumindest in den Arm nimmt, küsst oder permanent das Händchen hält… das hatte ich noch nie! Dann macht er beruflich das Gleiche wie ich, Austausch möglich, wie lieben exakt die gleiche Musik und Kunst und und und… verstehst Du, wie bitter sich das anfühlt? Ja – ich weiß – Du verstehst.

    Was ja nicht heißt, dass mir bewusst ist, das ich mich trennen muss, weil wir keine Zukunft haben werden. Selbst wenn er morgen aufhört zu trinken. Er war 2006 völlig trocken… und trotzdem… gerade in der Zeit hat er mehrfach Schluss gemacht, weil er mit mir angeblich nicht weiter käme.
    Nein, nein, nein – er hat nicht nur gute – sondern auch sehr verletzende Phasen.
    Jetzt, wo ich gerade daran denke, bekomme ich Wut. Er ist halt unberechenbar. Von einer Sekunde zur nächsten ist er wie verwandelt. Auch im nüchternen Zustand! Und ich habe, glaube ich verdrängt, das er in seinem "trockenen" Jahr auch genauso verletzend – ja sogar etwas unterkühlter war.
    Er ist ein lebender Widerspruch. Egal – ob nüchtern oder betrunken.
    Wahrscheinlich hat seine Krankheit sein Wesen schon so verändert.

    Im Eifer um seine Liebe war ich bereit, alles für ihn zu tun, was ich kann.
    Glaube mir, wenn dieser Mann vor Dir steht, er ist ein Sympath.
    Aber was soll´s. Mehr Leid als Freud kann nicht mein Motto sein.

    Mal sehen, wann auch ich endlich die Kraft habe, aufzuhören.
    Ich zittere gerade am ganzen Körper bei der Vorstellung.
    Ich habe halt auch eine Sucht, von der ich mich befreien muss: Ich bin liebessüchtig.
    Und dann tut man auch alles, um an diesen "Stoff" zu kommen.
    Es ist somit kein Wunder, das er mir und ich ihm begegnete. Unsere Muster zogen sich an.

    Ich hoffe, das ich mich irgendwann für einen "gesunden" Mann begeistern kann.

    Alles Gute, bis bald. Danke nochmal und ich hoffe, auch bald "stärkeres" berichten zu können. Ich habe mich sehr über Dein Feetback gefreut.

    Ettena

    Liebe Ette,

    Du bist eine starke und weise Frau. Verstecke Ratschläge sind aber auch Ratschläge. Und Du hast mir doch gerade Ratschläge erteilt. Deine verbalen "Backpfeifen" tun übrigends ähnliches. Ist jedoch noch unvorteilhafter. Weil sie nicht selbsterklärend sind, sondern nur klein machen. Dennoch solltest auch Du vorsichtig sein. Du kannst Deinen Mann "Alki" nennen, er soll sich selber wehren – Du scheinst ihn inzwischen sehr zu hassen, weil Du ihn so klein machen musst.
    Doch mich hoffentlich nicht. Mich kennst Du nicht.

    Besser ist immer Respekt und nie von oben. Es geht auch anders.

    "Wir haben nie gelernt, wenn wir zu Stein geworden sind. Sondern sollten uns trotz und gerade das Beste in uns bewahren: Unsere Kraft in unserer Liebe und Güte. Sonst haben wir aus dieser Erfahrung nur Selbstschutz antrainiert, anderes dafür aber geopfert."

    Wenn ich meinen Freund verlasse, dann hoffe ich, dass ich es noch in Liebe tun kann – wenn ich nicht zulange warte…

    Gruß
    Ettena

    Liebe Reva,

    das tut gut, dass es hier auch Menschen gibt wie Dich, die sich hineinfühlen können und wollen.

    Ja, es ist super bitter, sich eingestehen zu müssen, dass die Mechanismen und Verhaltensmuster bei einem alkoholkranken Menschen widersprüchlich und wahrscheinlich nie wirklich von mir nachvollziehbar sein werden.

