Nochmals Hallo Zusammen,
so dann haben wir das schon mal erledigt 
Mein erster Kontakt ist jetzt also schon fast einen Monat her. In der Zwischenzeit habe ich viel bei euch gelesen. Echt ein super Forum auch wenn ich bisher nur gelesen habe.
Jetzt sitze ich hier mit meinem Kaffee und überlege was in dem letzten Monat so passiert ist.
Es ist einiges passiert aber dennoch zu wenig. Mal schnell ne Aufstellung machen:
*Seit dem 14.12.07 immer noch keinen Alkohol getrunken und bisher auch keinen Saufdruck gehabt
*Wohne in der Woche immer noch bei meinen Eltern und am Wochenende bei meinem Bruder
*Richtig krankenversichert bin ich immer noch nicht, da ich mit den Hartz IV Antrag immer noch nicht abgeben konnte
*Immer noch kein Geld in der Tasche da ich den Hartz IV Antrag immer noch nicht abgeben konnte
*Ich gehe in der Woche täglich 3-4 Stunde spazieren und habe mittlerweile 10kg abgenommen
*Ich sollte dringend weniger Kaffee und mehr Wasser trinken 
Das ich seit über 7 Wochen keinen Alkohol mehr getrunken habe macht mich schon stolz; endlich mal wieder. Mich irritiert nur das ich keinen Saufdruck habe. Ich denke natürlich viel über Alkohol nach und dann meldet sich der "Teufel" schon mal zu Wort.
Als ich mir noch nicht so sicher war (das war auch Anfang noch Januar so) das der Alkohol mein einziges Problem ist und der Rest: Depressionen, Angst- und Panikattacken einzig und alleine dem Zweck dienten, dass ich trinken kann (Entschuldigung vor mir selbst) war der "Teufel" sehr redselig. Dies wurde mir interessanter Weise schon beim bisherher einzigen Besuch einer SHG im September 06 gesagt: Mit den Depressionen sei das so eine Sache bei Alkoholikern. Sie können genau dem o.g. Zweck dienen. Damals habe ich das für mich abgelehnt... nein nein dachte ich... ich bin eine ganz arme Sau und bin der krankeste Mensch auf der Welt... haha, ja pustekuchen... die Person hat meiner jetztigen Meinung nach voll ins schwarze getroffen.
Nach dem der "Knoten meines Lebens" mittlerweile geplatzt ist und ich mich am 13.12.07 fürs Leben entschieden habe (nicht Selbstmord begehen und nicht mehr trinken) verschwinden auch allmählich die Depressionen, Angst- und Panikattacken.
Leider ist die Wohnung meiner Eltern für 3 Leute viel zu klein und ich habe keinen Ort zum zurückziehen, da die Wohnung schlecht geschnitten ist. Dies sorgt natürlich für unbehagen aber ich sage mir immer das es 1000 mal besser ist als auf der Straße zu leben und dem sicheren Tod in die arme zu laufen. Am Wochende bei meinem Bruder ist es schon viel besser. Ich schlafe in seinem Arbeitszimmer und hier tobt das Leben in Form meiner beiden Nichten (5 und 7 Jahre alt). Einfach herrlich die beiden Mäuse und die Zeit hier vergeht immer wie im Flug (hat das Wochenende ja so an sich).
Das mit dem Harzt IV-Antrag ist schon eine richtig blöde Sache. Normalerweise ist der Ratz-fatz abgegeben aber da ich 1,5 Jahre nichts mehr gemacht habe sind einige Unterlagen vorzulegen, die ihre Zeit bei den entsprechenden Stellen brauchen. Dann war noch die Weihnachtzeit dazwischen und aktuell ist Karneval in Köln (kein weiterer Kommentar notwendig
) Die weiteren Maßnahmen auf meiner Checkliste sind leider alle Abhängig von diesem blöden Antrag :
*Arzt aufsuchen (damit ich wieder Krankenversichert bin)
*eigene Wohnung finden (für Antrag auf eines Wohnberechtigungsscheins)
*Arbeit finden (vorherige Genesung und überhaupt Kohle für Bewerbungsunterlagen)
Zur Zeit habe ich es mit dem nicht trinken von Alkohol recht leicht. Die Woche über "kontrollieren" mich meine Eltern und am Wochenende mein Bruder, quasi betreutes wohnen. Die wahre Herausforderung gilt es zu meistern, wenn ich eine eigene Wohnung habe. Aber auch schon hier habe ich mit meiner Familie absprachen getroffen, damit ich immer schön Beschäftigung habe (2ter Wohnungsschlüssel für Familie und bis ich einen Job habe tägliche Besuche bei meinen Eltern). Die Angst, dass ich es dann wieder nicht packe macht mir Angst. Hier muss ich mir noch einiges überlegen. Ich bin mir zwar sicher das ich nie wieder Alkohol trinken will aber ich war mir im August/September 06 auch sicher, dass ich das Zeug nie wieder anfassen werde. Aber bis zur eigenen Wohnung wird noch einiges an Zeit vergehen und ich war dann zwischenzeitlich auch beim Arzt usw... Lust auf eine SHG habe ich nicht... vielleicht nehme ich die Sache doch noch zu sehr auf die leichte Schulter...
Ja! Da muss ich auch hin... Ihr sagt es ja immer wieder und wenn ich darüber nachdenke sind die Gespräche mit meinen Eltern auch zu wenig...
Mein Vater ist auch Alkoholiker, zum Glück aber schon über 10 Jahre trocken. Daher habe ich hier einen kompetenten Gesprächspartner. Meine Mutter hat nie viel von Alkohol gehalten aber da sie die Geschichte meines Vaters miterlebt hat und mit ihm zusammen in die SHG gegangen ist, habe ich auch mit ihr jemanden an meiner Seite der helfen kann.
