Beiträge von skybird

    Hi Lillifee

    ein herzliches Willkommen auch von mir! :P
    Mach Dich doch nicht von seinem Schweigen abhängig und lass ihn ruhig auf dem Sofa (links :wink: ) liegen.
    Kümmere Dich einfach mal ein WE lang um Dinge, die DIR gut tun, die DIR Spass machen und lass sein Leben SEIN Leben sein.
    Wenn Du den Spass in den kleinen Dingen wiederfindest, dann macht es auch bald wieder Spass zu leben...

    Mit der Gestaltung DEINES Lebens durch DICH fängt alles an. Nur DU weisst was DIR gut tut. Ich geh heute auch noch ganz gemütlich in eine heisse Badewanne. Erklären wir doch das WE zu unserem WE, egal wie sich andere verhalten.

    Ich erlaube mir, dass es mir gut geht, auch wenn es anderen schlecht geht. :wink:

    Dies gehört zum Sorgen für sich dazu.
    LG Skybird

    Lütze - ich vermisse Dich hier. Klar, bleibt es jedem selbst überlassen zu schreiben, wann er will, aber da wir hier uns als SHG verstehen ist es ja auch erlaubt sich Gedanken zu machen, wenn ein Mitglied, das regelmässig geschrieben hat, auf einmal so von der Bildoberfläche verschwindet. :(

    Ich würde gerne wissen, wie es Dir geht.

    LG Skybird

    Guten Morgen Loreen und Caro

    Schön für mich Euren Dialog hier zu verfolgen. Tiefgründige Gedanken. Es ist nie zu früh und nie zu spät sich mit Leben und Tod auseinander zu setzen. Dieser Gedanke noch viel Zeit zu haben kann im schlimmsten Fall von einer Sekunde auf die andere zunichte gemacht und bedeutungslos sein.

    Jede/r wird an irgendeinem Punkt in seinem/ihrem Leben mit dem Tod konfrontiert. Die einen früher, die anderen später. Jedoch zieht es unweigerlich eine Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit nach.

    Zitat von Loreen

    ...nie vergessen das was wir haben zu sehen und zu lieben...

    Haben und Sein? Ich will nie vergessen, das was ich mit den Sterbenden SEIN konnte zu sehen, zu erinnern und zu lieben...

    Denn sie holten etwas aus meiner ICH-Tiefe ans Tageslicht, dass mir sonst eher verborgen ist... :wink:

    Ich wünsche Euch ein friedliches Wochenende und lass ganz liebe Grüsse da - an Euch beide... :P

    Skybird

    Danke Gotti und Julchen. Gestern abend, bzw. heute früh so gegen 0.30 Uhr sah ich eine Dokumentation über Traumatherapie im Fernsehen. Aufgrund des Amoklaufs hatten sie das Programm geändert und in dieser Sendung wurden sehr einfühlsam verschiedene traumatisierte Menschen vorgestellt und begleitet.

    Der Leiter der Traumaklinik wurde interviewt und sagte sinngemäss in etwa folgendes. Dass Ich-Stärke dann gegeben sei, wenn äussere Einflüsse oder Ereignisse keinen unmittelbaren schwächenden Einfluss auf das jetzige Leben mehr ausüben können.

    Hat mir gefallen. Auch wenn mich dieser Amoklauf erschüttert.

    :( LG Skybird

    Julchen, das passt prima hierher. Es braucht ICH-Stärke, um so etwas durchzustehen. Einen der nächsten Angehörigen zu begleiten in so einem, wie Deinem, Fall. Eine bewusste Entscheidung zu treffen, einen Menschen sterben zu lassen, den Tod zu initiieren.

    Es hat mich daran erinnert, als ich auf der Intensivstation gearbeitet habe. Herzchirurgie, nachdem ich 1 Jahr lang auf der Unfallchirurgie war. In aussichtslosen Fällen wurden Medis reduziert / abgesetzt und Beatmungsgeräte abgeschaltet. Alles auf Anordnung der Ärzte und in Absprache mit den Angehörigen.