    Ich war furchtbar in Not, als ich vor zwei Tagen hier eintrat und suchte einen Strohhalm. Aber wie das so ist im Leben: Hilf Dir selbst.
    Doch Du kennst das vielleicht auch. In diesen dramatisch empfundenen Momenten konnte ich nicht mehr rationell oder intelligent reagieren und mich schon gar nicht wehren – hier z.B. Auch hier, wie ich erst einmal erfahren durfte.
    Schade, dass einige hier wahrscheinlich vergessen haben, dass sie auch irgendwann das erste mal damit konfrontiert wurden.
    Aber vielleicht wird man irgendwann so, wenn man nicht aufpasst und zu lange darin verweilt.

    Mir ist inzwischen schon klar oder besser gesagt ich vermute, dass die Exfrau meines Freundes ganz sicher kein Monster war.
    Ich habe sie kennen gelernt und man sieht ihr auch die Strapazen an. Sie ist inzwischen etwa hart nach außen wirkend – ist ja auch verständlich.
    Da mein Freund super charmant ist – würde am ehr ihm glauben.


    Ich habe gestern einen Artikel im Internet gefunden, wo das Thema behandelt wird:

    edit.speedy53// auch wenn der Artikel den Nagel auf den Kopf trifft, so dürfen doch keine Zitate von fremden Internetseiten kopiert werden.
    Ich habe diesen Teil Deines Beitrages deshalb editiert!

    Noch mal, dieser Artikel stammt nicht von mir! Also, falls jetzt wieder sauer auf mich wird.

    Nun ich möchte nicht auch Gefahr laufen, zu verallgemeinern, denn wie bei allen Krankheiten sind auch die Menschen dahinter unterschiedlich. Doch es wäre zumindest eine plausible Erklärung, weil auch ich schon Ansätze davon erfahren habe und selbst aufpassen muss, das ich mich nicht verantwortlich machen lasse oder selbst mache. Meine Übervorsicht ist ein Teil davon.

    Ich denke, dass ich in der kurzen Zeit schon ganz schön weit bin und bin stolz auf mich.
    Wie ich morgen fühle, weiß ich noch nicht. Es wird bestimmt noch einige Einbrüche geben müssen, bis ich konstruktiver handeln kann.
    Aber ich werde.

    Liebe Grüße an Dich.
    Du bist stark.
    Ettena

    Lieber Markus,

    ich hätte tatsächlich gerne besseres zu tun, als mich hier permanent gegen Überheblichkeiten wehren zu müssen. Deine erste Mail gefiehl mir besser… war netter.

    Keiner von uns kennt den anderen und kann sich somit kein wirkliches Bild vom anderen machen. Und es geht ganz sicher auch nicht darum, wer inzwischen besser Bescheid weiß oder nicht. Sondern JEDER! hat hier das Recht, Fragen zu stellen und in seine Not kund zu tun. Ratschläge sind gerne willkommen – doch leider lese ich auch aus Deinem Anschreiben eine gewisse Überheblichkeit. Muss doch nicht sein, oder?

    Ich habe auch schon einiegs gelesen, bevor ich einstieg. Sonst wäre ich hier nicht eingestiegen. Doch meine Art der Beziehung (Fernbeziehung mit einem Alkoholiker), da habe ich leider noch keinen Austrausch mit einer ähnlichen Erfahrung machen können. Kommt vielleicht noch, hoffe ich zumindest (Bis dahin muss ich mir wohl noch einiges anhöhren… oh je
    :roll: )


    Bald ist Frühling… (es wird schon langsam wärmer…)
    Ettena

    Liebe Mitglieder…

    ich möchte jetzt mal etwas loswerden:
    Ich bin erst seit ein paar Tagen hier und vielleicht habe ich mich das letzte mal unglücklich ausgedrückt, doch ich habe niemanden verletzten wollen. Falls es doch passierte, entschuldige ich mich!

    Doch ich glaube nicht, das es uns gerade hilft, wenn wir auf Überheblichkeiten und Abwertungen stoßen. Und so möchte ich auch nicht agieren.

    Ich habe mir hier Hilfe erhofft. Deshalb bin ich hier – sind wir alle hier, oder nicht? Und ich hoffe auch, dass ich eines Tages auch meine Erfahrungen helfend weiter geben kann – aber dann will ich es mit mit Respekt tun!

