Beiträge von skybird

    Eine sehr gute und wichtige Frage Käferchen!
    Nachdem ich meine Verzweiflung nach der Anmeldung hier im Forum herausgeschrieben habe, Antworten erhielt und umsetzte, schrieb ich 3 Monate nichts mehr - weder bei mir noch bei anderen, aber las und las und las...und probierte, setzte um, scheiterte, las wieder, probierte neu und hatte Erfolg. 3 Monate Sendepause aber mit einem Riesen-Rucksack an Instrumenten hier aus dem Forum.

    War eine ganz wichtige Zeit für mich und ich war so mit mir beschäftigt, dass ich nicht einmal daran dachte, bei anderen zu schreiben. Ich habe nur konsumiert und es war gut so. Habe mich aus der Forums-Schatzkiste bedient und brachte mein Leben wieder auf die Reihe. Während der Trennungsphase, der innerlichen Loslösung war der Austausch ganz wichtig, ich begann auch bei anderen vorsichtig zu schreiben. Heute nun " :lol: schreibe ich wild drauflos", aber nur dann, wenn ich auch etwas zu sagen habe. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen auch bei anderen "schreiben zu müssen", nur damit diese eine Nachricht im Thread stehen haben, wenn sie morgens aufstehen.

    Ich empfinde auch bei manchen, dass es vllt. besser wäre, sich etwas mehr zurückzuhalten bei anderen. Dass es sinnvoller wäre, erst auszuprobieren, umzusetzen, Erfahrung damit zu sammeln. Nachfragen bei Nichtverstehen ist immer absolut ok, aber auch Geduld haben, wenn nicht gleich eine Antwort kommt.

    Am schlimmsten hier sind für mich die Leute, die auf alle Ratschläge ein "Aber" bringen und damit signalisieren, dass sie nicht einmal bereit sind, diese auszuprobieren. Die sich ellenlang erklären, wie wichtig das "beisichbleiben" ist, um dann in allen anderen Threads herumzuhoppen und fragwürdige Sätze zu hinterlassen. Werden sie dann direkt auf eine Diskrepanz oder eine nachweisliche Unwahrheit des von ihnen verbreiteten angesprochen (angeschrieben), dann missachten sie diesen Post völlig oder ziehen sich beleidigt zurück.
    Aus diesen Threads halte ich mich ganz bewusst heraus, kündige dieses aber dem jeweiligen Threadinhaber auch an.
    Ich helfe niemandem dabei von sich selbst abzulenken, sondern finde es umso bereichernder miterleben zu dürfen, wie manche erst hier wieder zu sich kommen und dass es ihnen wohl dabei ist.

    Wenn mich heute etwas mehr beschäftigt, dann ziehe ich mich auch aus dem Forum etwas zurück. Geht es mir dagegen sehr gut und ich verspüre viel Energie, dann ist es schön, diese auch hier verteilen zu können.

    LG Skybird

    Zitat von loreen

    und warum suche ich trotzdem in einem partner die ruhe und zufriedenheit, die ich in mir nicht finde?

    Weil ich dann meine Unzufriedenheit gleich an ihm aufhängen kann, denn er ist ja verantwortlich für meine Nicht-Ruhe und für meine Nicht-Zufriedenheit. Ist also nicht nötig bei mir hinzuschauen und meine Selbstverantwortung zu tragen. Könnte es so sein Loreen? Bei Dir? Bei mir war es früher genau dieser Punkt, aber hat gedauert bis er vom Unbewussten ins Bewusste gerutscht ist.

    Und mit jemandem zusammen einsamer sein als alleine, das kenn ich auch. Und hab es lange genug mitgemacht und unterhalten. :evil:

    Zitat von Kawi

    Gehört es nicht dazu zu wissen, was Dir gut tut?