    Für mich war es eine schwierige moralisch-ethische Auseinandersetzung mit mir selbst, denn oft war die jeweils verantwortlich Pflegende am Bett auch die ausführende Kraft für das "Einleiten des Todes"...
    Es war eine lange Auseinandersetzung, denn grundlegend - ohne verbale Verschönerungen und Umschreibungen - wurde ich zu einer "Mörderin", indem ich das Leben eines anderen Menschen beendete, wenn ich das Beatmungsgerät auf OFF stellte. Auch wenn die Verantwortung für die Entscheidung dies zu tun nicht bei mir lag, auch wenn alle informiert und einverstanden waren - ich war dann diejenige, die den Menschen sterben liess durch meine Handlung. An dieser Auseinandersetzung bin ich gewachsen und reifer geworden...

    LG Skybird

    Lieber Lütze - Sahneschnitte :lol:

    Dein regelmässiges Schreiben hier lässt merklich nach in letzter Zeit. Dies mag viele Ursachen haben. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es eine "glückliche" Ursache ist und nicht der heimliche - von hinten anschleichende - Vorbote eines Rückfalles.

    Take care...
    LG Skybird

    Hi Chanell

    Hat der Alkoholiker keinen Alk mehr steigt der Saufdruck. Hat die Coabhängige keinen Alki mehr steigt der Kontaktdruck. Entweder von ihm oder von Dir. In diesem Fall von Dir.

    Was kannst Du Dir selbst gutes tun im Moment um Dich davon abzulenken?

    LG Skybird

    Ich hab Dich gut verstanden Caro - klingt für mich nicht verwirrend, sondern das ist verständlich nach Deiner letzten Erkenntnis, die Dir traumatisch eingefahren ist.

    Weil Du Dich nicht mehr spürst suchst Du die Berührung von aussen um wenigstens Deine Körpergrenzen zu spüren, das Aussen wenn das Innere stumm ist. Verstehst Du was ich meine?

    Du machst das prima und morgen ist Theratag! :P

    LG Skybird

    Liebe Loreen

    Du machst das prima! Und Dein Dad bereitet sich vor - eine Phase des inneren Rückzuges, aber oftmals verbunden mit einer verschärften Wahrnehmung für das, was um ihn herum passiert. Auch wenn Du es ihm kaum ansiehst - er nimmt viel mehr wahr als wir alle meinen.

    Auf einer anderen Ebene als der sichtbaren...
    Deine Fragen habe ich in meinem Thread beantwortet. Ich hoffe du verstehst, was ich meine, denn für manche Geschehnisse auf dieser Welt finde ich irgendwie nur schwer Worte. Es ist sovieles mehr...

    LG Skybird

    Zitat

    wie du hier beschreibst, das es einfach so ist und ich auch diesen schritt annehmen muß.

    Nicht müssen Loreen, es ist ein Geschenk Deines Vaters an Dich, wenn Du diesen Schritt bis zur Schwelle begleiten darfst. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes nur eine EINMALIGE Erfahrung und deshalb nie wiederholbar.

    Zitat

    hast du zu denen eine tiefe verbindung die du begleitest?


    Eine schwierige Frage. Ich weiss nicht, was Du unter tiefer Verbindung verstehst. Ich für mich schaffe eine Verbindung, die unabhängig ist von der Dauer, die ich den- oder diejenige vorher gekannt habe.

    Diesen zuletzt gestorbenen Klienten sah ich zu diesem Einsatz das erste (und letzte) Mal. Die Umstände waren alles andere als menschenwürdig, aber trotzdem war da eine Verbindung - es ist sehr schwierig zu beschreiben. Ich fühle es und dieses Fühlen bestimmt mein Handeln und das Sprechen mit den Sterbenden. Es hat auch viel mit Respekt, Würde und Achtsamkeit zu tun. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen mir als Begleiterin und dem / der Sterbenden.

    Der Sterbende machte mir das intimste Geschenk, das er machen konnte. Liess mich teilhaben an seinen letzten Stunden, reagierte auf meine Berührung, atmete ruhiger bei Ansprache, Stirn und Mundwinkel entspannten sich bei Massage. Es braucht keine Masken und kein Schauspiel mehr. Jetzt geht es darum das pure Leben loszulassen.
    Nackte Authentizität.
    Ich schenkte ihm Berührung mit jeder Faser meiner Hände und meines Herzens - er schenkte mir Reaktion. Es ist eine ganz besondere Stimmung gewesen.