    Co-abhängig heißt noch lange nicht, dass wir klein und schwach sind. Im Gegenteil: Wir sind so stark, das wir sogar das Leid meist viel zu lange aushalten und über unsere Grenzen gehen. Und dieses Forum könnte dazu beitragen, das wir diese Stärke positiv "für Uns" umsetzen lernen.

    Eine Masochistin (Ich wurde beinahe hier als solche tituliert) jedoch ist jemand, die das bewusst tut, weil sie es braucht.
    Und wenn dem so wäre, so sind auch diese Menschen liebenswert und genauso wert zu schätzen.
    Ich glaube jedoch, wer das für sich erkannt hat, sucht sich, insofern er das ändern möchte, woanders Hilfe als hier.

    Noch, denke ich, habe ich nicht das Gefühl, dass ich eine Masochistin bin,
    nur weil ich mich hier erst einmal informieren möchte und das erste mal einen Alkoholiker kennen und lieben gelernt habe.
    Auch wenn er diese Krankheit hat, dass ist schlimm genug für ihn, hat er dennoch auch ein Anrecht auf Respekt und Wertschätzung. Auch wenn ich nicht mit ihm leben kann, so distanziere ich mich, um mich zu schützen, will ihn aber nicht auch noch verantwortlich machen für mein Leid, weil er jetzt nicht der "Glücksprinz" ist, den ich mir so sehr wünsche.
    Er wäre es bestimmt gerne… wenn er könnte.

    Ich möchte, das wir gut mit einander umgehen.
    Sonst macht das hier keinen Sinn.

    Viel Kraft an uns alle
    Ettena

    Liebe Ette,

    nun dachte ich gerade – ein Lichtblick, sollte mich da doch noch jemand verstanden haben?
    Nun, zumindest bekomme ich Ratschläge und darüber werde ich nachdenken. Vielen lieben Dank, Ette

    Nun, dass das etwas mit Masochismus zu tun hat, wie Du sagst, das kann schon so sein, sitze ich damit nicht allein im Boot? – Deswegen bin ich ja hier! Oder warum bis Du hier? Nur, um anderen gute Ratschläge zu geben? Ich denke mal, das wir Co-Abhängige sind, sagt doch aus, was los ist, oder nicht?
    Und ich wäre nicht hier, wenn nicht AUCH ICH aus dieser seelischen Abhängigkeit rauskommen möchte.

    Du bist wohl nun schon weiter – ich fange nun mal erst an.

    Liebe Grüße
    Ettena

    Liebe Ingane, liebe summerdream

    erst einmal musste ich schlucken – nun habe ich das Gefühl, dass statt Verständnis ich eher ein Blitzableiter für Eure Wut bin und ich hier nun auf der Anklagebank sitze, wo vielleicht jemand anderer hin gehört?

    Jeder hier hat ein anderes Schicksal und andere Erfahrungen gemacht und für jeden ist sein eigenes Leid schlimm und nicht immer vergleichbar.
    In dieser Position verstehe ich, das ihr meinen Kummer nicht verstehen könnt – oder wollt?

    "Auf was für abstruse Ideen ich plötzlich komme, weil ich mir diese Krankheit weg wünsche…" gerade doch dieser letzte Satz von mir zeigt auf, dass ich auch völlig verzweifelt bin.

    Ich habe einfach nur Angst, meinem Freund, den ich über alles liebe, Unrecht zu tun. Das liegt daran, dass er nach seiner Therapie nun behauptet, dass er vielleicht gar nicht an Alkoholismuss erkrankt sei, sondern seine damalige Ehefrau ihm das eingeredet hat.

    Und nun muss und möchte ich mich jedoch nicht trügen lassen und suche tatsächlich nach "Indizien". Was ist denn so schlimm daran? Ist das denn nicht verständlich? Ich in meiner Lage würde mir doch nichts sehnlicher wünschen, als das er tatsächlich diese Krankheit nicht hat.

    Ansonsten weiß ich, dass ich keine Zukunft mit ihm habe. Und bei der Vorstellung… ich könnte nur heulen und bekomme zur Zeit nichts richtig hin.