    Doch, Kawi, es gehört absolut dazu, aber am Anfang meiner Thera wurde mir oft die Frage gestellt "Anja, was brauchst Du?" :evil: Ein hilfloses Schulterzucken, ein leises Weissnich oder ein trotziges Nix war dann die Antwort. Ich habe Jahre gebraucht um endlich einmal laut und vor allem ehrlich sagen zu können, was ich brauche. Und bekam es dann. Eine heilende Erfahrung.
    Auch heute noch ertappe ich mich bei der Bitte an jemand anderen bei einem leisen Schamgefühl, weil ich es selbst nicht schaffe. Dieses Ichkannalles, ichschaffallesalleine hat soviele Jahre meinen Alltag geprägt, dass dieses Muster auch heute noch anspringt, wenn ich um Hilfe bitte. Dann kommt mein Stoppschild und meine eigene Erlaubnis an mich selbst etwas nicht zu können, nicht zu schaffen und dass es ok ist, wenn ich um Hilfe bitte.
    :wink:

    Gerade in den Zweiflerzeiten ist es notwendig, dass ich mich an meine ICH-Stärke erinnere. In den Zeiten, wenn ich mich am liebsten dem grossen Brummbär in die sicheren Arme schmeissen will, der perfekt trösten kann und mir sagt "Alles wird gut". Nur - der ist nicht da, wenn ich ihn brauche :oops:

    Also, wie, wer, was fängt mich auf in solchen Momenten? Einerseits die Bewusstheit, dass es ist, wie es ist, das Erkennen der tief verwurzelten Sehnsucht nach Sicherheit, Beständigkeit. Andererseits auch das Zulassen der auftauchenden Gefühle - nicht wie früher - einfach wegmachen und bitte so schnell wie möglich.

    Über Berührung, Körperarbeit habe ich erfahren, dass dies meine gute Möglichkeit ist, mich zu mir zurückzuholen, mir Achtsamkeit entgegenzubringen, mich anzuschauen, ungeschminkt und mit allen Emotionen, die da sind, im Blick. Hart, aber herzlich! :wink:
    Und mir selbst das zu geben, was ich in diesem Moment brauche.

    Lieber Lütze, guten Morgen!

    Dem Singlejahr nachtrauern? Mhmhm - kann ich verstehen - einfach Leben ohne Kompromisse, mich niemandem erklären müssen, tun und lassen können, was ich gerade JETZT will ohne mich mit irgendjemandem abzusprechen oder jemanden zu benarichtigen. Hat was.

    Ich finde es gut, dass Du schaust, wo es möglich ist Dein Singlejahr in die Beziehung zu integrieren und dass Du es bei Deiner Frau ansprichst und sie frägst, inwieweit und bei welchen Sachen sie mitreden möchte. Welches ihre Erwartungen an Dich sind punkto Informationsfluss. Wann, wie, ob überhaupt? Wann ganz sicher, wann schön, wenn kommt aber nicht unbedingt notwendig und wann nicht nötig?

    Ihr erzählen, was Dir an Deinem Singleleben so gut gefallen hat, dass Du jetzt versuchen möchtest es in Euer gemeinsames Leben zu integrieren. Sie hat sicher auch Sachen erlebt als Single, die sie gerne weiter aufrecht halten möchte. Kennst du die?

    Gemeinsam eins sein und trotzdem zwei bleiben - wäre auch meine Wunschvorstellung einer Partnerschaft oder ist es nur der verklärte Wunsch nach Symbiose?

    LG Skybird

    Guten Morgen Katze!

    Gerade jetzt, wenn es Dir so in den Fingern juckt, ihn wieder anzurufen, etc., ist es wichtig, dass Du Dich ganz bewusst in den Mittelpunkt stellst. Lenke Dich ab mit einem Hobby, geh raus laufen, treff Dich mit Leuten auf ein Käffchen, lad eine Arbeitskollegin bei Dir zum Essen ein - was auch immer. Mach was, sei aktiv.

    Wer nicht handelt, wird behandelt. Und das wurdest Du doch lange genug, oder? Raus aus der passiven Rolle - es liegt in Deiner Hand und Du schaffst das! :wink:

    LG Skybird

    Martina, mal Pause machen - tief durchatmen, mind. 10mal hintereinander. Ich möchte gerne noch etwas wiederholen, was ich Dir schon einmal geschrieben habe. Ich finde es sinnvoll, dass Du Dir therapeutische Hilfe suchst, die Dir dabei hilft, die der Kontrollsucht zugrundeliegenden Ängste aufzudecken.

    Was hast Du denn zu verlieren? Nichts, oder, wenn Du Deinen momentanen Zustand anschaust? Aber alles zu gewinnen... :wink:

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Und erneut einen guten Morgen alle zusammen!