    Irgendwie so wie früher an Weihnachten, als ich draussen vor der Tür auf das Klingen der Glöckchen drin im Wohnzimmer wartete. Angespannte Entspannung in Erwartung eines Geschehen. Etwas feierliches...

    Wenn ich den Sterbenden über eine längere Zeit begleite wie momentan einen Krebskranken seit Anfang Dezember, dann entwickelt sich natürlich eine andere Form der Bindung - wir lernen uns kennen, bevor die Endphase eintritt. Ich bekomme viel mit von Ängsten, Träumen, Erinnerungen, von Gefühlen wie Wut, Trauer, aber auch Dankbarkeit. Und ich begleite meistens ja auch die Angehörigen, die dann irgendwann zurück bleiben. Es ist eine vielleicht tiefere Bindung?

    Oftmals bin ich dann sehr traurig beim Tod "meines" Klienten und mit den Angehörigen zusammen kommen dann die Tränen. Heute schäme ich mich nicht mehr dafür. Auf der Intensivstation habe ich gelernt um Sterbende und Gestorbene weinen zu dürfen...

    Zitat

    hast du schon jemand aus deiner Familie in den tod begleitet?


    Nein, Loreen. Ich habe einmal meinen Bruder, der einen angeborenen Herzfehler hat, reanimiert, als er leblos neben mir in der Küche zusammenbrach.
    Aber auch das wird vielleicht kommen. Ich unterhalte mich mit meiner Mutter über ihren irgendwannmal-Tod. Wir haben gemeinsam ihre Patientenverfügung aufgesetzt und sie bevollmächtigte mich dann zu agieren, wenn sie es u.U. nicht mehr kann.
    Bei meiner Familie wird es wieder anders werden. Ich hoffe, dass ich dies nicht allzuschnell zu erfahren brauche.

    Ich wünsche uns noch viel gemeinsame Zeit...so wie dir und Deinem Dad...

    LG Skybird

    Es passiert immer wieder, dass ich meine ICH-Stärke aus meinem Vordergrund in den Hintergrund rücke. Wie in den letzten Tagen, in denen mich eine Sterbebegleitung und der Tod "meines" Patienten sehr berührt, beschenkt und nachdenklich zurückgelassen hat.

    Es gibt sovieles mehr auf dieser Welt, als ich auch nur im Ansatz ahne. Immer wieder darf ich diese Erfahrung machen. Da bin ich als Individuum in diesem Moment egal, denn es geht irgendwie um ein grösseres Ganzes. Etwas, dass alle Menschen verbindet, zwangsweise, denn am Ende eines jeden von uns steht der Tod.

    Da konzentriere ich mich nicht mehr auf ICH-Stärke, sondern darauf, dieses Urvertrauen zuzulassen, dass ganz einfach stimmt was passiert ohne dafür eine Erklärung zu suchen.

    Sie ist nicht mehr im Vordergrund, sondern im Hintergrund. Auch wenn momentan nicht sicht- oder fühlbar, so langt mir doch das Wissen. Meine Ich-Stärke ist da - eben einfach im Hintergrund.

    Guten Morgen Heike,

    diesen Satz

    Zitat

    der alk macht aus ihm einen anderen menschen...

    habe ich hier im Forum schon oft gelesen und mir so meine Gedanken darüber gemacht, weil auch ich erlebt habe, was Alk aus "meinem geliebten" Menschen gemacht hat.

    Ich lass Dir einfach mal meine Gedanken dazu da. Was Du brauchen kannst, nimm ruhig mit - den Rest - ab in den Kübel... :wink:

    Wenn wir jemanden kennenlernen, so sind wir bestrebt uns von unserer besten Seite zu präsentieren.

    Wenn wir Einfühlungsvermögen haben, spüren wir schnell was beim Gegenüber gut ankommt und was nicht.

    Wir wollen gut ankommen und unser Gegenüber auch. Wir sind voller verliebter Gefühle, weil sowas wie mit diesem Partner haben wir ja noch nie erlebt.

    Wir nähren uns gegenseitig diese guten Seiten mit all ihren angenehmen Nebenwirkungen.

