Weisst Du Dagmar, es ist überhaupt nicht der Wunsch danach, den Partner zurückzubekommen, denn eine Beziehung mit ihm wird es nicht mehr geben. Dazu bin ich schon viel zu weit vorwärts gegangen.
Ich habe auch nicht die Illusion, dass er jetzt trocken, clean, heil und gesund wird - nein! Ich weiss ja nicht und will es auch nicht wissen, was er jetzt so an Therapie für sich macht, aber er - als Arzt - sicher keine LZT, Medis dosiert er sowieso immer selbst und besorgt sie sich ja auch problemlos in jeder Apotheke, "Nie mehr Alkohol" - diese Einsicht war nie vorhanden in unserer zweijährigen Beziehung, das "kontrolliert-trinken-können" - Wunschdenken zuvorderst präsent. Soviel ich weiss, war es jetzt der xte kalte Entzug zuhause, 1-2 x Woche Gesprächs- bzw. Gruppentherapie - that's it!
Nur warum laufen dann die Tränen? Es ist doch so klar - ich will ihn nicht zurück - auch trocken nicht! Aber jetzt zu lesen, es geht ihm gut, er öffnet sich, trifft Abmachungen, hält diese ein - lässt die Frage aufkommen, warum nicht bei mir, warum war das nicht möglich?
Dabei sind die Warum-Fragen sowieso immer die unnötigsten und am wenigsten zu beantworten. 
Ja, meine Baustelle, verlassen, zurückgelassen, entsorgt wie Müll - er spiegelt es, der Auslöser wurde woanders gelegt. Nur der Schmerz darüber - der ist präsent! Nicht Vergangenheit, nicht Zukunft, der ist JETZT!
Aber ich entscheide ja, ob ich im Jetzt noch an der Vergangenheit leiden will! Und ich will nicht, deshalb raus aus diesem Loch, Fellmann geschnappt - der sich immer riesig über sowas freut und ab in die Natur, in den Regen. Der Himmel weint hier auch wie aus Kübeln - so fallen meine Tränen wenigstens nicht auf... 
Traurige Grüsse Skybird