Meine Familie ist schon enttäuscht von mir. Weniger das es mit dem Alkohol so gekommen ist, sondern weil ich nicht zu Ihnen gekommen bin bevor die Bombe geplatzt ist. Ich für mich weiss, dass ich tatsächlich erst ganz am Boden sein musste, damit die Einsicht kommt (oder ist es so, weil ich mit dem Rücken an der Wand stehe; wenn ich in mich reinhöre dann will ich nie wieder trinken aber ich habe mich selbst schon über so viele Jahre belogen, ich kann mir ja selber nicht mehr trauen).
Da ich immer noch über kein eigenes Geld verfüge liege ich jetzt meinen Eltern und meinem Bruder auf der Tasche statt meiner Ex. Auch wenn ich ihnen das Geld wieder geben kann. Dieses furchtbare Gefühl ein Parasit
zu sein werde ich wohl erst mal nicht los.
Aber wenn meine Sachbearbeiterin morgen arbeitet, kann ich den Sch...-Antrag morgen endlich abgeben. Karneval kommt wegen der freien Tage genau wie Weihnachten im Dezember echt ungelegen.
Habe bisher 2 Versuche unternommen Kontakt mit meiner Ex aufzunehmen aber die ignoriert mich. Waren aber auch nur 2 Kontaktversuche via email, Feige wie immer. Aber für einen Anruf wäre es für sie wahrscheinlich immer noch zu früh... für mich auf jeden Fall! Es nährt sich bei mir langsam aber sicher eh die Gewissheit das wir uns nicht guttun, ich ihr jedenfalls definitiv nicht. Das Thema beschäftigt mich zur Zeit eh am stärksten. Liebeskummer ohne Ende 
Karneval haben wir... hmm voriges Jahr habe ich ihn alleine zu Hause "besoffen". Auch wenns mir nicht gepasst hat kommt mir das Getrubel doch sehr gelegen und ich erlebe Karneval wie es sich eigentlich gehört und wie ich ihn das letzte mal als Kind erlebt habe
Alkoholfrei und die Züge angucken (es ist unglaublich, jeden Tag klappern wir 2 mit den Kindern ab) und für die kids Kamelle sammeln. Einfach super... ich hätte nie gedacht wie jeck ich ohne Alkohol sein kann.
Weiberfastnacht war ich alleine in Köln und habe meinen 4 Stundenspaziergang im Wald gemacht. Da ich alle Freunde verloren habe konnte ich mich auch mit niemandem treffen. Aber nur mit Freunden wäre das auch ein harter Kampf gewesen. Und wie sagt ihr so schön, den Kampf kann man nur verlieren. Ich war aber schon einsam und hatte die Hoffnung das mein Bruder am Samstag rausgehen will. Und siehe da, er wollte. Als ich ihn fragte, ob ich mitgehen kann, fragte er mich nur, schaffst du das denn!? Ich sagte ihm wie es war, entweder sitzte ich im Arbeitszimmer mehr oder weniger einsam rum oder ich gehe mal wieder auf ein Fest (das letzte mal war ich Karneval 06 auf einem Fest). Und ich hatte voll Böcke wegzugehen. Was soll ich sagen. Es war saugeil
Anfangs was schwierig da ich keinen ausser meinem Bruder und seinem Kumpel kannte aber mit der Zeit kam ich auch mit den anderen ins Gespräch. Mein Bruder und sein Kumpel haben mich schön mit Wasser und Apfelschorle versorgt und sie haben ihre Bierchen gezischt. Das die da alle getrunken haben hat mir nichts ausgemacht. Der Anfang mit dem Alk war was komisch aber die Dialoge waren interessant: Du trinkst keinen Alkohol. Nö! Na dann prost (im positiven Sinne) und haben mit meinem Wasser/Apfelschorle
angestossen und das Thema war für den Abend geklärt. Unverständnis kam eher auf, das ich als Kölner nicht in Köln Karneval feier, sondern in der Provinz. Hier wäre am Anfang schon Offenheit besser gewesen aber da ich die Leute nicht kannte und es sie somit nichts anging habe ich rumgedruckst. Wenn ich so drüber nachdenke schon unangenehm. Aber die Leute waren nett und hätte ich es Ihnen gesagt, wären sie vielleicht auf das Thema eingegangen. Das sollte aber gerade nicht passieren, war ja zum feiern da. Und das habe ich auch gemacht. Mit super Laune und ohne Alkohol das Tanzbein geschwungen. Kommt auch gut bei den Frauen an. Habe diese Bestätigung und das Interesse freudig zur Kenntnis genommen aber sowohl meine Hormone (die ich ja nüchtern voll unter Kontrolle hatte) als auch mein Herz gehören noch meiner Ex.
Ergo, ich war froh mal wieder ausgelassen feiern zu können aber ein unangenehmes Gefühl war wegen der Nachfragen
*Wo wohnst du?
*Was machst du beruflich?
*Warum bist du als Kölner nicht Köln feiern?
(nicht wegen des Alkohols) gegenwärtig, so dass ich das so schnell nicht wiederholen werde.
Muss jetzt gleich auch mal zum Ende kommen. Denke heute Abend schreibe ich weiter. Ich merke das das Schreiben echt gut tut und ich ein extremes Mitteilungsbedürfnis habe.
Warum muss ich kann ich nicht mehr schreiben: "D'r Zoch kütt" 
Bis später dann und Kölle Alaaf
Frank