    Aber wahrscheinlich bin ich hier auch falsch uund werde Karsten bitten, mich hier zu löschen.

    Danke an Euch
    Ettena

    ps: Danke lieber Markus für die Hilfe. Ich komme der Realität ein Stück näher.

    Wer kennt ein nettes und gemütliches alkohlfreies Lokal in Düsseldorf oder Berlin? Rauchfrei ist nun vieles. Aber "alkohlfrei" muss beachtlich aufholen.

    Ich fände es toll, wenn auch trockene Alkoholiker mit ihren Liebsten nett ausgehen können. Ich möchte mit meinem Freund auch nett Essen gehen können – einfach ausgehen können. Ich brauche keinen Alkohl, aber nette Lokalitäten wünschen wir uns beide.

    Ettena

    Nun sitze ich wieder am Rechner und lese und lese und befasse mich mit seinem Leid. Suche nach Antworten – ob es wirklich aussichtlos ist, mit meinem alkohlkranken Freund eine gemeinsame Zukunft zu haben.

    Ich möchte noch mehr über diese Krankheit erfahren. Zumindest ist es so, dass es auch dort verschiedenste Muster gibt.

    Da mein Freund in einer anderen Stadt wohnt, erlebe ich persönlich nie mit, wenn er sich abends betrinkt. Die Telefonate sind dann allerdings anders. Da vergreift er sich schon öfters im Tonfall oder gibt verletzende Äußerungen von sich. Aber lallt nie und besoffen wirkt er auch nicht. Oft habe ich aber nach solchen Gesprächen erst einmal geweint, weil ich das Gefühl habe, das ist nicht der liebe und reife Mann, den ich kenne.

    Es würde mir bei meiner Entscheidung, ob ich weiter mache oder nicht, helfen, wenn ich wenigstens einmal die Erfahrung machen könnte, leibhaftig dabei zu sein, wenn er sich betrinkt. Dann hätte ich Gewisseheit darüber, wie es mit ihm ist und ob ich das wirklich will und aushalten kann. Das würde mir die Augen öffnen. Aber er trinkt nicht viel in meiner Gegenwart. So werde ich es wohl nicht erfahren.

    So ist es mehr oder weniger eine Fiktion und ich halte mich nach wie vor an der Hoffnung fest, dass sein Alkohlkonsum harmloser ist (?) – und er vielleicht nur ein eingebildeter Alkoholiker ist (trotz zweier Entziehungskuren, AA-Gruppe und Therapie). Ein Jahr war er trocken – jetzt trinkt er wieder – aber wieviel wirklich? Er sagt mir nicht wirklich klar und deutlich, wieviel er trinkt. Mal trinke er eine Flasche Campari, mal ist es nur eine Flasche Wein, aber genau könne er mir das im Nachhinein nicht genau sagen und jeden Abend sei es auch nicht.

    Ich will Beweise für seine Sucht! Ich glaube es erst dann richtig, wenn ich es sehe und miterlebe.
    Auf was für abstruse Ideen ich plötzlich komme, weil ich mir diese Krankheit weg wünsche…

    Und jetzt……?
    Ettena

    Hallo an Euch,

    ich führe seit drei Jahren eine Fernbeziehung mit einem Alkoholiker.
    Als ich ihn kennen lernte, hatte ihn gerade seine Ehefrau vor die Tür gesetzt, er hatte beruflich fast alles verloren und eine Entziehungskur hinter sich – aber trotzdem weiter getrunken, da er im "Loch" war, wie er meinte.
    Damals glaubte ich noch, ihn retten zu können mit Liebe, Fürsorge und Geduld.
    Dann war er tatsächlich ein Jahr trocken – aber nun trinkt er wieder seit einem Jahr und unsere Zukunftspläne scheinen Illusion zu sein.

    Er besucht mich immer nur für max. drei Tage - mehr war es fast nie.
    Den Vorschlag meinerseits, dass wir in der einen oder anderen Wohnung mal einen Monat Probe-Zusammen-Leben löste bei ihm eher Unbehagen aus und er fand immer neue Gründe, warum das nicht geht.
    Er meinte sogar, dass er diese Probe gar nicht bräuchte, da er durch unsere gemeinsamen Wochenenden schon genug weiß, wie es sich mit mir anfühlt.

