Beiträge von Frank2008

    Hallo Zusammen,

    nun habe ich den Salat. Vorhin noch versucht Lütze Tips in Sachen Trennungsbewältigung zu geben und plötzlich selber wieder traurig wegen der Trennung. Na ja, hat ja auch keiner gesagt, dass es einfach ist.

    Da es bei mir im Gegensatz zu Lütze hoffnungslos und kontaktfrei ist, sollte ich es eigentlich leichter haben mit der Situation klar zu kommen aber Pustekuchen.

    Schnief... aber ich kanns halt nicht mehr ändern und muss es akzeptieren.

    So, was habe ich denn heute morgen schönes vergessen. Achja... am Montag kriege ich nicht nur Blut abgezapft, sondern auch direkt noch Vorsorgeuntersuchung und Ultraschall... Wenn ich Zeit habe, was ich hoffe, kann ich am Dienstag schon das Abschlussgespräch führen. Wäre ne feine Sache, da ich jetzt schon beunruhigt bin.

    Die Fragestellung, wie mein soziales Leben neben der Arbeit in Zukunft aussehen soll, beschäftigt mich zunehmend. Hier insbesondere der Konflikt zwischen Ausgehen und trockenem Umfeld.

    Sobald ich eine eigene Wohnung bezogen habe, wird natürlich auch der Punkt mit dem alleine sein und möglicher Einsamkeit für mich spürbarer. Die letzten 12 Wochen hatte ich fast immer 24 Stunden am Tag, die Möglichkeit mich auszutauschen. Klar, war ich auch mal in Gesellschaft einsam und traurig aber alleine ist halt alleine.

    Wenn mein Leben wieder was geordneter ist, werde ich einen alten Freund kontaktieren. Mal sehen, ob er noch die gleiche Nummer hat und sich noch für mich Zeit nehmen möchte. Ist ja auch nicht selbstverständlich, nach dem ich ihn recht lange vor den Kopf gestoßen und ignoriert habe. Da er fast keinen Alkohol trinkt, wäre das zumindest kein Problem.

    Aber wie sieht es mit weggehen aus. Ich habe keine Lust zu vereinsamen aber respektiere auch die Warnungen der Langzeittrockenen bezüglich der Gefahren eines nicht alkoholfreien Umfeldes (Kneipen, Bistro- oder Discobesuch). Der Teilnahme an offensichtlichen Sauforgien meine ich damit natürlich nicht. Einfach mal Spass haben. Selbst ohne Alkohol aber mit der notwendigen Toleranz anderen gegenüber. Aber Toleranz ist hier wohl auch nicht das Problem, sondern das Suchtgedächtnis.

    Die Lösung des Konflikts erscheint mir, wie die Quadratur des Kreises. Habe echt keine Ahnung wie ich mich da Verhalten soll. Einige Bereiche des zwischenmenschlichen Kontaktes bleiben einem aufgrund der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Alkohol vielleicht verschlossen; zumindest wenn man konsequent sein will.

    Schade, der Liebeskummer hat sich beim schreiben nicht verflüchtigt... :(

    LG
    Frank

    Hallo Lütze,

    als regelmäßiger Leser deines Threads und zusätzlicher Leidensgenosse in Sachen Trennung von der Partnerin, möchte ich mich heute bei dir zu Wort melden.

    Auch wenn du dich schon gegen einen Wohnungswechsel entschieden hast, finde ich dies grundsätzlich überlegenswert.

    Eure alte gemeinsame Wohnung und die nähere Umgebung birgt doch viele Assoziationsmöglichkeiten (Couch, Bett :oops: , etc. )und teilweise bestimmt auch schöne Erinnerungen der Partnerschaft sowie Gemeinsamkeit. Doch leider werden diese assoziierten schönen Erinnerungen, aufgrund der Trennung, immer in einem negativen Gefühl enden und teilweise zu Selbstvorwürfen führen.

    Optimal wäre es meiner Meinung nach, wenn du sie eine zeitlang (halbes Jahr oder so) gar nicht sehen würdest und auch die offensichtlichen Reize (gemeinsame Wohnung etc.) stark einschränken würdest. Durch die Kinder ist ein Kontaktabbruch natürlich schwer.

    Aber diese nicht enden wollenden Qualen durch Erinnerungen, Hoffnungen, Enttäuschungen und Selbstvorwürfen, bereiten jedem, mit Liebeskummer, Schmerzen. Metaphorisch gesprochen: Wenn du dir eine Rippe gebrochen hast, drückst du doch auch nicht pausenlos auf die Rippe, nur um festzustellen, dass es noch weh tut. So kann das halt nicht heilen.

    Immer gleiches Prinzip... Ursache = Wirkung... Reiz = Reaktion...

    Du hast dir vorbildlich ein alkoholfreies Umfeld geschaffen... jetzt schaff dir (soweit irgend möglich) ein Umfeld ohne deine Ex-Partnerin.

    Du wirst auch so schon noch genug schmerzhaft schöne Erinnerungen an deine Frau haben. Kann ich dir quasi garantieren. Aber sie werden mit der Zeit in ihrer Intensität schwächer werden.

    Ich sage jetzt mal ganz krass, was ich dir und auch mir rate

    1. Akzeptiere, das die Beziehung aus ist... Schluss aus die Maus
    2. Zu einer Trennung gehören immer 2... also Schluss, die Schuld bei dir alleine zu suchen und im Selbstmitleid unterzugehen
    3. Meide den Kontakt zu ihr, wie du es auch beim Alkohol machst
    4. Hoffe nicht darauf, das ihr jemals wieder ein Paar werdet
    .
    .
    .

    Ich weiss, aus aktueller Leidensparallele, dass auch das ein schwieriger Weg ist und das man nicht einfach einen Schalter umlegen kann. Auch Liebeskummer brauch seine Zeit.

    Solltest du den Kontakt zu ihr tatsächlich abbrechen können, wäre es m.E. wohl von Vorteil, wenn du ihr vorher sagst, dass dich der weitere Kontakt zu sehr aufwühlt und verletzt. Da ihr beide ja gemeinsame Kinder habt, wäre es super, wenn ihr in Zukunft ein freundschaftliches Verhältnis habt/hättet.

    Und auch wenn ich mir selbst widerspreche (Punkt 4), kann es tatsächlich passieren, dass ihr euch nach dem Abstand neu ineinander verliebt.

    Ich wünsche dir noch viele trockene und glückliche Tage
    Frank

    Hallo Mario,

    es freut mich zu höhren, dass du tapfer und sehr zielstrebig deinen Weg in ein trockenes Leben gehst.

    Deinen Ärger mit den Ämtern und Krankenkasse kann ich gut nachvollziehen. Wurdest bestimmt zwischen Kasse, Agentur für Arbeit und der ARGE hin und her geschickt. Die sind leider direkt überfordert, wenns mal nicht nach Schema F geht. Naja, Hauptsache es läuft jetzt und du bist diesen unnötigen Gelddruck los :)

    Das Verhalten deiner Ex-Freundin finde ich eigentlich normal (getrennte Bereiche), wobei die Tageszeit kann man sich schon noch sagen. Würde mich an deiner Stelle auch nerven. Aber wie du schon sagst, ändern kannste es auch nicht und es ist wohl auch nicht der Mühe werd. Hauptsache, du frisst es nicht in dich rein, sondern redest drüber... ihr Verhalten hat so gesehen nichts mit dir zu tun... sie versucht sich halt nur abzugrenzen und ihr neues Leben in Angriff zu nehmen.

    Ich finde, du machst das bis jetzt Klasse und wünsche dir noch viele schöne trockene Tage.

    Gruß
    Frank

    Guten Morgähn Ihr Lieben,

    Käffchen in der Hand und wieder eine Woche ohne Alkohol erleben dürfen. Jetzt sind es 12 alkoholfreie Wochen und 18 kg weniger auf der Waage :D

    Mein Bescheid und die $ sind diese Woche auch endlich eingetrudelt. Was für ein super Gefühl eigenes Geld zu haben. Ist im April 2 Jahre her. Konnte jetzt auch, die wegen mir, aufgelaufenen finanziellen Aufwendungen, bei meinen Eltern begleichen. Endlich hat sich das leidige Thema Geld - zumindest dort - erledigt. :D

    Jetzt läuft es so, wie ich es mir seit Wochen vorstelle. Direkt WBS beantragt, sodass ich schon bald auf Wohnungssuche gehen kann. Ich kann euch sagen, mit 35 Jahren auf beengtem Raum, ohne Fluchtmöglichkeit, mit den Eltern zusammen wohnen, ist die Hölle.

