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wie du hier beschreibst, das es einfach so ist und ich auch diesen schritt annehmen muß.
Nicht müssen Loreen, es ist ein Geschenk Deines Vaters an Dich, wenn Du diesen Schritt bis zur Schwelle begleiten darfst. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes nur eine EINMALIGE Erfahrung und deshalb nie wiederholbar.
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hast du zu denen eine tiefe verbindung die du begleitest?
Eine schwierige Frage. Ich weiss nicht, was Du unter tiefer Verbindung verstehst. Ich für mich schaffe eine Verbindung, die unabhängig ist von der Dauer, die ich den- oder diejenige vorher gekannt habe.
Diesen zuletzt gestorbenen Klienten sah ich zu diesem Einsatz das erste (und letzte) Mal. Die Umstände waren alles andere als menschenwürdig, aber trotzdem war da eine Verbindung - es ist sehr schwierig zu beschreiben. Ich fühle es und dieses Fühlen bestimmt mein Handeln und das Sprechen mit den Sterbenden. Es hat auch viel mit Respekt, Würde und Achtsamkeit zu tun. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen mir als Begleiterin und dem / der Sterbenden.
Der Sterbende machte mir das intimste Geschenk, das er machen konnte. Liess mich teilhaben an seinen letzten Stunden, reagierte auf meine Berührung, atmete ruhiger bei Ansprache, Stirn und Mundwinkel entspannten sich bei Massage. Es braucht keine Masken und kein Schauspiel mehr. Jetzt geht es darum das pure Leben loszulassen.
Nackte Authentizität.
Ich schenkte ihm Berührung mit jeder Faser meiner Hände und meines Herzens - er schenkte mir Reaktion. Es ist eine ganz besondere Stimmung gewesen.
Irgendwie so wie früher an Weihnachten, als ich draussen vor der Tür auf das Klingen der Glöckchen drin im Wohnzimmer wartete. Angespannte Entspannung in Erwartung eines Geschehen. Etwas feierliches...
Wenn ich den Sterbenden über eine längere Zeit begleite wie momentan einen Krebskranken seit Anfang Dezember, dann entwickelt sich natürlich eine andere Form der Bindung - wir lernen uns kennen, bevor die Endphase eintritt. Ich bekomme viel mit von Ängsten, Träumen, Erinnerungen, von Gefühlen wie Wut, Trauer, aber auch Dankbarkeit. Und ich begleite meistens ja auch die Angehörigen, die dann irgendwann zurück bleiben. Es ist eine vielleicht tiefere Bindung?
Oftmals bin ich dann sehr traurig beim Tod "meines" Klienten und mit den Angehörigen zusammen kommen dann die Tränen. Heute schäme ich mich nicht mehr dafür. Auf der Intensivstation habe ich gelernt um Sterbende und Gestorbene weinen zu dürfen...
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hast du schon jemand aus deiner Familie in den tod begleitet?
Nein, Loreen. Ich habe einmal meinen Bruder, der einen angeborenen Herzfehler hat, reanimiert, als er leblos neben mir in der Küche zusammenbrach.
Aber auch das wird vielleicht kommen. Ich unterhalte mich mit meiner Mutter über ihren irgendwannmal-Tod. Wir haben gemeinsam ihre Patientenverfügung aufgesetzt und sie bevollmächtigte mich dann zu agieren, wenn sie es u.U. nicht mehr kann.
Bei meiner Familie wird es wieder anders werden. Ich hoffe, dass ich dies nicht allzuschnell zu erfahren brauche.
Ich wünsche uns noch viel gemeinsame Zeit...so wie dir und Deinem Dad...
LG Skybird