    Aber ich nicht.

    Er trinkt nur alleine zuhause. Da schüttet er sich angeblich öfters zu.
    In meiner Gegenwart würde er das nie machen – was soviel heißen würde wie: Wenn wir eines Tages zusammen leben – ist er nüchtern oder trinkt im Keller?

    Also: Ich vermute, dass er nie mit mir zusammen zieht. Sonst müsste er seine Sucht doch total ausblenden – nein – aufgeben! Aber genau das will er zur Zeit nicht. Warum hält er mich dann hin?

    Er glaubt momentan wieder, dass er seine Sucht einigermaßen unter Kontrolle hat. Und da er tatsächlich morgens fit zur Arbeit geht, das eine Wochenende seine Töchter da hat und das andere bei mir ist – und nur abends, wenn er alleine ist, trinkt – empfindet er kein Problem.

    Ich schon! Er wird zunehmen gereizter und verletzend in seinen Ausdrücken – und Bagatellen werden dramatisiert. Ich finde sogar, dass er einen Kontrollzwang hat – er schwitzt viel und ab und zu zittern seine Hände – nur viel Sex und am Rechner sitzen können ihn dann beruhigen. Anders kann er auch nicht einschlafen, wenn er bei mir ist.
    Ich habe immer Angst, das es wegen einer Kleinigkeit wieder eskaliert.

    Meine Frage an Euch. Kann es sein, das er so gereizt ist, weil er unterversorgt und latent auf Entzug ist oder eher, weil er heimlich trinkt?

    Liebe Grüße
    Ettena

    Liebe Ette,

    für Dich ist diese Erfahrung nun ein Teil Deiner Vergangenheit. Ich selbst weiß, dass erst mit einem gefühlten Abstand man viel klarer sehen und denken kann.

    Da bin ich leider noch nicht. Aber ich denke seit ung. einem Monat an Trennung von meinem geliebten "Alki" und wie ich es am besten hin bekomme. Ich gebe offen zu, ich habe am meisten Angst davor, dass ich wieder so leide wie nach der Trennung von meiner letzten Liebe (kein Alkoholiker). Das waren zwei schwierige Jahre. Ich hatte permanent Durchfall und habe nur noch funktioniert und hatte Alpträume. Ich möchte nie wieder so eine Zeit durchmachen – und auch wenn es sich dumm anhört, glaube ich wahrscheinlich, dass das Laufen im Hamsterrad und diese "Illusion" erträglicher ist als das Leiden danach. Das ist eigentlich meine größte Angst – ja schon Panik!!

    Alleine sein bin ich gewöhnt. Ich habe noch nie mit einem Mann zusammen gelebt und war finaziell noch nie abhängig. Doch emotional immer. Auch jetzt in meiner Fernbeziehung seit drei Jahren bin ich meistens alleine. Aber – emotional sehr stark gebunden. Ich "zehre" von den WE (alle 2–3 Wochen) und den fast täglichen Telefonaten. Es ist also weniger eine "gelebte" Beziehung – sondern… tja was ist es denn – ehrlich gesagt auch ein Warten und hoffen und es fällt mir ungemein schwer auszusprechen, das es auch wohl eine Illusion ist. Puhhh!

    Ja, ich habe die ganze Zeit gehofft, dass wir eigentlich schon längst zusammen wohen und leben. Er will angeblich auch, aber müsste noch besser verdienen, sagt er. Und so zieht sich das hin und hin…

    Aber selbt wenn er plötzlich genug verdient – ich kann doch nicht mit einem Alkoholiker leben. Das ist doch wie auf einer Bombe leben.

    Weißt Du, das Dumme ist, da ich ihn zu selten sehe und er in meiner Gegenwart immer nüchtern ist, ist das alles so fiktiv. Er trinkt allein zu Hause. Ich bin nie dabei und habe ich nie betrunken erlebt. Vielleicht wäre das heilsam.

    Was kann ich tun, um in meinem Entschluß, mich zu trennen noch sicherer zu werden?

    Würde mich über eine Antwort freuen
    Ettena