    Die Krönung meiner Re-Sozialisierung ist der neue Status "krankenversichert" :)

    Am Freitag war ich dann auch direkt bei der Hausärztin meiner Eltern und habe mir meine Überweisung zum Psychiater abgeholt.

    Kann hier nur alle, die es noch nicht getan haben , ermutigen, mit einem Arzt über seine Alkoholabhängigkeit offen zu sprechen. Habe hier echt nur positive Erfahrungen (und das war insgesamt schon mein 2tes "coming-out" bei einem Arzt) gemacht.

    Nach längerer Anamnese fragte sie mich dann, ob ich für eine Verhaltenstherapie offen wäre. Klar meinte ich... Ich bin für alles offen, was mir hilft, ein alkoholfreies Leben zu führen, die Gründe für meine Alkoholerkrankung zu erfahren und soweit möglich, an den Ursachen zu arbeiten. Nach meinen bisherigen Überlegungen haben Überforderung auf der Arbeit in Kombination mit meinen Charaktereigenschaften (mangelnde Konfliktbereitschaft, unausgeprägtes Durchsetzungsvermögen, Harmoniesucht, es allen recht machen wollen, alles in sich reinfressen) zu meiner Sucht/dieser Eskalation geführt. Mal sehen, was ich mit dem Psychiater so herausfinde und klären kann. Termin habe ich noch keinen ausgemacht, da ich erst Anfang der Woche erfahre, wie meine Zeit seitens der "dunklen Mächte" (ARGE) verplant wird. Möchte für die Sitzungen möglichst unverplante Zeit nutzen.

    Mein, von der ARGE beauftragtes, Fähigkeits- und Potentialprofiling ist ebenfalls abgeschlossen. Kam mir die 5 Tage echt vor wie eine Versuchsratte. Intelligenztests, Persönlichkeitsfragebögen und Gruppentest. Was der Staat jetzt alles von mir weiss... schon irgendwie fragwürdig, ob das wirklich alles so rechtens ist. Habe die Tests schließlich nicht freiwillig gemacht, sondern unter dem Zwang der Obrigkeit. Da ich die Persönlichkeitsfragen ehrlich beantwortet habe, konnte ich aus den Testergebnissen immerhin ein paar interessante Fragestellungen und teilweise auch Antworten mitnehmen. Lustiger Weise war mein Profiler nicht nur Psychologe (sind die alle), sondern auch ehemaliger Suchtberater.

    Neben meiner sehr stark ausgeprägten Neigung zu administrativen Tätigkeiten, bin ich laut Testergebnissen sehr genau und sorgfältig in meiner Arbeitsweise. Ich bin hilfsbereit, bescheiden, will es allen recht machen und habe ein ausgeprägtes Streben nach der Ausübung von Macht. Böse ausgedrückt, ich bin ein Erbsenzähler, ne Korinte und Perfektionist :)

    Das ich in der Vergleichsgruppe der Abiturienten, über durchschnittliche bis überdurchschnittliche organisatorische, mathematische und grammatikalische Fähigkeiten verfüge, erwähne ich nur um anzugeben :)

    Ich fürchte, der Post ist schon wieder ewig lang geworden... sry an die Leser :D

    Mit bester Laune euer
    Frank

    Hallo Zusammen,

    gähn, bin eigentlich müde aber kann nicht mehr einschlafen (hab schon ein Nickerchen von 23 bis kurz vor 1 Uhr hinter mir). Gerade im Forum was gelesen und mich innerlich meckernd gefragt, warum ich nicht einschlafen kann. Und was für ein Gedanke kommt mir!? Du hast ja keinen Alk getrunken. Das ja mal eine Antwort wie ich sie liebe :roll:

    Hängt wahrscheinlich mit den Erlebnissen und leider auch Enttäuschungen der Woche zusammen.

    Positiv ist diese Woche, dass es jetzt 11 Wochen ohne Alkohol sind, dass ich 16kg weniger auf die Waage bringe, das es ein schönes Gefühl ist, beschäftigt zu sein und sich mit anderen Leuten (außerhalb meiner Familie) zu unterhalten.

    Weniger schön ist, dass mein ALGII-Antrag immer noch nicht entschieden ist und auch noch kein Geld von denen überwiesen wurde. Seit 2,5 Monaten liege ich meiner Familie jetzt schon auf der Tasche. Da meine Eltern auch ohne mich schon nur knapp über die Runden kommen ist das natürlich Tagesthema. Geldsorgen auf der einen Seite und immer noch keine Möglichkeit mich um eine eigene Wohnung zu kümmern oder endlich zum Arzt zu gehen.

    Was das Thema angeht herrscht bei mir einfach nur noch Frustration. Ich will voran kommen und werde von denen ausgebremst. Immer noch ein Parasit, wie die letzten 1,5 Jahre schon. Auch wenns nur noch Tage sind resigniere ich langsam vor so viel Ignoranz auf Amtsseite. Standardbearbeitung, wo eigentlich individueller vorgegangen werden müsste. Wenn ich nur daran denke, dass die anfangs zur Antragsbearbeitung ein ärztliches Gutachten von mir haben wollten, wonach ich nicht arbeiten kann... hallo, die wussten das ich nicht mehr krankenversichert bin... soll ich mir eins malen... könnte ich schon wieder ausrasten.

    Verunsichert hat mich diese Woche ein Gespräch mit einer Verwaltungsangestellten. Bin jetzt in einer ARGE-Maßnahme zur "Analyse von Potenzial und Fähigkeiten" und hatte da ein Erstgespräch. Zum Schluß sagte sie mir dann, dass sie es bemerkenswert findet, dass ich 11 Wochen keinen Alkohol getrunken habe aber sie der Meinung sei, dass ich wohl noch nicht bereit bin, dem Druck und Stress des Arbeitslebens entgegenzutreten. Endlich mal jemand außerhalb meiner Familie und mir der es erkennt und mich nicht zu einem Job nötigen will. Auch wenn ich mit ihr völlig einer Meinung bin, war es schon hart das hören. Das hat nachgewirkt und ich fühlte mich den Rest des Tages irgendwie als Versager. Dabei waren es noch nicht einmal meine eigenen Erwartungen die nicht erfüllt wurden, sondern die Ziele des Amtes und gefühlsmäßig das Ziel meines Vaters.

    Hier gilt wirklich Step by Step und meinen eigenen Zielen treu bleiben, sonst habe ich vielleicht schneller einen Rückfall, als ich Rückfall buchstabieren kann.

    Persönliche Ziele:
    *glücklich trocken Leben ohne Verzichtsgefühl (Ich, Arzt, Therapie)
    *eigene Wohnung beziehen (Ich, Amt)
    *Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt (Ich)

    Mein krassestes Problem diese Woche (und wohl auch noch für länger) ist eine recht heftige Auseinandersetzung mit meinen Eltern. Aber dazu später mehr...

    Schlaft schön oder lasst euch euren Kaffee schmecken :)

    Frank

    Hallo Roberto,

    ich wünsche Dir die Stärke deine Trockenheit zu schützen und das Richtige für Dich zu tun.

    Die traurige Wahrheit, was das Beste für Dich, sie und ein eventuelles euch ist, kennst du aus eigener Erfahrung selber.

    Zureden und inkonsequente Drohungen haben mir nicht geholfen, dir vielleicht auch nicht und deiner Partnerin sicherlich ebenfalls nicht. Auch wenn ich es in dem Moment immer ehrlich meinte, dass ich Hilfe annehmen und etwas unternehmen muss, ist der Alkohol immer stärker gewesen.

    Was ich hier bisher gelesen habe und nach meinen eigenen Erfahrungen muss sie selber erkennen, dass sie nicht nur NEIN! sagen muss, sondern selber erkennen, dass dieser Weg der Falsche ist und keine Zukunft hat.
    Dazu ist m.E. ein Schlüsselmoment/Tiefpunkt erforderlich. Dies könnte eure Trennung sein, muss aber nicht.

    Du bist in der jetzigen Situation unglücklich, du machst dir Sorgen um sie, Du machst Dir Sorgen um Dich und Deine Trockenheit.

    Manchen Menschen - zum Beispiel mir - muss man die Konsequenzen ihres handelns plastisch vor Augen führen, damit sie wirklich verstehen.

    Die Trennung von einem geliebten Menschen zerreißt einem das Herz aber vergegenwärtige Dir Deine Gefühle zu der aktuellen Situation.

    Du bist selber krank und brauchst Deine Kraft für Dich.

