Beiträge von skybird

    Back again...am 10. Januar das letzte Mal geschrieben...seither ganz viel gelesen...viele Tipps aus dem Forum umgesetzt und was ist seither nicht alles passiert?

    Dramatisch wurde die Heimkehr meines Partners aus Italien...denn nachdem ich ging, trank er dort alles, was er fand...er betrank sich in einen lebensgefährlichen Zustand und musste mit dem Rettungswagen notfallmässig nach Hause, d.h. direkt in die Klinik, zurücktransportiert werden. Es war heftig und mir war alles wie zugeschnürt - konnte nicht schreiben und erzählen, aber dafür ganz viel lesen und so mir selbst weniger Schuldgefühle machen.

    Im KH dann medikamentöser Entzug und Festlegen der weiteren Therapie. 1x / Woche Gruppentherapie und 1 / Woche Gespräch mit seiner Suchtberaterin. Er willigte ein...und wir begannen immer mehr uns voneinander zu entfernen. Ich fühlte mich missverstanden und ich glaubte auch ihn auf einmal nicht zu verstehen. :shock: Er besuchte mich noch mehrere Male, aber die Abstände des sich meldens wurden immer länger und immer öfter verstand ich den Grund garnicht.

    "Toleranz beginnt da, wo das Verständnis aufhört" - einer meiner hilfreichen Sätze. Aber aus Toleranz wurde Wut, bekräftigt durch das, was ich auch hier im Forum las und immer mehr kam: "So will ich nicht behandelt werden!!!!!!!" :!::evil:

    Nun, denn, der heutige Stand der Dinge? Seit 4 Wochen kein Lebenszeichen mehr, einfach ein totaler Kontaktabbruch und ich habe durchgehalten...habe mich auch nicht mehr gemeldet, nicht mehr hinterhertelefoniert, und sobald die Gedanken kamen, ob er wohl wieder trinkt ein deutliches "STOP" gesagt und mich etwas zugewandt, dass mir gut tut.

    Es ist schwer, aber es tut mir gut und ich möchte diesen Weg weitergehen... :roll:

    Traurige und gleichzeitig hoffnungsvolle Grüsse
    Skybird

    @Angelina
    Lenjana
    Ganz lieben Dank Euch beiden - ich habe Eure Ratschläge befolgt, bin mit dem Hund Spazieren gegangen, habe die langen Haare abschneiden lassen (alte Zöpfe müssen ab) - jetzt eine lässige Kurzhaarfrisur, mit der ich mich wohl fühle und pflege mich selbst...

    Langsam komme ich wieder zuhause an und konnte gestern als ER (und nicht ich!) telefonierte - Tränen, Ausbrüche (er trinkt nun wieder täglich) immer in Erinnerung an das was ich hier gelesen habe, konsequent bleiben.

    Er hatte wohl erwartet, dass ich wieder nach Italien fahre und ihn abhole - da hat er sich getäuscht. Habe hier im Forum gelesen:

    "Wer will, findet Wege,
    Wer nicht will, findet Gründe."

    Und das konnte ich ihm gestern in aller Ruhe mehrmals am Telefon wiederholen - trotz verzweifeltem Schluchzen - ...

    Ja, es war gut, dass ich diesen Schritt gemacht habe und dass ich sovieles hier im Forum gelesen habe und dank Euren Beiträgen ihm die Verantwortung für sein Leben, Handeln, Tun zurückgebe.

    Zum ersten Mal war ich auch schonungslos offen gegenüber meinem sozialen Umfeld - ohne ihn zu schonen - ohne Fakts einfach nicht zu erwähnen und damit nur die halbe Wahrheit rüberzubringen und - oh Wunder - ich hatte soviel durchwegs positive Unterstützung. Auch das ist ein wichtiger Schritt für mich - das Teilen mit anderen, das mitteilen...

    Ich werde fleissige Leserin bleiben und weiter Erfahrungen sammeln - danke für Eure Feedbacks...

    Danke Angelina, das tut gut, aber meinst Du, ich solle auch jeglichen Kontakt einstellen? Er ist immer noch in Italien, wir fuhren zusammen mit meinem Auto hin und ich bin alleine damit zurückgekommen. Soll ich denn den Kontakt mit ihm ganz abbrechen - weiss garnicht was ich alles noch denken soll - Gedankenkarussell dreht sich nur um ihn...