    Charmenida :
    Das ist ja das Schöne am Leben und am Körper. Es wird nur soviel zugemutet und ins Bewusstsein gerückt, wie ich auch ertragen kann. :wink:

    kawi :
    Da sind wir durch etwas ähnliches durch. Für mich ist es heute auch sehr auffallend, wenn jemand man statt ich sagt und dabei aber im Grunde genommen seine Meinung vertritt, einfach im Schutz der Masse.
    Und bezüglich Thera :wink: Was meinst Du, wie ich gestritten, gehasst, geschimpft habe auf sie und ihn. Das ging bis zu handfesten Diskussionen. Etwas ganz Wichtiges durfte ich dabei jedoch lernen. Dass sie mich als Person immer noch mögen, akzeptieren und integrieren, obwohl sie meine Handlungen verurteilten. War sehr wichtig zu erfahren, dass ich nicht als Person entwertet werde, wenn meine Handlungen abgelehnt werden.

    Julchen :
    Du hast Dir die Antwort gleichzeitig mit der Frage selbst gegeben, merkst Du das? Lies nochmals Deinen Satz mit dem Hintergrund von man und ich, den ich weiter oben beschrieben habe.

    Zitat

    Wieso wirkt man manchmal auf andere so anders als man sich fühlt?


    Vielleicht weil das man das eigene ICH kaschiert?
    Was ist so schwer an der Frage "Wieso wirke ich manchmal auf andere so anders als ich mich fühle?" Vielleicht taucht da bereits eine Antwort in Dir auf, wenn Du Dir diesen Satz laut vorliest?

    RenateO :

    Zitat

    Muß oder sollte das denn so sein?


    Das Wort müssen habe ich aus meinem Sprachschatz gestrichen und verwende es nur noch äusserst selten. Was mir auffällt an Menschen, bei denen sich das Selbstbild und das Fremdbild annähert, bzw. übereinstimmt, dass sie sehr authentisch auf mich wirken, kongruent in ihren Handlungen und in ihren Worten sind. Ich bin sehr gerne mit solchen Menschen zusammen, weil sie eine undefinierbare Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, weil sie die Kraft aus ihrer eigenen Mitte nehmen und nicht von anderen. Von solchen Menschen lerne ich immer wieder sehr viel.
    Und zum Punkto Selbstwahrnehmung hatten wir eine Übung: Setze Dich einen halbe Stunde lang direkt vor einen Spiegel ohne Ablenkung (Musik, Fernseher im Hintergrund, etc.), schaue Dir in die Augen, sieh Dich an, nehme wahr und dann schreibe auf, was Du an Dir als schön empfindest, was Dir an Dir gefällt. Du wirst sicher etwas finden. :wink:

    Jetzt geh ich dann bald los - arbeiten - und freu mich! :P

    LG Skybird

    Lieben Nancy

    Gute Idee - Schritte einleiten für einen dauerhaften Cut. Und wenn Du ihm heute begegnest, keine Diskussionen, kein Ping-Pong :wink: und lässt er nicht locker, dann sag ihm, dass er gehen soll, bzw. wenn er das nicht befolgt, entzieh Dich selbst der Situation.

    Drück Dir fest die Daumen, dass Du es schaffst bei Dir zu bleiben.

    LG Skybird

    Liebe Loreen

    Zitat

    ich muß noch so viel lernen


    Wenn du das muss durch darf ersetzt, klingt es doch um einiges freundlicher und mit weniger Druck, oder?

    Ich darf auch noch sovieles lernen und ich empfinde es als ein Geschenk, dass ich lernen kann! :P

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Das Thema ICH scheint Euch ebenfalls so zu faszinieren wie mich. Ich freue mich darüber, deswegen schreibe ich nun ein bisschen weiter hier... :wink:

    In meiner Thera habe ich mich, die Theras mich und ich andere oft erwischt dabei, dass bei Meinungsäusserungen oder Statements viel mehr Man als ICH gebraucht wurde. Warum passierte dies immer wieder? Viel schneller sprach ich von Man hat...o.ä., wenn ich doch im Grunde genommen mich selbst gemeint habe. Aber Man ging mir irgendwie einfacher über die Lippen als ICH... :roll: Warum?