    Es ist sicherlich gefährlich mit diesem Gedanken zu spielen aber eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt kann dazu führen, dass sie aufwacht und etwas für sich unternimmt. Hieraus kann auch wieder eine gemeinsame glücklichere Zukunft entstehen. Aber wie immer im Leben, gibt keine Garantien.

    Dies ist zumindest meine Meinung.

    Alles Gute in diesen schwierigen Zeiten
    Frank

    Hallo Zusammen!

    Ich habe heute noch mal intensiv im Forum gelesen und bin zu einem Verständnis gekommen, dass ich hier unbedingt etwas im Vorfeld klarstellen möchte.

    Ich habe in meiner Unwissenheit über Alkohol geschrieben, dass eine dramatisch klingendere Krankheit zur Neudefinition/Heilung meines Selbstbildes hilfreich wäre. Durch das heutige intensive lesen einiger Beiträge, bin ich auf schockierende Zahlen und erschütternde Schicksale von alkoholbedingten Todesfällen gestoßen.

    Ich möchte mich daher bei den betroffenen Forenteilnehmer, die durch Alkohol Familienangehörige oder Freunde verloren haben, dafür entschuldigen und mein Beileid aussprechen.

    Die Gewißheit, dass ich noch keine Ahnung von Alkohol und seinen Auswüchsen habe wird mir wieder mal bewußt.

    Ich wünsche euch allen eine gute Nacht
    Frank

    Hallo Zusammen!

    Meinen persönlichen Tiefpunkt hatte ich am Donnerstag, 13.12.2007. An diesem Tag sollte um 08:00 Uhr morgens meine Wohnung zwangsgeräumt werden. Um 05:00 Uhr habe ich meine Wohnung und meine nichts ahnende Freundin endgültig verlassen. Dies ist der traurige Höhepunkt aus 2 Jahren Lügen, extremen Alkoholmissbrauchs, Depressionen, Einsamkeit, Angst, Panik, sozialer Phobie, Hoffnungslosigkeit und Todessehnsucht. Am 13.12.07 habe ich für mich die Frage beantwortet, ob und wie ich weiterleben möchte.

    Mein ursprünglicher "Plan" sah so aus, dass ich zum Penner werde, auf der Straße lebe und mich aus dem Müll ernähre. Zum Glück habe ich kein Geschäft gefunden, dass Zelte und Schlafsäcke verkauft. Zum Glück war es extrem kalt an diesem Tag und zum Glück habe ich keine Obdachlosen gefunden, die mich irgendwie aufnehmen.

    Nach dem ich von keiner Brücke in den Rhein gesprungen bin habe ich angefangen meiner Familie einen Brief zu schreiben. Dies hat fast den ganzen Tag gedauert. Immer von Weinkrämpfen unterbrochen, war der Brief kurz vor 16:00 Uhr fertig und ich habe ihn an meinem Bruder geschickt. Um 21:00 Uhr habe ich beschlossen, mich am nächsten Tag bei meinen Eltern zu melden und Hilfe anzunehmen. Es war mir sehr wichtig, wenigstens eine Nacht auf der Straße zu erleben.

    Meine jetztige Exfreundin hatte schon morgens meine Eltern informiert und als ich um 23:30 Uhr meine emails geprüft habe, waren schon mails von meinem Bruder im Posteingang.

    Seit dem 14.12.07 lebe ich nun bei meinen Eltern und mein Leben nimmt sozialisiert sich langsam aber sicher.

    Grüße
    Frank

    Hallo Zusammen!

    Meine heutige Trockenarbeit hier im Forum wirft für mich 2 Begriffe auf:

    *Selbstbewußtsein
    *Selbstbild

    2 Begriffe die sich um den wichtigsten Menschen in meinem Leben drehen, nämlich mich.

    Im weiteren Sinne bin/war ich selbst bewusst, da ich stets weiss/wusste was ich kann, was schief läuft und was ich ändern müsste. Im engeren Sinne, also definiert mit sicherem Auftreten und Durchsetzungsvermögen, völlige Fehlanzeige. Heute sehe ich hier mein eigentliches Kernproblem, das mich in den ganzen Schlamassel geführt hat. Dies betrifft eigentlich nur die berufliche Seite meines Lebens, da ich ausschließlich hier zugelassen habe, dass ich überfordert werde. Nach meiner Selbsteinschätzung bin ich harmoniesüchtig und nicht konfliktfähig, was auch den privaten Bereich betrifft.

    Mein Selbstbild ist die letzten Jahre im Wandel gewesen. Vom durchschnittlich Aussehenden, gesunden und sozial gefestigtem jungen Mann zum unansehnlichen, asozialen, depressiven, alkoholabhängigen und unwürdigem Wrack.

    Dies zu erkennen heisst ja zum Glück nicht, dass es auch so bleiben muss. Mein Selbstbild wird sich auf Basis meíner weiteren Handlungen mit der Zeit verändern. Nun stelle ich mir also die "große" Frage nach dem Sinn meines Lebens oder weniger hochtrabend, wo will ich eigentlich hin.

    Ich habe zumindest Demut in der schlimmen Zeit gelernt und meine Ziele nach unten geschraubt. Gesund werden, nie wieder Alkohol, wieder Lachen können und die alte Albernheit wiederfinden, fester Job, Schulden abbezahlen um dann auch finanziell wieder auf festen Beinen zu stehen.

    Das mit dem Selbstbewußtsein scheint mir das Schwierigste zu werden. Lernen kann ich das wohl nur in kleinen Schritten. Versuchen und nicht schon im Vorfeld durch Kopfkino die schlimmsten Szenarien durchspielen, die wahrscheinlich eh nicht eintreten werden. Ja-Sager kann eigentlich auch keiner leiden, auch wenns für die Leute kurzfristig bequem ist.

    Da ich diese Gedankengänge jetzt auch festgehalten habe... uff... keine Lust mehr auf Selbstreflektion und das Thema Alkohol. Gehe jetzt auf ein Wasser mit meinem Bruder und meiner Schwägerin einen quatschen :lol:

    Tschüssi Ihrs
    Frank

    Hallo Shadow,

    vorne weg sorry für die ewig langen Texte. Wenn ich schreiben kann kommt meistens ne Woche zusammen und dann ergänze ich noch dies und das, was mir halt beim Schreiben auf- und einfällt und schon haben wir ein kleines Referat :oops:

    Habe heute wieder in einige Threads reingeschaut und dank eurer Erfahrungen gesehen, wie ich zu der Feststellung mit dem Alkohol gelangt bin. 2 Wochen ohne euch ist einfach zu lange aber bald habe ich endlich das Geld um mich in die Bahn zu setzen und in ein I-Net-Café zu gehen. Meine Mutter lässt sich auf Grund der engen Wohnung einfach nicht überzeugen, dass mein Rechner bei meinen Eltern aufgestellt werden kann :roll:

    Es kostet echt massig Zeit, um grundlegende Sachen zu regeln und wieder zu erhalten, wenn man sich 1,5 Jahre aus der Gesellschaft verabschiedet hat.

    Und zu deiner Frage mit der Hintertür... DAS WÄRE ECHT EIN HAMMER! :? Nach allem was ich (durch)gemacht habe. Es zeigt mir jedenfalls, dass es sehr wichtig ist, solche Gedankengänge hier mitzuteilen um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennnen. Schon beim schreiben habe ich mich das Gleiche gefragt aber es explizit zu lesen hat eine ganz andere Qualität. Ich glaube innerlich habe ich immer noch die Hoffnung, dass ich an etwas schlimmeren erkrankt bin als Alkoholismus.

    Desto mehr ich über Alkoholismus erfahre, desto klarer wird mir, um was für eine zerstörerische Sucht es sich hier handelt aber trotzdem reicht es mir als Erklärung für die letzten Jahre immer noch nicht ganz aus. Das ich der Frau, die ich geliebt habe (und immer noch liebe), die mir gegenüber Verständnis zeigte, mir meinen ersten Griff in die braune Masse verzieh, nicht vertraut und so hintergangen habe, dass kann ich einfach nicht verstehen und mir nicht verzeihen. Ich habe m.E. ein Erklärungs- und Rechtfertigungsproblem. Das Ganze hängt vielleicht auch mit dem Versuch meiner Selbstbilddefinition zusammen. Wer bin ich, was halte ich von mir? Eine dramatischer klingende Erkrankung käme mir da anscheinend gut gelegen.

    Wenn ich darüber nachdenke und mich an Gespräche mit meiner Mutter erinnere ist dies aber vollkommen zweitrangig für die Schuldfrage. Ob Alkoholismus, Depressionen, soziale Phopie, Angst- und Panik vor allem und nichts... die einzige Schuld die mich trifft ist, dass ich feige war und keine Hilfe angenommen habe.