    Hi zusammen,
    meine Welt ist vorgestern zusammengebrochen, denn ich bin aufgebrochen - aus einem anfangs geplanten 3wöchigen Urlaub mit meinem Partner, der Alkoholiker ist, habe ich es nun vorgestern nicht mehr ausgehalten und habe ihn in Italien sitzen lassen und bin eine Woche früher alleine nach Hause gefahren.

    Ich habe ihn schon als Alk kennengelernt, aber er war in Therapie, nahm edit:xxxxxx und Antidepressiva und war 1 Jahr lang trocken. Und wir hatten so eine schöne Zeit von Nähe und Gemeinsamkeit. Zum ersten Mal habe ich geglaubt einen Menschen uneingeschränkt lieben zu können. Er hat mir soviel gegeben und durch ihn konnte ich sovieles an mir entdecken.

    Nach einem Jahr der erste Absturz nach einer Meinungsverschiedenheit - er sagt ein kleiner Ausrutscher. Dann eskalierte es, er hatte das edit:xxxxxeigenmächtig abgesetzt (er ist selbst Arzt) und ich musste ihn notfallmässig wegen Suizidgefahr einweisen lassen. Danach nahm er wieder edit:xxxxx Doch im Zusammenhang mit seiner Depression ist er nun gestern, nachdem ich abgefahren bin - ihm aber noch gesagt habe und glaubte, dass er dies verstanden hätte, dass ich ihn loslasse aber nicht verlasse - komplett abgestürzt. Er hatte das edit:xxxxx wohl schon vor einigen Tagen wieder abgesetzt und jetzt hat er allen Alk getrunken, den er dort finden konnte und auch Benzos dazu geschluckt.

    Gestern abend rief ich an, er weinte und rief nur immer wieder meinen Namen - es geht ihm auch körperlich nicht gut, geschweige denn emotional wegen der Depression und sagte, dass er nicht mehr leben will, er wolle nur noch einschlafen und nie mehr aufwachen...

    Und ich - habe ich Schuldgefühle? Irgendwie wohl schon, denn der Absturz wurde ausgelöst, weil ich gegangen bin? Und ich fühle mich aber auch belogen, denn um trinken zu können, muss er das edit:xxxxx schon vor ein paar Tagen wieder abgesetzt haben...und ich hatte ihn noch vor drei Tagen danach gefragt...

    Nun stirbt er vielleicht und ich? Um was trauere ich - um einen Menschen, um gemeinsame Zeit, um Nähe und Zärtlichkeit, die sich so wunderbar anfühlten - ich bin 900 km weit weg von ihm - und doch - es ist gut so, denn ich kann nun keine Verantwortung mehr für ihn übernehmen...und doch tut es so weh, dass es fast das Herz zerreisst...ich weiss, das schreiben viele hier, aber es zu lesen und zu fühlen sind sonst zwei verschiedene Dinge gewesen. Nun kommen sie zusammen und dann ist das wohl Mitgefühl und nicht Mitleid.

    Wenn wir heute noch tel können, werde ich ihm sagen, der Alkohol oder ich und riskiere damit, dass er seinem Leben ein Ende setzt. Kann ich danach mit so etwas leben? Es tut so weh, gefühlt zu haben, wie es hätte sein können ohne Alk und zu sehen, zuzusehen wie er sich nun selbst zerstört...ich kann das nicht länger und so bin ich gestern gegangen - habe ihn in Liebe losgelassen ohne ihn zu verlassen, oder?

    Bitte schreibt mir, wenn Ihr mir etwas zu sagen habt - vielleicht hilft der Kontakt ein bisschen oder irgendeine Bestätigung, dass es richtig war...aber was ist schon richtig und falsch? Mit Alkohol verschiebt sich die gelebte Realität. Und jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort - und dort wollte ich ihn treffen...

    Ich bin coabhängig aber keine Alkoholikerin. Sorry, war wohl etwas zu lang, aber das Herz brennt und die Tränen löschen nicht...

    edit.:speedy53//bitte keine Medikamentennamen nennen - Danke!