Und schon wieder, menno, Kaltblut!!!!!!!!
Deine Worte berühren irgendwas in mir, was mich da so ganz durchlässig macht für Emotionen. Las heute morgen Deinen letzten "Reisebericht" und bin dann - immer noch in Deine so treffenden Formulierungen eingekuschelt - mit Fellmann auf den Morgenspaz.
Autistisch Fuss vor Fuss setzend, die Hirnwindungen auf Reaktorgeschwindigkeit und dabei feststellend, dass ich ja schon wieder verschwunden bin, bei Dir, Deinem Erleben, den Parallelen - weder bemerkt, was um mich herum läuft noch wie überhaupt die Natur sich anfühlt.
Also husch ins Körbchen
- mich mal zurückgeholt und auf einmal sah ich wieder die glitzernden Tautröpfchen des letztnächtigen Gewitters, die "fliegenden Bäume" und vor mir auf dem Weg dann ganz viele kleine braune, schleimig-glitzernde Kreaturen mit hübschen neugierigen zarten schwarzen Fühlern, die fleissig und unerbittlich ihren Weg suchten.
Ich also vorsichtig darübergestiegen, war nen bisschen wie ein Hürdenlauf und Fellmann, freudig gespannt wegen meinen verrenkten Schritten, hüpfte heran - happy, dass ich dem Autismus entfleucht bin.
Und da geschah es! Er, ja nichtsahnend wieso ich auf einmal so komisch daherstolzierend komme, und mit seinen 40 kg Lebendgewicht, unbekümmert, frei, das Leben geniessend, begräbt unter einer seiner Pfoten so ein zartes Wesen, um dann eben so unbekümmert und frei wieder davonzuhüpfen und sich im Gras zu wälzen - die kleine Nacktschnecke zusammengekrümmt sich windend hinter sich zurücklassend. 
Und dann bei näherem Betrachten dieser sich krümmenden Kreatur kamen mir doch die Tränen und echt, ey, Identifikation mit einer Nacktschnecke, wo gibt's denn sowas? Mir noch nie passiert - aber da siehst Du mal, dass Worte auch Schlüssel sein können, Schlüssel zu Panzern, zu Schneckenhäusern, damit das Innenleben mehr Licht bekommt.
Für mich ist es wertvoll, Dich immer wieder zu lesen - nicht oft! Aber immer öfter! 

LG Skybird