    Ob ich mir aber unterwusst durch diese Fragestellung nicht doch eine "Hintertüre" offen halten will :twisted: ? Ich werde jedenfalls verstärkt auf meine Gedanken achten.

    Auch stelle ich mir jetzt die Frage, ob ich wirklich keinen Saufdruck hatte/habe. Gesoffen habe ich immer, weils mir seelisch schlecht ging. Insbesondere im Dezember/Januar gings mir natürlich extrem schlecht. Da schlechte Gedanken in der nassen Zeit immer der Auslöser für Alk waren... hmm... schwer zu beantworten. Rational sind die schlechten Gedanken mit dem schlechten Gewissen, der Auseinandersetzung mit der Realität, dem Schamgefühl etc. erklärbar. Aber was, wenn der "Teufel" zu mir sprach.

    Saufdruck habe ich bisher immer mit dem Gefühl verglichen, wenn ich Schmacht vom rauchen habe. Da weiss ich immer sehr schnell, dass ich auf Entzug bin und wieder nen Glimmstengel brauche. Dieses Gefühl habe ich beim Alkohol nicht. Aber das heisst vielleicht gar nix.

    Wie äußert(e) sich denn bei euch Saufdruck? Die Gedanken kreisen in der Anfangsphase wahrscheinlich grundsätzlich um den Alkohol und die eigene Sucht.

    Wie dem auch sei, erst mal Schluss und mit Nichte spielen.

    Alles Gute
    Frank

    Hallo Zusammen,

    endlich habe ich auch mal was positives zu berichten. Das Wichtigste zuerst, ich habe jetzt seit 10 Wochen keinen Alkohol getrunken und auch keinen Saufdruck.

    Mittlerweile sinds auch erfreuliche 15kg weniger auf der Waage. Diese optische Veränderung (von 108 kg auf 93 bei 1,8m Körpergröße) ist für mich sehr sehr hilfreich. Da ich mir die letzten 2 Jahre kaum neue Sachen gekauft habe siehts klamottenmäßig mau aus, aber ich passe schon wieder in einen Großteil meiner "alten" aber teilweise fast neuwertigen. Meine neueren schlabbern eh nur noch an mir rum :). Ziel ist ein maximales Gewicht von 85kg, opitimal wären 80kg. Ich befürchte aber stark, dass die nächsten Kilos eine ungleich zeitaufwendigere und zähere Angelegenheit werden. Aber wie heißt es so schön: "Man wächst an seinen Zielen".

    Am Montag konnte ich dann auch mal meinen Antrag auf ALG II abgeben und habe auch endlich einen Vorschuss erhalten. Schönes Gefühl endlich mal wieder Geld zu haben; nach 2 weiteren Monaten des parasitären Daseins.

    War dann auch bei der Agentur für Arbeit um abzuklären, ob ich noch Anspruch auf ALG I habe. Habe ich leider nicht aber ich habe im Rahmen dieser Prüfung meinen alten Antrag gesehen. Man, mir fehlte nur ein Schrieb von der Krankenkasse und ich hätte den Antrag abgebenen können. Wäre für mich heute ein leichtes gewesen, den zu besorgen aber der Zug ist abgefahren. Konnte es gar nicht fassen, dass ich daran gescheitert bin und habe dann auf dem Weg zu meinen Eltern erst mal fassungslos und geschockt geweint. Das es mir vor kurzer Zeit für eine so lange Zeit so schlecht ging, dass ich das nicht auf die Reihe gekriegt habe, hat mich sehr traurig gemacht.

    Nach einem Gespräch mit meiner Mutter bin ich dann erst mal spazieren gegangen und habe vor meinem geistigen Auge den "kranken" Frank (visualisiert saß der "kranke" Frank dabei zusammengesackt an meinem PC, habe Sekt gesoffen und geweint) tröstend in den Arm genommen und ihm - also mir - versprochen, dass der "neue" Frank in beschützen wird und es nie wieder so weit kommen lassen wird. Dann habe ich ihm verziehen und gedanklich mit dem "neuen" Frank wiedervereint. Klingt ziemlich esotherisch und war insbesondere während der tröstenden Phase sehr tränenreich. Aber als die "Zeromonie" beendet war habe ich mich gestärkt gefühlt.

    Ärztliche Unterstützung kann ich tatsächlich noch in Anspruch nehmen, da ich ja immer noch nicht krankenversichert bin. Naja, sollte in 2-3 Wochen endlich soweit sein.

    Am Montag fängt für mich auch eine Maßnahme seitens der ARGE an. Integrationsmaßnahme, der berüchtigte 1 EUR Job. Auch wenn ich grundsätzlich überhaupt nichts davon halte, weil hier m.E. Arbeitsplätze vom Ersten Arbeitsmarkt mit 1EUR-Jobbern besetzt werden, ist es in meiner Situation gut, das Arbeiten in einer "Testumgebung" neu zu lernen. Mit viel Glück finde ich in dem halben Jahr auch einen "richtigen" Arbeitsplatz. Freue mich jedenfalls auf die neuen Herausforderungen und bin positiv aufgeregt.

    Vor den Bewerbungen stehen bei mir eh noch Gespräche mit Ärzten, Therapeuten etc. an. Auch wenn es mir im Verhältnis zu vorigem Jahr wesentlich besser geht, bin ich bezüglich Rückfällen in alle negativen Richtungen (Alkohol, Depressionen, soziale Phopie) m.E. eine tickende Zeitbombe, die dringend mit ärztlicher Unterstützung entschärft werden muss. Aufgrund des fehlenden Geldes bei mir und auch meiner Familie (der Vorschuss war auch nur ein Tropfen auf den glühenden Stein) kriegen wir nicht mal das Bahn-/Spritgeld zusammen, damit ich mir ne SHG suchen bzw. besuchen kann.

    Aber die Gespräche mit meinen Eltern sind zum Glück schon sehr ansprechend und regen mich zum nachdenken an, da sich meine Eltern mit dem Thema Alkoholismus auf Grund ihrer Erfahrungen "gut" auskennen. Ohne diese Gespräche wäre ich längst noch nicht so weit.

    Meine Gläubiger ziehen langsam aber sicher die Daumenschrauben an. Aber durch die Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung gerate ich nicht wieder in Hoffnungslosigkeit und Panik, sondern reagiere auf die Briefe und akzeptiere, was da auf mich zukommt. Die Erkenntnis das die mir persönlich nichts böses wollen, sondern halt nur das Geld das ich Ihnen schulde, ist sehr hilfreich.

    Meine Ex reagiert durch nicht reagieren auf meine beiden mails (keine Sorge, waren nur eine am 30.12. und eine am 01.02.; bin kein Stalker oder so :) ) und hat mir auch nicht zum Geburtstag gratuliert. Finde das aber völlig verständlich, da einfach extreme Dinge passiert sind. Außerdem würde ich es wahrscheinlich auch so machen. Finde es im nachhinein sowieso blöd, dass ich geschrieben habe. Erstens bin ich überhaupt noch nicht soweit wieder mit ihr Kontakt zu haben, zweitens bin ich mir nicht mehr sicher, ob wir uns überhaupt gut tun und drittens würden mir Ihre Fragen und Vorwürfe mit Sicherheit überhaupt nicht gefallen (ist zwar Kopfkino aber ich halte hier negatives für das Wahrscheinlichste). Eines Tages, wenn ich wirklich soweit bin, werde ich es noch einmal versuchen, damit ich diesen Teil meines Handelns verarbeiten kann. Wenn sie dann nicht reagiert, dann ist es ihre Reaktion und auch das wird mir genügen (müssen). Dann habe ich es wenigstens versucht. Denke diesen ernsthaften Versuch mich zu erklären schulde ich ihr auf jeden Fall.

    Das wars dann schon wieder. Denke den Rest des Wochenendes spiele ich was mit meinen Nichten und lese in diesem super Forum. Auch wenn ich nur am Wochenende über einen Internetanschluss verfüge, ist dieses Forum zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden. Freue mich die ganze Woche darauf hier die Entwicklungen von Euch zu verfolgen und drücke Euch und mir täglich die Daumen, dass wir Trocken bleiben und unser Leben in den Griff bekommen.