    Gerade in einer Beziehung - sei es zu Männern, Frauen, Theras, etc... spielt das ICH doch erst dann eine Rolle, wenn es in Beziehung zu einem DU gesetzt wird. Besitze ich nun keine genügende ICH-Stärke und bin gesteuert durch Unsicherheit oder mangelndes Selbstwertgefühl, dann neige ich dazu meine Meinung zu verallgemeinern durch das Indefinitpronomen man statt des Personalpronomens ich. Habt Ihr schon jemals darauf geachtet, wie häufig und schnell Euch so etwas im Alltag passiert?

    In der Thera kam immer die prompte Zurechtweisung "rede von Dir, als ICH" und - huch - da wurde die Formulierung manchmal sofort komplizierter oder es blieb sogar Sprachlosigkeit zurück.

    Ich-Stärke kann ich also erst beginnen zu entwickeln, wenn ich auch bedingugslos akzeptieren kann, dass da ein ICH ist. Wie kann ich denn mein ICH überhaupt erleben?

    Normalerweise erlebt der Mensch sein eigenes SEIN in verschiedenen Ausdrucksformen - Handeln, Fühlen, Erleben, Formulieren, Denken...
    Jeder kennt vermutlich den grossen Spruch "Ich denke, also bin ich."
    Wenn der Mensch sein ICH wahrnimmt, dann nimmt er sich als etwas Ganzes wahr, als etwas eigenständiges - als Individuum. Dies erlaubt ihm zu denken, seine Realität immer wieder zu überprüfen, autonom zu handeln, Beziehungen einzugehen, Triebe und Affekte zu regulieren und sogenannte Coping- oder Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

    Da aber jedes ICH individuell ist, braucht nun auch jeder von uns seine ganz individuelle, einzigartige Bewältigungsstrategie. Dies ist der Grund, warum hier niemand das Pauschalrezept zum Umgang mit Alkoholismus oder Co-Abhängigkeit verbreiten kann. Es gibt es schlicht und einfach nicht. Es können nur eigene Erfahrungen wiedergegeben werden, aus denen aber jeder seine ganz persönliche Copingstrategie entwickeln kann.

    Das spannende, welches ich sowohl bei mir selbst als auch auf der Intensivstation immer wieder erleben durfte. Sowohl im Tiefschlaf als auch in der Narkose gibt es kein ICH-Erleben. Deshalb stellt sich ganz schnell die Frage. Bin ich ICH oder nur mein ICH-Erleben? Sprich, bin ich die, für die ich mich halte? Da sind wir bei der Selbstwahrnehmung angekommen.

    Neben der Selbstwahrnehmung gibt es nun auch die Fremdwahrnehmung und hier ergeben sich immer wieder Missverständnisse im Forum aus genau dieser Differenz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Bin ich die, wie ich mich sehe oder bin ich die, die die anderen sehen?

    Huch, schon wieder lang geworden - Verzeihung, aber wenn der Bauch und mein ICH :wink: schreiben, dann ist der Kopf ausgeschaltet und ich versinke in Zeitlosigkeit und irgendwelchen philosophischen Ergüssen...

    Ich lass es nun einfach mal so stehen...

    Hi dicke Katze,

    nochmals willkommen hier im Forum! :wink:
    Wenn Du wissen willst, wie andere das schaffen und geschafft haben, so ist es am besten erst einmal viel bei anderen zu lesen. Nimm Dir das daraus, was Dich anspricht und was Du für Dich brauchen kannst.

    Wenn Du gezielt Antworten zu etwas haben möchtest, dass Dich gerade jetzt als Co-Abhängige beschäftigt, so wirst Du nicht darum herumkommen, Deine Geschichte zu erzählen.

    Und ich schätz mal eine Pauschalantwort würde garnicht helfen, denn egal wie andere es machen - jede/r macht es mit den ihr/seinen eigenen Werkzeugen und findet ihren /seinen eigenen Weg.

    Also erzähl doch ein bisschen was von Dir - Du bist nicht die erste, die jammert. :wink: Beim Jammern fängt ja schon mal was an, oder? :wink:

    LG Skybird

    Hi Nancy

    Dein Post bei mir hat mich neugierig auf Dich gemacht und so habe ich Deinen Thread gelesen.

