Hi Groundhog
Ich verstehe Deine Verzweiflung, möchte Dir jetzt aber auch noch eine Seite der Co-Abhängigkeit schildern, die dazu führte, dass ich mich getrennt habe.
All Deine Rettungsversuche in Ehren - für sie bist du jemand, an dem sie sich festhalten kann (wenn sie es gerade braucht), der ihr beisteht bis in den Tod und darüber hinaus (wenn sie es braucht), der rund um die Uhr für sie erreichbar ist (wenn sie Kontakt haben will) und der sich selbst für sie aufgibt (vermeintlich).
Mit Deinem Verhalten trägst Du also dazu bei, dass sie "in Ruhe" weitertrinken kann, Du ermöglichst ihr im alten Muster zu bleiben, denn schnippt sie mit den Fingern ist ihr Retter zur Stelle.
Ich habe zwei Jahre gebraucht um zu dieser Erkenntnis zu kommen, dass ich mit meinem Verhalten dafür gesorgt habe, dass er ja getrost weitertrinken konnte. Er hatte ja mich, die quasi die Verantwortung für ihn übernommen hatte. Diese Verantwortung konnte ich ihm nur zurückgeben indem ich gehe.
Es ist eine Krankheit, aber eine die nicht mit beistehen, übernehmen, organisieren, Bestrahlung oder Chemo behandelt werden kann. Die beste Hilfe die Du ihr geben kannst ist die Nichthilfe. Unter Umständen wacht sie dann auf und übernimmt ihre Verantwortung.
Und wenn sie sich zu Tode saufen will, dann ist es ihr Entscheid und niemand wird sie daran hindern können.
Ich würde Dir lieber einen "Aufsteller" schreiben, aber ich wäre froh gewesen hätte mir jemand dies früher klar und deutlich gesagt!
Bleib bei Dir und hau Dich jetzt lieber ins Bett, wenn Du getrunken hast. Morgen ist auch noch ein Tag und die Worte hier kannste ja mehrmals lesen - die laufen nicht davon!
LG Skybird