    Alles Liebe
    Frank

    PS: Habe mir gerade noch einmal alles durchgelesen und festgestellt, dass meine eigentliche Krankheit (Alkoholismus) irgendwie zu kurz kommt und ich mir die Frage stelle, obs wirklich Alkoholismus ist. Vielleicht ist das in Frage stellen meiner Erkenntnis, dass ich Alkoholiker bin, schon die Antwort. Aber das ich weder Entzugserscheinungen hatte noch Saufdruck habe irritiert mich einfach. Keine Frage, ich habe über Jahre Alkohol zur Stimmungsverbesserung missbraucht und ich habe ein ausgeprägtes psychisches Problem. Ich habe mal bei euch gelesen, dass körperliche und seelische Alkoholabhängigkeit abgegrenzt werden. Dies ist aber vielleicht auch nur theoretischer Natur und eigentlich auch egal. Würde aber vielleicht erklären, warum ich keinen spürbaren körperlichen Entzug hatte, sofern ich "nur" psychisch abhängig bin. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich nicht mit Alkohol umgehen kann und bei Problemen zur Flasche greife. Weiterhin ändert es auch nichts an meinem Entschluss, nie wieder Alkohol zu trinken.

    Ob das Platzen des Knotens aus Geheimnissen und Lügen zum Wegfall meines neurotischen Verhaltens und damit zu dem Wegfall von Alkohol geführt hat, da ich ihn ja ohne Angst nicht mehr brauche, oder ob der Wegfall des Alkohols zum Platzen des Knotens führte ist eigentlich zweitrangig. Es zählt nur, dass es mir jetzt wesentlich besser geht und das ist mir Beweis genug.

    Hallo Zusammen,

    von der kurzen Woche gibts nicht viel zu erzählen.

    Beim Zügegucken habe ich mir - wie wahrscheinlich 50% des Rheinlandes - einen grippalen Infekt mit 39,3 Fieber und dem vollen Programm eingefangen. Fieber ist weg und es trieft nur noch die Nase und Husten hab ich ich noch. Bei einer Nichte ist das gleiche ausgebrochen und die anderen habens noch in den Knochen aber es will nicht raus.

    Frustration wieder beim Amt, meine Fallmanagerin hat noch Urlaub und ich konnte den Antrag daher nicht abgeben. Ärgerlich finde ich nicht das sie Urlaub hat, sondern das sie mir

    a)erklärt hat wie die Öffnungszeiten zur Karnevalszeit sind aber kein Wort davon erwähnt hat, dass sie selber nicht da ist (Hin und zurück kostet mich der Spass immerhin 4,10 EUR). Geld das ich sowieso aber auch meine Eltern nicht dauernd haben
    b)die Beamten dort dermaßen pampig und unfreundlich sind. Bei dieser Arge gibts keinen Empfang und man muss immer einen Sachbearbeiter fragen der gerade den Flur langtippelt. Die reagieren sehr genervt wenn man es wagt das Wort an sie zu richten. Als Antragsteller wird man bei denen als Kunde geführt. Haben das Wort wohl irgendwann mal eingeführt. Verinnerlicht haben die es jedenfalls nicht. In den Firmen, in denen ich gearbeitet habe, wurden unsere Kunden jedenfalls anders behandelt (eigentlich sinnvoll, da sie ja auch nicht an einer Kundenbindung interessiert sind :) ).
    c)und kein anderer von denen nimmt diesen S*** Antrag an.

    Also am Montag zum 3ten mal wegen 3 Blättern Papier hin :twisted:

    Das einzig erfreuliche war diese Woche das es mittlerweile 8 Wochen ohne Alkohol sind und die Waage mittlerweile x-12 anzeigt.

    Das wars dann erst mal

    Wünsche euch und mir noch viele trockene Tage
    Frank

    Igitt, es regnet ja und ist saukalt. Ach nö, da bleibe ich lieber hier. Habe eh schon ne Triefnase und ne richtige Erkältung brauch ich jetzt wirklich auch nicht.

    Schon mal vielen Dank für eure lieben Antworten. Ja, ich gehe sobald ich kann (Krankenkasse) zum Arzt und zum Therapeuten. Zum Arzt wegen Überweisung zum Therapeuten und Tests wie Blutbild und Organe. Therapeut um zu verstehen und Rüstzeug für die Änderung meines Verhaltens zu kriegen. Da warten bestimmt einige unschöne Wahrheiten auf mich. Es gibt in mir eine sehr unschöne und erschreckende Erinnerung von sexueller Belästigung/Missbrauch als Kind. Diese Erinnerung zeigt sich in Form von wenigen Worten (einer Aufforderung) und wenigen Bildern die ich aus der 3ten Perspektive sehe. Auch wenn mich der Gedanke anekelt so frage ich mich doch, ob das nicht nur aus einem Albtraum stammt. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob das wirklich passiert ist. Hier brauche ich Gewissheit, da ich keinen zwischenzeitlich verstorbenen Menschen einer Sache bezichtigen will, die vielleicht gar nicht passiert ist.

    Als ich eure Antworten gelesen habe kam mir sofort wieder der Gedanke, dass ich kein Verständnis verdient habe.

    Das ich mein Leben vor die Wand gefahren habe ist die eine Sache, damit kann ich jetzt umgehen und mein Leben wieder in den Griff kriegen aber für meine Ex kann ich nichts tun. Finanziell nicht (mittlerweile sinds bei mir 22k Euro Schulden mit steigender Tendenz, wegen Inkassobüros, Mahn- und Gerichtsgebühren), Emotional vor allem auch nicht. Ihr vorheriger langjähriger Freund hat sie sexuell und gefühlsmäßig betrogen und ich jetzt auch noch mit meinem Scheiss. Dabei ist sie ein so lieber und guter Mensch. Aber wahrscheinlich trifft es solche Menschen eher, da sie nicht genug auf sich aufpassen (können?).

    Bei der Schuldnerberatung war ich jetzt schon 3mal. Klasse Sachbearbeiterin habe ich da. Die sind ja auch Kummer gewöhnt und ich bin da kein "Alien", sondern eins von vielen erschreckenden Schicksalen. Sie kann einen richtig aufbauen und Mut machen für ein Leben mit Schulden.

    Da andere fühlbare Erfolgserlebnisse zur Zeit noch ausbleiben freue ich mich aktuell eigentlich nur über jedes verlorene Pfund. Hier bekomme ich Bestätigung und Lob. Von 108kg auf 98 kg in 7 Wochen. Jetzt wiege ich wieder soviel wie vor 2 Jahren um diese Zeit und da sagten mir die Leute schon, man du hast aber zugenommen. Habe mir wohl auch einen Schutzpanzer über die Jahre angesoffen und bewegt habe ich mich auch nicht mehr, selbst als ich noch arbeiten gegangen bin. Merke die Kilos auch schon beim spazieren gehen. Die unterentwickelten Muskeln und die Knochen haben da schon einiges zu schleppen und schmerzen. Aber ich arbeite ja daran. Appetit habe ich keinen und esse meistens nur auf Anweisung von Mutti :D ...

    Das ich mich nicht richtig über jeden Tag freue an dem ich nicht trinke ist schon komisch, wenn ich mal darüber nachdenke. Hier rechne ich nicht wie beim Gewicht in 100g, sondern nur in Wochen. Hierüber sollte ich einmal nachdenken. Kriege bezüglich beidem eigentlich gleich viel positives Feedback von der Familie.

    Eigentlich merkwürdig das ich jetzt so an meiner Aussenwirkung interessiert bin, wo ich doch die letzten 2 Jahre wie ein Penner rumgelaufen bin (habe mir um Geld zu sparen nix neues mehr gekauft, nicht mal kaputte Kleidungsstücke ausgetauscht). Meine Ex meinte, ich würde rumlaufen wie ein Penner und recht hatte sie. Aber das war authentisch, habe mich ja auch so gefühlt. Ich werde mal überlegen wie ich in meiner Jugend so drauf war, was das optische anging. Interessantes Thema das vertieft gehört. Werde euch und mir hier berichten, wird ja sowas wie mein Tagebuch hier. So direkt mal aufgeschrieben, kann ich dann bei meinem Spaziergang morgen hinterfragen.

    Aufgrund mangelnden Geldes kann ich mir zum Thema Alkoholmissbrauch/-sucht keine Literatur kaufen. Also habe ich erst mal alte Bücher über Kommunikationsstörungen ausgebuddelt. Und siehe da, viele Anregungen um über mich selber nachzudenken, da Kommunikationsstörungen auch daraus resultieren können, weil man selber nicht weiss, was man von sich selber halten soll, wie viel man dem Gesprächspartner von sich selbst preisgeben möchte und was man vom anderen überhaupt möchte. Die "richtige" Literatur kaufe ich mir dann, wenn Geld da ist. Bis dahin reicht das aber das auch völlig als Anregung. Gerade mal Band 1 von 3 Bändern gelesen. In den nächsten 2 wirds noch richtig psychologisch.