    Ich mag Dir gerne meine Gedanken zu manchen Dingen dalassen und habe da auch noch Fragen, da ich entweder manches nicht in den richtigen Zusammenhang gesetzt oder es einfach nicht verstanden habe.

    Was ich glaube zu verstehen, ist, dass Dein Ex-Freund (nenn ihn jetzt einfach einmal so) Dir noch etwas schuldet und Du ihn dieses durch diverse Arbeiten in Deiner Praxis abarbeiten lässt. Richtig?

    Wenn ja, dann gebe ich Dir jetzt einmal folgendes zum Denken: Kann es sein, dass Du dieses Abarbeiten dazu benutzt - unbewusst natürlich - dass Du Dir die Hoffnung aufrecht erhältst, ihn doch noch davon überzeugen zu können, dass Du die Frau bist, die er braucht? Provokativ, ist mir bewusst. Kann es vllt. auch sein, dass Du Dir damit immer wieder Deine alten anerzogenen Muster bestätigst, dass Du nichts wert bist, allerhöchstens, dass Du wieder und immer wieder verletzt wirst?

    Du schreibst, du kennst meinen alten Thread. Dann kennst Du vllt. meine Meinung über die Opfer-Täter-Rolle. Mit der Distanz zu Dir, mit der ich heute Deinen Thread gelesen habe, sehe ich hier in Eurer Noch-Beziehung ein verzweifeltes Machtspiel, welches ihr beide immer wieder nährt. Der permanente Wechsel der Opfer-Täter-Rolle. Jede/r von Euch übt beides aus und je nach dem daraus entstehenden Machtgefälle mit mehr oder weniger perfider Manipulation.

    Diese Spirale, die nur abwärts dreht, Nancy, die würde ich schnellstens unterbrechen. Auch wenn er noch Schulden hat bei Dir, egal, distanziere Dich so weit wie möglich. Genauso wie Du Dich immer wieder von ihm in nutzlose, verletzende Diskussionen verwickeln lässt. Er beschimpft Dich am Telefon, Du zahlst es ihm genauso heim. Machtspielchen zweier verletzter Seelen, denen es um nichts anderes geht als dem Gegenüber zu beweisen, wessen Seele jetzt mehr und tiefer verletzt ist.

    Du willst Dich lösen, raus aus Deiner Co-Abhängigkeit, raus aus der Opferrolle. Und das kannst nur Du! Und am Anfang wird das nicht anders gehen wie mit einem totalen Kontaktabbruch, so schwer es Dir auch fallen mag.

    Solange du Dich emotional noch so an diesen Mann bindest, ihm soviel Macht in Deinem Leben zugestehst, solange wird Dich diese Beziehung an der Öffnung gegenüber anderen Menschen hindern. Wird Dich hindern daran, Dich selbst zu heilen, um irgendwann eine gesunde Beziehung zu führen.

    Vielleicht harte Worte jetzt für Dich, Nancy, aber von mir empathisch und liebevoll gemeint. Nicht gleich darauf reagieren, lass sie wirken.

    Kannst mir dann immer noch später mitteilen, dass Du es vllt. ganz anders siehst! :wink:

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Guten Sonntagmorgen an alle!
    :P
    @Lämmchen und Kat:
    Eure Begleitung ist etwas sehr wertvolles für mich, denn der Gedankenaustausch bereichert mein Leben und bringt mich immer wieder zu neuen Ansichten! Dankeschön!

    kawi , meine treue Seele:
    ICH-Stärke brauchen nicht nur Co's. Die brauchen wir alle, unabhängig davon, in welche Schublade wir uns stecken. Deine Erkenntnis, dass Du Dich nicht abhängig machst, weder von etwas noch jemandem ist eine ganz wichtige Erkenntnis, die das ICH stärkt. Die Verlässlichkeit in sich selbst finden, das Vertrauen zu mir entwickeln, dass ich es so gut mache wie ich es eben jetzt gerade kann und mich nicht mit Selbstvorwürfen zerfleische, weil andere es ja noch besser machen oder können.
    Und nein, Du bist sicher nicht am Thema vorbei, sondern mittendrin. :wink:

    @maddison:

    Zitat

    Aber kaum lächele ich sie an, lächelt sie zurück


    Dieser Satz gefiel mir sehr, denn auch das fördert die ICH-Stärke. Wir alle kennen doch dieses *Ich kenn Dich nicht, aber wasch Dich trotzdem*-Gesicht am Morgen, oder? Wieviel freundlicher ist es doch, diesem zuzulächeln, um ein Lächeln zurückgeschenkt zu bekommen?

    kabili :
    Ja, ja, ja, gut erkannt. Ohne ICH kein WIR. Wie will ich einem anderen etwas geben oder zeigen können von mir, wenn ich mir weder selbst geben, noch mich mir selbst zeigen kann? Ungleich schwierig, mit viel Unsicherheit behaftet und mit dem Risiko, dass es schnell ziemlich daneben gehen kann. Habe ich mein ICH dagegen stark entwickelt bin ich nicht abhängig vom DU, sondern kann mir erlauben mit einem DU die gemeinsame Freude an den wechselseitigen Unzulänglichkeiten zu entdecken - für mich die Liebe. :P

    @Thelma:
    Wie will jemand Stärke entdecken, der nicht durch Schwäche gegangen ist? Wenn ich nie Trauer gefühlt habe, wie kann ich Freude geniessen? Wenn ich nie sauer geschmeckt habe, woher weiss ich wie süss schmeckt? Ich weiss einfach nur *anders*, aber benennen kann ich es nicht. Dazu wollen die Erfahrungen alle gemacht werden. :wink:

    Ich-Stärke. Stark, solche Worte zu schreiben und solche Meinungen zu vertreten wie oben erwähnt. Doch wie begegnete ich meinem ICH? Was ist mein ICH für mich? Ich lerne es immer noch kennen...und es gefällt mir immer mehr, immer öfter... :P

    Soweit ich dies verstanden habe, Maddison, kann die medizinische Betreuung nicht einfach alles andere ausklammern, sondern der sogenannte Betreuer nimmt auch die Rechte und Pflichten des Erkrankten wahr. Details wie gesagt im Betreuungsgesetz und sonst beim Vormundschaftsgericht oder auch Notar nachfragen. Ist mir noch eingefallen... :wink:

    Liebe Maddison

    Google mal unter Betreuungsgesetz. Dort findest Du alle nötigen Paragraphen und wenn Du Klarheit haben willst, dann frag doch mal beim Arzt, bzw. Sozialdienst des KH nach, die diese Betreuung einleiten werden.

    Machst Du Dir Gedanken, dass Du etwas zu hören / lesen bekommst, weil Du abgelehnt hast?

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Guten Morgen Andrea

    Ich lese viel Verachtung aus Deinen Worten. Verachtung ist keine gute Gesprächsbasis. Sie bringt nur noch mehr Verletzung auf beiden Seiten und verschlimmert die Situation. Lass solche Gespräche - sie tun weder Dir noch Deinem Mann gut. Es ist nur pure Verzweiflung und der Willen den anderen noch mehr zu treffen, als dass er Dich bereits getroffen hat.

    Sinnlose Sätze. Und verletztende.
    Und Mitleid braucht Dein Mann nicht, weder von Dir noch von sonst jemandem. Wenn Du Mitgefühl empfinden könntest, dann wäre das eine empathische Geste. Aber auch die würde ihm nicht weiterhelfen. Er kann sich nur selbst helfen.

    Und ja, es gibt Alkoholiker, die sehr lieb zu ihren Partnern sind, je nach Alkpegel. Dann ist eine Trennung ungleich schwieriger, wenn auch immer noch ein liebevolle Seite präsent ist.

    Zitat von Kabili

    ich schaeme mich, das ich einer person erlaubt habe ,mich zu nichts zu reduzieren

    Ich glaube nicht, dass Du das hier einer anderen Person in die Schuhe schieben kannst, Andrea. Du, und niemand anders hat Dich auf das, was Du nichts nennst, reduziert.

    Bei Dir fängt es an und bei Dir hört es auf und niemand anders als Du kann Dein Leben für Dich wieder lebenswert machen.

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Ja, schau mal, guten Morgen alle zusammen hier! :P Welch Freude so eine Menschenansammlung in meinem TB! :P Ich danke Euch allen für Eure Feedbacks.

