Oh, Chopin, ich hoffte so sehr, dass vielleicht doch nicht eintritt, was ich befürchtete...
Ok, jetzt heisst es mit dem umgehen was ist. Ich verstehe Dich gut in Deinem Handeln, denn wo ist jetzt die Abgrenzung Co gegen Mitmenschlichkeit möglich? Wo bist Du schon wieder zuviel Co oder zuwenig mitmenschlich?
Darauf gibt es für mich im Moment einfach keine Antwort. Dass Du das mit der Thera angesprochen hast, fand ich klasse. Hätte ich genauso gemacht. Und wäre das jetzt noch ein einfühlender Arzt gewesen, dann wäre er drauf eingegangen und hätte vielleicht nicht die Alkoholabhängigkeit als alleinigen Aufhänger genommen, sondern die Strahlentherapie bei einem Lungenkrebs auch gleich mit einfliessen lassen. Da schadet eine begleitende Thera keinswegs, im Gegenteil, sie wirkt unterstützend.
Na ja, auch Ärzte sind nur Menschen. Und Schwein des Jahrhunderts? Mach mal halblang und Dich selbst nicht runter...für mich KEINESWEGS!
Was in mir allerdings Bedenken aufkommen lässt: Deine eigenen Bedürfnisse treten wieder in den Hintergrund - Du versuchst alles, um seine zu erfüllen und, sorry, todkrank? Hat er es bereits geschafft, dies Deinen Co-Anteilen so einzureden?
Er hat(te) einen Krebs, der wurde herausoperiert mit einem Teil des Lungenflügels und jetzt kommen noch ein paar Bestrahlungen, damit nirgendwo anders im Körper noch irgendwas auftauchen kann - that's it. An sowas stirbt man / frau nicht so schnell...
Ich bin hier immer wieder im Clinch, weil ich mir eigentlich vorgenommen hatte nur noch Ratschläge zu geben, wenn ich auch darum gefragt werde und der / die andere sie hören möchte. Du frägst zwar nicht, aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass das was ich Dir schreibe auch ankommt, deshalb gebe ich hier meiner Intuition den Vortritt. Und schreibe Dir, was ich für mich machen würde, bevor ich in die Ferien fahren würde mit ihm...
1.) Klären, dass Du, sobald er dort oben an der Nordsee trinkt, ohne ihn nachhause zurückfährst
2.) Ihm sagen, dass er sich im voraus den für ihn passenden Arzt dort oben aussucht und diesen vorgängig kontaktiert (von wegen Ferienabwesenheiten etc.)
3.) Im Internet Zugverbindungen heraussuchen über die täglichen Züge Nordsee - Heimatort
4.) Ihm sagen, dass er mit seiner Kranken-, Reiseversicherung etc. abklären soll wegen der Rücktransportkosten im Falle eines Notfalles
5.) eine Person Deines Vertrauens über Eure Pläne informieren, sodass Du 24 Stunden täglich in einem Notfall eine/n Ansprechpartner/in für Dich hast.
Und Dir dringend überlegen, ob Du jetzt - ausgerechnet jetzt - mit ihm in die Ferien fahren willst?
Ich les und begleite Dich gerne weiter - danke fürs Vertrauen!
LG Skybird