    Jetzt aber erst mal wieder Pause machen. Mir raucht der Kopf

    Viele Grüße ihr Lieben
    Frank

    Nochmals Hallo Zusammen,

    so dann haben wir das schon mal erledigt :D

    Mein erster Kontakt ist jetzt also schon fast einen Monat her. In der Zwischenzeit habe ich viel bei euch gelesen. Echt ein super Forum auch wenn ich bisher nur gelesen habe.

    Jetzt sitze ich hier mit meinem Kaffee und überlege was in dem letzten Monat so passiert ist.

    Es ist einiges passiert aber dennoch zu wenig. Mal schnell ne Aufstellung machen:

    *Seit dem 14.12.07 immer noch keinen Alkohol getrunken und bisher auch keinen Saufdruck gehabt
    *Wohne in der Woche immer noch bei meinen Eltern und am Wochenende bei meinem Bruder
    *Richtig krankenversichert bin ich immer noch nicht, da ich mit den Hartz IV Antrag immer noch nicht abgeben konnte
    *Immer noch kein Geld in der Tasche da ich den Hartz IV Antrag immer noch nicht abgeben konnte
    *Ich gehe in der Woche täglich 3-4 Stunde spazieren und habe mittlerweile 10kg abgenommen
    *Ich sollte dringend weniger Kaffee und mehr Wasser trinken :D

    Das ich seit über 7 Wochen keinen Alkohol mehr getrunken habe macht mich schon stolz; endlich mal wieder. Mich irritiert nur das ich keinen Saufdruck habe. Ich denke natürlich viel über Alkohol nach und dann meldet sich der "Teufel" schon mal zu Wort.
    Als ich mir noch nicht so sicher war (das war auch Anfang noch Januar so) das der Alkohol mein einziges Problem ist und der Rest: Depressionen, Angst- und Panikattacken einzig und alleine dem Zweck dienten, dass ich trinken kann (Entschuldigung vor mir selbst) war der "Teufel" sehr redselig. Dies wurde mir interessanter Weise schon beim bisherher einzigen Besuch einer SHG im September 06 gesagt: Mit den Depressionen sei das so eine Sache bei Alkoholikern. Sie können genau dem o.g. Zweck dienen. Damals habe ich das für mich abgelehnt... nein nein dachte ich... ich bin eine ganz arme Sau und bin der krankeste Mensch auf der Welt... haha, ja pustekuchen... die Person hat meiner jetztigen Meinung nach voll ins schwarze getroffen.

    Nach dem der "Knoten meines Lebens" mittlerweile geplatzt ist und ich mich am 13.12.07 fürs Leben entschieden habe (nicht Selbstmord begehen und nicht mehr trinken) verschwinden auch allmählich die Depressionen, Angst- und Panikattacken.

    Leider ist die Wohnung meiner Eltern für 3 Leute viel zu klein und ich habe keinen Ort zum zurückziehen, da die Wohnung schlecht geschnitten ist. Dies sorgt natürlich für unbehagen aber ich sage mir immer das es 1000 mal besser ist als auf der Straße zu leben und dem sicheren Tod in die arme zu laufen. Am Wochende bei meinem Bruder ist es schon viel besser. Ich schlafe in seinem Arbeitszimmer und hier tobt das Leben in Form meiner beiden Nichten (5 und 7 Jahre alt). Einfach herrlich die beiden Mäuse und die Zeit hier vergeht immer wie im Flug (hat das Wochenende ja so an sich).

    Das mit dem Harzt IV-Antrag ist schon eine richtig blöde Sache. Normalerweise ist der Ratz-fatz abgegeben aber da ich 1,5 Jahre nichts mehr gemacht habe sind einige Unterlagen vorzulegen, die ihre Zeit bei den entsprechenden Stellen brauchen. Dann war noch die Weihnachtzeit dazwischen und aktuell ist Karneval in Köln (kein weiterer Kommentar notwendig :) ) Die weiteren Maßnahmen auf meiner Checkliste sind leider alle Abhängig von diesem blöden Antrag :

    *Arzt aufsuchen (damit ich wieder Krankenversichert bin)
    *eigene Wohnung finden (für Antrag auf eines Wohnberechtigungsscheins)
    *Arbeit finden (vorherige Genesung und überhaupt Kohle für Bewerbungsunterlagen)

    Zur Zeit habe ich es mit dem nicht trinken von Alkohol recht leicht. Die Woche über "kontrollieren" mich meine Eltern und am Wochenende mein Bruder, quasi betreutes wohnen. Die wahre Herausforderung gilt es zu meistern, wenn ich eine eigene Wohnung habe. Aber auch schon hier habe ich mit meiner Familie absprachen getroffen, damit ich immer schön Beschäftigung habe (2ter Wohnungsschlüssel für Familie und bis ich einen Job habe tägliche Besuche bei meinen Eltern). Die Angst, dass ich es dann wieder nicht packe macht mir Angst. Hier muss ich mir noch einiges überlegen. Ich bin mir zwar sicher das ich nie wieder Alkohol trinken will aber ich war mir im August/September 06 auch sicher, dass ich das Zeug nie wieder anfassen werde. Aber bis zur eigenen Wohnung wird noch einiges an Zeit vergehen und ich war dann zwischenzeitlich auch beim Arzt usw... Lust auf eine SHG habe ich nicht... vielleicht nehme ich die Sache doch noch zu sehr auf die leichte Schulter...

    Ja! Da muss ich auch hin... Ihr sagt es ja immer wieder und wenn ich darüber nachdenke sind die Gespräche mit meinen Eltern auch zu wenig...

    Mein Vater ist auch Alkoholiker, zum Glück aber schon über 10 Jahre trocken. Daher habe ich hier einen kompetenten Gesprächspartner. Meine Mutter hat nie viel von Alkohol gehalten aber da sie die Geschichte meines Vaters miterlebt hat und mit ihm zusammen in die SHG gegangen ist, habe ich auch mit ihr jemanden an meiner Seite der helfen kann.

    Meine Familie ist schon enttäuscht von mir. Weniger das es mit dem Alkohol so gekommen ist, sondern weil ich nicht zu Ihnen gekommen bin bevor die Bombe geplatzt ist. Ich für mich weiss, dass ich tatsächlich erst ganz am Boden sein musste, damit die Einsicht kommt (oder ist es so, weil ich mit dem Rücken an der Wand stehe; wenn ich in mich reinhöre dann will ich nie wieder trinken aber ich habe mich selbst schon über so viele Jahre belogen, ich kann mir ja selber nicht mehr trauen).

    Da ich immer noch über kein eigenes Geld verfüge liege ich jetzt meinen Eltern und meinem Bruder auf der Tasche statt meiner Ex. Auch wenn ich ihnen das Geld wieder geben kann. Dieses furchtbare Gefühl ein Parasit
    zu sein werde ich wohl erst mal nicht los.

    Aber wenn meine Sachbearbeiterin morgen arbeitet, kann ich den Sch...-Antrag morgen endlich abgeben. Karneval kommt wegen der freien Tage genau wie Weihnachten im Dezember echt ungelegen.

    Habe bisher 2 Versuche unternommen Kontakt mit meiner Ex aufzunehmen aber die ignoriert mich. Waren aber auch nur 2 Kontaktversuche via email, Feige wie immer. Aber für einen Anruf wäre es für sie wahrscheinlich immer noch zu früh... für mich auf jeden Fall! Es nährt sich bei mir langsam aber sicher eh die Gewissheit das wir uns nicht guttun, ich ihr jedenfalls definitiv nicht. Das Thema beschäftigt mich zur Zeit eh am stärksten. Liebeskummer ohne Ende :(

    Karneval haben wir... hmm voriges Jahr habe ich ihn alleine zu Hause "besoffen". Auch wenns mir nicht gepasst hat kommt mir das Getrubel doch sehr gelegen und ich erlebe Karneval wie es sich eigentlich gehört und wie ich ihn das letzte mal als Kind erlebt habe

    Alkoholfrei und die Züge angucken (es ist unglaublich, jeden Tag klappern wir 2 mit den Kindern ab) und für die kids Kamelle sammeln. Einfach super... ich hätte nie gedacht wie jeck ich ohne Alkohol sein kann.