    Nun kommt der Alk ins Spiel. Er verzerrt die Wahrnehmung, die Realität, verwischt das Schauspiel des "GuteSEITENMenschen" und senkt massiv die Hemmschwelle für "unerzogenes" Verhalten, für in der Kindheit abtrainiertes Verhalten im Sinne von "So etwas macht man doch nicht"

    Der Promillepegel bringt genau diese Seiten hervor, die in jedem von uns "schlummern". Freude an Kontrolle, an Macht, völlig übersteigertes Selbstbewusstsein "Ich bin der Nabel der Welt, alles hat sich um mich zu drehen", die Freude an der Unterdrückung eines anderen, damit die eigenen Bedürfnisse zwangsgestillt werden...usw...beliebig erweiterbar.

    Um es auf den Punkt zu bringen:

    Diese Seiten waren schon immer vorhanden in den von uns geliebten Menschen, aber je höher die Promille, umso mehr entgleiten sie der Selbstkontrolle.

    Dies ist absolut keine Entschuldigung für Alkoholiker und ich stelle hier keinen Freifahrtschein für aggressives und andere schädigendes Verhalten unter Alkoholeinfluss aus, gell?

    Ich möchte nur bewusst machen, dass in jedem von uns mehrere "Schatten" vorhanden sind, die das Licht scheuen und die wir gerne verstecken...

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Hi Möhre

    Ich versteh Dein Dilemma. Du fühlst Dich von der Ex-Frau in die Verpflichtung genommen, weil sie Dich angerufen und informiert hat.

    Dein Vater ist ein selbständig verantwortlicher Mensch für sein Leben. Solange jemand nicht bevormundet ist, kann dieser jemand sein Leben gestalten wie er möchte. Es ist auch erlaubt sich zu Tode zu saufen, sofern er im Suff nicht tätlich gegen andere wird. Und sollte er das sein, dann ist es Sache der Angegriffenen dies anzuzeigen und damit den Staatsapparat in Gang zu setzen.

    Du hast Dich die letzten Jahre geschützt. Du hast Deine Gründe dafür. Warum solltest Du jetzt anders handeln? An Deiner Stelle würde ich mich weiter schützen.

    So hart es klingt: wenn er im Suff in Spanien jemanden "umfährt", dann ist das furchtbar, aber eine Tatsache, die Du hier von Deutschland aus nicht verhindern könntest.

    Wenn Dein Vater so weitermacht wie bisher von Dir beschrieben, schaufelt er sich damit ja sein eigenes Grab. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

    LG Skybird

    Liebe Loreen

    Diese Aufgabe - ein letztes Geschenk an Deinen Dad. Schön das mit dem Brief. Berührt mich. Ich bin auch ganz sicher, dass er es spüren wird ohne den Brief zu kennen.

    Ein Weg des Abschiedes. Ich habe heute ebenfalls mit einer Sterbebegleitung begonnen. Es steht im TB in der Geschlossenen, also suche nicht danach. Im Offenen schreibe ich nichts dazu.

    Ich merke einfach immer wieder wie wichtig es ist, dass die Zurückbleibenden den "Gehenden" die Erlaubnis geben, dass es ok ist zu gehen, dass sie nicht festgehalten oder noch in eine Verpflichtung genommen werden. Die Erlaubnis zu sterben.

    Kannst Du mit Deinem Vater über den Tod generell reden?

    LG Skybird

    Zitat

    Meinst du, wenn ich die Knöpfe kenne, hab ich ne bessere Chance?

    Ja, Doro, denn dann hast Du auch die Wahl ob Du Dich nach altem Muster verhalten oder mal ein neues Verhalten ausprobieren willst.

    Und zu Punkt 1. Ich meinte nicht, dass Du mir einsam vorkommst. Sondern ich las heraus, dass Ihr bei Meinungsverschiedenheiten nicht befriedigend miteinander kommunizieren könnt. Und dass er Dir dies dann zu bieten versucht "lass uns mal reden und wenn es bis nach Mitternacht geht", wenn er merkt, dass Du beginnst konsequent zu werden.

    Dass er damit über Deine Grenzen geht hast Du deutlich beschrieben. Aber um ganz klar dann eine - Deine - Grenze zu setzen, könnte ein Telhörer ja auch mal aufgelegt werden, wenn Dir Schlafengehen wichtig ist, oder?

    Vielleicht war dies bisher auch ein Problem? Dass Deine Grenzen ihm gegenüber zu unklar, zu verwischt, zu schwammig waren?

    LG Skybird