    @Käferchen: Na, danke fürs Kompliment, aber diese Idee hatten andere schon vor mir und ich empfinde es als sinnvoll, wenn ein Thema nicht mehr aktuell ist für den Threaderöffner, dieses dann auch zu beenden und das aktuelle zu eröffnen.

    @Thelma: Klasse Post. Möchte mir das

    Zitat von Thelma

    Um mich dann zu schützen, legte ich oft nach aussen eine Unnahbarkeit an den Tag.
    Diese hielt ich für Stärke.


    mal rauspicken, denn das kenne ich gut. Und diese Unnahbarkeit hatte vor allem eine grosse Blendwirkung auf andere. Kommentare wie "toughe Frau" oder "die ist echt stark" waren an der Tagesordnung. Innen war etwas verzweifelt am schauen, ob mich denn niemand auch mit meiner Verzweiflung, meinem Kleinsein, diesem unstillbarem Bedürfnis nach Nähe, Getröstetsein und Sicherheit, sieht.

    Schade, dass Du kochen musstest. 8) Hätte Dich gerne noch weitergelesen.

    @Maddison: Lach, den Spiegel küssen. Hab ich noch nicht gemacht, aus dem einzigen Grund, dass ich das Ding dann öfters putzen müsste. :lol: Aber mir selbst morgens liebevoll und mit einem Lächeln in die Augen zu gucken, das war manche Tage schon schwer genug. Übung macht den Meister.

    summerdream :
    Ah, die knutschaDani ist auch wieder bei mir gelandet. Freut mich, denn irgendetwas an Deiner Art zu schreiben berührt etwas in mir - immer wieder - und wenn ich auch nur ganz wenige Sätze von Dir bei anderen lese.

    @Speedy:

    Zitat

    jetzt dachte ich schon, wir hätten Dich im "Offenen" ganz verloren!


    Och Speedy, weisst Du nicht mehr? Damals? Ich bin doch ne Co! Die klammern, bis die Knochen brechen... :lol::lol:
    Diesen Satz schrieb ich schon einmal und von Dir wurde er sehr liebevoll kommentiert! Freu mich, dass Du mich weiterliest und mal so nen Buchstaben hierreinkraxeln - hab ich garnix dagegen. :P

    @Loreen:
    Ja, Loreen, das Leben ist wunderschön, wenn wir beginnen es bewusst zu leben. Und es ist auch gut, wenn nicht alles gut ist! Manchmal kommt es auf den Standpunkt des Betrachters an, ob er ein Glas als halbvoll oder halbleer ansieht.

    @Merlina:

    Zitat von Merlina

    Welcher Mensch ist dir der wichtigste


    Na, 100 Punkte gibt es da nur für eine Antwort. ICH - und damit wurde der Kreis gerade wieder geschlossen zu meinem Threadtitel!

    Ich.
    Ich-Stärke.

    Dieses Wort begegnete mir zum ersten Mal in meiner dreijährigen Ausbildung in Körperarbeit. Und von Anfang an faszinierte es mich auf eine spezielle Art und Weise.

    Nicht nur, weil mich für mich neue Wort-Kreationen immer faszinierend sind, sondern weil es da diese starke Band gibt zwischen ICH und Stärke.

    Kannte ich von mir nicht, denn meine vermeintliche Stärke war nichts anderes als ein perfekt aufgebautes Schutzschild gegen Verletzung.

    Angriff ist die beste Verteidigung.

    Und ich war "gut" :oops: darin. Dass manche auf meinem Weg am Boden überrollt liegen blieben, erdrückt von meiner Wortwahl und diesem feinen Instinkt, andere zu verletzen, wenn ich mich von ihnen verletzt fühlte.

    Das war keine ICH-Stärke, sondern die Definition meiner Person über die Reaktion von anderen. Und mein Verhalten konnte ich ja dahingehend anpassen, damit ich die gewünschte Reaktion erhielt.

    Berechnung. Manipulation. Sehr anstrengend, immer nur auf Umwegen zu dem zu kommen, was ich tief im Inneren eigentlich an Bedürfniserfüllung gebraucht habe.

    Keine ICH-Stärke. Ich-Schwäche.