    Weiberfastnacht war ich alleine in Köln und habe meinen 4 Stundenspaziergang im Wald gemacht. Da ich alle Freunde verloren habe konnte ich mich auch mit niemandem treffen. Aber nur mit Freunden wäre das auch ein harter Kampf gewesen. Und wie sagt ihr so schön, den Kampf kann man nur verlieren. Ich war aber schon einsam und hatte die Hoffnung das mein Bruder am Samstag rausgehen will. Und siehe da, er wollte. Als ich ihn fragte, ob ich mitgehen kann, fragte er mich nur, schaffst du das denn!? Ich sagte ihm wie es war, entweder sitzte ich im Arbeitszimmer mehr oder weniger einsam rum oder ich gehe mal wieder auf ein Fest (das letzte mal war ich Karneval 06 auf einem Fest). Und ich hatte voll Böcke wegzugehen. Was soll ich sagen. Es war saugeil :) Anfangs was schwierig da ich keinen ausser meinem Bruder und seinem Kumpel kannte aber mit der Zeit kam ich auch mit den anderen ins Gespräch. Mein Bruder und sein Kumpel haben mich schön mit Wasser und Apfelschorle versorgt und sie haben ihre Bierchen gezischt. Das die da alle getrunken haben hat mir nichts ausgemacht. Der Anfang mit dem Alk war was komisch aber die Dialoge waren interessant: Du trinkst keinen Alkohol. Nö! Na dann prost (im positiven Sinne) und haben mit meinem Wasser/Apfelschorle :) angestossen und das Thema war für den Abend geklärt. Unverständnis kam eher auf, das ich als Kölner nicht in Köln Karneval feier, sondern in der Provinz. Hier wäre am Anfang schon Offenheit besser gewesen aber da ich die Leute nicht kannte und es sie somit nichts anging habe ich rumgedruckst. Wenn ich so drüber nachdenke schon unangenehm. Aber die Leute waren nett und hätte ich es Ihnen gesagt, wären sie vielleicht auf das Thema eingegangen. Das sollte aber gerade nicht passieren, war ja zum feiern da. Und das habe ich auch gemacht. Mit super Laune und ohne Alkohol das Tanzbein geschwungen. Kommt auch gut bei den Frauen an. Habe diese Bestätigung und das Interesse freudig zur Kenntnis genommen aber sowohl meine Hormone (die ich ja nüchtern voll unter Kontrolle hatte) als auch mein Herz gehören noch meiner Ex.

    Ergo, ich war froh mal wieder ausgelassen feiern zu können aber ein unangenehmes Gefühl war wegen der Nachfragen

    *Wo wohnst du?
    *Was machst du beruflich?
    *Warum bist du als Kölner nicht Köln feiern?

    (nicht wegen des Alkohols) gegenwärtig, so dass ich das so schnell nicht wiederholen werde.

    Muss jetzt gleich auch mal zum Ende kommen. Denke heute Abend schreibe ich weiter. Ich merke das das Schreiben echt gut tut und ich ein extremes Mitteilungsbedürfnis habe.
    Warum muss ich kann ich nicht mehr schreiben: "D'r Zoch kütt" :D

    Bis später dann und Kölle Alaaf :wink:
    Frank

    Das schrieb ich am 06.01.08 auf eine Nachfrage von Karsten.

    Habe jetzt seit dem 14.12.07 nichts mehr getrunken. Meinen Restalkohol hatte ich noch 13.12.07 um 23.58 Uhr einem Obdachlosen mit dem Hinweis in die Hand gedrückt, das ich morgen Geburtstag hätte und keinen Alkohol mehr trinken werde (habe ihm damit zwar keinen Gefallen getan aber es war sch... kalt in der Nacht, vlt. hats ja was gewärmt).

    Jetzt habe ich 3 Geburtstage... meinen eigentlichen... den Tag als ich dem Tod nach einem Magendurchbruch nur sehr knapp von der Schippe gesprungen bin... und den 14.12.07. Der erste von hoffentlich vielen Tagen ohne Alkohol.

    Ob der Alkohol tatsächlich mein einziges Problem ist wird wohl nur ein Arzt entscheiden können. Ich wäre auch schon längst beim Arzt gewesen, wenn das mit meiner Krankenversicherung geregelt wäre. Zur Zeit bin ich nämlich nur für akute Notfälle versichert. Hier fehlt noch die Mitgliedserklärung der Krankenkasse, welche hoffentlich bald kommt.

    Ganz schön krank meine Geschichte. Ich fand sie das letzte Jahr schon krank aber ich habe sie mir aus meinem Gedächtnis gesoffen und auf den Tag x zitternd gewartet. Nun am 13.12. war es dann soweit.

    Eigentlich bin ich froh das es endlich geschehen ist. Ich war die ganze Zeit hoffnungslos, von Todessehnsucht begleitet und handlungsunfähig. Angst vor allem und jedem. Ich habe mir meine persönliche Hölle geschaffen.

    Das schlimmste für mich ist einfach, dass ich meine nichts ahnende Freundin in meine Probleme mit reingezogen habe. Finanziell und suchtmäßig (denke da an Co-Abhängigkeit bzw. Verführung auch Alkohol zu trinken, da ich ihr abends auch immer was hingestellt habe). Das mit dem Alkohol war nicht so das große Geheimnis aber das ich seit über 1 Jahr keine Einkünfte mehr hatte schon. Das ich es soweit habe kommen lassen will mir einfach nicht in den Kopf und ich schäme mich abgrundtief dafür.

    Auch wenn ich es nicht verdient habe, hat meine Familie mich wider erwarten mit offenen Armen aufgenommen. Die waren froh das ich noch lebe. "Standpauken" gabs auch nicht. Haben ja auch schon seit vielen Monaten nichts mehr von mir gehört. Mir wiederfährt zur Zeit nur hilfsbereitschaft. Von Familie und Ämtern (naja hier nur mäßig). Irgendwie habe ich das Vertrauen in Ärzte verloren. Ich hoffe, bei den nächsten fühle ich mich besser aufgehoben.

    Eigentlich gehts mir zur Zeit gut. Einen körperlichen Entzug habe ich nicht bemerkt. Vielleicht wurde er aber auch nur aufgrund meiner anderen Ängste und dem schlechten Gewissen überlagert. Habe ab und an auch mal gute Laune aber die ersticke ich direkt wieder im Keim, da ich keine verdient habe, nach dem was ich meiner Lebensgefährtin angetan habe.

    Ich führe zur Zeit viele Gespräche mit der Familie, damit wir alle besser verstehen wie es soweit kommen konnte. Ein bisschen was haben wir schon rausgefunden aber eine ärztliche Behandlung ist natürlich unumgänglich. Mit etwas Glück kann ich das nächste Woche schon angehen.

    Wow, schon 1:30 Uhr... bin die ganze Zeit im Forum am lesen.

    Dann mache ich für diese Nacht mal Schluss...

    Guts Nächtle
    Frank

    Servus Zusammen!

    Heute habe ich mich dazu entschieden mich auch mit meiner Geschichte an die "Öffentlichkeit" zu gehen. Daher nachfolgend das, was ich am 05.01.08 im Vorstellungsbereich geschrieben habe.

    Ich heiße Frank, bin 34 Jahre alt, wohne in Köln und habe seit ca. 5 Jahren ein Alkoholproblem bzw. bin Alkoholiker.

    Es fing wohl mit dem berufsbegleitendem Studium (BWL) an. 8 Stunden gearbeitet (kfm. Angestellter) und dann noch an 2 Tagen die Woche 2 Stunden und jeden Samstag von 8-15 Uhr Vorlesung. Während des Studiums dann Beförderung vom Sachbearbeiter zum Gruppenleiter und die Überlastung nahm ihren lauf.

    Das Studium habe ich dann abgebrochen, weil ich es einfach nicht mehr gepackt habe. In dieser Zeit habe ich mir aber schon angewöhnt auch mal alleine einen zu heben.

    Dann habe ich 2002 eine Frau kennengelernt, die ich sehr geliebt habe und immer noch liebe. Am Anfang lief hier alkoholmäßig alles "normal". Dann haben wir mit online Spielen angefangen (Dark Age of Camelot und später World of Warcraft). Hat uns einen riesen Spaß gemacht und wir haben es täglich gespielt; anfangs bis spät in die Nacht. Seit diesem Zeitpunkt (ca. April 2003) habe ich täglich Alkohol in steigendem Ausmaß getrunken (April 03 = 1 Flasche Wein, Dezember 07 = 5 Flaschen Wein/Sekt).

    Der Stress auf der Arbeit stieg durch immer mehr Projekte und Verantwortungsbereiche immer weiter an. Vorige Woche habe ich dann endlich mal gerafft, dass meine Leistungsfähigkeit durch den Alkohol wohl auch nicht mehr die Beste war.

    2005 habe ich dann irgendwie gar nix mehr gerafft und konnte abends nur mit Alkohol die Belastungen durch die Arbeit ertragen. Im Dezember 2005 hatte ich dann wohl einen Burnout oder so und habe mich krank schreiben lassen. Mein Hauptproblem waren hier depressive Stimmung, Panikattacken und Angst vor Menschen.

    An die Leser: Hier endet jetzt der verständliche Teil und es wird unnachvollziehbar.

    März 06: Termin beim ersten und bisher einzigem Therapeuten. Er kam schnell auf die Schiene mit dem Alkoholmissbrauch und ließ da nicht locker. Das ich hier bereits ein Problem mit Alkohol hatte war mir schon klar aber irgendwie dachte ich, dass kann es doch nicht alleine sein. Und mit 33 Jahren keinen Alkohol mehr trinken dürfen und während einer Reha nicht mehr spielen können; undenkbar.

    April 06: Ich konnte die Gespräche mit dem Hausarzt und Therapeuten nicht mehr ertragen und bin nicht mehr hingegangen. Bis Juli 06 habe ich meinen Arbeitgeber immer gemailt das ich noch krank geschrieben sei, obwohl ich ja gar nicht mehr bei den Ärzten war. Im Juli meldete sich dann die Krankenkasse bei meinem Arbeitgeber und die Sache flog auf.

    Es folgte die Kündigung aber wenigstens meine Freundin blieb bei mir. Wir regelten das mit den aufgelaufenen unbezahlten Rechnungen und ich ging hochmotiviert zur Agentur für Arbeit (sprich Arbeitsamt). Zur Ermittlung meines letzten Einkommens musste ich mich dann mit meiner Krankenkasse in Verbindung setzen. Wegen der oben beschriebenen 3 Monate war mir das so unangenehm, dass ich wieder wie gelähmt war. Nach 3 Wochen der Alkoholabstinenz genehmigte ich mir dann erst mal wieder tagsüber einen (während meine Freundin arbeiten ging) um mir Mut anzutrinken. Funktionierte nicht wirklich und so spielte ich dann "lieber" am PC als mich darum oder Jobsuche zu kümmern.

    Seit dieser Zeit habe ich keine Post mehr geöffnet, das Telefon ausgesteckt, keinem die Tür geöffnet und den Kontakt zu jedem Menschen ausser meiner Freundin und meinem Lebensmittel- und Alkoholhändler. 2 Flaschen Sekt habe ich tagsüber getrunken (während meine Freundin arbeiten ging) und dann haben wir beide abends jeder ca. 2-3 Flaschen geleert. Meiner Freundin habe ich erzählt das mit der Agentur alles laufen würde und ich Miete etc. zahlen würde. War natürlich nicht der Fall, da ich seit April 2006 keine Einkünfte mehr bezogen habe.

    Am 13.12.07 war es dann soweit. Die Wohnung sollte um 8 Uhr zwangsgeräumt werden. Um 5 Uhr bin ich dann einfach abgehauen und habe meine Freundin mit einem kurzen Abschiedsbrief dieser Situation ausgeliefert. Am 13.12.07 hatte ich die Entscheidung zu treffen, ob ich Selbstmord begehen werde oder nicht. Ich habe mich fürs Leben entschieden und bin dann am 14.12.07, dem Geburtstag meiner Mutter, bei meinen Eltern aufgeschlagen. Meine jetzt Ex-Freundin hatte meinen Bruder und Eltern informiert und zumindest sie waren glücklich mich lebend wiederzusehen.

    Seit nunmehr 3 Wochen lebe ich abwechselnd bei meinen Eltern (1,5 Jahre nicht mehr gesehen) und meinem Bruder und seiner Familie (2 Jahre nicht mehr gesehen). Ich kämpfe mit den Ämtern, den Erinnerungen, den Ängsten und der Sucht.

    Viele Fragen beschäftigen mich zur Zeit, Fragen die ich mir zum Teil schon seit 2 Jahren hätte stellen müssen:

    Was stimmt nicht mit mir? Ist es nur der Alkohol oder habe ich richtig einen an der Klatsche? Oder bin ich einfach nur ein faules A-Loch?
    Warum habe ich mir nicht helfen lassen? Woher kommt diese Angst?
    Wie konnte ich den Menschen, den ich liebe nur so hintergehen?
    Wie geht es weiter mit den Schulden?
    Wieso hatte ich die letzten 3 Wochen ohne Alkohol keine zitternden Hände oder Übelkeit?
    .
    .
    .
    Wie soll mein weiteres Leben blos aussehen?

    Anmerkung
    Meine Ex-Freundin wurde nicht zwangsgeräumt. Sie hatte zum Glück noch Zeit die Wohnung in Ruhe zu räumen, ihre Sachen aus unserer Wohnung (sie stand nicht im Mietvertrag) in Sicherheit zu bringen und zu ihrer Schwester zu ziehen.

    Dies ist meine erschreckende Geschichte. Solltet ihr nicht verstehen wie man es soweit kommen lassen kann... dann willkommen im Club.

    In gespannter Erwartung eurer Reaktionen
    Frank

    Servus Lütze,

    erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem 3monatigen :D

    Ich lese deinen thread jetzt schon seit Ende letzten Jahres und finde es klasse wie offen du über deine Probleme schreibst und was für qualifizierte Antworten du erhälst. Ich finde deine Fortschritte beeindruckend. Auch wenn manchmal ein kleiner Rückschritt stattfindet meisterst du diese Hürden doch mit bravur.

    Also an dieser Stelle auch ein dickes Lob an dieses Forum und seine Mitglieder.

    Ich schreibe dir heute, weil ich glaube, dass wir beide neben dem Alkohol das gleiche alte Problem haben, Liebeskummer.

    Auch wenn unsere Geschichten anders sind läuft es in dem Punkt auf das Gleiche hinaus, nämlich das wir unsere Partnerinnen durch den Alkohol verloren haben.

    Beim Problem Alkohol bin ich wahrhaftig kein Experte aber Liebeskummer hatte ich schon oft, viel zu oft. Verschärft durch unsere Alkoholsucht ist das natürlich eine tickende Zeitbombe. Die Gleichung Liebeskummer = Saufen ist bei mir fest konditioniert. Aufgrund meiner Sauf-Geschichte (ist nur im Vorstellungsbereich bisher beschrieben) stehe ich allerdings noch so unter Schock über meine eigenen Taten das ich diesmal kein Verlangen nach Verdrängung und Rausch habe.

    Aber wie können wir nun mit diesem Kummer umgehen. Man stellt sich doch immer die gleichen Fragen und findet mehr oder weniger vernünftige Antworten. Und selbst die vernünftigsten Antworten helfen einem erst einmal nicht weiter. Ich habe kürzlich folgende Aussage gelesen: Sitzt die Angst in den Eingeweiden hat die Vernunft keinen Platz. Gleiches gilt meines Erachtens auch für die Liebe.

    Gut gemeinte Ratschläge helfen einem kaum bis gar nicht weiter und verschlimmern das Gefühlschaos manchmal sogar. Aufgrund unserer Alkoholsucht müssen wir leider besonders aufpassen, nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu schlittern.

    Du und ich haben das Problem, dass wir in unserem Liebeskummer der "Gnade" des Ex-Partners ausgeliefert sind. Dies erscheint mir insbesondere durch die Abhängigkeit vom Alkohol sehr gefährlich.

    Ich persönlich Stelle mir folgende Fragen:

    * Habe ich auch wegen der Beziehung gesoffen?
    * Hätte die Beziehung so lange gehalten, wenn ich nicht gesoffen hätte?
    * Liebe ich sie wirklich noch oder vermisse ich nur die gemeinsame Zeit, Nähe zu einem anderen Partner und will einfach nur nicht alleine sein?
    * Wäre es überhaupt gut für mich, wenn ich mit meinem Ex-Partner wieder zusammen komme?
    . . .

    Wie ich gelesen habe, bist du schon kräftig dabei, dir darüber Gedanken zu machen.

    Leider kenne ich die Patentlösung auch nicht, da ich dich dann auf meinen Bestseller und Nobelpreis verdächtigen Ratgeber für Herzensangelegenheiten verweisen könnte :D

    Als doppelter Leidensgenosse wünsche ich dir und mir daher von ganzem Herzen, dass das richtige passieren wird. Und das Wichtigste: NIE WIEDER ALKOHOL!

    Aufbauende Grüße an dich und die fleißigen Helferlein
    Frank